„jenseits eingefahrener Muster wahrnehmen, denken, reden und schreiben“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Sabine Peters, Schriftstellerin _ Hamburg 3.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

Sabine Peters, Bachmannpreisnominierte 1989

im Interview _ Sabine Peters, Schriftstellerin _ Hamburg

Bachmannpreisnominierte 1989

Liebe Sabine, Du hast 1989 am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan erste Erinnerungen?

Die Literaturredakteurin Gisela Lindemann vom NDR Hannover hatte mich eingeladen. Es war mein zweites oder drittes öffentliches Auftreten; entsprechend unsicher fühlte ich mich. Gisela Lindemann nahm sich rund um Klagenfurt, auch in Briefen danach die Zeit, mit mir über Literatur und den Literaturbetrieb zu sprechen. Sie starb noch 1989. Aber die Erinnerung an ihre außerordentliche Intellektualität und Empathie für Menschen und Texte ist mir immer noch lebendig.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Das kann ich nicht beurteilen, denn ich verfolge die Veranstaltung nicht im Netz; lese allerdings viele Texte.

Wie hast Du deine Lesung und die Jurydiskussion erlebt?

Daran erinnere ich mich kaum. Bei einigen Kolleg:innen ging es in den Jurydiskussionen hoch her; und es ist für Autor:innen kaum eine Freude, sich, von Publikum und Kamera beobachtet, die Kritiken anzuhören.

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

Es braucht immer helle Köpfe auf allen Seiten, die auch jenseits eingefahrener Muster wahrnehmen, denken, reden und schreiben können.

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Die Rolle eines Botschafters oder Ratgebers ist mir drei Nummern zu groß. Ich habe allerdings seit 1989 Zweifel an dem Wettbewerbscharakter der Veranstaltung. Literatur ist kein sportevent, bei dem sich der oder die Beste mit der Stoppuhr ermitteln lässt. Der öffentliche Hype, der kurzfristig um oft sehr junge Kolleg:innen gemacht wird, tut vielen von uns nicht gut. Man könnte auf die einzelnen Preise für diesen oder jenen Menschen verzichten und sämtliche Gelder an alle Autor:innen gleichmäßig verteilen. Damit würde sich die Aufmerksamkeit auf die Texte und ihre Kritik richten.

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Sabine Peters, Schriftstellerin

Zur Person: Sabine Peters, geboren 1961 in Neuwied/ D. Soziales Jahr in Tübingen. Studium der Literaturwissenschaft, Philosophie u Politik in Hamburg. Lebt dort als
freischaffende Autorin.

Letzte Veröffentlichungen: „Ein wahrer Apfel leuchtete am Himmelszelt“,
Wallstein 2020. „Die dritte Hälfte.“ Roman. Wallstein 2024

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Foto: Sabine Peters _ privat.

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis/ORF Studio_ Empfang der Stadt Klagenfurt/Schloss Loretto _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 28.5.2026

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„Bachmanns Figuren gehen am Weiterwirken des deitschen Wesens zu Grunde“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Klaus Kastberger, Vorsitzender der Bachmannpreisjury _ Graz 3.6.2026

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

im Interview _ Klaus Kastberger, Graz (A), Vorsitzender der Bachmannpreisjury

Professor für neuere deutschsprachige Literatur am Franz-Nabl-Institut der Universität Graz und Leiter des Literaturhauses Graz.

Österreichischer Staatspreispreisträger für Literaturkritik 2023

Seit 2015 Bachmannpreisjuror, seit 2024 Juryvorsitzender

Bachmannpreisjury 2023, Klaus Kastberger (ganz links)

Lieber Klaus, wie feiert man literarische Geburtstage richtig?

Man nutzt den medialen Schwung und lenkt die Aufmerksamkeit auf die Texte. Auch wenn die ganze Welt bei der Bachmann derzeit genau das Gegenteil tut: Biographische Hintergründe, letzte Begegnungen, lange gesperrte Briefwechsel, private Details, Krankheitsbilder und persönliche Abgründe füllen die Klatschspalten und machen sich auch im Literaturbetrieb und im offiziellen Gedenken breit. Stattdessen sollte man schlicht und einfach die Texte lesen. Vor allem die letzten Prosaarbeiten, Todesarten-Projekt. Da begegnet einem eine durch und durch hellsichtige und hoch politische Autorin.

Station bei Malina_
Johanna Hainz, Schauspielerin_Wien_ performing.
Malina, Ingeborg Bachmann. Roman, 1971,

Walter Pobaschnig 7/22, folgende

Wann und wie war Deine erste Begegnung mit Texten Bachmanns?

Die erste intensive Begegnung war ein Proseminar an der Universität Wien. Der Dozent, der das abhielt, hatte ein Bild der Autorin auf seinem Schreibtisch stehen. Ich habe dann eine Arbeit über das gleichbleibende Netz von Figuren im Prosawerk der Bachmann geschrieben. Musste dazu alles von ihr lesen. Das hat mir sehr gutgetan.

Was ist das Besondere am Werk Bachmanns und welche Bedeutung hat dieses für die moderne deutschsprachige Literatur?

Bachmann hat gezeigt, dass Krieg und Faschismus im Verhältnis der Geschlechter weiterwirken und wie schwer man sich davon befreien kann. Mit dieser Erkenntnis stand sie in der deutschsprachigen Literatur eine gewisse Zeit ganz alleine da und war im besten Sinn des Wortes eine feministische Pionierin. Die anfänglich durchgehend männlich geprägte Rezeption ihres Werkes hat ihr das dann auch mit untergriffigsten Mitteln heimgezahlt und manche Exegeten führen dieses infame Manöver, das aus der Autorin eine Krankheit und aus ihrem Werk aufgrund der Komplexität der Probleme, die es behandelt, ein ästhetisches Unvermögen macht, tatsächlich bis heute fort.

Ingeborg Bachmann sprach von der Literatur als „verzweiflungsvolles Unterwegssein zur Utopie von Sprache“ (Frankfurter Vorlesungen), was bedeutet dies für das Schreiben und die Gegenwart heute?

Die Utopie kommt bei Bachmann aus den slawischen Traditionen, die es in Österreich gibt. Daran sollte man in jeder Sekunde der in jüngster Zeit so beliebt gewordenen Bachmann-Hagiografie gerade auch in Kärnten denken. Nicht das deitsche Kärnten, sondern das slowenische hatte die Autorin im Sinn, wenn es darum ging, nach 1945 nach gangbaren Lebensformen zu suchen. Die meisten ihrer Figuren gehen dann auch gerade am Weiterwirken des deitschen Wesens zu Grunde.

Darf ich Dich abschließend noch um ein Bachmannzitat bitten?

Aus Malina: „Mit meiner verbrannten Hand schreibe ich über die Natur des Feuers.“

Jasmin Avissar, Tänzerin, Choreographin _ Wien _ performing _ Romanschauplatz Malina Wien.
Walter Pobaschnig, folgende

Herzlichen Dank für das Interview!

Klaus Kastberger, Graz (A), Vorsitzender der Bachmannpreisjury

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Klaus Kastberger _ Konstantin Tzivanopoulos

Fotos: Station bei Malina_
Johanna Hainz, Schauspielerin_Wien_ performing.

Jasmin Avissar, Tänzerin, Choreographin _ Wien _ performing.


Malina, Ingeborg Bachmann. Roman, 1971,


Walter Pobaschnig 7/22

Foto: Jury Bachmannpreis _ ORF Studio/Bachmannpreis _ Walter Pobaschnig, 2023.

Walter Pobaschnig, 1.6.26

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„Ich weiß, wie es ist, von ganz unten anzufangen“ _ Bachmannpreis 2026 _ Nominierteninterview: Kinga Toth, H _ Wien 3.6.2026

Bachmannpreis 2026 _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt _

50 Jahre Bachmannpreis

Kinga Toth _ Bachmannpreisnominierte 2026

Nominierteninterview: Kinga Toth, H

Geboren 1983 in Ungarn. Eingeladen von Brigitte Schwens-Harrant.

Kinga Toth _ Sprachwissenschaftlerin, Visuell-Klang-Poetin,
Illustratorin und Kulturmanagerin

Liebe Kinga, herzliche Gratulation zur Bachmannpreisnominierung! Wie hast Du davon erfahren und was war Deine erste Reaktion? Wie sieht jetzt Deine Vorbereitung aus?

Vielen Dank für die Gratulation, wie auch für die Einladung fürs Interview! Es ist ein Wahnsinn! – das sage ich noch immer laut, ein Kindheitstraum, eine riesige Ehre! Viele wissen von mir wahrscheinlich nicht, dass ich aus einem sehr kleinen Dorf in Westungarn (Nyőgér) und aus bescheidenen Bedingungen stamme, aber ja, mit großen Träumen😊 und meine Gefühle sind momentan unbeschreibbar – ich bin enorm dankbar und freue mich – und ja, aufgeregt bin ich auch😊Den Text lese ich oft vor, probiere, wie er schmeckt, wo ich atmen kann, wie wir uns nähern – aber die Vorbereitung besteht momentan eher darin, wie ich Zeit schaffe. Die Universitätssemesterzeit läuft noch und Gottseidank habe ich einige Lesungen/Performances im Juni, und auf die Gesundheit muss ich auch immer achten, also es ist jetzt „ein bissi a Juggling“ momentan, ich versuche mein Bestes!

Wie war Dein Weg zum Schreiben und was ist Dir in Deinen so vielfältigen Literatur/Performance/Kunst-Projekten wichtig?

Hujé, ja, also wie gesagt, alles fing im Kleindorf an mit viel lesen und schreiben (von Anfang an wollte ich Schriftstellerin und Schauspielerin werden) und träumen, aber der Weg war/ist nicht einfach. Es gab aber damals (wir sprechen über die „vorOrbanZeit“) Literaturorganisationen wie József Attila Kreis (wo ich auch später gearbeitet habe) und die Literaturworkshoptage in Sárvár, wo wir uns mit berühmten Literaten treffen und an unseren Texten arbeiten durften – da habe ich viel gelernt und den Mut genommen, meine Texte an Zeitschriften und Verlage zu schicken. Da ich lange noch nicht in Budapest wohnte und ganz andere Alltagsjobs hatte, aus dem Rande und ohne persönliche Bekanntschaften war dieser Weg langsamer. Aber dann erschienen schon meine ersten Bücher – von Anfang an mit meinen Zeichnungen und später auch mit Musik.

Seit langem schrieb ich auch auf Deutsch, aber erst 2012 habe ich meine Texte an deutschsprachige Magazine – und später Verlage geschickt. Der Weg im Ausland war also „the same“, mit dem Unterschied, dass ich schon mit der Undergroundszene einige Konzerte in Ungarn, in Deutschland und in Österreich hatte, also Bühnenerfahrung hatte ich ein wenig – und die Residencyprogramme, die mein Exil aus Ungarn und aus der Existenzkrise waren, eröffneten mir ein neues Tor für internationalen Austausch und ein bisschen Freiheit. Ich arbeite also seit mehr als 20 Jahren in diesem Bereich, aber der Weg war nie eindeutig, deswegen versuche ich auch KollegInnen weiterzuhelfen: Ich weiß, wie es ist, von ganz unten anzufangen.

Du schreibst in drei Sprachen (Deutsch/Ungarisch/Englisch). Welche Möglichkeiten bietet Vielsprachigkeit in Literatur/Kunst für Dich?

Die Möglichkeit für Kommunikation und Verbindung. Ganz einfach, die Illusion oder doch(!) einige Momente der Freiheit zu erleben, neue Kulturen, Länder kennen zu lernen-aber am wichtigsten: sich mit anderen Menschen zu verknüpfen und das Gemeinsame zu erleben. Das alles klingt hochutopisch und banal, aber nach und in solchen Zeiten, wo unsere Gesundheit, Existenz, Leben (es herrscht doch immer noch Krieg in der Nachbarschaft!!) finde ich nichts anders wichtig mehr.

Was macht den Bachmannpreis einzigartig und auf was freust Du Dich besonders?

Auf dieses Treffen! Das Format ist natürlich einzigartig und meine Füße werden auch kälter, wenn ich daran denke😊aber es ist auch spannend und selbstverständlich freue ich mich auf die Kolleginnen, auf ihre Texte und Geschichten, sowohl „fachlich“, als auch persönlich. Ich freue mich auf nicht-offizielle Gespräche, obwohl ich auch betonen möchte, wie dankbar ich hier bin, auf Fremdsprache und mit der Prosaformat – meine zwei großen Herausforderungen – zu kommen und lesen und Diskussionen zu führen. Ich hoffe, dass mein Text gut ankommt, I do my best!

Was würdest Du mit dem hoch dotierten Preisgeld machen?

Uhhh😊 ich werde ein bisschen in meine Gesundheit investieren 😀 und vielleicht ein bisschen Zeit für mich kaufen, wo ich schreiben darf. Ich arbeite momentan an einem Roman über das Thema meines Bachmanntextes und es braucht Recherche – und natürlich Zeit und Ruhe. Und ich könnte für eine neue Mietwohnung (die jetzige wird umgebaut) ein bisschen sparen. Also kleine Träume, aber viele! Und natürlich mit der Familie ein kleines Feieressen😊

Das Jubiläum des 50.Bachmannpreises fällt heuer mit dem 100.Geburtstag der Namensgeberin Ingeborg Bachmann zusammen. Welche Zugänge gibt es von Dir zu Ingeborg Bachmann, was schätzt Du besonders an Ihrem Werk?

Viele Verbindungen finde ich mit ihr und ihren Werken: Grenzgebietsein, Aufdemwegsein, Reisen, Gesundheit, Politik, der Schwung deren Sprache, die Musikalität, Wortschöpfungen – falls ich Stichwörter schreiben möchte. Ich sehe eine mutige, kräftige Frau, die Welten mit ihren Wörtern schöpft, deren Mut und Glaube an der Kraft der Literatur wir ziemlich sehr brauchen.

Welches Buch und welche drei weiteren Dinge kommen unbedingt mit in die Reisetasche für Klagenfurt?

Das Buch weiß ich noch nicht: Natascha Gangls, Mara Genschels und Muri Daridas Bücher streiten momentan miteinander, wen ich zuerst beenden sollte 😀 die innere Burg von Teresa von Avila kommt noch sicher und meine Steine bzw. Steine aus Nyőgér- sehr wichtig😊!

Vielen Dank für das Interview, viel Freude und Erfolg beim Bachmannpreis!

Danke schön😊!

„Inge“ _ Hauptpreis _ Bachmannpreis
Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Kinga Toth _ Verena Mayrhofer

Fotos: Bachmannpreis/Wörthersee _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 1.6.2026

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„Mord“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Volkmar Mühleis/Dagmar Bernhard _ Brüssel/Wien 2.6.2026

Dagmar Bernhard _ Volkmar Mühleis _
Ungargasse/Wien
Dagmar Bernhard, Schauspielerin _ Wien _ acting _
Original-Romanschauplatz Malina _ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig 9/21, folgende
Volkmar Mühleis, Schriftsteller, Philosoph _ Brüssel _ acting Ivan _
Original-Romanschauplatz Malina _ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig 5/26, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz „Malina“ Wien

MALINA _ Akrostichon

Text & Performance _  Volkmar Mühleis, Schriftsteller, Philosoph _ Brüssel

Performance _ Dagmar Bernhard, Schauspielerin _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Dagmar Bernhard, Schauspielerin _ Wien _ acting _
Original-Romanschauplatz Malina _ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig 9/21, folgende
Volkmar Mühleis, Schriftsteller, Philosoph _ Brüssel _ acting Ivan _
Original-Romanschauplatz Malina _ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig 5/26, folgende

MALINA

Mord

Auf

Leben

In Raten

Narkotisch gestärkt

Aufleben

Volkmar Mühleis, 8.5.2026

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz „Malina“ Wien

MALINA _ Akrostichon

Text & Performance  _  Volkmar Mühleis, Schriftsteller, Philosoph _ Brüssel

Performance _ Dagmar Bernhard, Schauspielerin _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

 Volkmar Mühleis, Schriftsteller, Philosoph
Dagmar Bernhard, Schauspielerin 

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann.

Fotos: Volkmar Mühleis, Schriftsteller, Philosoph _ Brüssel _ acting Ivan _
Original-Romanschauplatz Malina _ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig 5/26

Fotos: Dagmar Bernhard, Schauspielerin _ Wien _ acting _
Original-Romanschauplatz Malina _ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Walter Pobaschnig 9/21.

Walter Pobaschnig, 27.5.26

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„die Prägnanz ihrer Formulierungen“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Volkmar Mühleis, Schriftsteller _ Brüssel 2.6.2026

Ingeborg Bachmann _ Volkmar Mühleis

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Im Interview _ Volkmar Mühleis, Schriftsteller, Philosoph _ Brüssel

Lieber Volkmar, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns?

Als Leser begleitet mich ihr Werk seit ich zwanzig Jahre alt war und in Hamburg meinen Zivildienst machte, 1992 und 1993. Ihr Erzählband Das dreißigste Jahr, insbesondere die Schlusserzählung Undine geht, wie auch ihr Roman Malina haben mich damals tief beeindruckt – ihr Tonfall, ihre scharfe, lakonische, Wahrheit zumutende Beobachtungs- wie Formuliergabe. Die Gedichte habe ich später kennengelernt, mit dem Band Die gestundete Zeit für mich weiterhin als einprägsamsten. Voriges Jahr erst las ich ihre Zusammenstellung von Giuseppe Ungarettis Gedichten und empfand die Auswahl wie einen Gedichtband ihrer selbst, als traumhaftes Zusammenspiel beider poetischer Verständnisse.   

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

„Wo Deutschlands Himmel die Erde schwärzt, / sucht sein enthaupteter Engel ein Grab für den Haß / und reicht dir die Schüssel des Herzens“ – der assoziativ banale Schlüssel zum Herzen wird zu einer Schüssel, das Herz auszugießen, und statt Zugang zu ihm zu suchen, indirekte Wege zu finden, mit dem in seiner groben Direktheit überschattend Grausamen der deutschen Geschichte umzugehen. Ihre Kunst der Verschiebung prägt Lyrik wie Prosa gleichermaßen. Dass sie das eine für das andere aufgegeben hat, erscheint mir nicht zwingend.  

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

Die in meiner ersten Antwort genannten und eben ihre bereits angedeutete Rede Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar.

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Dass die Ehe die Keimzelle des Faschismus ist, halte ich für übertrieben. Meine Frau und ich etwa erfahren und leben unsere Beziehung nicht so, das mögen andere bestätigen. Zugleich ist deutlich, wie wutentbrannt regressive Männertypen reagieren, sobald ein Fünkchen Vernunft ihren Narzissmus zu beeinträchtigen versucht, und was den Stammtisch früher beherrschte, flutet heute das Internet, strömt in die Politik, als entfesselte Wahnwitze der Geschichte, siehe die Leugner des Klimawandels und Kriegstreiber. Ein Student von mir an der Kunsthochschule LUCA School of Arts in Gent schreibt seine Abschlussarbeit gerade über das Thema Männlichkeit. Er fragte mich, was ich darunter verstehe. Ich meinte: ein guter Partner, ein guter Freund, ein guter Vater zu sein, was auch immer gut hier im einzelnen bedeuten mag. Das Gute ist dem Menschen zumutbar, das gehört auch zur Wahrheit.

Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?

Anders als Bachmann, würde ich sagen. Das haben in ihrer Zeit Yoko Ono und John Lennon versucht, zum Beispiel. Totalen Aussagen gegenüber bin ich skeptisch, sie sind selbst gefährlich.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Die Formen des Schreibens sind so vielfältig wie die Charaktere der Schreibenden, ihre Erfahrungen und Biographien. Die Verabsolutierung des einen käme mir auch in diesem Fall verdächtig vor. Hans Arp kam aus dem Elsass, bewegte sich zwischen Frankreich und Deutschland, der Lyrik und bildenden Kunst, und orientierte sich an der Leichtigkeit dieses Zwischen. Das Zwischen selbst kann ortlos sein, auch das Zwischen-den-Menschen. Es braucht die Stille zum Schreiben, denn auf Worte muss man hören können, und das gelingt nicht im ständigen Reden. Man kann auf Ideen und Redewendungen dabei kommen, aber nicht auf den Widerhall der inneren Stimme, als Echoraum von Poesie, Imagination und Wahrnehmung. Einsamkeit ist nicht asozial, sondern Mitbedingung gelungener Begegnung – was hätten wir uns sonst zu erzählen, wären wir nicht auch allein?

Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?

Schlichtweg die Prägnanz ihrer Formulierungen, ihr Ernstnehmen der ihr innewohnenden Folgen für das weitere Schreiben. „Ich habe einen Mann gekannt, der hieß Hans, und er war anders als alle anderen. Noch einen kannte ich, der war auch anders als alle anderen. Dann einen, der war ganz anders als alle anderen und er hieß Hans, ich liebte ihn.“ Mit der Genauigkeit einer Stichprobe wird das Ernstzunehmende und Absurde in seiner Verstrickung verfolgt, bis hin zur Überblendung desselben Namens und dem Siegel: ‚ich liebte ihn‘, das etwas abzuschließen vorgibt, was es in seiner Fragwürdigkeit im gleichen Moment eröffnet. Ich hatte ihre Kunst der Verschiebung erwähnt, sie wäre ohne ihren Sinn für diese Prägnanz nicht denkbar.  

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Ob wir in Rom über ihren Ungaretti-Band sprechen könnten.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Gerade ist mein vierter Gedichtband Moderne Seher in der edition exemplum erschienen und im März beim Passagen Verlag ein poetisch-philosophischer Essay über das Zusammenleben mit einer Katze, unter dem Titel De anima.

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

„Ein Brausen von Worten fängt an in meinem Kopf und dann ein Leuchten, einige Silben flimmern schon auf, und aus allen Satzschachteln fliegen bunte Kommas, und die Punkte, die einmal schwarz waren, schweben aufgeblasen zu Luftballons an meine Hirndecke, denn in dem Buch, das herrlich ist und das ich also zu finden anfange, wird alles sein wie ESULTATE JUBILATE.“ (Aus Malina, Taschenbuchausgabe im Suhrkamp Verlag, 1991, S. 53)

Herzlichen Dank für das Interview!

Volkmar Mühleis, Schriftsteller, Philosoph

Zur Person: Volkmar Mühleis, geboren 1972 in Berchtesgaden, lebt in Brüssel, wo er an der LUCA School of Arts Philosophie und Ästhetik unterrichtet. Im Frühjahr 2026 sind von ihm der Gedichtband ‚Moderne Seher‘ (edition exemplum) und der poetisch-philosophische Essay ‚De anima“ (Passagen Verlag) erschienen. Des Weiteren hat er Gedichtbände,
Novellen und Tagebücher veröffentlicht.

Er ist Mitglied im PEN für deutschsprachige Autoren im Ausland und der Else Lasker-Schüler- Gesellschaft. Mehr Infos auf www.volkmarmuehleis.eu

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann.

Foto: Volkmar Mühleis _ privat.

Walter Pobaschnig, 7.5.26

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„Zwischen Selbstverbrennung, Manuskriptmahlzeit und Jörg Haider Medaille“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Karsten Krampitz, Schriftsteller _ Berlin 1.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

Karsten Krampitz, Bachmannpreisnominierter 2009

Im Interview _ Karsten Krampitz, Schriftsteller, Historiker, Journalist _ Berlin 

Bachmannpreisnominierter 2009, eingeladen von Jurorin Hildegard Elisabeth Keller, Gewinner des Publikumspreises und damit des Stadtschreiber Preises Klagenfurt 2010. Bis heute gibt es aus dieser sehr produktiven Zeit zahlreiche kulturelle Verbindungen zu Klagenfurt. Seit 2021 ist der in Berlin lebende und so vielseitige Schriftsteller, Historiker, Journalist Lehrbeauftragter an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt und regelmäßig beim Bachmannpreis mit Studenten:innen vor Ort im ORF Garten.

Karsten Krampitz mit Seminargruppe im ORF Garten _ Bachmannpreis 2025

Lieber Karsten, Du hast 2009 am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan Deine erste Erinnerungen?

Beim „Bewerb“ 2009 habe ich einen Text über den Feuertod eines ostdeutschen Pfarrers gelesen. Eigentlich wollte ich mich im Vortrag an Rainald Goetz orientieren und einfach mal eine gute Performance liefern. Doch dann wurde mir von den Veranstaltern bedeutet, ich möge es bitte nicht übertreiben. Es war der erste Lesetag. Vor mir war Philipp Weiss dran, der am Ende der Lesung seinen Text verspeiste. Danach sind wir uns im Gang begegnet. „Das geht gar nicht“, habe ich zu Philipp gesagt. „Mir verbieten sie die Selbstverbrennung, aber du darfst dein Manuskript essen!“  

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Der Literaturbetrieb lässt hier mal kurz die Zugbrücke herunter, auch für Schriftsteller, die nicht in großen Verlagshäusern veröffentlichen.

Wie hast Du Deine Lesung, die Jurydiskussion und die Preisverleihung erlebt?

Ein Juror sagte sinngemäß: „Dieser Text interessiert mich jetzt nicht so brennend.“ Am Ende haben sogar einige aus dem Publikum mitgeredet. Aber man hat es in der Aufzeichnung nicht gehört, weil sie kein Mikro hatten.

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

In Klagenfurt erstmal einen neuen Bürgermeister. Es ist ein Unding, dass hier jedes Jahr vor laufender Kamera der Träger der Jörg-Haider-Medaille der Ingeborg-Bachmann-Preisträgerin die Hand schüttelt.

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Erstere sollen jede Minute in Klagenfurt genießen, und die Jury soll sich nicht so ernst nehmen. Dem einheimischen Publikum wünsche ich auch weiterhin Freiheit von Freiheitlichen.

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Karsten Krampitz, Schriftsteller, Historiker, Journalist

Aktueller Roman von Karsten Krampitz:

Die unglaubliche Geschichte einer gelebten Utopie mitten in der DDR: die »Krüppelkommune« von Hartroda

Arnstadt, Thüringen, Ende der 70er Jahre. In einem Heim für behinderte Jugendliche beschließen vier Freunde, die sich kaum bewegen können: Wir brechen aus. Von Rente und Pflegegeld wollen sie sich Pfleger finanzieren, ein Haus bekommen sie von der Kirche – das alte Pfarrhaus in Hartroda, im Altenburger Land.
So beginnt die Geschichte einer Kommune, die völlig aus der Zeit und aus dem Land gefallen ist. Die einen bekommen Hilfe, die anderen Asyl – vor der Schinderei im Staatsbetrieb, vor einem Leben im stupiden Kreislauf von Arbeiten, Saufen, Schlafen. Eine Gemeinschaft der Gleichen, in der alles geteilt wird – Geld und Bücher, Platten und Bier, aber auch alle Gebrechen. Eine Gemeinschaft der Aussortierten, die sich mit Witz und Chuzpe das Undenkbare erkämpft: ein selbstbestimmtes Leben, vielleicht sogar Freiheit. Unter dem Schirm der Kirche wird sie, so scheint es zumindest, vom DDR-Apparat in Ruhe gelassen.
Intellektueller Kopf der Gemeinschaft ist Gruns. Er wird vom schweigsamen Mozek gepflegt, der vom Dachboden aus internationale Fernschachturniere bestreitet und sich über seine Vergangenheit bedeckt hält. Denn Mozek, ehemaliger Grenzer, ist auf der Flucht vor der eigenen Schuld.
Ich hab meine Sache auf nix eingestellt / auf gar nix, überhaupt nix, heißt es in einem Lied der Band Mischpoke, die zum Freundeskreis der Kommune gehört. Als die DDR zusammenbricht, wird deutlich, dass es auch die Mauer war, die die Gemeinschaft von Hartroda zusammengehalten hat.
“ (Pressetext Verlag)

Karsten Krampitz, Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung. Roman. Edition Nautilus.

Gebunden, 200 Seiten

ISBN 978-3-96054-469-2

22,00 €

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Lesestuhl Bachmannpreis
Studiosetting _ Blick auf Jury

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Karsten Krampitz _ Nane Diel

Fotos: Bachmannpreis/ORF Studio _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 20.5.2026

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„Und mir blieb’s ein Rätsel“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _  Isabella Breier/Sylvia Caba _ Wien 1.6.2026

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance _ Wasserpark/Wien

UNDINE GEHT _ Akrostichon

Text  Isabella BreierSchriftstellerin _ Wien

Performance _ Sylvia Caba, Künstlerin  _ Wien 

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

UNDINE GEHT

Und mir blieb’s ein Rätsel, ein Spiegel, die Täuschung, die Umkehr von Täter, von Opfer, die Romantisierung,

nuschelten Stimmen, in sich überlappenden Rückkopplungsschleifen, ein kauziger Chor verlorner Sirenen,

dort in der Weite tradierter Wildnisse, hinter und in mir, bevor

ich das Skript (Kulturindustrie!) schnaufend ins Schilf warf, die marktkonformen Beine ausstreckte, um mich – 

neben dem Blick des herrschenden Andren, jenseits des ewigen Abgechecktwerdens – 

endlich dem Angeln zu widmen und – bloß zur Entspannung: Gelassenheitstraining! – schickem Ship-Watching

gegenwärtig kentern Boote, Fähren, Yachten, ich seufze auf, greife zum Foto vom Fischschwanz, warte zu lange, 

ehrlich gestanden: ich weiß nicht, worauf, auf Mumm oder Muße? auf eigene Musen? auf Worte, nein, Ohren?,

hör ich (ein Kampf- oder Fluchttier?) die angesagten Hansis samt Hänseln und Greteln, springe und

tauch ich in flirrende Fluten, ach, rauschende Podcasts (betrifft: People-Pleasing)

Isabella Breier, 18.4.2026

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance Wasserpark/Wien

UNDINE GEHT _ Akrostichon

Text  Isabella BreierSchriftstellerin _ Wien

Performance _ Sylvia Caba, Künstlerin  _ Wien 

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Undine geht, Erzählung, Ingeborg Bachmann, 1961.

„Undine geht“ ist einer der zentralen Texte in Ingeborg Bachmanns Werk. Dieser erschien im ersten Prosaband „Das dreißigste Jahr“ und nimmt das Motiv des Undine Mythos _ Liebe, weibliche Menschwerdung, Verrat und Rache – auf und transformiert dies in die Struktur gegenwärtiger patriarchal geprägter Gesellschaftsverhältnisse. „Undine geht“ ist einer der meist rezipierten Texte Bachmanns und erfährt zahlreiche künstlerische Zugänge und Dialoge.

 Isabella BreierSchriftstellerin
Sylvia Caba, Künstlerin  

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann.

Foto:  1, Motiv und Portrait Isabella Breier _ privat.

Alle weiteren Fotos: Sylvia Caba _ performing „Undine geht“ _ Walter Pobaschnig.

Walter Pobaschnig, 18.4.26

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„Bachmann war eine akribische Arbeiterin“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Andrea Stoll, Autorin _ Frankfurt am Main 1.6.2026

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Buchneuerscheinung _ Andrea Stoll:

„Zwei Menschen sind in mir“ Ingeborg Bachmann. Die Biografie | Zum 100. Geburtstag der Dichterin. Andrea Stoll. Piper Verlag, 2026.

im Interview _ Andrea Stoll, Autorin _ Frankfurt am Main

Liebe Frau Stoll, was waren die größten Herausforderungen im Schreiben dieser umfassenden Biografie Ingeborg Bachmanns?

Tatsächlich habe ich Ingeborg Bachmann ja schon während des Studiums entdeckt. Nach einer Dissertation über die Bedeutung von Erinnerung durfte ich 1992 einen Malina Materialienband herausgegeben, später 2008 den Briefwechsel Herzzeit zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan initiieren und mit herausgegeben. 2013 dann habe ich schon einmal eine Biografie verfasst. So viel persönliches Wissen ist Fluch und Segen zugleich.  Angesichts der in den letzten Jahren neu hinzugekommen Briefe und Tagebücher, hat es mir zum einen die Dringlichkeit einer neuen Biografie vor Augen geführt und mir die Chance gegeben, die Spreu vom Weizen zu trennen. Zum anderen aber bestand meine größte Herausforderung darin, auch eigene lieb gewordene Denkmuster zu überwinden und sich alles noch einmal so vorzunehmen, als sähe ich es zum ersten Mal. Das war durchaus herausfordernd, aber auch spannend: eine unvergessliche Reise.

Wie würden Sie die „Zwei Menschen/Gesichter“ Ingeborg Bachmanns beschreiben?

Der Titel geht auf ein Bachmann Zitat zurück, was sie sehr jung in Briefe an Felician aufgeschrieben hat.

»Zwei Menschen sind in mir, einer versteht den anderen nicht. Ich fürchte den das Leben so alles liebenden sehr. Er wird übermächtig. Und ich weiß, daß doch für den andren die Zeit kurz werden könnte. Ich müßte beten lernen. Ich habe keinen Gott.« 

Was Bachmann da schon in ihrer Jugend umreißt, ist ein schmerzlich empfundener Konflikt zwischen Emotion und Ratio, den sie auch in ihrem berühmten Gedicht „Erklär mir Liebe“ in Verse gebannt hat. Dieser Kampf zwischen Herz und Kopf, geht aber tiefer als das, was wir alle kennen, dass wir manchmal zwischen Verstand und Gefühl entscheiden müssen. Bei Bachmann geht es um den unbedingten Willen als Schriftstellerin schöpferisch tätig zu sein, bei gleichzeitigem Wissen, dass sich ein normales Leben mit dem Ausgesetztsein eines zutiefst poetisch empfindenden Menschen nur schwer verbinden lässt. Das galt umso mehr für ihre Existenz als schreibende Frau, die sich in einem historischen Niemandsland bewegte. Sie hat da einen Riss in ihrem Inneren empfunden, den sie erst im Romanende von Malina in letzter Konsequenz ausformt.

Ist mit diesen knapp 500 Seiten alles gesagt, entschlüsselt was Leben und Werk der heuer weltweit gefeierten Schriftstellerin betrifft oder wo gibt es noch Leerstellen?

Sagen wir, ich habe mich nach Kräften bemüht. Und da Ingeborg Bachmanns Leben und Werk bei mir tatsächlich ein Lebensthema ist, bin ich guten Mutes, nichts Grundlegendes übersehen zu haben. Einzelne Briefwechsel mit Freunden, vielleicht auch der eine oder andere Liebhaber werden noch aufzuspüren sein, aber die großen Linien ihres Lebens, die tiefen Zusammenhänge zwischen ihrem Werk und ihrem Schreiben, die familiären Hintergründe wie die existentiell bedeutsamen Lieben, hoffe ich doch erschöpfend dargelegt zu haben.

Sind die Umstände des tragischen Todes endgültig geklärt und wie lauten die Annahmen dazu?

Wenn man mit Menschen sprach, die nicht zum engen Kreis der Bachmann Forscher: innen gehörten, fiel irgendwann immer der Satz „Ach, das ist doch die Schriftstellerin, die in Rom verbrannt ist“. Nein, das ist sie nicht.

Ingeborg Bachmann starb am 17. Oktober 1973 in Rom an den Folgen von Verbrennungen, die sie sich beim Einschlafen mit einer Zigarette in der Hand zugezogen hatte. Dem war ein wochenlanges Martyrium vorausgegangen, denn sie war, wenn auch reichlich spät so doch einen Tag nach dem Brandunfall in eine römische Klinik gekommen, wo ihre Brandverletzungen nach Maßgabe der damaligen Medizin sorgsam behandelt wurden. Erst später wurde klar, dass die Ursache ihres Todes nicht allein in ihren Verbrennungen zu suchen war. Seit den sechziger Jahren hatte sich bei Bachmann eine Tablettenabhängigkeit eingestellt, die eine weitgehende Schmerzunempfindlichkeit verursacht hatte. Bachmann realisierte die Schwere ihrer Verletzungen wohl zu spät. Vor allem aber gaben die für die unkontrollierte Verabreichung des Medikamentes Seresta Verantwortlichen, ein Medizinerpaar, diese Information nicht an die behandelnden Ärzte in der Klinik weiter. Es kam bei Bachmann zu schweren Krämpfen, also Entzugserscheinungen, die die Ärzte nicht zu deuten wussten. Sprich: die eigene Reputation war wichtiger als die Rettung der angeblich so geliebten Freundin. Eine Tragödie.

Via Giulia/Rom _ letzte Wohnung Ingeborg Bachmanns in Rom _ hier ereignete sich der Brandunfall.
Rom/Ospedale Sant’Eugenio _
Ingeborg Bachmann starb hier am 17.10.1973
Isabel Belherdis, Künstlerin_Graz _ Intervention/Friedhof Annabichl/Klagenfurt _
Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig
, folgende
Rom/Ospedale Sant’Eugenio, folgende
Isabel Belherdis, Künstlerin_Graz _ Intervention/Friedhof Annabichl/Klagenfurt _
Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig
, folgende

Was waren die persönlichen Kraftquellen der Büchnerpreisträgerin?

Die tiefe Verbundenheit mit ihrer Kärntner Kindheitslandschaft war ganz sicher einer der persönlichsten Kraftquellen von Ingeborg Bachmann. Beständig dort leben aber konnte sie als erwachsene Frau wohl nicht mehr, obwohl sie hin und wieder daran dachte es Thomas Bernhard gleichzutun und sich auch ein Bauernhaus als Refugium zu erwerben.  Spätestens seit ihrer dauerhaften Übersiedlung nach Rom blieb ihr ganzer Lebensentwurf an ein urbanes Umfeld gebunden. Aber ein Jahr ohne die Kärntner Sommerfrische war auch nicht denkbar. Schon als kleines Mädchen liebte sie das Schwimmen in den Seen, was sie dann in Italien natürlich auch mit dem Meer verband. Das Eintauchen in „ihr Element“, das Wasser, schenkte ihr ein persönliches Freiheitsgefühl. Das Motiv aus der gleichnamigen Erzählung „Undine geht“ kommt also nicht von ungefähr.

Ingeborg Bachmann rudert im Pressegger See/Kärnten
„Drei Wege zum See“ _ szenische Wanderung am Weg der Erzählung von Ingeborg Bachmann _ Christina Wuga, Schauspielerin_
Idee/Regie: Walter Pobaschnig 2018

Wie sah ein typischer Tag Ingeborg Bachmanns in Rom aus?

Wenn man von typischen Bachmann Tagen sprechen will, muss man vor allem die typischen Nächte in den Blick nehmen. Sie arbeitete bevorzugt nachts, was bekanntermaßen ja auch zu großen Kollisionen mit anderen Lebensrhythmen führte, vor allem im Zusammenleben mit Max Frisch. Es hatte natürlich auch zur Folge, dass sie morgens oft zerschlagen war, Kopfweh hatte, sich tagsüber nur schlecht konzentrieren konnte und dann lieber in ihr bevorzugtes Café das Greco, ging, zum Friseur oder zu römischen Couturiers, wenn sie nicht gleich zu Tabletten griff, um wenigstens ein paar Stunden durchzuschlafen. Und so haben vor allem die Männer ihres Lebens wie Frisch oder Henze die Legende erschaffen, dass Ingeborg Bachmann eigentlich nie gearbeitet hat oder dass man sie, wenn überhaupt, zum Arbeiten treiben musste. Das Gegenteil aber ist der Fall. Heute wissen wir, dass sie eigentlich immer geschrieben hat, offensichtlich aber nicht dann, wenn die andern um sie herum waren. Neben einem mehrere 1000 Seiten umfassenden Prosawerk, unzähligen Gedichtentwürfen und Tagebüchern, ist es vor allem ein außerordentlicher Briefwechsel, der dichtgewebte Zusammenhänge von Leben und Werk sichtbar werden lässt. Da entstand nichts einfach so. Bachmann war eine akribische Arbeiterin, die vor allem an sich selbst die höchsten Maßstäbe anlegte und jeden Textentwurf wieder und wieder überarbeitete, bis er ihren eigenen Ansprüchen genügte.

Bocca de Leone/Rom

Welche Feiernde war Ingeborg Bachmann?

Trotz ihrer immensen Geistesarbeit war Bachmann auch eine lebenslustige Frau, die gerne tanzen ging, das römische Gesellschaftsleben schätzte, mit Freunden nächtelang in Trattorien saß und diskutierte. Heinz Bachmann erinnert da eine hinreißende Szene, wie er als junger Mann seine große Schwester in Rom besuchte und sie in den damals angesagten Piper Club tanzen gingen. Plötzlich stürmte Sammy Davis Junior mit seinen Musikern hinein, alle gerieten außer Rand und Band vor Begeisterung. Da war Bachmann mittendrin, da gab es keine Empfindlichkeiten und keine Migräne mehr. Da war sie einfach eine lebenssprühende Frau, die den Moment genoss.

„Drei Wege zum See“ – welche Bedeutung hatte das Spazieren für Ingeborg Bachmann?

Das Laufen, das Wandern, das war seit ihrer Kärntner Jugend ein Teil von ihr. Es war auch etwas, was sie mit dem geliebten Vater verband, ein innerer Gleichklang, der umso wichtiger war, als es im Leben der beiden ja schmerzliche Punkte gab, über die sie nicht wirklich gut miteinander sprechen konnten. Allen voran, die nationalsozialistischer Vergangenheit des Vaters. In „Drei Wege zum See greift sie dieses Laufen auf. Der Vater ist nun schon alt. Es ist nicht mehr das dynamische Laufen. Es ist das Spazierengehen, eine stille Kraftquelle sowohl für sie als auch für den Vater. Die ganze Erzählung greift unterirdische Verbindungslinien zu ihrem geliebten „Haus Österreich“ auf, spielt mit Traditionen, sowohl historischen als auch persönlichen, umkreist beim Laufen aber auch die neuralgischen Punkte, etwa die inzestuöse Tiefengrundierung der Vaterfigur, wenn sich Elisabeth daran erinnert, dass sie als junges Mädchen eifersüchtig auf die Mutter war und ihr zurief, der geliebte jüngere Bruder hätte auch ihr eigenes Kind sein können. Ob sich in solchen Sätzen eine noch heftigere Wahrheit verbirgt, die wir heute erst ermessen könnten, lässt sich nicht mehr klären. Festhalten können wir, das Spazierengehen bei Bachmann immer mit Erkenntnisgewinn verbunden ist. Die Gedanken fliegen, im scheinbar absichtslosen Laufen kommen die Dinge ans Licht. 

„Drei Wege zum See“ _ Marilene Novak, Sopranistin/Velden/Wörthersee _ performing
Heinz Bachmann und Marilene Novak

Was ist für Sie das existentielle und gesellschaftspolitische Erbe Ingeborg Bachmanns?

Wenn sich eine Schriftstellerin in ihrer Existenz als Schreibende der Wahrheit so verpflichtet fühlt wie Ingeborg Bachmann, geht es um alles. Die hohen Moralansprüche, die ihr der Vater in Kindheit und Jugend vermitteln wollte und die er selbst in seinem Leben aus Bachmanns Sicht bitterlich verraten hat, indem er sich zum Nationalsozialismus bekannte, waren ihr Auftrag und Verpflichtung, hinter die sie nie mehr zurückgehen konnte. Nachdem sie ihre eigene Sprachbegabung erkannte hatte, war es ihr ein innerer Auftrag mit ihrem Schreiben die Scham und Schuld, die der Vater und mit ihm die ganze Generation der „Herren Erzieher“ über Österreich, Deutschland und Europa gebracht hatten, zu überwinden. Mit ihrer poetischen Sprache wollte sie eine neue Sprache begründen, die den Menschen wieder Hoffnung gab. In ihrer hochsensiblen Wahrnehmung, mit ihrem seismographischen Sprachbewusstsein für das, was sich unter der Oberfläche verbirgt, erkannte Bachmann sehr viel früher als andere, dass der Nachkriegsfrieden das Gewaltpotenzial in den Menschen nur übertüncht, aber nicht ausgelöscht hatte. Hier wachsam zu sein und in unserer Zivilgesellschaft verborgene faschistische Strukturen zu erkennen, die sich im Umgang miteinander, vor allem aber auch im Verhältnis zwischen Männern und Frauen zeigen, ist ihr bleibender Apell ans uns alle. Angesichts der jüngsten europäischen und weltweiten Entwicklungen können wir nur staunen, wie aktuell sich Bachmann heute liest. Mit ihrem unerschütterlichen Schreibenmüssen hat sie ihre persönlichen Kräfte zermalmt, uns in ihrer Dichtung aber auch eine Botschaft geschenkt, an der wir uns alle messen lassen müssen.

Was ist Ihr Lieblingstext Bachmanns?

Das ist für mich fast unmöglich zu beantworten, da fällt mir die Wahl zu schwer. Zweifellos hat Malina eine außerordentliche Bedeutung für mich. Einzelne Gedichte sprechen immer noch in mir. Vielleicht hat hier der Zyklus „Lieder auf der Flucht“ die größte Bedeutung für mich. Das radikalste poetische Denken, das Ausgesetzte ihrer Existenz, aber auch das Aufgehobensein in Sprache: all das finde ich in diesen Versen.

Dagmar Bernhard, Schauspielerin _ Wien _ performing „Malina“ _ Originalschauplatz Wien _
Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig 5/21 folgende

Vielen Dank für das Interview!

Andrea Stoll, Autorin _ Frankfurt am Main

Fotos: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann/Bachmannarchiv

Foto: Andrea Stoll/Cover _ Verlag

Alle weiteren Fotos _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 28.5.2026

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„Umjubelte Uraufführung“ _ Human/aktionstheater ensemble _ Theater am Werk/Wien 31.5.2026

HUMAN (Ich bin Mensch) aktionstheater ensemble _
URAUFFÜHRUNG 31. MAI 2026 _ Theater am Werk/Wien

Wer bin ich?

Die KI Künstliche Intelligenz weiß Bescheid und stellt aus virtuellen Datenmengen eine Definition her. Du bist, Wir sind. Alles klar am Bildschirm. Das Smartphone ist immer griffbereit…

Doch wie sieht es im realen Leben aus? Ist es da auch so schnell und fix festellbar, wer ich bin, was ich will? Zwischen Schwangerschaft, Berufswegen, Anerkennung und Gesehen-Werden? Wie sieht das tägliche Ringen im Menschsein real aus?

Wer bin ich? Jetzt? In meinem Weg zwischen Virtualität und Realität im Lebensschrei, wer hört mich? Wie werde ich gehört?

Das aktionstheater ensemble lädt in seiner aktuellen Produktion HUMAN (ICH BIN MENSCH) zu einem virtuellen roadtrip der ganz besonderen Art. In einem genialen Kunstgriff werden ganz unmittelbare Lebens- und Identitätsfragen expressiv artikuliert und so gegenüber generierten Chatbot Modellen gleichsam zurückerobert. Schmerz, Gefühl, Hoffnung, Angst, all das ist Fleisch und Blut und fordert täglich von Mensch zu Mensch in Reflexion, Kommunikation und Selbstbehauptung heraus, macht das Menschsein aus…ein Weg zwischen Kraft und Kraftlosigkeit…bis das Licht erlischt…

Expressiv und melancholisch, ein mitreißendes Requiem des modernen Menschen zwischen KI und Lebensschrei, ein Theaterabend der Sonderklasse, der mit großem Applaus belohnt wird!

Blitzlichter:

Iracema Engel, Schriftstellerin und Daniel Landau, Theaterkritiker, Autor
Gerald Walsberger, Schauspieler _ E3 Ensemble/Wien
Ausverkaufte Uraufführung!

HUMAN (Ich bin Mensch) aktionstheater ensemble

URAUFFÜHRUNG 31. MAI 2026

THEATER AM WERK, KABELWERK WIEN
30.05.26 (ÖFF. GP) | 31.05.26 (PREMIERE) | 02.06.26 | 03.06.26 | 04.06.26 | 05.06.26

BREGENZER FRÜHLING, THEATER KOSMOS BREGENZ
11.06.26 (VLBG. PREMIERE) | 12.06.26 | 13.06.26

INSZENIERUNG UND KONZEPT: MARTIN GRUBER | TEXT: MARTIN GRUBER UND ENSEMBLE | DRAMATURGIE: MARTIN OJSTER | BÜHNE und Kostüme: VALERIE LUTZ, Martin Platzgummer | MUSIK: ANDREAS DAUBÖCK | VIDEO: RESA LUT | REGIEASSISTENZ: SANNA HUFSKY | GRAFIK: MARTIN PLATZGUMMER | MEDIENKONTAKT: GERHARD BREITWIESER

MIT Andreas Jähnert, Isabella Jeschke, Thomas Kolle, Kirstin Schwab, Benjamin Vanyek sowie Andreas Dauböck, Jean Philipp Oliver Viol, u.a.

HUMAN – Theater am Werk

Alle Fotos/Videos _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig 31.5.2026

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„Ungargassenland“ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Daniel Zipfel, Schriftsteller _ Wien 31.5.2026

Daniel Zipfel, Schriftsteller _ Wien _
am Romanschauplatz „Malina“ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Walter Pobaschnig 2/26 folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

MALINA _ UNDINE GEHT _ INGEBORG _ Akrosticha

Text & Performance _   Daniel Zipfel, Schriftsteller _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Daniel Zipfel, Schriftsteller _ Wien _
am Romanschauplatz „Malina“ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Walter Pobaschnig 2/26 folgende

MALINA  _ UNDINE GEHT  _  INGEBORG

Mückenschwärme

Ausgebrannter

Leben

Irrlichtern

Nachweislich

Andernorts, weil das



Ungargassenland

Nicht

Durch

Irgendeine

Nacht

Endet, es

Glühen

Endlos

Helle

Tage



Immer

Noch

Gehen

Erinnerungen,

Brennen

Ohne

Ruhe in die

Gegenwart.

Daniel Zipfel, 23.4.26

Daniel Zipfel, Schriftsteller _ Wien _
am Romanschauplatz „Malina“ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Walter Pobaschnig 2/26 folgende
Daniel Zipfel, Schriftsteller _ Wien _
am Romanschauplatz „Malina“ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Walter Pobaschnig 2/26 folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

MALINA _ UNDINE GEHT _ INGEBORG _ Akrosticha

Text & Performance _   Daniel Zipfel, Schriftsteller _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

Daniel Zipfel, Schriftsteller _ Wien
Walter Pobaschnig, Daniel Zipfel, Herr Tarani/Teppich Tarani – vielen Dank für die freundliche Kooperation!

Aktueller Roman von Daniel Zipfel: „Walküre“ Daniel Zipfel. Leykam Verlag.  „Walküre“ Daniel Zipfel. Roman. Leykam Verlag. | Literatur outdoors – Worte sind Wege

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Daniel Zipfel, Schriftsteller _ Wien _
am Romanschauplatz „Malina“ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Walter Pobaschnig 2/26.

Walter Pobaschnig, 23.4.2026

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