„Mein persönlicher Aufbruch war meine Krebsdiagnose, das war der Startpunkt einer langen Reise“ _ 5 Fragen _ Johanna Wagmeier, Kabarettistin und Autorin _ Graz 27.9.2026

Johanna Wagmeier, Kabarettistin und Autorin

5 Fragen an Künstler:innen

Johanna Wagmeier, Kabarettistin und Autorin _ Graz

Liebe Johanna, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Der hat sich Mitte September radikal geändert. Die ganze Familie muss jetzt in die Schule, wir stehen also früh auf, damit wir rechtzeitig fertig sind. Dann fahre ich mit dem E-Bike in die Schule und unterrichte. Am Nachmittag beschäftigen sich unsere Kinder sehr viel selbst, deshalb hab ich meist ein bisschen Zeit, um alles zu erledigen, was sonst so liegenbleibt. Außerdem muss ich ca. eine Stunde für die Irrigation einplanen – ich mache mir einen Einlauf mit warmem Wasser um meinen verbliebenden Dickdarm zu leeren, damit ich die übrige Zeit im Idealfall kontinent bin. Abends bringen mein Mann und ich die Kinder abwechselnd ins Bett und haben dann noch Zeit zum Lesen oder um einen Film zu schauen.

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Seit meiner Krebserkrankung bin ich der Meinung, dass für uns alle Gesundheit das Wichtigste im Leben ist. Davor konnte ich das nicht nachvollziehen, weil Gesundheit für mich selbstverständlich war. Aber wenn sie fehlt, dann versteht man erst die Wichtigkeit. Abgesehen davon finde ich es wichtig, in jeder Situation das Beste aus dem eigenen Leben zu machen – und zwar sowohl für sich als auch für andere. Für mich ist das Schreiben und auf der Bühne stehen daher eine Synergie: Es ist für mich ein wunderbares Erlebnis und ich kann andere zum Lachen und zur Koloskopie bringen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Mein persönlicher Aufbruch war meine Krebsdiagnose, das war der Startpunkt einer langen Reise. Mir war rasch klar, dass ich diese Reise nicht alleine schaffen werde, daher habe ich begonnen, über meine Krankheit zu reden und zu scherzen – um viele andere „ins Boot zu holen“.

Gesellschaftlich ist mein Eindruck, dass die Entwicklung für viele auch in diese Richtung geht. Es wird heute zum Glück mehr über Krankheiten, Tabuthemen und Unperfektes gesprochen. In meiner Kindheit war es noch so, dass es sehr viele Normen gab, denen man entsprechen musste und wie man zu funktionieren hatte. Ich habe heute in vielen Bereichen das Gefühl, das Ziel ist, jeder soll das Beste aus sich machen können und zwar auf seine eigene Art. Es wird zum Glück verstärkt Rücksicht auf individuelle Bedürfnisse genommen und Unterschiede werden oft als Bereicherung gesehen. Ich hoffe, dass sich diese Sichtweise durchsetzt und die Menschen erkennen, dass es viele verschiedene Wege gibt, um eine gute und wertvolle Person zu sein.

Was liest Du derzeit?

Die „That’s life in dystopia“ Trilogie von Johanna Grillmayer. Außerdem die Deutschmatura des Herbsttermins 2026.  

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Wenn man nur einmal lebt, sollte man vielleicht so sehr Mensch sein, wie es möglich ist.

Quelle: Berni Wagner im White Ribbon Podcast https://whiteribbon.at/erzaehl-amal-berni-wagner-ueber-maennlichkeit-das-patriarchat-verstuemmelt-maenner/  Grund, warum ich es mir angehört habe: Er ist mein Bruder.

Vielen Dank!

Johanna Wagmeier, Kabarettistin und Autorin

Zur Person/über mich: Johanna Wagmeier

Ich wurde 1987 in Linz geboren und wuchs in Oberösterreich auf. Nach der Matura 2005 am BG/BRG Auhof folgte das Lehramtsstudium Deutsch und Chemie an der Karl-Franzens-Universität in Graz. Anschließend arbeitete ich erst zwei Jahre an einer ländlichen Mittelschule dann an einem Grazer Gymnasium. Ich bin verheiratet und habe zwei Kinder. Im Herbst 2022 wurde bei mir ein Rektumkarzinom diagnostiziert. Während der Behandlungen entdeckte ich mein Talent dafür, schwierige Situationen mit Humor zu meistern und hatte mein Debüt als Kabarettistin beim Grazer Kleinkunstvogel. Mir ist es wichtig, offen mit meiner Krankheit umzugehen und ich habe festgestellt, dass dies nicht nur von meinem Umfeld, sondern auch in der Öffentlichkeit gut aufgenommen wurde. Inzwischen bin ich in der onkologischen Nachsorge. Drei Jahre, ein Buch und ein Soloprogramm später hat sich im Grunde nichts geändert: Ich bin immer noch der Meinung, Krebs ist eine zu ernste Diagnose, um sie nicht mit Humor zu nehmen. Daher plädiere ich weiter für Offenheit im Umgang mit Schicksalsschlägen und zaubere meinem Publikum ein Lachen ins Gesicht, egal wie ernst das Thema ist.

Zuletzt erschien mein Buch „Donauschwabe und Mostschädel. Die Geschichte meines Großvaters“ ebenfalls im Verlag am Rande. Es handelt von meinem Großvater der als Sechsjähriger im Zweiten Weltkrieg im Zuge der Aussiedelung der Donauschwaben von Kroatien nach Österreich kam.

Website: johannawagmeier.at

Aktuelle Bücher von Johanna Wagmeier:

„Mein Leben war das ganz normale Alltagschaos einer berufstätigen Mutter von zwei Kleinkindern. Ich war 35 Jahre alt, als ich unerwartet die Diagnose Darmkrebs erhielt, die alles veränderte.

Schnell wurde mir klar: „Über den Scheiß sollte mal jemand reden.“ Im folgenden Jahr durchlief ich mehrere Behandlungen, die mein Leben in vielerlei Hinsicht auf den Kopf stellten. Dabei erlebte ich viele absurde Momente, in denen mir nicht klar war,
ob ich besser lachen oder weinen sollte. Ich entschied mich (meist) für das Lachen.

Dies ist ein Buch über Krebs – und trotzdem ein lustiges Buch.
Und es geht gut aus, versprochen.“

Johanna Wagmeier

UNTER DER GÜRTELLINIE

Mit Humor gegen den Tumor

Hardcover, Fadenheftung

204 Seiten

ISBN:  978-3-903190-70-2

€ 24,20

Johanna Wagmeier

DONAUSCHWABE UND MOSTSCHÄDEL

Die Geschichte meines Großvaters

ISBN:  978-3-903190-79-5

Verlag am Rande, 1. Auflage Juli 2026,

Hardcover, Fadenheftung, Lesebändchen 176 Seiten, € 24,20

Fotos: Portrait _ Lukas Fritzer; Cover _ Verlag.

Walter Pobaschnig _ 23.9.2026

https://literaturoutdoors.com

„Glück“ _ Give Peace A Chance _ Johanna Wagmeier, Kabarettistin und Autorin _ Graz 27.9.2026

GIVE PEACE A CHANCE

Glück

Inhalieren

Vogelzwitschern

Erlauschen




Potentiale &

Erfahrungen

Achten

Chancen

Erleben


Aber


Charakterisiert

Harmonie

Alles?

Nichts

Codiert das

Ende.

Johanna Wagmeier, 23.9.2026

Johanna Wagmeier, Kabarettistin und Autorin 

GIVE PEACE A CHANCE

Johanna Wagmeier, Kabarettistin und Autorin _ Graz

Zur Person/über mich: Johanna Wagmeier

Ich wurde 1987 in Linz geboren und wuchs in Oberösterreich auf. Nach der Matura 2005 am BG/BRG Auhof folgte das Lehramtsstudium Deutsch und Chemie an der Karl-Franzens-Universität in Graz. Anschließend arbeitete ich erst zwei Jahre an einer ländlichen Mittelschule dann an einem Grazer Gymnasium. Ich bin verheiratet und habe zwei Kinder. Im Herbst 2022 wurde bei mir ein Rektumkarzinom diagnostiziert. Während der Behandlungen entdeckte ich mein Talent dafür, schwierige Situationen mit Humor zu meistern und hatte mein Debüt als Kabarettistin beim Grazer Kleinkunstvogel. Mir ist es wichtig, offen mit meiner Krankheit umzugehen und ich habe festgestellt, dass dies nicht nur von meinem Umfeld, sondern auch in der Öffentlichkeit gut aufgenommen wurde. Inzwischen bin ich in der onkologischen Nachsorge. Drei Jahre, ein Buch und ein Soloprogramm später hat sich im Grunde nichts geändert: Ich bin immer noch der Meinung, Krebs ist eine zu ernste Diagnose, um sie nicht mit Humor zu nehmen. Daher plädiere ich weiter für Offenheit im Umgang mit Schicksalsschlägen und zaubere meinem Publikum ein Lachen ins Gesicht, egal wie ernst das Thema ist.

Zuletzt erschien mein Buch „Donauschwabe und Mostschädel. Die Geschichte meines Großvaters“ ebenfalls im Verlag am Rande. Es handelt von meinem Großvater der als Sechsjähriger im Zweiten Weltkrieg im Zuge der Aussiedelung der Donauschwaben von Kroatien nach Österreich kam.

Website: johannawagmeier.at

Aktuelle Bücher von Johanna Wagmeier:

„Mein Leben war das ganz normale Alltagschaos einer berufstätigen Mutter von zwei Kleinkindern. Ich war 35 Jahre alt, als ich unerwartet die Diagnose Darmkrebs erhielt, die alles veränderte.

Schnell wurde mir klar: „Über den Scheiß sollte mal jemand reden.“ Im folgenden Jahr durchlief ich mehrere Behandlungen, die mein Leben in vielerlei Hinsicht auf den Kopf stellten. Dabei erlebte ich viele absurde Momente, in denen mir nicht klar war,
ob ich besser lachen oder weinen sollte. Ich entschied mich (meist) für das Lachen.

Dies ist ein Buch über Krebs – und trotzdem ein lustiges Buch.
Und es geht gut aus, versprochen.“

Johanna Wagmeier

UNTER DER GÜRTELLINIE

Mit Humor gegen den Tumor

Hardcover, Fadenheftung

204 Seiten

ISBN:  978-3-903190-70-2

€ 24,20

Johanna Wagmeier

DONAUSCHWABE UND MOSTSCHÄDEL

Die Geschichte meines Großvaters

ISBN:  978-3-903190-79-5

Verlag am Rande, 1. Auflage Juli 2026,

Hardcover, Fadenheftung, Lesebändchen 176 Seiten, € 24,20

Fotos: Bühnenfoto _ Christoph Koller; Cover _ Verlag.

Walter Pobaschnig _ 23.9.2026

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„Gods I have prayed to never seem to listen“ _ Give Peace A Chance _ Lilith Noah, Schriftstellerin _ Wien 26.9.2026

GIVE PEACE A CHANCE

Lilith Noah, Schriftstellerin _ Wien



G
ods I have prayed to never seem to listen.

I have knelt on hundreds of floors until

Violet bloomed on my knees. Still,

Every ques on was left unanswered.



Palms facing upwards, I now

Envy the unfeeling, unflinching

A foot on the gas pedal, always moving

Closer towards the

End.



And never looking back at the chaos left behind. It took me a while to see:



Caring is not a synonym for hurting. 

Hope is not supposed to follow

„Abandon all“.

Now, I have stopped praying. But

Caring? Oh, I will care. Until the bitter

End.

Lilith Noah, 25.9.2026

Lilith Noah, Schriftstellerin

Zur Person/über mich: Maria Rohnefeld ist Lyrikerin und Künstlerin, sie schreibt und veröffentlicht unter dem Pseudonym Lilith Noah. Ihr erster Lyrikband „receipts“ wurde 2021 veröffentlicht, ihre Gedichte erschienen unter anderem in „Der Standard“ und waren Teil von Ausstellungen in Wien und Basel. 2024 erhielt sie das Startstipendium Literatur für ihr Projekt „die angst, dass alles anders wird  die angst, dass alles so bleibt wie es ist“ – erschien 2026 im Czernin-Verlag und ist ihr deutschsprachiges Debüt.

Lilith Noah

die angst, dass alles anders wird | die angst, dass alles bleibt, wie es ist

Gedichte _

Czernin Verlag

ISBN: 978-3-7076-0913-4

Seiten: 80

Ausstattung: Softcover mit offenem Rücken und Fadenheftung Format: 12,5 x 19 cm

Preis Buch: Euro 20,00

»die angst, dass alles anders wird, ist unvermeidlich wie der sonnenaufgang oder kebabflecken auf der frisch gewaschenen bettwäsche«, notiert das lyrische Ich von Lilith Noah.

In ihren Gedichten, die auf Instagram mehr als 90.000 Menschen erreichen, gibt sie dem Lebensgefühl der Generation Z Ausdruck und schafft eine starke emotionale Nähe zu ihren Leser*innen, die sie mit Slogans wie »build your own poem« miteinander ins Gespräch bringt und zu Kompliz*innen ihrer Kunst erklärt.

Zu entdecken ist eine Autorin mit großer Sprachlust und einem unverwechselbaren Sound, die ein neues Publikum für Lyrik begeistert und zugleich einen überraschenden Blick auf die Zumutungen und Zukunftsängste unserer Gegenwart eröffnet.

Die Autorin auf Instagram: @lilithnoah

(Presseinfo Verlag) die angst, dass alles anders wird | die angst, dass alles bleibt, wie es ist (Gedichte) – Czernin Verlag – Bücher 25.9.2026

Buchpräsentation: Mittwoch, 30.09.2026, 19 Uhr

Lilith Noah _ die angst, dass alles anders wird …_

phil Cafe & Bookshop

Gumpendorfer Straße 10 – 12, 1060 Wien Czernin Verlag – Termine

Lilith Noah, Schriftstellerin

Fotos: Portrait_privat; Cover _ Verlag.

Motiv: Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig _ 25.9.2026

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„Kunst und Literatur sollen sich nicht ständig in ihrer Existenzberechtigung beweisen müssen“ 5 Fragen _ Lilith Noah, Schriftstellerin _ Wien 26.9.2026

5 Fragen an Künstler:innen

Lilith Noah, Schriftstellerin _ Wien

Liebe Lilith Noah, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich stehe viel zu früh auf, vergesse zu frühstücken und radle in die Arbeit. Esse dort vor lauter Hunger eine Packung Kekse und mache am frühen Nachmittag Feierabend. Dann setze ich mich irgendwann an den Laptop und versuche zu schreiben, mal mit mehr und mal mit weniger Erfolg. Am Abend dann mit Liebesg’schichten und Heiratssachen oder anderen leicht verdaulichen Dingen ins Bett. Dazwischen manchmal ein bisschen Kultur und eine Prise Sport und ein gigantischer Stapel Bücher.

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig? 

Eine riesige Menge an Empathie. Ein kleines bisschen Optimismus. Auch mal Zeit zum Weinen nehmen. Kebap mit extra scharfer Sauce bestellen. Sich selbst für Fehler vergeben (die Flecken, die man damit macht).

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu? 

Kunst und Literatur dürfen experimentieren, von der Norm abweichen, sollen Existenzberechtigung haben, ohne sich ständig beweisen zu müssen. Und was für die Kunst und Literatur gilt, sollte auch für Menschen gelten.

Was liest Du derzeit?

Ich bin gerade fertig geworden mit „Fiasko“ von Tony Tulathimutte – eine Sammlung an Kurzgeschichten, eine schockierender und sonderbarer als die andere, aber trotzdem habe ich diese einzigartigen Erzählungen geradezu verschlungen. Außerdem lese ich „Famesick“, die Memoiren von Lena Dunham, und als nächstes „Die Dichterin“, ein Roman von Özge Inan.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben? 

Einen Auszug aus einem Gedichtband namens „Bright Dead Things“ von Ada

Limón, das Gedicht heißt „Miracle Fish“:

(…)There was a sign and it said, This earth is blessed. Do not play in it. But I

swear I will play on this blessed earth until I die. (…)

Vielen Dank!

Lilith Noah, Schriftstellerin

Zur Person/über mich: Maria Rohnefeld ist Lyrikerin und Künstlerin, sie schreibt und veröffentlicht unter dem Pseudonym Lilith Noah. Ihr erster Lyrikband „receipts“ wurde 2021 veröffentlicht, ihre Gedichte erschienen unter anderem in „Der Standard“ und waren Teil von Ausstellungen in Wien und Basel. 2024 erhielt sie das Startstipendium Literatur für ihr Projekt „die angst, dass alles anders wird  die angst, dass alles so bleibt wie es ist“ – erschien 2026 im Czernin-Verlag und ist ihr deutschsprachiges Debüt.

Lilith Noah

die angst, dass alles anders wird | die angst, dass alles bleibt, wie es ist

Gedichte _

Czernin Verlag

ISBN: 978-3-7076-0913-4

Seiten: 80

Ausstattung: Softcover mit offenem Rücken und Fadenheftung Format: 12,5 x 19 cm

Preis Buch: Euro 20,00

»die angst, dass alles anders wird, ist unvermeidlich wie der sonnenaufgang oder kebabflecken auf der frisch gewaschenen bettwäsche«, notiert das lyrische Ich von Lilith Noah.

In ihren Gedichten, die auf Instagram mehr als 90.000 Menschen erreichen, gibt sie dem Lebensgefühl der Generation Z Ausdruck und schafft eine starke emotionale Nähe zu ihren Leser*innen, die sie mit Slogans wie »build your own poem« miteinander ins Gespräch bringt und zu Kompliz*innen ihrer Kunst erklärt.

Zu entdecken ist eine Autorin mit großer Sprachlust und einem unverwechselbaren Sound, die ein neues Publikum für Lyrik begeistert und zugleich einen überraschenden Blick auf die Zumutungen und Zukunftsängste unserer Gegenwart eröffnet.

Die Autorin auf Instagram: @lilithnoah

(Presseinfo Verlag) die angst, dass alles anders wird | die angst, dass alles bleibt, wie es ist (Gedichte) – Czernin Verlag – Bücher 25.9.2026

Buchpräsentation: Mittwoch, 30.09.2026, 19 Uhr

Lilith Noah _ die angst, dass alles anders wird …_

phil Cafe & Bookshop _ Gumpendorfer Straße 10 – 12, 1060 Wien Czernin Verlag – Termine

Lilith Noah, Schriftstellerin

Fotos: Portrait_privat; Cover _ Verlag.

Walter Pobaschnig _ 25.9.2026

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„Das Grauenhafte des Alltags, darum geht es mir“ _ 40. Todestag +Helmut Qualtinger _ Georg Biron, Autor _ Wien 25.9.2026

Helmut Qualtinger _ Georg Biron
Helmut Qualtinger als „Herr Karl“, Kleines Theater im Konzerthaus, 1962

40. Todestag Helmut Qualtinger

Helmut Gustav Friedrich Qualtinger * 8. Oktober 1928 in Wien +29. September 1986 ebenda _ Kabarettist, Schauspieler, Schriftsteller.

Literatur outdoors

Im Interview _ Georg Biron _Schriftsteller, Reporter, Drehbuchautor, Schauspieler, Regisseur und Fernsehproduzent _ Wien.

Lieber Georg, welche Gedanken bewegen Dich zum 40.Todestag von Helmut Qualtinger?

Ich habe es schon oft gesagt: Ich bin kein Experte, ich war nie ein Freund von Helmut Qualtinger, sondern immer ein Bewunderer. Wir waren immer per Sie, nie per Du. Zu seinem ersten Todestag plante der Verlag Kremayr & Scheriau ein Buch mit Fotos aus den Archiven von Franz Hubmann und Barbara Pflaum als Würdigung herauszubringen. Prof. Ulrich Schulenburg vom Sessler Verlag hat mich als Autor empfohlen, und als ich im Frühjahr 1987 den Auftrag erhielt, gemeinsam mit Qualtingers Freund Michael Kehlmann den Text zu verfassen, war ich mehr als glücklich.

Mir wurde es in den folgenden Jahren ein großes Bedürfnis, in der Öffentlichkeit auf Qualtingers viel zu wenig beachtete Bedeutung als politischer Schriftsteller hinzuweisen, und so habe ich immer wieder entsprechende Texte von ihm vorgetragen oder bei Lesungen – u. a. mit den Schauspielern Karl Merkatz, Karlheinz Hackl, Erwin Steinhauer, Robert Reinagl und Hanno Pöschl – mitgewirkt.

Unglaublich, dass er jetzt schon seit 40 Jahren tot ist.

Gab es persönliche Begegnungen?

Persönlich kennengelernt habe ich ihn Mitte der 1970er Jahre, als ich als junger Reporter die „Alpensaga“-Dreharbeiten in Oberösterreich besuchte. Später sind wir einander oft im Club Gutruf, im Kaffee Alt Wien, in der Wunderbar und im Restaurant Oswald & Kalb begegnet. Er erzählte mir wunderbare Geschichten, zum Beispiel über eine adelige russische Häuslfrau im Jugendstil-Klo am Wiener Graben – und ich wusste oft nicht, ob die Berichte seiner Fantasie entsprangen oder nicht.

Was macht für Dich den so vielseitigen Künstler Helmut Qualtinger aus? Welche Projekte möchtest Du hervorheben?

1961 sorgte er mit dem Fernseh-Monolog „Der Herr Karl“, den er mit Carl Merz verfasst hatte, für Begeisterungs- und Entrüstungsstürme und wurde zum Star.

In den folgenden Jahren veröffentlichte er mehr als ein Dutzend Bücher und spielte auf vielen Theaterbühnen in Österreich und Deutschland in Stücken von Ödön von Horváth, Frank Wedekind, Fjodor Dostojewski, Heinrich von Kleist, Ferdinand Raimund oder Johann Nestroy.

Legendär sind seine Solo-Lesungen: z. B. „Die letzten Tage der Menschheit“ von Karl Kraus und Adolf Hitlers „Mein Kampf“. Qualtingers faszinierende Solo-Lesungen wurden zu einem Fixpunkt seiner einzigartigen Karriere.

Ist seine Paraderolle, der „Herr Karl“, auch heute noch der typische homo austriacus?

Das war er nie. „Jeder einzelne Satz ist irgendwann einmal von irgendwem in Wien gesprochen oder gedacht worden“ – davon war Helmut überzeugt. „Aber den Herrn Karl gibt es überall. In Italien könnte er Carlo heißen. Zuerst war er überzeugter Monarchist, danach sehr von Mussolinis berühmter Rede auf der Piazza Venezia beeindruckt. Heute ist er ein glühender Verteidiger der Republik. Und in Frankreich war Monsieru Charles wechselweise für Clemenceau, Poincaré, Léon Blum, Laval, Pétain – und de Gaulle. Die Wahrheit ist leider, dass sich kleine Leute nicht viel Zivilcourage leisten können…“

Merz empfand für diese Figur wegen des trostlosen, weggeworfenen Lebens so etwas wie Mitleid. Helmut war anderer Ansicht: „Alles, was er wollte, waren Sicherheit und ein verhältnismäßig komfortables Leben. Und eine Hetz. Er bekam, was er wollte. Nicht mehr, nicht weniger.“

Darauf Merz: „Glücklicherweise ist dieser Typ eine aussterbende Gattung…“

„Aber überhaupt nicht“, ereiferte sich Qualtinger. „Ich kann dir sofort einen 25-jährigen Herrn Karl vorspielen!“ Im nächsten Moment hielt er einen kurzen Stehgreifmonolog und verjüngte sich scheinbar um Jahre: ein Karli. Merz musste ihm leider recht geben. In manchen Punkten duldete Helmut Qualtinger keinen Widerspruch.

Wie hätte denn Helmut Qualtinger auf die gegenwärtigen politischen Entwicklungen in nah und fern künstlerisch reagiert?

Das Tagesgeschehen interessierte ihn schon am Ende seines Lebens nur wenig, ihn interessierte der Mensch. Der Bürger. Den Kleinbürger gab es damals nicht mehr. Es hatte sich mittlerweile eine andere Schicht entwickelt … Und das war der Konsumbürger. Diesen neuen Typ wollte er zeigen. „Politik ist für den gar nicht mehr interessant“, sagte er. „Wir sind mit Teams, mit Massenmenschen, mit einer Apparatewelt konfrontiert. Das Grauenhafte des Alltags, darum geht es mir.“

Wie hast Du den privaten Helmut Qualtinger erlebt?

Helmut Qualtinger sprach ungern über Privates. In solchen Fällen verbarg er sein Gesicht hinter den feingliedrigen Händen und hielt sich die Augen zu. Manche Kinder glauben, sich auf diese Weise verstecken zu können – als würde man von den anderen nicht gesehen werden, wenn man selbst sie nicht sieht. Im Grunde, so glaubte ich, sei er immer ein Kind geblieben. Ein altes, einsames, depressives, verletzliches und nach innen gekehrtes Kind. Das war vielleicht auch einer der Gründe, die ihn so sorglos mit seinem Körper umgehen ließen. Vielleicht wollte er unbewusst das Kind in sich befreien, indem er seinen massigen Körper zerstörte, der ihm im Weg stand.

Von Freunden immer wieder ermahnt, mit Alkohol doch nicht dermaßen exzessiven Raubbau an seinem Körper zu betreiben, entgegnete er: „Mein Körper ist mir wurscht!“ Das Private war ihm ein Tabu, bei dessen Verletzung er leise durch die schützen wollenden Hände sagte: „Hört doch damit auf. Das ist doch peinlich! Diese persönlichen Sachen … Wen soll denn das interessieren?“

Was kann, muss Kunst und Gesellschaft von Helmut Qualtinger in die Gegenwart mitnehmen?

Helmut sah ein, dass seine Absichten, die Menschen zum politischen Handeln zu bringen, gründlich gescheitert waren. Dennoch blieb er ein Mensch mit Haltung, mit gesellschaftspolitischen Überzeugungen. Qualtingers spirituelle Batterie war der Antifaschismus, der sein ganzes künstlerisches wie privates Leben bestimmte. Er biederte sich nirgends an, er war unbestechlich – all das machte ihn aus. So etwas ist selten geworden …

Vielen Dank!

Georg Biron _ Schriftsteller, Reporter, Drehbuchautor, Schauspieler, Regisseur und Kulturproduzent.

Zur Person: Georg Biron

Der Wiener Schriftsteller, Reporter und Drehbuchautor – Jahrgang 1958 – hat u. a. für „Playboy“, „Die Zeit“, „Frankfurter Rundschau“, „Wiener“, „Krone“, „Kurier“ und ORF gearbeitet. Er hat unzählige Kulturprojekte realisiert (z. B.: „Qualtinger lebt!“, „Die Janis Joplin-Story“) und Preise (u. a. Theodor-Körner-Preis für Literatur) sowie diverse Literaturstipendien erhalten.

Weitere Informationen:  https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Biron 25.9.26

Homepage: Georg Biron Literatur 25.9.2026

Aktuelle Veranstaltung zum 40.Todestag von Helmut Qualtinger mit Georg Biron:

09.10.2026 | 19:00 Uhr Breitenseer Lichtspiele _ Wien

Breitenseer Straße 21, 1140 Wien

HELMUT QUALTINGER: Kurzer Prozess

Michael Kehlmann, BRD 1967, 101 Min. Breitenseer Lichtspiele

Der Abend wird mit einleitenden Worten von Georg Biron eröffnet.

19:15 Uhr Eröffnung Georg Biron

19:30 Uhr Filmstart

Fotos: Helmut Qualtinger _ ONB

Foto_Georg Biron/Portrait _ Nikolaus Similache; mit Buch _ privat.

Walter Pobaschnig, 25.9.2026

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„Unter uns ein Abgrund aus“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Iracema Engel, Schriftstellerin _ Wien 25.9.2026

Undine geht _
  Iracema Engel, Schriftstellerin _ Wien _  performing _
_ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _ Donau/Wien _
Walter Pobaschnig 7/26, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance _ Donau/Wien

UNDINE _ Akrostichon

Text & Performance _  Iracema Engel, Schriftstellerin _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

UNDINE

U nter uns ein Abgrund aus

Nichts. In

D unkle Tiefen fallen wir.

I mmer dunkler immer tiefer.

N iemand kommt mehr ans Licht. Es wird keine

E rweckung geben.

Iracema Engel, 19.8.2026

Undine geht _
  Iracema Engel, Schriftstellerin _ Wien _  performing _
_ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _ Donau/Wien _
Walter Pobaschnig 7/26, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance _ Donau/Wien

UNDINE _ Akrostichon

Text & Performance _  Iracema Engel, Schriftstellerin _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Undine geht, Erzählung, Ingeborg Bachmann, 1961.

„Undine geht“ ist einer der zentralen Texte in Ingeborg Bachmanns Werk. Dieser erschien im ersten Prosaband „Das dreißigste Jahr“ und nimmt das Motiv des Undine Mythos _ Liebe, weibliche Menschwerdung, Verrat und Rache – auf und transformiert dies in die Struktur gegenwärtiger patriarchal geprägter Gesellschaftsverhältnisse. „Undine geht“ ist einer der meist rezipierten Texte Bachmanns und erfährt zahlreiche künstlerische Zugänge und Dialoge.

  Iracema Engel, Schriftstellerin

Zur Person: Autor:innen | mantel-verlag.at 25.8.26

Aktueller Roman: Roman Die Entblößung | mantel-verlag.at

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann.

Fotos: Undine geht _ Iracema Engel, Schriftstellerin _ Wien._ performing _
_ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _ Donau/Wien _
Walter Pobaschnig 7/26

Foto: Cover _ Verlag.

Walter Pobaschnig, 25.8.2026

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„Achtsamkeit ist geiler als Sex“ _ 5 Fragen _ Andreas Sommer, Schriftsteller _ Schweiz/Frankreich 25.9.2026

5 Fragen an Künstler:innen

Andreas Sommer, Schriftsteller _ Schweiz/Frankreich

Lieber Andreas, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich schreibe vormittags am neuen Roman. Nachmittags und abends treffe ich Freunde und immer auch Menschen, die ich durch schwierige Lebensphasen begleite.

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Demut, Geduld und stetige Pflege von Anstand – so weit ausstrahlend wie möglich.  

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Mein persönlicher Aufbruch hat längst begonnen. Was die Literatur beisteuern  kann: kraftvolle, mutmachende Narrative.

Was liest Du derzeit?

 Einen der größten Romanciers des deutschen Sprachraums: Jeremias Gotthelf. Er erzählt wie keiner sonst, dass die Welt ohne Sittlichkeit zu Grunde geht.

(P.S. Wie er bin ich Emmentaler.)

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

»Achtsamkeit ist geiler als Sex«; das sagt meine Romanheldin Vera im neuen Roman Willküren. Der Roman beweist es.

Vielen Dank!

Andreas Sommer, Schriftsteller

Zur Person/über mich: Andreas Sommer baute nach seinen Studien in Psychologie und Betriebswirtschaft Mediendienste für Universitäten auf und gründete Privatschulen in der Schweiz und in England. Seit mehr als 15 Jahren schreibt er Theaterstücke, Film-Treatments und Romane. Der Autor lebt in der Schweiz und in Südfrankreich- dort in seiner »Fluchtburg«, wie er die einstige Ruine nennt, die er über viele Jahre hinweg wieder bewohnbar gemacht hat.

Der Roman »Die Willküren- Sieben Leben für Vera«, der teilweise dort spielt, ist sein sechster. Bisher erschienen: »Der Kuss des Messias«, »Drache am Himmel«, »HerzSchläge«, »Freunde« und »Fremdlinge im Paradies«.

Website: Andreas Sommer 23.9.26

Aktueller Roman: Andreas Sommer_Die Willküren, Sieben Leben für Vera. Roman. Langen Müller Verlag

Die fünfundzwanzigjährige Vera meldet sich auf eine seltsame Anzeige: Die Schriftstellerin Luise Abgottspon schreibt die Hauptrolle in meinem neuen Roman aus. Sie sucht nach einem Menschen, dem Schicksalsschläge jeden Lebensmut genommen haben. Es meldet sich eine, die nichts zu verlieren hat: Vera- Mittzwanzigerin, übergewichtig, suizidgefährdet. Vom Vater missbraucht, von der Mutter im Stich gelassen, von Männern getäuscht, arm, alleinerziehend. Vera ist weniger an der Hauptrolle in Abgottspons Roman interessiert als an der Erfindungskraft dieser Autorin. Mit der Fantasie einer Schriftstellerin müsste sie ihr doch einen Ausweg aus ihrer aussichtslosen Lebenssituation aufzeigen können! Einzige Bedingung: Billige Wendungen à la Hollywood seien nicht erlaubt- weder ein Lottogewinn noch die plötzliche Entdeckung eines überragenden Talentes. Luise Abgottspon schreckt vor dieser Verantwortung zurück. Was, wenn es ihr nicht gelingt, ausschließlich mit ihrer Fabulierkunst Vera eine realistische Hoffnung auf eine lebenswerte Zukunft zu machen? Mit Geschichten, die zudem stets da beginnen müssen, wo Vera feststeckt: In der Verzweiflung über ihr Leben. Und in der Wut auf die Menschen, die ihr das eingebrockt haben. Erst das Drama eines ihr fremden Mannes namens Georg bringt Luise dazu, sich auf das riskante Experiment mit Vera einzulassen.

„Die Willküren- Sieben Leben für Vera“ ist ein rasanter und sinnesfroher Roman über die Macht der Fantasie. Und er erkundet, ob Geschichten die Willkür des Schicksals brechen können.“ (Pressetext Verlag)

Andreas Sommer_Die Willküren, Sieben Leben für Vera. Roman. Langen Müller Verlag

ET: 17.08.2026 _ Gebundene Ausgabe, 280 Seiten

Format: 21,5 x 13,5 x 2 cm _ ISBN 978-3-7844-3781-1

EUR(D) 24,00 €, EUR (A) 24,70€

Fotos: Portrait_privat; Cover _ Verlag.

Walter Pobaschnig _ 23.9.2026

https://literaturoutdoors.com

„Ihre Gedichte haben eine Offenheit, die uns öffnen will, um unser Leben anzuschauen oder vielleicht besser zu verstehen.“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Esther Ben Mohamed, Schriftstellerin _ Lothringen 24.9.2026

Ingeborg Bachmann _ Esther Ben Mohamed

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann in Rom auf der Terrasse in ihrer Wohnung in der Bocca de Leone, um 1970

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

im Interview _  Esther Ben Mohamed, Musikerin und Autorin _ Lothringen

Liebe Esther, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns?  

Meine erste Berührung mit dem Werk Ingeborg Bachmanns war für mich in der Schule das Gedicht „Reklame“. Ich finde nicht nur die Gegenüberstellung des Konsumrausches, der mit Musik ablenkt und keine Sorgen verspricht zum ehrlichen Anblick des Menschseins mit seinen Ängsten und seiner Endlichkeit faszinierend, sondern auch die Sprache, die sie dafür benutzt: Eine ganz einfache Sprache, die durch ihre Wiederholungen eine tiefe Wirkung erzeugt, manipuliert mit Befehlen und ihren Höhepunkt in der „Traumwäscherei“ findet: Die bitteren Realitäten sind nicht reinzuwaschen. Am Ende steht die Frage nach der „Totenstille“, nach der Essenz des Seins ohne Ablenkung von Musik, Schönheit, Oberflächlichkeit, dem Blick in die Tiefe …

Inspiriert durch die interessanten Beiträge hier beschäftige ich mich mit ihren Gedichten und finde dort einen unendlichen Schatz …

Was macht das Besondere ihres Schreibens aus? 

In ihren Gedichten hat sie mich mit ihren teils drastischen, bildhaften und positiv schönen Stimmungen in ihren Bann gezogen. Ihre Sätze sind klar, ehrlich, voller Wichtigkeit und bringen mich zum Hinterfragen dessen, worüber sie schreibt. Thema wie „Frei sein“(  besonders in den Jugendgedichten), das Licht sehen (aber die Augen nicht verderben, wie in „An die Sonne“), die Frage nach Gott, dem Tod und das Leben in seiner Tiefe und auch das Erleben der Jahreszeiten mit ihren dazugehörigen Gefühlen, sind ihr besonders wichtig.  Sie schafft Momente zum Nachempfinden, Weiterdenken, Liebhaben und Mitfühlen (wie die Verwirrtheit in „Betrunkener Abend“). Ihre Gedichte haben eine Offenheit, die uns öffnen will, um unser Leben anzuschauen oder vielleicht besser zu verstehen. 

Zusammenfassend ist das Besondere an ihrem Schreiben für mich ihre Klarheit, wie sie ihre Anliegen, ihre Gefühle und Erlebtes auszudrücken vermag. Sie vermischt Erlebnisse mit Erinnerungen, versucht sich selbst das Leben zu erklären und komponiert Bilder aus ihrem Gedankenfluss, die grenzenlos sein können und die Welt feiern.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben und warum?

Natürlich gerne die „sämtlichen Gedichte“. Um ihr folgen zu können, muss ich mich ganz und gar auf sie einlassen. Manchmal ist es nicht einfach und dann würde ich ihr gerne als Gesprächspartnerin gegenüber sitzen um ihr Fragen zu stellen.

Das Gedicht „An die Sonne“ spricht mich besonders an:

…“Viel schöner als der feurige Auftritt eines Kometen

Und zu weit Schönrem berufen als jedes andre Gestirn,

Weil mein und dein Leben jeden Tag an ihrer hängt, der Sonne“…

Es ist nicht nur wie eine Hymne auf das Licht zu verstehen, sondern auch als eine Anrufung eines geliebten Menschen, es bleibt offen. Der wunderbare Satz in der Mitte „Nichts Schöneres unter der Sonne als unter der Sonne zu sein“ ist eingebettet in ein Spiegelbild der Versform: 543212345

Ihre Passion zum Licht und zur Liebe zugleich wird am Schluss noch einmal in eine Klage verwandelt, was ihr Gedicht besonders „unberechenbar kunstvoll“ macht. Von diesen Gegensätzen leben zum Teil ihre Gedichte (wie auch in „Paris“) und von Worten, die man immer wiederfindet, wie Augen, Licht (Sonne) und Nacht

…

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt? 

Ich hätte sie gerne gefragt, ob sie sich für ihr Leben noch etwas anderes hätte vorstellen können als das Schreiben. 

Was sind Deine aktuellen Projektpläne? 

Ich habe sehr viele Gedichte gesammelt für einen neuen Gedichtband, weiß aber noch nicht genau, wie ich ihn gestalte, eventuell mit meinen Zeichnungen, und wo ich ihn veröffentlichen möchte.

Und ich habe damit begonnen, Geschichten zu schreiben, die ich unter dem Stichwort „Phänomene“ sammle.

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten? 

Aus „Bewegung des Herzens“

„Nach grauen Tagen

Eine einzige Stunde frei sein!

Frei, fern!

Wie Nachtlieder in den Sphären.

Und hoch fliegen über den Tagen

möchte ich

Und das Vergessen suchen —

über das dunkle Wasser gehen

nach weißen Rosen,

meiner Seele Flügel geben

und, oh Gott, nichts wissen mehr

von der Bitterkeit langer Nächte,

in denen die Augen groß werden

vor namenloser Not.

Tränen liegen auf meinen Wangen

aus den Nächten des Irrsinns,

des Wahnes schöner Hoffnung, 

dem Wunsch, Ketten zu brechen 

und Licht zu trinken —

Eine einzige Stunde Licht schauen!

Eine einzige Stunde frei sein!“

Herzlichen Dank für das Interview!

Esther Ben Mohamed, Musikerin und Autorin

Zur Person: Esther Ben Mohamed lebt als Musikerin und Autorin in Lothringen. 
Ihr letzter Gedichtband: „Lichtträger  – Poesie für eine lichtvolle Welt“ ist vor zwei Jahren bei Edition Maya erschienen. 

Von 2023 bis 2024 war sie Stipendiatin am Inkas Institut für Creativ Writing unter der Leitung von Rüdiger Heins. Zur Zeit arbeitet sie an einem weiteren Gedichtband.
Ihr Text „Im Sand der Gezeiten“ schaffte es auf die Longlist des Lyrikpreises 2025 von Sternenblick. Letztes Jahr nahm sie an den Literaturtagen im Saarland  „erLESEN“ teil.

Foto: Ingeborg Bachmann _ Garibaldi Schwarze

Fotos: Esther Ben Mohamed _ privat

Walter Pobaschnig, 27.7.2026

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„Mutterseelenallein steigen Zweifel in meine “ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _  Esther Ben Mohamed/Christina Cervenka _ Lothringen/Wien 24.9.2026

Christina Cervenka, Schauspielerin _ Wien _ acting Malina _
Ungargasse/Romanschauplatz Malina _ Wien
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig 6/23

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz Wien

MALINA _ Akrostichon

Text  _  Esther Ben Mohamed, Musikerin und Autorin _ Lothringen

Performance _ Christina Cervenka, Schauspielerin _ Wien 

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

MALINA

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A ugen suchend nach

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I n der vagen Unendlichkeit der

N acht umspielen mich

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Esther Ben Mohamed, 27.7.26

Christina Cervenka, Schauspielerin _ Wien _ acting Malina _
Ungargasse/Romanschauplatz Malina _ Wien
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig 6/23

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz Wien

MALINA _ Akrostichon

Text  _  Esther Ben Mohamed, Musikerin und Autorin _ Lothringen

Performance _ Christina Cervenka, Schauspielerin _ Wien 

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

Esther Ben Mohamed, Musikerin und Autorin

Zur Person: Esther Ben Mohamed lebt als Musikerin und Autorin in Lothringen. 
Ihr letzter Gedichtband: „Lichtträger  – Poesie für eine lichtvolle Welt“ ist vor zwei Jahren bei Edition Maya erschienen. 

Von 2023 bis 2024 war sie Stipendiatin am Inkas Institut für Creativ Writing unter der Leitung von Rüdiger Heins. Zur Zeit arbeitet sie an einem weiteren Gedichtband.
Ihr Text „Im Sand der Gezeiten“ schaffte es auf die Longlist des Lyrikpreises 2025 von Sternenblick. Letztes Jahr nahm sie an den Literaturtagen im Saarland  „erLESEN“ teil.

 Christina Cervenka, Schauspielerin

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Esther Ben Mohamed _ privat

Fotos: Christina Cervenka, Schauspielerin _ Wien _ acting Malina _
Ungargasse/Romanschauplatz Malina _ Wien
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Walter Pobaschnig 6/23

Walter Pobaschnig, 27.7.2026

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„Umjubelte Uraufführung“ _ „Sturm“ Marlene Streeruwitz und Anne Bennent _ Theater Nestroyhof Hamakom _ Wien 23.9.2026

Anne Bennent _ „Sturm“

Da ist das Leben im Untergrund. Frau Horvath. Ungesehen als WC Bedienstete in der Burggasse in Wien. Hier ist die Welt hinter der Welt. Die Innenwelt in Einsamkeit, Verzweiflung, Träumen, Sehnsüchten. Festgenagelt im Dunkel, Schatten – alle Tage.

Wie Promotheus. Der Verbannte. Der das Feuer stahl und dafür vom Göttervater mit Folter bestraft wird. Gleich hier neben den Kabinen. Und Frau Horvath versorgt den Leidenden. Hält ihn am Leben. Wie sich selbst…

Ein Leben in Schmerz und Asche. Da und dort. Mit der Hoffnung auf das Licht, irgendwann. Kommt es?…

Ein sensationeller Theaterabend, in dem Literatur und Bühne, die Ausnahmekünstlerinnen Marlene Streeruwitz und Anne Bennent, in treffsicherer Regie und großartig abgestimmtem Bühnenbild wie ganz eindringlicher Akkordeon-Musik aufeinandertreffen und in einem unvergleichlichen Feuerwerk an Ausnahmeschauspielkunst das Publikum begeistern.

Literatur wird hier einmalig sprühend, mitreißend, packend in Szene gesetzt. In ganz feiner Sprach- und Emotionsklaviatur in Mimik, Gestik, Bewegung wird Frau Horvath gleichsam zu einer mythologischen Dramafigur, die das Leben unter und über der Erde messerscharf durchschaut und benennt was zu benennen ist – innen und außen – Feuer und Asche, Leiden und Ausweglosigkeit.

„Ein Theaterabend der Sonderklasse, der fulminant den Bühnenherbst eröffnet und Maßstäbe setzt.“

Sturm. Marlene Streeruwitz

Uraufführung / Eigenproduktion _ Theater Nestroyhof Hamakom

Text: Marlene Streeruwitz / Schauspiel: Anne Bennent / Regie: Hannes Hametner / Bühne und Kostüm: Christoff Wiesinger / Dramaturgie: Patrick Rothkegel / Musik: Otto Lechner / Regieassistenz: Katalin Pászti

Premiere: 23. September 2026, 20.00 Uhr

Weitere Spieltermine: 30. September & 1., 2., 8., 9., 10., 14., 15., 16., 21., 22., 23., 24. Oktober 2026, 20.00 Uhr

Dauer: 85 Minuten

Nach der Vorstellung vom 1. Oktober 2026 findet ein Publikumsgespräch mit dem Produktionsteam statt.

Theater Nestroyhof Hamakom

Alle Fotos_ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig 23.9.2026

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