„Bachmanns Werk ist ein Weckruf“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Udo Brückmann, Schriftsteller _ Niedersachsen/D 4.4.2026

Ingeborg Bachmann _ Udo Brückmann

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _  

Im Interview _

Udo Brückmann, Schriftsteller und Mentaltrainer

Lieber Udo, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Ingeborg Bachmann stellt für mich sowohl in der linearen Zeit ihres relativ kurzen, aber in allen Bereichen intensiven (Er-)Lebens als auch in ihren intensiven Werken einen Übergang dar, in welchem politisches Geschehen, gesellschaftliche Belange, Kunst und Kultur notwendigerweise in Frage gestellt werden, basierend auf den Schrecken und menschlichen Abgründen während der NS-Zeit in Europa, die ideologisch auch in die Nachkriegszeit hineinreicht. Macht beinhaltet Ohnmacht. Bachmanns Werk ist ein Weckruf, ein Aufbegehren gegen etablierte Strukturen; eine Aufforderung, alte Wahrnehmungen über Bord zu werfen.

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

Die Werke von Ingeborg Bachmann berühren mich in ihrer offenen Schonungslosigkeit, aber auch in ihrer hochsensiblen Verletzlichkeit. Ihr Schreiben ist oft eine Auseinandersetzung mit Themen, die über die normal erlebbare Realität hinausgehen, wie zum Beispiel die Traumwelt oder auch das Jenseits. Die Wechselwirkung, die dadurch entsteht, verleiht dem Werk Tiefe und ständig neue Perspektiven.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

Ihr erstes Hörspiel „Ein Geschäft mit Träumen“ (1952/53) fasziniert mich sowohl als Autor als auch als Mentaltrainer, der sich mit Themen wie „Bewusstsein“, „Dimensionen“, „Raumzeit“ und „Quantenphysik“ auseinandersetzt. Auch meine beginnende Arbeit als Schreibtherapeut ist davon berührt.

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Die Gesellschaftskritik von Ingeborg Bachmann sehe ich im Hinblick auf das aktuelle Geschehen, das sich in Missbrauchsfällen auf allen gesellschaftlichen und politischen Ebenen spiegelt, mehr als bestätigt. Gleichzeitig aber sehe ich im Bachmann’schen Sinne auch ein Überschreiten des Zenits, ein energetisches Sich-Auflösen alter, hierarchischer Machtstrukturen der patriarchalen Welt, zu der (energetisch betrachtet) sowohl männliche als auch weibliche „Führungspersönlichkeiten“ gehören. Alles, was jetzt aufgrund von Hochmut verbrennt, hinterlässt nicht einmal mehr Asche.

Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?

Wir lieben, indem wir als Grundlage das erkennen, was uns von Natur aus eigen ist: Das ist der freie Wille. Es geht nie um die vermeintliche endgültige Entscheidung, ob ich zur Rettung meiner Selbst „die blaue oder die rote Pille“ nehmen soll. Wenn wir wirklich lieben, sind wir wahre Schöpfer.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Ganz so extrem würde ich es nicht betrachten, aber ansatzweise schon. Schreiben hat immer mit der persönlichen Existenz zu tun, mit der oftmals unbequemen Auseinandersetzung mit dem eigenen Inneren. Mit verborgenen Türen und völlig neuen Welten. Mich persönlich reizt das Abenteuer, das Erkunden unterschiedlichster Orte aus vorher nie gesehenen Farben und Formen, Klängen und Wesenszügen.

Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?

Absolut spannend finde ich ihre Zusammenarbeit mit dem Komponisten Hans Werner Henze, zu dessen Opern sie einige der Libretti verfasst hat.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Ich hätte ihr gerne gesagt, dass sie geliebt wird.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Ein weiteres Manuskript im Bereich der Phantastik ist abgeschlossen. Die Suche nach einem geeigneten Verlag läuft. Auch meine spirituellen Gedichte „Gedanken aus Licht“, die ich vor zwei Jahren in der Wiener Peterskirche vortragen durfte, werden 2026 ein Thema sein.

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

Das Libretto zu Hans Werner Henzes komischer Oper „Der junge Lord“ – basierend auf Wilhelm Hauff S „Der Affe als Mensch“ und 1965 uraufgeführt, zeigt auch die humorvolle Seite von Ingeborg Bachmann. Zitat:

„Oberjustizrat Hasentreffer – ärgerlich – während sein Schirm zusammenklappt und er vom Regen übergossen wird: Ich nehme kein Blatt vor den Mund, aber dieses ist ein Affront!“

Brief des Komponisten Hans Werner Henze an Udo Brückmann
„4. Februar 1992 – Sehr geehrter Herr Brückmann, mit Ihrem Brief haben Sie mir Freude gemacht. Seien Sie also herzlich bedankt. Für Ihre Zukunftspläne als Bühnenbildner viel Glück und Imagination. Beste Grüße, Hans Werner Henze“ _

Zum Brief _ die Fotografie eines Briefes von Hans Werner Henze aus dem Jahr 1992 an Udo Brückmann:

„Das war für mich eine Zeit, in der ich Bühnenbildner werden wollte; erste Erfahrungen mit dem Opernbetrieb konnte ich damals als Mitglied der Statisterie der Deutschen Oper Berlin sammeln, u.a. war dies die Zeit der Uraufführung von Henzes Oper „Das verratene Meer“ (1990) in der Regie von Prof. Götz Friedrich, der Kette rauchend und mit näselnder Stimme immer wieder neue Anweisungen gab. Auch Lucia Popp als „Arabella“ oder Karen Armstrong in „Die Sache Makropulos“ sind mir bis heute unvergessen.“ Udo Brückmann

Zur Person: https://www.udo-brueckmann.de/

Herzlichen Dank für das Interview!

Udo Brückmann, Schriftsteller und Mentaltrainer

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Fotos: Udo Brückmann/Portrait und Brief von Hans Werner Henze _ privat.

Walter Pobaschnig   22.2.26

https://literaturoutdoors.com

„Auf rutschigen Dächern der Qual“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text&Performance _ Udo Brückmann/Linda Pichler _ Wien 4.4.2026

Linda Pichler, Schauspielerin _Wien _ performing Malina _
Romanschauplatz „Malina“ _ Wien _
Ingeborg Bachmann, Malina, Roman 1971 _
Walter Pobaschnig 7/21, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

MALINA_ Akrostichon

Text _ Udo Brückmann, Schriftsteller und Mentaltrainer

Performance _ Linda Pichler, Schauspielerin

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Linda Pichler, Schauspielerin _Wien _ performing Malina _
Romanschauplatz „Malina“ _ Wien _
Ingeborg Bachmann, Malina, Roman 1971 _
Walter Pobaschnig 7/21, folgende

MALINA

M
ein Dasein in den Machtstrukturen

A uf rutschigen Dächern der Qual

L iest im Blut getöteter Uhren

I n Fabeln „Es war nicht einmal…“

N imm dieses Leben, den schreibenden Tod

A lles in allem ist nun aus dem Lot

Udo Brückmann, 22.2.26

Linda Pichler, Schauspielerin _Wien _ performing Malina _
Romanschauplatz „Malina“ _ Wien _
Ingeborg Bachmann, Malina, Roman 1971 _
Walter Pobaschnig 7/21, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

MALINA_ Akrostichon

Text _ Udo Brückmann, Schriftsteller und Mentaltrainer

Performance _ Linda Pichler, Schauspielerin

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Udo Brückmann, Schriftsteller und Mentaltrainer
Linda Pichler, Schauspielerin _Wien

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Foto: Udo Brückmann _ privat.

Fotos: Linda Pichler, Schauspielerin _Wien _ performing Malina _
Romanschauplatz „Malina“ _ Wien _Ingeborg Bachmann, Malina, Roman 1971 _
Walter Pobaschnig 7/21
.

Walter Pobaschnig   22.2.26

https://literaturoutdoors.com

„Allein“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Brigitta Huemer/Ina Solea _ Klagenfurt/Wien 4.4.2026

Ina Solea_Schauspielerin, Model _ Wien _ performing Malina _
Originalschauplatz Wien _ Walter Pobaschnig 6/20, folgende _
Roman „Malina“ Ingeborg Bachmann, 1971.

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

MALINA _ Akrostichon

Text _  Brigitta Huemer, Schriftstellerin

Performance _ Ina Solea_Schauspielerin, Model

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ina Solea_Schauspielerin, Model _ Wien _ performing Malina _
Originalschauplatz Wien _ Walter Pobaschnig 6/20, folgende _
Roman „Malina“ Ingeborg Bachmann, 1971.

MALINA


M
ORD

AM

LEBEN

IM

NAHEN

ALLEIN

Brigitta Huemer, 8.1.26

Ina Solea_Schauspielerin, Model _ Wien _ performing Malina _
Originalschauplatz Wien _ Walter Pobaschnig 6/20, folgende _

„Malina“ Roman, Ingeborg Bachmann, 1971

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

MALINA _ Akrostichon

Text _  Brigitta Huemer, Schriftstellerin

Performance _ Ina Solea_Schauspielerin, Model

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

Brigitta Huemer, Schriftstellerin _im Bachmannmuseum Klagenfurt
Ina Solea_Schauspielerin, Model _ Wien

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann.

Foto: Brigitta Huemer _ Station bei Bachmann/Klagenfurt _ Walter Pobaschnig 7/25

Fotos: Ina Solea_Schauspielerin, Model _ Wien _ performing Malina _
Originalschauplatz Wien _ Walter Pobaschnig 6/20

Walter Pobaschnig 1/26

https://literaturoutdoors.com

„Magnificat ad absurdum“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text&Performance _ Vinzenz Fengler/Mariana De Meo _ Wien 3.4.2026

Mariana De Meo, Pantomime, Schauspielerin _Wien _ performing _
Romanschauplatz „Malina“ Wien _
Walter Pobaschnig 4/24, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

MALINA_ Akrostichon

Text _ Vinzenz Fengler, Schriftsteller, bildender Künstler & Performer

Performance _ Mariana De Meo, Pantomime, Schauspielerin

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Originalschauplatz „Malina“ Wien.

Mariana De Meo, Pantomime, Schauspielerin _Wien _ performing _
Romanschauplatz „Malina“ Wien _
Walter Pobaschnig 4/24, folgende

MALINA

M
agnificat ad absurdum

Alles wird still

Legt sich wie ein tod

In die worte

Nährt anderes nun

Abseits der sprache

Vinzenz Fengler, 22.2.26

Mariana De Meo, Pantomime, Schauspielerin _Wien _ performing _
Romanschauplatz „Malina“ Wien _
Walter Pobaschnig 4/24, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

MALINA_ Akrostichon

Text _ Vinzenz Fengler, Schriftsteller, bildender Künstler & Performer

Performance _ Mariana De Meo, Pantomime, Schauspielerin

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Originalschauplatz „Malina“ Wien.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Vinzenz Fengler, Schriftsteller, bildender Künstler & Performer

Aktuelles Buch von Vinzenz Fenglerhttps://elifverlag.de/produkt/materialermuedung-tragender-teile-vinzenz-fengler/

Mariana De Meo, Pantomime, Schauspielerin _Wien _ performing _
Romanschauplatz „Malina“ Wien _
Walter Pobaschnig 4/24, folgende

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Foto: Vinzenz Fengler _ privat

Fotos: Mariana De Meo, Pantomime, Schauspielerin _Wien _ performing _
Romanschauplatz „Malina“ Wien _ Walter Pobaschnig 4/24, folgende

Walter Pobaschnig   22.2.26

https://literaturoutdoors.com

„Bachmanns Metaphern springen einen an wie wilde Tiere“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _Vinzenz Fengler, Schriftsteller _ Berlin 3.4.2026

Ingeborg Bachmann _ Vinzenz Fengler

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview _ Vinzenz Fengler, Schriftsteller, bildender Künstler & Performer

Lieber Vinzenz, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Mit 16 Jahren – meine (katholischen!) Eltern trennten sich gerade und ich begann eine Lehre in „der großen Stadt“ – begann ich Gedichte zu verfassen, weil eine Welt (oder mehrere) für mich zusammenbrach. Das Schreiben half und ich gierte nach Lyrik, die in der DDR nicht oder schwer zu beschaffen war, um mich inspirieren zu lassen, und auch um Trost zu finden. Zwei Jahre später, 1987, ergatterte ich einen Schatz, der als „Bückware“ galt, also nur unter dem Ladentisch zu haben war, wie man sagte: Ingeborg Bachmann – Ausgewählte Werke in drei Bänden, erschienen im Aufbau-Verlag Berlin und Weimar. Ich erwartete weiteren Trost, und bekam Aufruhr und Schwere. Ich verschlang alles; die Gedichte, die Hörspiele, die Erzählungen und den Roman: Malina. Damals reimte ich noch häufig, und Bachmanns Gedichte haben mein Schreiben zu dieser Zeit – glaube ich – sehr beeinflusst.

Vinzenz Fengler, folgende

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

Literaturwissenschaftlich mögen das andere beurteilen; für mich ist es – bezogen auf ihre Lyrik – die latente Melancholie verpackt in sprachgewaltige Bilderwelten, die aber nicht hermetisch verebben oder den Zugang verweigern. Viele ihrer Bilder und Metaphern springen einen regelrecht an wie wilde Tiere oder sitzen einem plötzlich – auch das gibt es bei ihr – urplötzlich und unerwartet als winzige Hoffnung im Nacken.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

Spontan fällt mir da ein für mich wichtiges Gedicht ein: „Erklär mir, Liebe“. Auch in Zeiten, als ich von ihren Werken abgekommen war, habe ich dieses Gedicht immer wieder mal rausgesucht oder es kam mir, in Teilen, so in den Kopf. Besonders in Zeiten eigener Krisen und des Herzschmerzes.

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Leicht könnte man verleitet sein zu sagen, sie war ihrer Zeit voraus. Aber schnell wird (zumindest mir) klar, viele heute Schreibende hinken der Zeit hinterher. Und das nicht, weil das zu Kritisierende verborgen wäre oder nicht in den Blick geriete, sondern eher, weil es in den Texten, aber auch in der bildenden Kunst, nicht verhandelt wird; zudem auch Kunstschaffende mit Reichweite aller Couleur sich nicht oder selten und wenig zu Missständen äußern. Das ist schade und irgendwie auch fatal, wenn man sich die aktuellen Entwicklungen ansieht.

Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?

Wie oben gerade angedeutet, taugen manche Gedichte (für mich „Erklär mir, Liebe“) als eine Art Gebrauchsanweisung für das Lieben (und auch das Leiden). Dass „die Männer“ (hui) unheilbar krank sind, kann ich allerdings so nicht unterschreiben, habe ich mich in meiner Erwerbsarbeit doch viele Jahre im Rahmen von Anti-Gewalt-Trainings mit Männern und männlichen (überkommenen) Rollenbildern auseinandersetzen müssen. Vielmehr würde ich sagen, dass viele keine Krankheitseinsicht (will man bei dieser zugespitzten Terminologie bleiben) haben bzw. wenn doch, die Mühen einer Therapie scheuen oder die Kraft dafür nicht haben. (Also doch eher das schwache Geschlecht?!)

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Das würde ich nicht sagen, vielmehr, dass „sich ausdrücken“ eine Art Re-Inkarnation von Erinnertem oder Erlebtem ist, eine Leib-Erfahrung quasi, jenseits von Gut und Böse. In meiner Ausbildung zum Integrativen Poesie- und Bibliotherapeuten hatte ich das große Glück Ilse Orth, die Begründerin der Methode, noch im Seminar persönlich zu erleben. Sie sagt: „Wo Sprache ist, ist Leiblichkeit – der Mensch als sprechendes, lesendes, schreibendes Leib-Subjekt in Kontext und Kontinuum von Gemeinschaften. (…) Der Leib nimmt Informationen auf, aber anders als ein „Tonträger“, wird er durch diese Information selbst geformt. Gute Worte, böse Worte, hinterlassen ihre Spuren in Mimik, Gestik, Haltung und Bewegung. So entstehen im Zusammenspiel von Leib-Kontext und Sprache „eingefleischte Gewohnheiten“, Formen des Denkens, Handelns und Fühlens, die „in Fleisch und Blut übergegangen“ sind.“ (Orth Leib Sprache Polyloge 11 2009)

Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?

Für mich relevant ist das Existentielle und der Finger bzw. Stift am Puls der Zeit, der aktuellen, aber auch der verflossenen im Sinne einer Aufarbeitung derselben in den Texten, ohne explizit politisch zu sein oder zu schreiben.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Erklär mir Liebe. (ohne Komma 😉

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Da ich seit meiner Krebsdiagnose 2023 nicht wieder ins Schreiben gekommen bin (was mich aber auch nicht mehr beunruhigt), werde ich mich wieder mehr der Performance-Art zuwenden, und dabei auch aktuellen Themen. Vor einem Jahr habe ich damit begonnen und hoffe, dass mir noch viel Zeit bleibt, mich weiter auszudrücken; einen Ausdruck finden, das war immer das was mich geleitet hat.

(Hier die letzte Arbeit von mir: Es ist ein Kreuz mit Euch (also mir) – Live Art Performance by Vinzenz Fengler)

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

„Soll ich / eine Metapher ausstaffieren / mit einer Mandelblüte? / Die Syntax kreuzigen / auf einen Lichteffekt? / Wer wird sich den Schädel zerbrechen / über so überflüssige Dinge -“ (aus dem Gedicht „Keine Delikatessen“)

Herzlichen Dank für das Interview!

Aktuelles Buch von Vinzenz Fengler: https://elifverlag.de/produkt/materialermuedung-tragender-teile-vinzenz-fengler/

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Fotos: Portrait/Bild/Performance _ Vinzenz Fengler

Walter Pobaschnig, 18.2.26

https://literaturoutdoors.com

„Gibt es einen Ort jenseits der beschädigten Worte?“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Valerie Springer, Schriftstellerin _ Wien 2.4.2026

Ingeborg Bachmann _ Valerie Springer

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview _ Valerie Springer, Schriftstellerin 

Liebe Valerie, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Bachmann schreibt nicht über Zerstörung, sie schreibt aus ihr heraus. Ihre Texte sind Versuchsanordnungen: Was geschieht mit einem Ich, wenn Sprache, Liebe, Geschichte beschädigt sind? Ich lese sie existenziell als Autorin, die zeigt, dass Denken und Sprechen gefährlich sein können und immer mit Verantwortung verbunden sind. Mein Zugang ist primär strukturell und intertextuell. Das Besondere ist ihre Präzision im Ungefähren. Sie nutzt die Sprache, um deren Versagen vorzuführen. Ihr Schreiben ist eine permanente Grenzverschiebung zwischen dem Sagbaren und dem Unsagbaren.

Valerie Springer, Schriftstellerin _ Romanschauplatz „Malina _ Wien _
Walter Pobaschnig 10/21, folgende

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

Die Radikalität ihrer Sprachkritik. Sie misstraut jeder Formulierung. Sie weiß, dass Gewalt schon mit dem Reden beginnt. Ihre Texte legen frei, wie Ideologien in Metaphern wohnen und wie Machtverhältnisse in „Liebes“bekenntnissen fortleben. Gleichzeitig bewundere ich die poetische Schönheit. Ihre Sätze sind von einer kristallinen Klarheit, selbst wenn sie vom Zerfall sprechen.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

Ihr Gedicht „Alle Tage“ – von immerwährender beklemmender Aktualität.

Bachmann beschreibt keinen Ausnahmezustand, sondern eine permanente, diffuse Gewalt als Zustand, in dem Bedrohung normalisiert wird. Der Ausnahmezustand wird Alltag. „Alle Tage“ beschreibt für mich, wie Krieg auch in Begriffen, in Denkmustern, in ideologischen Gewöhnungen geführt wird. Es ist ein Gedicht über die Erosion der Wachsamkeit gegenüber Schlagzeilen, Bilderfluten und schnellen Urteilen … da wirken ihre Gedichte wie Counterparts.

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Die patriarchale Struktur hat ihre Form verändert, nicht ihr Prinzip. Besitzdenken in Beziehungen, Diskursmacht in öffentlichen Räumen, subtile Entwertung weiblicher Erfahrung … das ist alles nicht verschwunden. Gewalt muss nicht spektakulär sein, sie ist oft genug unhörbar, kulturell legitimiert, sprachlich getarnt.

Bachmann interpretiere ich so, dass sie das Patriarchat nicht nur als politische Struktur sah, sondern als psychologisches Gift, das die Sprache und die Intimität korrumpiert. Ich lese ihre Texte als Kritik an einer Verwertungslogik, in der das Andere, das Weiche und das Nicht-Funktionale (oft dem Weiblichen zugeschrieben) systematisch vernichtet wird. Der Faschismus in der Beziehung, den sie beschrieb, ist die Wurzel jeder gesellschaftlichen Gewalt.

Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?

Macht, Angst und Projektion greifen in Beziehungen ein … wenn man nicht bewusst liebt. Nach Bachmann zu lieben heißt, sich der eigenen Besitzansprüche bewusst zu werden. Es heißt, Sprache zu prüfen: Spreche ich oder wiederhole ich ein Rollenbild? Und es heißt, das Risiko der Gleichheit zu wagen, durchaus auch das Verhängnis mitzudenken. Wenn sie sagt, die Männer seien „unheilbar krank“, könnte sie die Unfähigkeit zur radikalen Empathie meinen … und die Flucht in Machtstrukturen. Nach Bachmann lieben … die Aufgabe des Selbstschutzes … akzeptieren, dass Liebe ein „Utopikum“ ist, etwas, das es (noch) nicht gibt, nach dem man aber streben will.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Nicht zwingend, aber es ist eine Form der Exponiertheit. Wer schreibt, setzt sich ganz bewusst Missverständnissen, Ablehnung aus … und selbstverständlich Selbstzweifeln. Ich würde es nicht Martyrium nennen, eher Konsequenz.

Eine Verweigerung der gesellschaftlichen Übereinkunft, das „Martyrium“ könnte darin liegen, dass die Schreibende sich der totalen Wahrheit aussetzt, während die Welt um sie herum in der bequemen Lüge lebt. Wer schreibt, verlässt den Schutzraum der Normalität.

Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?

Bachmanns philosophische Tiefe, sie ist durchdrungen von Sprachskepsis, und von metaphysischer Unruhe. Und ihre Musikalität: Viele Texte sind rhythmisch und kompositorisch gebaut, mit einem inneren Atemmaß.

Und ihre geografische Metaphorik: „Böhmen liegt am Meer“.

Ihre Sehnsucht nach einer Ausdrucksform, die jenseits der starren Semantik der Worte liegt.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Eine dieser Fragen:

„Gibt es einen Ort jenseits der beschädigten Worte?“

„Müssen wir einfach nur in der defekten Sprache präziser werden?“

„Ist Utopie ein erreichbarer Ort? Oder eine notwendige Fiktion, ohne die man nicht leben kann?“

„Wenn die Sprache das Gefängnis ist, kann man in der Stille jemals den Ausgang erahnen?“

„Ist Schweigen nur eine andere Form einer Mauer?“

Wenn ich ihr eine dieser Fragen stellen könnte, dann würde ich mir wünschen, dass sie mir sagt, dass Wachsamkeit nicht Verzweiflung bedeutet. Dass man die Mechanismen der Gewalt erkennen kann, ohne den Glauben an das Menschliche zu verlieren. Dass Liebe nicht nur ein Schauplatz von Macht ist  sondern auch ein möglicher Ort von Freiheit. Dass Sprache beschädigt sein mag, aber nicht verloren. Und dass es sich lohnt zu schreiben, trotz allem.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Im Moment bin ich vor allem glücklich, dass mein neuer Roman „Eine Ziege, ein Dorf und kein Internet“ gerade im schönen Wiener Milena Verlag erschienen ist.

Zum aktuellen Roman: Valerie SpringerEine Ziege, ein Dorf und kein Internet

Ein kaputtes Auto, ein Koffer voller Plüschtiere, eine Ziege und ein abgelegenes Dorf irgendwo am Balkan: So beginnt Elsies unfreiwilliger Aufenthalt in Borovo, einem Ort, der im Dauerkrisenmodus zwischen Gegenwart und Vergangenheit gefangen scheint. Was als harmlose Hilfsaktion beginnt, wird zu einer Reise in die Vergangenheit und einem Aufbruch in eine neue Zukunft.

Elsie, Anfang vierzig, arbeitet als Texterin in einem Verlag, wo sie mit dem Formulieren von Kalendersprüchen und Lebensweisheiten betraut ist. Ihre Tage sind geprägt von routinierter Gleichgültigkeit, die sie lange nicht hinterfragt. Nach dem plötzlichen Tod ihres langjährigen Kollegen und Mentors beginnt eine Unruhe in ihr zu wachsen. Sie merkt, dass sie sich über Jahre hinweg in einer selbst auferlegten Distanz eingerichtet hat, in einem Leben, das funktioniert, sie aber nicht erfüllt.

In diesem Gefüge des Zögerns und Abwartens fällt ihr eine alte Spendenaktion ihres Verlages ein: Plüschtiere, die an Waisenhäuser in Kriegsgebieten verschickt worden waren. Ohne wirklich zu wissen warum, trifft sie eine impulsive Entscheidung: Sie schnappt sich die Kuscheltiere, setzt sich ins Auto und fährt los, in ein Land im Osten Europas, das von Krieg und wirtschaftlicher Not gezeichnet ist. Sie will die Kuscheltiere persönlich überbringen.

Ihre Reise verläuft anders als geplant. Inmitten eines Unwetters verliert Elsie die Kontrolle über ihr Fahrzeug und rutscht eine Böschung hinab. Sie wird von Ivana, einer resoluten Frau aus dem Dörfchen Borovo, aufgelesen, die ihre entlaufene Ziege gesucht hat und Elsie bei sich aufnimmt.

Das Dorf ist ein Ort, der durch den Krieg und die Abwanderung vieler junger Menschen ausgedünnt wurde, nur noch knapp hundert Bewohner leben dort. Während Elsie sich in den Alltag einfügt, sie hilft bei einfachen Arbeiten, holt Wasser vom Brunnen, begleitet Ivana auf ihre Fahrten in kleinere Dörfer, wo sie Lebensmittel verteilt, beginnt sie, sich dem Ort und den Menschen zu öffnen.

Ein eindringlicher Roman über Freundschaft und Schweigen. Und über die Erkundung des Erinnerns inmitten einer Landschaft, die die Narbenalter und neuer Kriege trägt. (Pressetext _ Milena Verlag)

Valerie SpringerEine Ziege, ein Dorf und kein Internet

ISBN 978-3-903460-52-2
ca. 250 Seiten
gebunden mit SU und Leseband

€ 25.00

Parallel arbeite ich an einer weiteren Erzählung, darin geht es um die Bürokratisierung der Sprache, um jene Prozesse, in denen das Lebendige in Formulare überführt wird, in Akten, in normierte Redeweisen. Wie Verschriftlichung Wirklichkeit verändert, wie festgelegt wird, was sagbar ist und was nicht. Und wie sich in der scheinbar neutralen Verwaltungssprache eine schleichende Entmenschlichung vollzieht.

Ich schreibe über das kaum merkliche Kippen eines Begriffs. Und über Sprache als Archiv, Sprache als Verwaltung, Sprache als Widerstand.

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

„Der Krieg wird nicht mehr erklärt,
sondern fortgesetzt. Das Unerhörte
ist alltäglich geworden. Der Held
bleibt den Kämpfen fern. Der Schwache
ist in die Feuerzonen gerückt.
Die Uniform des Tages ist die Geduld,
die Auszeichnung der armselige Stern
der Hoffnung über dem Herzen.“

Diese ersten Zeilen aus ihrem Gedicht „Alle Tage“ habe ich gewählt, weil sie benennen, was normalisiert erscheint. Es wird kein Schlachtenlärm beschrieben, sondern ein Zustand, in dem Gewalt zur Gewohnheit geworden ist. Dass ich dieses Zitat wähle, entspringt keinesfalls dem Liebäugeln mit dem Untergang, sondern der Überzeugung, dass ich nur dann handlungsfähig bleibe, wenn ich die Zerbrechlichkeit unserer Existenz nüchtern anerkenne.

Herzlichen Dank für das Interview!

Valerie Springer, Schriftstellerin _ Romanschauplatz „Malina _ Wien _
Walter Pobaschnig 10/21, folgende

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Fotos: Valerie Springer, Schriftstellerin _ Romanschauplatz „Malina _ Wien _
Walter Pobaschnig 10/21.

Walter Pobaschnig   3.3.2026

https://literaturoutdoors.com

„magische spiegelung der seele“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Valerie Springer, Schriftstellerin _ Wien 2.4.2026

Valerie Springer, Schriftstellerin _ Romanschauplatz „Malina _ Wien _
Walter Pobaschnig 10/21, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

MALINA _ Akrostichon

Text & Performance  _ Valerie Springer, Schriftstellerin 

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

M A L I N A

magische spiegelung der seele

atemlos zwischen angst und ratio

labyrinthe im irrspiel der sprache

ich-zerfall in der brennenden stadt

nicht mehr sagbar, was wirklich geschah

ankunft im warmen schlund der wand

Valerie Springer, 3.3.26

Valerie Springer, Schriftstellerin _ Romanschauplatz „Malina _ Wien _
Walter Pobaschnig 10/21

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

MALINA _ Akrostichon

Text & Performance  _ Valerie Springer, Schriftstellerin 

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

Valerie Springer, Schriftstellerin _ Romanschauplatz „Malina _ Wien _
Walter Pobaschnig 10/21

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Fotos: Valerie Springer, Schriftstellerin _ Romanschauplatz „Malina _ Wien _
Walter Pobaschnig 10/21.

Walter Pobaschnig   3.3.2026

https://literaturoutdoors.com

„Ich lebe in einem Wasserturm am Meer, was albern ist.“ Carl-Christian Elze. Gedichte. Gans Verlag.

die kampfflieger über den klippen sind ein schönes paar

sie fliegen langsam, was nicht leicht ist, ihre bäuche blitzen.

Ich habe mich schwindlig gerieben letzte nacht & schmutzig.

Ich kann keine schwäne mehr sehen, diese köchinnenhälse.

Ich liebe dich längst, weil mein kampfflieger abgestürzt ist…

Eines tages werde ich auferstehen mit der kraft einer wolke.

„Ich lebe in einem Wasserturm am Meer, was albern ist.“ Carl-Christian Elze.

Carl-Christian Elze, in Leipzig lebender Schriftsteller, legt einen neuen Lyrik Band vor, der im unverwechselbaren Sprachstil Existenz/Liebe/Welt im einzigartigen wunderbar gesetzten Metaphernspiel packend und geheimnisvoll faszinierend zu öffnen weiß.

77 Gedichte in 7 Überblickskapitel (plus Bonustracks) laden dazu ein, Glück, Hoffnung, Schmerz auf den Grund zu gehen und zu fragen, sich zu freuen wie zu klagen, und zu hoffen, unentwegt und neu:

„…ich steh am meer..& bin ein Fuchs.. & gar nicht mehr

verirrt.. ja gar nicht mehr..verirrt.“

ach schwarzes traumgeschirr, Carl-Christian Elze.

„Ein Gedichtband, der Wunden reißt in eine stumme Zeit und zu heilen anfängt im starken lebendigen Wort.“

„Ich lebe in einem Wasserturm am Meer, was albern ist.“ Carl-Christian Elze. Gedichte. Gans Verlag.

Hardcover mit Fadenbindung
100 Seiten | 18 x 13 cm | 978-3-946392-80-4

20,00 €

Walter Pobaschnig 3/26

https://literaturoutdoors.com

„Magnolienmorphologische“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Julia Kulewatz/ Phoebe Violet _ Thüringen/Wien _ 1.4.2026

Phoebe Violet_Künstlerin _ performing „Malina“ _
am Romanschauplatz Malina _ Wien _ Walter Pobaschnig 11/21, folgende _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

MALINA _ Akrostichon

Text _ Julia Kulewatz, Schriftstellerin, Verlegerin, Literaturwissenschaftlerin, Dozentin

Performance _  Phoebe Violet, Violinistin, Komponistin, Sängerin, Malerin

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Phoebe Violet_Künstlerin _ performing „Malina“ _
am Romanschauplatz Malina _ Wien _ Walter Pobaschnig 11/21, folgende _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971

MALINA


M
agnolienmorphologische

Anomalie,

Literarisch

Inzestuöse

Namenlosigkeit,

Abgelebte

Julia Kulewatz, 10.1.2026

Phoebe Violet_Künstlerin _ performing „Malina“ _
am Romanschauplatz Malina _ Wien _ Walter Pobaschnig 11/21, folgende _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

MALINA _ Akrostichon

Text _ Julia Kulewatz, Schriftstellerin, Verlegerin, Literaturwissenschaftlerin, Dozentin

Performance _  Phoebe Violet, Violinistin, Komponistin, Sängerin, Malerin

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

 Julia Kulewatz, Schriftstellerin, Verlegerin, Literaturwissenschaftlerin, Dozentin
Phoebe Violet, Violinistin, Komponistin, Sängerin, Malerin

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Fotos: Portrait_Julia Kulewatz _ privat.

Fotos: Phoebe Violet_Künstlerin _ performing „Malina“ _
am Romanschauplatz Malina _ Wien _ Walter Pobaschnig 11/21

Walter Pobaschnig   10.1.2026

https://literaturoutdoors.com

„Ihr Stil war sehr unique und codiert“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Georg Biron, Schriftsteller _ Wien 1.4.2026

Ingeborg Bachmann _ Georg Biron

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

im Interview _ Georg Biron _ Schriftsteller, Reporter, Drehbuchautor, Schauspieler, Regisseur und Kulturproduzent.

Lieber Georg Biron, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

„Nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben, ist barbarisch“, so Adorno 1949. Diese Behauptung hat die Bachmann mit Paul Celan, der die „Todesfuge“ verfasste und ihr Liebhaber war, immer wieder gründlich diskutiert. Beide haben sich nicht darangehalten. B. setzte sich immer wieder auch lyrisch mit dem Faschismus auseinander, aber nicht mit Kolportagen. Ihr generelles Credo war: „Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar!“ Dieser Satz ist mir sehr nahe – und in einem von ihr gewörterten „Selfie“ erkenne ich mich schmerzhaft selbst: „Ich existiere nur, wenn ich schreibe, ich bin nichts, wenn ich nicht schreibe, ich bin mir selbst vollkommen fremd, aus mir herausgefallen, wenn ich nicht schreibe.“

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

Man kann die Bachmann nicht aus ihrer Zeit herausschälen. Sie gilt heute als historische Erinnerung und Teil der deutschsprachigen Literaturgeschichte. Ihr Stil war sehr unique und codiert in ihren poetischen Gewaltakten – wie das Schnittmuster einer Schneiderin, die auf einem großen Bogen Papier mehrere Realitäten/Kleidungsstücke übereinander erkennt und sich zurechtfindet.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

„Die letzten Gäste waren gegangen. Nur das Mädchen mit dem schwarzen Pullover und dem roten Rock saß noch da.“ So fängt die Geschichte „Ein Schritt nach Gomorrha“ (aus dem Buch „Das dreißigste Jahr“) an. Erzählt wird von einer Frau, die in ihrer Fantasie durchspielt, wie ihr Leben verlaufen würde, wenn sie statt mit ihrem Mann mit einer Frau zusammen und selbst ein Mann wäre. Der Text ist faszinierend und besteht aus prägnanten Sätzen, die man sich am liebsten aufschreiben würde, um sie in einem Gespräch parat zu haben.

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Viel zu viel ist über Ingeborg Bachmann und das Patriarchat diskutiert, gesagt und geschrieben worden. Ihre Zugänge zum Thema variieren, kommen im Lauf der Jahre nicht als einheitliche politische Manifeste daher, sondern als Biotope, in denen verschiedene Ansätze weiblicher Emanzipation wachsen und gedeihen. Die Bachmann hatte dabei mit Sicherheit eine klare philosophische Themenführerschaft, nahm sie doch bereits in den 1950er Jahren spätere Erkenntnisse der Frauenbewegung (Stichwort: Beauvoir) vorweg und kritisierte den Feminismus (der noch nicht so hieß), weil er „in den Kategorien von Männern denkt“. Zunehmend entwickelte sie die Utopie einer Gesellschaft: „Nicht das Reich der Weiber und nicht das der Männer“. Eine große Rolle spiele dabei die Bedeutung der Sprache.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann Schreiben und Existenz in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises 1971. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Mein Favorit bei der Erklärung des Schreibprozesses ist Ernest Hemingway, der gesagt hat: „Schreiben ist nichts Besonderes. Alles, was man tut, ist: Man sitzt an einer Schreibmaschine und blutet.“

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Sie hat gesagt: „Wer die Geheimnisse des Bettes verrät, verdient die Liebe nicht.“ Trotzdem würde ich gerne wissen, ob sie jemals beim Liebesakt einen richtigen Orgasmus hatte.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Über ungelegte Eier spreche ich nie.

Herzlichen Dank für das Interview!

Georg Biron _ Schriftsteller, Reporter, Drehbuchautor, Schauspieler, Regisseur und Kulturproduzent.

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann.

Foto: Georg Biron_ Nikolaus Similache

Walter Pobaschnig   9.2.2026

https://literaturoutdoors.com