Mühlviertler Feuer. Eva Reichl. Kriminalroman. Gmeiner Verlag.

Da war die Nacht. Die Ruhe. Roswitha und Karl und ihr Hund. Der Schlaf, das beschauliche Leben inmitten der sanften Hügel, Wälder des Mühlviertel. Der Takt der Tage ist ein regelmäßiger Rhythmus der Jahreszeiten. Licht und Dunkelheit. Sonne und Mond.

Der Mond über der Stille der Landschaft, dessen Schein jetzt ihr Gesicht berührt. Sie erwacht

„Gejaule drang an ihr Ohr“… “Du bist dran“, murmelte Roswitha…

Roswitha liebte es, wenn Karl an der Reihe war, mitten in der Nacht mit dem Hund Gassi zu gehen…“

Der vertraute Weg mit dem Hund. Hundertmal. Auch in der Dunkelheit. Dann aber ein Geräusch und die französische Bulldogge sprintet los. Karl hinterher.

Ein Haus. Licht.

„Er trat näher an das Haus heran und spähte durchs Fenster. Das Licht war gar kein Licht.

Es war Feuer!“

Und dann der Tag. Asche und Tod. x3.

Das Telefon läutet bei Chefinspektor Oskar Stern. Sein Fall.  

Und jetzt hinein in die Tagesidylle rundum und hin zu Asche und Glut und den tödlichen Geheimnissen zwischen Wegen, Mühlen und Abgründen…

Bestsellerautorin Eva Reichl legt einen weiteren Mühlviertler Kriminalroman vor und dieser ist gleichsam ein roter Himmel abgründiger menschlicher Abendämmerung, der strahlend und intensiv Charaktere in sensationeller fesselnder Spannungsdichte zeichnet und in zerreißenden Lebensbanden offenlegt.

Es ist eine ganz feine wie messerscharfe soziale und psychologische literarische Klinge, mit der die in Oberösterreich lebende Autorin in das Herz und den Schmerz, den Zorn und die Rache von Existenz und Gesellschaft, Zeit hinter den typisch Mühlviertler grau-weißen Granitstein-Fassaden –  „Steinbloßstil“ (Steinbloß-Bauweise) – schneidet und zu Tisch, Bett, Stube und allen Abgründen darin blicken lässt und menschliche Fassadenmasken zerreißt.

„Eva Reichl ist die Donna Leon des modernen deutschsprachigen Krimis!“

Mühlviertler Feuer. Eva Reichl. Kriminalroman. Gmeiner Verlag.

320 Seiten, 12,5 x 20,5 cm, Paperback, E-Book

Print 15,50 € / E-Book 11,99 €

ISBN 978-3-8392-8168-0

Fotos: Jasmin Avissar, Tänzerin, Choreographin _ Wien _ performing „Malina“ _ Walter Pobaschnig 6/25

Foto: Cover _ Verlag

Walter Pobaschnig  10/26

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„Mein Name sei…“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Ana Maria Blanco/Lisa-Marie Lealahabumrung _ Baden Württemberg/D/Wien 14.10.2026

Lisa-Marie Lealahabumrung, Sängerin, singer- songwriter _ Wien _
performing Malina _ Originalschauplatz Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig 8/26 f.

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz „Malina“ Wien.

MALINA_ Akrostichon

Text _  Ana Maria Blanco, Autorin, Klangkünstlerin und Vokalistin _ Baden Württemberg/D

Performance _  Lisa-Marie Lealahabumrung, Sängerin, singer- songwriter _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

MALINA

M
ein Name sei…

Auch ich schrieb, weil es mich schmerzte

Liebend bin ich ein wir, ein

Ich, dass sich nicht beugen mag,

Nicht um der Liebe willen

An deine Ufer gespült, Atem tauschen, Worte finden

Ana Maria Blanco, 23.8.2026

Lisa-Marie Lealahabumrung, Sängerin, singer- songwriter _ Wien _
performing Malina _ Originalschauplatz Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig 8/26

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance Originalschauplatz „Malina“ Wien.

MALINA_ Akrostichon

Text _  Ana Maria Blanco, Autorin, Klangkünstlerin und Vokalistin _ Baden Württemberg/D

Performance _  Lisa-Marie Lealahabumrung, Sängerin, singer- songwriter _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

Ana Maria Blanco, Autorin, Klangkünstlerin und Vokalistin
 Lisa-Marie Lealahabumrung, Sängerin, singer- songwriter

Foto: Ingeborg Bachmann _ Garibaldi Schwarze

Foto: Ana Maria Blanco _ privat

Fotos: Lisa-Marie Lealahabumrung, Sängerin, singer- songwriter _ Wien _
performing Malina _ Originalschauplatz Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Walter Pobaschnig 8/26

Walter Pobaschnig, 23.8.2026

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„Leider wird Bachmann immer aktueller. Rechtskonservative Strömungen verstärken sich, die Frauen sollen wieder ausschließlich im Privaten tätig sein und die Familie zusammenhalten. Sie sollen Kinder bekommen und sich nur äußern, wenn der Mann dies gestattet.“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Ana Maria Blanco, Schriftstellerin _ Baden Württemberg/D 14.10.2026

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann auf der Terrasse in ihrer Wohnung in Rom,
Bocca de Leone, um 1970
Ana Maria Blanco, Autorin,
Klangkünstlerin und Vokalistin

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview _  Ana Maria Blanco, Autorin, Klangkünstlerin und Vokalistin _ Baden Württemberg/D

Liebe Ana Maria, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Ich habe Ingeborg Bachmann in der Schule kennengelernt. Da ich bereits als kleines Mädchen viel geschrieben und gelesen habe, war ich die Einzige, die der Lyrik im Unterricht etwas abgewinnen konnte. Ich hatte bereits in der Grundschule einen lila Ordner, indem ich alles sammelte, was ich schrieb. Comics, selbstgebastelte Schatzkarten, Theaterstücke-kamen später dazu-Rätsel, Bilder und Gedichte. Es war ein Mitbringsel meines Vaters aus der Joghurt-Fabrik, in der er damals arbeitete. Zwei meine Texte wurden in der Heilbronner Stimme veröffentlicht, da war ich in der 10.Klasse.

Ingeborg Bachmanns Rolle in der Aufarbeitung der Nationalsozialistischen Diktatur und der anhaltenden verkrusteten Machtstrukturen, die nicht zuletzt die wirkliche Emanzipation der Frau, und auch und vor allem der künstlerisch tätigen Frau, behinderten, war in ihren Texten allgegenwärtig und hat mich sehr beeindruckt.

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

Ingeborg Bachmanns Texte sind sprachlich präzise und gleichzeitig bildreich metaphorisch. Sie ermöglichen damit einen intellektuellen und gleichzeitig einen unmittelbar emotionalen Zugang.

Ihre Texte sind zeitlos, es ist erstaunlich, dass trotz des immanenten Zeitbezugs ihre Texte auch heute noch mit den Lesern in Beziehung treten. Ich habe mich immer stark von ihren Natur-Metaphern und Bildern angesprochen gefühlt. Sie sind auch ein wesentliches Element in meinen Texten. Obwohl der Mensch ein Homo technicus geworden ist im Zeitalter des Transhumanismus, holen uns Sterblichkeit, Krankheit und Naturkatastrophen immer wieder auf den Boden unseres allzu fleischlichen Körpers. Wir existieren nur scheinbar abgekoppelt von der Natur. Hat der der gläubige Mensch seine Unsterblichkeit im transzendentalen Ewigkeitsversprechen monotheistischer Religionen gesucht, glaubt der Homo technicus seine Verletzlichkeit mit den Mitteln der Medizintechnologie zu bannen. Wann hört der Mensch auf, Mensch zu sein? Spätestens dann, wenn seine Gedanken, Wünsche und Werke in einer Cloud gespeichert sind? Wie im philosophischen Dilemma „ Schiff des Theseus“ ergeben sich existenzielle Fragen nach dem Überleben des Subjekts.

Ingeborg Bachmanns Texte führen uns vor Augen, dass der Mensch immer noch ein „Homo natura“ ist. Mit dem Einbrechen der Nacht kommen die Zweifel und die Angst „meine Zweifel, bitter und ungestillt“ eine Zeile aus „Dem Abend gesagt“ in sämtliche Gedichte, Piper Verlag.
Nietzsche hat den Begriff des „Homo natura“ geprägt und wies uns darauf hin, dass wir nicht nur Geistwesen sind, sondern auch Natur- und Körperwesen.
Hier soll sich der Mensch zwar eben nicht nur als animalisches Prinzip erweisen, sondern durch den „Willen zur Macht“ als Mensch selbst erschaffen, um überhaupt als ein Subjekt in der Natur zu existieren. Nur der Wille zur Transformation und Entwicklung macht aus Homo ein Homo natura. Der „Wille zur Macht“ wurde ja im Nationalsozialismus pervertiert und umgedeutet. Nietzsche meinte allerdings nicht die Idee einer Herrenrasse, die alles vernichtet was nicht ins Konzept passt, sondern die Schaffenskraft des Menschen, die den Menschen erst zum Menschen macht.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

Sämtliche Gedichte, erschienen im Piper Verlang :„Die gestundete Zeit“, 1953 erschienen, ist eines meiner Lieblingsgedichte. Enthalten ist auch der Band „Anrufung des Großen Bären“.
„Wir haben es nicht gut gemacht“ .Der Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Max Frisch.

Hinweisen möchte ich auch auf ihre Hörspiele, die um 1989 im SWR 2 liefen: Zitat: https://www.ardsounds.de/episode/urn:ard:episode:923b4fd198955190/:
“Ingeborg Bachmann schuf drei bedeutende Original-Hörspiele, die als Klassiker der Literaturgeschichte gelten. Ihre Werke prägten das moderne Hörspiel als eigenständige Kunstform“.

 Der gute Gott von Manhattan (1958) und Die Zikaden (1955).

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Leider wird sie immer aktueller. Rechtskonservative Strömungen verstärken sich, die Frauen sollen wieder ausschließlich im Privaten tätig sein und die Familie zusammenhalten. Sie sollen Kinder bekommen und sich nur äußern, wenn der Mann dies gestattet. In Afghanistan erleben wir, dass eine Frau weder singen, noch sonst irgendwie in der Öffentlichkeit präsent sein darf. Das Netz ist voll mit irgendwelchen Alpha-Männern, die eine Form der Maskulinität befeuern, die sich durch Gewalt und Dominanz äußert. Statt im Einklang mit der Natur zu leben, wird gegen die Natur gelebt. Klimakrisen und Zerstörung der Lebensgrundlagen werden geleugnet für ein „wir machen weiter wie bisher“. Die Welt ginge auch morgen nicht unter, sagte Minister Friedrich Merz unlängst.

Alte Männer führen wieder Krieg gegeneinander, statt auf Kooperation und Verständigung zu setzen.
Während Frauen etwas verändern möchten- Fridays for Future hat, neben Luisa Neubauer und Greta Thunberg ( kontroverse öffentliche Person), viele Frauen als Mitglieder- werden aktuell reaktionäre Kräfte mit völkischem Denken immer stärker. Allerdings muss ich auch anmerken, dass nicht wenige Frauen sich der AfD anschließen und Trump auch von vielen Frauen gewählt wurde. Eine Katastrophe!

Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?

Wir leben immer noch zwischen dem Wunsch nach inniger Bindung und dem Bedürfnis nach Selbstständigkeit und Selbstbehauptung. Liebe erfordert Hingabe und genau dann sind wir alle am Verwundbarsten. Literatur braucht auch Hingabe, sich mit allem was man hat und ist, ins Geschehen zu werfen. Das macht Künstler so verletzlich.

Gerade in Beziehungen, die von Künstlern und Musikern geführt werden, ist die schreibende Frau auch immer Konkurrentin. In dem Film(2023) „Anatomie eines Falls“ mit Sandra Hüller, erleben wir, wie die Schriftstellerin und ihr Werk in der Gerichtsverhandlung seziert werden und der Konflikt des Schriftstellerpaares mit der fiktionalen Welt der Literatur kollidiert und verschmilzt. Während die Schriftstellerin immer erfolgreicher wird, leidet ihr Mann an einer Schreibblockade. Ist der Tod des Mannes ein Unfall oder wurde er von seiner Frau getötet? Die bisexuelle Autorin wird vom Staatsanwalt als egoistisch und streitlustig dargestellt, privateste Aufnahmen in der Öffentlichkeit verhandelt.
Die Rollenverteilung und Machtverhältnisse sind in gleichberechtigten Beziehungen Verhandlungsmasse und eine Schriftstellerin, gerade wenn erfolgreich, scheint eine Provokation der Evolution zu sein.

Das Selbstverständnis des Mannes, ist oftmals das eines Eroberers, der sich seiner Frau nur dann gewiss zu sein scheint, wenn diese sich ihm unterordnet. Das widerstrebt der Schriftstellerin.
Im veröffentlichten Briefwechsel von Ingeborg Bachmann und Max Frisch (Wir haben es nicht gut gemacht) erscheint ja der Dialog, dass Frisch der Herr sei und Bachmann die Magd.

Dies ergab sich während einer schweren Krise im Sommer 1959, als die ungleiche Rollenverteilung in ihrer Beziehung im Briefverkehr thematisiert wurde.

Die Begriffe „Herr“ und „Magd“ gehen wohl auf eine von Frisch eingebrachte Metaphorik zurück. Bachmann wehrt sich in einem Brief dagegen, dieses destruktive Machtgefälle aufrecht zu erhalten („Lass uns also nicht Herr und Magd spielen!“), während Frisch entgegnet, er wolle nicht ihr Herr sein.

Simone de Beauvoir und Paul Sartre siezten sich und auf de Beauvoir geht die berühmte Aussage zurück „On ne naît pas femme: on le devient.“ Das lässt sich übersetzen in„Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es.“

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg
Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

In den Nachkriegsjahren war Ingeborg Bachmann sicherlich eine Pionierin der Literatur im deutschsprachigem Raum. Schreiben findet nicht in der Öffentlichkeit statt und setzt einen gewissen Willen zur Emanzipation von bekanntem und etabliertem voraus. Schreiben gleicht einem Blindflug in unwegsamen Terrain.

Im stetigen Dialog mit sich selbst, um eine neue Sprache ringend, die gleichzeitig von anderen verstanden werden muss, findet eine Entgrenzung statt, eine Entäußerung, die mit Vertrautem bricht. Das alles ohne Netz und doppeltem Boden und damals in der Stille, die nur vom Geklapper der Schreibmaschine begleitet wird.

Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?

Ihre Genussfähigkeit, ihren Mut, ihre Bereitschaft Risiken einzugehen und all das in eine Sprache zu kleiden, die immer noch berührt.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?
Ich hätte gerne gewusst, ob sie, neben ihren Erfolgen und der Anerkennung durch die bedeutenden literarischen Zirkel, einsam gewesen ist.
Mich würde es auch interessieren, wie hart es war, sich als Frau zu behaupten, die alle die Forderungen, wie eine Frau zu sein habe, unterlief. Die in Italien lebte, liebte und schrieb und mit einem der bekanntesten Schriftsteller seiner Zeit eine On- Off- Beziehung hatte und sich seiner Kritik und auch Anerkennung stellte.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Ich arbeite an mehreren Gedichtzyklen „ Die Farben des Wassers“ , „Alltagsfriktion“ und „Kriege“. Gleichzeitig schreibe ich an einem Buch, das sich mit den Themen Migration und Gewalterfahrungen auseinandersetzt. Ich nehme auch immer wieder an Preisen und Ausschreibungen teil.

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

Im Wintersemester 1959/60 hielt Ingeborg Bachmann als erste Dichterin überhaupt die neu ins Leben gerufene Frankfurter Poetikvorlesung an der Johann Wolfgang-Goethe-Universität. Unter dem Titel „Probleme zeitgenössischer Dichtung“ hielt sie fünf wegweisende Vorträge, die ihre ästhetischen Überzeugungen und ihre strenge Sprachmoral definieren.

„Hätten wir das Wort, hätten wir die Sprache, wir bräuchten die Waffen nicht.“ Ingeborg Bachmann äußerte diesen Satz im Jahr 1959 in ihren Frankfurter Poetikvorlesungen (Vorlesung „Figuren und Scheinfragen“).

Herzlichen Dank für das Interview!

Ana Maria Blanco, Autorin,
Klangkünstlerin und Vokalistin

Foto: Ingeborg Bachmann _ Garibaldi Schwarze

Fotos: Ana Maria Blanco _ privat

Walter Pobaschnig, 23.8.2026

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„Mich fasziniert besonders, wie sie die Grenzen der Gattung Roman überschreitet und neue Möglichkeiten literarischer Sprache eröffnet“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Nicola Quaß, Schriftstellerin _ Düsseldorf 13.10.2026

Ingeborg Bachmann _ Nicola Quaß

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann in Rom, um 1970

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

im Interview _ Nicola Quaß, Schriftstellerin _ Düsseldorf

Liebe Nicola, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Zu ihrem Werk gibt es gleich mehrere Zugänge. Als ich vor vielen Jahren mit der Lyrik begonnen habe, waren es genau ihre Gedichte, die mich dazu inspiriert hatten. In Düsseldorf gab es früher eine Buchhandlung mit angeschlossenem Antiquariat – den Stern-Verlag – in dem ich meine Samstagnachmittage verbrachte. Anders als in den meisten Buchhandlungen gab es dort eine ungewöhnlich große Lyrikabteilung, in der sogar zeitgenössische Gedichtbände zu finden waren. Dort habe ich sie zum ersten Mal für mich entdeckt. Besonders beeindruckte mich damals der Gedichtband Die gestundete Zeit.

Den zweiten Zugang bereitet mir ihr prosaisches Werk. Im Todesartenprojekt, allen voran in Malina, setzt sie ihr lyrisches Schreiben in der Prosa fort. Mich fasziniert besonders, wie sie die Grenzen der Gattung Roman überschreitet und neue Möglichkeiten literarischer Sprache eröffnet.

Was macht das Besondere ihres Schreibens aus?

Was mich an ihrem Schreiben und ganz besonders an ihren Gedichten berührt, ist die Art, wie sie mit Worten ihr Innenleben erfahrbar macht. Ihre Gedichte besitzen eine hohe Musikalität bei gleichzeitiger Formstrenge, und ihre semantischen Neuschöpfungen wirken bis heute erstaunlich modern. Die Kombination aus hoher handwerklicher Meisterschaft und großer Experimentierfreude beeindruckt mich immer wieder aufs Neue.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben und warum?

Neben dem Gedichtband Die gestundete Zeit und dem Roman Malina möchte ich besonders das Hörspiel Der gute Gott von Manhattan hervorheben, weil sich darin ihre schriftstellerische Vielseitigkeit und ihr selbstverständlicher Umgang mit unterschiedlichen literarischen Formen zeigen, die dennoch von einem unverwechselbar lyrischen Ton getragen sind.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Mit welcher (literarischen) Haltung sie heute auf die Welt schauen würde.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Ich befinde mich gerade in der Lektoratsphase meines zweiten Romans, der im Frühjahr 2027 bei kul-ja! publishing erscheint. Außerdem arbeite ich an meinem dritten Gedichtband.

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

Dein Blick spurt im Nebel:

die auf Widerruf gestundete Zeit

wird sichtbar am Horizont

(aus dem Gedicht: Die gestundete Zeit)

Herzlichen Dank für das Interview!

Nicola Quaß, Schriftstellerin

Nicola Quaß, Schriftstellerin

Zur Person: Nicola Quaß wurde in Wetzlar geboren. Sie schreibt Lyrik und poetische Prosa. Für ihre Lyrik erhielt sie unter anderem den Ulrich-Grasnick-Lyrikpreis (2023) und den Rolf-Bossert-Gedächtnispreis (2025). Sie veröffentlichte die Gedichtbände Nur das Verlorene bleibt (hochroth Heidelberg, 2020) und Moorland (dr. ziethen verlag, 2024). Ihr Romandebüt Hungergesang erschien im Oktober 2025 bei kul-ja! publishing in Georgenthal. Sie lebt in Düsseldorf.

Website: Nicola Quaß – Autorin zeitgenössischer Lyrik und Prosa

Foto: Ingeborg Bachmann _ Garibaldi Schwarze

Foto: Nicola Quaß _ PicturePeople

Walter Pobaschnig, 29.7.26

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Walter Pobaschnig, 29.7.2026

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„Bitteres Ende“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ George K. Maurer/Sandra Bell _ Klagenfurt/Wien 13.10.2026

Sandra Bell, Schauspielerin, Sängerin _Wien _ performing Malina _ Originalschauplatz Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann,.1971 _
Walter Pobaschnig 7/21 folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz Wien

INGEBORG _ Akrostichon

Text  _   George K. Maurer, Liedermacher _ Klagenfurt.

Performance _ Sandra Bell, Schauspielerin, Sängerin _Wien 

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Sandra Bell, Schauspielerin, Sängerin _Wien _ performing Malina _ Originalschauplatz Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann,.1971 _
Walter Pobaschnig 7/21 folgende
Sandra Bell, Schauspielerin, Sängerin _Wien _ performing Malina _ Originalschauplatz Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann,.1971 _
Walter Pobaschnig 7/21 folgende

INGEBORG



I
n der Sprache, die

Nachhaltig beschädigt ist

Geht es um Macht

Ein Verwalten, ein

Bitteres Ende

Ordnung statt Frieden

Richtet sich als

Gegenpol zum chaotischen Ich

George Maurer, 6.5.26

Sandra Bell, Schauspielerin, Sängerin _Wien _ performing Malina _ Originalschauplatz Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann,.1971 _
Walter Pobaschnig 7/21 folgende
Sandra Bell, Schauspielerin, Sängerin _Wien _ performing Malina _ Originalschauplatz Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann,.1971 _
Walter Pobaschnig 7/21 folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz Wien

INGEBORG _ Akrostichon

Text  _   George K. Maurer, Liedermacher _ Klagenfurt.

Performance _ Sandra Bell, Schauspielerin, Sängerin _Wien 

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

   George K. Maurer, Liedermacher
 Sandra Bell, Schauspielerin, Sängerin

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto:  George K. Maurer _ privat.

Fotos: Sandra Bell, Schauspielerin, Sängerin _Wien _ performing Malina _ Originalschauplatz Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann,.1971 _
Walter Pobaschnig 7/21
.

Walter Pobaschnig, 6.5.26

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„Ganz am Schluss“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Karin Gayer/Carmen Pratzner _ Wien 12.10.2026

Carmen Pratzner_Choreografin, Tänzerin, Tanzpädagogin – performing _
am Romanschauplatz_Malina _ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, Wien 1971 _

Walter Pobaschnig 11/21, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz Wien

INGEBORG _ Akrostichon

Text  _ Karin Gayer, Schriftstellerin _ Wien

Performance _ Carmen Pratzner _ Choreografin, Tänzerin, Tanzpädagogin _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Carmen Pratzner_Choreografin, Tänzerin, Tanzpädagogin – performing _
am Romanschauplatz_Malina _ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, Wien 1971 _

Walter Pobaschnig 11/21, folgende
Carmen Pratzner_Choreografin, Tänzerin, Tanzpädagogin – performing _
am Romanschauplatz_Malina _ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, Wien 1971 _

Walter Pobaschnig 11/21, folgende

INGEBORG


I
ntellektuelle Forscherin

Naturverbundene Träumerin

Großherzige Geliebte

Ernsthafte Lyrikerin

Begabte Erzählerin

Ohne

Rettung

Ganz am Schluss

Karin Gayer, 7.5.26

Carmen Pratzner_Choreografin, Tänzerin, Tanzpädagogin – performing _
am Romanschauplatz_Malina _ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, Wien 1971 _

Walter Pobaschnig 11/21, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz Wien

INGEBORG _ Akrostichon

Text  _ Karin Gayer, Schriftstellerin _ Wien

Performance _ Carmen Pratzner _ Choreografin, Tänzerin, Tanzpädagogin _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962
 Karin Gayer, Schriftstellerin 
Carmen Pratzner _ Choreografin, Tänzerin, Tanzpädagogin

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Karin Gayer _ privat.

Fotos: Carmen Pratzner_Choreografin, Tänzerin, Tanzpädagogin – performing _
am Romanschauplatz_Malina _ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, Wien 1971 _

Walter Pobaschnig 11/21

Walter Pobaschnig, 7.5.2026

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„Meine Mutter wollte mich „Ingeborg“ nennen“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Ingrid Zebinger-Jacobi, Schriftstellerin _ Wien 12.10.2026

Ingeborg Bachmann _ Ingrid Zebinger-Jacobi

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview: Ingrid Zebinger-Jacobi, Schriftstellerin _ Wien

Liebe Ingrid, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Einen sehr persönlichen Zugang, zugleich einen, der mit Hemmungen behaftet ist. Meine Mutter, selbst Schriftstellerin, liebte Ingeborg Bachmann sehr, ihre Bücher waren allgegenwärtig in unseren Regalen. Warum ich sie nie las, als ich noch daheim wohnte? Wahrscheinlich, weil ich ursprünglich sogar ihren Namen tragen sollte. Meine Mutter wollte mich „Ingeborg“ nennen. Dazu kam es nicht, meine Eltern einigten sich auf „Ingrid“. Wie auch immer, ich brauchte Abstand. Oder ihr Werk war einfach noch nicht aktuell für mich. Ich las andere Bücher in anderen Sprachen, ging der Bachmann mit einer gewissen Konsequenz aus dem Weg. Erst dieses Jahr, im Sog der Dinge, las ich ihren Erzählband „Simultan“.  Ich will mich hier also ganz und gar nicht als Kennerin all ihrer Werke aufspielen. Ich beantworte diese Fragen aus der Perspektive einer eben erst bei Bachmann Ankommenden.

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

Ein Verstehen, ein Durchschauen menschlicher Natur, menschlicher Verzweiflung und der Notwendigkeit, Unvermeidbarkeit von Liebe – aus weiblicher, feministischer Sicht. Intensität des Gefühls. Schönheit der Sprache. Zugleich große Intellektualität.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

„Probleme Probleme“ – diese Kurzgeschichte hat es mir besonders angetan. Das ist ein so wunderbarer Meltdown. Eine fein gezeichnete, sensible, überforderte, nach Ordnung strebende, sie gleichzeitig verweigernde Protagonistin.

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Immer noch aktuell, ihre Kritik. Hat sich die Welt geändert? Nicht sehr, möchte man meinen. Frauen werden von ihren Partnern ermordet. Gläserne Decke, geringeres Einkommen, „Unsichtbarkeit“ ab 40, alles noch da.

Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?

Genau wie davor. Haben wir eine andere Wahl?

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Es ist nie leicht, zu schreiben. Das Schreiben hat etwas Asoziales, da gebe ich Bachmann recht. Man muss sich zurückziehen, Türen schließen. Aber Martyrium? Nicht für mich persönlich. Für mich ist es etwas Selbstverständliches, Notwendiges.

Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?

Ihre glitzernde Intelligenz. Traurigkeit. Kompromisslosigkeit.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

„Gehen wir auf einen Kaffee?“ – dann hätte sie mich über einen sehr starken Espresso hinweg angesehen und etwas Kluges oder Dummes oder Normales gesagt. Ich hätte ihr einen Text meiner Mutter hinübergeschoben. Sie hätte gelacht und den Kopf geschüttelt, ihn dann vielleicht doch gelesen.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Ich hole gerade tief Luft nach meinem ersten Roman „Als Mutter nicht hier war“  und schnappe nach Sätzen, die mir beim Abwaschen oder in der U-Bahn einfallen. Ich weiß noch nicht, was ich als nächstes schreiben werde. Hoffentlich wieder einen Roman. Aber Romane sind so scheue Wesen. Man darf sie nicht herbeizwingen.

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

„An diesem Morgen schlief sie aber nicht gleich ein, lag nur entspannt und glücklich vergraben da und dachte: Grauenvoll.“ (aus „Probleme Probleme“)

Herzlichen Dank für das Interview!

Ingrid Zebinger-Jacobi, Schriftstellerin

Zur Person/über mich: Ingrid Zebinger-Jacobi wurde 1978 in Graz geboren, wo sie Musik und Anglistik mit Schwerpunkt Literaturwissenschaft studierte und als Übersetzerin arbeitete. Heute lebt sie in Wien. Veröffentlichungen von Kurzprosa in verschiedenen Literaturzeitschriften (u.a. Wespennest, Lichtungen) und im Rundfunk. Ihre bisherigen Erzählbände Barfuß geht die Zeit (2018), Ich lege mein Herz (2019) und Ein Boot weit draußen (2025) sind bei edition keiper erschienen.

Aktueller Roman: Als Mutter nicht hier war, Ingrid Zebinger-Jacobi. Roman. Edition Keiper. „Als Mutter nicht hier war“ Ingrid Zebinger-Jacobi. Roman. Edition Keiper. | Literatur outdoors – Worte sind Wege

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Ingrid Zebinger-Jacobi _ privat

Walter Pobaschnig, 28.9.2026

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Die Willküren. Sieben Leben für Vera. Andreas Sommer. Roman. Langenmüller Verlag

Der Nachmittag einer Schriftstellerin. Wie die Protagonistin Vera ins Leben rufen? Wo, wann, wie?

„Kaum hatte ich sie erschaffen, entglitt sie mir schon wieder. Dabei hatte ich ihr fürs Erste nur Theresa als Vornamen und drei ihrer Eigenschaften vorgeschlagen: Einfühlsam, lebensklug, dunkelhaarig.“

Nicht zu fassen. Springt ins Leben – nach vor und zurück, raus aus Fesseln und auf zum Horizont, wieder zurück und und… kein Aufgeben und kein Vorankommen…damals, das Zuhause, die Mutter  – Erinnerungen:

„Fliegen wie Bumerangs zu mir zurück und treffen mich. Genau an den Schmerzpunkten. Als ob meine Gedanken eine Kehrtwendung vollzogen haben und nun bei mir einschlagen…“

Und so geht es weiter. Zwischen Schreiben und Vera, die zwischen Stift und Selbständigkeit ihre Bahn in den Orbit von Leben, Leiden und Emanzipation schlägt…in der Intensivstation Existenz…

Andreas Sommer, in der Schweiz und in Frankreich lebender Autor, legt einen experimentellen Roman vor, der in Textmontagen und hintergründigem Wortspiel den individuellen Schreibprozess im spannungsreich tiefgründigen Dialog von Leben und Freiheit setzt. Dabei entsteht eine literarische tour de force, welche das Ringen des Menschen zwischen Wort, Weg, Freiheit in und außerhalb eines Buches beeindruckend wie mitreißend thematisiert.

„Der Nachmittag eines Schriftstellers als begeisternde tour de force zwischen Wort, Weg und Freiheit“

Die Willküren. Sieben Leben für Vera. Andreas Sommer. Roman. Langenmüller Verlag

Gebunden, 280 Seiten

ISBN: 9783784437811

24 EUR

Walter Pobaschnig 9/26

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„Diskursfähigkeit schaffen, die Wichtigkeit der Eigenverantwortung aufzeigen“ Tatjana Alexander, Schauspielerin _ Wien 11.10.2026

5 Fragen an Künstler:innen

Tatjana Alexander, Schauspielerin _ Wien

Liebe Tatjana, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Die frühen Morgenstunden gehören ganz Körper, Geist und Seele. Ein halbstündiger Fußweg zum Theater begleitet von Gedanken an Nietzsches Zarathustra, wo ich den Rest des Tages mit Alexander Mitterer, Friedrich Nietzsche und Zarathustra verbringe.

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Zutiefst Mensch sein…

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Sich an den essentiellen Wahrheiten orientieren, nach den eigenen Wahrheiten zu handeln. Beobachter des eigenen Inneren und Äußeren zu sein, um bewusst zu entscheiden.

Primär nicht zu unterhalten, Diskursfähigkeit zu schaffen, die Wichtigkeit der Eigenverantwortung aufzuzeigen.

Was liest Du derzeit?

Ich lese Yannis Varoufakis „Technofeudalismus. Was den Kapitalismus tötet“

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Only the truth shall set you free.

Vielen Dank!

Tatjana Alexander, Schauspielerin

Zur Person/über mich: Tatjana Alexander – Filmmakers Europe 10.10.26

Aktuelle Produktion von und mit Tatjana Alexander:

Uraufführung _ Also sprach Zarathustra. Nach dem gleichnamigen Werk von Friedrich Nietzsche.

In einer Textfassung von Tatjana Alexander und Alexander Mitterer

„Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können“

eine philosophisch – szenische Begegnung mit Friedrich Nietzsches radikalem Denken. Zwischen Wahrheit und Wirklichkeit entfaltet sich ein eindringlicher Theaterabend, der sinngebend neue Perspektiven eröffnet. Zarathustras Suche nach Freiheit, Selbstüberwindung und Sinn wird unmittelbar erfahrbar.

Die Szenographie von Nietzsches Vision eines neuen Menschen, der gemäß seiner Natur analog und naturverbunden agiert, mündet in einem philosophisch theatralen Diskurs der Menschwerdung.

Ein Abend, der Fragen stellt – herausfordernd, poetisch und überraschend aktuell.

Musik/ Klangkulisse: Michael Merkusch

Inszenierung/ Ausstattung: Tatjana Alexander

Textfassung: Tatjana Alexander/ Alexander Mitterer

Spiel: Alexander Mitterer

Premiere am Samstag, 24. Oktober 2026 um 20 Uhr im ARTist’s, Schützgasse 16, 8020 Graz

Weitere Vorstellungen: 28.10.; 29.10.; 30.10.; 31.10.; 04.11..; 05.11.; 06.11. und 07.11.2026

Beginn der Vorstellung jeweils um 20 Uhr im ARTist`s, Schützgasse 16, 8020 Graz

Also sprach Zarathustra | Theater Kaendace 10.10.26

Foto_Portrait: Tatjana Alexander _ Joachim Gern

Alle weiteren Fotos_ Produktion

Walter Pobaschnig, 10.10.2026

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„erheben, dann schweigen“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Olav Amende/Clara Maria Traar_ Leipzig/Graz 11.10.2026

Undine geht _
Clara Maria Traar, Tänzerin, Choreographin,
Musikerin, Autorin, Yogatrainerin, Künstlerin, Model _ Graz_ performing _
_ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _ Donau/Wien _
Walter Pobaschnig 8/26, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

UNDINE GEHT  _ Akrostichon

Text _ Olav Amende, Schriftsteller _ Leipzig

Performance _ Clara Maria Traar, Tänzerin, Choreographin, Musikerin, Autorin, Yogatrainerin, Künstlerin _ Graz

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

undine geht

unter platanen

nachtluft in den lungen

durch lichtungen tauchend –

innenglut, weißtriefender schaum …

noch einmal sich

erheben, dann schweigen



grünende gräber

euer eifer – eure

hände

tintiges wasser

Olav Amende, 2.10.2026 *

*Textmontage mit Worten aus „Undine geht“/Ingeborg Bachmann, 1961

Undine geht _
Clara Maria Traar, Tänzerin, Choreographin,
Musikerin, Autorin, Yogatrainerin, Künstlerin, Model _ Graz_ performing _
_ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _ Donau/Wien _
Walter Pobaschnig 8/26, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

UNDINE GEHT  _ Akrostichon

Text _ Olav Amende, Schriftsteller _ Leipzig

Performance _ Clara Maria Traar, Tänzerin, Choreographin, Musikerin, Autorin, Yogatrainerin, Künstlerin _ Graz

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Undine geht, Erzählung, Ingeborg Bachmann, 1961.

„Undine geht“ ist einer der zentralen Texte in Ingeborg Bachmanns Werk. Dieser erschien im ersten Prosaband „Das dreißigste Jahr“ und nimmt das Motiv des Undine Mythos _ Liebe, weibliche Menschwerdung, Verrat und Rache – auf und transformiert dies in die Struktur gegenwärtiger patriarchal geprägter Gesellschaftsverhältnisse. „Undine geht“ ist einer der meist rezipierten Texte Bachmanns und erfährt zahlreiche künstlerische Zugänge und Dialoge.

Olav Amende, Schriftsteller

Zur Person/über mich: Olav Amende ist Schriftsteller, Regisseur und Performancekünstler. Er hat Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Leipzig studiert. Er schreibt und inszeniert Theaterstücke und veröffentlichte Texte in diversen Literaturmagazinen. Im Sommer 2022 erschien sein Langgedicht „abwesenheiten“ in der parasitenpresse. Im Sommer 2024 erschien sein Langgedicht „Flurstück 3587/3588. Gedicht auf ein Haus.“ bei hochroth. Im Frühjahr 2025 folgte sein Langgedicht „erosion“ in der parasitenpresse. Im Sommer 2026 erschien sein Buch „Gegengefälle“, das er gemeinsam mit Jascha Riesselmann verfasst hat, bei Trottoir Noir. Das Buch war für die Hotlist 2026 nominiert.

Website: Olav Amende 2.10.26

_ Clara Maria Traar, Tänzerin, Choreographin, Musikerin, Autorin, Yogatrainerin, Künstlerin

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Olav Amende _ Krišjānis Zelgis

Fotos: Undine geht _
Clara Maria Traar, Tänzerin, Choreographin,
Musikerin, Autorin, Yogatrainerin, Künstlerin, Model _ Graz_ performing _
_ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _ Donau/Wien _
Walter Pobaschnig 8/26.

Walter Pobaschnig, 28.9.2026

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