„Quichotte“ Salman Rushdie. Roman. Bertelsmann Verlag.

 

„Quichotte“ Salman Rushdie. Roman. Bertelsmann Verlag.

Ein erfolgreicher Geschäftsmann, ein Reisender, für den das Hotelzimmer zum Zuhause geworden ist. Und in diesem das Fernsehen. Es funkelt und glitzert darin. Die Shows bei Tag und Nacht und ihre grellen Wettbewerbe der Darstellung in allem. Er sitzt jetzt täglich mitten drin. In der Welt der rasenden Bilder, der Geschichten, im „Treibsand“ des „unreal Realen“…

Und da ist auch die große Bewunderung für Miss Salma. Eine Schönheit, die ihn mitreißt und träumen lässt. Von Abenteuern und der Verbindung des „unreal Realen“. Er muss nun aufbrechen. Zu einer besonderen Reise. So viel schon hat er vergessen. Was war. Jetzt sollte das was sein könnte, kommen. Die Liebe sollte diese Kraft haben, welche die Welt wieder vereint. Das eine Bild und das Leben…

Jetzt gilt es noch in all den täglich umgebenden Bildern eine Geschichte zu finden, die ihn anleiten würde und auch Miss Salma beeindrucken sollte. Er greift jetzt in seine Vinyl Musiksammlung und zieht eine Schallplatte heraus – „Don Quichotte“ Jules Massenet. Ja, das ist es. Das ist das geistreiche Pseudonym und der mögliche Schlüssel zum Herz von Miss Salma. Das soll ihn leiten auf diesem Abenteuer in einer Welt voll greller Bilder, die ihn im Hotelzimmer verschwinden ließen…Die Reise beginnt. Phantasie und Leben. Jetzt malt er sein Bild und bricht auf…

Der vielfach international ausgezeichnete Schriftsteller Salman Rushdie legt mit seinem neuesten Roman „Quichotte“ eine große Parabel der Zeit und ein Plädoyer für Phantasie und Individualität vor, das in seiner Erzählkraft mitreißt und begeistert. Es ist ein Rushdie in Bestform zu erleben/erlesen. Eine Erzählgabe, die einfach großartig ist.

 

„Ein Meister des Erzählens, der hier sein opus magnus zur Kraft und Hoffnung der Phantasie im Anspruch der Zeit vorlegt.“

 

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„Gebrauchsanweisung fürs Scheitern“ Heinrich Steinfest. Piper Verlag.

 

„Gebrauchsanweisung fürs Scheitern“ Heinrich Steinfest. Piper Verlag.

Am Anfang. Ein erfolgreicher Schriftsteller mit einer Idee. Ein Reiseführer zu Leben und Tod und darüber hinaus – „Eine Gebrauchsanweisung für das Jenseits“. Mit Freude wird der Verlag informiert. Doch da kommt die Rückmeldung, dass es schon so ein Schreibprojekt gebe. Also erst mal nix mit dem Wort zum Ende hier und jenseits davon. Da ist aber schnell ein neues Thema gefunden – „Niederlage“. In Gespräch mit Freunden gibt es aber immer wieder ein phonetisches Problem und so wird der Reiseführer „Niederlande“ daraus, was ganz und gar nicht im Sinn des Schriftstellers ist…

Da ist es nun mal eine Pause gut und das Schreibzimmer zu fotografieren. Eine Bestandsaufnahme zu machen. Von den gestapelten Skripten. Und auch von dem Christus an der Wand und der Schutzmantelmadonna – und die Mutter ist erstaunt ob der christlichen Symbolik, da das Heranwachsen des Sohnes im Elternhaus von Glaubens-Distanz geprägt ist. Und jetzt Christus? Warum? Was ist der Grund dafür? – Sein Leiden? Also das Scheitern in der Welt. Die Schönheit des Scheiterns. Jetzt bekommt das Thema eine Richtung, die gleichsam eine Übung für Leben und Tod ist. Das Scheitern als Ende und Beginn. Fortwährend…

In 14 Kapiteln öffnet einer der beeindruckendsten und innovativsten Schriftsteller der Gegenwart, Heinrich Steinfest, Blitzlichter des Lebens und seiner bunten Ideen- und Gedankenwelt im Prozess von Ziel und Scheitern. Ob es nun um die ersten Segelerfahrungen geht, die im Erinnern zum Projekt eines unbändigen Seglers weiterführen, der an seiner Idee der Weltumseglung unter größten Herausforderungen, Widrigkeiten und Einsatz festhält. Oder um Fragen des Aberglaubens, des Tischtennis oder des Kochens mit einer Herdplatte. Der Autor versteht es mit außergewöhnlicher Erzählgabe in Intellekt, Witz und Phantasie das Leben in Glück und Niederlage zu öffnen und Leserin/Leser in Staunen, Lächeln und Nachdenken daran teilhaben zu lassen – an der unerträglichen Leichtigkeit der Schönheit des Scheiterns.

„Ein Buch, das Scheitern als wesentliche Lebenskraft in Humor, Tiefsinn und positivem Impuls öffnet“

 

Walter Pobaschnig 10_19

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Mauer – Uraufführung 7.11.2019, Theater Arche, 1060 Wien.

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Und da stehen Sie jetzt. Im Licht. Vor der Mauer. Geschlagen. Zusammen. Gebunden.

Dann beginnen die Erzählungen. Sprechen was zerstört, wenn eine Mauer gebaut wird. Da und dort. Damals und heute. 1961 oder 2019. Die Mitte einer Mauer ist immer dieselbe. Das Zerrissene ist dahinter. Das Verschwindende. Das Stürzende.

 

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Und das blind Tanzende. Das Begehrende. Vernichtende. Vor und hinter Mauern.

 

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Und die Flucht. Der Tunnel? Das Ankommen? Wo?

 

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Regisseur Jakub Kavin setzt in seiner Uraufführung MAUER ganz auf den Spannungsbogen von Schauspiel und Raum. Der Text wird dabei gleichsam zum Blitzlicht und fordert die starke körperliche Spielkraft des Ensembles in Bewegung und Figur. Ein Kunstgriff der Inszenierung, der sich so der historischen wie gegenwärtigen Thematik von Mauern/Grenzen zu stellen versucht. Und dies gelingt hervorragend! Das Theater wird zum packenden Möglichkeitsraum, der historische wie zeitgeschichtliche Dimensionen von MAUERN anhand von biographischen Skizzen und Assoziationen, von Lebensversuchen und Scheitern, öffnet. Es entsteht eine Aufmerksamkeit, die emotional anspricht wie mit- und nachdenken lässt. Das hervorragende Ensemble erzeugt ein Ereignisfeld, das erzählt wie konfrontiert. Ein Abend, der zeigt was Theater in Regie, Ensemble, Bühne/Technik zu leisten vermag, wenn es darum geht vom Menschen in Geschichte und Gegenwart und den Mauern aus Stein, Kopf und Herz zu erzählen.

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„Ein Theaterabend von gewaltiger Inszenierungs- und Spielkraft. Zweifellos ein Meisterstück.“

 

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MAUER

Regie und Dramaturgie: Jakub Kavin

Kostüme: Erika Farina

Musik: Bernhardt Jammernegg, Tom Jost und Maksymilian Suwiczak

Regieassistenz und dramaturgische Mitarbeit: Odilia Hochstetter

Regiehospitanz: Christina Schmidl

mit Pegah Ghafari, Eszter Hollosi, Bernhardt Jammernegg, Tom Jost, Jakub Kavin, Nagy Vilmos, Manami Okazaki, Agnieszka Salamon, Maksymilian Suwiczak und Ivana Veznikova

 

Theater Arche

Münzwardeingasse 2a, 1060, Wien.

 

Weitere Spieltermine:

7., 8., 9., 14., 25., 26., 28., 29., 30. November um 19:30

Zusatzvorstellung: am 3 Dezember um 19:30

 

Besprechung und alle Fotos_Walter Pobaschnig

 

 

„Munkey Diaries – Die privaten Tagebücher“ Jane Birkin, Penguin Verlag.

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„Munkey Diaries – Die privaten Tagebücher“ Jane Birkin, Penguin Verlag.

  1. Der Krieg und der Tod. Das Unvorstellbare Grauen, das Ende und doch auch die Hoffnung. Die Liebe und die Schönheit. Judy und David. Die Schauspielerin und der Soldat, der verwegen zwischen der Küste Englands und der Normandie kreuzt und das Leben von so vielen rettet. 1945 kommt ihr erstes Kind auf die Welt – Andrew.

Im Dezember 1946 kommt ihre erste Tochter. Es ist eine sehr schwere Geburt. Das Baby kommt viel zu früh. Es wird in eine Schachtel gelegt und auf die Heizung gestellt. Eine nasse Windel deckt es zu. Das Mädchen hat Kraft und Wille. Es überlebt. Und sie wird es so oft wieder tun…

Munkey, ein Plüschaffe in Jockeykleidung, ein Onkel hatte diesen bei einer Tombola gewonnen und dann Jane geschenkt – er wird nun zum ständigen Begleiter einer Kindheit, Jugend und dem Eintritt in die Welt des Films und der Musik. Der großen Liebe und der letzten Stunden dieser. Jane legt Munkey zu ihrem verstorbenen Mann dem Musiker Serge Gainsbourg mit in den Sarg. Es ist ein großer Teil von ihr, ein stiller Zuhörer in Erfahrungen und Herausforderungen eines bewegten Lebens. Doch die Erinnerungen an Munkey, der im Tagebuch-Schreiben über die Schulter blickt, bleiben. Und Munkeys Erinnerungen bleiben und können so vom Starleben und ganz persönlichen Momenten erzählen. Über die Lebensstationen von Jane Birkin, Schauspielerin („swimming pool“ 1969 mit Romy Schneider/Alain Delon) und Sängerin, die mit dem Duett „Je tàime moi on plus“ 1969 mit ihrem Mann und Komponisten Serge Gainsbourg für einen Skandal sorgte und einen Meilenstein moderner Pop Musik setze.

All darüber weiß Munky zu erzählen…

Eine fulminante autobiographische Lebens- und Zeitreise in Wort, Zeichnungen und Fotos. Stilistisch sehr aufmerksam gesetzt und mitreißend erzählt.

 

„Je tàime moi on plus – Leben und Liebe der Jane Birkin, großartig!“

 

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„Kunst darf keine Angst haben“ Iza Mortag Freund, Artist. Station bei David Bowie_Berlin 26.10.2019 – Performance&Interview.

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David Bowie hat mich schon in sehr jungen Jahren inspiriert. Etwa seine Kunstfigur Ziggy Stardust und die Verbindung von Musik, Performance, visual art. Der umfassende Ausdruck und die Verwandlungskraft der Kunst , ich dachte, ja, das verstehe ich. 

 

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Kunst hat mein Leben schon in sehr frühen Jahren wesentlich bestimmt. Ich habe immer getanzt, gesungen, mit visuellem Ausdruck gearbeitet. Licht, Bühne gestaltet, Choreographien, Stücke geschrieben. Viele Texte und auch viele Performances gemacht. Auch viel Musik – weltweit. 2012 habe ich meine Schauspielausbildung abgeschlossenen. 

 

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Es gab in meinen Anfangsjahren viele Gespräche mit KünstlerInnen über persönliche Richtungen und Wege. Sie sagten, Du musst Dich entscheiden, welcher Künstlertyp willst du sein. Ich dachte immer, dass muss man nicht entscheiden, weil für mich ist es etwas Umfassendes und Zusammengehörendes.

 

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Für mich ist das Wahrnehmen, Zuhören, Sehen sehr wichtig in der Kunst und in Berlin gibt so viele Möglichkeiten dazu. Ich habe in Berlin von 2012 bis 2017 gelebt und komme immer wieder gerne zurück. 

 

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Ich bin immer unterwegs. Es ist wichtig meine Adresse in Kopenhagen zu haben, aber auch wieder das Wegzufahren (Aufbrechen). Ich brauche verschiedene Kulturen um richtig zu leben. 

Die eigene Herkunft zu verstehen ist ganz wesentlich. Kunst ist ein Weg dazu. Eine Brücke und ein Horizont.

 

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Ich bin in meiner Kunst eine Geschichtenerzählerin

 

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Kunst, das ist auch wesentlich die Freiheit nicht immer alles vom Leben wissen und sich um alles kümmern zu wollen.

 

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Leben ist wesentlich Vertrauen auf Entscheidungen. Und in der Kunst ist es genauso.

 

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Mythische Kontexte, Symbole, Träume und Phantasie, Archetypen und vor allem Musik sind ganz wichtig für meine Performance. Es ist ein Aufnehmen und Zusammenwirken.

 

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Wir tragen Herkunft und Kultur(en) immer unter der Haut. Kunst macht dies sichtbar. Gibt unserer Seele ein Bild. Das ist sehr wichtig.

 

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In der Kunst ist der Zeitpunkt immer das Jetzt. Das Leben kann davon lernen.

 

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Es geht in der Kunst immer um das Leben, das eigene und das umgebende. Und Kunst dient dazu die eigene innere Kraft und deren Möglichkeiten darin zu verstehen.

Es ist auch Befreiung von persönlicher Geschichte. Erlebnissen und Erfahrungen. Das Zurücklassen. Auch das Wertschätzen. Und das finden und gehen von neuen Wegen.

 

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Innere Kraft und Kontrolle. Diese Balance macht auch wesentlich die Kunst in Ausdruck und Darstellung aus – wie das Leben an sich.

 

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Kunst muss immer nach dem Grund von allem fragen. Nach Tiefe und Höhe. Für mich ist das so. Es geht um Bedeutung. Fragen, die in der Kunst immer neu gestellt werden sollen. In individueller Intention und Ausdruck. Eine wichtige Form der Reflexion und Transzendenz für Mensch und Kultur.

 

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Kunst muss selbstbewusster Ausdruck sein. Dann kann diese in die Tiefe gehen und Bedeutung auch für andere öffnen.

„art should be fearless“ _ „Kunst darf keine Angst haben“

 

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Leben, Kunst, Schönheit ist wesentlich Begegnung. Und Begegnung kommt von überall. Und geht überall hin. Bewegung, Veränderung ist die Konstante darin.

 

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Es gibt viele Projekte. Es passiert im Moment ganz viel mit mir. Auch in Verbindung mit anderen. Ein Projekt in Copenhagen, eigene Projekte, Performance mit Musik.

Sinn und Sinne, die Kultur in allem. Es geht um Achtsamkeit für die Welt und das Füreinander. Um einen Ausdruck. Ein neues Menschenbild. Ich denke, wir stehen vor einer neuen Renaissance.

 

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 Iza Mortag Freund _ Artist_Station bei David Bowie _ 26.10.2019

Performance, Fotos&Interview im Wohnhaus von David Bowie in Berlin (1976-78). 

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„Janis Joplin – Nothing Left To Lose“ Holly George-Warren. Biografie. Droemer Verlag.

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„Janis Joplin – Nothing Left To Lose“ Holly George-Warren. Biografie. Droemer Verlag.

Der Himmel über Texas war rot wie nie. Als sie aufbrach und als sie jetzt, 1970, als Superstar zurückkehrte. Alles war dasselbe geblieben. Das Klassenzimmer und die Menschen. Damals und jetzt im Wiedersehen auf dem Gipfel ihres Erfolges. Vielleicht hatte sie etwas gesucht in der Zusage zum Treffen der High School AbsolventInnen hier. Sie wusste es nicht. Nur die Bühne ließ sie im rastlosen Unterwegssein ankommen. Sie wusste nur warum sie aufbrechen musste von hier. Zu ihr selbst, zur Musik, zur Welt und ihren ungeahnten Möglichkeiten…

Die legendäre Rock`n`Roll und Blues Sängerin Janis Joplin (1943 – 1970) prägte die musikalische wie gesellschaftliche Aufbruchsepoche der 1960er Jahre ganz wesentlich mit. Ihre kraftvollen Bühnenauftritte in unverwechselbarer Ausdruckskraft und Intensität begeisterten Publikum und Medien. Doch auch abseits der Bühne wurde sie zum stilprägenden Superstar und Idol einer Generation, die nach neuen Lebensidealen und Wegen in die Zukunft suchte. Die Musik war eine wesentliche Inspiration und Antriebskraft dazu. Die Sängerin war sich dessen bewusst und lebte ein öffentliches Künstlerinnenleben am persönlichen Limit zwischen Erfolg und Einsamkeit…

Die renommierte Musikjournalistin/-chronistin und Biografin Holly George-Warren legt nun eine umfassende Zusammenschau in Wort und Bild von Musik und Leben der texanischen Sängerin Janis Joplin vor. Es ist eine detaillierte biographische und musikalische Chronologie, die im pointierten Erzählstil zur mitreißenden Reise in das Herz des Rock`n`Roll wie der Seele einer Sängerin und einer ganzen Generation wird…

„Eine Biographie wie ein Rockkonzert, das bis zur letzten Zeile atemlos applaudieren lässt.“

 

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„Dorian Gray – Die Auferstehung“, Mara Mattuschka, Mitreißende Uraufführung, TAG Theater Wien, 19.10.2019.

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Menschen reisen. Worte reisen. Durch und auch über die Zeit hinweg. Überall Koffer auf dem langen bunten Teppich der Erzählungen, Erinnerungen und dem Jetzt…

Ein aussagekräftiges wie mehrdeutiges Bühnenbild empfängt das Publikum mit ersten starken Eindrücken. Ein Ankommen gibt es nicht. Nicht im Wort und nicht im Leben. Die Aufmerksamkeit ist es, die vielleicht diesen Raum betreten lässt, in dem der Teppich jederzeit fliegen oder einfach unter den Füßen weggezogen werden kann.

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Und die Koffer, die können aufspringen vor lauter herausplatzenden Geschichten. Wie jener von Dorian Gray und dessen magischen Bildes, welches Leben und Alter des Betrachters aufnimmt und Ewigkeit verheißt. Doch gibt es vielleicht dieses Bild doch? Muss es das nicht geben? Das wäre doch genau in die Zeit passend? Und Wien ist doch ein wunderbarer Ort dafür?

 

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Also einfach aufgemacht den Koffer und Dorian Gray springt in Zeit und Gesellschaft. In die Buntheit menschlicher Seele und deren Abgründe. In das „Aus-Dem-Rahmen-Fallen“ dieser Welt in Sehnsucht und Sucht nach Dauer und Ewigkeit. Ein Rahmen für all das. Das Passepartout wird gespannt. Und nun getanzt auf dem fliegenden Teppich des Dorian Gray und seiner Auferstehung…

 

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Mara Mattaschuka, eine der bedeutendsten Avantgarde_Regisseurinnen und facettenreiche Künstlerin, inszeniert am TAG Theater Wien den „Dorian Gray“ Oscar Wildes in fulminanter Weise. Mattuschka katapultiert gleichsam das existentielle Herz des Romanstoffes in die Mitte der gesellschaftlichen Gegenwart und deren Konflikten und Herausforderungen in Erkenntnis, Wahrheit und Authentizität. Der Bilderrahmen, zentraler dramatischer Angelpunkt des Bühnenbildes, wird zur großartigen Projektionsfläche menschlicher Eitelkeit und Einsamkeit.

 

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Komödie und Tragödie setzt Mattuschka dabei variantenreich wie zielsicher. Die Übergange sind mit viel Aufmerksamkeit und Ansprache gesetzt und formen so einen Bühnendialog zu Kunst und Leben, der bis zum Ende unterhaltend wie tiefsinnig folgen lässt.

 

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Dem Ensemble ist dabei zu dem anspruchsvollen Rollenwechsel zu gratulieren. Es ist ein sehr direktes Spiel, welches die Inszenierungsidee sehr gut trifft. Es ist kraftvolle Sprach- und Körperpräsenz auf höchstem Theaterniveau.

 

 

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Ein einzigartiger Theaterabend, der Sein und Schein unserer Welt in fulminantem Witz wie Tiefsinnigkeit auf der Bühne zerschmettert

 

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DORIAN GRAY

Die Auferstehung

 

Uraufführung

Von Mara Mattuschka

Sehr frei nach „Das Bildnis des Dorian Gray“ von Oscar Wilde

Eine Koproduktion mit The Practical Mystery

 

Premiere

SA 19. OKTOBER 2019, 20.00

Vorstellungen

MI 23.*, FR 25. UND SA 26. OKTOBER 2019, 20.00

FR 8., SA 9., DI 12. UND MI 13. NOVEMBER 2019, 20.00

DO 19. UND FR 20. DEZEMBER 2019, 20.00

* Im Anschluss an die Vorstellung vom 23. Oktober findet ein Prublikumsgespräch statt.

 

Es spielen Alexander Braunshör, Alexander E. Fennon, Anna Mendelssohn, Raphael Nicholas, Georg Schubert, Elisabeth Veit

Text und Regie Mara Mattuschka

Recherche Alexander Braunshör, Alexander Martos

Bühne Paul Horn, moritz m. polansky

Kostüme Peter Paradise

Musik Moritz Wallmüller

Regieassistenz Sandra Moser

Kostümassistenz Angel

Licht Hans Egger/Katja Thürriegl

Ton/Video Peter Hirsch

Bühnentechnik Andreas Nehr