„dass „die Kunst“ nicht „hinten runterfällt““ Markus Theisen, Schriftsteller _ Mendig am Laacher See/D 27.9.2022

Lieber Markus, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Mein Tagesablauf variiert. Wochentags heißt es für gewöhnlich: früh aufstehen (der frühe Vogel…). Dann in meinem Hauptberuf arbeiten und nach Feierabend, Familie, Freunde, Laufen, Schreiben… also ganz sicher keine Langeweile… am Wochenende fällt nur die Arbeit im Hauptberuf weg, ansonsten gibt’s kaum ein Unterschied zu den Arbeitstagen.     

Markus Theisen, Schriftsteller

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Sich (zumindest ab und dann) die schönen Dinge des Lebens wieder aktiv ins Bewusstsein zu rufen.   

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?

Es ist wichtig, dass „die Kunst“ angesichts der „Herausforderungen“ welche sich die Welt dieser Tage ausgesetzt sieht, nicht „hinten runterfällt“. Denn m.E. hat „die Kunst“ die Kraft, uns Menschen zu berühren und (zumindest) für eine gewisse Zeit zum Träumen, Lachen und Innehalten zu bringen.     

Was liest Du derzeit?

Derzeit lese ich quasi nur aus meinem aktuellen Eifelkrimi, sowie meinem Kinderbuch in Lesungen. 

Ach ja, und auch die regionalen Tageszeitungen.

Ansonsten lese ich ,ohne Quatsch, nur im Urlaub. Zuletzt: „Der Fall Collini“ , Ferdinand von Schirach. 

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Is dat niet en echt lekker Wahnsinn?!“  …aus meinem aktuellen Eifelkrimi „wer schneller läuft ist länger tot“

Vielen Dank für das Interview lieber Markus, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Markus Theisen, Schriftsteller

https://de.wikipedia.org/wiki/Markus_Theisen

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15.6.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Die politische Kunst der griechischen Tragödie“ Christian Meier. Beck Verlag.

5.Jhdt v.Chr. Athen. Es sind Zeiten politischer Umbrüche, Kriege und gesellschaftlicher Veränderungen, die das Leben aller Bevölkerungsschichten bestimmen. Leiden, Verlust und Schmerz überwältigen gleichsam Zeit und Mensch und es gilt innezuhalten und diese Erfahrungen, Prozesse, Fragestellungen und Lebensrichtungen vor Augen zu bringen, um diese zu reflektieren, damit umgehen zu lernen und Leben und Gesellschaft neu zu gestalten. Dabei wird ein Ort ein ganz entscheidender…das Theater, die Bühne.

Es ist die Stunde der griechischen Tragödiendichter Aischylos, Sophokles, Euripides, die jetzt die Geschichte in die Form der Kunst bringen und damit die attische Gesellschaft damit konfrontieren. Theater wird zum wesentlichen Teil der politischen Debatte in Gedächtnis, Gegenwart und Zukunft.

Das Theater lebt wie der Mensch, die Gesellschaft von der Frage nach Sinn und Perspektive. Die Tragödie nimmt diese Mitte auf und gibt ihr Bühnen- und Lebensraum bis zur Gegenwart…

Christian Meier, Professor für Alte Geschichte an der Ludwig-Maximillians-Universität München, legt eine umfassende Studie zu den Anfängen, Voraussetzungen der griechischen Tragödie vor, die in ihrer kompakten Darstellung umfassender Information und Erläuterung überzeugt. Die attische Gesellschaft in Kultur und Politik sowie die Form des Theaters der Zeit in ihrer Tragödienstruktur in Aufbau, Handlung, Aussage werden übersichtlich erklärt. Ebenso werden die wesentlichen Stücke wie „Die Perser“, die „Orestie“ oder „König Ödipus“ erläutert.

„Ein beeindruckend kompaktes wie spannendes Geschichts- und Theaterbuch, das begeistert.“

Walter Pobaschnig  9_22

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„Cello I“ Siegfried Völlger, Lyriker _ Give Peace A Chance _ Augsburg/D 27.9.2022

GIVE PEACE A CHANCE

Cello I


Gewöhnliches Leben                    

Im Sommer

Vergisst man schnell

Erfolglos

Plant man

Eine ewige Wiederholung

Außer vager Erinnerung,

Celloklänge im Hintergrund,

Ereignet sich nichts

Alles Notierte

Chroniken der geglückten Tage

Haben ihren Zauber verloren

Argwohn entsteht

Naivität ist es nur

Chancen auf Wiederholung

Ergeben sich, bestimmt 


Siegfried Völlger, 8.9.2022

Siegfried Völlger, Lyriker

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Siegfried Völlger, Lyriker

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Walter Pobaschnig _ 8.9.2022.

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„Ich weiß nur, wie ich versuche mit dem JETZT umzugehen“ Anna Katharina Frommann, Holzbildhauerin, Schauspielerin _ Wien 26.9.2022

Liebe Anna, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Meist stehe ich um 7:30 derzeit auf, mache mir Kaffee und setze mich an meine Morgenseiten, in denen ich alle Gedanken, Gefühle&Emotionen niederschreibe. Das hilft mir zu erkennen, wie ich gelaunt bin, wie es mir geht und was der Tag bringen darf!

Ich erledige gern vormittags meine „Bürotätigkeiten“, d.h. ToDoDinge und seien sie noch so klein, wie z.B  den vollen Film meiner analogen Minolta zum Entwickeln zu bringen, einkaufen oder Essen kochen. Ein Spaziergang hilft mir den Kopf frei zubekommen.

Anna Katharina Frommann  _ Holzbildhauerin/Schauspielerin   

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Zum heutigen Tage dauert der Krieg Russlands nun schon über 7 Monate.

Rücksichtslosigkeit in alltäglicher Begegnung erkenne ich aber auch im Außen, hier in Wien: Wie die Menschen miteinander umgehen- mir fehlt da das Mitgefühl, die Empathie für- und miteinander- ein junger Mann in Eile am Westbahnhof rempelt fast eine ältere Dame an und blickt nicht einmal zurück! Das ängstigt mich sehr. Um ganz ehrlich zu sein: Ich weiß nicht was für uns ALLE besonders wichtig wäre, ich weiß nur, wie ich versuche mit dem JETZT umzugehen: Einer Mutter mit Kleinkind den Vortritt in der U-Bahn zu bewerkstelligen, einen Obdachlosen der verschlungen mit offenem Mund auf der Straße liegt, anzutippen und zu sehen, ob er atmet. Einer alten Dame, die mit Rollator nicht über den Bordstein kommt, über die Straße zu helfen. Ich denke es sind die kleinen Dinge im Leben, die uns glücklich machen. Kein Geld der Welt ist so viel Wert, wie das Lächeln eines Fremden!

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Ich muss gestehen, dass es sich wie ein Luftholen vor dem Sturm anfühlt, bevor es richtig losgeht. Einerseits finde ich es wichtig, die harten Themen anzugehen-meiner Generation entsprechend, die Themen, die von meinen Ahnen unter den Teppich gekehrt wurden- Gewalt, Missbrauch, Tod; Krieg, was gerade und für mich erst seit Kurzem, die LGBTQBewegung aufkeimt und worüber ich mich sehr bestärkt fühle- als Anreiz sich diesen Gefühlen&Gedanken zu stellen, über  diese aktuellen Themen offen&ehrlich reden zu können, ohne Attitude-ohne Missbilligung etwas nicht zu wissen, den Zuschauer nicht zu schonen, und ihm zuzugestehen- dass er das verkraften kann, sich vielleicht einige Fragen auch daheim zu stellen.

Was liest Du derzeit?

Je nachdem wie es mir geht, EdgarAllenPoe´s : „Erzählungen“ oder Friedemann Schulz von Thun´s „Miteinander reden“ , meist in der U-Bahn.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Mir gefällt dieses Zitat am allerbesten, weil es mir im Alltag sehr hilft: Frank Zappa: „Ein Geist ist wie ein Fallschirm, er funktioniert nicht, wenn Sie ihn nicht öffnen.“

Vielen Dank für das Interview liebe Anna, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunst-, Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Anna Katharina Frommann  _ Holzbildhauerin/Schauspielerin 

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24.8.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Gewohnheiten abhanden“ Andreas Lukas, Schriftsteller _ Give Peace A Chance _ Wiesbaden/D 26.9.2022

GIVE PEACE A CHANCE


Gewohnheiten abhanden

Institutionen erschüttert

Vieles durcheinander gewirbelt

Entsetzen über Risse um sich greift

Probleme verkannt

Erkenntnisse schöngefärbt

Ausnahme als Dauerware

Corona nicht einziges Problem

Einsicht, sag adieu dem Vertagen

Aufwachen in einer neuen Zeit!

Colorit unserer Zukunft

Halluzination aus der Vergangenheit?

Alltag nicht mehr erkennbar

Normales, Liebgewonnenes in die Ferne gerückt

Chancen im Unbekannten erspüren

Ein Hoffnungsschimmer nie erlischt!



Andreas Lukas, 2.9.2022

Andreas Lukas, Schriftsteller

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Andreas Lukas, Schriftsteller

Bücher u.a.

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Walter Pobaschnig _ 2.9.2022.

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„Das Buch zum Tee“ Sorten/Kulturen/Handel, Peter Rohrsen. Beck Verlag 2022

Eine Tasse Tee ist eines der schönsten Willkommensgrüße an Gäste, Familie, Freunde wie an sich selbst. Es ist das duftende, heiße Getränk, das in so vielen köstlichen Geschmacksrichtungen alle Sinne anspricht, ankommen lässt und erfreut. Ein Ritual als soziale wie ganz persönliche Musik menschlichen Körpers, Seele und Geist.

Dem Sortenreichtum wie der mannigfaltigen Zubereitung des Tees entspricht auch seine Kulturgeschichte und deren vielfältige Verbindung der Kontinente.

Der Beck Verlag lädt nun mit einer ganz besonderen Edition zur interessanten wie entspannenden „book tea time“!

Peter Rohrsen, einer der ersten IHK-Tee Sommeliers in Deutschland, der auch englische Kulturgeschichte an der Universität Göttingen unterrichtete, nimmt begeisterte Teetrinkerin und Teetrinker wie interessierte Leserinnen und Leser in XIII Kapiteln auf eine informative, abwechslungsreiche wie überraschende Reise in die Welt des Tees in Anbau, Verarbeitung, Zubereitung und Kulturgeschichte mit, die wie ein wunderbarer Tee-Nachmittag zu erfreuen weiß.

Die Kapitel des Buches sind Stationen, die chronologisch gelesen oder auch ausgewählt werden können. Beeindruckend ist das umfassende Wissen, das breite Spektrum, welches mit der Beschreibung der Teepflanze, ihrer Vielfalt, der Teeproduktion und ihrer Kulturtraditionen bis zu praktischen Empfehlungen des Autors reicht.

„Ein Buch über die faszinierende Welt des Tees – genussvoll, spannend, lehrreich wie das Getränk selbst.“

„Das Buch zum Tee“ Sorten/Kulturen/Handel, Peter Rohrsen. Beck Verlag 2022

Walter Pobaschnig  9_22

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„Mauern“, Paul Auer. Roman. Septime Verlag 2022

Paul Auer, legt mit seinem dritten Roman „Mauern“ ein Meisterwerk moderner Literatur vor, das selbstbewusst hintergründig wie spielerisch variantenreich mit Form und Inhalt geistesgeschichtlicher Tradition wie gegenwärtiger Lebenswelt balanciert und in Sinn und Abgründe der Welt unvergleichlich blicken lässt.

Joshua, über Jahre existentiell ringender Schriftsteller tritt ein Erbe an und veröffentlicht sein erstes Buch. Jetzt steht er auf der Terrasse seiner neuen Dachgeschoßwohnung in Wien, Cognac in der Hand und den Blick zur roten Olivetti Schreibmaschine wie über die Stadt gerichtet. Eine neue Zeit beginnt und diese wird zum Karussell der Liebe, Leidenschaft und der Arbeit an dem „Weltbuch“…

„Der Teufel ist gegangen und ich werde gottgleich sein.“

Der in Wien und Kärnten lebende Schriftsteller spannt in „Mauern“ einen eindrücklichen Bogen moderner Lebenssituationen, in denen Träume, Begegnungen, Herausforderungen und Perspektiven in Sonne, Regen, Nebel der Tage ein- und auftauchen und verschwinden…

Die sprachliche Raffinesse und Schönheit, in der hier Erzählebenen gesetzt werden ist einmalig. Diese Sprachvirtuosität trägt famos die unerträgliche Leichtigkeit einer Generation in ihrer Lebensgeschwindigkeit von Existenz-, Sinn- und Moralfragen, die hier ganz außergewöhnlich in tiefgründigen Sprachkompositionen mitreißend in allen Dur- Molltönen von Traum, Wirklichkeit und Überraschung klingen

„Paul Auer ist ein virtuoser Sprachkomponist, der Leben, Sinn und Geheimnis einmalig klingen lässt.“

„Mauern“, Paul Auer. Roman. Septime Verlag 2022

Walter Pobaschnig 9/22

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„Wir dürfen die Menschen um uns herum nicht vergessen“ Marlou Düster, Schauspielerin _ Hamburg 25.9.2022

Liebe Marlou, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich habe das große Glück, direkt nach den ersten Lockerungen wieder auf der Bühne stehen zu dürfen. Mein Tagesablauf sieht dann so aus, dass ich morgens nach dem Aufwachen erst einmal versuche bei mir und meinem Körper „einzuchecken“. Zu erfahren: Wie geht es mir heute? Wofür bin ich heute dankbar und was /wer möchte ich heute sein?

Meist folgt darauf ein kleines Sportprogramm. Gerne eine Runde an der frischen Luft laufen, eine Yogasession oder ein intensives Home Workout. Je nachdem wie viel Zeit ich habe.

Nach dem Morgensport gönne ich mir eine Tasse Kaffee und ein ausgewogenes Frühstück. Erst dann kann der Tag so richtig starten.

Bin ich gerade in einer Probenphase, geht es für mich direkt danach weiter ans Theater zum Proben. 10:00-14:00 Uhr finden die Morgenproben statt und 18:00-22:00 Uhr die Abendproben.

Dazwischen ist dann Zeit für etwas Büroarbeit. Emails wollen bearbeitet und beantwortet werden. Deadlines für neue Bewerbungen müssen eingehalten werden. Oder neue Auditions/Vorspechen vorbereitet werden. Auch neues Vorsprechmaterial will erlernt werden. Eigentlich ist hier immer etwas zu tun.

Nach den Abendproben, fahre ich nach Hause und versuche vor dem Schlafen gehen den Tag noch etwas Revue passieren zu lassen.

Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich mich direkt nach der Pandemie wieder so in meiner Passion ausleben darf. Gleichzeitig habe ich manchmal das Gefühl, dass seit dieser Zeit alles auf einmal gekommen ist. Was ich vor der Pandemie mit einer Selbstverständlichkeit gemacht habe, herumreisen, drei Projekte gleichzeitig erarbeiten und noch für die nächsten Engagements vorarbeiten, scheint jetzt oft viel auf einmal. Es entsteht das Gefühl, dass ich die ganze Zeit hinterherrenne und kein Moment des Durchatmens entsteht.

Ich denke, es wird seine Zeit dauern, bis man wieder zu seinem alten Rhythmus findet. Oder einen neuen entwickelt hat.

Marlou Düster, Schauspielerin,
Musicaldarstellerin, Tänzerin, Sängerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Wir dürfen nicht die Menschen um uns herum vergessen. Wir sollten achtsam und wach bleiben, um auch die Gefühlszustände der Anderen mitzubekommen. Ich habe das Gefühl, viele sind seit den Lockdowns sehr auf ihren Alltag und ihr „Weitermachen“ fokussiert, zu lange wurden uns Dinge verboten. Wobei sie dann oft nicht merken, wie sie mit Mitmenschen umgehen oder sprechen. Gerade jetzt sollten wir doch ein Miteinander schaffen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Die Bühne war für mich immer ein Zufluchtsort, ein Ort an dem ich mich Zuhause gefühlt habe. Dieses Gefühl möchte ich an die Menschen weitergeben und mit ihnen für einen Moment auf eine Reise in eine andere Welt gehen. Das war auch schon mein Bedürfnis vor der Pandemie. Seit dieser ist dieses Gefühl jedoch noch mehr gewachsen. Kunst hat die Kraft, Menschen in deren dunkelsten Momenten zu verstehen, sie zu begleiten und sie wieder auf einen glücklicheren, helleren Weg zu führen. Ich habe das große Geschenk, dass ich ein Teil davon sein darf.

Was liest Du derzeit?

Gerade lese ich zwei Bücher:

„Wiedersehen im Café am Ende der Welt“ von John Strelecky

 – zum Reflektieren

&

„Madame Bovary“ von Gustave Flaubert

– aus Neugierde

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Wir verwenden einen Spiegel, um unser Gesicht zu sehen. Wir brauchen die Kunst, um unsere Seele zu sehen.“ – George Bernard Shaw

Vielen Dank für das Interview liebe Marlou, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspiel-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

Ich danke dir! 🙂

5 Fragen an Künstler*innen:

Marlou Düster, Schauspielerin, Musicaldarstellerin, Tänzerin, Sängerin

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Fotos_Tom Bünning

12.9.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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“Green, it’s green” Andrea Scrima, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Berlin 25.9.2022

GIVE PEACE A CHANCE

“Green, it’s green,” I shouted at the taxi driver when the downtown traffic began honking

In rage behind us. I remember the

Velvet layer of reflected light on the dark street shift from red to green; I remember his

Eyes in the rearview mirror.

“Please,” he said, and at first I thought he was asking me to get out of the cab. An

Eternity, or a moment later, I heard the announcement on the radio

And understood.

Chapman was the name we’d read in the papers the next day; he’d stalked them at the Dakota.

Eventually, of course, they

Arrived home.

Catastrophe was something we’d grown accustomed to, but this

Horrible night, this horrible news, seemed to portend some new thing. They’d made  

A direct appeal to common sense, a seemingly naïve request. A chance—

No one would dare say it today without irony, without scare quotes drawn in the air. A

“Chance”—does anyone still believe that we have a chance to give, to anything?

Each time I think of it, I marvel that we once found this plausible, and self-evident, and wise.



Andrea Scrima, 6.9.2022

Andrea Scrima_Schriftstellerin, Künstlerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Andrea Scrima_Schriftstellerin, Künstlerin

https://andreascrima.com/

Foto_privat

Walter Pobaschnig _ 6.9.2022.

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„Kommen Sie wieder ins Theater! Seit Corona bleiben zu viele Plätze frei…“ Theresa Martini, Schauspielerin _ Wien 24.9.2022

Liebe Theresa, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Immer anders! Letzten Mittwoch den 21.9. hatten wir mit der österreichischen Erstaufführung von Maya Arad Yasurs „Amsterdam“ Premiere. Es war ein schöner Erfolg und danach haben wir die harte Arbeit der letzten Wochen erstmal ergiebig gefeiert. „Amsterdam“ war meine sechste und auch letzte Premiere seit Beginn des Jahres, denn im November und Dezember möchte ich mich einem eigenen Projekt widmen.

Theresa Martini, Schauspielerin  

Während man bei einigen Produktionen nur sechs Stunden pro Tag im Block probt, verlangen andere Projekte eine Probenaufteilung von vier Stunden am Vormittag und, nach einer Pause, noch mal vier Stunden am Abend. Mitunter bis 22:30! In der Freizeit gilt während einer Theaterproduktion allgemein: Text lernen. Dass dabei neben Kochen, Essen, Schlafen und von A nach B fahren nicht mehr viel Zeit übrigbleibt, ist einer der Stressfaktoren dieses Berufes. Umso wichtiger ist es für mich, immer wieder Ruhepole in meinem Tag zu finden. Meine Instrumente als Schauspielerin sind mein Körper, meine Stimme und Konzentration – wenn ich diese zu großem Stress aussetze, spüre ich das sofort. Auch meinen Schauspielschüler*innen sage ich immer: Gesundheit geht vor!

Jetzt, wo die Premiere geschafft ist, beginnt die Spielserie bis Ende Oktober. Diese Zeit mag ich immer sehr gerne – die „richtige“ Arbeit beginnt: Das Spielen vor Publikum. Ab und zu werden Freunde und Bekannte zu einer Vorstellung kommen und danach auf ein Getränk bleiben. Außerdem werde ich wieder mehr Zeit für meine anderen Aufgaben haben: Bewerbungen schreiben, mich meinem nebenberuflichen Studium der Psychotherapie widmen, ins Theater gehen und schauen, was kulturmäßig sonst noch so los ist in Wien. Aber das Wichtigste natürlich: zu Hause mit meinem Verlobten und selbstgebackener Pizza auf dem Sofa knotzen und wieder richtig Energie tanken.

Theresa Martini, in „Amsterdam“, Theater Hamakom, Wien

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich finde in dem Pluralismus von Meinungen, Werten und Weltanschauungen, mit dem wir uns als Gesellschaft seit Corona verstärkt konfrontiert sehen, besonders wichtig, dass wir uns auf bestimmte Grundwerte einigen. Dazu gehören für mich die Menschenrechte, aber auch das Vertrauen in die Wissenschaft. Außerdem müssen wir meines Erachtens ein Verständnis für andere Lebensrealitäten entwickeln – und zwar global. Das gilt sowohl für Interaktionen zwischen zwei Personen als auch zwei Nationen. Und das geht nur dadurch, einander zuzuhören und im Dialog zu bleiben. Statt dem Trennenden das Verbindende suchen. Den anderen nicht verurteilen, sondern seine Sicht verstehen wollen.

Die Rolle der sozialen Medien dabei sehe ich kritisch: durch sie bewegen wir uns vermehrt in Bubbles. Das ist schade, weil man dadurch immer nur mit dem konfrontiert ist, was einem eh schon bekannt ist. Besonders als Theaterschaffende versuche ich daher, immer wieder mit Leuten zu sprechen, die nicht in meiner Bubble sind. Einen Eindruck zu bekommen, was sie antreibt, wovor sie Angst haben, für was sie kämpfen. Theater sollte ein Spiegel der Welt sein, nicht ein Spiegel seines selbst.

Theresa Martini, in „Amsterdam“, Theater Hamakom, Wien

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Ich hoffe auf einen Neubeginn, ein Umdenken – könnte mir aber vorstellen, dass wir schnell in alte Muster zurückfallen. Dass die reduzierten Co2-Emmissionen 2020/21 beispielsweise einen positiven Effekt auf unseren Planeten hatten, wird hoffentlich Anstoß geben, gesamtgesellschaftlich noch viel vehementer in diese Richtung zu gehen. Dass wir gesehen haben, wie leicht unser Gesundheitssystem an seine Grenzen stößt, sollte ebenfalls eine Neustrukturierung nach sich ziehen. An alle Menschen, die in der Pflege arbeiten: großer Respekt vor euch und eurer immens wichtigen Tätigkeit!

Schauspiel und Theater können etwas leisten, dass Netflix & Co nicht können: in den Dialog gehen. Ich sehe die Zukunft des Theaters in immersiven Formaten, in denen die Zuschauer*innen in das Geschehen eintauchen, daran aktiv teilnehmen oder mitdiskutieren können. Es gibt viele Möglichkeiten: Bürgerbühnen, Projekte mit Profis und Amateur*innen, Stationentheater, Projekte mit neuen Medien oder anschließenden Workshops.

Ein Appell an das Publikum: kommen Sie wieder ins Theater! Seit Corona bleiben zu viele der Plätze frei…

Was liest Du derzeit?

Ich lese im Moment das Buch meines Verlobten Roi Shternins. Es heißt „Revolution From My Bed: Regain Control of Your Life as a Patient“ und handelt von seiner persönlichen Geschichte als chronisch krankem Menschen. Es ist keine leichte Kost, denn ihm wurden vom Gesundheitssystem – so paradox es klingen mag – auf dem Weg zur Besserung viele Steine in den Weg gelegt. Er hat es schließlich aus eigener Kraft geschafft, sich aus vielen Jahren der Bettlägerigkeit wieder emporzukämpfen und möchte mit diesem Buch Patient*innen helfen, dasselbe zu tun.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Jeder meint, dass seine Wirklichkeit die wirkliche Wirklichkeit ist.– Paul Watzlawick

Im Theater ist das wunderbar, da es im Theater immer um ein Problem oder einen Konflikt geht, der zur Untersuchung auf den Tisch gebracht wird. Im echten Leben ist es das Fehlen davon, was unlösbare Konflikte wie Trennungen oder gar Kriege verursacht. Wenn wir unserem Gegenüber die eigene persönliche Wirklichkeit zugestehen, ist schon viel gewonnen!

Theresa Martini, Schauspielerin  

Vielen Dank für das Interview liebe Theresa, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Theater-, Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Theresa Martini, Schauspielerin 

Kurz-Bio: Die Wienerin Theresa Martini absolvierte ihr Schauspielstudium an der Theaterakademie August Everding München sowie an der LAMDA London. Erste Wegstationen danach waren das Maxim Gorki Theater Berlin, das Metropoltheater München und das UT Connewitz in Leipzig. Ihr Erstengagement führte sie ans Stadttheater Pforzheim, wo sie zwei Jahre lang in Schauspiel-, Musical-, Operetten- und performativen Produktionen zu sehen war. 2017 folgte der Start in die Freiberuflichkeit: Arbeiten mit Filmregisseurin Barbara Albert, dem ehem. Gorki-Leiter Volker Hesse, „Outstanding Artist“ Ingrid Lang, dem mit dem Nestroy ausgezeichneten Kollektiv toxic dreams und dem Komponisten Moritz Eggert. Ihr Spielfilmdebüt Fuge erhielt den Förderpreis Neues Deutsches Kino, ihre Projektidee „It´s been a while – now I´m here“, die Theresa Martini mit dem Israeli Roi Shternin realisieren wird, das Sonderstipendium der Akademie der Künste. Sie lebt in Wien und arbeitet im deutschsprachigen Raum. http://www.theresa-martini.com

Fotos_1, 3 Philine Hofmann; 2 Marcel Köhler.

22.9.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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