„Wie wir alle“ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Andreas Lehmann, Schriftsteller _ Leipzig 11.4.2026

Ingeborg Bachmann _ Andreas Lehmann

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview _ Andreas Lehmann, Schriftsteller

Lieber Andreas, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Ich lese immer wieder einzelne Gedichte, und vor allem kehre ich oft zu ihren Briefen zurück, die sind für mich ein wichtiger Teil ihres Werkes. Einerseits sind das natürlich intime Texte, die nicht für die Veröffentlichung bestimmt waren, zugleich aber sind sie Literatur und, wie auch Lyrik und Prosa, sowohl an einen (hier: ganz konkreten) Adressaten gerichtet als auch eine Art von vergewisserndem Selbstgespräch. Und Themen wie Liebe, Nähe, das Scheitern von beidem, die Verquickung von beidem mit Gesellschaft und Politik sind in ihren Briefen so präsent wie in der Erzählprosa und den Gedichten.

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

Privates und Gesellschaftliches sind eins, sind untrennbar miteinander verbunden: alles gleichermaßen intensiv, hautnah und oft genug schmerzhaft. Direktheit und Komplexität sind im selben Maße Charakteristika ihrer Ästhetik: Alles ist heftig präsent, nichts wird plakativ ausgestellt.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

Gedichte, Malina (wenig überraschend, ich gebe es zu) – aber auch: der Briefwechsel mit Paul Celan (als „Herzzeit“ publiziert).

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Hellsichtig war sie – oder dunkelsichtig –, sie hat aber nicht prophetisch Themen vorausgesehen, die uns heute noch massiv beschäftigen, sondern Gesellschaft (mit ihren Machtverhältnissen und Verkrustungen) immer schon als den großen Schmerz beschrieben, den sie am eigenen Leib erfahren hat. Wie wir alle.

Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?

Vielleicht lieben wir schmerzbewusster, macht- und ohnmachtbewusster. Vielleicht lieben wir aber auch offener, empfänglicher, mit mehr Wissen um unsere ständige Verletzbarkeit und Verletztheit.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Auf eine Weise vielleicht schon. Aber das Schreiben ist ja nicht nur Begegnung mit Leid oder Schmerz, sondern auch deren produktive, manchmal spielerische Anverwandlung. Literatur ist eine Glücksmaschine, weil sie sich dem Unglück stellt, es verwendet und verwandelt. Angstfrei von der eigenen Angst zu erzählen, das ist sehr ermutigend.

Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?

Die Feier der Sprache, die Feier der Liebe – wenn es auch oft eine Feier im Trauergewand ist.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Wie geht es Ihnen heute?

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Gerade ist mein Erzählband „Kummerflimmern“ erschienen, ich bin also noch in der Annäherungsphase an etwas Neues. Gedichte, aber wohl auch ein Roman.

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

[…]

Die Uniform des Tages ist die Geduld,

die Auszeichnung der armselige Stern

der Hoffnung über dem Herzen.

[…]

Er wird verliehen

für die Flucht vor den Fahnen,

für die Tapferkeit vor dem Freund,

für den Verrat unwürdiger Geheimnisse

und die Nichtachtung

jeglichen Befehls.

(„Alle Tage“)

Herzlichen Dank für das Interview!

Andreas Lehmann, Schriftsteller

Zur Person: Andreas Lehmann, geb. 1977 in Marburg, dort aufgewachsen, hat Buchwissenschaft, Amerikanistik und Komparatistik in Mainz studiert, lebt in Leipzig. Er war zweimal Teilnehmer des Open Mike-Wettbewerbs der Literaturwerkstatt Berlin und hat Werkstattstipendien der Jürgen-Ponto-Stiftung, der Autorenwerkstatt Prosa des Literarischen Colloquiums Berlin und der Romanwerkstatt im Literaturforum des Brecht-Hauses Berlin erhalten. Robert Gernhardt Preis 2022, Bad Godesberger Literaturpreis 2023. 2018 erschien sein Debütroman Über Tage, 2021 der Roman Schwarz auf Weiß, 2023 der Erzählband Lebenszeichen und 2026 der Erzählband Kummerflimmern, alle im Karl Rauch-Verlag, Düsseldorf.

https://karl-rauch-verlag.de/autorinnen/autorinnen/autor/43-andreas-lehmann.html

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Foto: Andreas Lehmann: Christopher Utpadel

Walter Pobaschnig, 24.3.26

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„Ende sein“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text&Performance _ Andreas Lehmann/Daniela Mitterlehner _ Leipzig 11.4.2026

Daniela Mitterlehner, Schauspielerin_
acting „Undine geht“_ Wien _
Erzählung _Ingeborg Bachmann (1961) 
Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom) _
Walter Pobaschnig 8/23

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

UNDINE GEHT _ Akrostichon

Text _   Andreas Lehmann, Schriftsteller _ Leipzig

Performance _ Daniela Mitterlehner, Schauspielerin _ Leipzig

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Daniela Mitterlehner, Schauspielerin_
acting „Undine geht“_ Wien _
Erzählung _Ingeborg Bachmann (1961) 
Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom) _
Walter Pobaschnig 8/23

UNDINE GEHT


U
nter fremder Haut

Neben dem eigenen Leib

Diesseits der Erkenntnis

Innig verbunden der eigenen

Nichtigkeit: Dies schon könnte das

Ende sein

Ganz anders aber später: alleine

Eingehüllt, geborgen in der eigenen

Haut im ersten, staubig-blassen

Tageslicht

Andreas Lehmann, 24.3.26  

Daniela Mitterlehner, Schauspielerin_
acting „Undine geht“_ Wien _
Erzählung _Ingeborg Bachmann (1961) 
Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom) _
Walter Pobaschnig 8/23
Daniela Mitterlehner, Schauspielerin_
acting „Undine geht“_ Wien _
Erzählung _Ingeborg Bachmann (1961) 
Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom) _
Walter Pobaschnig 8/23

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

UNDINE GEHT _ Akrostichon

Text _   Andreas Lehmann, Schriftsteller _ Leipzig

Performance _ Daniela Mitterlehner, Schauspielerin _ Leipzig

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Undine geht, Erzählung, Ingeborg Bachmann, 1961.

„Undine geht“ ist einer der zentralen Texte in Ingeborg Bachmanns Werk. Dieser erschien im ersten Prosaband „Das dreißigste Jahr“ und nimmt das Motiv des Undine Mythos _ Liebe, weibliche Menschwerdung, Verrat und Rache – auf und transformiert dies in die Struktur gegenwärtiger patriarchal geprägter Gesellschaftsverhältnisse in Macht und Zerstörung. „Undine geht“ ist einer der meist rezipierten Texte Bachmanns und erfährt zahlreiche künstlerische Zugänge und Dialoge.

Andreas Lehmann, Schriftsteller _ Leipzig
Daniela Mitterlehner, Schauspielerin _ Leipzig

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Foto: Andreas Lehmann: Christopher Utpadel

Fotos: Daniela Mitterlehner, Schauspielerin_
acting „Undine geht“_ Wien _
Erzählung _Ingeborg Bachmann (1961) 
Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom) _
Walter Pobaschnig 8/23

Walter Pobaschnig24.3.26

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„Nachts in Wien“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _  Isobel Markus/Florian Raphael Schwarz _ Berlin/Wien 10.4.2026

Florian Raphael Schwarz _ Schauspieler _
acting _ Malina – Roman_Ingeborg Bachmann, 1971_

Romanschauplatz Wien _
Walter Pobaschnig 4/22, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

MALINA _ Akrostichon

Text _ Isobel Markus, Schriftstellerin _ Berlin

Performance _ Florian Raphael Schwarz, Schauspieler _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Florian Raphael Schwarz _ Schauspieler _
acting _ Malina – Roman_Ingeborg Bachmann, 1971_

Romanschauplatz Wien _
Walter Pobaschnig 4/22, folgende

MALINA

Mal ein Schatten

Als wäre man in zwei Hälften zerrissen

Liebe als Klinge

Ich entfremdet

Nachts in Wien

Ausgesetzt dem Mann, der sie selbst ist

Isobel Markus, 24.3.26

Florian Raphael Schwarz _ Schauspieler _
acting _ Malina – Roman_Ingeborg Bachmann, 1971_

Romanschauplatz Wien _
Walter Pobaschnig 4/22, folgende
Florian Raphael Schwarz _ Schauspieler _
acting _ Malina – Roman_Ingeborg Bachmann, 1971_

Romanschauplatz Wien _
Walter Pobaschnig 4/22, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

MALINA _ Akrostichon

Text _ Isobel Markus, Schriftstellerin _ Berlin

Performance _ Florian Raphael Schwarz, Schauspieler _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

 Isobel Markus, Schriftstellerin _ Berlin
Florian Raphael Schwarz, Schauspieler _ Wien

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto_Isobel Markus _ (c) Nathalie Claude.

Fotos: Florian Raphael Schwarz _ Schauspieler _
acting _ Malina – Roman_Ingeborg Bachmann, 1971_
Romanschauplatz Wien _

Walter Pobaschnig 4/22.

Walter Pobaschnig24.3.26

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„die Zerstörungskraft von Beziehungen“ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Isobel Markus, Schriftstellerin _ Berlin 10.4.2026

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview _ Isobel Markus, Schriftstellerin _ Berlin

Liebe Isobel Markus, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Ich wurde durch Ingeborg Bachmanns Werke aufmerksam über Gewaltformen nachzudenken, die nicht auf den ersten Blick sichtbar sind: patriarchale, sprachliche, psychische Gewalt, die sich in ganz normalen Beziehungen, Dialogen, Berufs- und Familienkonstellationen zeigt. Dazu fasziniert mich, wie sie mit Brüchen, Wiederholungen, Auslassungen, inneren Monologen arbeitet. Besonders in „Malina“ und ihren Erzählungen. Interessant ist, wie sich durch Leerstellen oft viel mehr zeigt als durch eine Auserzählung.

Was macht das Besondere ihres Schreibens aus?

Ingeborg Bachmann zeigte die Zerstörungskraft von Beziehungen in ihrer Einsamkeit, ohne dabei eine Grenze zwischen innerem Erleben und gesellschaftlicher Gewalt zu trennen.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

Ich mag „Malina“ und die Erzählbände „Das dreißigste Jahr“ und „Simultan“ sehr.

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Ich finde sie hochaktuell. Die zerstörerischen Muster von psychischer, sprachlicher und struktureller Gewalt haben teilweise ihre Formen geändert, aber nicht das Prinzip. Noch immer sind Körper, Biografien und Möglichkeiten von Frauen und queeren Personen von diesen Machtverhältnissen durchzogen. Das Patriarchat schreibt sich überall ein. In Beziehungen, in unsere Sprache und in die Bilder von uns selbst.

Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?

Ihre Texte zeigen, wie Liebe Menschen groß machen kann, aber eben auch, wie durch Liebe Selbstverlust und Sprachlosigkeit entstehen.

Ich persönlich versuche gerade, Liebe nicht mehr vor allem romantisch zu idealisieren, so wie es uns auf allen Ebenen immer wieder eingetrichtert wurde. Stattdessen wach mitzudenken, welche Rollenbilder, Verletzungen und historische Lasten in einer Beziehung mitschwingen. Mein Wunsch ist, eine nicht zerstörerische Form der Liebe zu leben.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Schreiben verlangt manchmal, sich Wahrheiten auszusetzen, die man im Alltag lieber verdrängen würde. Insofern bedeutet es eine Zumutung, sich beständig auch mit sich selbst auseinandersetzen zu müssen.

Für mich gibt es dabei aber immer zwei Seiten: Selbstaussetzen und Zumutung auf der einen bzw. Rettung auf der anderen Seite. Schreiben kann hart und herausfordernd sein, weil man oft eigene Schutzmechanismen öffnen muss, und zugleich ist das Schreiben der Ort, an dem ich frei atmen und komplett nur Ich sein kann. Wenn es ein Martyrium darin gibt, dann weil man sich dem nicht mehr entziehen kann, wenn man einmal damit angefangen hat. 😉

Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?

Bachmann schrieb auf eine politische Weise von persönlichen und historischen Traumata, die sich überlagern und ihre Texte zeigen, wie Sprache wehtut und Machtstrukturen transportiert. Das finde ich hochinteressant.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Ich hätte sie gerne gefragt, ob sie mit der fast schon mythischen Figur, zu der man sie gemacht hat, überhaupt etwas hätte anfangen können. (Ich glaube eher nicht.)

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Ich mache derzeit bis zum Herbst eine Lesepause, um mich ganz auf das Schreiben zu konzentrieren. 2027 wird es dann ein neues Buch von mir geben, auf das ich mich schon sehr freue.

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

„Alles ist eine Frage der Sprache.“

Aus der Erzählung „Alles“. In: „Das dreißigste Jahr“

Herzlichen Dank für das Interview!

Isobel Markus, Schriftstellerin _

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto_Isobel Markus _ (c) Nathalie Claude.

Walter Pobaschnig, 24.3.26

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„Undine – Udine“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text&Bild _ Dragica Rajcic Holzner, Schriftstellerin _ Zürich 9.4.2026

Udine/Italien _ Gedenktafel für den Widerstand der Frauen 1943-45

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

UNDINE GEHT _ Akrostichon

Text _ Dragica Rajčić Holzner, Schriftstellerin

Fotos _ Walter Pobaschnig

UNDINE GEHT


Undine erinnerte mich an Udine 1946

Nostalgie der Grenzkämpfer

Dein Jäger traf sich in Venecia mit Nachkommenden

Indessen sind wir nur Wortmunition ohne Zukunft

Niemand forscht über

Eine Frau welche nie nach Udine allein kam


Gerede sagst du macht krank

Eine neue Sprache

Heilt die Grenzsprenger

Teetasse hat er nicht übersehen

Dragica Rajčić Holzner, 25.1.2026

Zu Udine _ Gedenken an den Frauenwiderstand/Italien

Eine Gedenktafel, die an die Frauen des Friaul erinnert, die sich – ganz ohne Waffen – den deutschen Besatzern widersetzten und die zur Deportation Bestimmten unterstützten, befindet sich an der Fassade des Bahnhofs (in der Nähe des Taxistandes).
Eine weitere kleine Gedenkstätte für die Frauen, die sich im Friaul am Widerstand beteiligten, befindet sich vor der Schule an der Piazzale Cavedalis.

https://www.gedenkorte-europa.eu/content/list/456/ 14.2.26

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

UNDINE GEHT _ Akrostichon

Text _ Dragica Rajčić Holzner, Schriftstellerin

Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Undine geht, Erzählung, Ingeborg Bachmann, 1961.

„Undine geht“ ist einer der zentralen Texte in Ingeborg Bachmanns Werk. Dieser erschien im ersten Prosaband „Das dreißigste Jahr“ und nimmt das Motiv des Undine Mythos _ Liebe, weibliche Menschwerdung, Verrat und Rache – auf und transformiert dies in die Struktur gegenwärtiger patriarchal geprägter Gesellschaftsverhältnisse. „Undine geht“ ist einer der meist rezipierten Texte Bachmanns und erfährt zahlreiche künstlerische Zugänge und Dialoge.

Dragica Rajčić Holzner, Schriftstellerin

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Foto: Dragica Rajčić Holzner Florian Bachmann.

Foto: Udine/Gedenktafel _ Gedenkorte Europas https://www.gedenkorte-europa.eu/content/list/456/ 14.2.26

Fotos: Motive _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 25.1.2026

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„Geradewegs“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Heinz Kröpfl/Kerstin Ablasser _ Leoben/Wien 9.4.2026

Kerstin Ablasser, Schauspielerin, Model  _ Wien _
 performing „Undine geht“ _ Donau/Wien _

Walter Pobaschnig 6/24, folgende _
„Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961.

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

Undine geht _ Akrostichon

Text _ Heinz Kröpfl, Schriftsteller

Performance _ Kerstin Ablasser, Schauspielerin, Model

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Kerstin Ablasser, Schauspielerin, Model  _ Wien _
 performing „Undine geht“ _ Donau/Wien _

Walter Pobaschnig 6/24, folgende _
„Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961.

UNDINE GEHT


U
nterhalb

Namentlicher Zuversicht

Dräut

In einem fort

Neuerlich die jederzeitige

Einnahme durch das verwünschte Ungeheuer Angst


Geradewegs

Erfassend mich

Heftig und hart

Trifft sie vom Ursprung bis in mein Überall

Heinz Kröpfl, 26.1.2026

Kerstin Ablasser, Schauspielerin, Model  _ Wien _
 performing „Undine geht“ _ Donau/Wien _

Walter Pobaschnig 6/24 _ _
„Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961.

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

Undine geht _ Akrostichon

Text _ Heinz Kröpfl, Schriftsteller

Performance _ Kerstin Ablasser, Schauspielerin, Model

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann Rom 1962 _
Foto: Heinz Bachmann

Undine geht, Erzählung, Ingeborg Bachmann, 1961.

„Undine geht“ ist einer der zentralen Texte in Ingeborg Bachmanns Werk. Dieser erschien im ersten Prosaband „Das dreißigste Jahr“ und nimmt das Motiv des Undine Mythos _ Liebe, weibliche Menschwerdung, Verrat und Rache – auf und transformiert dies in die Struktur gegenwärtiger patriarchal geprägter Gesellschaftsverhältnisse. „Undine geht“ ist einer der meist rezipierten Texte Bachmanns und erfährt zahlreiche künstlerische Zugänge und Dialoge.

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Heinz Kröpfl, Schriftsteller
Kerstin Ablasser, Schauspielerin, Model 

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Foto: Heinz Kröpfl _ Anuradha Sarup

Fotos: Kerstin Ablasser, Schauspielerin, Model  _ Wien _
 performing „Undine geht“ _ Donau/Wien _
Walter Pobaschnig 6/24 _

Walter Pobaschnig, 26.1.2026

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„Immerzu“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Brigitta Huemer/ Ina Solea _ Klagenfurt/Wien 8.4.2026

Ina Solea_Schauspielerin, Model _ Wien _ performing Malina _
Originalschauplatz Wien _ Walter Pobaschnig 6/20, folgende _
Roman „Malina“ Ingeborg Bachmann, 1971.

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

INGEBORG _ Akrostichon

Text _  Brigitta Huemer, Schriftstellerin

Performance _ Ina Solea_Schauspielerin, Model

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ina Solea_Schauspielerin, Model _ Wien _ performing Malina _
Originalschauplatz Wien _ Walter Pobaschnig 6/20, folgende _
Roman „Malina“ Ingeborg Bachmann, 1971.

INGEBORG

IMMERZU

NAHE

GEFÄHRTIN

EIN

BRACHIALER

RUTENSCHLAG

GEGEN DAS LAUE

Brigitta Huemer, 8.1.26

Ina Solea_Schauspielerin, Model _ Wien _ performing Malina _
Originalschauplatz Wien _ Walter Pobaschnig 6/20, folgende _
Roman „Malina“ Ingeborg Bachmann, 1971.

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

INGEBORG _ Akrostichon

Text _  Brigitta Huemer, Schriftstellerin

Performance _ Ina Solea_Schauspielerin, Model

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann ist 1946 in Wien angekommen und lebte hier bis 1953. In dieser Lebensphase kommt es zu wesentlichen Begegnungen, Inspirationen ihrer Texte. Ebenso ist es die Zeit erster Anerkennung als Schriftstellerin. Mit Wien bleibt die später in Rom lebende Schriftstellerin zeitlebens verbunden. Ihr einziger Roman Malina spielt in Wien, ebenso nehmen viele Gedichte darauf Bezug.

Brigitta Huemer, Schriftstellerin _im Bachmannmuseum Klagenfurt
Ina Solea_Schauspielerin, Model _ Wien

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann.

Foto: Brigitta Huemer _ Station bei Bachmann/Klagenfurt _ Walter Pobaschnig 7/25

Fotos: Ina Solea_Schauspielerin, Model _ Wien _ performing Malina _
Originalschauplatz Wien _ Walter Pobaschnig 6/20

Walter Pobaschnig, 8.1.2026

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„Bilder und Sätze, die für immer im Gedächtnis haften bleiben“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Lisa Sommerfeldt, Schriftstellerin _ Bonn 8.4.2026

Ingeborg Bachmann _ Lisa Sommerfeldt

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview _ Lisa Sommerfeldt, Schriftstellerin

Liebe Lisa, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Natürlich bin ich ihr bereits in der Schule im Deutschunterricht begegnet. Aber später habe ich auch allein „Malina“ und die Gedichte gelesen. 

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

Sie erschafft Bilder und Sätze, die für immer im Gedächtnis haften bleiben. Immer, wenn ich den Sternenhimmel sehe, muss ich an „Anrufung des großen Bären“ denken.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

Besonders nachhaltig beindruckt hat mich das Märchen in „Malina“.

Und das Gedicht „Die gestundete Zeit“: Drüben versinkt dir die Geliebte im Sand,/er steigt um ihr wehendes Haar,/er fällt ihr ins Wort,/er befiehlt ihr zu schweigen,/er findet sie sterblich/und willig dem Abschied/nach jeder Umarmung.“

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Sie war Kind ihrer Zeit, sie hat vieles gesehen und hatte aber auch vieles internalisiert – und wir sind heute etwas weiter in der gesellschaftlichen Entwicklung, aber leider nicht viel weiter.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann Schreiben und Existenz in einer Vorlesung. Ist das Schreiben, die Kunst immer eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Nein, das Schreiben ist eine Überlebensform. Es kann qualvoll sein, es ist aber immer tröstlich.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Es geht niemanden was an, wie autobiographisch Deine Texte sind.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Im März des Jahres ist mein Debutroman „schlaglichter“ erschienen Lisa Sommerfeldt: schlaglichter | parasitenpresse, in dem ich auch mit einem Zitat von Ingeborg Bachmann spiele.

Im Mai geht mein neues Auftragshörspiel für den WDR on air. Und ganz aktuell schreibe ich ein Stück für das Staatstheater Karlsruhe.

Herzlichen Dank für das Interview!

Lisa Sommerfeldt, Schriftstellerin

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Foto: Lisa Sommerfeldt _ Janine Guldener.

Walter Pobaschnig, 23.3.2026

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„Die Nacht muss das Blatt wenden“ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text&Bild _ Kathrin Niemela, Kosmopoetin _ Passau/D 7.4.2026

Kathrin Niemela, Kosmopoetin

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

INGEBORG_ Akrostichon

Text & Bild _ Kathrin Niemela, Kosmopoetin

Idee _ Walter Pobaschnig

INGEBORG

Ihr Worte, auf, mir nach! Die

Nacht muss das Blatt wenden, einen

Gedanken gefangennehmen, abführen in eine erleuchtete Satzzelle.

Einen einzigen Satz haltbar zu machen, auszuhalten in dem

Bimbam von Worten. Und wo du aufprallst, sind die alten

Orte. Unter dem Weinstock im Traubenstrahl prägt der

Rausch dir ein Mal –

Geh, Gedanke, solang ein zum Flug klares Wort dein Flügel ist…

(Das Akrostichon besteht aus Zitaten aus folgenden Gedichten von Ingeborg Bachmann: „Ihr Worte“, „Unter dem Weinstock“, „Keine Delikatessen“, „Wahrlich“, „Lieder auf der Flucht XI“, „Geh, Gedanke“.)

Kathrin Niemela, 23.3.26  

Kathrin Niemela, Kosmopoetin

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

INGEBORG_ Akrostichon

Text & Bild _ Kathrin Niemela, Kosmopoetin

Idee _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann.

Fotos: Kathrin Niemela _ privat

Walter Pobaschnig   23.3.2026

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„eine Rastlose, Reisende, mit großem Freiheitsdrang“ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Kathrin Niemela, Kosmopoetin _ Passau/D 7.4.2026

Kathrin Niemela _ Ingeborg Bachmann

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview _ Kathrin Niemela, Kosmopoetin

Liebe Kathrin, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

La Bachmann war eine Rastlose, Reisende, mit großem Freiheitsdrang. Das verbindet mich mit ihr. Sie war viel in der Welt unterwegs und lebte mit Unterbrechungen etwa zwanzig Jahre in Rom, sprach fließend Italienisch. Ein interkulturelles Miteinander war für sie selbstverständlich. Das spricht mich sehr an.

Ihr Ende berührt mich, denn es ähnelt dem Tod meiner Großmutter Ende der sechziger Jahre. Auch sie starb gebrochen und medikamentenabhängig, nachdem sie rauchend im Bett eingeschlafen war. Sie erlag im Krankenhaus den Folgen ihrer Verletzungen – im wörtlichen und im übertragenen Sinn…

Was macht das Besondere ihres Schreibens aus?

Die Rastlosigkeit zeigt sich auch in ihrem Schreiben, das mitunter fragmentarisch und haltlos wirkt, mit einzigartiger Bildsprache. Einzigartig sind auch Vielfalt und Form – sie schrieb ja neben Lyrik und Prosa auch Essays, Hörspiele und Opernlibretti. Zudem veröffentlichte sie unter dem Pseudonym Ruth Keller Reportagen aus Rom.

Ihre Hingabe an das Leben, das Lieben und an die Sprache, ihre Streifzüge gegen die Eintönigkeit, und dabei dieses Kompromisslose, Existentielle – all das macht für mich ihr Schreiben aus. Auch das Dilemma zwischen dem Drang nach Freiheit und dem Bedürfnis nach Zugehörigkeit. Und immer wieder das Motiv der utopischen Liebe. Sprache dient ihr als Mittel zur Verhandlung von Schmerz und Grenzüberschreitung. Als Bollwerk, als Rettungsanker und Halt.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

Ich habe mich mehr mit ihrer Lyrik beschäftigt als mit ihren anderen Werken. Das Gedicht „Eine Art Verlust“ ist für mich ein gutes Beispiel, wie sie Brüche poetisch verarbeitet. Der Anfang eine lakonische Aufzählung: „Gemeinsam benutzt: Jahreszeiten, Bücher und eine Musik.“ Und das Ende ein Paukenschlag: „Nicht dich habe ich verloren, sondern die Welt.“

„die Männer sind unheilbar krank…sie sind es, wussten sie das nicht? Alle…“ Ingeborg Bachmann in einem Interview, 1971 _ wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden wie selbstzerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Diese Aussage greift ein System an: patriarchale Strukturen und die Dominanz von Männern, auch in Literatur und Kritik. Sie bündelt viele schmerzhafte Erfahrungen Ingeborg Bachmanns, im Privaten und als Autorin.

Auch heute ist vieles davon noch aktuell. Gender Pay Gap, strukturelle Benachteiligung sowie Missbrauch und Gewalt gegen Frauen bis hin zu Femiziden gehören zur Realität.

Daher sehe ich Bachmanns Kritik als wichtigen Ansatz und halte zugleich ein differenziertes Bild für nötig, das pauschale Zuschreibungen vermeidet. Ein Bild, das Männer nicht pauschal als toxisch betrachtet und Frauen nicht nur als Opfer zeigt, sondern auch in ihrer Stärke und Handlungsfähigkeit. Wir müssen die Errungenschaften des Feminismus verteidigen und weiterführen.

In „Malina“, Ingeborg Bachmanns großen und einzigen Roman (1971), stehen Hell und Dunkel der Existenz, die Liebe „es ist immer Krieg“, wie die Traumata eines Landes in Erinnerung von Shoa, Weltkrieg im thematischen Vordergrund. Wie siehst Du ihren literarischen Zugang hier und wie müssen wir heute in Literatur und Existenz mit Geschichte umgehen?

Geschichte erscheint mir wie ein gefräßiges Monster, das nicht dazulernt. Sie wirkt nach, wiederholt sich, prägt Gegenwart und Zukunft. Gerade deshalb ist es wichtig, dass Literatur Bezug darauf nimmt und Räume für Auseinandersetzung schafft. Bachmann formuliert es so: „Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar.“

Die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit prägte Bachmanns Leben und Werk. So kam es etwa zum Zerwürfnis mit dem Piper Verlag, als für die Übersetzung der Gedichte Anna Achmatowas Hans Baumann beauftragt wurde, ein Dichter mit Nähe zum NS-Regime. Krieg und politische Gewalt – Geschichte im Außen – setzen sich bei Bachmann im Inneren fort: in Psyche, Liebe – und in Sprache.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Ich würde sie fragen, was sie aus den Vorlesungen von Viktor E. Frankl und den Begegnungen mit ihm mitgenommen hat.

Und welches ihre liebsten Schreiborte in Rom waren.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Ich schreibe Gedichte für verschiedene Projekte und arbeite an meinem zweiten Lyrikband.

Darf ich abschließend zu einem persönlichen Bachmann Zitat/Text bitten?

„Im Widerspiel des Unmöglichen mit dem Möglichen erweitern wir unsere Möglichkeiten.“ (aus der Dankesrede zur Verleihung des Hörspielpreises der Kriegsblinden, 1959).

Herzlichen Dank für das Interview!

Kathrin Niemela, Kosmopoetin

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann.

Fotos: Kathrin Niemela _ privat

Walter Pobaschnig   23.3.2026

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