„mit Nick Cave gesprochen, Texte sind keine Rennpferde“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Ursula Fricker, Schriftstellerin _ Berlin 15.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

Im Interview _ Ursula Fricker, Schriftstellerin _ Berlin

Bachmannpreisnominierte 1999

Text: Da sind schon ganz andere gescheitert

Liebe Ursula, Du hast am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan erste Erinnerungen?

Für mich war es die erste Berührung mit dem sogenannten Literaturbetrieb überhaupt. Ich hatte bisher nur ein paar kurze Texte in Zeitungen bzw. Zeitschriften veröffentlicht. Gespannt und ziemlich überfordert versuchte ich den Bewerb sportlich zu sehen, was mir vor Ort dann, zugegeben, nicht so richtig gelang.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Die mediale Begleitung. Somit steht er auch stärker als andere Literaturformate im Fokus von Verlagen, was für unbekannte Autoren und Autorinnen eine Chance sein kann.

Wie hast Du deine Lesung und die Jurydiskussion erlebt?

Die Lesung an sich als recht gelungen. Wobei ich damals ja noch kaum Erfahrung mit Lesungen hatte. Die Jurydiskussion, naja, als eher unschön.

Wie hat sich Deine Teilnahme auf Deine literarische Öffentlichkeit wie Deinen weiteren persönlichen literarischen Weg, Deinen Schreibstil, ausgewirkt?

Keine Auswirkungen auf den Schreibstil. Auf den literarischen Weg insgesamt letztlich wohl eher positive. Zwangsläufig hatte ich mich mit der Ambivalenz von Kritik auseinanderzusetzen, dem Abgleich mit dem eigenen Urteil.

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Zukunft?

Nicht allzu zeitgeistig werden.

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Urteile hängen von vielen, auch außerliterarischen Faktoren und Dynamiken ab; also den Teilnehmenden eine gewisse Gelassenheit und das Bewusstsein, dass, mit Nick Cave gesprochen, Texte keine Rennpferde sind.

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Ursula Fricker, Schriftstellerin

Zur Person: Ursula Fricker, 1965 in Schaffhausen geboren, hat sechs  Romane veröffentlicht, u.a. ihr viel beachtetes Debüt Fliehende Wasser (2004), Außer sich (2012), nominiert für den Schweizer Buchpreis, und Gesund genug (2022). Die in der Märkischen Schweiz bei Berlin lebende Autorin wurde vielfach ausgezeichnet, zuletzt im Herbst 2022 mit dem Georg Fischer Kulturpreis der Stadt Schaffhausen. Für Fangspiele (2024) erhielt sie einen Werkbeitrag der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia und den Brandenburgischen Kunst-Förderpreis für Literatur. Ursula Fricker – Kampa Verlag 15.6.26

Bachmannpreis _ ORF Studio Klagenfurt

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Gerlizen _ Blick auf Kärnten/Wörthersee

Foto: Ursula Fricker _  Ayse Yavas/Verlag

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis/Kärnten/Gerlitzen _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 15.6.2026

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„die Nächte waren sehr lang, es wurde viel getrunken und erzählt“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Eva Schmidt, Schriftstellerin _ Bregenz 15.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

Im Interview _ Eva Schmidt, Schriftstellerin _ Bregenz

Bachmannpreisnominierte 1984

Liebe Eva, Du hast am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan Deine erste Erinnerungen?

Ich habe gerade gegoogelt, wann ich zum Bachmannpreis Wettbewerb eingeladen wurde – es ist so lange her – es war 1984 und Erica Pedretti hat damals den Hauptpreis bekommen. Ich erinnere mich vor allem an ein paar schöne Tage in Gesellschaft von Jörg Fauser, Erica Pedretti, Wolfgang Hegewald, Michael Köhlmeier und anderen, die Nächte waren sehr lang, es wurde viel getrunken und erzählt. Zum Beispiel sind mir Jörg Fausers Geschichten über Stierkämpfe noch heute in Erinnerung. Es war eine meiner ersten Berührungen mit dem sogenannten Literaturbetrieb, den ich später allerdings nie mehr als so offen, herzlich und neidlos erlebt habe, was aber vermutlich weniger am Betrieb als solchem, sondern an den beteiligten Personen lag, mit denen ich näher in Berührung kam.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Das Besondere ist wohl die Dichterin Ingeborg Bachmann, nach der der Preis benannt ist. Sie, ihr Name ist es, der der Veranstaltung seine Wichtigkeit verleiht.

Wie hast Du Deine Lesung, die Jurydiskussion und die Preisverleihung erlebt?

Während meiner Lesung hat Marcel Reich-Ranicki permanent geseufzt bzw. sehr laut geatmet oder gestöhnt, ich habe versucht, mich davon nicht beirren zu lassen, fand sein Verhalten zwar etwas unhöflich, aber vermutlich hatte er Probleme mit der Atmung. An viel mehr kann ich mich nicht erinnern.

Wie hat sich Deine Teilnahme auf Deinen literarischen Stil wie auf Deine literarische Öffentlichkeit ausgewirkt?

Gar nicht. Ich hatte gerade meine ersten Veröffentlichungen in den „Manuskripten“ und „Wespennest“ hinter mir, hatte vom Residenz Verlag bereits ein Angebot, obwohl ich noch nicht genügend Erzählungen beisammen hatte, um ein Buch daraus zu machen, ich hatte keine Erwartungen und habe mich für Erica Pedretti und Wolfgang Hegewald, der auch einen der Preise erhielt einfach gefreut, ein wenig geärgert, dass Jörg Fauser, Michael Köhlmeier und ich keinen Preis erhielten, meinen Aufenthalt in Klagenfurt darüber hinaus aber sehr genossen.

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

Vermutlich Geld, kompetente, unvoreingenommene JurorInnen, gute Texte

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Zum 50er wünsche ich dem Bachmannpreis Wettbewerb Geld, kompetente, unvoreingenommene JurorInnen, gute Texte und den TeilnehmerInnen interessante Begegnungen, gute Nerven und aufregende Nächte!

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Eva Schmidt, Schriftstellerin

Zur Person: Eva Schmidt, geboren 1952 in Lustenau, lebt in Bregenz, Vorarlberg.

Eva Schmidt debütierte 1985 mit Erzählungen („Ein Vergleich mit dem Leben“, Residenz Verlag), der erste Roman folgte erst zwölf Jahre später unter dem Titel „Zwischen der Zeit“ (1997). Nach einer Unterbrechung von fast zwanzig Jahren erschienen die beiden gefeierten Romane „Ein langes Jahr“ (2016) und „Die untalentierte Lügnerin“ (2019), mit beiden war sie für den Deutschen Buchpreis nominiert. Zuletzt veröffentlichte sie einen Band mit Prosastücken („Sonne in einem leeren Zimmer“, Golden Luft Verlag) und Erzählungen unter dem Titel „Die Welt gegenüber“ (2021).

Schmidt Eva • Jung und Jung 15.6.26

Bachmannpreis _ ORF Garten

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Abendstimmung Wörthersee _ Blick Schloss Loretto

Foto: Eva Schmidt _ Klaudia Longo

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis/Klagenfurt/Wörthersee_ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 15.6.26

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„Literatur und Fernsehen, das beißt sich“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Beat Sterchi, Schriftsteller _ Bern 15.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

Im Interview _ Beat Sterchi, Schriftsteller _ Bern

Bachmannpreisnominierte 1984

Lieber Beat, Du hast am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind Deine Erinnerungen?

Das war alles sehr schön und wunderbar organisiert und der Charme dieser Stadt. Unvergesslich sind mir auch wertvolle Bekanntschaften. Es kam aber auch zum ersten Mal ein Verdacht auf, der sich für mich nachher bestätigte. Literatur und Fernsehen, das beißt sich.

Beat Sterchi, 15.6.26

Herzlichen Dank für Deine Erinnerungen und alles Gute!

Beat Sterchi, Schriftsteller

Zur Person:

BS ist und ist, war und war auch mal, 
und hat und hat und hatte schon,
in Dings und am Dings und bei Dings.

Aus: Aber gibt es keins

Vita: Beat Sterchi
Geboren und aufgewachsen in Bern, lebte in Kanada, in Honduras und in Spanien. Er betreibt einen literarischen Gemischtwarenladen, schreibt für die Bühne, Reportagen und Kolumnen. Als Mitglied der Spoken-Word-Gruppe «Bern ist überall» verfasst er berndeutsche Texte für den mündlichen Vortrag.
Sein bekanntestes Buch ist der Roman «Blösch». Sein erfolgreichstes Stück ist «Annebäbi im Säli oder Gotthelf im Ochsen». Sein beliebtestes Hörspiel ist «Bitzius». 
Zuletzt erschienen: «Capricho».

Autobiografie

Ich bin.
Ich habe.
Ich sollte.
Ich wollte. 
Ich könnte.
Ich hätte müssen.
Ich werde nie wieder.


Aus: Aber gibt es keins Biografie – Beat Sterchi 15.6.26

Website: Beat Sterchi – heisst Sie willkommen

Bachmannpreis _ ORF Klagenfurt

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Rizzibrücke _ Lendkanal/Klagenfurt
Wörthersee _ Strandbad Klagenfurt

Foto: Beat Sterchi _  Emilien Itim

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis/Klagenfurt/Wörthersee_ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 15.6.26

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„Wir teilten die Aufregung, die Furcht, das Beben, die Freude und Enttäuschung“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Margrit Schriber, Schriftstellerin _ Aargau/CH 15.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

Im Interview _ Margrit Schriber, Schriftstellerin _ Aargau/CH

Bachmannpreisnominierte 1981

Liebe Margrit, Du hast am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind Deine Erinnerungen?

Lieber Walter Pobaschnig

Hier meine Antwort:

Es war ein sehr emotionales, bewegendes Ereignis.

Als Autorin, die ganz in der Abgeschiedenheit lebte und arbeitete, verbrachte ich diese Tage mit anderen Autorinnen und Autoren zusammen. Wir teilten die Aufregung, die Furcht, das Beben, die Freude und Enttäuschung. Dies schloss uns zusammen. Wir wurden Freunde, Mitfiebernde, Tröster und Mitfeiernde. Nach der Rückkehr zur einsamen Arbeit am Schreibtisch in der Stille, verband mich dieses Erlebnis innerlich das ganze Leben mit den anderen Teilnehmenden.

Heute bin ich siebenundachtzig Jahre alt. Aber ich habe nie wieder eine gleichzeitig so himmelhochjauchzende und niederschmetternde Zeit erlebt. Respekt vor dem Gang durch Himmel und Hölle hat mich von einer späteren Einladung zurück schrecken lassen. Ich fühlte mich in jenem Augenblick nicht stählern genug, um diesen inneren Tumult durchzustehen.

Nur schon die Teilnahme am Bachmann-Wettbewerb bedeutet eine wichtige Auszeichnung für Schreibende, denn eine gute literarische Arbeit ist  Voraussetzung. Und zeigt, dass das Werk bereits das Interesse einer interessierten Öffentlichkeit auf sich gezogen hat. Es verlangt aber auch ein Mass an Selbstsicherheit, Mut, Kraft und Robustheit. Autor/innen, die sich dies zutrauen, würde ich leidenschaftlich zum Gang durch Himmel und Hölle raten. Die Erfahrung ist einmalig und man muss sie gemacht haben. Es ist die geballte Konzentration aufs eigene Werk, auf seine Kritiker und Leser .

Margrit Schriber

Herzlichen Dank für Deine Erinnerungen und alles Gute!

Margrit Schriber, Schriftstellerin

Zur Person: MARGRIT SCHRIBER wurde 1939 in Luzern als Tochter eines Wunderheilers geboren. Sie arbeitete als Bankangestellte, Fotomodell, Immobilienverwalterin und schrieb in dieser Zeit 22 Bücher, in denen sie Frauen eine Stimme gab, die nie eine Stimme hatten. Mit ihrem eigenständigen, bildstarken Erzählen und ihren originellen Heldinnen gehört sie zu den bedeutendsten Schriftstellerinnen der Schweiz.

„Im Oktober 26 erscheint mein Erzählband BLATTGOLD beim Atlantis-Verlag Schweiz. Und heute unterzeichne ich den Vertrag für einen neuen Roman, der dort im Herbst 27 erscheinen soll. Also hat sich die Lesung in Klagenfurt mehr als gelohnt, nicht wahr?!“

Bachmannpreis _ Jury/Moderation _ ORF Klagenfurt

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Schloss Loretto/Wörthersee _ Empfang der Stadt Klagenfurt

Foto: Margrit Schriber _ privat

Foto: Ingeborg Bachmann _ Garibaldi Schwarze

Fotos: Bachmannpreis/Kärnten/Wörthersee_Schloss Loretto_ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 14.6.26

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„In mein Innerstes hinein“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Heinz Kröpfl/Monika Jantschnig _ Leoben/Wien 15.6.2026

Monika Jantschnig, Künstlerin _ performing „Malina“ _
Originalschauplatz Wien _ Walter Pobaschnig 2/20, folgende _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

INGEBORG _ Akrostichon

Text _ Heinz Kröpfl, Schriftsteller

Performance _   Monika Jantschnig, Performerin, Künstlerin, Modedesignerin

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Monika Jantschnig, Künstlerin _ performing „Malina“ _
Originalschauplatz Wien _ Walter Pobaschnig 2/20, folgende _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971

INGEBORG


I
n mein Innerstes hinein

Nicht spurlos hindurch

Gräbt sich meine ungeheure Angst aus der

Existenz des Urgrunds

Bis sie letztlich

Obsiegen wird ohne Wiederkehr

Revoltiere ich unter Stundung dagegen und

Gerbe Widerworte aus brüchigem Papier

Heinz Kröpfl, 26.1.2026

Monika Jantschnig, Künstlerin _ performing „Malina“ _
Originalschauplatz Wien _ Walter Pobaschnig 2/20, folgende _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

INGEBORG _ Akrostichon

Text _ Heinz Kröpfl, Schriftsteller

Performance _   Monika Jantschnig, Performerin, Künstlerin, Modedesignerin

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann ist 1946 in Wien angekommen und lebte hier bis 1953. In dieser Lebensphase kommt es zu wesentlichen Begegnungen, Inspirationen ihrer Texte. Ebenso ist es die Zeit erster Anerkennung als Schriftstellerin. Mit Wien bleibt die später in Rom lebende Schriftstellerin zeitlebens verbunden. Ihr einziger Roman Malina spielt in Wien, ebenso nehmen viele Gedichte darauf Bezug.

Heinz Kröpfl, Schriftsteller
Monika Jantschnig, Künstlerin, Performerin, Modedesignerin _ Wien

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Foto: Heinz Kröpfl _ Anuradha Sarup

Fotos: Monika Jantschnig, Künstlerin _ performing „Malina“ _
Originalschauplatz Wien _ Walter Pobaschnig 2/20

Walter Pobaschnig, 26.1.2026

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„Große Aufregung, viele neue Freunde, herrliches Wetter“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Ingeborg Harms, Schriftstellerin _ Berlin 15.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

Im Interview _ Ingeborg Harms, Schriftstellerin, seit 2012 Professorin für Designtheorie mit Schwerpunkt Mode an der Universität der Künste Berlin.

Bachmannpreisnominierte 1990

Preisgewinn: Stipendium der Verlage

Liebe Ingeborg, Du hast 1990 am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan erste Erinnerungen?

Große Aufregung, viele neue Freunde, herrliches Wetter.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Dass wir tagelang in Klagenfurt wohnten und alles, was Rang und Namen hatte, mit von der Partie war.

Wie hast Du deine Lesung und die Jurydiskussion erlebt?

Als respektvoll und bereichernd.

Wie hat sich Dein Preisgewinn für Dein weiteres Schreiben ausgewirkt?

Für eine Weile wurde ich herumgereicht, erhielt Stipendien, fand einen Verlag. Doch der Hype war am Ende eher demotivierend.

Was braucht der Bachmannpreis an Weiterentwicklung für eine gute Zukunft?

Gute Juroren, die interessante Schreibende vorschlagen.

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Die dort Lesenden wissen sicher am Besten, wie sie sich verhalten, ich wünsche ihnen, dass es auch für sie wunderschön und aufregend wird.

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Ingeborg Harms, Schriftstellerin, seit 2012 Professorin für Designtheorie mit Schwerpunkt Mode an der Universität der Künste Berlin.

Zur Person: Prof. Dr. Ingeborg Harms – Universität der Künste Berlin

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann, um 1953

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Martin Löwe Piekar, 2023

Foto: Ingeborg Bachmann _ Familienarchiv Bachmann

Foto: Ingeborg Harms _ Klaus Geiss

Foto: Bachmannpreis/ORF Studio/Wörthersee_ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 2.6.2026

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„1997 hatte ich die Illusion, dass der Wettbewerb eine Fortsetzung der einstigen Tagungen der Gruppe 47 sei“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Leopold Federmair, Schriftsteller _ Hiroshima/JPN 15.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

im Interview _ Leopold Federmair, Schriftsteller _ Hiroshima/JPN

Bachmannpreisnominierter 1997 und 2012

Lieber Leopold, Du hast 1997 und 2012 am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan erste Erinnerungen?

2012 war es in diesen Tagen extrem heiß. Im überfüllten Zug nach Klagenfurt war die Klimatisierung ausgefallen, und die Fenster ließen sich nicht öffnen. Ich dachte mehrmals, auch dann im ORF-Studio: Hoffentlich überlebe ich das.

1997 dachte ich, ich hätte besser allein hinfahren sollen (damals in meinem Auto). Ich hatte zwei Begleiterinnen.

Meiner Erinnerung nach sind beide Teilnahmen eher unglücklich für mich verlaufen.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Keine Ahnung. Wahrscheinlich die Mediatisierung. Der Bachmannpreiswettbewerb wurde und wird da und dort nachgeahmt (öffentliche Jurygespräche etc.), aber die Medienpräsenz ist nirgends so stark wie in Klagenfurt.

Wie hast Du deine Lesung und die Jurydiskussion erlebt?

Lesung 2012: ganz normal. Jurydiskussion: Im Rückblick scheint mir, dass ich da zum ersten Mal in Konflikt gekommen bin mit einer stark ideologisch und moralisch ausgerichteten Literaturkritik. Eine Kritikerin hatte anscheinend eine Erzählung von mir erwartet, die in Japan spielt. Vielleicht hätte ich tatsächlich etwas „Japanisches“ auswählen sollen, um die Erwartungen dieser Leute zu erfüllen? Olga Martynova hat damals gewonnen, zurecht, wie mir schien. Der positivste Aspekt meiner Teilnahme war, dass ich mich mit ihr anfreunden konnte. Wir haben später gemeinsam ein Buch herausgegeben.

1997 war vor dem Bachmannpreisbewerb im deutschen Feuilleton von einem „Fräuleinwunder“ die Rede gewesen. Tatsächlich nahmen am Bewerb damals zwei oder drei sehr junge Frauen teil. Ich kam am Ende ins „Rittern“ mit zwei von ihnen (vielleicht waren auch nur diese zwei ganz jungen dort, ich weiß es nicht mehr). Natürlich habe ich verloren. Ich war schon zu alt, obwohl ich mich mit 39 noch recht jung fühlte. Wenig später hat sich diese Rede vom Fräuleinwunder wieder verloren.

Wie hat sich Deine Teilnahme auf Deine literarische Öffentlichkeit wie Deinen weiteren persönlichen literarischen Weg, Deinen Schreibstil, ausgewirkt?

Ich glaube nicht, dass sie einen großen Einfluss hatte. Auf meinen Schreibstil sicher nicht. 1997 hat der unglückliche Verlauf meiner Teilnahme dazu beigetragen, dass ich in eine tiefe persönliche Krise geraten bin. Es hat mich viel Kraft gekostet, aus diesem Loch wieder herauszukommen. Eine indirekte Folge war, dass ich zuerst nach Buenos Aires und dann nach Japan gegangen bin. Dort habe ich mich besser gefühlt als „zu Hause“.

2012 war ich einigermaßen gefestigt, flog zurück nach Japan und machte dort weiter, wo ich ein Woche vorher aufgehört hatte.

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Zukunft?

Ich sehe nicht fern und verfolge den Wettbewerb kaum, kann daher kaum eine Antwort geben. 1997 hatte ich die Illusion, dass der Wettbewerb eine Fortsetzung der einstigen Tagungen der Gruppe 47 sei. Und ich hatte die – wie ich heute nach der Lektüre von Ingeborg Bachmanns Briefen weiß – Illusion, jene Tagungen seien kollegiale Arbeitsgespräche gewesen.

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Ich kann da nicht viel raten oder wünschen. Vielleicht, dass die Teilnehmer ihre Teilnahme nicht allzu ernst nehmen sollten. Also mit ein bisschen Ironie.

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Leopold Federmair, Schriftsteller

Aktueller Gedichtband von Leopold Federmair:

„Mit Ein Schrein auf dem Kaufhausdach legt der in vielen Sprachen und Kulturen versierte Autor, Übersetzer und Essayist Leopold Federmair, der seit 2006 zwischen Hiroshima und Wien pendelt, einen Lyrikband der anderen Art vor: In über 100 Gedichten versucht er, der japanischen Kultur, ihrem Geist und Lebensstil auf die Spur zu kommen, ohne dabei Postkartenmotive auch nur zu streifen, und setzt sie in Beziehung zu eigener Lektüre und Erinnerungen. Sein genauer Blick fängt Unspektakuläres ein und macht es zu etwas
Besonderem – und damit die Lektüre seiner vielgestaltigen Gedichte zu einem speziellen Erlebnis.

Verweile beim Gedicht
(auch wenn es lang ist),
geh nicht durch es hindurch,
laufe nicht Amok wie
durch den letzten Roman.“
(Pressetext Verlag)

„Ein Schrein auf dem Kaufhausdach“ Shinto-Gedichte. Leopold Federmair. Edition Tandem.

140 Seiten, gebunden | € 22,00

ISBN 978-3-903516-28-1

Ein Schrein auf dem Kaufhausdach – Edition Tandem – Verlag Salzburg Wien

großes Publikumsinteresse _ ORF Studio

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann in Rom, um 1970

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Gerlitzen _ Kärnten

Foto: Leopold Federmair _ Station bei Malina _ Walter Pobaschnig 1/26

Foto: Ingeborg Bachmann _ Garibaldi Schwarze

Fotos: Bachmannpreis/Klagenfurt/Gerlitzen _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 12.6.2026

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„Josef Winkler und die Rotweingläser des Bürgermeisters“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Christoph Geiser, Schriftsteller _ Bern/Berlin 15.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

im Interview _Christoph Geiser, Schriftsteller _ Bern/Berlin

Bachmannpreisnominierter 1978, 1980, 1989 Rekordteilnehmer!

Lieber Christoph, Du hast am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan Deine ersten Erinnerungen?

Begegnungen, Episoden, Anekdoten… Josef Winkler und die Rotweingläser des Bürgermeisters; Helmut Eisendle muss gerettet werden; Hermann Burgers Ausführungen über das Verschellen; Helmuth Karaseks Bonsai-Masochismus…

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Begegnungen! Mitunter der dritten Art. Schreiben, jedermann weiß es, ist eine einsame Tätigkeit. Das Wettlesen in Klagenfurt ist eine der Gelegenheiten, einzutauchen in das Gewimmel des Literaturbetriebs – mit dem Vorteil, gegenüber den Großveranstaltungen von Buchmessen und internationalen Festivals, einer gewissen claustrophilen Intimität.

Wie hast Du Deine Lesung, die Jurydiskussion und die Preisverleihung erlebt?

Ich bin mutmaßlich der einzige Autor, der dreimal am Klagenfurter Wettlesen teilgenommen hat (1978, 1980, 1989). So bin ich wohl tatsächlich ein (Bonsai-) Masochist. 1978 erinnere ich einen Disput, nach meiner Lesung, zwischen M.R.-R. und Adolf Muschg um die Bedeutung von Zwei Franken fünfzig in meinem Text. 1980: Joachim Kaiser und die Kritik an der Verharmlosung von Kinderängsten. Zuletzt, im Juni 89, sass ich ausgerechnet neben Wolfgang Hilbig in dem Augenblick, da der Gewinner des Bachmannpreises verkündet wurde. Ich spüre Hilbigs Pranke noch heute auf meiner rechten Schulter, zumindest mental.

Wie hat sich der Bachmannpreis auf Deinen weiteren literarischen, künstlerischen Weg ausgewirkt?

Meine ersten beiden Lesungen haben sicher die internationale Wahrnehmung meiner Schriftstellerexistenz befördert. Im Übrigen sind Schriftstellerfreundschaften geblieben, zumindest eine ganze Weile. An die Grammatik des Verschellens muss man sich in einem gewissen Alter gewöhnen.

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

Ab und zu wieder einmal eine Aufregung. Einen Rasierklingenschnitt, zumindest einen mentalen.

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Kümmert euch, beim gegenwärtigen Zustand der Welt, um die Ästhetik des Desasters.

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Christoph Geiser, Schriftsteller

Zur Person: Christoph Geiser, 1949 in Basel geboren, lebt als freier Schriftsteller in Bern und Berlin. Seit 1968 veröffentlicht er Gedichte, Erzählungen und Romane, unter anderem die grossbürgerlichen Familienromane „Grünsee“ und „Brachland“, die Künstlerromane „Das geheime Fieber“ über den Barockmaler Caravaggio und „Das Gefängnis der Wünsche“ über den Marquis de Sade und Goethe. Zuletzt erschien 2019 im Secession Verlag, Berlin, ein Band mit Erzählungen unter dem Titel «Verfehlte Orte». Seit Herbst 2022 publiziert der Secession Verlag eine Gesamtausgabe aller Werke in 13 Bänden.

Weitere Informationen zum Autor unter: http://www.christophgeiser.ch 

Zum Verlag: www.secession-verlag.com

Bachmannpreis _ Lesesetting _ ORF Studio

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Kärnten
Wörthersee

Foto: Christoph Geiser _ Yvonne Böhler

Foto: Ingeborg Bachmann _ Garibaldi Schwarze

Fotos: Bachmannpreis/Kärnten/Wörthersee_ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 12.6.26

https://literaturoutdoors.com

„Kaum feedback. Nur Frau Schubert fand schließlich anerkennende Worte“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Friedrich Hahn, Schriftsteller _ Wien 14.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

im Interview _ Friedrich Hahn, Schriftsteller _ Wien

Bachmannpreisnominierter 1987

Lieber Friedrich, Du hast 1987 am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan Deine erste Erinnerungen?

Der Tod meiner Mutter. Auf der Rückfahrt wurde ich 4 x geblitzt, bekam vier Strafmandate wegen Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Das Auserwähltsein. Meine griechische Inselurlaubsbräune (ich war vor dem Wettlesen sechs Monate als selbstversorgender Aussteiger auf Kea)

Wie hast Du Deine Lesung, die Jurydiskussion und die Preisverleihung erlebt?

Kaum feedback. Nur Frau Schubert fand schließlich anerkennende Worte.

Wie hat sich der Bachmannpreis auf Deinen weiteren literarischen, künstlerischen Weg ausgewirkt?

Gar nicht. Vielleicht eines von 62 Büchern, u.a. mit ‚Rosenhügel‘, dem Text, den ich in Klagenfurt las…(?): KARST/edition Umbruch

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

Weiß nicht. Mehr renommierte, bekanntere AutorInnen? Weniger durchschaubare Klüngel der Jury?

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Durchhalten. Und sich beim Älterwerden zuschauen.

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Friedrich Hahn, Schriftsteller

Zur Person/Werk: Friedrich Hahn www.literaturhahn.at

Bachmannpreis _ ORF Studio Klagenfurt

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Bachmannpreisgründer, langjähriger Juror, Autor und Journalist _ Humbert Fink

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Wörthersee

Foto: Friedrich Hahn _ privat

Foto: Ingeborg Bachmann _ Garibaldi Schwarze

Fotos: Bachmannpreis/Klagenfurt_ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 13.6.26

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„eine abgesprochene Sauerei, dass ein ORF-Mitarbeiter hier in Klagenfurt bei diesem ORF-Wettbewerb den BACHMANNPREIS bekommen soll“ _ Gerald Szyszkowitz, Schriftsteller _ Maria Enzersdorf/NÖ 14.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

im Interview _   Gerald Szyszkowitz, Schriftsteller, Dramaturg _  Maria Enzersdorf/NÖ

Bachmannpreisnominierter 1982

Lieber Gerald, Du hast 1982 am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind Deine Erinnerungen?

Bachmannpreisnominierter 1982

Lieber Walter Pobaschnig, Du fragst nach Erinnerungen … Das ist alles lange her … Aber ich versuch`s …

Ich arbeitete damals im ORF, als mein erster Roman DER THAYA bei Zsolnay erschien, und der Generalintendant des ORF, damals Gerd Bacher, hatte nicht nur eine sehr positive Kritik darüber in der FAZ gelesen, sondern er mochte den Roman auch wirklich …

Als ich dann meinen Text in Klagenfurt vorgelesen hatte, tobte aber sofort der  Kritiker Reich-Ranicki los, … Das sei hier offenbar eine abgesprochene Sauerei, dass ein ORF-Mitarbeiter hier in Klagenfurt bei diesem ORF-Wettbewerb den BACHMANNPREIS bekommen soll… Ich hatte davor noch kein Wort ´von dieser Intige´ gehört … Und ich bin auch immer noch der Meinung, das hatte sich dieser ….Reich-Ranicki eingebildet … Der Gerd Bacher hätte so einen Blödsinn nie gemacht … Also sagte ich sofort, das sei wohl eine Fehlinformation, darauf brüllte Reich-Ranicki erst recht endlos weiter, bis er wütend auf den Gang hinaus rannte … Ich ging hinterher und wollte weiter mit ihm reden, er schrie aber nur weiter herum, es war einfach schrecklich … Ja, so ist es, aber diese Reich-Ranicki-Schreierei war für mich wirklich das einzig Besondere an diesem frühen Bachmannpreis … Im Jahr 1982, denk ich … Das ist jetzt also mehr als vierzig Jahre her …

Aber weil du fragst, was ich den heurigen Teilnehmern und vor allem dem Vorsitzenden Klaus Kastberger, den ich gut kenne, wünsche … Intelligente und begabte Texte … Und keinesfalls so eine deppate, völlig unberechtigte und auch ungerechte Schreierei wie die vom Reich-Ranicki damals … Herzlichst, Gerald

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Gerald Szyszkowitz, Schriftsteller, Dramaturg

Zu Person/Werk: Gerald Szyszkowitz – Portrait – Sommerspiele Schloss Hunyadi

Bachmannpreis _ ORF Studio

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann, Rom um 1970

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Klagenfurt _ Alter Platz
Ossiacher See/Kärnten

Foto: Gerald Szyszkowitz _ privat

Foto: Ingeborg Bachmann _ Garibaldi Schwarze

Fotos: Bachmannpreis/Klagenfurt/Ossiacher See_ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 14.6.2026

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