Buchmesse Leipzig: „wir ‚Ösis’ werden in der Literatur in Deutschland oft nicht als ‚Österreich‘ wahrgenommen“ Rotraut Schöberl, Schriftstellerin, Buchhändlerin_ Wien. 30.4.2023

Österreich_Gastland Leipziger Buchmesse 2023

Interview Rotraut Schöberl, Schriftstellerin, Buchhändlerin_ Wien.  

Rotraut Schöberl, Schriftstellerin, Buchhändlerin _ im Hof der Lutherkirche _ Wien/Währing _ Sommer 2022

Liebe Rotraut Schoeberl, ist Österreich als Gastland die vorauseilende Revanche für den deutschen (Sommer) Gast?

> Dieser Gedanke war mir bis jetzt fremd 😉  Ich denke, wir ‚Ösis’ werden in der Literatur in Deutschland oft nicht als ‚Österreich‘ wahrgenommen, sondern einfach als ‚Deutsch‘. Da war der Gastlandauftritt eine schöne Gelegenheit auf die Vielfalt und Eigenständigkeit der österreichischen Literatur aufmerksam zu machen.

Was charakterisiert einen österreichischen Gast?

Hmm, die grundsätzliche Gemütlichkeit?

Wird Leipzig das Literatur-Cordoba für Österreich?

Hier geht es nicht um Sieg oder Besser-sein, hier gehts darum den (Medien-) Scheinwerfer auf die großartige und so unterschiedliche Literatur des eigentlich kleinen Landes hinzuweisen.

Ist „Meaoiswiamia“ als majestetischer Plural gemeint mit dem WIR geschickt Deutschland narzisstisch überlisten oder als Kritik am Literaturbetrieb?

Ich meine: weder – noch; es ist auch an uns Österreicher*innen gerichtet, wir überwinden das „mir san mir“ zu „meaoiswiamia“ , die unglaubliche Vielfalt der Kulturen in der österreichischen Literatur.

…oder eine Aussage bei einem Scheidungsrichter?

???

Wer kann besser lesen – Deutschland oder Österreich?

Uiii, da bin ich wohl keine Schiedsrichterin.

Was nimmt ein österreichischer Gast aus Deutschland immer mit? Offiziell und inoffiziell.

Die kulturelle Trennung trotz der ‚gemeinsamen‘ Sprache 😉

Herzlichen Dank!

Zur Person_ Rotraut Schoeberl

Rotraut Schöberl …

… ist in Reichenau/Rax geboren, hat im Höllental schwimmen und in Wien schreiben & lesen gelernt. Zu der Liebe zur Literatur kam die Liebe zum Theater hinzu.

Im Jahre 1994 erfüllten sich Rotraut Schöberl und Erwin Riedesser ihren lange gehegten Traum von der eigenen Buchhandlung: Das Leporello öffnete seine Tore für alle diejenigen, die wie Schöberl und das Team Leporello ohne gute Literatur nicht leben wollen.

​Die nächsten Jahre waren geprägt von der Mitarbeit in diversen Gremien sowie Jurytätigkeiten im Dienste des Buches. Rotraut Schöberl erfreut sich laufender Präsenz in den österreichischen Medien wie z.B. jeden Dienstagmorgen im Cafe-Puls, dem österreichischen Frühstückfernsehen, mit Büchertipps.

​Anfang 2021 übergaben Rotraut Schöberl & Erwin Riedesser ihr Leporello an die Medici Gruppe, die mit der Wagnerschen Buchhandlung in Innsbruck, den Buchhandlungen in Salzburg, Hallein und Wien den Leporellogeist engagiert weiterführt. 

https://www.frauschoeberl.at/ueber-mich

Blog_Rotraut Schöberl_ „Über Bücher, Reisen und Natur. Und Katzen!“

https://www.frauschoeberl.at/blog/categories/buchtipps

Interviews _ Akrostichon „Give Peace A Chance“ Literatur outdoors:

https://literaturoutdoors.com/2022/06/26/die-literatur-ist-die-beste-und-preiswerteste-moglichkeit-barrierefrei-vieles-zu-verarbeiten-rotraut-schoberl-schriftstellerin-_-wien-5-7-2022/

https://literaturoutdoors.com/2022/10/31/fur-mich-ist-protestantismus-kampf-gegen-unterdruckung-rotraut-schoberl-schriftstellerin_-wien-31-10-2022/

https://literaturoutdoors.com/2022/05/28/gerechtigkeit-rotraut-schoberl-schriftstellerin--give-peace-a-chance--wien-7-6-2022/

Aktuelle Buchneuerscheinung_

Rotraut Schöberl (Hg.) Hanna Zeckau (Illustrationen)

MEER MORDE

Kriminelle Geschichten im und am Wasser

Stille Wasser sind tief – aber manchmal nicht tief genug …

Rotraut Schöberl ist nicht nur begeisterte Buchhändlerin, ihre Liebe gilt auch dem Meer zu jeder Jahreszeit, ob tiefblau im Sommer oder stürmisch im Winter. Allerdings kann nichts kriminelle Spuren so schnell und gründlich verschwinden lassen wie der Ozean … Von Grado über Sizilien bis Santa Cruz de La Palma wird gemordet, Atlantik, Pazifik und Mittelmeer sind Schauplätze krimineller Untaten im, am und unter Wasser. Davon erzählen Patricia Highsmith, Fred Vargas oder Martin Walker, aber auch zahlreiche frische „meerige“ Kriminalfälle von Alex Beer, Andreas Gruber, Stefan Kutzenberger, Martina Parker, Claudia Rossbacher und vielen anderen. Erstmals steuert auch Rotraut Schöberl einen besonders fiesen Mordfall auf ihren geliebten Kanaren bei…

Mit Texten von: Ljuba Arnautovic, Jean-Luc Bannalec, Alex Beer, Severin Groebner, Andreas Gruber, Patricia Highsmith, P.D. James, Stefan Kutzenberger, Petros Markaris, Martina Parker, Therese Prammer, Thomas Raab, Julya Rabinowich, Erwin Riedesser, Claudia Rossbacher, Eva Rossmann, Wolfgang Salomon, Rotraut Schöberl, Fred Vargas,

Rotraut Schöberl (Hg.) Hanna Zeckau (Illustrationen)

MEER MORDE

Kriminelle Geschichten im und am Wasser

Mit zahlreichen Illustrationen. Hardcover, 256 Seiten, 125 x 205
ISBN: 9783701717712
€ 25,00 inkl. MwSt.
Erscheinungstermin: 14.03.2023

Martin Walker, Klaus-Peter Wolf, Peter Zirbs.

https://www.residenzverlag.com/buch/meer-morde

Fotos_ 1 Walter Pobaschnig 2022; 2 privat.

Interview_Walter Pobaschnig 30.4.2023

https://literaturoutdoors.com

Buchmesse Leipzig: „eine wunderschöne Zungenbrecher-Revanche für sächsische Orte wie Zschokau“ Katharina Eigner, Schriftstellerin, Salzburg. 30.4.2023

Österreich_Gastland Leipziger Buchmesse 2023

Interview Katharina Elisabeth Eigner, Schriftstellerin, Salzburg.  

Katharina Elisabeth Eigner, Schriftstellerin

Liebe Katharina Elisabeth Eigner, ist Österreich als Gastland die vorauseilende Revanche für den deutschen (Sommer) Gast?

sich vorauseilend an D zu revanchieren: das ist nicht der österreichische Charme

Was charakterisiert einen österreichischen Gast?

der österreichische Gast sucht verzweifelt guten Kaffee

Wird Leipzig das Literatur-Cordoba für Österreich?

Brauchen wir ein neues Córdoba, das wir D in 3 Jahrzehnten noch aufs Brot schmieren? Obwohl: ein wenig mehr sportliche Sicht auf manche Dinge täte gut

Ist „Meaoiswiamia“ als majestetischer Plural gemeint mit dem WIR geschickt Deutschland narzisstisch überlisten oder als Kritik am Literaturbetrieb?

meaoiswiamia hätte vielleicht am besten nach München gepasst, da verstehen es mehr Leute. Aber es ist eine wunderschöne Zungenbrecher-Revanche für sächsische Orte wie Zschokau

…oder eine Aussage bei einem Scheidungsrichter?

Oder ein neues Doku-Soap-Format über neureiche Österreicher

Wer kann besser lesen – Deutschland oder Österreich?

nächste Frage 😉

Was nimmt ein österreichischer Gast aus Deutschland immer mit? Offiziell und inoffiziell.

offiziell: nichts

Inoffiziell: die Genugtuung, dass unsere Kaffeehauskultur unschlagbar ist

Herzlichen Dank!

Zur Person_Katharina Eigner

geboren 1979, aufgewachsen in Salzburg.
Zieht nach der Matura in die Bundeshauptstadt, flirtet mit Publizistik und Kunstgeschichte.
Bricht ihre Zelte in Wien ab, tauscht Asphalt gegen Natur und zieht an den südlichen Stadtrand von Salzburg.
Sie absolviert eine kaufmännische Ausbildung und arbeitet im Familienbetrieb, zum Schreiben kommt sie erst später.
Katharina Eigner lebt mit ihrer Familie in Grödig bei Salzburg.

Mitglied bei:
Mörderische Schwestern
Das Syndikat
A.I.E.P. Austria, österreichische KrimiautorInnen
SAG – Salzburger Autorengruppe

https://www.katharina-eigner.at/biografie/

Aktuelles Buch_

Katharina Eigner, Diva del Garda. Gardasee-Krimi. Gmeiner Verlag 2023

Haus verloren, Herz gebrochen: In Riva am Gardasee rappelt sich Restauratorin Rosina wieder auf.
Ab jetzt residiert sie im Wohnmobil, und zwar solo. Soweit der Plan. Aber dann überfährt sie beinahe Mario, den gutaussehenden Ex-Kardinal, und wirft ihre Vorsätze schnell über Bord. Ihre Camper-WG entwickelt sich rasch zur Arbeitsgemeinschaft, denn ein Kunstwerk hat den Besitzer gewechselt. Rosina will das Gemälde aufspüren und schaltet in den Ermittler-Modus.
Freie Fahrt für die Diva del Garda!
Restauratorin Rosina Gamper

Katharina Eigner, Diva del Garda. Gardasee-Krimi. Gmeiner Verlag 2023

Erscheinungsdatum: 8 März 2023, 281 Seiten, 13,5 x 21 cm, Paperback

Buch 16,– € / E-Book 11,99 €*

ISBN 978-3-8392-0348-4

https://www.gmeiner-verlag.de/buecher/titel/diva-del-garda.html

Foto_Martina Weiss

Interview_Walter Pobaschnig 30.4.2023

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Buchmesse Leipzig: „wir stricken (schreiben und agieren) jetzt nach neuen Mustern, die alten haben ausgedient.“ Susanne Rasser, Schriftstellerin _ Rauris 30.4.2023

Österreich_Gastland Leipziger Buchmesse 2023

Interview Susanne RasserSchriftstellerin, Fotografin_Rauris 

Susanne Rasser, Schriftstellerin, Fotografin

Liebe Susanne Rasser, was macht den österreichischen Gast aus?

Bevor ich hier einen Schmarrn erzähle oder gar ein Klischeebild ausmale, sage ich einfach: ich weiß es nicht.

Etwas nicht zu wissen, vieles auch nicht mehr zu bewerten, das ist für mich – in Zeiten wie diesen –  so etwas wie Luxus und Lohn.

Ist Österreich für Deutschland nicht immer (nur) ein Gastland?

„Dinçer Güçyeter gewinnt den Preis der Leipziger Buchmesse“ Unser Deutschlandmärchen« heißt der ausgezeichnete Belletristik-Titel beim Preis der Leipziger Buchmesse. Der 1979 in Nettetal geborene Autor Dinçer Güçyeter sieht seinen Roman als Verbeugung vor den Frauen in seinem Leben.“

Diese Zeitungsnachricht fällt mir beim Nachdenken über den Begriff Gastland ein. Dass der großartige Brückenbauer  Dinçer Güçyeter den Leipziger Buchpreis zuerkannt bekam, bewog bei der LBM anwesende österreichische Autorinnen laut HURRA zu schreien.

(Ich habe somit die Frage nur zur Hälfte beantwortet, dafür aber etwas eingeflochten, was mir gerade wirklich wichtig erscheint. Sieh es mir nach, lieber Walter Pobaschnig.)

Wird Leipzig das Literatur-Cordoba für Österreich?

Ha. Was für ein Gedanke. Das Schöne an der Kunst und der Literatur ist ja, dass ein Zusammenspiel sehr oft funktioniert. Das Gegeneinander hat ausgedient, hat auch seinen Reiz vollkommen eingebüßt. 

Ist „Meaoiswiamia“ Ausdruck des österreichischen Minderwertigkeitskomplexes?

Ein geglückter Slogan. Meine ich. Der zum Herumspintisieren, zum Sprachspielen taugt. Und der auch deutlich zeigt, dass wir hierzulande kreativ mit unserer Sprache umgehen. Vielleicht bewegen wir uns solcherART weit weg von irgendwelchen Komplexen?

…oder auf den Literaturbetrieb selbst bezogen?

Kann natürlich alles sein. Kommt ja immer auf den Blickwinkel, die Betrachtungsweise und wohl auch auf die gemachten Erfahrungen drauf an. Ich machte in den letzten Jahren die Erfahrung, eine wunderschöne und stärkende Erfahrung übrigens, dass Autorinnen zusammenstehen, dass sie einander fördern, gelten lassen. Die Zeit des Konkurrenzdenkens scheint vorbei zu sein, wir stricken (schreiben und agieren) jetzt nach neuen Mustern, die alten haben ausgedient.

Was hat Österreich was Deutschland nicht hat?

Diesen, so urtypischen österreichischen Schmäh, den kannst Du einem Deutschen nicht vermitteln. Obwohl, stimmt vielleicht auch nicht ganz, denn mein Verleger, Michael Fischer, ein waschechter und kochfester Berliner, der versteht diesen Schmäh und hat ihn sogar selber drauf.

Herzlichen Dank!

Ebenfalls herzlichen Dank.

Zur Person_Susanne Rasser, 1965 geboren, lebt als Autorin und Künstlerin in Rauris, Land Salzburg.

Aktuelle Buchveröffentlichung: ATME DEN HIMMEL. Gedichte. dahlemer verlagsanstalt, Berlin 2022.

Gedichte. Zur Zeit.
Zum Leben.
Für Sie. Für Dich.

Susanne Rasser
Atme den Himmel
Gedichte
Paperback, 128 Seiten, € 15,-
ISBN 978-3-928832-94-6

http://www.da-ve.de/lyrik/rasser_himmel.html

Foto_privat.

Interview_Walter Pobaschnig 30.4.2023

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Buchmesse Leipzig: „Leipzig ist wunderbar. Wunderbar lebendig.“ Peter Reutterer, Schriftsteller_Salzburg 30.4.2023

Österreich_Gastland Leipziger Buchmesse 2023

Interview _ Peter Reutterer, Schriftsteller_Salzburg 

Peter Reutterer _ Schriftsteller, Musiker

Lieber Peter Reutterer, ist Österreich als Gastland die vorauseilende Revanche für den deutschen (Sommer) Gast?

Ich habe immer wieder schöne Begegnungen mit Stuttgartern, Berlinern, Leipziger, sogar Bayern erlebt. Und auch im Sommer.

Was zeichnet einen österreichischen Gast aus?

Österreich ist gut, wenn es sich seiner kulturellen Vielfalt erinnert. Diese spiegelt sich auch in der Vielfalt literarischer Stimmen.

Wird Leipzig das Literatur-Cordoba für Österreich?

Sieger sind die Österreicher hier auf jeden Fall. Ich war beeindruckt von der Begeisterung, die den Autorinnen entgegengebracht wird.

Ist „Meaoiswiamia“ als majestetischer Plural gemeint mit dem WIR geschickt Deutschland narzisstisch überlisten?

Ein bisschen Narzissmus sei den Österreichern gestattet. (Und die arroganten Exemplare disqualifizieren sich selbst.)

…oder als Selbstkritik des Literaturbetriebes?

Selbstkritik des Literatur Betriebes sehe ich selten. Immer wieder bedauerlich, weil es großartigen AutorInnen schadet.

Was nimmt ein österreichischer Gast aus Deutschland mit. Offiziell und inoffiziell.

Leipzig ist wunderbar. Wunderbar lebendig. Wenn man nicht unter die Stiefel von Manga-Figuren kommt.

Wer kann besser lesen – Deutschland oder Österreich?

Beide lesen wunderbar.. Und Lesen bleibt wunderbar.

Herzlichen Dank!

Zur Person_Peter Reutterer, Schriftsteller, Musiker, geboren am 13.5.1956 in Waidhofen a.d.Thaya, bis zum achten Lebensjahr im Waldviertel. Übersiedelung nach Salzburg. Neusprachliches Gymnasium, Studium (Germanistik, Psychologie-Pädagogik, Latein), Gymnasiallehrer seit 1980, Veröffentlichungen seit 1987. Lebt mit Familie in Bergheim bei Salzburg.

Aktuelles Buch_ „Bei mir Kind“ Peter Reutterer. Prosa. Bibliothek der Provinz 2022

Rezensionen:

Literatur outdoors

https://literaturoutdoors.com/2022/06/07/bei-mir-kind-peter-reutterer-prosa-bibliothek-der-provinz/

Weitere Buchpublikationen:

„Forsthaus“.Kurzprosa.-Bibliothek der Provinz, 1997
„Lokalaugenschein“. Kurzprosa.- Bibliothek der Provinz, 1998
„Movies“. Lyrik.-edition aramo, 2002
“Der Filmgänger”. Eine Erzählung.-Bibliothek der Provinz, 2002
„Silbercolt und Silbersee“. Jugendroman.- edition nove, Jänner 2007
„Schräglage“. Satiren. – Bibliothek der Provinz, Herbst 2007
„Gegenlicht“ .Kriminalerzählung. – arovell, 2008
„Siesta mit Magdalena“. Eine Novella.- arovell, 2010
„Augen.Blicke“. Gesammelte Lyrik.-Edition Tandem, 2010
„Auf den Punkt“. Gedichte mit Geschichten – arovell, 2012
„Unter dem Himmel und in Berlin“. Gedichte mit Geschichten. – arovell, Jänner 2014
„World Wide und auf der anderen Seite“. – Gedichte mit Geschichten. arovell, 2016
„Um das Leben gespielt“. – Gedichte mit Geschichten. arovell, 2018

Publikationen in Anthologien und Zeitschrifften:

„Fugato in S-Moll“. In: „Leben in Salzburg“(MM-Verlag, 1987)
„Ad verba“. In: LITERATUR AUS ÖSTERREICH (1993)
„Der entschwundene Durst“. In: STERZ (Nr.64/ 1994)
„Biomüll“. In: „Mord vor Ort. Neue Kriminalgeschichten aus Österreich“(Vlg. für Gesellschaftskritik, 1994)
„Abenteuerspielplatz“. In: „Väter“ (Edition Doppelpunkt, 1996)
„Heideland“. In: „Waldviertler Weisheiten“(Edition Stoareich, 1996)
„Waldschneisen“. In: SALZ 89, 1997
„Videohelp“. In: STERZ, Nr.76/ 77 (1998)
„Lyrik“. In: LITERATUR AUS ÖSTERREICH, Nr.252 (1998)
„Demolition“. In: STERZ, Nr.78/ 79 (1998)
„Ich rieche“. In: Doppelklick 5, neue edition BUCHKLUB 1999
„Despabilate, amor“. In: STERZ, Nr.82 (1999)
„Filmesdichte“. In: SALZ 102, Dez.2000
„Mein Bier am Abend“. In: Edition Aramo, Krems 2001
“Wie Fußball”. In: Mein Leid am Mittwoch. Edition Aramo, Krems 2002
“Rom”. In: SALZ 110, Nahaufnahmen 8. Salzburg 2002
“Movieangels”. In: Beyond, Marsilius 2003
“Erdäpfelklauben”. In:Über das Land, Öst.Agrarverlag (Literaturwettbewerb) 2003
„Bewegende Bilder“. In: Litertatniktechtur 03 (Siemens-Literaturwettbewerb)
„Augenlicht und Ewigkeit“. In: SALZ 114, Nahaufnahmen 9. Salzburg 03
„Die Fußballanalysten“. Satire in DIEPRESSE, 10.7.06

Lesungen:

zunächst bei Gruppenlesungen in Salzburg, Graz und Wien.
Buchpräsentationen im Salzburger Literaturhaus, in Zwettl und Reichenau, Stifterhaus Linz, Oktober, Hollabrunn u. Raabs, im Literaturhaus Wien, Literaturhaus Krems, im Musilhaus Klagenfurt, 2003 in Budapest, 2004 in Bonn
RADIOSENDUNGEN zu „Forsthaus“, (Radio Salzburg 97), zu „Lokalaugenschein“ am Sept.98. In „Beispiele, Ö1“ 1998, in „Literaturminiatur“, Ö1 1999 und 2003 ebenfalls in Ö1, „Leseprobe“ zum „Filmgänger“

Preise:

1995 beim Lieferinger Literaturwettbewerb
Herbst 1996: Manuskript-Förderpreis vom Land NÖ
März 97: Preisträger beim Hermes-Lyrik-Wettbewerb (Burgenland)
1998Preisträger „freies lesen“ (Lungau)
1998: 5.Platz beim Bewerb um den Preis des Salzburger Kulturfonds
Juli 98: einmaliges Arbeitsstipendium vom Bund, 1999 vom Land Salzburg
Juli99: Preisträger bein NÖ-Donaufestival („Die großen Prophezeiungen“)
Juli 2000, Preisträger beim KIMNARAS-Wettberb (Drosendorf)
September 2003, Landesstipendium Salzburg mit Fritz Popp (Jury Britta Steinwendtner, Werner Thuswaldner und Gudrun Seidenauer)
Romstipendien des Bunde 04 und 05
Oktober 20005, Anerkennungspreis „Offener Himmel“

TEILNEHMER an Workshops mit Julian Schutting
Mitglied bei der SAG und bei prolit
MITARBEIT beim Projekt „Virtuelle Schule“ (PI-Niederösterreich, 2000)
Vom Land Salzburg gefördertes Buchprojekt mit Schülern „Lies langsam“, 2002

MUSIKALISCHES TUN (auch engagierbar):

Bandprojekte mit:

Hanna Rose, Ulrich Sick, Thomas Müller, Peter Derfler, Peter Reutterer, „Honey Rose Quintett“

Zsuzsanna Kiss (voc, viol.), Peter Brugger (b), Rainer Furtner (dr): TRIO EXQUISIT

(Standards für die Lounge, Ungarischer und Wiener Jazz)

Foto_privat

Interview_Walter Pobaschnig 30.4.2023

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Buchmesse Leipzig: „„Das is eine Buchmesse. Lesen hilft!““ Susanne Kristek, Schriftstellerin_Wien  30.4.2023

Österreich_Gastland Leipziger Buchmesse 2023

Interview _Susanne Kristek, Schriftstellerin_Wien 

Susanne Kristek, Schriftstellerin

Liebe Susanne Kristek, ist Österreich als Gastland die vorauseilende Revanche für den deutschen (Sommer) Gast?

Ich weiß nur, dass man als Österreicher nirgends so herzlich empfangen wird wie in Deutschland. Wir beginnen zu sprechen und (fast) alle sind verzückt.

Was charakterisiert einen österreichischen Gast?

Wir bringen Alkohol mit, wenn wir wo eingeladen sind?

Wird Leipzig das Literatur-Cordoba für Österreich?

Hans Krankl forever! Ich liebe auch seine Musik!

Ist „Meaoiswiamia“ als majestetischer Plural gemeint mit dem WIR geschickt Deutschland narzisstisch überlisten oder als Kritik am Literaturbetrieb?

Das ist die logische und sehr gelungene Fortsetzung einer Trilogie:

Band 1: „I wer narrisch“ (Cordoba)

Band 2: „Jetzt hod uns di den Schas gwunna“ (Songcontest)

Band 3: „Meaoiswiamia“ (Buchmesse Leipzig)

…oder eine Aussage bei einem Scheidungsrichter?

Wer kann besser lesen – Deutschland oder Österreich?

Ich hab gestern mein Zutrittsticket bei der Messe mehrfach falsch reingesteckt.  Die freundliche Dame hat gesagt: „Das is eine Buchmesse. Lesen hilft!“

Was nimmt ein österreichischer Gast aus Deutschland immer mit? Offiziell und inoffiziell.

Hotelhandtücher?

Herzlichen Dank!

Zur Person_ Was es über mich zu sagen gibt?

Hallo! Mein Name ist Susanne Kristek. Ich bin Autorin, Moderatorin und Veranstalterin der Lesebühne zum Mitsingen in Wien.

  • Ich habe fast so viele Jobs wie Forrest Gump.
  • Bin Autorin: „Die nächste Depperte“, Gmeiner Verlag, ET: 25.1.2023, „Nur die Liege zählt“, Milena Verlag, 2020)
  • Ich moderiere das „Austropodkastl“, einen Podcast von Sony Music über Musik aus Österreich.
  • Und ich habe die Lesebühne zum Mitsingen erfunden, die ich veranstalte und moderiere.

Weil ich von all dem zu meiner großen Enttäuschung immer noch nicht leben kann, bin ich auch noch Chefin einer Agentur für mysteriöses shoppen. Tagsüber bearbeite ich Excel Listen und führe streng geheime Untersuchungen durch. Nachts nutze ich alle Gelegenheiten, die sich bieten um zu schreiben. Oder zu schlafen.

Ich bin geboren in der Steiermark, lebe mit Mann und Kind in Wien und im Burgenland und trauere immer noch der Absetzung der Lindenstraße nach.

https://www.susannekristek.at/ueber-mich/

Aktuelles Buch_

Susanne Kristek, Die nächste Depperte. Von einer, die auszog, um Autorin zu werden. Gmeiner Verlag. 2023

»Vermutlich ist es leichter, unbefleckt schwanger zu werden, als einen Bestseller zu schreiben.«

Das beschwerliche Leben einer Frau, die es sich in den Kopf gesetzt hat, Bestseller-Autorin zu werden und in ihrem Eifer vor keiner durchgeknallten Idee zurückschreckt. Sie bedrängt den Pfarrer für eine Besprechung im örtlichen Pfarrblatt, hält Lesungen vor Toten und lässt sich von Hera Lind in Hausschuhen coachen.

Ein schwarzhumoriger, rasanter Roman über die Höhen und Tiefen des Autorenlebens – satirisch und saukomisch!

25 Januar 2023
sofort lieferbar

300 Seiten, 13,5 x 21 cm, Paperback

Buch 16,50 € / E-Book 12,99 €*

ISBN 978-3-8392-0404-7

https://www.gmeiner-verlag.de/buecher/titel/die-naechste-depperte.html

Foto_Susanne Kristek (Bucmesse Leipzig 2023)

Interview_Walter Pobaschnig 30.4.2023

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Buchmesse Leipzig: „warum klingen bloß viele junge AutorInnen aus Österreich wie junge AutorInnen aus Deutschland?“ Eva Schreiber, Schriftstellerin_Wien  30.4.2023

Österreich_Gastland Leipziger Buchmesse 2023

Interview _ Eva Schreiber, Schriftstellerin_Wien 

Eva Schreiber, Schriftstellerin und Fotografin

Liebe Eva Schreiber, ist Österreich als Gastland die vorauseilende Revanche für den deutschen (Sommer) Gast?

Ich komm nicht drauf, wie die Frage gemeint ist. Ok, es ist 05:26 nach drei intensiven Tagen.

Was zeichnet einen österreichischen Gast aus?

Er führt sich halbwegs anständig auf, wenn er sehr sehr nett behandelt wird.

Wird Leipzig das Literatur-Cordoba für Österreich?

Öhm, das bräuchte jetzt noch einen Edi Finger, den sen. Aber es war schon sehr schön.

Ist „Meaoiswiamia“ als majestetischer Plural gemeint mit dem WIR geschickt Deutschland narzisstisch überlisten?

Interessante Idee. So hab ichs noch gar nicht gelesen. Jedenfalls hatte ich das Vergnügen, mit etlichen BesucherInnen ins Gespräch zu kommen, die vergeblich versucht haben, „meaoiswiamia“ auszusprechen. Wies genau gemeint ist, tja, darüber haben wir dann gemeinsam nachgedacht. Lautmalerisch ists jedenfalls wunderschön.

…oder als Selbstkritik des Literaturbetriebes?

Haha. Vielleicht als Lob an den Gastgeber, quasi als Einladung an potenzielle Sommergäste.

Was nimmt ein österreichischer Gast aus Deutschland mit. Offiziell und inoffiziell.

Offiziell: Großartige Organisation, wunderbare Veranstaltungen, großzügige Gastgeber – der Empfang im Gewandhaus, das hatte schon was.

Inoffiziell: Ich lass eine Bitte da: Bitte alle Klo-Kabinen offiziell für alle BesucherInnen vorsehen, dann fühlt man sich nicht so komisch, wenn man aufs Männerklo geht, um die Schlange vor dem Frauenklo etwas abzukürzen. 

Wer kann besser lesen – Deutschland oder Österreich?

3:2 für Österreich. Aber warum klingen bloß viele junge AutorInnen aus Österreich wie junge AutorInnen aus Deutschland?

Herzlichen Dank!

Zur Person_Schreiber Eva wurde 1962 geboren und wuchs in Mannersdorf am Leithagebirge in Niederösterreich auf. Sie studierte in Wien und Linz und war 30 Jahre lang als Journalistin, Pressereferentin und Konsumentenschützerin in den Arbeiterkammern für NÖ und später für das Burgenland tätig. Seit 2003 lebt sie in Winden am See, seit 2018 ist sie freie Autorin.

Nach Reportagen aus der Arbeitswelt und Reiseberichten begann Eva Schreiber mit dem Verfassen von literarischen Texten. Erste Veröffentlichungen waren 2017 Nobody saw me writing this über die Künstlerin Fria Elfen (ORF Burgenland) und 2019 Mein Abenteuer Motorsport, die Biografie eines Rennfahrers. Mit dem Text Leermeldung war Eva Schreiber auf der Shortlist des Ö1-Literaturwettbewerbes 2017. Mit Trude und Amalie gewann sie 2019 den ersten Platz beim Literaturpreis der Energie Burgenland. Ihre Kurzgeschichte Schau, da unten sind die Indianer … war auf der Longlist des FM4 Literaturwettbewerbes Wortlaut 2021. Eine Ahnung vom Ende des Glücks ist ihre erste Buchveröffentlichung.

https://shop.lexliszt12.at/brand/126-schreiber-eva

Aktuelles Buch_Eva Schreiber, Eine Ahnung vom Ende des Glücks. Kurzgeschichten. Edition lexliszt12. 2022

„Eva Schreibers Kurzgeschichten handeln vom Vergessen und Vergehen, von der Brüchigkeit menschlicher Beziehungen, aber auch von den Absurditäten des Alltags. Die Autorin schildert all das mit einem wertschätzenden Blick auf ihre Figuren, einem angedeuteten Augenzwinkern und in einer angenehm knappen Sprache, die ohne überflüssige Verzierungen auskommt. Nicht nur die Titelgeschichte vermittelt dabei das, was in Eva Schreibers literarischem Universum allgegenwärtig mitschwingt: eine Ahnung vom Ende des Glücks.

Man muss in Würde sterben können, sag ich immer. Ich wär schon dafür, dass die Ärzte was machen können, wenn man keine Lebensqualität mehr hat. Das Schwierige ist nur, wann ist der Moment? Ich hätt Angst, dass ich den Moment versäum.
Aus der Kurzgeschichte: Um einen Strich in der Hose hat man sich nicht gekümmert …“

Eva Schreiber, Eine Ahnung vom Ende des Glücks. Kurzgeschichten. Edition lexliszt12. 2022

Coverbild: Manu Tober Artikel-Nr.: 978-3-99016-223-1 20,00 € Bruttopreis 

https://shop.lexliszt12.at/lyrikprosa/10-eine-ahnung-vom-ende-des-gluecks.html

Foto_Birgit Machtinger

Walter Pobaschnig 30.4.2023

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Buchmesse Leipzig: „Mit Respekt und Hochachtung für all das, was auf die Beine gestellt wurde “ Markus Köhle, Schriftsteller _ Wien 30.4.2023

Österreich_Gastland Leipziger Buchmesse 2023

Interview _ Markus Köhle, Schriftsteller_Wien 

Markus Köhle, Schriftsteller

Lieber Markus Köhle, wie verhält sich ein Gastgeber als Gast zum Gastgeber als Gast im Gastland?

Mit Respekt und Hochachtung für all das, was auf die Beine gestellt wurde und gleichzeitiger Erleichterung, selbst keine Gastgeberrolle gespielt haben zu müssen.

Wie lange bleibst Du? – wird Österreich in Leipzig dies zuerst gefragt?

Auch den City-Light-Posters in Rotation vermutlich sieben Tage lang. In den Herzen vermeintlich für immer. Österreich wird nicht gefragt, Österreich ist gefragt. Gut so.

Warum wird Leipzig Österreich nicht vergessen?

Weil sich das Wienerisch-Nasale als Ohrwurm meaoiswia der Slogan eingenistet hat.

Ist „Meaoiswiamia“ eine Aussage bei einem Scheidungsrichter?

Mia wean kan Richter nit brauchen um uns von Leipzisch wieder zu scheiden.

Was nimmt der Gast Österreich aus Deutschland mit? Offiziell und inoffiziell.

Als Teil des siegreichen Slam-Teams nehm ich offiziell eine Urkunde über sieben in Sachsen gepflanzte Bäume mit. Inoffiziell haben wir naturgemäß Vorurteilsberge versetzt.

Herzlichen Dank!

Zur Person_

Markus Köhle schreibt, um gehört zu werden.
Er ist Sprachinstallateur, Literaturzeitschriftenaktivist und Papa Slam Österreichs.

Er studierte in Innsbruck und Rom Germanistik und Romanistik, war 2004-2006 Forschungsprojektassistent an der Universität Innsbruck. Seit 2001 ist er literarisch, literaturkritisch, literaturwissenschaftlich und auch als Literaturveranstalter aktiv.

Seit 2002 veranstaltet er Poetry Slams. Er macht Lesungen, Vorträge und Workshops in Schulen, Universitäten und diversen Kulturveranstaltungsorten im In- und Ausland (z.B. Österreich Bibliothek Jerewan, Goethe Institut Alexandria, Taschkent, Österreich Institut Kairo, Ljubljana, Sommerakademie Zakynthos, Universität Maribor, Skopje, Tetovo, Prag, Stellenbosch, Grahamstown, …).

Über mich

Aktuelles Buch_

Markus Köhle, Das Dorf ist wie das Internet, es vergisst nichts. Sonderzahl Verlag

Markus Köhle, Das Dorf ist wie das Internet, es vergisst nichts. Sonderzahl Verlag

240 Seiten,13,5 x 21 cm, gebunden

Januar 2023

ISBN 978-3-85449-617-5

€25,00

Das Dorf ist wie das Internet, es vergisst nichts

Foto_privat


Interview_Walter Pobaschnig 28.4.2023

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Buchmesse Leipzig: „wären (österreichische) Bücher bloß so populär wie österreichische Badeseen“ Evelyn Bubich, Schriftstellerin _ Wien 30.4.2023

Österreich_Gastland Leipziger Buchmesse 2023

Interview _ Evelyn BubichSchriftstellerin _ Wien 

Evelyn BubichSchriftstellerin _ Wien 

Liebe Evelyn Bubich, ist Österreich als Gastland die vorauseilende Revanche für den deutschen (Sommer) Gast?

Definitiv. Und in Wahrheit freut man sich ja auch ganz narrisch aufeinander. Aber wären (österreichische) Bücher bloß so populär wie österreichische Badeseen …

Was macht den österreichischen Gast aus?

Auch sie:er badet gern (es gibt übrigens auch in unmittelbarer Nähe von Leipzig sehr idyllische Seeufer). Sein:Ihr Pro-Kopf-Absatz von Kaffee (Betonung liegt auf der zweiten Silbe) liegt wiederum über dem der:des deutschen, das mit dem Veltliner und so muss ich ja nicht erwähnen, das ist schon sehr abgedroschen. Lassen wir die Klischeetrommel also eher ungerührt.

Wird Leipzig das Literatur-Cordoba für Österreich?

Also, als Wunder (in »unserem« Fall) würde ich es jetzt nicht bezeichnen. All die Kraft und Arbeit, die hier drinsteckt, allerdings schon. Und es wird garantiert das ein oder andere Wunder geschehen. Oder wie war das bei »uns« … man wird sich noch … Nena wusste es jedenfalls besser. Und in jedem Fall hat die österreichische Literatur(szene) – eben – weit mehr zu bieten, als dies vor Leipzig Erwähnung fand. Auch nach Leipzig.

Ist „Meaoiswiamia“ als majestetischer Plural gemeint mit dem Österreich geschickt narzisstisch Deutschland überlistet?

Ich glaube, je mehr man sich hier hineindenkt, desto mehr denkt man sich hier wieder hinaus.

…oder als Kritik am Literaturbetrieb?

Da bin ich mir nicht ganz sicher. Aber in (Selbst-)Kritik steckt auch Wachstumspotenzial.

Wer kann besser lesen – Deutschland oder Österreich?

Das ist doch ganz klar!

Herzlichen Dank!

Zur Person_Evelyn Bubich lebt und arbeitet als Autorin, Lektorin und Literaturvermittlerin in Wien und gern auch andernorts. Mehr auf https://www.textzeit.at

Foto_ Dirk Novy

Interview _ Walter Pobaschnig 29.4.2023

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Buchmesse Leipzig: „noch Ironie oder doch schon so ein ganz, ganz, ganz kleines bisschen Nationalismus?“ Irene Diwiak, Schriftstellerin _ Wien 30.4.2023

Österreich_Gastland Leipziger Buchmesse 2023

Interview _ Irene Diwiak, Schriftstellerin _ Wien 

Liebe Irene Diwiak, was macht den österreichischen Gast aus?

Dass er aus Österreich kommt. Und dass er irgendwann wieder geht.

Irene Diwiak, Schriftstellerin _ Wien 

Ist Österreich für Deutschland nicht immer (nur) ein Gastland?

Es ist ja ein Privileg, immer „Gastland“ zu sein – und nicht etwa auf gut amerikanisch ein „asshole state“. Wobei unser Ruf in Deutschland besser ist als verdient, eigentlich, weil Deutsche in der Regel die österreichische Innenpolitik nicht verfolgen. Ihnen würde aber auch der richtige Humor dafür fehlen. 

Wird Leipzig das Literatur-Cordoba für Österreich?

Literarisch haben wir kein Cordoba nötig. Da hat sich Österreich schon sehr gut etabliert beim großen Nachbarn. Das liegt auch daran, dass wir (noch!) viel bessere Förderungsstrukturen haben als die Deutschen. Gute Literatur ist nämlich vor allem eine politische Entscheidung. Guter Fußball vermutlich auch. Aber gute Literatur ist mir persönlich wichtiger.

Ist „Meaoiswiamia“ Ausdruck des österreichischen Minderwertigkeitskomplexes?

Das könnte man so interpretieren. Oder auch als Majestätsplural. Die imperialen Phantomschmerzen sind ja auch nach hundert Jahren noch ein bisschen zu spüren. Und manchmal musste ich schon ein bisschen schmunzeln darüber, wie sehr sich Österreich da selbst abfeiert auf der Messe. Ist das noch Ironie oder doch schon so ein ganz, ganz, ganz kleines bisschen Nationalismus?

…oder auf den Literaturbetrieb selbst bezogen?

Oder auf die Literatur an sich. Deswegen ist die Frage „Was hat der Autor / die Autorin mit dem Text gemeint?“ stets obsolet. Literatur ist immer mehr als das, was der Autor / die Autorin meint. Auch mehr, als er / sie schreibt, übrigens. Das macht die Magie der Literatur aus.

Was hat Österreich was Deutschland nicht hat?

Die ÖBB.

Herzlichen Dank!

Irene Diwiak, Schriftstellerin _ Wien 

Zur Person_Irene Diwiak, geboren am 10. Dezember 1991 in Graz, aufgewachsen in Deutschlandsberg, Studium der Judaistik, Slawistik und Komparatistik in Wien. Nebenher viel Theater, auf und hinter der Bühne. Zahlreiche Literaturpreise, u.a. bei der Jugendliteraturwerkstatt Graz (2005, 2008), FM4-Wortlaut (2013), Theodor-Körner-Förderpreis (2015), Jurypreis beim Autorenwettbewerb der Nibelungen-Festspiele Worms (2015), Förderpreis der Stadt Graz (2018), Stipendiatin am Literarischen Colloquium Berlin (2019), Literaturstipendium der Stadt Graz (2020), Stipendium für Dramatik der Stadt Wien (2021). Ihr Theaterstück „Die Isländerin“ wurde 2016 in Worms uraufgeführt. Ihr Debütroman „Liebwies“ erschien 2017 bei Deuticke (Taschenbuchausgabe 2019 bei Diogenes) und stand auf der Shortlist für den Debütpreis des Österreichischen Buchpreises. Ihr zweiter Roman „Malvita“ ist 2020 bei Zsolnay erscheinen. Ihr dritter Roman erscheint voraussichtlich 2023 bei C. Bertelsmann, München.

„Irene Diwiak schreibt klug, humorvoll und stark. Das mag böse wirken, denn sie löst in keiner Sekunde den Blick von der enormen Eitelkeit des Menschen und enthüllt damit die Brutalität des Banalen.“  (Marija Bakker, WDR5, 15.12.17)

Interview_Literatur Outdoors:

https://literaturoutdoors.com/2020/08/18/den-eskapismus-der-kunst-nicht-unterschaetzen-staendig-nur-zib-macht-einen-ja-auch-meschugge-irene-diwiak-schriftstellerin_wien-18-8-2020/

Literatur outdoors _ Literatur im Bild_ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann

https://literaturoutdoors.com/2021/10/20/frauen-sind-viel-geubter-darin-die-mannliche-perspektive-mitzudenken-als-umgekehrt-irene-diwiak-schriftstellerin_wien_undine-geht-_20-10-2021/

Willkommen!

Über mich

Aktuelle Neuerscheinungen_Irene Diwiak, Sag Alex er soll nicht auf mich warten. Roman. C.Bertelsmann, München 2023

ORIGINALAUSGABE, Hardcover mit Schutzumschlag, 368 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-570-10468-2

Erschienen am  22. Februar 2023

Irene Diwiak, Malvita. Roman (Taschenbuchausgabe)
Penguin, München 2023

Taschenbuch, Broschur, 304 Seiten, 11,8 x 18,7 cm

ISBN: 978-3-328-10896-2

https://www.penguinrandomhouse.de/Taschenbuch/Malvita/Irene-Diwiak/Penguin/e599820.rhd

Erschienen am  15. März 2023

Foros_Walter Pobaschnig _ Projekt „Undine geht“ 10/21

Interview _ Walter Pobaschnig 29.4.2023

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„Gegen Krieg zu sein, sei Verrat am Frieden, sagen sie.“ Mladen Savic, Schriftsteller _ Give Peace A Chance _ Wien 30.4.2023

GIVE PEACE A CHANCE

Gegen Krieg zu sein, sei Verrat am Frieden, sagen sie.

Immer tun alle sich nur verteidigen, so zumindest klagen sie.

Verdammen und Ersticken der Kritiker, das indes wagen sie.

Es wehen Banner der Ungleichheit, denn ebendiese tragen sie.


Plapperberg mit zweierlei Maß, ja, aus ihm ragen sie.

Es ist falscher Friede im Klassenkampf – nie danach fragen sie.

Am Zipfel der Macht hängen und an der Wahrheit nagen sie.

Champagnerkonferenzen der Heuchelei – dort tagen sie.

Ein See voller Rüstungsprofite – an dessen Strand lagen sie.




Alle wehrfähigen Männer, die töten nicht mochten, jagen sie.



Chöre der Rechtfertigung, gedruckt schwarz auf weiß – vage wie sie.

Huren der Reichen, aufs Kriegsgeschäft heiß – nie verzagen sie.

Aber die Mütter toter Söhne sollten stolz auf sie sein, sagen sie.

Nicht auf die Betroffenen die blutige Entscheidung übertragen sie.

Copyright auf Grausamkeit – i wo! Nie packte diese am Kragen sie.

Eines Tages werden ihre Opfer erkennen, benennen und schlagen sie.

Mladen Savic, 29.4.2023

Mladen Savic, Schriftsteller, Philosoph

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Mladen Savic, Schriftsteller, Philosoph

Foto_privat

Walter Pobaschnig _ 22.4.2023

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