„der Feminismus sollte sich nicht die Härte der patriarchalen Welt aneignen“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Celine Lassalle, Verlegerin _ Berlin 31.10.2026

Ingeborg Bachmann _ Céline Lassalle

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

im Interview _  Céline Lassalle, Verlegerin _ Berlin

Liebe Céline, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Ich kam mit ihr über ihr Romanprojekt Todesarten in Berührung. Das Thema der kollektiven Traumata der Nachkriegsgesellschaft, das wohl lange nicht versiegt ist und für mich als studierte Anthropologin Anknüpfungspunkte bereithält.

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Es gibt noch sehr viele Überbleibsel und diese werden spürbar, der Feminismus sollte sich diese Härte nicht aneignen.

Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?

Gerade bezogen auf Liebe denke ich bei aller Theorie manchmal: Liebe ist Liebe, Texte sind Texte. Wenn Männer krank sind, sollte man auch nicht mit ihnen Liebe haben oder sie versuchen zu heilen.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Es sollte ganz sicher keine Nabelschau bleiben, sondern darüber hinaus gehen.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Vielleicht würde es Dir gut tun, dir selbst Grenzen zu dir und den anderen zu setzen.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Ich muss heute noch den Klappentext zum Buch „Magnus an der Wahlurne“  schreiben.

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar.

Herzlichen Dank für das Interview!

Céline Lassalle, Verlegerin 

Zur Person _ Céline Lassalle, Verlegerin 

Verlagswebsite_ Vakantverlag

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Céline Lassalle _ privat

Walter Pobaschnig, 16.8.2026

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„möchte“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Petrus Akkordeon/Ina Solea _ Berlin/Wien 30.10.2026

Ina Soléa, Schauspielerin, Model _ Wien _
performing Malina _ Originalschauplatz Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig 1/22 f.

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance _ Originalschauplatz „Malina“_ Wien

MALINA_ UNDINE GEHT _ INGEBORG _ Akrosticha

Text _ Petrus Akkordeon, Künstler, Schriftsteller _ Berlin

Performance _ Ina Soléa, Schauspielerin, Model _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

MALINA_ UNDINE GEHT _ INGEBORG

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Petrus Akkordeon, 3.10.2026

Ina Soléa, Schauspielerin, Model _ Wien _
performing Malina _ Originalschauplatz Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig 1/22 f.

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance _ Originalschauplatz „Malina“_ Wien

MALINA_ UNDINE GEHT _ INGEBORG _ Akrosticha

Text _ Petrus Akkordeon, Künstler, Schriftsteller _ Berlin

Performance _ Ina Soléa, Schauspielerin, Model _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

Petrus Akkordeon, Künstler, Schriftsteller

Zur Person: Pètrus Akkordéon – Wikipedia 4.10.2026

Ina Soléa, Schauspielerin, Model

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Petrus Akkordeon _ privat

Fotos: Ina Soléa, Schauspielerin, Model _ Wien _
performing Malina _ Originalschauplatz Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Walter Pobaschnig 1/22

Walter Pobaschnig, 3.10.2026

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„hunger und poesie kommen tief aus einem heraus. beides treibt einen an“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Petrus Akkordeon, Künstler _ Berlin 30.10.2026

Ingeborg Bachmann _ Petrus Akkordeon

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview _ Petrus Akkordeon, Künstler, Schriftsteller _ Berlin

Lieber Petrus, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

rasenmähen. es begann damals mit meiner tätigkeit als gärtner. und in den pausen habe ich den bachmannpreis im tv verfolgt. meine chefin hatte das toleriert. dann wieder rasenmähen. inzwischen mähe ich keine wiesen mehr.

oder nein, es war die anrufung des bären. der bär. diesen satz, nur diese drei worte, hatte ich als kind gehört. ich wußte nicht woher ich ihn hatte. er ging mir durch den kopf. ich lief herum und wollte den bären anrufen. ich wußte nicht welchen. ich wußte auch nichts von den sternen. oder ob der bär ein gott wäre. ich wußte nicht einmal dass es aus einem gedicht war. wer ingeborg bachmann war.

irgendwann wurde ich neugierig und begann zu lesen. uns es gefiel mir.

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

das es klug ist

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

Eigentlich nicht. Am ende geht es doch bei einem werk doch auch immer um alle werke. Und manchmal auch um das leben dahinter.

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

wahrscheinlich sind wir alle verloren.

Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?

man sollte sie abschaffen. nicht nur die männer. aber die sind wirklich albern. und leider nicht nur die. ich hoffe die geschlechter lösen sich endlich auf. es ist so ein blödsinn zu glauben es gäbe so etwas wie männer oder frauen. ein bis ins kleinste lächerlicher trugschluss zu glauben, dass irgendwas uns von uns unterscheidet. aber das ist keine unheilbare krankheit. es ist nur vorübergehend unbedacht. und alles wird durch die liebe überwunden.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

ich meine nein. aber es kann existentiell weh tun. aber es unterscheidet sich nicht ein gedicht zu schreiben oder ein brot zu backen. wenn man ein dichtender mensch oder backend ist. bei einem von beiden tätigkeiten sollt man kein rezept verwenden. natürlich steigert das risiko des scheiterns das risko des leids daran.

hunger und poesie kommen tief aus einem heraus. beides treibt einen an.

Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?

mir gefiel auch immer die bildhaftigkeit ihrer sprache. etwas was ich als bildender künstler schätze. ja, auch die tiere. die tiere in ihren gedichten.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

nichts. ich mache selten gute erfahrungen mit fragen. die antworten gefallen mir meist nicht. einen kaffee hätte ich gerne mit ihr getrunken. beobachtet wie sie ihn trinkt.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

ich schreibe und illustriere an mehreren büchern. zur zeit schreibe ich an texten die am besten nur von pflanzen verstanden werden sollen und an einem lexikon neuartiger gefühle.

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

großer bär

komm herab zottige nacht

wolkenpelztier mit den alten augen

…

mir scheint inzwischen, ich kenne diesen bären. eventuell hätte ich sie dazu befragt. beim kaffee.

Herzlichen Dank für das Interview!

Petrus Akkordeon, Künstler, Schriftsteller

Zur Person: Pètrus Akkordéon – Wikipedia 4.10.2026

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Petrus Akkordeon _ privat

Walter Pobaschnig, 3.10.2026

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„Gefroren – Glühendes“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text&Performance _  Ruth Loosli/Naoko Muneoka _ Wien 29.10.2026

Naoko Muneoka, Künstlerin  Wien   _
 performing „Undine geht“
 _
Walter Pobaschnig _ 7/24, folgende _
„Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961.

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

INGEBORG _ Akrostichon

Text _ Ruth Loosli, Schriftstellerin

Performance  _  Naoko Muneoka, Künstlerin

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Naoko Muneoka, Künstlerin  Wien   _
 performing „Undine geht“
 _
Walter Pobaschnig _ 7/24, folgende _
„Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961.

INGEBORG

INN

NOCH

GEFROREN

ENTLANG

BREITER

Orte

RITZEN

GLÜHENDES


Ruth Loosli, 8.2.2026

Naoko Muneoka, Künstlerin  Wien   _
 performing „Undine geht“
 _
Walter Pobaschnig _ 7/24, folgende _
„Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961.

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

INGEBORG _ Akrostichon

Text _ Ruth Loosli, Schriftstellerin

Performance  _  Naoko Muneoka, Künstlerin

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Ingeborg Bachmann ist 1946 in Wien angekommen und lebte hier bis 1953. In dieser Lebensphase kommt es zu wesentlichen Begegnungen, Inspirationen ihrer Texte. Ebenso ist es die Zeit erster Anerkennung als Schriftstellerin. Mit Wien bleibt die später in Rom lebende Schriftstellerin zeitlebens verbunden. Ihr einziger Roman Malina spielt in Wien, ebenso nehmen viele Gedichte darauf Bezug.

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ruth Loosli, Schriftstellerin
Naoko Muneoka, Künstlerin

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Foto: Portrait Ruth Loosli _ Ayse Yavas

Fotos: Naoko Muneoka, Künstlerin  Wien   _ performing „Undine geht“ _ Walter Pobaschnig _ Donau/Wien _ 7/24

Walter Pobaschnig   8.2.26

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„Sie sind die erste Autorin, die versucht, die Jury zu hypnotisieren“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Brigitte Schär, Schriftstellerin _ Zürich 29.10.2026

50 Jahre Bachmannpreis _ 

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt 

Im Interview _ Brigitte Schär, Schriftstellerin _ Zürich

Bachmannpreisnominierte 2021

Liebe Brigitte Schär, Du hast am Bachmannpreis in Klagenfurt, dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum, teilgenommen. Was sind spontan Deine ersten Erinnerungen?

Ich war 2001 eingeladen. Ein Vierteljahrhundert ist das inzwischen her. Heute, zum 50-Jahr Jubiläum, wird mir bewusst, dass ich genau in der Mitte dieser fünfzig Jahre dabei war.

Thomas Widmer hatte mich eingeladen, Elisabeth Bronfen war die zweite Schweizer Jurorin. Schon auf dem Flug nach Klagenfurt sagte sie mir, wie begeistert sie von meiner Geschichte war. Das war ein schöner Auftakt. In meinem Text spielte eine tote Frau eine wichtige Rolle. Das passte gut zu einem ihrer großen Themen in Kunst und Literatur. Dann kam ihr Koffer nicht an. 

Aus der Schweiz war neben mir auch Philippe Tingler eingeladen.

Ich hatte eine neue Geschichte dabei, eine Parabel über das Schreiben. Mein Hanser-Lektor Wolfgang Matz saß im Publikum. Die Jurydiskussion verlief überwiegend positiv. Mehrere Juror:innen setzten sich engagiert für den Text ein, zwei lehnten ihn deutlich ab. Denis

Scheck sagte: «Sie sind die erste Autorin, die versucht, die Jury zu hypnotisieren.» Andere Juror:innen hoben die Suggestivkraft des Textes hervor.

Der Wettbewerb kam mir damals vor wie ein Länderspiel. Im Hintergrund wurden Allianzen geschmiedet. Ich selbst hielt mich aus all dem heraus und zog mich bis zur Preisverleihung

eher zurück. Im Ausstich um den 3sat-Preis verlor ich knapp. Schade. Ein Preis hätte damals wohl manches verändert.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Die Aufmerksamkeit. Schon Wochen vor Beginn berichten Zeitungen über die eingeladenen Autorinnen und Autoren. Die Lesungen und Jurydiskussionen werden live übertragen und anschließend in den Feuilletons besprochen. Schulklassen sitzen im Deutschunterricht vor den Screens. Für ein paar Tage wird Literatur zum öffentlichen Ereignis. Das ist etwas Besonderes.

Wie hast Du Deine Lesung, die Jurydiskussion und die Preisverleihung erlebt?

Die Lesung war für mich wichtig. Mein kunstvoll gebauter Text war nicht einfach vorzutragen, und ich hatte mich intensiv darauf vorbereitet. Die anschließende Jurydiskussion empfand ich als eher schwierig. Ich hatte gerade einen Text gelesen, der höchste Konzentration verlangte. Wenige Minuten später kam ich mir vor wie in einem Tribunal, und der Text wurde öffentlich seziert. Diesen unmittelbaren Rollenwechsel empfand ich als sehr anspruchsvoll. Am Ende wurde mir das Wort erteilt. Was hätte ich sagen sollen? Der Text hatte für sich gesprochen. 

Das Besondere an der Preisverleihung war, dass plötzlich mein Name ins Spiel kam. Und natürlich, dass ich den 3sat-Preis im Ausstich nur knapp verpasste.

Wie hat sich der Bachmannpreis auf Deinen weiteren literarischen und künstlerischen Weg ausgewirkt?

Weniger, als ich damals gehofft hatte. Ein Preis hätte sicher zusätzliche Türen geöffnet. Trotzdem möchte ich die Teilnahme nicht missen. Sie gehört zu meiner literarischen Biografie. Seither sind viele weitere Bücher erschienen, und ich durfte mit meinen Literatur-Performances in vielen Ländern weltweit auftreten.

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

Wie immer: Gute Texte. Publikumswirksame Lesungen. Gute Jurymitglieder. Ein literaturaffines, lesefreudiges Publikum. Und die Offenheit für ganz unterschiedliche literarische Stimmen.

Was möchtest Du den aktuellen Teilnehmern, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zu 50 Jahren Bachmannpreis. Und Ingeborg Bachmann zum 100. Geburtstag.

Den Teilnehmenden wünsche ich Gelassenheit. Der Zufall spielt mit. Man kann nur das Beste geben und dem eigenen Text vertrauen. Der Jury wünsche ich Neugier und Offenheit. Dem Publikum die Freude an literarischen Entdeckungen. Und dem Bachmannpreis wünsche ich, dass er auch in Zukunft überraschenden und eigenwilligen Stimmen Raum gibt.

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Brigitte Schär, Schriftstellerin

Zur Person: Brigitte Schär lebt in Zürich und schreibt für Erwachsene und Kinder. Ihr literarisches Debüt gab sie mit 30 Jahren. Seitdem ist sie als freischaffende Schriftstellerin und Performerin tätig. Für ihr literarisches Werk erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen. Ihre Bücher wurden in viele Sprachen übersetzt. Neben ihrer schriftstellerischen Arbeit entwickelt und präsentiert sie eigene Literaturperformances. Mit Konzertlesungen und literarischen Bühnenprogrammen war sie auf fünf Kontinenten unterwegs. 2001 nahm sie am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt teil.

Website der Autorin: Brigitte Schär | homepage

Großes Publikumsinteresse bei den Lesungen _
Jubiläumsbachmannpreis 2026

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ulrike Fink, Gattin von Humbert Fink, bei der Eröffnung zum 50.Bachmannpreis/ORF Kärnten
Heinz Bachmann (Bruder von Ingeborg Bachmann) mit Gattin Sheela und dem langjährigen Bachmannpreisorganisator Horst L-Ebner (ORF Kärnten) bei der Eröffnung zum 50.Bachmannpreis/ORF Kärnten _ 24.6.2026

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Klagenfurt/Wörthersee

Foto: Brigitte Schär _ privat.

Alle Fotos: Bachmannpreis_Klagenfurt/Wörthersee _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 29.6.26

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„Uferlos ist der ewige Fluss“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Hubert Maria Moran/Sylvia Caba _ Wien 28.10.2026

Sylvia Caba, Künstlerin _ Wien _ performing Undine geht _
Undine geht, Erzählung, Ingeborg Bachmann, 1961 _
Walter Pobaschnig 10/23, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

UNDINE GEHT_ Akrostichon

Text _  Hubert Maria Moran, Schriftsteller, Künstler

Performance _ Sylvia Caba, Künstlerin

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Sylvia Caba, Künstlerin _ Wien _ performing Undine geht _
Undine geht, Erzählung, Ingeborg Bachmann, 1961 _
Walter Pobaschnig 10/23, folgende

UNDINE GEHT

UFERLOS IST DER EWIGE FLUSS

NÄCHTLICHE FEUERMANEN

DURCHWANDERTE RÄUME

IM WASSER KEINE TÖNE

NICHTS IN DEN NETZEN

ES TÜRMEN DIE FISCHE

GEGENÜBER WÄCHST DIE LIEBE

ERTRAGENDE GEGENSÄTZE

HERZEN SCHWEIGEN

TOTER HIMMEL

Hubert Maria Moran, 23.2.26

Sylvia Caba, Künstlerin _ Wien _ performing Undine geht _
Undine geht, Erzählung, Ingeborg Bachmann, 1961 _
Walter Pobaschnig 10/23, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

UNDINE GEHT_ Akrostichon

Text _  Hubert Maria Moran, Schriftsteller, Künstler

Performance _ Sylvia Caba, Künstlerin

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Undine geht, Erzählung, Ingeborg Bachmann, 1961.

„Undine geht“ ist einer der zentralen Texte in Ingeborg Bachmanns Werk. Dieser erschien im ersten Prosaband „Das dreißigste Jahr“ und nimmt das Motiv des Undine Mythos _ Liebe, weibliche Menschwerdung, Verrat und Rache – auf und transformiert dies in die Struktur gegenwärtiger patriarchal geprägter Gesellschaftsverhältnisse in Macht und Zerstörung. „Undine geht“ ist einer der meist rezipierten Texte Bachmanns und erfährt zahlreiche künstlerische Zugänge und Dialoge.

 Hubert Maria Moran, Schriftsteller, Künstler
Sylvia Caba, Künstlerin _ Wien

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Foto: Hubert Maria Moran _ privat.

Fotos: Sylvia Caba, Künstlerin _ Wien _ performing Undine geht _
Undine geht, Erzählung, Ingeborg Bachmann, 1961 _
Walter Pobaschnig 10/23
.

Walter Pobaschnig   23.2.26

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„Bei sich bleiben, (Selbstironie nicht hintanstellen)“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Ferdinand Schmatz, Schriftsteller _ Wien 28.10.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

Im Interview _ Ferdinand Schmatz, Schriftsteller _ Wien

Bachmannpreisjuror 1995/96

Lieber Ferdinand, Du warst von 1995 bis 1996 Juror beim Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum. Was sind spontan Deine erste Erinnerungen?

Franzobel und Gundi Feyrer, die ich eingeladen habe, sind mit Preisen versorgt worden

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Medienspektakel, dennoch hin und wieder Literatur, die Literatur ist, der mediale Raum ist herausfordernd

Wie hast Du als Juror/Jurorin die Lesungen, die Jurydiskussionen, die Preisverleihungen und die Begegnungen rundum erlebt?

Überschätzungen rundum, innerhalb der Lesungen und Diskussionen Respekt, Verantwortung, immerhin

Wie gelingt es Objektivität zu bewahren?

Eigene wertende Automatismen zu relativieren, unvoreingenommenes Umgehen mit dem vorliegenden Text, höchste Maßstäbe anlegen

Wie hat sich diese Funktion auf Deinen weiteren beruflichen Weg ausgewirkt?

Überhaupt nicht

Was braucht der Bachmannpreis für eine zukünftige gute Entwicklung?

Unbestechlichkeit (auf beiden Seiten)

Was möchtest Du aktuellen Juroren:innen, Teilnehmer:innen und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Bei sich bleiben, (Selbstironie nicht hintanstellen)

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Ferdinand Schmatz, Schriftsteller

Zur Person: Ferdinand Schmatz,  schreibt Gedichte, Prosa, Essays und Hörspiele, lebt in Wien. Von 2012 bis 2020  Leitung des Instituts für Sprachkunst an der Angewandten.

(2004 Georg Trakl-, H.C. Artmann-, Ernst Jandl-Preis, u.a.)

Veröffentlichungen – Auswahl:

o auf SÄTZE. Essays zur Poetik, Literatur und Kunst (2016)

o das gehörte feuer. orphische skizzen (prosa gedicht) (2016)

o STRAND DER VERSE LAUF. GEDICHT (2022)

o Schielen ist Erkenntnis. Essays (2026)

Bachmannpreis 2026

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Wörthersee/Pörtschach

Fotos: Ferdinand Schmatz _ privat

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis/Wörthersee _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 28.6.26

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„Orte“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Nikola Anne Mehlhorn/Hristina Susak _ Kronprinzenkroog/Nordsee D/Berlin 28.10.2026

Hristina Susak, Komponistin, Performerin_Wien  _
performing Malina _
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) _
100.Geburtstag _Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom) _
Walter Pobaschnig 9/21 folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance _ Originalschauplatz „Malina“ _ Wien

INGEBORG _ Akrostichon

Text _  Nikola Anne Mehlhorn, Schriftstellerin _  Kronprinzenkroog/Nordsee D

Performance _ Hristina Susak, Komponistin, Performerin_Wien 

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

INGEBORG

I
n g e b o r g

N a c h k o m m e n

G a t t i n

E r b l a s s e r

B ü c h e r

O r t e

R o m

G e g e n

Nikola Anne Mehlhorn, 28.5.26

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance _ Originalschauplatz „Malina“ _ Wien

INGEBORG _ Akrostichon

Text _  Nikola Anne Mehlhorn, Schriftstellerin _  Kronprinzenkroog/Nordsee D

Performance _ Hristina Susak, Komponistin, Performerin_Wien 

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

Nikola Anne Mehlhorn; Autorin
 Hristina Susak, Komponistin, Performerin

Foto: Nikola Anne Mehlhorn _ G2 Baraniak

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Hristina Susak, Komponistin, Performerin_Wien  _
performing Malina _
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) _
100.Geburtstag _Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom) _
Walter Pobaschnig 9/21

Walter Pobaschnig, 28.5.26

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„dass Bachmann Literatur als einen nicht abgeschlossenen Prozess begreift“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Olav Amende, Schriftsteller _ Leipzig 26.10.2026

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview _ Olav Amende, Schriftsteller _ Leipzig

Lieber Olav, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Ingeborg Bachmann gehört zu den ersten Lyrikerinnen, denen ich begegnet bin. In der Schule hatten wir einige Gedichte von ihr behandelt. Jahre später las ich ihre Erzählsammlung „Das dreißigste Jahr“, dann „Malina“. Und einmal hörte ich während einer Autofahrt den Ausschnitt eines Hörspiels, dessen Sprache mich ungemein an sich zog. Daheim suchte ich im Netz nach dem Titel. Es waren „Die Zikaden“ von Ingeborg Bachmann.

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

Ich habe den Eindruck, als oszilliere ihre Sprache zwischen den Zeiten und Räumen. Zuweilen könnte sie in der Antike angesiedelt sein oder im Fin de Siècle; gleich darauf wirkt sie auf mich, als seien die Texte nicht einmal in den 50ern bis 70ern verfasst worden, sondern erst in den 80ern, 2000ern, morgen.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

Auf jeden Fall „Die Zikaden“. Ihre Gedichte sowieso. „Das dreißigste Jahr“, „Undine geht“. Und nun auch ihre Rede zum Büchner-Preis – dieses herrlich groteske Bild Berlins. Heiner Müllers Rede ist ja schon wild, aber diese hier … Berlin in den 60ern (oder von heute?) mit den Augen Lenz‘ auf den Kopf gestellt!

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Sie hat es allein schon in „Undine geht“ auf den Punkt gebracht. Sie hat sie treffend beschrieben, diese feigen, großmäuligen Typen in ihren Lederjacken, die sich ihre Frauen nehmen, um das Geld zusammenzulegen, um, wie Bachmann es schreibt, die Zukunft zu erhärten. Die Paarbeziehung als Unternehmerisches Selbst …

Auch muss ich an die Gewalt in „Malina“ denken, gleich zu Beginn, wenn die beiden Jungs den guten Glauben des Mädchens ausnutzen und es schlagen. Das ging mir ins Mark, dieses „Da, du, jetzt hast du es!“. Oder die Gewaltorgien des Vaters. Die Ich-Erzählerin spuckt dem Vater ins Gesicht, aber sie hat keinen Speichel; er ist unberührbar. Das schmerzt! Und letztlich die psychische und intellektuelle Unterdrückung, das Abdrängen bis hin zum Verschwinden in die Wand.

Zugleich formuliert sie, was oder wie sogenannte Männlichkeit sein könnte – wieder in „Undine geht“: „Zu loben sind eure Hände, wenn ihr zerbrechliche Dinge in die Hand nehmt, sie schont und zu erhalten wisst …“

Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?

In demselben Interview sagt Bachmann, die Krankheit und die Folter in „Malina“ ist die Krankheit unserer Gesellschaft, unserer Zeit. Die gilt es, auszukurieren. In der Interviewsequenz, in der Bachmann zu ihrem männlichen Gegenüber lächelnd sagt: „Die Männer sind unheilbar krank – wussten Sie das nicht?“ wird sie mir sehr sympathisch, weil sie ihm damit auf eine geschickte und charmante Weise auch sagt: Der toxische Mann leidet an seinem eigenen Toxikum. Das einzusehen, wäre ein erster Schritt hin zu einem Lieben.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Ja und nein. Ich kann Bachmanns Ausspruch „Ich existiere nicht, wenn ich nicht schreibe“ nachvollziehen und glaube ihr, dass sie es eben so empfunden hat. Oft finde ich aber, dass dieses „Man kann nur wahrhaft kreativ sein, wenn man leidet“ zur hohlen Phrase verkommt. Natürlich ist Schreiben, ist Kunst viel zu häufig mit prekärer Existenz verbunden; heute mehr denn je, wenn ich mir anschaue, wo derzeit als Erstes der Rotstift angesetzt wird. Aber das ist ja kein idealer Zustand; ganz im Gegenteil!

Zugleich hat das künstlerische Schaffen, hat das Schreiben etwas ungemein Erhebendes. Ich kann mit Worten erschaffen und mein Gegenüber – auf welche Weise auch immer – berühren, es zum Nachdenken bringen, oder zum Lachen …

Kurz: Kunst verstehe ich als Leiden-Schaft im doppelten Sinne.

Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?

Ein Aspekt, der mich an ihrer Art zu schreiben und auf das Schreiben zu blicken, fasziniert, ist der, dass sie Literatur als einen nicht abgeschlossenen Prozess begreift. „Was wir das Vollendete der Kunst nennen, bringt nur von neuem das Unvollendete in Gang“, sagt sie und betrachtet damit Literatur – und sicherlich die Kunst im Allgemeinen – vielleicht als etwas Zyklisches, jedenfalls nicht in der kapitalistischen Logik einer Linearität. „Es gibt in der Literatur keine Zielbänder“, sagt sie, „kein Überholen und kein Abfallen.“

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Gefragt hätte ich sie gern: Hätten Sie Ihre „Todesarten“ vollenden können, welches Vorhaben hätten Sie als Nächstes im Sinn gehabt?

Gesagt hätte ich ihr gern, dass ihr Schreiben ansteckend wirkt.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Gerade schreibe ich Texte für ein Musiktheaterkollektiv zum Themenkomplex Kernkraft / Kernwaffen / Kernfamilie. Zudem habe ich eine Sammlung kürzerer lyrischer Prosa begonnen und recherchiere für einen neuen, dann wieder längeren lyrischen Text, für ein neues Buch.

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

„Wem es ein Wort nie verschlagen hat, / und ich sage es euch, / wer bloß sich zu helfen weiß / und mit den Worten – // dem ist nicht zu helfen. / Über den kurzen Weg nicht / und nicht über den langen.“ Wahrlich, Ingeborg Bachmann (1964)

Herzlichen Dank für das Interview!

Olav Amende, Schriftsteller

Zur Person/über mich: Olav Amende ist Schriftsteller, Regisseur und Performancekünstler. Er hat Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Leipzig studiert. Er schreibt und inszeniert Theaterstücke und veröffentlichte Texte in diversen Literaturmagazinen. Im Sommer 2022 erschien sein Langgedicht „abwesenheiten“ in der parasitenpresse. Im Sommer 2024 erschien sein Langgedicht „Flurstück 3587/3588. Gedicht auf ein Haus.“ bei hochroth. Im Frühjahr 2025 folgte sein Langgedicht „erosion“ in der parasitenpresse. Im Sommer 2026 erschien sein Buch „Gegengefälle“, das er gemeinsam mit Jascha Riesselmann verfasst hat, bei Trottoir Noir. Das Buch war für die Hotlist 2026 nominiert.

Website: Olav Amende 2.10.26

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Olav Amende _ Krišjānis Zelgis

Walter Pobaschnig, 28.9.2026

https://literaturoutdoors.com

 „Undine bricht mit dem Schwur“ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _  Isobel Markus/Christiane Burghofer _ Berlin/Wien _ 25.10.2026

Undine geht _
Christiane Burghofer, Schauspielerin _ Wien _
Thematisch-szenisches Fotoshooting _ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _ 
Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom) _
Walter Pobaschnig 8/23, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

UNDINE GEHT_ Akrostichon

Text _ Isobel Markus, Schriftstellerin _ Berlin

Performance _  Christiane Burghofer, Schauspielerin _ Wien 

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Undine geht _
Christiane Burghofer, Schauspielerin _ Wien _
Thematisch-szenisches Fotoshooting _ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _ 
Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom) _
Walter Pobaschnig 8/23, folgende

UNDINE GEHT

Undine bricht mit dem Schwur

Nicht zurück in die Flut

Durch Städte zieht sie

Ihr Herz voll Sehnsucht

Nach Freiheit suchend

Ewig getrennt


Gefangen zwischen Liebe und Erwartungen und

Ernsthafter Emanzipation

Hans!

Trauma der Sprachlosigkeit

Isobel Markus, 24.3.26

Undine geht _
Christiane Burghofer, Schauspielerin _ Wien _
Thematisch-szenisches Fotoshooting _ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _ 
Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom) _
Walter Pobaschnig 8/23, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

UNDINE GEHT_ Akrostichon

Text _ Isobel Markus, Schriftstellerin _ Berlin

Performance _  Christiane Burghofer, Schauspielerin _ Wien 

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Undine geht, Erzählung, Ingeborg Bachmann, 1961.

„Undine geht“ ist einer der zentralen Texte in Ingeborg Bachmanns Werk. Dieser erschien im ersten Prosaband „Das dreißigste Jahr“ und nimmt das Motiv des Undine Mythos _ Liebe, weibliche Menschwerdung, Verrat und Rache – auf und transformiert dies in die Struktur gegenwärtiger patriarchal geprägter Gesellschaftsverhältnisse in Macht und Zerstörung. „Undine geht“ ist einer der meist rezipierten Texte Bachmanns und erfährt zahlreiche künstlerische Zugänge und Dialoge.

 Isobel Markus, Schriftstellerin _ Berlin
Christiane Burghofer, Schauspielerin _ Wien 

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto_Isobel Markus _ (c) Nathalie Claude.

Fotos: Undine geht _
Christiane Burghofer, Schauspielerin _ Wien _
Thematisch-szenisches Fotoshooting _ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _ 
Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom) _
Walter Pobaschnig 8/23.

Walter Pobaschnig, 24.3.26

https://literaturoutdoors.com