„dass mich der von vielen gefürchtete Marcel Reich-Ranicki nicht vom vermeintlichen Sockel gestoßen hat“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Dominik Brun, Schriftsteller _ Engelberg/CHE 13.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

Im Interview _ Dominik Brun, Schriftsteller _ Engelberg/CHE

Bachmannpreisnominierter 1982

Lieber Dominik, Du hast 1981 am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan erste Erinnerungen?

Dass eine grosse Delegation von Schweizer Autorinnen und Autoren nach Klagenfurt flog, fast so viele wie heute insgesamt aus dem ganzen deutschsprachigen Raum eingeladen werden.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Das Spontane und doch meist Hochstehende. Dass man in kurzer Zeit öffentlich erleben kann, wie vermutlich in Bibliotheken und Lesergruppen über ein Werk geurteilt und gesprochen wird.

Wie hast Du deine Lesung und die Jurydiskussion erlebt?

Fast in Trance und glücklich, dass mich der von vielen gefürchtete Marcel Reich-Ranicki (den ich als „Landei“ bisher noch kaum zur Kenntnis genommen hatte) nicht vom vermeintlichen Sockel gestoßen hat.

Wie hat sich Dein Preisgewinn für Dein weiteres Schreiben ausgewirkt?

Zweifellos fand ich durch diesen „ausländischen“ Preis leichter Zugang zu allem, was mit Literatur zu tun hatte.

Was braucht der Bachmannpreis an Weiterentwicklung für eine gute Zukunft?

Weiterhin eine ernsthafte Auseinandersetzung mit Gegenwartsliteratur und keine Jurorinnen und Juroren, die sich selbst gerne reden hören, also sich hauptsächlich selber profilieren möchten.

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Sich unverkrampft einem Publikum stellen und das auch als Chance sehen können. Auf viele weitere konstante Jahre in einer ständig sich verändernden Medienwelt.

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Dominik Brun, Schriftsteller

Zur Person: Dominik Brun, geboren 1948, aufgewachsen in Entlebuch im Kanton Luzern.
Studium der Germanistik. 1977–2010 Lehrer an der Stiftsschule Engelberg. Zahlreiche Publikationen (Auswahl): Notlandung im Entlebuch (1982), Die Nacht, da mein Vater starb (2003), Gegenzüge (2012).

Für sein literarisches Werk erhielt er verschiedene Auszeichnungen, u.a. Literaturförderungspreis von Stadt und Kanton Luzern 1979, Werkhalbjahr Zuger Kulturstiftung Landis & Gyr 2002, Stipendium des Kulturministeriums Rheinland-Pfalz 2010. Lebt in Engelberg.

dominikbrun.ch | Schriftsteller

gespannte Erwartung von den Lesungen beim Publikum _ ORF Studio

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Foto: Dominik Brun _ privat

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis/Studio/Kärntner See _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 8.6.26

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„ein dickes Fell und oder ein volles Bankkonto“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Michael Stauffer, Schriftsteller _ Biel/CH 13.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

im Interview _ Michael Stauffer, Schriftsteller _ Biel/CH

Bachmannpreisnominierter 2003

Lieber Michael, Du hast 2003 am Bachmannpreis in Klagenfurt, dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum, teilgenommen. Was sind spontan deine ersten Erinnerungen?

Gutes Essen, nette Leute, auch ein paar doofe Leute, viel Publikum. Ich saß mit Jörg Haider im selben Flugzeug, ging baden, aß noch mehr, hatte ein Hotelzimmer und führte mit ein paar Mitbewerbern gute Gespräche.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Er hat einen gewissen Einfluss auf das Verlagsmarketing und ein bisschen auch auf das Verhalten von Presse und Buchhandel.

Wie hast du deine Lesung, die Jurydiskussion und die Preisverleihung erlebt?

Ehrlicherweise habe ich nicht so genau zugehört. Ein Mann aus der Jury hat sich darüber echauffiert, dass ich als Autor einen Text aus der Sicht einer Frau geschrieben hatte, über diverse Ex-Partner … haha. Ich habe das Buch dann zweimal veröffentlicht: einmal als Michael Stauffer und einmal als Michaela Stauffer.

Nach der Jurydiskussion bekam ich von einer ORF-Produzentin ein Telefon gereicht; am anderen Ende war ein Verleger eines großen Verlages, der mir zur Lesung gratulierte und sagte: „Machen Sie einfach weiter, hören Sie nicht auf die Jury.“

Wie hat sich der Bachmannpreis auf deinen weiteren literarischen und künstlerischen Weg ausgewirkt?

Gut. Wobei ich natürlich nicht weiß, wie es ohne die Teilnahme gewesen wäre.

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

Willige Autorinnen und Autoren, die sich dieser Form stellen wollen, und fähige, wohlwollende Kritikerinnen und Kritiker, die nicht ihre eigene Befindlichkeiten und Hobbies zum Maßstab ihrer Diskussionen machen. Sicher bräuchte es auch einmal eine Grundsatzdiskussion über den Sinn solcher hierarchischen Vehikel.

Was möchtest du den aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben, und was wünschst du dem Bachmannpreis zum 50. Geburtstag?

Für alle: Viel Spaß. Für die Autoren auch viel Spaß und – je nachdem – ein dickes Fell und oder ein volles Bankkonto. Für die Jury: Lest – und redet über das Gelesene.

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Michael Stauffer, Schriftsteller

Zur Person: Michael Stauffer, geboren 1972 in Winterthur (CH), schreibt Prosa, Theaterstücke, Lyrik und macht Hörspiele fürs Radio und Spoken-Word-Performances. Er unterrichtet am Schweizerischen Literaturinstitut der Hochschule der Künste Bern. Für sein Werk wurde er vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Open-Mike-Preis der Literaturwerkstatt Berlin, dem Förderpreis Komische Literatur zum Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor und dem Literaturpreis des Kanton Bern. Zuletzt erschien sein Roman »Pilgerreise«. »Dichterstauffer« lebt und arbeitet in der Schweiz und Europa. Michael Stauffer | Voland & Quist

Website: Dichter Stauffer

Bachmannpreis _ ORF Studio

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann _ Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Klagenfurt/Neuer Platz
Wörthersee

Foto: Michael Stauffer _ Tobias Bohm

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis/Klagenfurt/Wörthersee _  Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 11.6.26

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„Nichts ist ganz verloren“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Anja Knafl, Schauspielerin _ Klagenfurt 13.6.2026

Ingeborg Bachmann _ Anja Knafl

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz _

„Jugend in einer österreichischen Stadt“ Ingeborg Bachmann, 1961

ERINNERUNGEN _ Akrostichon

Text & Performance  Anja Knafl, Schauspielerin, Schriftstellerin Klagenfurt.

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Anja Knafl, Schauspielerin, Schriftstellerin _ Klagenfurt _
performing „Jugend in einer österreichischen Stadt“ Ingeborg Bachmann, 1961 _
Originalschauplatz Klagenfurt _
Fotos: Walter Pobaschnig 3/26, folgende

Anja Knafl im Schubertpark/Klagenfurt _ dem Schulweg von Ingeborg in Klagenfurt zwischen Henselstraße und Ursulinegasse

„Die Jugendjahre sind, ohne dass ein Schriftsteller es anfangs weiß, sein wirkliches Kapital. Die ersten Begegnungen mit Menschen, einer Umwelt. Was später dazukommt, was man für viel interessanter hält, bringt seltsamerweise fast nichts ein. Nur dass man erst in späteren Jahren überhaupt zu begreifen anfängt, was man mit dem ersten Blick gesehen hat, den man vielleicht niemals oder nur manchmal wieder geschenkt bekommt…“ Ingeborg Bachmann, G.u.I. Koschel, Christine/ von Weidenbaum, Inge (Hrsg.): Wir müssen wahre Sätze finden. Gespräche und Interviews. Piper, München 1991.

Ingeborg Bachmann, um 1970
Anja Knafl vor der Schule Ingeborg Bachmanns in Klagengfurt/Ursulinengasse
Ingeborg Bachmann/Henselstraße

Erinnerungen

Erinnerungen tauchen oft unerwartet auf.

Rückblicke führen in Momente, die längst vergangen sind.

In Gedanken werden Bilder wieder lebendig.

Nichts davon ist ganz verloren.

Narben und schöne Augenblicke bleiben bestehen.

Es ist Teil der eigenen Geschichte.

Ruhe entsteht nicht immer durch Vergessen.

Und auch nicht durch Festhalten.

Nur das Verstehen bringt Abstand.

Gegenwart und Vergangenheit greifen ineinander.

Anja Knafl, 29.4.26

Blick zurück in Richtung der Schule…
Anja Knafl, Schauspielerin, Schriftstellerin _ Klagenfurt _
performing „Jugend in einer österreichischen Stadt“ Ingeborg Bachmann, 1961 _
Originalschauplatz Klagenfurt _
Fotos: Walter Pobaschnig 3/26,

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz _

„Jugend in einer österreichischen Stadt“ Ingeborg Bachmann, 1961

ERINNERUNGEN _ Akrostichon

Text & Performance  Anja Knafl, Schauspielerin, Schriftstellerin Klagenfurt.

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Anja Knafl und Walter Pobaschnig vor der Schule Ingeborg Bachmanns in Klagenfurt

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Die in Klagenfurt geborene Schriftstellerin und Büchnerpreisträgerin nimmt in ihren Werken immer wieder auf konkrete Topographien ihrer Kindheit/Jugend Bezug („Jugend in einer österreichischen Stadt“ 1961; „Malina“ 1971) und bearbeitet diese literarisch.

Klagenfurt/Alter Platz
„Der Blick zurück….“
Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Fotos: Ingeborg Bachmann_ Familienarchiv Bachmann.

Fotos: Anja Knafl, Schauspielerin, Schriftstellerin _ Klagenfurt _
performing „Jugend in einer österreichischen Stadt“ Ingeborg Bachmann, 1961 _
Originalschauplatz Klagenfurt _

Walter Pobaschnig 4/26

Walter Pobaschnig 29.4.2026

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„ich war sehr aufgeregt, weil mich das Ganze an eine Prüfungssituation erinnerte“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Claudia Erdheim, Schriftstellerin _ Wien 12.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

im Interview _ Claudia Erdheim, Schriftstellerin _ Wien

Bachmannpreisnominierte 1987

Liebe Claudia, Du hast 1987 am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan erste Erinnerungen?

Meine ersten Erinnerungen sind nicht die besten. Mein Juror, Manfred Diercks, stimmte nicht für mich, obwohl ich zu jener Gruppe zählte, über die am Schluss abgestimmt werden sollte. Abgesehen davon, war ich sehr aufgeregt, weil mich das Ganze an eine Prüfungssituation erinnerte.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Das Besondere am Bachmannpreises ist die große Aufmerksamkeit, die er im deutschsprachigen Raum genießt.

Wie hast Du deine Lesung und die Jurydiskussion erlebt?

Die Juroren schienen mir kompetent, aber nicht gerecht. Damals gab es noch die DDR und es war von Vornherein klar, dass der Autor aus der DDR den Preis bekommen würde.

Wie hat sich Deine Teilnahme auf Deine literarische Öffentlichkeit wie Deinen weiteren persönlichen literarischen Weg, Deinen Schreibstil, ausgewirkt?

Die Auswirkungen auf meinen weiteren literarischen Weg waren gering. Eine Lektorin des Diogenesverlages forderte mich auf, ihr mein Manuskript zu schicken, wenn es fertig wäre. Leider wurde aber der Lektorin das ihr von mir geschickte Manuskript nicht ausgehändigt. Auf meinen Schreibstil gab es keinen Einfluss.

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

Für die weitere Entwicklung des Bachmannpreises braucht es unabhängigere und in ihrer Entscheidung freiere Juroren, was im Lauf der Jahre nicht immer der Fall war.

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Alle Beteiligten, vor allem aber die Jury, sollten sich nicht so wichtig nehmen.

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Claudia Erdheim, Schriftstellerin

Zur Person: Claudia Erdheim, Schriftstellerin, 1945 in Wien geboren. Studium der Philosophie und Logik in Wien, München und Kiel. Von 1985 bis 2005 Universitätslektorin in Wien. 1996 bis 1998 Russlandaufenthalt. Von 2000 bis 2003 zu Recherchezwecken immer wieder längere Aufenthalte in Lemberg. 2008 fünf Monate Israelaufenthalt. 1984 erschien mein erster Roman „Bist du wahnsinnig geworden?“ Es folgten zahlreiche Romane und Erzählungen. U.a. 2006 „Längst nicht mehr koscher“. Zahlreiche Stipendien.

2019 Theodor Kramer Preis.

Autorin – Claudia Erdheim

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Klagenfurt/Rathaus _ Ankündigung Bachmannpreis
Blick auf den Wörthersee vom Schloss Loretto/Klagenfurt _
Bachmannpreis- Empfang der Stadt Klagenfurt

Foto: Claudia Erdheim _ privat

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis/Klagenfurt/Wörthersee _  Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 11.6.26

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„Es ist wie ein sportlicher Wettkampf, nur ohne Regeln“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Tim Staffel, Schriftsteller _ Berlin 12.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

im Interview _ Tim Staffel, Schriftsteller _ Berlin

Bachmannpreisnominierter: 1998   Text: „Hüttenkäse“

Einladender Juror: Robert Schindel

Lieber Tim, Du hast 1998 am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan erste Erinnerungen?

Raul Zelik ist mit mir und meinem Gipsarm im Gepäck auf dem Rad zum Wörthersee gefahren, Pfifferlinge, Sonne und Fußballspiele

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Es ist wie ein sportlicher Wettkampf, nur ohne Regeln, man kann seinen Text so präsentieren, wie man in selbst versteht, also dem Text eine hörbare Stimme verleihen.

Wie hast Du deine Lesung und die Jurydiskussion erlebt?

Die Lesung hatte Sound, Beat, Rhythmus, ich habe es so hinbekommen, wie ich es mir vorgestellt hatte. Die Jury warf mit teils vor, ich wolle sie provozieren und ließ mich wissen, dass sie sich nicht provozieren lasse, das war lustig. Robert Schindel, der mich eingeladen hatte, kämpfte wie ein Löwe, vergeblich

Wie hat sich Deine Teilnahme auf Deine literarische Öffentlichkeit wie Deinen weiteren persönlichen literarischen Weg, Deinen Schreibstil, ausgewirkt?

Es schöner Stempel war das: Ich war beim Bachmannpreis, letztlich fühlte ich mich bestätigt und habe trotz der Kritik Selbstvertrauen gewonnen

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

Aufregende Texte und Menschen, die sich selbst nicht zu wichtig nehmen

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Ich hatte 1998 eine tolle Zeit und sehr viel Spaß – das wünsche ich auch allen für dieses Jahr

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Tim Staffel, Schriftsteller

Zur Person: Tim Staffel hat vier Romane veröffentlicht. Sein Debüt „Terrordrom“ wurde 1998 von Frank Castorf für die Volksbühne dramatisiert. Daneben schrieb Staffel zahlreiche Hörspiele. Er wurde u. a. mit dem Alfred-Döblin-Stipendium und mehrmals mit dem Literatur-Stipendium des Deutschen Literaturfonds ausgezeichnet. Sein Roman „Südstern“ stand 2023 auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis. 2024 erhielt er das London-Stipendium des Deutschen Literaturfonds.

Bachmannpreis _ Publikum/ORF-Studio

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Foto: Tim Staffel _ Ken Yamamoto

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis ORF Studio/Wald/Lendkanal _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 10.6.2026

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„Unruhe und Hoffnung“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Anja Knafl, Schauspielerin _ Klagenfurt 12.6.2026

Ingeborg Bachmann _ Anja Knafl

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz _

„Jugend in einer österreichischen Stadt“ Ingeborg Bachmann, 1961

JUGEND _ Akrostichon

Text & Performance  Anja Knafl, Schauspielerin, Schriftstellerin Klagenfurt.

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Anja Knafl, Schauspielerin, Schriftstellerin _ Klagenfurt _
performing „Jugend in einer österreichischen Stadt“ Ingeborg Bachmann, 1961 _
Originalschauplatz Klagenfurt _
Fotos: Walter Pobaschnig 3/26, folgende
Ingeborg Bachmanns Maturajahrgang 1944 _
Oberschule für Mädchen/Ursulinengymnasium Klagenfurt
_
Wer erkennt Ingeborg? Auflösung unten.

„Die Kinder sind verliebt und wissen nicht in wen…“ „Jugend in einer österreichischen Stadt“ Ingeborg Bachmann, 1961, folgende

„Du mein Wenn. Und Du mein Aber. Entweder. Oder. Mein Alles…mein alles…“

JUGEND

Jeder Tag bringt neue Gedanken und Gefühle mit sich.

Unruhe gehört zu dieser Zeit genauso wie Hoffnung.

Große Fragen stehen oft ohne klare Antworten im Raum.

Ein Weg entsteht erst beim Gehen.

Nicht alles muss sofort verstanden werden.

Diese Phase bleibt ein Anfang von vielem.

Anja Knafl, 29.4.26

„Das Wenigste ist im Leben da, um uns einzuleuchten, und die Jugend gehört nicht dazu, auch die Stadt nicht, in  der sie stattgehabt hat…“

Anja Knafl, Schauspielerin, Schriftstellerin _ Klagenfurt _
performing „Jugend in einer österreichischen Stadt“ Ingeborg Bachmann, 1961 _
Originalschauplatz Klagenfurt _
Fotos: Walter Pobaschnig 3/26, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz _

„Jugend in einer österreichischen Stadt“ Ingeborg Bachmann, 1961

JUGEND _ Akrostichon

Text & Performance  Anja Knafl, Schauspielerin, Schriftstellerin Klagenfurt.

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Pressegger See/Kärnten

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Die in Klagenfurt geborene Schriftstellerin und Büchnerpreisträgerin nimmt in ihren Werken immer wieder auf konkrete Topographien ihrer Kindheit/Jugend Bezug („Jugend in einer österreichischen Stadt“ 1961; „Malina“ 1971) und bearbeitet diese literarisch.

„Alles Wesentliche im Leben einer Schriftstellerin passiert in der Kindheit“ Malina

Anja Knafl und Walter Pobaschnig vor der Schule Ingeborg Bachmanns/Klagenfurt _ 4/26

Auflösung _ „Wo ist Ingeborg?“ am Maturafoto 1944: vorne ganz rechts, unten hockend

Fotos: Ingeborg Bachmann_ Familienarchiv Bachmann.

Fotos: Anja Knafl, Schauspielerin, Schriftstellerin _ Klagenfurt _
performing „Jugend in einer österreichischen Stadt“ Ingeborg Bachmann, 1961 _
Originalschauplatz Klagenfurt _

Walter Pobaschnig 4/26

Walter Pobaschnig 29.4.2026

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„es dauerte Jahre, das „Abgewatscht-worden-sein“ zu verkraften“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _  Linda Stift, Schriftstellerin _ Wien 12.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

im Interview _  Linda Stift, Schriftstellerin _ Wien

Bachmannpreisnominierte 2009 Text: „Die Welt der schönen Dinge“

Einladende Jurorin: Karin Fleischanderl

Liebe Linda, Du hast 2009 am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan erste Erinnerungen?

Alles war viel unübersichtlicher, als ich es mir vorgestellt hatte. Das Schönste war nach der Lesung und der für mich fatalen Jurydiskussion der Sprung in den Wörthersee.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Es ist eine einmalige Gelegenheit vor sehr großem Publikum zu lesen, Kolleg:innen zu treffen, vielleicht sogar einen Verlag zu finden.

Wie hast Du deine Lesung und die Jurydiskussion erlebt?

Die Lesung selbst fand ich recht angenehm, umso schlimmer waren dann die Diskussionen. Man hat mir das Recht abgesprochen, über etwas zu schreiben, das ich selbst nicht erlebt habe.

Wie hat sich Deine Teilnahme auf Deine literarische Öffentlichkeit wie Deinen weiteren persönlichen literarischen Weg, Deinen Schreibstil, ausgewirkt?

Ich war lange Zeit verunsichert und geknickt, es dauerte Jahre, das „Abgewatscht-worden-sein“, wie es medial ausgedrückt wurde, zu verkraften. Ich schrieb monatelang nicht, und als ich wieder anfing, war es aus einem Gefühl des Trotzes heraus.

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

Gut fände ich, wenn es zwei Juroren-Teams gäbe: eines, das die Texte auswählt, und eines, das dann über die Texte spricht.

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Egal, was passiert, man sollte sich nicht alles zu sehr zu Herzen nehmen.

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Linda Stift, Schriftstellerin

Zur Person: Linda Stift, geboren 1969 bei Leibnitz/Steiermark, Studium der Germanistik und Philosophie. Autorin und Redakteurin des »Spectrum« der Presse, lebt in Wien. Zahlreiche Preise, unter anderem Alfred-Gesswein-Preis (2007). Teilnahme am Wettlesen um den Ingeborg-Bachmann-Preis in Klagenfurt (2009). Bücher: Kingpeng (Roman, Deuticke 2005), Stierhunger (Roman, Deuticke 2007), Alle Wege (Anthologie, Sonderzahl 2010), Kein einziger Tag (Roman, Deuticke 2011), Das Meer hat keine Scheibe (Roman, Limbus 2026), Die Handtasche – Eine Kulturgeschichte der Dinge (erscheint am 14. August bei Limbus). https://www.limbusverlag.at/autorinnen/linda-stift/

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Klagenfurt_Rizzibrücke/Lendkanal

Foto: Linda Stift _ Christine Andorfer

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis ORF Studio/Klagenfurt_ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 10.6.26

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„Was für eine Chance für mich“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Wolfgang Hegewald, Schriftsteller _ Hamburg 12.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

Im Interview: Wolfgang Hegewald, Schriftsteller _ Hamburg

Bachmannpreisnominierter 1984

Preis der Industriellenvereinigung

Lieber WH, Du hast 1984 am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan erste Erinnerungen?

Ich befand mich in einer besonderen Lebenssituation. Ich hatte Ende September 1983 das Weite gesucht und einer kommoden Diktatur namens DDR den Rücken gekehrt. Ich lebte in einer Sozialwohnung in Hamburg, hatte noch kein Buch, kein Ged und auch sonst nichts zu verlieren. Da lud mich Juror Peter Härtling nach Klagenfurt ein; er kante schon Texte von mir. Was für eine Chance für mich, erste Erfahrungen im Konkurrenzuniversum Literaturbetrieb zu sammeln. Aber ich schloss in Klagenfurt auch Freundschaften mit Kolleginnen und Kollegen, jenseits der Rivalität.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Damals war Klagenfurt eine Art Familienausflug des deutschsprachigen Literaturbetriebes. Kontakthof. Gerüchteküche. Prosabörse. Expedition. Kritiker, Lektoren, Agenten, Autoren, Enthusiasten und Verächter des Schaulesens unter sich. Das generische Maskulinum war 1984 noch nicht unter geschlechterpolitischen Verdacht geraten.

Familienbande eben.

Wie hast Du deine Lesung und die Jurydiskussion erlebt?

Ich trat als völlig unbeschriebenes Blatt an, schwer und leicht zugleich. Ich erinnere mich, wie mich Marcel Reich-Ranicki während meiner Lesung von der Seite fixierte. Die unausgesprochene Frage, die sich in seiner Mimik ausdrückte, lautete: Ist dieser Typ arrivierbar oder hat er nicht das Zeug dazu.

Später hat MRR meinen Text „Burgenland“ immerhin in der Tiefdruckbeilage der FAZ veröffentlicht.

Wie hat sich Dein Preisgewinn für Dein weiteres Schreiben ausgewirkt?

Im Herbst 1984 erschien mein erstes Prosabuch, und der Erfolg in Klagenfurt hat ihm Aufmerksamkeit eingetragen.

Ich war damals sehr knapp bei Kasse, und mit dem Preisgeld reiste ich sofort nach Venedig. Was für ein Erlebnis, wenn man vor Jahresfrist noch in der DDR eingemauert war.

Was braucht der Bachmannpreis an Weiterentwicklung für eine gute Zukunft?

Dafür fehlt mir die Phantasie. Im Moment verliert die Formel „gute Zukunft“ nicht nur für den Bachmannpreis ihre semantische Plausibilität.

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Alles Gute. Alles Gute.

„Frohe Ostern, frohe Western“, mit Wolfgang Neuss gesprochen. Falls sich noch jemand an ihn erinnert.

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Wolfgang Hegewald, Schriftsteller

Zur Person:

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Humbert Fink, Bachmannpreisgründer,
langjähriger Juror beim Bachmannpreis

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Foto: Wolfgang Hegewald _ Roman Pawlowski

Foto: Humbert Fink/privat.

Fotos: Bachmannpreis/ORF Studio_ Klagenfurt/Alter Platz _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 3.6.2026

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„der Bachmannpreis zeigt, was in der Literatur alles möglich ist“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Ulrike Haidacher, Schriftstellerin _ Wien 12.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

Im Interview _  Ulrike Haidacher, Schriftstellerin _ Wien

Bachmannpreisnominierte 2024 _ Text: „Schwestern“

Einladender Juror: Klaus Kastberger

Liebe Ulrike, Du hast am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan erste Erinnerungen?

Eine sehr aufregende und besondere Zeit. Ein bisschen wie Schullandwoche, ein bisschen wie Aufnahmsprüfung, ein bisschen wir Urlaub, stolz dabei zu sein, Freude und gleichzeitig Selbstzweifel. Dazu gekommen ist, dass ich in einem ganz frühen Stadium schwanger war. Ich habe es vor Ort niemandem erzählt, es hab nur ich gewusst, dass ich nicht alleine lese. Kurz nach dem Bachmannpreis ist außerdem mein zweiter Roman „Malibu Orange“ erschienen. Insgesamt also eine sehr besondere Zeit.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Der Bachmannpreis ist etwas Einzigartiges. Dass literarische Lesungen und die Diskussion über Literatur zu einer Show werden, die so viele Menschen mitreißt, ist schon ziemlich cool. Die Persönlichkeiten, die lesen und diskutieren, die vielen unterschiedlichen Texte – der Bachmannpreis zeigt, was in der Literatur alles möglich ist.

Wie hast Du deine Lesung und die Jurydiskussion erlebt?

Ich habe es überraschend bewusst und ruhig erlebt. Ich kann mich auch jetzt noch an viele Details ganz klar erinnern. An meinen Weg ins Studio, das Hinsetzen, den Beginn der Lesung, die Lesung selbst und die Diskussion. Ich war in dem Moment dann ganz ruhig. Gleichzeitig war alles sehr surreal.

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

Weiterhin viele unterschiedliche und spannende Texte, Persönlichkeiten und Mut.

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Viel Spaß!

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Ulrike Haidacher, Schriftstellerin

Zur Person: Ulrike Haidacher studierte Germanistik und lebt als Schriftstellerin und Kabarettistin in Wien. Sie schreibt Romane und Bühnenprogramme sowie satirische Kolumnen für das Radio (FM4).

Ihr Debütroman „Die Party“ wurde 2024 am Schauspielhaus Graz uraufgeführt, ihr zweiter Roman „Malibu Orange“ erschien m Juli 2024 im Leykam Verlag.

Bachmannpreis _ ORF Studio Klagenfurt

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

ORF Garten

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

„Drei Wege zum See“ _ Ingeborg Bachmann outdoors _
szenische Wanderung am Weg der Erzählung in Klagenfurt/Kreuzbergl/Wörthersee _

Walter Pobaschnig/Alina Nedwed 2016-2020
„Drei Wege zum See“ _ Christina Wuga/Schauspielerin
Abendstimmung Wörthersee

Fotos: Ulrike Haidacher _ Walter Pobaschnig

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis ORF Studio/“Drei Wege zum See“/Wörthersee _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 10.6.2026

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„Der Bachmannpreis ist Fenster zur Literatur, Mythos und Legende“ _ Bachmannpreis 2026 _ Nominierteninterview: Seraina Kobler, Schriftstellerin _ Zürich 12.6.2026

Bachmannpreis 2026 _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt _

50 Jahre Bachmannpreis

Nominierteninterview: Seraina Kobler, Schriftstellerin _ CH

Geboren 1982 in Locarno, lebt in Zürich _ eingeladen von Juror Philipp Tingler.

Seraina Kobler, Schriftstellerin

Liebe Seraina, herzliche Gratulation zur Bachmannpreisnominierung! 

Wie hast Du davon erfahren und was war Deine erste Reaktion? 

Ich erhielt eine Nachricht von meinem Juror Philipp Tingler, da stand ich gerade unter frisch erblühten Hyazinthen neben einem Wartehäuschen. Ich sah in die gelben Blüten, den Frühlingshimmel und dachte: Wörthersee! 

Dein Weg zur Literatur führte über ein Linguistikstudium und die Tätigkeit als Politikjournalistin. 2026 ist Dein vierter Roman „Tal der Schwalben“ im Diogenes Verlag erschienen. 

Was waren Stationen auf Deinem Weg zu den Buchveröffentlichungen und schließlich jetzt zur Bachmannpreisnominierung?  Was macht für Dich die Faszination des Schreibens aus?

Lesen und Schreiben gehörten für mich schon immer zusammen. Denke ich an meine Kindheit, dann sind da immer die Bücher, Baumhütten und der Geruch des Felles meines Hundes Charly. Ich glaube, der Wunsch, einen Roman zu schreiben und ihn nicht nur zu lesen, hatte mit dieser Zeit zu tun. Mit der unendlichen Leichtigkeit, die einen ausgefüllt, wenn man in einem Text verschwinden kann. Später kam dann aber zuerst einmal der Journalismus, das faktische Schreiben, die Politik. Fragen an die Welt, Ideale, Wut auch. 

Vielleicht wollte ich auch deswegen andere Bilder suchen, entwickelte sich der Wunsch, ins Metaphorische zu gehen. Dazwischen, damit und eigentlich immer – waren da auch die Kinder, sind sie Teil meines Schreibens. In dem sie es strukturieren, mich dazu bringen, jeden Tag zu fragen, was wirklich wichtig ist. Diese Fragen haben mich auch in das Tal der frühen Kindheit geführt und somit zu dem Text, den ich nun nach Klagenfurt trage. 

Du lebst mit Deiner Familie, fünf Kindern, in Zürich. Wie bringst Du alles unter einen Hut und wo und wie schreibst Du?  

Nun, das ist ein bisschen wie beim Jonglieren. Da beginnst du ja auch nicht mit fünf Bällen, zuerst mal einer, dann noch einer … So sind wir in den letzten bald zwanzig Jahren zu einer eingespielten Gruppe zusammengewachsen. Das lustige ist, oft schreibe ich im Alltag mit den Kindern besser, als wenn ich mich in ein Kämmerchen einschliesse und sie dann wiederum vermisse. Die meiste Zeit über schreibe ich sowieso im Kopf, spreche mit den Stimmen, knete die Themen, sammle Fragmente, die ich oft unterwegs einfach kurz und kryptisch in den Notizen festhalte. Sitze ich dann vor einem Word-Dokument, ist da schon eine Fülle an Material, dass ich dann verarbeiten kann, wenn Schule ist oder die Kinder draussen am Spielen sind. 

Was man aber auch leider sagen muss: Die letzten fast zehn Jahre dieses Lebens verlangten auch eine unglaubliche Fokussierung auf den Wert des Augenblicks, denn in puncto Absicherung und Altersvorsorge lebe ich sehr prekär. Residenzen kommen mit schulpflichtigen Kinder sowieso nicht in Frage. Oder um Virginia Woolf zu erweitern: Schreibende Mütter und Väter brauchen in der Lebensphase nicht unbedingt Raum zum Schreiben, sondern Geld. 

Welche Bedeutung hat der Bachmannpreis heute? 

Nun, für mich ist er Mythos und Legende, ein Fenster in den Prozess der Literaturenstehung, Echtzeit-Anlass und natürlich denkt man immer gleich an Sommer und See. Was er tatsächlich für den Literaturbetrieb bedeutet, das müssen andere beurteilen, ich bleibe auf der Ebene des Textes: Da freue ich mich auf Überraschungen. 

Wie bereitest Du Dich nun auf Klagenfurt vor und worauf freust Du Dich besonders? 

Natürlich gibt es einiges zu organisieren, wenn ich eine Woche weg bin. Meine Jüngste und mein Ältester, sowie meine Schwester und ihr Hund Abrakadabra werden mich begleiten, die anderen bleiben in Zürich.

Als mein Text in die engere Auswahl kam, da hat meine Lektorin spontan gesagt, wenn das klappt, dann komme ich auch mit. Und wir springen zusammen nach der Lesung in den See, antwortete ich ihr. Auf diesen Platsch freue ich mich ganz besonders. 

Herzlichen Dank für das Interview, viel Freude und Erfolg in Klagenfurt!

„Inge“ _ Hauptpreis _ Bachmannpreis

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Anspannung vor der Lesung im ORF Studio
Mittagspause im schattigen ORF-Garten
Abendstimmung Wörthersee

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Seraina Kobler _ Franco Tettamanti

Fotos: Bachmannpreis/ORF Studio/Garten _ Walter Pobaschnig

 Walter Pobaschnig, 8.6.2026

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