„Protestiere ich“ Ole Lucoje, Schriftsteller _ Give Peace A Chance _ Berlin 9.3.2026

GIVE PEACE A CHANCE

Grausamkeit

Induziert die

Verwahrlosung

Einer jeden Gemeinschaft!



Protestiere ich

Einer Eingebung folgend,

Als der 

Chihuahua

Einen meiner Schuhe



Anfällt.



Cholerische 

Hunde

Aber, die scheinen

Nicht offen für Ethik.

Chancenlos 

Erstirbt meine Rhetorik.

Ole Lucoje, 3.3.2026

Ole Lucoje, SchriftstellerPoetryslammer 

Ole Lucoje, SchriftstellerPoetryslammer 

Zur Person/über mich: Ole Lucoje (geb. 2000) kommt aus einem Brandenburger Kaff und hat es nach dem Abi zumindest nach Potsdam geschafft. Dort hat er Europäische Medienwissenschaft studiert, besser bekannt als: »Was macht man damit?« – Nie aufhören zu studieren oder Kleinkünstler werden, was zumindest finanziell so ist, als hätte man nie aufgehört zu studieren.

Seither tritt Ole Lucoje als Poetryslammer deutschlandweit auf und hatte 2024 das Glück, Landesmeister von Berlin und Brandenburg zu werden. Kurz darauf stellte er fest, dass man damit aber auch nichts anfangen kann. Deshalb hat er sich 2025 dazu entschieden, nach Berlin zu ziehen und noch einen Master in Filmwissenschaft nachzuschieben, besser bekannt als: »Da kannste ja ebenso gut Schriftsteller werden.«

In der Folge gründete er eine Lesebühne in Neukölln mit, die den Namen Billiger als Kino trägt, und veröffentlicht sein erstes Buch: »Pazifist mit Gewaltfantasien«.

Aktuelles Buch von Ole Lucoje:

Debüt – BB Slam-Gewinner Ole Lucoje mit vielseitigem Textband

„Mit selbstironischen Alltagsgeschichten aus dem WG- und Studentenleben hat sich der junge Autor Ole Lucoje einen Namen in der Poetry-Slam-Szene gemacht. Zwei Jahre nach seinem Triumph bei den Berlin/Brandenburg-Landesmeisterschaften erscheint nun das literarische Debüt des aus Brandenburg stammenden Wahl-Berliners. Sein erster Textband zeigt einen jungen Künstler, der erzählerisch weitaus mehr zu bieten hat, als es seine populärsten Bühnentexte verraten. Neben seinen beliebten humorvoll-chaotischen Alltagsgeschichten schreibt der Student der Filmwissenschaften Short Storys mit starker Bildsprache, die häufig ins Groteske kippen und einen Sinn für Tragik offenbaren, sowie satirisch-essayistische Auseinandersetzungen mit der Überforderung eines jungen Zwangsneurotikers im großstädtischen und studentischen Alltag.“ Pressetext _Verlag Satyr

Foto: Portrait _ Jonas Samson; Cover _ Verlag.

3.3.2026_Interview_Walter Pobaschnig

https://literaturoutdoors.com

„Im Grunde wie immer. Erst ausschlafen, dann Panik kriegen“ Ole Lucoje, Schriftsteller _ Berlin 9.3.2026

Lieber Ole, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Im Grunde wie immer. Erst ausschlafen, dann Panik kriegen. 

Ole Lucoje, Schriftsteller,  Poetryslammer 

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig? 

Mit Humor, Empathie und 7-8 h Schlaf macht man erst mal recht wenig verkehrt.  

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu? 

Erfahrungsgemäß kann ich bei Aufbrüchen zu fernen Zielen vor allem Blasenpflaster empfehlen und Kunst hilft sicherlich dabei, bis zum Ziel durchzuhalten. 

Was liest Du derzeit?

Douglas Adams – Per Anhalter durch die Galaxis.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben? 

Keinen Textimpuls. Die Kunstperformance Paradox of Praxis 1 von Francis Alÿs. ’97 hat er stundenlang einen Eisblock durch Mexiko City gewuchtet. Am Ende ist der dann geschmolzen. Großartig! In gewisser Hinsicht scheint mir das alles zu sein, was man über das Leben wissen muss. 

Vielen Dank für das Interview, lieber Ole, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen: Ole Lucoje, Schriftsteller, Poetryslammer 

Zur Person/über mich: Ole Lucoje (geb. 2000) kommt aus einem Brandenburger Kaff und hat es nach dem Abi zumindest nach Potsdam geschafft. Dort hat er Europäische Medienwissenschaft studiert, besser bekannt als: »Was macht man damit?« – Nie aufhören zu studieren oder Kleinkünstler werden, was zumindest finanziell so ist, als hätte man nie aufgehört zu studieren.

Seither tritt Ole Lucoje als Poetryslammer deutschlandweit auf und hatte 2024 das Glück, Landesmeister von Berlin und Brandenburg zu werden. Kurz darauf stellte er fest, dass man damit aber auch nichts anfangen kann. Deshalb hat er sich 2025 dazu entschieden, nach Berlin zu ziehen und noch einen Master in Filmwissenschaft nachzuschieben, besser bekannt als: »Da kannste ja ebenso gut Schriftsteller werden.«

In der Folge gründete er eine Lesebühne in Neukölln mit, die den Namen Billiger als Kino trägt, und veröffentlicht sein erstes Buch: »Pazifist mit Gewaltfantasien«.

Aktuelles Buch von Ole Lucoje:

Debüt – BB Slam-Gewinner Ole Lucoje mit vielseitigem Textband

„Mit selbstironischen Alltagsgeschichten aus dem WG- und Studentenleben hat sich der junge Autor Ole Lucoje einen Namen in der Poetry-Slam-Szene gemacht. Zwei Jahre nach seinem Triumph bei den Berlin/Brandenburg-Landesmeisterschaften erscheint nun das literarische Debüt des aus Brandenburg stammenden Wahl-Berliners. Sein erster Textband zeigt einen jungen Künstler, der erzählerisch weitaus mehr zu bieten hat, als es seine populärsten Bühnentexte verraten. Neben seinen beliebten humorvoll-chaotischen Alltagsgeschichten schreibt der Student der Filmwissenschaften Short Storys mit starker Bildsprache, die häufig ins Groteske kippen und einen Sinn für Tragik offenbaren, sowie satirisch-essayistische Auseinandersetzungen mit der Überforderung eines jungen Zwangsneurotikers im großstädtischen und studentischen Alltag.“ Pressetext _Verlag Satyr

Foto: Portrait _ Jonas Samson; Cover _ Verlag.

3.3.2026_Interview_Walter Pobaschnig

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„Geduld“ _ Rebekka Moser, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Bregenz 8.3.2026

GIVE PEACE A CHANCE

Geduld

Ist

Vielleicht

Eine

Probe

Ein

Anfang, Aufbruch, Anstoß

Contra

Eskalation, Erniedrigung, Entmenschlichung


Anhören


Contra

Hass, Hetze, Häme

Ansprechen

Nicht

Canceln

Einlenkung, Einsicht, Einigung

Rebekka Moser, 2.3.26

Rebekka Moser, Schriftstellerin

GIVE PEACE A CHANCE

Rebekka Moser, Schriftstellerin

Zur Person/über mich: Mag. Rebekka Moser, 1969 in Bregenz geboren, hat in Innsbruck und Wien Geschichte und Germanistik studiert.
Ab 1996 arbeitet sie als Journalistin im Radio- und Printbereich in Vorarlberg:
„Vorarlberg Online“, Redaktion. „Antenne Vorarlberg“, Moderation. „Vorarlbergerin“,
Redaktion. Seit 2020 ist sie freie Journalistin.


Ihr erster Krimi „Unten“ erscheint 2022 beim Bucher Verlag.


Moser ist verheiratet, hat zwei Kinder und eine multikulturelle Familie.
Seit 2015 ist sie ehrenamtliche Mitarbeiterin der Caritas und betreut Kinder und
Jugendliche mit Migrationshintergrund und Fluchterfahrung.

Aktueller Thriller von Rebekka Moser:

„Am Ufer des Bodensees wird eine Leiche gefunden. Wer hat Ben getötet und eine verstörende Botschaft auf seinem Körper hinterlassen? Kommissar Heinzle ist unter Druck, denn es bleibt nicht bei einem Opfer. Die Hinweise führen in die Vergangenheit. Zu tiefer Schuld und erschütternden Flucht- und Familientragödien. Während das öffentliche Interesse wächst, wird klar: Hier mordet jemand, der glaubt, keine andere Wahl mehr zu haben. Und seine Waffe ist so unscheinbar wie tödlich – Wasser.

Schonungslos und mit einer Prise schwarzem Humor erzählt Rebekka Moser in Tief von brutalen Verbrechen, bei denen das Tatwerkzeug ausgerechnet Wasser ist. Ein brandaktueller, düster-melancholischer Pageturner, der gesellschaftliche Fragen aufwirft, die uns alle beschäftigen.“ (Pressetext _ Verlag)

Rebekka Moser _ TiefThriller
Broschur
13.5 x 20.5 cm
320 Seiten
ISBN 978-3-7408-2849-3
14,00 € [DE] 14,40 € [AT]
Erscheinungsdatum: 19. März 2026

Fotos: Portrait _ privat; Cover _ Verlag; Motiv _ Walter Pobaschnig.

2.3.2026_Interview_Walter Pobaschnig

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„zu einem Gemeinsam zu finden“ Rebekka Moser, Schriftstellerin _ Bregenz 8.3.2026

Liebe Rebekka Moser, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ein Mix aus Schreibtisch und Bewegung. Ich versuche 10.000 Schritte zu machen und viel zu radeln. Auf dem Fahrrad lassen sich seltsamerweise Erzählstränge am besten zusammenführen. Jetzt kann ich auch wieder mehr lesen. Im Endstadium eines Projektes geht das gar nicht.

Rebekka Moser, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Bei der momentanen Weltlage ist nichts wichtiger, als aus unseren Meinungsblasen heraus zu einem Gemeinsam zu finden. Standpunkte neu sortieren und etwas entschlacken, was die Schärfe betrifft. Und in politischen Diskussionen mal durchatmen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Literatur ist für mich persönlich fast immer ein Verarbeiten von gesellschaftlichen Problemen. Entweder schreibe ich gesellschaftskritisch oder ich lese gesellschaftskritisch. Beim Lesen funktioniert das Genre übergreifend, wobei ich Krimis, historische Romane oder Dystopien besonders geeignet finde, um aufzuzeigen, was besser sein könnte.

Was liest Du derzeit?

Patricia Melo, Die Stadt der Anderen

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Wenn er seinen Namen las oder hörte, wusste er bereits, was als Nächstes kam: ehemaliger Obdachloser. Er wäre lieber Schriftsteller genannt worden. Ein Schriftsteller ist jemand, der schreibt. Aber „Obdachloser“ meinte wen? Wer waren diejenigen, die auf den Bürgersteigen herumlagen? Kein Obdach zu haben, konnte kein Attribut sein. War kein Beruf. Und auch keine Tätigkeit. Wenn es für etwas stand, dann nicht für den Menschen, sondern lediglich für eine weitere Tragödie Brasiliens. Patricia Melo „Die Stadt der Anderen“

Vielen Dank für das Interview, liebe Rebekka, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen: Rebekka Moser, Schriftstellerin

Zur Person/über mich: Mag. Rebekka Moser, 1969 in Bregenz geboren, hat in Innsbruck und Wien Geschichte und Germanistik studiert.
Ab 1996 arbeitet sie als Journalistin im Radio- und Printbereich in Vorarlberg:
„Vorarlberg Online“, Redaktion. „Antenne Vorarlberg“, Moderation. „Vorarlbergerin“,
Redaktion. Seit 2020 ist sie freie Journalistin.


Ihr erster Krimi „Unten“ erscheint 2022 beim Bucher Verlag.


Moser ist verheiratet, hat zwei Kinder und eine multikulturelle Familie.
Seit 2015 ist sie ehrenamtliche Mitarbeiterin der Caritas und betreut Kinder und
Jugendliche mit Migrationshintergrund und Fluchterfahrung.

Aktueller Thriller von Rebekka Moser:

„Am Ufer des Bodensees wird eine Leiche gefunden. Wer hat Ben getötet und eine verstörende Botschaft auf seinem Körper hinterlassen? Kommissar Heinzle ist unter Druck, denn es bleibt nicht bei einem Opfer. Die Hinweise führen in die Vergangenheit. Zu tiefer Schuld und erschütternden Flucht- und Familientragödien. Während das öffentliche Interesse wächst, wird klar: Hier mordet jemand, der glaubt, keine andere Wahl mehr zu haben. Und seine Waffe ist so unscheinbar wie tödlich – Wasser.

Schonungslos und mit einer Prise schwarzem Humor erzählt Rebekka Moser in Tief von brutalen Verbrechen, bei denen das Tatwerkzeug ausgerechnet Wasser ist. Ein brandaktueller, düster-melancholischer Pageturner, der gesellschaftliche Fragen aufwirft, die uns alle beschäftigen.“ (Pressetext _ Verlag)

Rebekka Moser _ Tief, Thriller
Broschur
13.5 x 20.5 cm
320 Seiten
ISBN 978-3-7408-2849-3
14,00 € [DE] 14,40 € [AT]
Erscheinungsdatum: 19. März 2026

Fotos: Portrait _ privat; Cover _ Verlag.

2.3.2026_Interview_Walter Pobaschnig

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„Manchmal geht es ganz leicht“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann  _ Text&Performance _ Sascha Wittmann/Joyce Stiernon _ Wien 7.3.2026

Joyce Stiernon, Schauspielerin _Wien   _
 performing „Undine geht“
 _ „Malina“ _

Walter Pobaschnig _ 9/24, folgende
„Malina“ Ingeborg Bachmann. Roman 1971.
„Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961.


100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

MALINA  _ Akrostichon

Text _ Sascha Wittmann, Schriftstellerin _ Wien

Performance  _  Joyce Stiernon, Schauspielerin _Wien  

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Joyce Stiernon, Schauspielerin _Wien   _
 performing „Undine geht“
 _ „Malina“ _

Walter Pobaschnig _ 9/24, folgende

MALINA

Manchmal geht es ganz leicht

Am Anfang die Inspiration

Langsam der Ungeduld weicht

Irritiert sucht man Motivation

Natürlich macht man weiter

Am Ende ist es gut

Sascha Wittmann, 2.2.2026

Joyce Stiernon, Schauspielerin _Wien   _
 performing „Undine geht“
 _ „Malina“ _

Walter Pobaschnig _ 9/24, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

MALINA  _ Akrostichon

Text _ Sascha Wittmann, Schriftstellerin _ Wien

Performance  _  Joyce Stiernon, Schauspielerin _Wien  

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Sascha Wittmann, Schriftstellerin _ Wien
Joyce Stiernon, Schauspielerin _Wien

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Foto: Sascha Wittmann _ privat.

Fotos: Joyce Stiernon, Schauspielerin _Wien   _ performing „Undine geht“ _ „Malina“ _
Walter Pobaschnig _ 9/24.

Walter Pobaschnig   2.2.26

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„Fragen stellen. Und zwar die unbequemen.“ Barbara Oberrauter-Zabransky, Autorin _ Wien 7.3.2026

Liebe Barbara, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich habe gerade ein Buch über KI fertiggestellt, und der Alltag, den ich darin beschreibe, ist auch meiner. Tatsächlich starte ich mit KI in den Tag, und zwar in meiner Mailbox, wo sie dankenswerterweise Spam-Mails für mich aussortiert. Nach dem ersten Kaffee arbeite ich dann weiter Seite an Seite mit großen Sprachmodellen, bereite Workshops vor und halte mich auf dem Laufenden, was das Thema KI betrifft – die Entwicklung will und will einfach nicht stehenbleiben 😊

Barbara Oberrauter-Zabransky, Autorin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Fragen stellen. Und zwar die unbequemen. Nicht: Was kann die KI alles? Sondern: Was wollen wir eigentlich? Wofür brauchen wir Werkzeuge, und wofür brauchen wir Menschen? Ich glaube, wir leben in einem Moment, in dem Technik sehr schnell sehr viel kann – aber die Gesellschaft noch gar nicht entschieden hat, was sie damit anfangen will. Diese Entscheidung sollten wir nicht den Ingenieuren überlassen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Wissenschaft, der Kunst an sich zu?

Wissenschaft erklärt uns, was möglich ist. Kunst fragt, ob wir es wollen. Beides brauchen wir gerade dringender denn je. Denn die Veränderungen durch KI sind nicht nur technischer Natur – sie berühren, wie wir arbeiten, lernen, kommunizieren, uns selbst verstehen. Literatur und Kunst haben die Aufgabe, diese Erfahrung in Sprache und Bild zu übersetzen, bevor die PR-Abteilungen der Tech-Konzerne es tun. Das ist kein kleiner Auftrag.

Was liest Du derzeit?

Neben Fachliteratur zum Thema KI hauptsächlich spezifische Blogs und Publikationen zum Thema KI. Das Thema ist gekommen, um zu bleiben – und als Teil meiner Aufgabe verstehe ich es, aktuelle Entwicklungen einzuordnen und so aufzubereiten, dass ganz normale Nutzerinnen und Nutzer hierzulande auch verstehen, worum es geht. Mein Ansatz dabei ist es, das Rauschen zu durchforsten, auszusortieren und herauszufiltern, was wirklich relevant ist – für ganz normale Menschen, nicht für Ingenieur:innen oder IT-Fachleute.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

In AI Snake Oil nehmen Arvind Narayanan und Sayash Kapoor, zwei Informatiker aus Princeton, sehr präzise auseinander, welche KI-Versprechen funktionieren und welche schlicht Scharlatanerie sind. Sinngemäß schreiben sie, dass das Wort „KI“ inzwischen so vage ist wie das Wort „Fahrzeug“ – man könnte damit ein Fahrrad meinen oder eine Rakete, und die Debatte wird dadurch völlig sinnlos. Ich denke an diesen Satz, wenn ich wieder eine Schlagzeile lese, die behauptet, KI werde entweder die Welt retten oder vernichten. Vielleicht sollten wir zuerst mal fragen: Welche KI? Für wen? Unter welchen Bedingungen? Die unbequemen Fragen sind fast immer die richtigen.

Vielen Dank für das Interview, liebe Barbara, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Buchprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen: Barbara Oberrauter-Zabransky, Autorin

Zur Person/über mich: Barbara Oberrauter-Zabransky bringt KI dahin, wo sie hingehört: mitten ins Leben. Als Journalistin, Trainerin und Gründerin der KI Academy in Wien übersetzt sie Technik in Menschensprache und macht ChatGPT, Midjourney & Co. für alle zugänglich. In ihren Workshops zeigt sie, wie man der KI mit Köpfchen begegnet, statt sich von ihr einschüchtern zu lassen. Ihr Motto: Wer neugierig ist, braucht kein Informatikstudium. Nur einen Laptop – und vielleicht eine Prise Humor. (Pressetext/Verlag)

Buchneuerscheinung von Barbara Oberrauter-Zabransky:

Die KI kann mich mal

Das perfekte Buch für alle, die sich um die Auswirkungen von künstlicher Intelligenz sorgen oder noch nicht wissen, wo sie anfangen sollen. Barbara Oberrauter-Zabransky räumt auf mit KI-Mythen, Technik-Hype und diffusen Ängsten – und erklärt lebensnah und mit journalistischer Neugier, was KI-Tools wie ChatGPT wirklich können, wo ihre Grenzen liegen und wie wir sie sinnvoll nutzen.

Ob im Büro, im Klassenzimmer oder zu Hause: Wer verstehen will, wie künstliche Intelligenz funktioniert und wie sie unseren Alltag bereits verändert, findet hier Orientierung. Statt Schwarz-Weiß-Malerei gibt es fundiertes Wissen, konkrete Beispiele und eine Einladung zum Mitdenken. Ein Wegweiser für alle, die KI nicht den Konzernen oder Maschinen überlassen wollen, sondern selbst gestalten möchten, was kommt. (Pressetext/Verlag)

Barbara Oberrauter-Zabransky _ Die KI kann mich mal_ Kremayr & Scheriau

Paperback, Klappenbroschur mit Farbillustrationen

296 Seiten, Format 13,5 x 21,5

1. Auflage, Kremayr & Scheriau 2026

ISBN: 978-3-218-01497-7

25,00 € inkl. MwSt.

Fotos: portrait-oberrauter-zabransky_barbara__www.biancakuebler.com; Cover _ Verlag.

3.3.2026_Interview_Walter Pobaschnig

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„Meine Stimme finden“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Daniela Flickentanz/Julia Gradl _ Wien 6.3.2026

Julia Gradl, Sängerin, Musikerin, Model  _ Wien _
Thematisch-szenisches Fotoshooting am Originalschauplatz _ Wien _
„Malina“ , Roman, Ingeborg Bachmann (1971) _
Walter Pobaschnig 3/23, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

MALINA _ Akrostichon

Text _ Daniela Flickentanz, Singer-Songwriter, Künstlerin

Performance _ Julia Gradl, Sängerin, Musikerin, Model

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Julia Gradl, Sängerin, Musikerin, Model  _ Wien _
Thematisch-szenisches Fotoshooting am Originalschauplatz _ Wien _
„Malina“ , Roman, Ingeborg Bachmann (1971) _
Walter Pobaschnig 3/23, folgende

MALINA


Meine Stimme finden

Alltägliches beschreiben

Lieben, Lesen, Schreiben, Singen

Innenschau betreiben

Nach Außen meine Wahrheit tragen

Altlasten aufarbeiten und zum Mistplatz tragen


Daniela Flickentanz, 10.2.2026

Julia Gradl, Sängerin, Musikerin, Model  _ Wien _
Thematisch-szenisches Fotoshooting am Originalschauplatz _ Wien _
„Malina“ , Roman, Ingeborg Bachmann (1971) _
Walter Pobaschnig 3/23, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

MALINA _ Akrostichon

Text _ Daniela Flickentanz, Singer-Songwriter, Künstlerin

Performance _ Julia Gradl, Sängerin, Musikerin, Model

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

Daniela Flickentanz, Singer-Songwriter, Künstlerin
Julia Gradl, Sängerin, Musikerin, Model  _ Wien _
Thematisch-szenisches Fotoshooting am Originalschauplatz _ Wien _
„Malina“ , Roman, Ingeborg Bachmann (1971) _
Walter Pobaschnig 3/23.

Daniela Flickentanz https://www.flickentanz.at/

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann.

Foto: Daniela Flickentanz _ Carina Antl

Fotos: Julia Gradl, Sängerin, Musikerin, Model  _ Wien _
Thematisch-szenisches Fotoshooting am Originalschauplatz _ Wien _
„Malina“ , Roman, Ingeborg Bachmann (1971) _
Walter Pobaschnig 3/23.

Walter Pobaschnig   10.2.2026

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„dass die unheilbar kranken Männer keine Macht mehr erhalten“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Daniela Flickentanz, Singer-Songwriter _ Weppersdorf/Bgld. 6.3.2026

Daniela Flickentanz _ Ingeborg Bachmann

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962 _ Heinz Bachmann

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview _ Daniela Flickentanz, Singer-Songwriter, Künstlerin

Liebe Daniela, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Singen, Schreiben und Sprechen sind sehr machtvolle Instrumente. Die eigene Wahrheit auszudrücken kostet sehr viel Mut, Kraft, Einsicht, Ehrlichkeit und Bewusstheit. Es bedeutet in vielen Situationen auch, einer Gefahr ausgesetzt zu sein. Für manche Menschen (meist Männer) ist es eine Provokation, wenn man sich als Frau eigenständig äussert und auch Raum mit der Sprache und Stimme einnimmt. Da war Ingeborg Bachmann bestimmt eine Vorreitern. Sie hat ihrer eigenen Wahrnehmung vertraut und ihre Wahrheit ausgedrückt. Dadurch erscheint ihr Werk ehrlich und eigenständig, was für mich die Kraft darin ausmacht.

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

Ihr Schreiben berührt tief, es ist einfach aber nicht banal und es ist für mich zeitlos. Und das hat eine sanfte Kraft, die sehr viel bewegt hat und auch immer noch bewegt. Und damit den Tod der Autorin überdauert.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

Nein. Jede Veröffentlichung steht für sich.

„die Männer sind unheilbar krank…sie sind es, wussten sie das nicht? Alle…“ Ingeborg Bachmann in einem Interview, 1971 _ wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörerenden wie selbstzerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Ich denke, wir müssen die Errungenschaften der feministischen Bewegung erhalten. Dafür weiterarbeiten und verteidigen, dass alle Frauen auf der Welt in Sicherheit, Freude, Selbstbestimmtheit und Friede leben können. Gemeinschaft und Frauenfreundschaften können hilfreich sein. Und ich stelle mir vor (und wünsche mir), dass diese Gemeinschaft irgendwann so groß und stark ist, dass die unheilbar kranken Männer keine Macht mehr erhalten und daher auch keinen Schaden mehr anrichten können.

In „Malina“, Ingeborg Bachmanns großen und einzigen Roman (1971), stehen Hell und Dunkel der Existenz, die Liebe „es ist immer Krieg“, wie die Traumata eines Landes in Erinnerung von Shoa, Weltkrieg im thematischen Vordergrund. Wie siehst Du ihren literarischen Zugang hier und wie müssen wir heute in Literatur und Existenz mit Geschichte umgehen?

Ihr Zugang hält uns unweigerlich den Spiegel vors Gesicht: Sie behandelt die Unfähigkeit zu nährenden Beziehungen, Krieg, die Suche nach dem Frau sein und den Tod. Dem Unausgeschöpftsein in unserer Emotionalität. NS-Zeit gleichend einem Fiebertraum, bzw. die Krankheit der jeweiligen Abschnitte. So wie zeitweise die aktuellen Nachrichten sich wie ein Fiebertraum anfühlen. „Das darf doch nicht wahr sein.“ Doch. Ist es leider. Die Welt ist immer noch krank und es ist unsere Aufgabe, sie zu heilen und eine andere Richtung einzuschlagen.

Wir müssen schreiben, um die Wahrheit zu erhalten und auszudrücken. Die aktuellsten Methoden der Propaganda bzw. Zensur finden ja auch viel im digitalen Raum statt.

Eine Freundin sagte letztens „die KI kann dann ja später auch die Geschichte verändern. Was ist, wenn es dann auf einmal keinen zweiten Weltkrieg mehr gab. Und alles in Vergessenheit geraten ist.“ Deswegen müssen wir schreiben. Auf Papier, in Bücher. In Briefe. Und wir müssen lesen, was geschrieben wurde.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Ein gemeinsamer Tag am Weissensee in den stillen, heissen Tagen im August. Den würde ich gerne mit ihr verbringen. Gemeinsam am Steg sitzen und aufs Wasser schauen, gemeinsam reflektieren. Ich würde gerne etwas entstehen lassen und gemeinsam einen Tag erleben.

Ich würde Ingeborg Bachmann einfach gerne DANKE sagen. Dass sie ein Vorbild ist. Eine Frau, die sich in einer patriarchal geprägten Welt geäussert hat und so viel bewegt hat mit ihrer Stimme. Ich würde viel zuhören und schauen, was von ihr kommt. Und würde wohl auch fragen, wie sie es geschafft hat, ihre eigene Stimme so zu kultivieren und aus sich herauszubringen.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Am 08.03.2026 erscheint eine neue Single. Es geht darum, der eigenen Wahrnehmung zu vertrauen und das Lied ist eine Befreiung von Autoritäten, sowie toxischen und ungesunden Mustern. Mehr dazu gibt es bald.

Derzeit spiele ich so oft es geht live, damit immer mehr Menschen Flickentanz kennenlernen und Freude an meiner Musik haben können und ich mir meine Fanbase weiter erarbeiten kann. Ich spiele sowohl herkömmliche Konzerte, als auch auch in Pflegezentren und bei den Wiener Linien U-Bahn-Stars. Des Weiteren habe ich ein Special mit dem Speaker Markus Warscher, wo wir das Tabu rund um psychische Erkrankungen aufbrechen. Es sind mittlerweile 100 Auftritte die ich im Jahr spiele, ich manage und promote mich selbst. Daher gehe ich auch das Thema körperliche Fitness und mentale Balance intensiv an, um weiterhin gesund mein 15-30kg schweres Tourgepäck transportieren zu können und in meiner Kraft zu bleiben. Meine Reisen bewältige ich ja alle öffentlich und die Branche ist nicht einfach.

Ich wünsche mir, dass es so weiter geht und die Radio-Einsätze meiner Lieder sich vermehren, damit mehr Menschen Zugang zu meiner Musik finden können. Außerdem sind Radioeinsätze in den Radios neben live spielen noch eine der wenigen Möglichkeiten, mit Musik machen Geld zu verdienen.

Und für meine Malerei möchte ich mir 2026 auch wieder mehr Zeit nehmen an den spielfreien Tagen.

Darf ich abschließend zu einem persönlichen Bachmann Zitat/Text bitten?

Auch auf die Gefahr hin, dass es abgedroschen ist: „Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar.“

Denn erst, wenn wir die Wahrheit anerkennen, wissen wir, was zu tun ist.

Herzlichen Dank für das Interview!

Daniela Flickentanz, Singer-Songwriter, Künstlerin

Daniela Flickentanz https://www.flickentanz.at/

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann.

Foto: Daniela Flickentanz _ Carina Antl

Walter Pobaschnig   10.2.2026

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„Die Protagonisten meiner Romane finden mich, nicht ich sie“ _ Buchneuerscheinung _ Die Gärtnerin von Venedig, Jana Revedin _ Braumüller Verlag

Buchneuerscheinung: Die Gärtnerin von Venedig, Jana Revedin. Roman. Braumüller Verlag, 2026.

Eri tauscht den Bergbauernhof gegen die schillernde Lagunenstadt Venedig – und gerät schnell in ein Netz aus Misstrauen, Rivalität und gut gehüteten Geheimnissen. Doch statt sich einschüchtern zu lassen, findet sie unerwartete Verbündete, wächst über sich hinaus und entdeckt Schritt für Schritt ihre wahre Berufung.
Ein atmosphärischer Entwicklungsroman über Mut, Herkunft und die leise, aber kraftvolle Kunst des Neuanfangs – voller Intrigen, Hoffnung und venezianischem Zauber.

Jana Revedin, Schriftstellerin, Architektin _
Empfang Ungargasse/Wien _
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann _ 10/23

Im Interview: Jana Revedin

Liebe Jana, Dein aktueller Roman spielt in Venedig, wo Du, neben Deinem geliebten Hof in Wernberg in Kärnten, auch lebst. Wie gestaltet sich ein Schreiben über einen Lebensort? Fällt das schwerer oder leichter als an einem fiktiven Ort?

Ich habe noch nie über einen fiktiven Ort geschrieben, genauso wenig wie über fiktive Charaktere. Die Protagonisten meiner Romane finden mich, nicht ich sie, und dann machen sie mit mir, was sie wollen.

Seit „Jeder hier nennt mich Frau Bauhaus“, meinem Debutroman, der mich nach Berlin und Dessau, in die zweite Heimat meiner hugenottischen Familie zog – wir wurden vor Jahrhunderten aus Frankreich vertrieben – führten mich die folgenden Hauptfiguren in ihre Heimaten: Paris, Buenos Aires, New York, Konstanz, Venedig. Es fiel mir immer leicht, weil ich an jenen Orten meine Jugend und meine Ausbildungsjahre verbracht habe, Goethe spräche von „Entwicklungsorten“. Eine gewisse Magie liegt über jenen Schauplätzen, sie haben sich in Jahrzehnten kaum verändert und wir gehen meinen Protagonisten immer auf lebendigen Bühnen nach!

Venedig hat mich seit vierzig Jahren, seit ich bei Aldo Rossi in seinem Mailänder Büro und an seinem Lehrstuhl an der Universität Venedig meinen Platz fand, als Wahlheimat aufgenommen. Ich konnte das Venedig der 1920er Jahre in „Margherita“ beschreiben, und das war eine pure Freude, hat sich doch die Stadt und ihre pulsierenden Kunst- und Lebens-Zentren seither – dank des UNESCO Weltkulturerbe-Ensembleschutzes – nicht gewandelt. Meine Leser spazieren mit dem Buch in der Hand direkt auf Margheritas Spuren… In den vergangenen Jahrzehnten veränderte sich die gesellschaftliche und soziale Mischung der Stadt jedoch enorm. Und genau das hat mich gereizt: das Venedig von heute, das keineswegs ein untergehender oder ausgestorbener Ort ist, auf den Spuren der jungen Gärtnerin Eri, die von weither kommt, zu entdecken.

Wie entwickelte sich der Schreibprozess in dieser sich wandelnden Zeit- und Gesellschaftssituation – was waren besondere Herausforderungen? Gab es Überraschungen, Fügungen?

Die Geschichte der Eri ist eine wahre Geschichte, ihr Großtante hat sie mir erzählt. Wie diese mich entdeckte? Eine Fügung, ja! Sie las „Der Frühling ist in den Bäumen“, meinen letzten Roman, die unglaubliche Geschichte meiner Mutter, die sie mir am letzten Tag ihres Lebens aufgetragen hat. Ich brauchte gute zehn Jahre, um diese brutale Begebenheit, die stark an die aktuelle Geschichte der Giselle Pelicot erinnert, zu Papier zu bringen. Doch meine Mutter hatte von mir gefordert: „Schreib das eines Tages auf, Kind. Für Frauen, die ähnliches erleiden und die sich doch wehren können.“ Eri Jung, die Großtante unserer Protagonistin, eröffnete mir in unserer Korrespondenz, dass sie die allererste Sekretärin meiner Mutter gewesen sei, „…nach jenem unsäglichen Skandal und ihrem Mut, ihren Mann anzuzeigen und sich scheiden zu lassen. Im Jahr 1953!“ Ihre eigene Bewerbung bei meiner Mutter, erzählte sie mir, habe in den frühen Fünfzigerjahren in Venedig stattgefunden und sie müsse mir so viele Geschichten dazu erzählen, die bis in die Gegenwart reichen. Ich hörte natürlich zu. Und da jene Tante Eri bis zum heutigen Tag regelmäßig Venedig besucht, konnte ich ihre Eindrücke und Erfahrungen mit meinen mischen.

Sie erinnerte sich an Dich, als kleines Mädchen?

Natürlich! Sie erzählte mir, wie oft ich mit meiner Mutter, Philosophin und Journalistin, die in den frühen Fünfzigerjahren einen Verlag gegründet und die erste emanzipierte Frauenzeitschrift Deutschlands herausgegeben hatte, in den Verlag kam – das letzte Kind, zuhause alleingelassen und unterfordert. Ich bat, mich an Eris Schreibtisch setzen zu dürfen, und um weiße Blätter. Ich muss tagaus tagein gesagt haben: „Ich spiele Schreiben.“

Im Roman sucht ihre Großnichte, die junge Gärtnerin Eri, ihren Lebens- und Berufsweg zwischen gesellschaftlichen Herausforderungen, beruflichen Widerständen und weiblicher Solidarität. Welche Inspirationen führten zu dieser so mutigen Frauenfigur?

Das wahre Leben. Ich bin in meiner Lehre und Forschung von jungen beharrlichen, selbstkritischen und doch humorvollen Eris umgeben! Sie setzen, wie Hilde Domin so schön sagte, tagtäglich ihren Fuß in die Luft. Und sie trägt! Mein Lebensgeschenk, das literarische Schreiben, und die Rückmeldungen meiner Leserinnen und Leser bestätigen mir ebenso, dass Bewusstsein und Selbstbewusstsein nur durch Wagnis entstehen, durch Neugier, durch Wachsenwollen und nicht durch in behaglicher Wiederholung erstarren. Auch wenn wir Frauen in den ersten Emanzipationswellen der 1920er und der 1960er Jahre viel mutiger und motivierter waren, sind wir doch weit gekommen. Gleichbezahlung, Gleichbewertung, das Durchbrechen gläserner Decken steht jetzt an, und das aktive Engagement für Frauen in patriarchalen Gesellschaften, deren Rechte mit Füßen getreten werden.

In ihrer neuen Heimat Venedig findet die junge Eri auch die Liebe, die begeistert, stärkt, trägt. „Es ist immer Wahnsinn in der Liebe aber auch immer etwas Vernunft im Wahnsinn“, sagte der Philosoph Nietzsche, wie siehst Du dieses Zitat im Zusammenhang von Eri und Todd?

Einverstanden, Herr Nietzsche! Doch auch Heinrich Tessenow hat recht, wenn er zu jeder Art der Gestaltung und Kreativität sagt: „Das Einfache ist nicht immer das Beste, doch das Beste ist immer einfach.“ Ist eine beginnende Liebesgeschichte, Nietzsches Wahnsinn des gewagten Unbekannten, nicht der Mut, alte Einsamkeiten und Verletzungen abzulegen und eine neue, gemeinsame Wirklichkeit zu entwerfen? Eri und Todd wagen diesen Neuanfang, und, zu ihrer eigenen Überraschung, ist er einfach und leicht.

Was braucht es, um Lebensträume zu verwirklichen und daran festzuhalten?

Liebe. Demut. Und Dankbarkeit.

Herzlichen Dank für das Interview!

Zur Autorin: Jana Revedin ist Architektin, Architekturtheoretikerin und Schriftstellerin. Mit der Veröffentlichung ihres Debutromans Jeder hier nennt mich Frau Bauhaus (Dumont 2018), der ein literarisches Ereignis und Spiegel- und La Repubblica-Bestseller war, hat die Architekturprofessorin und Bauhaus-Expertin die Schriftstellerei zu ihrem Lebensauftrag gemacht. Es folgten drei weitere Romane zu großen Protagonistinnen in Architektur, Kunst und Kultur, die die Geschichte ausgelöscht hat: Margherita (Aufbau 2020, Spiegel-Bestseller), Flucht nach Patagonien (Aufbau 2021) und Der Frühling ist in den Bäumen (Aufbau 2023, Presse-Bestseller). In Die Gärtnerin von Venedig erzählt Jana Revedin, die in Wernberg und Venedig lebt, eine wahre Geschichte aus ihrer geliebten Wahlheimat. (Pressetext _ Braumüller Verlag)

Kommende Buchpräsentationen/Lesung:

Buchpräsentationen:

Donnerstag, 12. März 2026
19:00 Uhr

Veranstalter: Thalia Mariahilf

Mariahilfer Strasse 99
1060 Wien

Freitag, 13. März 2026
19:00 Uhr

Veranstalter: Buchhandlung Heyn

Kramergasse 2
9020 Klagenfurt

Donnerstag, 23. April 2026
19:00 Uhr

Veranstalter: Buchhandlung Brunner

Rathausstraße 2
6900 Bregenz

Lesung

Samstag, 21. März 2026
18:00 Uhr

Veranstalter: Kloster Wernberg

Klosterweg 2
9241 Wernberg

Foto: Jana Revedin _ Walter Pobaschnig

Buchcover _ Verlag.

Walter Pobaschnig 3/26

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„die nötige Radikalität im Postulieren von Freiheit“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Maria Lehner, Schriftstellerin_Wien 5.3.2026

Ingeborg Bachmann – Maria Lehner
Ingeborg Bachmann, Rom 1962 _ Heinz Bachmann

100. Geburtstag Ingeborg Bachmann –

im Interview_ Maria Lehner, Schriftstellerin_Wien

Liebe Maria, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns?

Mein persönlicher Zugang kommt zunächst über ihre Lyrik. In den Frankfurter Vorlesungen stellt sie literarisches Schaffen nicht als Last dar, sondern als Akt der Befreiung: „Das Gedicht ist eine Entfesselung.“ Von dort aus habe ich Schreibakte insgesamt als Befreiungsakte verstanden – Befreiung von etwas und zugleich Befreiung für etwas. Die Erkenntnis, dass Sprache gleichzeitig verletzlich und kraftvoll sein kann, wirkt dabei wie ein Tor, durch das man hindurchmuss.

Was macht das Besondere ihres Schreibens aus?

Zum einen die Verbindung von poetischer Intensität und radikaler Sprachkritik, zum anderen eine Art kritischer Wachsamkeit: Sie misstraut der scheinbar selbstverständlichen Oberfläche alltäglicher Sprache. Schaut man genauer hin, entdeckt man dahinter Gewalt und Ideologie. Insofern sind ihre Texte politisch hellhörig und philosophisch tief. Und als ein Kind meiner Zeit, der 68er, beeindruckt mich, wie stark bei ihr das Private und das Politische ineinandergreifen: Verletzlichkeit als Erkenntnisform. Hinter Sprache schauen, ihre Magie auch entzaubern, wach und offen bleiben — das macht ihr Schreiben für mich einzigartig.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

Ein Beispiel aus jeder Gattung würde ich gerne bringen: Die zuvor genannten Besonderheiten zeigen sich für mich am stärksten in Malina als experimentellem Roman und in den hybriden Prosaformen der Todesarten‑Texte. In den Erzählungen aus Das dreißigste Jahr beeindruckt mich ihre analytische Schärfe, in den Gedichten (etwa Anrufung des großen Bären) ihre Musikalität und poetische Verdichtung. Und an den Frankfurter Vorlesungen schätze ich die poetologischen, essayistischen Reflexionen über Sprache, Wahrheit und Verantwortung.

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden patriarchalen Welt heute?

Mir scheint diese Kritik bedrückend aktuell: Mechanismen psychischer und struktureller Gewalt, die wir heute unter Begriffen wie toxische Männlichkeit oder Femizid diskutieren, sind in Sprache eingeschrieben – sowohl präskriptiv (Sprache, die Gewalt hervorbringt) als auch deskriptiv (Gewalt, die durch ihr Erzählen sichtbar und wirksam wird). Autoritäre Muster in Beziehungen bestehen fort. Bachmanns Texte sind deshalb nicht nur historische Dokumente, sondern ein beunruhigend präziser Spiegel unserer Gegenwart.

Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Bachmanns. „Die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971). Wie lieben wir nach/mit Bachmann?

Nach oder mit Bachmann zu lieben bedeutet wohl, Macht zu verlernen – also zunächst auf sie zu verzichten –, Verletzlichkeit zuzulassen und eine Sprache ohne Brachialgewalt zu finden. Liebe wird dort scheitern und in Sprachlosigkeit münden, wo Rollen und Dominanz im Vordergrund stehen. Wenn man Machtstrukturen analysiert und Liebe als einen Ort der Wahrheit begreift, bleibt nichts anderes, als auch die eigene Schutzlosigkeit zu akzeptieren. Und dann eine neue Sprache zu finden – eine der Gleichheit und Wahrhaftigkeit.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas Verdammtes daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton-Wildgans-Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, ist Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Zunächst klingt das nach romantischem Künstlerleid, nach Märtyrertum und Selbstgeißelung. Auf den zweiten Blick aber wird die existentielle Spannung sichtbar, der Wahrheit verpflichtet zu sein: Ja, es verlangt eine radikale Haltung, die Welt schonungslos anzusehen — und das kann einen von manchen Menschen entfernen. Doch das ist weniger ein Martyrium als eine mutige Entscheidung für eine kompromisslose Form der Wahrhaftigkeit. Zugleich öffnet sich ein Ort der Rettung, ein Stück Freiheit, die Möglichkeit jener „anderen Sprache“.

Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?

Viel bedeutet mir ihre Musikalität, ihre poetische Bildkraft und ihre philosophische Tiefe. Ihre Texte arbeiten mit Traumlogik, mit dem Unbewussten. Insofern verbindet sie Innenwelt und Weltgeschichte auf einzigartige Weise und macht Vulnerabilität zu einer Form des Wissens.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Als Literatin meiner Generation hätte ich Bachmann gesagt, dass sie mir Mut gemacht hat, nach jener hier mehrfach erwähnten eigenen, wahrhaftigen Sprache zu suchen. Ich würde wissen wollen, wie sie die heutige Sprachlandschaft sähe, wie sie über Liebe schreiben würde. Und: ob ihr die Utopie einer „anderen Sprache“ heute näher oder ferner läge. Vielleicht aber hätte ich ihr einfach gedankt — für die Hinweise auf die nötige Radikalität, das Wahrnehmen der Dünnhäutigkeit und das Postulieren jener Freiheit, die sie in die Literatur gebracht hat.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Seit einiger Zeit hält mich die Recherche für und die Arbeit an einem polyphonen Roman gefangen. Das Kernthema „transgenerationale Traumata“ — mit regionalem Fokus auf eine kleinräumige österreichische Landschaft — verbindet Individualschicksale mit kollektiver Erinnerungskultur. Die Zeitspanne zwischen 1950 und 1970 markiert das Aufeinandertreffen von Nachkriegsstille und gesellschaftlichem Aufbruch. In diesem Spannungsfeld interessiert mich, wie Verschweigen und Anderssein Räume prägen, die es gibt oder nicht gibt — auch im Sinne jener von Bachmann beschriebenen Zonen des Unsagbaren. Wo und wie entsteht Identität zwischen Erinnerung, Zuschreibung und dem, was unausgesprochen bleibt?

Darf ich abschließend um ein Bachmann-Zitat bitten?

„Im Widerspiel des Unmöglichen mit dem Möglichen erweitern wir unsere Möglichkeiten.“

(Quelle: Rede anlässlich der Verleihung des Hörspielpreises der Kriegsblinden für Der gute Gott von Manhattan, 17. März 1959, Bundeshaus Bonn. Die Rede ist heute meist unter dem Titel „Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar“ bekannt.)

Herzlichen Dank für das Interview!

Maria Lehner, Schriftstellerin _ Wien

Maria Lehner, Schriftstellerin_Wien

https://www.marialehnergemischtersatz.at/

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann.

Foto: Maria Lehner _ privat.

Walter Pobaschnig   15.2.2026

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