„Ingeborg Bachmann hielt an der Deutschen Schule Kairo, an der ich sieben Jahre zur Schule ging, eine Lesung. Dies war zwar lange vor meiner Zeit, doch ihre Anwesenheit wirkte noch nach.“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Marco Grosse, Schriftsteller _ Bonn 2.11.2026

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview _ Marco Grosse, Schriftsteller, Übersetzer _ Bonn

Lieber Marco, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns?  

Für mich ist Ingeborg Bachmann in zweifacher Hinsicht interessant. Aus der Perspektive des Schriftstellers und Übersetzers und auch durch meinen persönlichen Ägyptenbezug.

In ihrem unvollendeten Romanfragment „Der Fall Franza“ geht es um die psychische und physische Zerstörung der Protagonistin Franza durch ihren Ehemann, den Psychiater Jordan und die darauffolgenden Reise nach Ägypten als Suche nach Heilung.

Alda Merini, die berühmte italienische Lyrikerin, die ich ins Deutsche übersetzt habe, wurde durch ihren Ehemann Carniti in die Nervenheilanstalt eingewiesen. Zwar litt Merini tatsächlich an einer bipolaren Störung, doch die Einweisung in ein „Irrenhaus“ war in der patriarchalen Gesellschaft damals ein gängiges und rechtmäßiges Instrument, um unangepasste oder intellektuell aus dem Rahmen fallende Ehefrauen unkompliziert loszuwerden. Ingeborg Bachmann denunziert in ihren Werken die Unterdrückung der Frau. Sie analysiert radikal das Verhältnis zwischen Ehemann und Frau und glaubte, dass der Faschismus nach Kriegsende nicht verschwunden war, sondern lediglich im Privaten der Beziehungen zwischen Mann und Frau weiterlebte. Hier treffen sich Merini und Bachmann durch die Problematik der Stellung der Frau in Gesellschaft und Familie.

Des Weiteren hatte für mich Ägypten in meiner Kindheit eine befreiende Wirkung, die mir sehr bei der Persönlichkeitsfindung geholfen hat. In Europa fühlte ich mich eingeengt. Die Weite der Wüste hingegen, die Lebensfreude der Menschen mit ihrem alltäglichen Humor, waren der Nährboden, der zur Selbstfindung half. Man könnte also sagen, dass das Land etwas Heilendes besaß. Ägypten war somit ein weiterer gemeinsamer Bezugspunkt.

Es gibt aber für mich noch einen weiteren Zugang.

Ingeborg Bachmann hielt an der Deutschen Schule Kairo, an der ich sieben Jahre zur Schule ging, eine Lesung. Dies war zwar lange vor meiner Zeit, doch ihre Anwesenheit wirkte noch nach. Die Fotos von ihr in Ägypten machten in der Schule immer wieder die Runde und auch ihr Name war bekannt und wurde oft genannt. Doch ihrem Werk näherte ich mich durch Max Frisch. Dies war schon später, als wir im Deutschunterricht Homo Faber lasen, aber auch durch Friedrich Dürrenmatt, der bekanntlich durch eine schwierige Freundschaft mit Max Frisch verbunden war und ebenfalls die Deutsche Schule Kairo 1985 besucht hatte. Auf ihre Weise sind diese Autoren miteinander verbunden und führen zueinander, wenn man sich mit ihnen beschäftigt.

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

Hinsichtlich Bachmanns Lyrik habe ich mich von ihrer existentialistischen Sinnsuche angesprochen gefühlt. Vielleicht hängt sie eng mit der damaligen Zeit zusammen. Generell aber, ohne auf ein spezifisches Werk einzugehen, gefällt mir besonders ihr Ringen um Sprache, die fast juristische Suche nach Begriffsgenauigkeit, um der Wahrheit durch ihre Bedeutungen so nah wie möglich zu kommen.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben und warum?

Besonders hervorheben möchte ich „Der Fall Franza“, das ich bereits erwähnte. Im Romanfragment geht Ingeborg Bachmann auf die Atmosphäre der Komplizenschaft zum Deutschland der dreißiger Jahre ein, die sie bei der auslandsdeutschen Gemeinschaft in Kairo erlebt hat. Sie bringt zum Ausdruck, wie bei diesen Menschen und in ihrem Alltag der Faschismus weiterlebte. Ich persönlich kann nicht von ähnlichen Beobachtungen aus den achtziger Jahren berichten. Natürlich gab es viele Auslandsdeutsche, die unterschiedliche politische Einstellungen besaßen. Doch größtenteils, insbesondere hinsichtlich der Deutschen Schule Kairo, waren die Lehrkräfte weltoffen. An der Schule gab es zahlreiche Lehrer, die jünger und von den Achtundsechziger-Jahren geprägt waren. Sie besaßen fast alle Campingbusse und führten ein hippieähnliches Leben. „Sag mir, wo die Blumen sind“ war das Lieblingslied meines Klassenlehrers. Die Lehrer, die verspannt und verkrampft nach Kairo kamen, lernten sehr schnell, eine entspannte und lebensfrohe Gleichgültigkeit gegenüber dem Alltagschaos als Lebenseinstellung einzunehmen, und ließen sich auf Land und Leute ein. Das war anders als in den sechziger Jahren, als Ingeborg Bachmann die Schule besucht hatte. Dies wiederum macht das Buch für mich persönlich so interessant.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Christa Wolf hat in einer Lesung – ich glaube, es war auch an der Deutschen Schule Kairo (oder war es schon in Mailand?) – auf die Frage, ob sie glaube, dass so etwas wie in den dreißiger Jahren in Deutschland erneut passieren könne, mit der Befürchtung geantwortet, dies könne ihrer Meinung nach jederzeit wieder geschehen. Ich würde diese Frage auch an Ingeborg Bachmann stellen wollen, doch mit der Ergänzung, auf welche Art und Weise sie glaube, dass sich eine Wiederholung manifestieren könnte.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Ich habe immer viele Projekte, die gleichzeitig ihren Abschluss suchen. Manchmal liegen sie allerdings mehrere Jahre unfertig in einer Schublade, schlummern in meinem Hinterkopf, bis ich sie zu einem anderen, vielleicht passenderen Zeitpunkt zu Ende bringe. Ich vergesse sie nicht, es ist einfach eine Zeitfrage, oft ändern sich auch nur die Prioritäten. Ich muss einen Text, an dem ich arbeite, auch fühlen können. Fast immer versuche ich jedoch, einen Abschluss zu finden.

Konkret spreche ich aber nicht gern über ein Projekt, das noch nicht abgeschlossen ist. Da bin ich etwas abergläubisch.

Was ich aber verraten kann, ist, dass mein nächstes Buch ein kleines Buch auf Italienisch und Englisch sein wird. Es wird von einer bekannten italienischen Illustratorin illustriert und wird sehr bald in Druck gehen.

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

 „Ägypten ist eine Landschaft, für die die Augen gemacht sind.“

Doch da dieses Bachmann Zitat auch auf Adolf Opels Buch, seine Reiseerinnerungen mit Ingeborg Bachmann, steht, möchte ich noch ein weiteres anfügen, das auch gut in unsere Zeit passt. „Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar.“

Herzlichen Dank für das Interview!

Marco Grosse, Schriftsteller, Übersetzer _ Bonn

Zur Person/über mich/Website: Intermittenze(n) 15.9.2026

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Marco Grosse _ privat

Walter Pobaschnig, 15.9.2026

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„Mein Kopf rollt im Restaurant Sacher auf den Teller“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Marco Grosse/Betka Fislova _ Bonn/Wien 2.11.2026

Betka Fislova, Tänzerin, Choreographin _ Wien _
performing „Undine geht“ _
Undine geht, Ingeborg Bachmann, Erzählung 1961 _
Donau/Wien 8_23 _

Walter Pobaschnig, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance _ Wien/Alte Donau

MALINA_ UNDINE GEHT _ INGEBORG _ Akrosticha

Text _ Marco Grosse, Schriftsteller, Übersetzer _ Bonn

Performance _ Betka Fislova, Tänzerin, Choreographin _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

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 Marco Grosse, 29.9.2026

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance _ Wien/Alte Donau

MALINA_ UNDINE GEHT _ INGEBORG _ Akrosticha

Text _ Marco Grosse, Schriftsteller, Übersetzer _ Bonn

Performance _ Betka Fislova, Tänzerin, Choreographin _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

Marco Grosse, Schriftsteller, Übersetzer _ Bonn

Zur Person/über mich/Website: Intermittenze(n) 2.10.2026

Betka Fislova, Tänzerin, Choreographin

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Marco Grosse _ privat

Walter Pobaschnig, 15.9.2026

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„Ohnmacht und Sprache“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Lisa Carolin Nemec, Schauspielerin _ Wien 1.11.2026

Lisa Carolin Nemec, Schauspielerin _ acting „Malina“ _
Romanschauplatz Malina _ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Walter Pobaschnig 2/26, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

INGEBORG _ Akrostichon

Text & Performance _ Lisa Carolin Nemec, Schauspielerin

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Lisa Carolin Nemec, Schauspielerin _ acting „Malina“ _
Romanschauplatz Malina _ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Walter Pobaschnig 2/26, folgende

INGEBORG



In ihren Texten thematisiert Bachmann Gewalt in Beziehungen.

Nicht offen, sondern sprachlich verborgen.

Geschlechterrollen werden kritisch hinterfragt.

Existenzielle Angst prägt ihre Figuren.

Beziehungen erscheinen als Orte der Verletzung.

Ohnmacht und Sprache stehen im Zentrum.

Radikal fordert sie neue Formen des Denkens.

Gegen die zerstörerische Macht der Sprache.

Lisa Carolin Nemec, 2.3.2026

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

INGEBORG _ Akrostichon

Text & Performance _ Lisa Carolin Nemec, Schauspielerin

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

 Lisa Carolin Nemec, Schauspielerin

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Fotos: Lisa Carolin Nemec, Schauspielerin _ acting „Malina“ _
Romanschauplatz Malina _ Wien _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Walter Pobaschnig 2/26
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Walter Pobaschnig, 2.3.26

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„Sie war nicht nur Opfer, sondern auch stark in ihren emotionalen und intellektuellen Forderungen ans andere Geschlecht“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Anne Marie Pircher, Schriftstellerin _ Meran 1.11.2026

Ingeborg Bachmann _ Anne Marie Pircher

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann in Rom, 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview _  Anne Marie Pircher, Schriftstellerin _ Meran

Liebe Anne Marie, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Ich finde mich in ihren Gedichten und in ihrer Prosa sehr oft wieder. Als Schülerin an der Oberschule hat sie mich damals schon in ihren Bann gezogen und nie mehr wirklich losgelassen, obwohl ich ihr oft zu entfliehen versuchte.

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

Die Fähigkeit, unvergleichliche Bilder zu Lyrik und Prosa zu verdichten. Intellekt und tiefes Gefühl verbindet sie in ihren Texten zu großartiger Literatur. Sie war wohl eine Meisterin des Schauens und Fühlens.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

Da bin ich überfragt. Ich müsste ihre Werke neu lesen.

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Sie war radikal und das macht unter anderem auch ihren Wert aus. Das hatte seinen Preis, begründet aber auch ihren großen Erfolg. Die patriarchale Macht zerstört und verletzt weiterhin und ich bezweifle, ob das jemals überwunden werden kann. Im Grunde ändern sich nur Gesichter und Formen, Gewalt und Machtmissbrauch werden heute vielleicht subtiler und unter Deckmänteln ausgeübt, aber sie sind so präsent wie eh. Ingeborg Bachmann hatte auch für das Unterschwellige und nicht Offensichtliche gewaltstarke Bilder parat, die sie beinahe unerschöpflich aus sich herausholen konnte. Sie gelten heute wie damals.

Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?

Diesen famosen Satz über die Männer kann ich aus ihrer Perspektive nachempfinden, aber ich teile ihn nicht. Da bin ich differenzierter. Wie wir lieben? Immer gleich und immer wieder im Kreis. Das Thema Liebe bleibt unser aller Baustelle. Bachmann trug, so denke ich, das Widersprüchliche auch tief in sich. Sie war nicht nur Opfer, sondern auch stark in ihren emotionalen und intellektuellen Forderungen ans andere Geschlecht. Aber als Frau traf sie natürlich zur damaligen Zeit auf harte Bedingungen im Kampf um Liebe und gleichzeitige Unabhängigkeit. Heute ist es vielleicht besser, aber schwierig allemal.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Sehr oft, aber nicht zwingend. Es hat wohl viel mit den Lebensumständen zu tun und welche Art von Kunst jemand ausübt.

Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?

Ihre Ironie und ihr hintergründiger Humor werden oft vergessen. Ich empfehle als Beispiel: „Ihre glücklichen Augen“. 

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Ich hätte gern mit ihr gelacht.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Ich arbeite jeden Tag auf die eine oder andere Weise, auch abseits vom schriftlichen Wort. Ich gehe weiter, denkend.

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

Ich weiß keine bessere Welt.

Herzlichen Dank für das Interview!

 Anne Marie Pircher, Schriftstellerin

Zur Person/Website: http://www.annemariepircher.eu

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos_ Anne Marie Pircher _ 1 privat; 2 Manuela Tessaro

Walter Pobaschnig, 8.10.2026

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„der Feminismus sollte sich nicht die Härte der patriarchalen Welt aneignen“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Celine Lassalle, Verlegerin _ Berlin 31.10.2026

Ingeborg Bachmann _ Céline Lassalle

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

im Interview _  Céline Lassalle, Verlegerin _ Berlin

Liebe Céline, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Ich kam mit ihr über ihr Romanprojekt Todesarten in Berührung. Das Thema der kollektiven Traumata der Nachkriegsgesellschaft, das wohl lange nicht versiegt ist und für mich als studierte Anthropologin Anknüpfungspunkte bereithält.

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Es gibt noch sehr viele Überbleibsel und diese werden spürbar, der Feminismus sollte sich diese Härte nicht aneignen.

Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?

Gerade bezogen auf Liebe denke ich bei aller Theorie manchmal: Liebe ist Liebe, Texte sind Texte. Wenn Männer krank sind, sollte man auch nicht mit ihnen Liebe haben oder sie versuchen zu heilen.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Es sollte ganz sicher keine Nabelschau bleiben, sondern darüber hinaus gehen.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Vielleicht würde es Dir gut tun, dir selbst Grenzen zu dir und den anderen zu setzen.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Ich muss heute noch den Klappentext zum Buch „Magnus an der Wahlurne“  schreiben.

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar.

Herzlichen Dank für das Interview!

Céline Lassalle, Verlegerin 

Zur Person _ Céline Lassalle, Verlegerin 

Verlagswebsite_ Vakantverlag

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Céline Lassalle _ privat

Walter Pobaschnig, 16.8.2026

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„möchte“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Petrus Akkordeon/Ina Solea _ Berlin/Wien 30.10.2026

Ina Soléa, Schauspielerin, Model _ Wien _
performing Malina _ Originalschauplatz Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig 1/22 f.

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance _ Originalschauplatz „Malina“_ Wien

MALINA_ UNDINE GEHT _ INGEBORG _ Akrosticha

Text _ Petrus Akkordeon, Künstler, Schriftsteller _ Berlin

Performance _ Ina Soléa, Schauspielerin, Model _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

MALINA_ UNDINE GEHT _ INGEBORG

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Petrus Akkordeon, 3.10.2026

Ina Soléa, Schauspielerin, Model _ Wien _
performing Malina _ Originalschauplatz Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig 1/22 f.

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance _ Originalschauplatz „Malina“_ Wien

MALINA_ UNDINE GEHT _ INGEBORG _ Akrosticha

Text _ Petrus Akkordeon, Künstler, Schriftsteller _ Berlin

Performance _ Ina Soléa, Schauspielerin, Model _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

Petrus Akkordeon, Künstler, Schriftsteller

Zur Person: Pètrus Akkordéon – Wikipedia 4.10.2026

Ina Soléa, Schauspielerin, Model

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Petrus Akkordeon _ privat

Fotos: Ina Soléa, Schauspielerin, Model _ Wien _
performing Malina _ Originalschauplatz Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Walter Pobaschnig 1/22

Walter Pobaschnig, 3.10.2026

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„hunger und poesie kommen tief aus einem heraus. beides treibt einen an“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Petrus Akkordeon, Künstler _ Berlin 30.10.2026

Ingeborg Bachmann _ Petrus Akkordeon

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview _ Petrus Akkordeon, Künstler, Schriftsteller _ Berlin

Lieber Petrus, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

rasenmähen. es begann damals mit meiner tätigkeit als gärtner. und in den pausen habe ich den bachmannpreis im tv verfolgt. meine chefin hatte das toleriert. dann wieder rasenmähen. inzwischen mähe ich keine wiesen mehr.

oder nein, es war die anrufung des bären. der bär. diesen satz, nur diese drei worte, hatte ich als kind gehört. ich wußte nicht woher ich ihn hatte. er ging mir durch den kopf. ich lief herum und wollte den bären anrufen. ich wußte nicht welchen. ich wußte auch nichts von den sternen. oder ob der bär ein gott wäre. ich wußte nicht einmal dass es aus einem gedicht war. wer ingeborg bachmann war.

irgendwann wurde ich neugierig und begann zu lesen. uns es gefiel mir.

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

das es klug ist

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

Eigentlich nicht. Am ende geht es doch bei einem werk doch auch immer um alle werke. Und manchmal auch um das leben dahinter.

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

wahrscheinlich sind wir alle verloren.

Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?

man sollte sie abschaffen. nicht nur die männer. aber die sind wirklich albern. und leider nicht nur die. ich hoffe die geschlechter lösen sich endlich auf. es ist so ein blödsinn zu glauben es gäbe so etwas wie männer oder frauen. ein bis ins kleinste lächerlicher trugschluss zu glauben, dass irgendwas uns von uns unterscheidet. aber das ist keine unheilbare krankheit. es ist nur vorübergehend unbedacht. und alles wird durch die liebe überwunden.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

ich meine nein. aber es kann existentiell weh tun. aber es unterscheidet sich nicht ein gedicht zu schreiben oder ein brot zu backen. wenn man ein dichtender mensch oder backend ist. bei einem von beiden tätigkeiten sollt man kein rezept verwenden. natürlich steigert das risiko des scheiterns das risko des leids daran.

hunger und poesie kommen tief aus einem heraus. beides treibt einen an.

Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?

mir gefiel auch immer die bildhaftigkeit ihrer sprache. etwas was ich als bildender künstler schätze. ja, auch die tiere. die tiere in ihren gedichten.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

nichts. ich mache selten gute erfahrungen mit fragen. die antworten gefallen mir meist nicht. einen kaffee hätte ich gerne mit ihr getrunken. beobachtet wie sie ihn trinkt.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

ich schreibe und illustriere an mehreren büchern. zur zeit schreibe ich an texten die am besten nur von pflanzen verstanden werden sollen und an einem lexikon neuartiger gefühle.

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

großer bär

komm herab zottige nacht

wolkenpelztier mit den alten augen

…

mir scheint inzwischen, ich kenne diesen bären. eventuell hätte ich sie dazu befragt. beim kaffee.

Herzlichen Dank für das Interview!

Petrus Akkordeon, Künstler, Schriftsteller

Zur Person: Pètrus Akkordéon – Wikipedia 4.10.2026

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Petrus Akkordeon _ privat

Walter Pobaschnig, 3.10.2026

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„Gefroren – Glühendes“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text&Performance _  Ruth Loosli/Naoko Muneoka _ Wien 29.10.2026

Naoko Muneoka, Künstlerin  Wien   _
 performing „Undine geht“
 _
Walter Pobaschnig _ 7/24, folgende _
„Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961.

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

INGEBORG _ Akrostichon

Text _ Ruth Loosli, Schriftstellerin

Performance  _  Naoko Muneoka, Künstlerin

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Naoko Muneoka, Künstlerin  Wien   _
 performing „Undine geht“
 _
Walter Pobaschnig _ 7/24, folgende _
„Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961.

INGEBORG

INN

NOCH

GEFROREN

ENTLANG

BREITER

Orte

RITZEN

GLÜHENDES


Ruth Loosli, 8.2.2026

Naoko Muneoka, Künstlerin  Wien   _
 performing „Undine geht“
 _
Walter Pobaschnig _ 7/24, folgende _
„Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961.

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

INGEBORG _ Akrostichon

Text _ Ruth Loosli, Schriftstellerin

Performance  _  Naoko Muneoka, Künstlerin

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Ingeborg Bachmann ist 1946 in Wien angekommen und lebte hier bis 1953. In dieser Lebensphase kommt es zu wesentlichen Begegnungen, Inspirationen ihrer Texte. Ebenso ist es die Zeit erster Anerkennung als Schriftstellerin. Mit Wien bleibt die später in Rom lebende Schriftstellerin zeitlebens verbunden. Ihr einziger Roman Malina spielt in Wien, ebenso nehmen viele Gedichte darauf Bezug.

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ruth Loosli, Schriftstellerin
Naoko Muneoka, Künstlerin

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Foto: Portrait Ruth Loosli _ Ayse Yavas

Fotos: Naoko Muneoka, Künstlerin  Wien   _ performing „Undine geht“ _ Walter Pobaschnig _ Donau/Wien _ 7/24

Walter Pobaschnig   8.2.26

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„Sie sind die erste Autorin, die versucht, die Jury zu hypnotisieren“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Brigitte Schär, Schriftstellerin _ Zürich 29.10.2026

50 Jahre Bachmannpreis _ 

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt 

Im Interview _ Brigitte Schär, Schriftstellerin _ Zürich

Bachmannpreisnominierte 2021

Liebe Brigitte Schär, Du hast am Bachmannpreis in Klagenfurt, dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum, teilgenommen. Was sind spontan Deine ersten Erinnerungen?

Ich war 2001 eingeladen. Ein Vierteljahrhundert ist das inzwischen her. Heute, zum 50-Jahr Jubiläum, wird mir bewusst, dass ich genau in der Mitte dieser fünfzig Jahre dabei war.

Thomas Widmer hatte mich eingeladen, Elisabeth Bronfen war die zweite Schweizer Jurorin. Schon auf dem Flug nach Klagenfurt sagte sie mir, wie begeistert sie von meiner Geschichte war. Das war ein schöner Auftakt. In meinem Text spielte eine tote Frau eine wichtige Rolle. Das passte gut zu einem ihrer großen Themen in Kunst und Literatur. Dann kam ihr Koffer nicht an. 

Aus der Schweiz war neben mir auch Philippe Tingler eingeladen.

Ich hatte eine neue Geschichte dabei, eine Parabel über das Schreiben. Mein Hanser-Lektor Wolfgang Matz saß im Publikum. Die Jurydiskussion verlief überwiegend positiv. Mehrere Juror:innen setzten sich engagiert für den Text ein, zwei lehnten ihn deutlich ab. Denis

Scheck sagte: «Sie sind die erste Autorin, die versucht, die Jury zu hypnotisieren.» Andere Juror:innen hoben die Suggestivkraft des Textes hervor.

Der Wettbewerb kam mir damals vor wie ein Länderspiel. Im Hintergrund wurden Allianzen geschmiedet. Ich selbst hielt mich aus all dem heraus und zog mich bis zur Preisverleihung

eher zurück. Im Ausstich um den 3sat-Preis verlor ich knapp. Schade. Ein Preis hätte damals wohl manches verändert.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Die Aufmerksamkeit. Schon Wochen vor Beginn berichten Zeitungen über die eingeladenen Autorinnen und Autoren. Die Lesungen und Jurydiskussionen werden live übertragen und anschließend in den Feuilletons besprochen. Schulklassen sitzen im Deutschunterricht vor den Screens. Für ein paar Tage wird Literatur zum öffentlichen Ereignis. Das ist etwas Besonderes.

Wie hast Du Deine Lesung, die Jurydiskussion und die Preisverleihung erlebt?

Die Lesung war für mich wichtig. Mein kunstvoll gebauter Text war nicht einfach vorzutragen, und ich hatte mich intensiv darauf vorbereitet. Die anschließende Jurydiskussion empfand ich als eher schwierig. Ich hatte gerade einen Text gelesen, der höchste Konzentration verlangte. Wenige Minuten später kam ich mir vor wie in einem Tribunal, und der Text wurde öffentlich seziert. Diesen unmittelbaren Rollenwechsel empfand ich als sehr anspruchsvoll. Am Ende wurde mir das Wort erteilt. Was hätte ich sagen sollen? Der Text hatte für sich gesprochen. 

Das Besondere an der Preisverleihung war, dass plötzlich mein Name ins Spiel kam. Und natürlich, dass ich den 3sat-Preis im Ausstich nur knapp verpasste.

Wie hat sich der Bachmannpreis auf Deinen weiteren literarischen und künstlerischen Weg ausgewirkt?

Weniger, als ich damals gehofft hatte. Ein Preis hätte sicher zusätzliche Türen geöffnet. Trotzdem möchte ich die Teilnahme nicht missen. Sie gehört zu meiner literarischen Biografie. Seither sind viele weitere Bücher erschienen, und ich durfte mit meinen Literatur-Performances in vielen Ländern weltweit auftreten.

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

Wie immer: Gute Texte. Publikumswirksame Lesungen. Gute Jurymitglieder. Ein literaturaffines, lesefreudiges Publikum. Und die Offenheit für ganz unterschiedliche literarische Stimmen.

Was möchtest Du den aktuellen Teilnehmern, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zu 50 Jahren Bachmannpreis. Und Ingeborg Bachmann zum 100. Geburtstag.

Den Teilnehmenden wünsche ich Gelassenheit. Der Zufall spielt mit. Man kann nur das Beste geben und dem eigenen Text vertrauen. Der Jury wünsche ich Neugier und Offenheit. Dem Publikum die Freude an literarischen Entdeckungen. Und dem Bachmannpreis wünsche ich, dass er auch in Zukunft überraschenden und eigenwilligen Stimmen Raum gibt.

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Brigitte Schär, Schriftstellerin

Zur Person: Brigitte Schär lebt in Zürich und schreibt für Erwachsene und Kinder. Ihr literarisches Debüt gab sie mit 30 Jahren. Seitdem ist sie als freischaffende Schriftstellerin und Performerin tätig. Für ihr literarisches Werk erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen. Ihre Bücher wurden in viele Sprachen übersetzt. Neben ihrer schriftstellerischen Arbeit entwickelt und präsentiert sie eigene Literaturperformances. Mit Konzertlesungen und literarischen Bühnenprogrammen war sie auf fünf Kontinenten unterwegs. 2001 nahm sie am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt teil.

Website der Autorin: Brigitte Schär | homepage

Großes Publikumsinteresse bei den Lesungen _
Jubiläumsbachmannpreis 2026

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ulrike Fink, Gattin von Humbert Fink, bei der Eröffnung zum 50.Bachmannpreis/ORF Kärnten
Heinz Bachmann (Bruder von Ingeborg Bachmann) mit Gattin Sheela und dem langjährigen Bachmannpreisorganisator Horst L-Ebner (ORF Kärnten) bei der Eröffnung zum 50.Bachmannpreis/ORF Kärnten _ 24.6.2026

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Klagenfurt/Wörthersee

Foto: Brigitte Schär _ privat.

Alle Fotos: Bachmannpreis_Klagenfurt/Wörthersee _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 29.6.26

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„Uferlos ist der ewige Fluss“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Hubert Maria Moran/Sylvia Caba _ Wien 28.10.2026

Sylvia Caba, Künstlerin _ Wien _ performing Undine geht _
Undine geht, Erzählung, Ingeborg Bachmann, 1961 _
Walter Pobaschnig 10/23, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

UNDINE GEHT_ Akrostichon

Text _  Hubert Maria Moran, Schriftsteller, Künstler

Performance _ Sylvia Caba, Künstlerin

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Sylvia Caba, Künstlerin _ Wien _ performing Undine geht _
Undine geht, Erzählung, Ingeborg Bachmann, 1961 _
Walter Pobaschnig 10/23, folgende

UNDINE GEHT

UFERLOS IST DER EWIGE FLUSS

NÄCHTLICHE FEUERMANEN

DURCHWANDERTE RÄUME

IM WASSER KEINE TÖNE

NICHTS IN DEN NETZEN

ES TÜRMEN DIE FISCHE

GEGENÜBER WÄCHST DIE LIEBE

ERTRAGENDE GEGENSÄTZE

HERZEN SCHWEIGEN

TOTER HIMMEL

Hubert Maria Moran, 23.2.26

Sylvia Caba, Künstlerin _ Wien _ performing Undine geht _
Undine geht, Erzählung, Ingeborg Bachmann, 1961 _
Walter Pobaschnig 10/23, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

UNDINE GEHT_ Akrostichon

Text _  Hubert Maria Moran, Schriftsteller, Künstler

Performance _ Sylvia Caba, Künstlerin

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Undine geht, Erzählung, Ingeborg Bachmann, 1961.

„Undine geht“ ist einer der zentralen Texte in Ingeborg Bachmanns Werk. Dieser erschien im ersten Prosaband „Das dreißigste Jahr“ und nimmt das Motiv des Undine Mythos _ Liebe, weibliche Menschwerdung, Verrat und Rache – auf und transformiert dies in die Struktur gegenwärtiger patriarchal geprägter Gesellschaftsverhältnisse in Macht und Zerstörung. „Undine geht“ ist einer der meist rezipierten Texte Bachmanns und erfährt zahlreiche künstlerische Zugänge und Dialoge.

 Hubert Maria Moran, Schriftsteller, Künstler
Sylvia Caba, Künstlerin _ Wien

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Foto: Hubert Maria Moran _ privat.

Fotos: Sylvia Caba, Künstlerin _ Wien _ performing Undine geht _
Undine geht, Erzählung, Ingeborg Bachmann, 1961 _
Walter Pobaschnig 10/23
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Walter Pobaschnig   23.2.26

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