„trendige, politisch korrekte und zugleich volksnahe Küche mit Gourmet-Topping“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Dorothea Dieckmann, Schriftstellerin _ Freiburg/Breisgau/D 14.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

im Interview _   Dorothea Dieckmann, Schriftstellerin _ Freiburg im Breisgau/D

Bachmannpreisnominierte 2004

Liebe Dorothea, Du hast am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan Deine erste Erinnerungen?

Essensgeruch. Ein Pulk von Konkurrenten zieht im Backstagebereich das Los, wer wann drankommt. Aber wer hat das beste Rezept in der Tasche? (Spoiler: Es war der, der als einziger einen Anzug trug, sich als ehemaliger Panzerkommandant vorstellte und deutschnationales Würzfleisch anbot. Die Frau mit den zwei Hunden und dem Tattoo, die später sozialdemokratische Bestseller schrieb, ging mit ihrem Tomatensalat leer aus).

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Das gut ausgeleuchtete, aber schlecht belüftete Kochstudio und der bemerkenswerte Pluralismus des Geschmacks: trendige, politisch korrekte und zugleich volksnahe Küche mit Gourmet-Topping.

Wie hast Du Deine Lesung, die Jurydiskussion und die Preisverleihung erlebt?

Negativ: Die bereitgelegten Messer waren stumpf, die Töpfe zu klein, und leider war die zugestandene Garzeit so kurz, dass die Jury schwer zu kauen hatte; die Vorsitzende biss sich sogar einen Zahn aus. Positiv: Man siezte einander. An die Preisverleihung kann ich mich nicht erinnern, denn ich teilte Hotelzimmer und Hotel-TV mit meinem Begleiter.

Wie hat sich der Bachmannpreis auf Deinen weiteren literarischen, künstlerischen Weg ausgewirkt?

Gar nicht, da kein Geld für meinen Geschmack heraussprang.

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

Streichen Sie das „weitere“! Er braucht den Namen Ilse-Aichinger-Preis (mit dem entsprechenden Novembertermin) und den Verzicht auf das Fernsehküchen-Format.

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Eine gute Verdauung.

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Zur Person: DD, geboren in Freiburg/Breisgau, ist seit 1992 freie Schriftstellerin.

Website: https://www.dorothea-dieckmann.de

Veröffentlichungen (Auswahl):

  • Wie Engel erscheinen. Rotbuch, Hamburg 1994, Neuauflage osbert+spenza, Immenstaad 2025
  • Die schwere und die leichte Liebe. Novelle, Berlin Verlag 1996
  • Belice im Männerland. Eine wahre Geschichte. Berlin Verlag 1997
  • Damen & Herren. Roman, Klett-Cotta 2002
  • Sprachversagen. Essay, Droschl 2002

Das Land mit seinen Kindern. Ein Nachtbrief. Arco Verlag, Wien 2021

Guantánamo. Roman, Klett-Cotta 2004

Harzreise. Eine Erzählung, Weissbooks 2008

Termini. Roman, Klett-Cotta 2009

Sommer in Dresden. Ein Gedicht. Verlag Ulrich Keicher, Warmbronn 2017.

Kirschenzeit. Erzählung, Faber & Faber, Leipzig 2019

großes Publikumsinteresse _ ORF Studio

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann auf Ihrer Terrasse in Rom, Bocca de Leone, um 1970

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Foto: Dorothea Dieckmann_ privat

Foto: Ingeborg Bachmann _ Garibaldi Schwarze

Fotos: Bachmannpreis/Klagenfurt_ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 13.6.2026

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„Der Bachmannpreis ist spannend, überraschend und verstörend“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Daniel Zahno, Schriftsteller _ Basel 14.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

im Interview _ Daniel Zahno, Schriftsteller _ Basel  

Bachmannpreisnominierter 2002

Lieber Daniel, Du hast am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan Deine ersten Erinnerungen?

Die Jury logiert im Fünfsternehaus, die Autor*Innen in einem gewöhnlichen Hotel. Der wunderbare Wörthersee ladet zum Bade. Und es ist so heiß, dass man ständig in den See springen möchte.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Er ist spannend, überraschend und verstörend.

Wie hast Du Deine Lesung, die Jurydiskussion und die Preisverleihung erlebt?

Ich hatte vorab einen Sprechcoach engagiert. Dann hat man mich daran aufgehängt, wie ich gelesen habe. Das war eine Lehre. Lies so, wie du es für richtig hältst, verbieg dich nicht. Eine Kritikerin hatte endlos was am Hummerpreis in der Geschichte auszusetzen – penetrant und peinlich. Es war eh ein Riesengeklüngel in der Jury, nach dem Motto: unterstützt du meinen Favoriten, unterstütz ich deinen. Ich glaube, Ingeborg Bachmann hätte sich im Grab umgedreht, wenn sie das erlebt hätte.

Wie hat sich der Bachmannpreis auf Deinen weiteren literarischen, künstlerischen Weg ausgewirkt?

Mehr oder weniger gar nicht. Sicher wäre es schön gewesen, einen Preis zu gewinnen, etwa den Publikumspreis, den ich nur ganz knapp verpasst habe. Natürlich ist der Bachmannpreis ein Türöffner. Aber es gibt auch Preisträger*Innen, die – zu Unrecht – völlig in der Versenkung verschwunden sind.

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

Qualität in der Jury, Qualität bei den Texten. Weniger Geklüngel, mehr Empathie und Sozialkompetenz.

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Ich würde mir für die nächsten fünfzig Jahre wünschen, dass die Autor*Innen im Fünfsterne-Hotel untergebracht werden. Ich denke, das würde die falsche literaturbetriebliche Stratifikation korrigieren, wäre gerecht und ganz im Sinne von Ingeborg Bachmann.

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Daniel Zahno, Schriftsteller

Zur Person: Daniel Zahno, 1963 geboren, lebt in Basel und New York. Für sein Werk erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Clemens-Brentano-Preis und den Förderpreis der deutschen Wirtschaft. 2010 war er Writer-in-Residence am Deutschen Haus der New York University. Mama Mafia ist sein erster Roman. Daniel Zahno – Schöffling Verlag (14.6.26)

Website des Autors: Über mich | Daniel Zahno – Autor | Das Leben in Bildern

Bachmannpreis _ Empfang der Stadt Klagenfurt/Schloss Loretto/Wörthersee

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann auf Ihrer Terrasse in Rom, Bocca de Leone, um 1970

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Abendstimmung Wörthersee _ Blick vom Schloss Loretto

Foto: Daniel Zahno _ Heidi Ziegler/Schöffling Verlag

Foto: Ingeborg Bachmann _ Garibaldi Schwarze

Fotos: Bachmannpreis/Klagenfurt_ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 13.6.26

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„ich bin einer der letzten beiden DDR TeilnehmerInnen“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Andreas Montag, Schriftsteller _ Halle/Saale 14.6.26

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur

im Interview _ Andreas Montag, Schriftsteller _ Halle/Saale

Bachmannpreisnominierter 1990

Lieber  Andreas,  Du hast am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan Deine ersten Erinnerungen?

Ich war 1990 dabei, als einer der beiden letzten TeilnehmerInnen aus der verschwindenden DDR. Es war eine aufregende Zeit damals, nach der friedlichen Revolution im Osten Deutschlands – und entsprechend aufgeregt war ich selbst, vor allem auch wegen der Ehre, an diesem Wettbewerb teilnehmen zu dürfen.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Das Besondere ist die Live-Atmosphäre, das Kribbeln, das einen während der ganzen Dauer des Wettbewerbs nicht verlässt. So empfand ich es wenigstens.

Wie hast Du Deine Lesung, die Jurydiskussion und die Preisverleihung erlebt?

Die Jury-Diskussion war spannend, aber auch ein bisschen verfremdend in ihrer Wirkung auf mich: Da redeten Menschen über einen (meinen) Text und über einen, mich, der sich zuhörend selbst als dritte Person wahrnahm.

Wie hat sich der Bachmannpreis auf Deinen weiteren literarischen, künstlerischen Weg ausgewirkt?

Ich habe weitergeschrieben, natürlich – auch, wenn ich den Preis damals nicht gewann. Wenn ich mich daran erinnere, dabei gewesen zu sein, freut es mich immer noch sehr. Und ich habe inzwischen eine Reihe von Büchern veröffentlicht, das nächste, “Das Gelächter”, erscheint im September 2026 bei Quintus Berlin.

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

Eine Vielfalt der Handschriften und neugierige ZuhörerInnen.

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Schreibende wie Lesende mögen ihre Liebe zur Sprache und den Glauben an die Unersetzlichkeit von Literatur bewahren. Das gilt gerade auch in komplizierten Zeiten, von deren Spiegelung die Kunst schließlich lebt.

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Andreas Montag, Schriftsteller

Zur Person: Andreas Montag, geboren 1956 in Gotha (Thüringen), hat dort die Schule besucht und 1974 das Abitur abgelegt.

Nach dem Grundwehrdienst zum Bibliothekar ausgebildet, absolvierte er später ein Fernstudium am Literaturinstitut „Johannes R. Becher“ in Leipzig. Dort wohnte er bis 1988, seitdem lebt er in Halle (Saale) und Berlin.

Seinem Protest gegen die Biermann-Ausbürgerung im Herbst 1976 folgten Schikanen und staatliche Willkür. Deshalb war er nach dem ersten Studium als Packer in der Blindenbücherei Leipzig tätig, ab 1981 im Dienst der Katholischen Kirche.

1985 erschien Montags erster Roman, „Karl der Große oder Die Suche nach Julie“ im Mitteldeutschen Verlag Halle- Dort sollte Anfang 1990 auch der Erzählungsband „Die weitere Verwandlung des Blicks“ veröffentlicht werden,. Das Buch kam jedoch erst 2007 heraus – ergänzt um einen Text, den Montag 1990 beim Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt vorgetragen hatte. 2008 folgte der Roman „Mannestreu“, 2012 der biografisch-politische Essay „Lothar König: Eine rebellische Seele“. 2018 erschien in der Corvinus-Presse Berlin der illustrierte Lyrik-Band „Paradies“, 2022 im Quintus-Verlag Berlin die viel beachtete Erzählung „Glückliche Menschen“. Außerdem hat Montag in zahlreichen Anthologien und Zeitschriften publiziert, darunter „neue deutsche literatur“ und „Die Horen“.

Seit 1990 ist Montag bei der in Halle (Saale) erscheinenden „Mitteldeutschen Zeitung“ beschäftigt. Von 1996 bis 2022 war er dort als Ressortchef für den Kulturteil zuständig, ab 2023 weitere Arbeit für dieses Haus.

Website: Home – Andreas Montag

Bachmannpreis _ ORF Garten

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Bachmannpreisgründer, langjähriger Juror, Autor und Journalist_  Humbert Fink

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Einlass _ am Weg ins ORF Studio _ großes Publikumsinteresse
auch ein Platz im ORF Garten Salettl hat seinen besonderen atmosphärischen Reiz _ mit selbstgebackenen Kuchen

Foto: Andreas Montag_ Andreas Stedtler

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis/Klagenfurt/ORF Studio/Garten _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 14.6.26

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„Wolfgang Hermann versuchte, das Wort zu ergreifen, um meinen Text zu retten. Danke.“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Sabine Scholl, Schriftstellerin _ Berlin 14.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur

Im Interview _ Sabine Scholl, Schriftstellerin, Wissenschaftlerin _ Berlin

Bachmannpreisnominierte 1992

Liebe Sabine, Du hast am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan Deine erste Erinnerungen?

Ein selbst genähtes Sommerkleid aus einem afrikanischen, in Paris gekauften Stoff. Verwirrung. Ich will meinen Text im Stehen vortragen, weil ich ansonsten meine, Atemprobleme zu bekommen und mache das dann.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Mit dem Wissen von heute, würde ich sagen, dass ein Preis hilft, Namen und Werk zu verbreiten, zu Lesungen eingeladen zu werden, etc, also die Aufmerksamkeit zu erhalten, die man in diesem Betrieb braucht. Damals war ich völlig überfordert von der geballten Masse an Menschen, die wichtig für junge Schreibende sein könnten und bin deshalb eher vor dem Trubel geflohen.

Wie hast Du Deine Lesung, die Jurydiskussion und die Preisverleihung erlebt?

Lesung: OK. Ich habe meinen Atem nicht verloren.

Jurydiskussion: Leider nicht Ok. Ein befreundeter Autor, Wolfgang Hermann, versuchte, das Wort zu ergreifen, um meinen Text zu retten. Danke.

Preisverleihung: Ich habe keinen Preis erhalten, aber peinlicherweise bis zum Schluss daran geglaubt, dass mein Name doch noch genannt wird.

Wie hat sich der Bachmannpreis auf Deinen weiteren literarischen, künstlerischen Weg ausgewirkt?

Zuerst ein großes Zweifeln an der eigenen Arbeit. Danach wurde ich schwanger und brachte im April darauf meine Tochter zur Welt. Ich schrieb weiter.

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

Unterstützung durch die geldgebenden Institutionen.

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Sonniges Wetter!

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Sabine Scholl, Schriftstellerin

Zur Person: Ritterverlag | SabineScholl

Bachmannpreis _ ORF Garten

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Rizzibrücke/Lendkanal _ Klagenfurt
Klagenfurt _ Alter Platz

Foto: Sabine Scholl _ Fotostudio Gezett, Berlin

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis/Klagenfurt_ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 10.6.2026

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„Ich habe meinen Abschied von der sogenannten „großen Literatur“ genommen und mein Heil in der Kriminalliteratur gesucht“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Martin von Arndt, Schriftsteller _ Stuttgart 14.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

im Interview _ Martin von Arndt, Schriftsteller _ Stuttgart

Bachmannpreisnominierter 2008

Lieber Martin, Du hast 2008 am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan erste Erinnerungen?

Spannende Gespräche im Kolleg*innenkreis, ein gargantuisches Besäufnis am letzten Abend, ein paar kühle Bäder im Wörthersee – und noch heute bestehende enge kollegiale Verbindungen, die ich in Klagenfurt knüpfen dürfte.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Die Atmosphäre im Studio, die Freundlichkeit der Maskenbildnerinnen, die Schärfe der Kritik – und dass man, wenn man so richtig in die Fresse bekommt, danach trotzdem noch in den Spiegel schauen kann.

Wie hast Du deine Lesung und die Jurydiskussion erlebt?

Benebelt. Die Visagistinnen haben mir einen ziemlich großen Schnaps vorher eingeschenkt (sto gram).

Wie hat sich Deine Teilnahme auf Deine literarische Öffentlichkeit wie Deinen weiteren persönlichen literarischen Weg, Deinen Schreibstil, ausgewirkt?

Ich habe meinen Abschied von der sogenannten „großen Literatur“ genommen und mein Heil in der Kriminalliteratur gesucht. Eine kluge Entscheidung – ohne dass ich fernsehgerecht von der Jury „hingerichtet“ worden wäre, hätte ich vielleicht noch einige Jahre lang ein totes Pferd geritten.

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

Keinen Schimmer – in erster Linie einmal Einschaltquoten, vermute ich. Literatur im Fernsehen ist ein hartes Brot, für alle Beteiligten, auch die Zuschauer*innen.

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Gute Nerven, Badezeug – und dass man nicht alles bierernst nehmen soll, was in diesen Tagen gesprochen wird.

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Martin von Arndt, Schriftsteller

Zur Person: Biographie, Bibliographie, englischer CV Martin von Arndt

Aktueller Krimi: Martin von Arndt, Der Wortschatz des Todes _ Roman / Politthriller

Irina Starilenko, russischstämmige ehemalige BKA-Fallermittlerin, wird von ihrem Bruder Konstantin gebeten, seinem Freund Oleksandr zu helfen. Oleksandr, der vor dem russischen Angriffskrieg aus der Ukraine nach Deutschland geflohen ist, soll den Mord an einem polnischen Geschäftsmann begangen haben, ist jedoch unschuldig, da er zur Tatzeit mit Konstantin einen Brandanschlag auf ein Haus der Identitären Bewegung verübt hat. Doch Konstantin kann nicht für Oleksandr aussagen, weil sonst seine Bewährung widerrufen würde und er auf Jahre ins Gefängnis ginge. Nach kurzem Zögern sagt Irina zu, sich auf die Suche nach dem wahren Täter zu begeben, und muss bald feststellen, dass sie es mit ausgesprochen dunklen Kräften zu tun hat …

Ein explosiver Politkrimi um Rechtsextremismus, Mord und Putins langen Arm nach Deutschland. (Pressetext/Verlag)

ars vivendi Cadolzburg 2025

Gebundene Ausgabe: Eur 18.00 (D) Eur 18.90 (A)

ISBN 978-3-7472-0712-3 | 250 Seiten

Bachmannpreis _ ORF Studio Klagenfurt

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Kärnten _ Sommer
Schwarzbeeren = Heidelbeeren

Foto: Martin von Arndt _ A.Nöth

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis/Kärnten/Heidelbeeren_ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 11.6.26

https://literaturoutdoors.com

„ich weiß bis heute nicht, wer Heidi Klum ist“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _  Ralf Bönt, Schriftsteller _ Berlin 14.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

Ralf Bönt, Schriftsteller _ Bachmannpreisnominierter 1995 und 2009

Im Interview _  Ralf Bönt, Schriftsteller _ Berlin

Bachmannpreisnominierter 1995 und 2009.

1998 3sat Preis

2009 Kelag Preis

Lieber Ralf, Du hast sehr erfolgreich 1995 und 2009 am Bachmannpreis in Klagenfurt, dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum, teilgenommen. Was sind spontan erste Erinnerungen?

Das erste Mal war es sehr gut, Silvia Bovenschen lud mich ein, ich fühlte mich fremd, bekam zwei Verträge für meine beiden fertigen Romane, das Leben als Schriftsteller fing an, und mit Silvia Bovenschen blieb ich befreundet. Diese so kluge Feministin hat mir später zu meinem Männermanifest zugeraten, und damit ein zweites Mal eine entscheidende Weiche für mich gestellt.  

Beim 2. Mal kam ich nach langer Krankheit zurück, der Verlag hatte es vorgeschlagen, mein Vorschuss war sehr hoch, ich fühlte mich noch fremder, die Jury war überfordert, die Diskussion war absurd, obwohl der Text eigentlich einfacher war, als beim ersten Mal. Literatur und Naturwissenschaft? Nee, nicht hier, hier nicht!! Aber Ijoma Mangold blieb cool und schlug mich zum Bachmannpreis vor, obwohl nicht er mich eingeladen hatte. Ich kam in die Stichwahl und verlor gegen einen blassen jungen Mann, der schreiben als Hobby hatte und nie wieder gesehen wurde. 


Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Das Missverhältnis zwischen der Relevanz der Texte und der medialen Aufmerksamkeit, die Verkehrung, in der Kritiker die Aktion leiten und Autorinnen passiv und mundtot dabei sitzen und nur Augen machen. Das ist sooo peinlich und eine Publikumsverarschung. Es passt in eine Welt, in der das Sekundäre regiert, niemand mehr nachdenkt, während er redet, in der die rasche Polarisation haushoch gegen Wahrheit und Schönheit gewonnen hat und Aufmerksamkeit an einer Resonanz festgestellt wird, die man nur noch mit Bullshit erzeugen kann, weil der Widerspruch hervorruft. (Etwa: Jeder sieht doch, dass Imane Khelif keine Frau ist. Das klickt.)   


Wie hast Du deine Lesung und die Jurydiskussion erlebt?

Bei meiner ersten Lesung habe in der Diskussion geschlafen, was ging die mich an? Bei der zweiten machte ich den Schall zum Erzähler, genauer: das quantisierte Teilchen, es heißt Phonon. Das ist eigentlich nicht so revolutionär, dass man gleich die Polizei holen müsste, sondern vollkommen folgerichtig. Gut, es hat sich dann über Wittgenstein lustig gemacht, das Phonon, das fanden in Österreich nicht alle so toll. Aber wir reden halt stets immer nur von Dingen, von denen wir nicht sprechen können. Das ist ja gerade der Sinn vom Bilden neuer Sätze und deshalb sind wir in Norddeutschland auch sparsam dabei. Aber Jury und Presse verwechselte das Phonon bis zum Schluss mit dem Photon, als spiele ein Buchstabe in der Mitte gar keine Rolle oder als habe Lessing nie über Laokoon geschrieben. Wolfgang Herrndorf, der nicht wusste, wie sehr ich ihn mochte, schrieb darüber etwas fantastisch Falsches in sein Tagebuch, auf das mich noch meine Apothekerin im Prenzlauer Berg ansprach. Aber das unerkannt gebliebene Genie Friedrich Penkner meinte, es sei doch auch nicht egal, ob ein kleiner Schwatz über die Lippen geht oder ein kleiner Schwanz. https://www.boent.eu/bachmannpreis_penkner.pdf. Der Roman verkaufte sich trotz all dieser Mühlsteine des Grauens bestens und reich wurde ich dann auch, eben weil Bovenschen dann zum Manifest zuriet. Ich durfte diese bewundernswerte Frau auf dem Abschied von Volker Panzer mit dem Rollstuhl herumfahren, allein dafür hat sich alles gelohnt. Außerdem telefonierten wir, als meine Mutter mich um Sterbehilfe bat. Sei nicht so egoistisch, sagte sie zu mir. Bovenschen fehlt.   

Wie hat sich Dein Preisgewinn für Dein weiteres Schreiben ausgewirkt?

Beim ersten Mal grandios, beim zweiten Mal gar nicht. Ich lasse mich ja nicht vom Literaturbetrieb irritieren, das haben nicht mal meine Mutter, die Schwermetalle der Zahnärzte oder der Mietspiegel geschafft, und die wollten auch immer nur mein Bestes und gingen am Ende leer aus.


Was braucht der Bachmannpreis an Weiterentwicklung für eine gute Zukunft?

Eine Totalerneuerung. Die Regel, dass die Texte unpubliziert sein müssen ist idiotisch, zumal wenn sich die Jury gar nicht entsprechend vorbereitet. Sie muss fallen. Sie macht alle Beteiligten zu taubstummen Idioten, die über einen Acker stolpern wie die Leute in den Filmen von Pina Bausch. Hat denn niemand mehr einen Rest Stolz und Würde? Wir brauchen dringend ein Romanfestival mit sofort kaufbaren neuen Büchern, nicht diese Talentverbrennung am offenen Feuer, von der wer sagte, es sei halt eine Deflorationsparty? Nein, werdet ernst, Leute, die Zeit brennt von alleine. Und dazu dann ein Lyrikfest, bitte! Unverschämtheit, dass es das nicht nicht längst gibt. Ohne Lyrik keine Prosa.      


Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Seid keine Spießer, macht kaputt, was euch kaputt macht. Ich bin wegen Stiller und Malina Schriftsteller geworden und weiß bis heute nicht, wer Heidi Klum ist. Ich weiß nur, dass die Wahrheit, deren Diener ich sein will, unter den vielen Lügen ganz allein ist.

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Ralf Bönt, Schriftsteller

Zu Person und Werk: Ralf Bönt – Schriftsteller

Ingeborg Bachmann, Rom 1962
Ingeborg Bachmann, Rom _ mit den Eltern

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Fotos: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Ralf Bönt _ privat

Foto: Bachmannpreis/ORF Studio _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 2.6.2026

https://literaturoutdoors.com

„In den Zeitungen lese ich viel von der Kälte …“ _100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _  Isabella Breier/Valerie Anna Gruber _ Wien 14.6.2026

Valerie Anna Gruber,  Schauspielerin _Wien _ acting Malina _ Romanschauplatz Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig, 3/21

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance Originalschauplatz „Malina“ Wien.

INGEBORG _ Akrostichon

Text  Isabella BreierSchriftstellerin _ Wien

Performance _  Valerie Anna Gruber,  Schauspielerin _Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

INGEBORG

In den Zeitungen lese ich viel von der Kälte …

Nur die Hoffnung kauert im Licht …

Gib acht, vor den schwarzen Linien hier …

Es ist ein Strom unter der Erde …

Blätterverschleiß, Spruchbänder …

O Aufgang der Wolken, der Worte …

Rhythmischer Aufgang von Saaten, reifer Kulturen …

Gespenst den Gespenstern

Valerie Anna Gruber,  Schauspielerin _Wien _ acting Malina _ Romanschauplatz Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig, 3/21

Isabella Breier, 31.5.26

Anm. Isabella Breier: Ingeborg-Akrostichon _ Verse aus verschiedenen Gedichten Bachmanns _ aus: „Die gestundete Zeit“ und „Anrufung des Großen Bären“ _

ich stelle sie mir ein wenig altmodisch deklamiert vor: Bachmanns Stimme plus Echo- und Hall-Effekte, die ab der vierten Zeile mit Flussgeräuschen verschwimmen, mit „O Aufgang“ im Brown Noise verschwinden

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance Originalschauplatz „Malina“ Wien.

INGEBORG _ Akrostichon

Text  Isabella BreierSchriftstellerin _ Wien

Performance _  Valerie Anna Gruber,  Schauspielerin _Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

 Isabella BreierSchriftstellerin
Valerie Anna Gruber,  Schauspielerin _Wien

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann.

Foto: Isabella Breier _ privat.

Fotos: Valerie Anna Gruber,  Schauspielerin _Wien _ acting Malina _ Romanschauplatz Wien _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Walter Pobaschnig, 3/21

Walter Pobaschnig, 31.5.26

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„Es kam so viel gute Energie und Zugewandtheit vom Publikum“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Isabella Feimer, Schriftstellerin _ Wien 14.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

im Interview _ Isabella Feimer, Schriftstellerin _ Wien

Bachmannpreisnominierte 2012

Liebe Isabella, Du hast 2012 am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan Deine ersten Erinnerungen?

Der Spaß in der Maske, kurz vor dem Auftritt; dass mich Freundinnen, mein Partner und mein Vater nach Klagenfurt begleitet haben und dass wir eine schöne Zeit miteinander hatten; und natürlich die Aufregung über all die Tage hinweg – das Los hat damals entschieden, dass ich als Letzte lese.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Das Besondere ist sicherlich die Atmosphäre vor Ort, dieses Flirren. Schließlich geht es ja um etwas, und ganz besonders ist die Konzentration auf Literatur; es geht mal um nichts anderes und das noch dazu im Namen Ingeborg Bachmanns.

Wie hast Du Deine Lesung, die Jurydiskussion und die Preisverleihung erlebt?

Nachdem die ersten Schrecksekunden auf der Bühne vorüber waren – also Licht und Kameras, die auf einen gerichtet sind, und quasi die Jury im Nacken -, hat mir die Lesung richtig Freude bereitet. Es kam so viel gute Energie und Zugewandtheit vom Publikum; das hat mich durch das Lesen und auch durch die anschliessende Diskussion getragen. Und von der Jurydiskussion habe ich gar nicht alles mitbekommen, ich glaube, man schaltet ein bisschen aus Selbstschutz ab, und ich war einfach nur froh, dass nach der Lesung die ganze Aufregung dieser intensiven Tage vorüber war.

Wie hat sich der Bachmannpreis auf Deinen weiteren literarischen, künstlerischen Weg ausgewirkt?

Ich habe am Bachmannpreis teilgenommen, als ich noch ganz am Anfang von meiner literarischen Laufbahn stand; es gab noch keine Buchveröffentlichung, ich hatte noch nicht einmal einen Verlag, nur ein paar Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften. Und vor allem da ich noch am Anfang stand, war die Einladung zur Teilnahme eine wunderbare Sache; ich war einfach nur glücklich – und ja, es hatte eine Auswirkung, im Außen – die Einladung nach Klagenfurt ist eine Auszeichnung, die bleibt – und im Innen – es ist besonders, dass sich so intensiv mit einem Text auseinandergesetzt wird und die Auseinandersetzung und Anerkennung beflügelt das weitere Schreiben. So war es zumindest bei mir.

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

Das Offensichtliche: finanzielle Förderung. Aber auch weiterhin den Fokus auf die Literatur.

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Das ist eine schöne Frage! Habt Freude an diesen Tagen, an der Literatur und am respektvollen, aber kritischen Miteinander!

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Isabella Feimer, Schriftstellerin

Zur Person: Isabella Feimer, geboren 1976 in Niederösterreich, studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und arbeitet seit 1999 als freie Regisseurin und Schriftstellerin in Wien. Sie schreibt Prosa, Essays, Lyrik und Theatertexte und veröffentlichte seit 2009 in diversen Literaturzeitschriften und Anthologien. Feimer erhielt zahlreiche Stipendien und Preise, u.a. den Anerkennungspreis des Landes Niederösterreich und die Buchprämie der Kulturabteilung des Bundes. Zu ihren Inspirationsquellen zählen ihre Reisen und die intensive Beschäftigung mit Bildender Kunst, Fotografie und Film. Bei Haymon erschien zuletzt 2025 der Gedichtband „Versuch einer Verpuppung“. Im August 2026 folgt der Roman „Dreiundsiebzig Quadratmeter“.

Isabella Feimer – Haymon Verlag

volles Haus bei den Lesungen _ ORF Studio

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Giselbert Hoke _ Freskenzyklus _ Bahnhof Klagenfurt
Wörthersee _ Abendstimmung

Foto: Isabella Feimer _ Station bei Malina/Walter Pobaschnig 1/26

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis/Studio/Bahnhof/Wörthersee _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 8.6.2026

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„Mutige Autor*innen, deren Horizont weit, weit, weit über ihre Befindlichkeiten hinausreichen muss“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Christina Griebel, Künstlerin _ Berlin 13.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

im Interview _ Christina Griebel, Künstlerin _ Berlin

Bachmannpreisnominierte 2003

Liebe Christina, Du hast am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan Deine erste Erinnerungen und was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Die Legende.

Wie hast Du Deine Lesung, die Jurydiskussion und die Preisverleihung erlebt?

Die Lesung in Ordnung, die Jurydiskussion zu gleichen Teilen brillant und unterirdisch, die Preisverleihung – keine Erinnerung.

Wie hat sich der Bachmannpreis auf Deinen weiteren literarischen, künstlerischen Weg ausgewirkt?

Indirekt als Referenz.

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

Mutige Autor*innen, deren Horizont weit, weit, weit über ihre Befindlichkeiten hinausreichen muss, und mutige Juror*innen, die der. Sprache, ihrer Kraft und ihrer Schönheit verpflichtet sind.

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Ein stabiles Privatleben.

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Christina Griebel, Künstlerin

Zur Person: Dr. Christina Griebel – Staatliche Akademie der Künste Karlsruhe

Bachmannpreis _ ORF Studio Klagenfurt

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Strandbad Klagenfurt

Foto: Christina Griebel _ csm_Kunstakademie Karlsruhe

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis/Wörthersee_ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 12.6.2026

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„dass ich erkannt habe, dass mein Lebensziel, Dichter zu werden, falsch ist“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Alois Schöpf, Schriftsteller _ Innsbruck 13.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

im Interview _ Alois Schöpf, Schriftsteller _ Innsbruck

Bachmannpreisnominierter 1989

Lieber Alois, Du hast am Bachmannpreis in Klagenfurt, dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum, teilgenommen. Was sind spontan Deine erste Erinnerungen?

Dass es lange her ist und dass ich selten einen größeren Jahrmarkt der literarischen Eitelkeit erlebt habe.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Die Tatsache, dass ihn Funktionäre und Medien haben wollen, obgleich er mit guter Literatur nichts zu tun hat. Was ist aus den hochgelobten Preisträgern geworden?

Wie hast Du Deine Lesung, die Jurydiskussion und die Preisverleihung erlebt?

Ich habe es schon bei meiner Lesung zur Jury gesagt: Alle Texte, die ich in meiner Rolle als Chefredakteur einer Zeitung aufgrund von Langeweile in den Papierkorb geschmissen hätte, wurden von der Jury hochgelobt.

Wie hat sich der Bachmannpreis auf Deinen weiteren literarischen, künstlerischen Weg ausgewirkt?

Der große Verdienst des Bachmannpreises war für mich, dass ich erkannt habe, dass mein Lebensziel, Dichter zu werden, falsch ist. Die Erlebnisse beim Bachmannpreis ermöglichten mir den Weg in die Essayistik und in den Journalismus, mit dem ich sowohl erfolgreich war als auch ein bürgerliches Leben aufbauen konnte.

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

Da ich den Wert dieses Preises bezweifle, kann ich auch keine Angaben zu seiner Zukunft machen.

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Dass er es im 50. Jahr seines Bestehens bleiben lässt.

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Alois Schöpf, Schriftsteller

Zur Person: Website _ Selbstbeschreibung

Bachmannpreis _ ORF Studio Klagenfurt

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Wörthersee

Foto: Alois Schöpf _ Thomas Steinlechner

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis/Wörthersee_ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 13.6.26

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