Julia Überreiter(Künstlername: Julia Morpha) _ Mixed-Media-Künstlerin _ Salzburg und Wien
G ive yourself peace
I nner peace can change how we treat others
V alue kindness even in small gestures
E very peaceful action can make a difference
P eace begins within ourselves
E ven small gestures can spread peace
A ccept yourself and others
C hange starts with small steps
E ven small gestures can spread peace
A ccept yourself and others
C hange starts with small steps
H elp create a peaceful environment
A ccept yourself and others
N ever underestimate a small gesture
C hange starts with small steps
E ven small gestures can spread peace
Julia Überreiter 8.10.2026
Julia Überreiter(Künstlername: Julia Morpha) _ Mixed-Media-Künstlerin
Zur Person/über mich: Julia Überreiter (Künstlername: Julia Morpha) ist eine in Salzburg geborene Mixed-Media-Künstlerin, die zwischen Salzburg und Wien lebt und arbeitet. Sie studierte Multimedia Art an der FH Salzburg sowie Bildende Kunst an der Akademie der Bildenden Künste Wien.
In ihrer künstlerischen Praxis arbeitet sie medienübergreifend mit Skulptur, Fotografie, Installation, abstrakter Malerei und Musik. Ein Schwerpunkt liegt auf der Arbeit mit vorgefundenen Objekten und Altmetall, die sie in neue Zusammenhänge überführt. In ihrer fotografischen Arbeit setzt sie vorwiegend auf Fernauslöser und arbeitet mit Selbstinszenierung. Inhaltlich setzt sie sich mit gesellschaftlichen und soziopolitischen Fragen auseinander. Dabei beschäftigt sie sich unter anderem mit Körperpolitik und Gender, dem Verhältnis von Mensch und Umwelt, sowie mit gesellschaftlichen und politischen Strukturen. Auch die Sprache und visuellen Codes der Werbung spielen in ihrer Arbeit eine Rolle.
Julia Überreiter ist Mitglied bei IntAkt – Internationale Aktionsgemeinschaft bildender Künstlerinnen – sowie beim interdisziplinären Netzwerk eop.
Julia Überreiter absolviert eine Tanzausbildung in Contemporary Dance am Motion Lab Wien und arbeitet aktuell an einer Soundskulptur, als persönliche Auseinandersetzung mit ihrem vor zehn Jahren verstorbenen Großvater. In der Arbeit verbindet sie ihren Gesang mit elektronischer Musik und einer tragbaren Skulptur, die unter anderem mit Naturelementen wie Moos und Insekten gestaltet ist. Auf die Skulptur und ihren Körper werden Fotografien, Dias und Videoaufnahmen aus ihrer Kindheit mit ihrem Großvater projiziert. Die Arbeit ist als persönliche Hommage und als Geschenk an ihn gedacht.
Julia Überreiter (Künstlername: Julia Morpha) _ Mixed-Media-Künstlerin _ Salzburg und Wien
Liebe Julia, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Ich arbeite vorwiegend am späteren Nachmittag und in der Nacht. Den Vormittag nutze ich, um langsam in den Tag zu starten, ein bisschen rauszugehen, um in der Natur neue Energie zu tanken.
Wenn ich arbeite, versuche ich darauf zu achten, regelmäßig Pausen einzulegen, weil ich manchmal so ins Tun komme, dass ich das Zeitgefühl verliere.
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Achtsamkeit, Toleranz, Offenheit und Solidarität. Achtsamkeit bedeutet für mich, innezuhalten, bevor ich reagiere. Toleranz hilft mir, andere Meinungen auszuhalten, ohne mich zu verschließen. Offenheit heißt für mich, Menschen zuzuhören, auch wenn ich erst mal eine andere Meinung habe. Solidarität bedeutet einzustehen, wenn jemand ungerecht behandelt wird.
Ich selbst versuche, meinen eigenen Blickwinkel immer wieder zu hinterfragen und gegebenenfalls zu verändern. Viele Informationen einzuholen hilft, aber entscheidend ist, wie man sie einordnet und abwägt.
Im Alltag sind kleine Schritte oft die wichtigsten.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?
Ich denke, es geht darum Veränderungen zuzulassen, Verantwortung zu übernehmen und den Mut zu haben, neue Wege zu gehen.
Kunst schafft Räume, in denen neue Gedanken entstehen können. Sie kann gesellschaftsrelevante Themen aufgreifen, hinterfragen und zum Nachdenken anregen, um Veränderungen überhaupt erst vorstellbar zu machen.
Was liest Du derzeit?
Zusammen mit meiner Großmutter Alice lese ich das Buch „Gauleiter Uiberreither – Zwei Leben“ von Stefan Karner. Da wir der Meinung sind, dass es wichtig ist, sich mit dieser Vergangenheit auseinanderzusetzen, beschäftigt mich das Thema besonders. Wenn ich richtig informiert bin, ist er mein Urgroßonkel gewesen. Er wurde nie für seine Gräueltaten belangt und lebte unter falschem Namen jahrzehntelang in Deutschland.
Verwandtschaft kann man sich nicht aussuchen, aber man kann sich damit beschäftigen!
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Zitat aus dem Film „Stalker“ (1979) von Andrei Tarkowski (1932 – 1986)
Schriftstellerin: „All ihre Technologie, all ihre Hochöfen, Räder und so ein Trubel, damit die Leute weniger arbeiten und konsumieren können. Die Menschheit existiert, ähm – um Kunstwerke zu schaffen. Zumindest ist das selbstlos im Vergleich zu allen anderen menschlichen Aktivitäten. Große Illusionen. Bilder der absoluten Wahrheit. Hören Sie mir zu, Professor?“
Professor: “Von welcher Selbstlosigkeit sprichst du? Immer wieder starben Menschen an Hunger. Hast du auf dem Mond gelebt?“
Vielen Dank!
Julia Überreiter (Künstlername: Julia Morpha) _ Mixed-Media-Künstlerin
Zur Person/über mich: Julia Überreiter (Künstlername: Julia Morpha) ist eine in Salzburg geborene Mixed-Media-Künstlerin, die zwischen Salzburg und Wien lebt und arbeitet. Sie studierte Multimedia Art an der FH Salzburg sowie Bildende Kunst an der Akademie der Bildenden Künste Wien.
In ihrer künstlerischen Praxis arbeitet sie medienübergreifend mit Skulptur, Fotografie, Installation, abstrakter Malerei und Musik. Ein Schwerpunkt liegt auf der Arbeit mit vorgefundenen Objekten und Altmetall, die sie in neue Zusammenhänge überführt. In ihrer fotografischen Arbeit setzt sie vorwiegend auf Fernauslöser und arbeitet mit Selbstinszenierung. Inhaltlich setzt sie sich mit gesellschaftlichen und soziopolitischen Fragen auseinander. Dabei beschäftigt sie sich unter anderem mit Körperpolitik und Gender, dem Verhältnis von Mensch und Umwelt, sowie mit gesellschaftlichen und politischen Strukturen. Auch die Sprache und visuellen Codes der Werbung spielen in ihrer Arbeit eine Rolle.
Julia Überreiter ist Mitglied bei IntAkt – Internationale Aktionsgemeinschaft bildender Künstlerinnen – sowie beim interdisziplinären Netzwerk eop.
Julia Überreiter absolviert eine Tanzausbildung in Contemporary Dance am Motion Lab Wien und arbeitet aktuell an einer Soundskulptur, als persönliche Auseinandersetzung mit ihrem vor zehn Jahren verstorbenen Großvater. In der Arbeit verbindet sie ihren Gesang mit elektronischer Musik und einer tragbaren Skulptur, die unter anderem mit Naturelementen wie Moos und Insekten gestaltet ist. Auf die Skulptur und ihren Körper werden Fotografien, Dias und Videoaufnahmen aus ihrer Kindheit mit ihrem Großvater projiziert. Die Arbeit ist als persönliche Hommage und als Geschenk an ihn gedacht.
Im Interview _ Lilith Noah, Schriftstellerin _ Wien
Liebe Lilith, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns?
Ich habe sie zugegebenermaßen erst vor kurzem zum ersten Mal gelesen: „Malina“ war vor ein paar Monaten mein Einstieg in Bachmanns Welt. Ich habe es geöffnet und gedacht: So etwas wie dieses Buch habe ich noch nie gelesen.
Das nächste ihrer Bücher liegt schon auf meinem Schreibtisch und ich will, als Lyrikerin, auch definitiv mehr von Bachmanns Lyrik lesen.
Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?
Ihre Art zu schreiben ist so intim, fast verwechselt man die geschriebenen Gedanken mit den eigenen. So ging es mir jedenfalls beim Lesen von „Malina“. Es ist mehr als stream of consciousness, es ist ein fließender Genrewechsel, der einzigartig ist und mich ein bisschen atemlos zurücklässt.
Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?
„Alle Tage“, ein pazifistisches Gedicht, beginnend mit „Der Krieg wird nicht mehr erklärt, sondern fortgesetzt. Das Unerhörte ist alltäglich geworden.“ Viele Zeitungsartikel der letzten Zeit sollten durch dieses Gedicht ersetzt oder ergänzt werden.
Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?
Ihr Werk ist heute so aktuell wie damals. Die negativen Auswirkungen und Ausuferungen des Patriarchats sind noch immer zu spüren – beispielsweise auch mehr als 50 Jahre nach der Erstveröffentlichung von „Malina“. Was Ingeborg Bachmann wohl zur Manosphere sagen würde? Zu Looksmaxxing? zur IncelCulture? Man bringe mir ein Ouija-Board.
Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?
Wie lieben wir überhaupt? Ich glaube, die Frage kann jede*r nur für sich selbst beantworten. Und ich hoffe die Antwort ist „Viel. Jeden Tag aufs Neue.“
„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?
Um eine meiner Lieblings-Lyrikerinnen Hera Lindsay Bird zu zitieren:
„Because I don’t have a right-sized reaction to the world
To write a book is not a right-sized reaction
To put all your bad thoughts on paper
And make someone else pay for them“
Schreiben und Kunst sind für mich aber weniger Martyrium, sondern mehr emotionaler Exhibitionismus. Gefühls-Abverkauf. Alles muss raus!
Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?
Die große Liebe zur Sprache, die man in jedem Satz merkt. Ihren Antifaschismus. Ihren Feminismus.
Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?
Ich hätte sie, wenn man sie heute wiedererweckt, gerne gefragt: „Ist die Zukunft so, wie du sie erwartet hast? Bist du enttäuscht oder erfreut? Geht es uns wirklich gut, ohne dass wir es merken, oder stehen wir am Rande einer Krise? Sind wir schon mittendrin? Möchtest du deinen Kaffee auch mit Hafermilch?“
Was sind Deine aktuellen Projektpläne?
Nachdem mein zweiter Lyrikband gerade erschienen ist, arbeite ich an meinem ersten Romanprojekt. Ich möchte noch nicht viel über den Inhalt verraten aber so viel sei gesagt: Die Auswirkungen des Patriarchates spielen auch hier eine große Rolle.
Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?
„Auch unsere Mütter haben
von der Zukunft ihrer Männer geträumt,
sie haben sie mächtig gesehen,
revolutionär und einsam (…)“
aus dem Gedicht „Curriculum Vitae“
Herzlichen Dank für das Interview!
Lilith Noah, Schriftstellerin
Zur Person/über mich: Maria Rohnefeld ist Lyrikerin und Künstlerin, sie schreibt und veröffentlicht unter dem Pseudonym Lilith Noah. Ihr erster Lyrikband „receipts“ wurde 2021 veröffentlicht, ihre Gedichte erschienen unter anderem in „Der Standard“ und waren Teil von Ausstellungen in Wien und Basel. 2024 erhielt sie das Startstipendium Literatur für ihr Projekt „die angst, dass alles anders wird die angst, dass alles so bleibt wie es ist“ – erschien 2026 im Czernin-Verlag und ist ihr deutschsprachiges Debüt.
Aktuelle Buchveröffentlichung:
Lilith Noah, die angst, dass alles anders wird | die angst, dass alles bleibt, wie es ist. Gedichte _ Czernin Verlag
Ausstattung: Softcover mit offenem Rücken und Fadenheftung Format: 12,5 x 19 cm
Seiten: 80
ISBN: 978-3-7076-0913-4
Preis Buch: Euro 20,00
»die angst, dass alles anders wird, ist unvermeidlich wie der sonnenaufgang oder kebabflecken auf der frisch gewaschenen bettwäsche«, notiert das lyrische Ich von Lilith Noah.
In ihren Gedichten, die auf Instagram mehr als 90.000 Menschen erreichen, gibt sie dem Lebensgefühl der Generation Z Ausdruck und schafft eine starke emotionale Nähe zu ihren Leser*innen, die sie mit Slogans wie »build your own poem« miteinander ins Gespräch bringt und zu Kompliz*innen ihrer Kunst erklärt.
Zu entdecken ist eine Autorin mit großer Sprachlust und einem unverwechselbaren Sound, die ein neues Publikum für Lyrik begeistert und zugleich einen überraschenden Blick auf die Zumutungen und Zukunftsängste unserer Gegenwart eröffnet.
Katrin Fuchs, Sängerin, Schauspielerin _ Wien _ performing Malina _ Originalschauplatz Wien _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _ Walter Pobaschnig 1/26 f.
100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _
Text & Performance _ Originalschauplatz „Malina“_ Wien
MALINA_UNDINE GEHT _ INGEBORG _ Akrosticha
Text _ Lilith Noah, Schriftstellerin _ Wien
Performance _ Katrin Fuchs, Sängerin, Schauspielerin _ Wien
Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig
MALINA
Mann sagt ihr wie sie sich
Anzuziehen habe sie
Lächelt
Ihn an und zieht sich aus, setzt das
Negligé in Flammen, ihn gleich mit, natürlich un
Absichtlich.
UNDINE GEHT
Und wenn Mann
Noch dazu liebevoll
Du hast geile Titten aus dem Tesla ru
Ist ihr Lächeln gleich
Noch strahlender.
E-Autos brennen besonders gut.
Gut, Mann nennt sie dann
Eher Pyromanin, aber dabei
Heuchlerisch, denn früher baute Mann
Tatkräftig den Scheiterhaufen.
INGEBORG
Irgendwie wäre sie dem Wasser doch mehr zugetan.
Neben all den Brandblasen
Gibt es keinen Platz mehr für
Ein Herz.
Blöd nur, dass Mann
Ohnehin recht oft auf eins verzichtet.
Rauch steigt auf wenn wieder irgendwo
Getötet nur aus Liebe steht.
Lilith Noah, 25.9.2026
100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _
Text & Performance _ Originalschauplatz „Malina“_ Wien
MALINA_ UNDINE GEHT _ INGEBORG _ Akrosticha
Text _ Lilith Noah, Schriftstellerin _ Wien
Performance _ Katrin Fuchs, Sängerin, Schauspielerin _ Wien
Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.
Lilith Noah, Schriftstellerin
Zur Person/über mich: Maria Rohnefeld ist Lyrikerin und Künstlerin, sie schreibt und veröffentlicht unter dem Pseudonym Lilith Noah. Ihr erster Lyrikband „receipts“ wurde 2021 veröffentlicht, ihre Gedichte erschienen unter anderem in „Der Standard“ und waren Teil von Ausstellungen in Wien und Basel. 2024 erhielt sie das Startstipendium Literatur für ihr Projekt „die angst, dass alles anders wird die angst, dass alles so bleibt wie es ist“ – erschien 2026 im Czernin-Verlag und ist ihr deutschsprachiges Debüt.
Katrin Fuchs, Sängerin, Schauspielerin
Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann
Foto: Lilith Noah _ privat
Fotos: Katrin Fuchs, Sängerin, Schauspielerin _ Wien _ performing Malina _ Originalschauplatz Wien _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _ Walter Pobaschnig 1/26 _ 8/26.
im Interview _ Michael Kleinherne, Schriftsteller _ Eichstätt im Altmühltal/D
Lieber Michael, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns?
Ihre Lyrik, aber auch Prosatexte, etwa aus den Erzählbänden wie „Das dreißigste Jahr“, haben schon lange eine starke Wirkung auf mich ausgeübt. Der aktuell in den Kinos laufende Film mit Sandra Hüller war dann noch einmal ein ganz anderer Zugang zu ihr, auch durch die Original-Interviews mit ihr darin, die ich noch nicht kannte.
Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?
Diese unfassbare Sensibilität beeindruckt mich am meisten.
Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?
Ich möchte einmal, wie schon oben erwähnt, eine Erzählung hervorheben, die vielleicht nicht so bekannt ist: „Jugend in einer österreichischen Stadt“. Ich hatte mal eine Lesungsreihe im Stadttheater Ingolstadt und wählte diesen Text aus, der dann von einer Schauspielerin auf eindrucksvolle Weise vorgelesen wurde.
Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?
Da muss man ja nicht weit schauen, ein Blick nach Russland, Iran, USA und nach anderswo zeigt uns, wo das hinführt.
Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?
Gute Frage, der ich seit Jahrzehnten nachgehe … bisher eher erfolglos.
„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?
Das kann es sein, muss aber es nicht sein. Für sie gehörte es leider wohl dazu.
Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?
Da wiederhole ich mich und nenne ihre unfassbare Sensibilität.
Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?
„Was wollten Sie noch schreiben, Frau Bachmann?“
Was sind Deine aktuellen Projektpläne?
Ich schreibe einen Roman über eine Freundschaft zweier Frauen.
Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?
„Nie hat er gedacht, dass von tausendundeiner Möglichkeit vielleicht schon tausend Möglichkeiten vertan und versäumt waren – oder dass er sie hatte versäumen müssen, weil nur eine für ihn galt.“ (aus „Das dreißigste Jahr“)
Herzlichen Dank für das Interview!
Michael Kleinherne, Schriftsteller
Zur Person/über mich: Michael Kleinherne, 1964 in Westfalen geboren, lebt seit dem Studium in Eichstätt. Er arbeitet dort als freier Autor, Journalist und Dozent für Kreatives Schreiben, Schreibberatung und Englisch. An der Universität Eichstätt initiierte und leitete er zehn Jahre lang das jährliche Festival LiteraPur. 2002 erhielt er den Reportagepreis der Akademie der Bayerischen Presse. 2015 war er auf Einladung der University of Dallas Gastautor am Dallas Goethe Center.
2012 erschien sein Kurzgeschichtenband Drehpause, danach die Romane Daniel, Die Aktion, Der Mann auf dem Foto, Absinth und Lea. Sein aktueller Roman Nike erschien im vergangenen Herbst. Er ist Beisitzer im Vorstand des Verbandes deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller München-Oberbayern.
Lady Diana, Princess of Wales – eine der schillerndsten, selbstbewussten wie tragischsten Persönlichkeiten moderner royaler Familien- und Gesellschaftsgeschichte strahlt auch über ihren dramatischen Unfalltod am 31.8.1997 in Paris mit 36 Jahren bis in die Gegenwart in ihrer ganz individuellen Aura, die viele Aspekte von Identität und Emanzipation weiblicher Gesellschaftsgeschichte in sich trägt, in Faszination wie auch Geheimnis aus.
Ihr Bruder, Charles Spencer, der auch eine bemerkenswerte Rede beim Begräbnis seiner Schwester hielt, gibt nun einen Rückblick und Einblick in die persönliche Familiengeschichte im gemeinsamen Auf-, Heranwachsen wie der späteren Lebenswege und den Austausch in Glück und Leid dabei. Das gute Verhältnis der Geschwister ermöglichte persönlichen Halt wie Mitteilung und Anvertrauen in schweren Lebenskrisen.
Es ist eine sehr persönliche Erinnerung, die in sehr gelungener Verbindung die Privatperson wie die öffentliche, vielseitig engagierte, Prinzessin Diana in das flackernde Licht von Leben, Liebe, Werk und Wirkung stellt.
„Ein berührendes Requiem und Manifest an eine der strahlendsten, mutigsten und tragischsten Frauenpersönlichkeiten moderner royaler Familien-, Gesellschafts- und Politgeschichte.“
„Swan Song“ Diana, meine Schwester. Charles Spencer. Penguin Verlag.
Hardcover, mit Schutzumschlag, 384 Seiten, 13,5×21,5cm
Übersetzung: Aus dem Englischen von Renate Graßtat, Sophia Lindsey, Ursula C. Sturm, Thomas Wollermann
Julia Hagenhofer, Schauspielerin_Wien _ performing _ Malina/Ingeborg Bachmann _ Originalschauplatz Wien _ Walter Pobaschnig 10/21, folgende
100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _
Text & Performance am Originalschauplatz _ „Malina“_ Lebensort Ingeborg Bachmanns in Wien (1949-53)
INGEBORG _ Akrostichon
Text_ Michael Kleinherne, Schriftsteller _ Eichstätt im Altmühltal/D
Performance _ Julia Hagenhofer, Schauspielerin_Wien
Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig
INGEBORG
Inspiration
Nächte
Geheimnis
Erlebnis
Bedeutung
Ortswechsel
Reinheit
Genialität
Michael Kleinherne, 6.9.2026
Julia Hagenhofer, Schauspielerin_Wien _ performing _ Malina/Ingeborg Bachmann _ Originalschauplatz Wien _ Walter Pobaschnig 10/21
100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _
Text & Performance am Originalschauplatz _ „Malina“_ Lebensort Ingeborg Bachmanns in Wien (1949-53)
INGEBORG _ Akrostichon
Text_ Michael Kleinherne, Schriftsteller _ Eichstätt im Altmühltal/D
Performance _ Julia Hagenhofer, Schauspielerin_Wien
Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig
Michael Kleinherne, Schriftsteller
Zur Person/über mich: Michael Kleinherne, 1964 in Westfalen geboren, lebt seit dem Studium in Eichstätt. Er arbeitet dort als freier Autor, Journalist und Dozent für Kreatives Schreiben, Schreibberatung und Englisch. An der Universität Eichstätt initiierte und leitete er zehn Jahre lang das jährliche Festival LiteraPur. 2002 erhielt er den Reportagepreis der Akademie der Bayerischen Presse. 2015 war er auf Einladung der University of Dallas Gastautor am Dallas Goethe Center.
2012 erschien sein Kurzgeschichtenband Drehpause, danach die Romane Daniel, Die Aktion, Der Mann auf dem Foto, Absinth und Lea. Sein aktueller Roman Nike erschien im vergangenen Herbst. Er ist Beisitzer im Vorstand des Verbandes deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller München-Oberbayern.
Ingeborg Bachmann auf ihrer Terrasse _ Bocca de Leone/Rom _ um 1970
100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _
Im Interview _ Maria Appenzeller, Schriftstellerin _ Mühlviertel/OÖ
Liebe Maria Appenzeller, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns?
Wegen des Bachmann-Preises ist sie mir seit langem ein Begriff. Mit ihren Texten auseinandergesetzt habe ich mich erst jetzt.
Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?
Mit wenigen Worten so viel Raum aufzumachen.
Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben und warum?
Das Gedicht „Aufblickend“ finde ich unglaublich. Aber auch „Anrufung des Großen Bären.“ Beide Texte arbeiten in mir.
Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?
Wie geht es dir heute?
Was sind Deine aktuellen Projektpläne?
Mein Jugendroman „Honey – Wie ich mich in einen Punk verliebte“ ist im August 2026 im Mantelverlag erschienen. Ich habe 14 Jahre lang an dem Roman gearbeitet. Ich bin glücklich. Auch aufgeregt. Eine spannende Zeit beginnt.
Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?
„Nur die Zeitangabe musste ich mir lange überlegen, denn es ist mir fast unmöglich „Heute“ zu sagen, obwohl man jeden Tag „Heute“ sagt.“ Malina
Damit hat sie mich gehabt. Ein herrlicher Satz.
Herzlichen Dank für das Interview!
Maria Appenzeller, Schriftstellerin
Zur Person/über mich: Maria Appenzeller ist eine österreichische Jugendroman-Autorin und schreibt über Mädchen, die gegen den Mainstream erwachsen werden. Mit Humor und Tiefe behandelt sie Fragen wie: Darf ich sein wie ich bin, auch wenn der Preis dafür ist, dass ich vielleicht nicht so beliebt bin? Wo ist mein Platz im Leben? Bin ich eine Außenseiterin oder ist es okay, anders zu sein?
Maria lebt mit Familie und Hund in einem kleinen Haus auf dem Land, umgeben von einem blühenden Garten. Dort züchtet sie Gemüse, kocht Marmelade ein und backt Brot. Sie ist eine begeisterte Reiterin.
Julia Hagenhofer, Schauspielerin_Wien _ performing _ Malina/Ingeborg Bachmann _ Originalschauplatz Wien _ Walter Pobaschnig 10/21, folgende
100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _
Text & Performance am Originalschauplatz
MALINA _ Akrostichon
Text_ Maria Appenzeller, Schriftstellerin _ Mühlviertel/OÖ
Performance _ Julia Hagenhofer, Schauspielerin_Wien
Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig
MALINA
Meinst du,
andere
leben
insgeheim
natürlicher
als du?
Maria Appenzeller, 24.8.26
Julia Hagenhofer, Schauspielerin_Wien _ performing _ Malina/Ingeborg Bachmann _ Originalschauplatz Wien _ Walter Pobaschnig 10/21
100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _
Text & Performance am Originalschauplatz
MALINA _ Akrostichon
Text_ Maria Appenzeller, Schriftstellerin _ Mühlviertel/OÖ
Performance _ Julia Hagenhofer, Schauspielerin_Wien
Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig
Ingeborg Bachmann, Rom 1962
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.
Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.
Zur Person/über mich: Maria Appenzeller ist eine österreichische Jugendroman-Autorin und schreibt über Mädchen, die gegen den Mainstream erwachsen werden. Mit Humor und Tiefe behandelt sie Fragen wie: Darf ich sein wie ich bin, auch wenn der Preis dafür ist, dass ich vielleicht nicht so beliebt bin? Wo ist mein Platz im Leben? Bin ich eine Außenseiterin oder ist es okay, anders zu sein?
Maria lebt mit Familie und Hund in einem kleinen Haus auf dem Land, umgeben von einem blühenden Garten. Dort züchtet sie Gemüse, kocht Marmelade ein und backt Brot. Sie ist eine begeisterte Reiterin.
Maria Appenzeller, Schriftstellerin _ Mühlviertel/OÖ
Maria Appenzeller, Schriftstellerin
Liebe Maria Appenzeller, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Wie immer. Ich versuche die Balance zu finden, zwischen Arbeit, Freizeit und Verpflichtungen. Und wenn ich das wieder mal nicht hinkriege, sollte zumindest etwas Zeit für mich dabei sein.
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Zuversicht. Und eine Politik, die trägt.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Wissen wir das? Ich nehme viele Ängste wahr, bei mir wie bei anderen. Aber erst im Rückblick werden wir Gewissheit haben. Ich glaube Ambiguitätstoleranz ist wichtig. Es ist nicht einfach, Unsicherheiten auszuhalten. Wir dürfen – ja wir müssen – uns Zuversicht erlauben. Sie fördert Resilienz und verleiht uns Kraft. Meine Großmutter ist mir hierbei ein Vorbild. Sie hat bei allen Herausforderungen ihres Lebens auch das Schöne gesehen und sich daran genährt.
Kunst darf das Denken anregen, Ambiguität erzeugen und uns auf diesem Weg herausfordern. Kunst darf Resilienz fördern.
Was liest Du derzeit?
Unter anderem Malina.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Kunst ist wie Brot. Manche essen lieber Kuchen.
Viele Jahre habe ich vom Kuchen gelebt, habe viel probiert, viel gelernt. Jetzt, wo mein Roman erscheinen durfte, fühle ich mich wie erweckt als Künstlerin, und – mein Gott! – wie sehr ich das Brot brauche!
Vielen Dank!
Maria Appenzeller, Schriftstellerin
Zur Person/über mich: Maria Appenzeller ist eine österreichische Jugendroman-Autorin und schreibt über Mädchen, die gegen den Mainstream erwachsen werden. Mit Humor und Tiefe behandelt sie Fragen wie: Darf ich sein wie ich bin, auch wenn der Preis dafür ist, dass ich vielleicht nicht so beliebt bin? Wo ist mein Platz im Leben? Bin ich eine Außenseiterin oder ist es okay, anders zu sein?
Maria lebt mit Familie und Hund in einem kleinen Haus auf dem Land, umgeben von einem blühenden Garten. Dort züchtet sie Gemüse, kocht Marmelade ein und backt Brot. Sie ist eine begeisterte Reiterin.