„Wir können der Kunst etwas abverlangen“ – Station bei Bachmann: Lola Lindenbaum, Künstlerin, 12.8.2019

Herzlich willkommen Lola Lindenbaum – Objektkünstlerin, Lyrikerin, Malerin –  im Haus mit den Löwen am Tor!

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Wir befinden uns hier an Ingeborg Bachmanns Romanschauplatz „Malina“ – welche Rolle spielen Orte in Deinem Werk?

Eine große Rolle. Ich brauche Fixpunkte, fixe Örtlichkeiten, das spiegelt sich auch in der Arbeit wieder. Etwa in meinen Collagen, es kommen gewisse Orte immer wieder vor.  Gewisse Orte ziehen mich an. Ich reise auch so gerne, weil ich mit wenig Gepäck reise, man nimmt den Ballast nicht mit, nimmt seine Vergangenheit nicht mit. Man kann sich neu erfinden und betrachtet sich mit ganz anderen Augen.

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Oft habe ich auch das Gefühl, dass man gewisse Orte antizipiert. Ich habe ein Beispiel, ich habe ein Haus in Reichenau an der Rax. 2015 habe ich die Alma Mahler Biographie „Witwe im Wahn“ gelesen und Alma Mahler hatte in der Nähe ein Haus. Ich hab mich mit dieser Gegend also insofern schon beschäftigt und ein Jahr später ist mir dieses Haus zugefallen. Ich glaube persönlich, dass man dies einfach antizipiert.

 

Zufall des Ortes – Zwang der Zeit – beschreibt Bachmann die existentielle künstlerische Polarität von Raum und Zeit in „Malina“ – wie siehst Du die Dimension der Zeit in Deinem Werk?

Ich glaube schon, dass eine „alte“ Seele in mir wohnt, das spüre ich immer wieder, dass ich mich in gewisse Zeiten, Lagen gut reinversetzen kann, auch mit diesen Dingen spiele, mich auch nicht verorten will, zeitlich, und diese Rollenspiele, Spiele sind es eigentlich gar nicht, die ganz unterschiedlich sind, haben natürlich damit zutun, dass ich mich gerne zwischen den Zeiten bewege, bei gewissen Werken sieht man dies auch, ist es ganz evident, bei anderen muss man etwas genauer hinsehen, aber diese Zeitlosigkeit in der Zeit ist ein wesentliches Thema.

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Du verbindest mehrere Kunstformen – Bildende Kunst, Malerei, Lyrik – wo liegen die Anfänge Deines Kunstschaffens?

Ich habe in meiner Gymnasialzeit begonnen, besuchte einen künstlerischen Zweig und in  Kunstgeschichte maturiert. Dann habe ich mit Ölmalerei begonnen, gemalt habe ich immer gerne schon als Kind, aber so richtig intensiv und auf eine professionellere Ebene habe ich es erst in der Schulzeit gehoben. Da habe ich sehr viel gemalt, eher expressionistisch, wollte dann ursprünglich auch Kunst studieren.

Ich denke, wir können der Kunst etwas abverlangen, sozusagen die Zerrissenheit des Lebens , dass gewisse Dinge fehlen, die man sich über die Kunst in sein Leben holen könnte, ist schon ein Anspruch. Warum sollte man der Kunst nichts abverlangen? 

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Ein Grundthema von mir ist die Verwandlung, Hebung von Alltagsgegenständen ins Reich der Ästhetik, ich betrachte gerne Dinge neu, hat ein bisschen auch mit meiner Aversion gegen Verschwendung zu tun, ich hab das Gefühl ich kann dann ein Objekt, einen Rasierpinsel etwa, ich verwandle den in irgendetwas und das Objekt wird zum Subjekt, diese Transformation interessiert mich sehr. Ich hole es in die Gegenwart und mache es zu etwas anderem, ohne das die ursprüngliche Identität verloren geht, das finde ich wahnsinnig spannend.

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Weil wir immer danach streben die fehlenden Anteile in unser Leben zu holen , das ist teil unseres Menschseins. Ansonsten würden wir uns wahrscheinlich nie weiterentwickeln.

 

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Ich glaube der Schatten, das Unbewusste ist natürlich teil der Kunst, muss auch teil der Kunst sein, als Künstlerin kann man diese Dinge auch ausleben, auch stellvertretend für die Gesellschaft oder wie auch immer.

In der Kunst ist das Abgründige immer ein Thema. Diese Tür zwischen dem Unbewussten und dem Bewussten, da könnte die Kunst vermitteln. Der persönliche Schatten ist zum Teil auch der gesellschaftliche Schatten. 

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Transparenz ist gut in politischen Prozessen, nur die Transparenz ist in der Kunst tödlich. Kunst muss immer etwas Intransparentes haben, etwas Opakes, Paradoxes. Es kann Irritation, Komplementarität, Aufregung, Glückseligkeit sein, wie auch immer, irgendetwas soll es auslösen.

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Ambivalenzen in der Liebe sind ein wesentlicher Teil, ich glaube, das hält uns lebendig. Lebendigkeit ist, wie bei Ingeborg Bachmann, eine Triebkraft für mein Werk, mein Tun.Liebe ist ein Wachstumsimpuls, ein Wille die Welt zu spüren.

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Schöpfung, das ist ein Fallenlassen der Ansprüche.

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Schöpfung – Objekt Lola Lindenbaum

Das Haar ist für mich ein Symbol des Wachstums. Wachstum. Erneuerung. Vanitas. Es ist eine schöne Allegorie auf diese Themen.

Lyrik gibt viel Spielraum. Im Schreiben wie Lesen. Ich schreibe vor dem Beginn eines Kunstobjekt. Auch danach.

 

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feels like home – Objekt Lola Lindenbaum

Es geht darum Rollenfreiheit zu haben. Von Wildheit bis zu Verschrobenheit.

 

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Ich will den Blick schärfen für die alltäglichen Dinge, die uns banal erscheinen.

Kontemplation ist für mich ein wichtiges Thema in der Kunst  – Gazing out of the window.

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too rarely we are gazing out of the window – Lola Lindenbaum

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Menschen, die aus dem Fenster blicken, selbstvergessen, haben einen ganz besonderen Blick. Ich denke, dies ist das ursprüngliche Gesicht. Da fällt vieles ab. Alle Geschichten verschwinden, die sich im Lauf des Tages und der letzten Monate auf ein Gesicht gelegt haben.

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Collage one&two – Lola Lindenbaum

Künstlerisches Schaffen ist im Prozess immer eine Obsession.

Die Endlichkeit hat eine Würze.

 

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Herzlichen Dank Lola Lindenbaum für den Spaziergang in Wort und Bild im Ungargassenland!

Lola Lindenbaum, Künstlerin

http://www.lolalindenbaum.com/de/

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Vielen Dank an den Evangelischen Presseverband Österreich und Familie Quendler für das freundliche Türöffnen!

Objektfotos _ copyright Lola Lindenbaum

Porträtfotos von Lola Lindenbaum – alle Walter Pobaschnig

 

„Vatersohn“ Monika Boldt. Roman. Neuerscheinung Rauch Verlag.

 

Sie sind zehn Jahre alt. Es wird gespart. Für die Träume. Bei Marten ist es ein Schiff. Bei seinem Schulfreund Maximilian ist es die große Kirmes und dann die Fahrten mit dem Riesenrad, die kandierten Äpfel, die Zuckerwatte, die Geisterbahnfahrten. Die Kirmes ist in drei Monaten. Jetzt aber das Schiff am Rhein. Nein, das Schlauchboot für Marten. Sein Vater fährt die Freunde zum Wasser. Das Boot kentert. Vater will zu Marten schwimmen und geht unter. Stille…

Jetzt hat Marten Bilder im Kopf. Vom Morgen, dem Wegfahren des Vaters mit Aktentasche und Herrenrad. „Als Vater stirbt, ist er nicht weg. Er ist woanders.“ Alles ist jetzt ganz nah im Kopf. Das Zählen des Vaters bis er einschläft. Achtundvierzig. Dann die Heidelbeeren. Das behutsame Anheben der zarten Zweige und das Pflücken. Wenn du zu fest zudrückst, platzt die Beere. Omne kennt die Plätze im Kiefernwald. „Ich will, ich, ich will. Ich will Vaters Stimme hören.“

Und da sind jetzt die Mutter, die den Kleiderschrank des Vaters öffnet, den er nicht mehr braucht, und Liz. Sie sind um Marten und seinen Gedanken. Seinen Wegen. Es wird hell und dunkel. Überall. Und viel zu schnell…

Monika Boldt legt mit dem Roman Vatersohn eine dichte Erzählreise zu Erinnerungen, Emotionen und Träumen im Zusammenhang einer Vater-Sohn wie Familienbeziehung vor. Die Autorin setzt und variiert Perspektiven und erzeugt so eine Reflexionsebene, die Lebensmoment, -krise und Aufbruch verbindet. Es ist ein Weg von und zu sich selbst, den der Roman freigibt und dazu einlädt mitzuerleben und mitzudenken.

 

„Ein Roman, der in seiner Konstruktion und Erzählkraft überrascht.“

 

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„Gemma Habibi“ Robert Prosser. Roman. Neuerscheinung Ullstein Verlag.

 

 

 

„Gemma Habibi“ Robert Prosser. Roman. Neuerscheinung Ullstein Verlag.

Das Bandagieren der Hände. Die Blicke. Die Rufe. Rituale am Weg zum Kampf. Staatsmeisterschaft. Alles geht schnell hier. Das Ziel ist der Titel. Lorenz steigt jetzt in den Ring. Er will gewinnen. Sein Team will gewinnen. „Gemma Habibi“. Dann die Stimme des Ringrichters. Gleich die Gewissheit über Sieg oder Niederlage „…lass es mich sein…“.

Vor vier Jahren hatte das Boxen für ihn begonnen. Der Weg nach Wien. Das Studium. Dann eine Reise nach Syrien. Das Ringen in der Welt. Da und dort. Dort und da. Eine andere Welt? Oder dieselbe? Wer weiß das schon…Ein Versuch anzukommen. Für so viele. Hier und da….

Der Kampf ist gewonnen. Jetzt steht das Finale bevor. Wir sind ein Team am Weg. Diskussionen über Krieg und Frieden in der Welt. Himmel und Erde. So viel an Bewegung. Innen und außen. In allem. In der Stadt. Zwischen uns. Dann das Finale. Und der Weg danach. Da und dort…

Robert Prosser, mehrfach ausgezeichneter Schriftsteller wie Literatur- und Kulturwissenschaftler, legt mit „Gemma Habibi“ einen Roman vor, der in seiner Erzählkraft mitreißt. Der Autor spannt im Roman einen Lebensbogen persönlicher wie gesellschaftlicher Orientierung und Entscheidung und trifft dabei in das Herz einer Zeit und deren Fragen nach Warum und Sinn. Das Boxen wird zur existentiellen Erfahrung wie zur Metapher, die Glück und Leid in Überraschung und Wucht veranschaulicht. Sieg und Niederlage umgreifen dabei eine Utopie von Freundschaft und Hoffnung über Grenzen und Gegner hinweg. Im Ring wie im Leben.

„Ein Roman, der fulminant unter die Boxhandschuhe eines Lebens und einer Welt blickt und zeigt wie variantenreich Sprache im täglichen Ringen von Sieg und Niederlage tanzen kann.“

 

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Regisseur Michael Haneke über die Zusammenarbeit („Die Klavierspielerin“, 2001) mit Isabelle Huppert. Gespräch mit Stefan Grissemann, Filmkritiker, Kulturressort Leiter profil, Stadtkino Künstlerhaus 25.5.2019

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Michael Haneke:Isabelle Huppert  hat vor nichts Angst, das ist auch das Tolle an dieser Schauspielerin, die eine unglaublich mutige Frau ist und neugierig.

Sie ist einfach neugierig und je weiter es geht, desto interessanter ist es, eigentlich für jede/n ernsthafte/n Schauspielerin/er, die guten Rollen fangen immer dort an wo das Normale überschritten wird.

Es gibt SchauspielerInnen, die sehr gut sind, aber mit denen würde ich nie arbeiten, weil ich weiß, das würde nicht funktionieren. Man muss ein Gefühl dafür haben, mit wem man gemeinsam tickt und mit wem nicht und das hat sie offenbar.

 

Stefan Grissemann: Mit einer Virtuosin wie Isabelle Huppert wie viele takes machen sie da im Durchschnitt?

Das hängt von der Szene ab. Ich mache immer eine zweite als Reserve, falls etwas technisch nicht in Ordnung ist. Eigentlich geht alles schnell. Manchmal, wenn Sie sich aus irgendeinem Grund etwas anderes vorgestellt hat, dann kann man auch mal 40 takes machen, wenn es sein muss.

Sie macht da mit?

Sie macht da mit. Sie ist da verzweifelt. Ich auch.

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Über den Film „Die Klavierspielerin“

 

Michael Haneke: „Dass Isabelle spielt, war meine Bedingung den Film zu machen. Der Produzent fragte mich ob ich den Film machen wolle. Ursprünglich wollte ich das nicht. Ich hatte etliche Literaturverfilmungen für das Fernsehen gemacht, fürs Kino wollte ich das aber nicht. Schon dem Kollegen (der ursprünglich den film machen sollte, Anm.) habe ich gesagt, diese Rolle muss Isabelle Huppert spielen – „Du kriegst keine bessere“.

Als Sie ja gesagt hatte, blieb mir nichts anders übrig als den Film zu machen (lacht). Es hat auch viel Spaß gemacht aber war natürlich schwierig für alle Beteiligten, weil der Film nun mal in Wien spielt und wir müssen so tun als wäre sie eine Wienerin. Ich denke, wir haben es ganz gut synchronisiert (Original in französischer Fassung., Anm.).

Isabelle konnte nur ein paar Takte Klavierspielen. Es war eine Tüfftelarbeit die Schnitte nach der Länge der Musik abzustimmen. Denn sie konnte nicht mehr spielen als diese Takte.

Noch viel krasser war es bei Benoit Magimel. Ich sagte, Du musst Klavierspielen lernen, sonst kannst du die Rolle nicht spielen. Er konnte auch nicht Eislaufen, das musste er auch lernen (lacht). Er hat in Wien jeden Tag nach dem Dreh stundenlang Klavierspielen geübt, er hatte einen Superlehrer. Ich habe seine Klavierszenen im Dreh nach hinten verlegt. Wie er das dann gemacht hat, war brilliant. Er war einfach irrsinnig fleißig.

Das Geheimnis beim Film sind zwei Sachen – ein gutes Drehbuch und das richtige Casting.“

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Die Klavierspielerin

Drama
Österreich/Frankreich 2001

PRODUKTION

Wega Film

REGIE

Michael Haneke

DREHBUCH
Michael Haneke (nach dem gleichnamigen Roman von Elfriede Jelinek)

PRODUZENT/INNEN
Veit Heiduschka, Marin Karmitz, Alain Sarde

BESETZUNG
Isabelle Huppert, Benoît Magimel, Annie Girardot, Anna Sigalevitch, Susanne Lothar, Udo Samel

 

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Alle Fotos_Walter Pobaschnig.

„Vom Glück&Leid des Seins“ Der Literatur Kalender 2020 und der literarische Küchenkalender 2020, edition Momente.

„Vom Glück&Leid des Seins“ Der Literatur Kalender 2020, edition Momente.

 

Da blickt der italienische Starautor Umberto Eco hinter einem Vorhang hervor. Aufmerksam, bestimmt und mit großem Interesse für den Menschen und die Welt. Wie er es in all seinen Romanen und Essays eindrücklich zeigte und ein Millionenpublikum begeisterte und begeistert – „Das Schöne, die wahre Freude ist, sechs, sieben, acht Jahre lang (möglichst ewig) in einer Welt zu leben, die man sich nach und nach erbaut, bis sie die eigene wird…“ ist dann ein Zitat des Autors zu lesen. So lässt der traditionsreiche Literaturkalender der edition momente das Jahr 2020 beginnen. Er lädt ein, an der Welt mitzubauen. Selbstbewusst, mutig, ausdauernd. Im Glauben an das Schöne und die Freude des Lebens. Mitten im Glück&Leid des Seins.

„Vom Glück&Leid des Seins“ ist das Thema des Literaturkalenders 2020. Und es sind weitere beeindruckende Fotos&Texte, die durch das Jahr begleiten und anhalten, nachdenken und Inspiration aufnehmen lassen.

„Sie haben mir einmal gesagt, ich sei ihr Stern, vergessen Sie nie, mon amour, dass er nur an einem sehr dünnen Faden hängt und dass er, wenn Sie für einen Augenblick aufhören, ihn zu halten, nicht mehr da sein wird, und um ihn wieder zu erreichen, das wird dauern…“, so schreibt im Kalenderblatt November die Grafikerin Gisele Lestrange an den Dichter Paul Celan. Eine große Liebe gekennzeichnet von „Glück&Leid des Seins“, großen Momenten der Freude wie dunklen des Schmerzes…

Es ist eine besondere literarische Reise, die hier durch das Jahr begleitet. Ein Zauber, der Woche für Woche neugierig macht und den eigenen Lebensweg im Licht von Wort&Bild bedenken und in den Tag (literarische Gedenktage sind angeführt) mitnehmen lässt.

Im Anhang des Kalenders gibt es eine ausführliche Erläuterung zu Leben und Werk der DichterInnen, die von Umberto Eco, Colette, Maya Angelou, Ernst Jandl bis zu Leonard Cohen reicht.

 

 

 

Der literarische Küchenkalender 2020. Herausgegeben von Sybil Gräfin Schönfeldt. Mit Texten, Rezepten&Bildern, edition momente

 

 

Inspiration für Körper und Geist. Essen und Literatur. Eine geniale Idee der Herausgeberin Gräfin Schönfeldt, die auch 2020 eine wunderbare grafische Umsetzung gefunden hat. Ein literarischer Text mit kulinarischem Bezug und dazu das Rezept mit einladenden Fotos, so beginnt jeweils die Kalenderwoche und gibt Ideen für Geist und Küche mit.

Der Januar 2020 beginnt gleich mit einer feurigen Gulaschsuppe, die im Roman „Die Zweisamkeit des Einzelgängers“ von Joachim Meyerhoff serviert wird. So kann das Jahr im Topf beginnen und Wort und Suppe können auch über Tage begleiten. Die Fülle in der Zeit.

Für textliche wie kulinarische Abwechslung ist übers Jahr gesorgt. Da gibt es etwa im Juli Curry und rosa Pudding der Autorin Judith Lennox. Die Himbeeren, die Sahne/Schlag und die Flasche Wein am Bild sehen in jedem Fall sehr einladend aus…

Es sind literarische und kulinarische Überraschungen, die das Jahr ganz wunderbar würzen und schmecken lassen.

 

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„Wir haben es mit einer Zerstückelung der Gesellschaft zu tun, in der ein Wir sehr schwer herzustellen ist.“ Interview Ferdinand Schmalz, Tonhof/Maria Saal, 12.7.2019

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Wie kommt der „Jedermann“ von Ferdinand Schmalz an den Tonhof in Maria Saal/Kärnten?

Ferdinand Schmalz: Ich kenne Markus Achatz (Anm. künstlerische Leitung Theater WalTzwerk) schon länger und als er mich fragte, dachte ich, das ist genau die richtige Location hier. Ich habe dann beim Verlag für ihn vorgesprochen und gesagt, es wäre gut, wenn wir das Stück hierher vergeben. Es ist ein toller Ort und da muss Theater weitergespielt werden.

Welche Bezüge gibt es von Dir zum Tonhof?

Ein Freund von mir, Florian Zambrano Moreno, hat in der Nähe ein Theater, das Theater an der Glan, bei einer der Inszenierungen im Stadel war ich vor Jahren das erste Mal auf Besuch hier am Tonhof und habe auch hier genächtigt. Von der Literaturgeschichte her war es mir natürlich schon vorher bekannt.

 

Gibt es heute vergleichbare Treffpunkte von Literatur, Theater, Musik und weiteren Kunstformen wie es hier am Tonhof in den 1950/60er Jahren von Gerhard und Maja Lampersberg ermöglicht wurde?

Heutzutage ist es viel mehr institutionalisiert, das gab es ja früher nicht. Die Festivals, die es heute gibt, sind so ähnliche Treffpunkte. Etwa das Prosanova in Hildesheim oder das DramatikerInnen Festival in Graz. Es gibt schon einige Plattformen, die in den letzten Jahren zu einem Zusammenkommen von Schreibenden, die sonst im stillen Kämmerchen am Schreibtisch sitzen, geworden sind. Der Bachmannpreis ist ja auch in gewisser Weise so ein Szenetreff geworden. Damals hing es eben vielmehr noch an Privatpersonen.

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In Kärnten wurde vor kurzem eine Kulturstiftung vorgestellt, in der private und öffentliche Hand zusammenwirken sollen. Wie wichtig sind solche kooperierenden Initiativen im modernem Kunstschaffen?

Es ist wichtig, wenn Kunst heute auch von privater Hand her als schützenswert und förderungswürdig erkannt wird, eben als wichtiger Bestandteil einer Gesellschaft. Die Gefahr, die dabei aber besteht, ist, dass Kunst zu einem Event wird, in welchem die Künstlerin oder der Künstler eine Rolle zu spielen hat.

 

Dein Stück „Jedermann (stirbt)“ wurde am Wiener Burgtheater gefeiert und auch mit dem Nestroypreis ausgezeichnet. Große Traditionen stecken in diesem Dramastoff. Du hast schon im Titel neue Akzente gesetzt. Wie hast Du Deinen Zugang zum Jedermann gefunden?

Das Problem beim Titel ist schon, dass er sich im allgemeinen Gebrauch abgenutzt hat. Man kann diesen gar nicht mehr sagen, ohne dass man den ganzen Domplatz plötzlich vor sich sieht. Das ist schon wie ein Eigenname geworden.

Von Hofmannstahl wurde es, wie in der mittelalterlichen Vorlage „everyman“ (Anm. 1510, Drama um christliche Erlösung und letztes Gericht), als ein ambivalenter Eigenname, der persönlich aber für uns alle gelten sollte, gewählt. Mein Titel spiegelt auch diese Ambivalenz wider, und auch diese Drohung „Jeder ist sterblich“. Der Titel sagt eigentlich „Du wirst einmal sterben“. Diesen Bedeutungsgehalt, der unter der ganzen Tradition etwas verschüttet wurde, aber im Stoff steckt, wollte ich mit einem kleinen Verb oder auch den Klammern, die dort stehen, die ja wie eine Regieanweisung sind, aushebeln und durch die Verfremdung wieder aktuell machen. Das war der Gedanke dazu.

 

Jedermann ein Börsenspekulant. Seine Vettern korrupte Politiker. In welcher Spannung stehen in Deinem Stück Theater und Realität?

Ich kann mich da nicht hinter den Satz unseres geliebten Bundespräsidenten stellen – „So sind wir nicht“. Da muss ich leider immer wieder sagen, das ist ein Satz wie eine Tapetentür. Dahinter versteckt sich leider das „Jetzt erst recht“, das auf den Fuß gefolgt ist. Es liegt uns doch relativ nahe in Österreich.

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Überrascht Dich das selbst, wenn Du siehst wie Dein Stück immer wieder so viel Realität offenlegt?

Es ist schon manchmal spannend, wenn man das Gefühl bekommt, die Realität antwortet. Kurz nach der Veröffentlichung des Ibiza Videos gab es eine Vorstellung von „Jedermann (stirbt)“ im Burgtheater und Freunde berichteten mir, dass das Publikum beim Satz „Dir zu vertrauen, hieße einen Staatsfeind zum Minister machen“ vor Lachen auf dem Boden lag, weil es einfach so passt auf die aktuelle Situation.

 

Du sprichst in Deinem Stück auch sozialkritische Polaritäten von reich und arm (Jedermann – der arme Nachbar) in unserer Gesellschaft an.

Ich habe zunächst geschluckt als mich Karin Bergmann (Anm: Burgtheater Direktorin) einlud den Jedermann Stoff zu bearbeiten, also das goldene Kalb der österreichischen Dramatik abzuklopfen, wo es trägt und wo vielleicht doch nur Holz drunter ist. Damals, das war zur Zeit als erstmals größere Gruppen über die sogenannte Balkanroute kamen – etwa 400/500 Leute in Traiskirchen und es heißt, wir haben keine Möglichkeit ihnen ein Dach über dem Kopf zu gebe und am selben Wochenende wurde das Donauinselfest gefeiert wo 1 ½ Millionen Leute drei Tage bespaßt worden sind – in dem Moment dachte ich mir, ja so ein Fest wo Leute auftauchen, die dort nichts zu suchen haben oder allein die Frage, wann schmeckt der Wein nimmer recht, ist schon, trotz der Gefahr, dass man hier in sehr moralinsaure Bereiche abdriftet, einfach sehr interessant.

Da ist eine überzeitliche Spannung da. Dies war das Eine und das Andere war die Auseinandersetzung mit dem Tod, was ja schon in meinem Bachmannpreistext Thema war, und was ich bei dem Stücktext weitergezogen habe. Es ist ja auch eine sehr profane Frage, schaut man am Ende seines Lebens noch einmal anders zurück, ist der Todesmoment ein Erkenntnismonent, wo sich doch noch einmal die Perspektive dreht. Und dies als Auftrag vom Burgtheater (in der ja Tote um die Burg getragen werden) und in der Stadt mit so großer „Todestradition“ an sich, dafür dies zu bearbeiten, hat mich interessiert. Es hat ja übrigens auch Lampersberg gemacht, dass er sich im Sarg durch Maria Saal tragen ließ.

 

Der Teufel und die gute Gesellschaft haben ja in Deinem Jedermann eine Doppelrolle, wie kommt es dazu?

Ja, der Teufel und die gute Gesellschaft sind bei mir eins. Dies ist aus der Idee geboren, dass ich in der Tradition des Stoffes las, dass der Teufel immer aus dem Publikum gekommen ist. Er war direkt aus der Gesellschaft, wurde von Spielmannfiguren vorher angesprochen. Und da habe ich mir gedacht, wenn es schon einer aus der Domplatzgesellschaft ist, warum soll nicht diese als Gesamtheit auftreten, auch im Zuge der Gedanken zu den Finanzkrisen der letzten Jahre. Der ja nicht mehr an einer Person festzumachende Heuschreckenkapitalismus heutzutage mit Beratern, wo man nicht genau weiß, wer hat wie viel Verantwortung. Das ist eine Entwicklung, die mich interessiert hat. Man sieht ja auch heute einen Stab von Zuflüsterern, die sich um eine repräsentative Person ranken. Das ist etwas, was mich in dieser Figur auch interessiert hat, die Vergesellschaftung des Bösen eigentlich.

 

„Der Tod als Öffnung in der Welt“ wird im Stück die Polarität von Tod und Leben/Gesellschaft einmal genannt wie ist dies zu verstehen?

Manchmal denkt man den Tod als Sackgasse, oder von da an geht es nicht weiter. Man kann natürlich auch den Tod als einzigen Ausweg sehen, den wir aus der Welt haben. Oder mit der christlichen Tradition, in der Jesus ja als Überwinder des Todes gilt. Der Tod also als etwas Wundersames, als Ausweg aus dem Leiden der irdischen Existenz. Den Tod so zu lesen, hat mich interessiert. Darin liegt ja auch ein Erlösungsmoment. Es gibt viele Traditionen, die dem Tod eine positive Wendung geben. Etwa in Mexico beim Dia de los Muertos, wo der Tod fast karnevalesk gefeiert wird. Und auch in Wien. Man sagt ja, die Wiener kommen nur auf die Welt, um ihr Begräbnis zu planen. Also eher ein positiver Aufbruchsgedanke, eher etwas von einem Anfang als von einem Ende. Diese Ambivalenzen in den Todesbegriff reinzubringen und die Vorstellung vom Tod zu öffnen, war mein Interesse.

 

„Jedermann ist niemand, niemand anderes als wir, wenn er doch stirbt, verschwindet er doch nicht“ – Wieviel Gesellschaft ist im Ich und wieviel Ich in der Gesellschaft?

Das ist eine schwierige Frage. Wir haben es mit einer Zerstückelung der Gesellschaft zu tun, in der ein wir sehr schwer herzustellen ist. Es ging mir im genannten Satz vor allem auch um das Stellvertretermotiv im Jedermann-Stoff.

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Wie weit ist Religion an sich thematische Auseinandersetzung in Deinem Schreiben?

Der Religion entkommt man nie ganz. Man merkt es erst, wenn man sich eingehender mit Sprache, Kultur und Kunst auseinandersetzt wie sehr Religion die Matrix für alles gibt und wie viele Geschichten – etwa bei meinem Bachmannpreistext (Anm. „mein lieblingstier heißt winter“ , Bachmannpreis 2017) hieß es ja in der Jurydiskussion „das Grab ist leer“ wie der Kühlkasten ohne Leiche dasteht – es sind einfach Erzählstrukturen, denen man nur schwer entkommt. Ich setze mich auch gezielt mit religiösen Elementen auseinander und im Jedermann noch mehr als bei anderen Stücken. Bei Jedermann geht es ja zum Schluss um die Gretchenfrage ob er glaubt, ob er Vertrauen in sich selbst und in die Schöpfung hat. Da war es eine relativ intensive Auseinandersetzung noch einmal mit Religion und der Frage wie spirituell ich selbst bin und ob ich selber gläubig sein könnte. Das Spannende ist, das der Text dies in einer ziemlichen Ambivalenz gefangen hat.

In der Rezeption von „Jedermann (stirbt)“ gibt es ja zwei Seiten. Einerseits wird davon gesprochen, dass aus dem Stück aller Weihrauch draußen ist und Andere loben, es werden wieder ernsthaft religiöse Fragen am Theater gestellt. Das finde ich nicht unspannend. Man merkt, die Rezeption kann sich gut abarbeiten daran.

 

Wie steht es heute um Erkenntnismomente, Erkenntnisprozesse in unserer Gesellschaft?

Heute wird Politik über Gefühle gemacht. Es braucht die Apokalypse/Weltuntergang, der an die Wand gemalt wird, sonst bewegt sich gar nichts in der Politik, was ich für keine gute Entwicklung halte. Entscheidungen bräuchten viel mehr rationales Überlegen, Ruhe, Gelassenheit – die wissenschaftlichen Daten, die auf dem Tisch liegen, auszuwerten – und dann auch entscheiden und nicht danach, wer die Bevölkerung am Besten einschüchtern kann und dadurch ein Umdenken verankern kann.

 

Die Frage nach dem Tod im Stück ist ja auch eine Frage an das Leben – was könnte gelingendes Leben sein?

Da kommen wir sehr schnell in einen moralinsauren Bereich. Weil im Endeffekt wissen kann`s keiner. Es gibt Richtwerte, wie etwa die Goldene Regel, die ich auch unterschreiben würde. Aber sobald man anfängt die große Weisheit gepachtet zu haben, ist man schon am Holzweg, finde ich. Es geht eher darum jeden zu bestärken in seiner eigenen Fähigkeit die richtigen Entscheidungen zu treffen – in den Momenten, wo man selbst drinnen steckt. Da von vornherein zu sagen, das und das ist gut, wer weiß, wenn man sich an alle Regeln hält, kommt man am Schluss des Lebens drauf, das man gar nicht gelebt hat. Auch das ist die Gefahr an fixen Regelwerken. Vielmehr ist es wichtig, den klaren, wachen Menschenverstand zu schulen, der auf jede Situation mit den richtigen Mittel eingeht und abwiegen anfängt. Als wie jetzt zu sagen das, das, das ist das gute Leben – Haus, Kind, gute Werke und was sonst noch aufgezählt wird.

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Was sind Deine weiteren künstlerischen Schwerpunkte und Vorhaben?

Aus dem Bachmannpreistext ist ein Roman im Entstehen. Geht langsam voran, weil ich für das Theater noch einiges abzuarbeiten hatte. Das „Jedermann (stirbt)“ Stück für das Burgtheater, „der Tempelherr“, der im März des Jahres in Berlin Premiere hatte und jetzt arbeite ich noch an einem Stück für die Nibelungenfestspiele in Worms im nächsten Jahr. Und dann ist endlich Zeit für die Prosa da.

 

Vielen herzlichen Dank für das Interview und viel Erfolg für alles!

 Gespräch_Fotos – Walter Pobaschnig, 12.7.2019  Tonhof, Maria Saal/Kärnten.

 

„Jedermann (stirbt)“ Ferdinand Schmalz. Produktion Theater WalTzwerk, Maria Saal, Tonhofstadel, Spieltermine bis 28.Juli 2019

 

 

„Jedermann (stirbt)“ Fulminante Premiere – Theater WalTzwerk im Tonhofstadel/Maria Saal, Kärnten, 12.7.2019.

Hier hat niemand ein Gesicht. Nur Totenmasken sind zu sehen. Nun folgen ein Stampfen und Tanzen im starren Rhythmus. Der Weg in die Welt. Es beginnt mit dem Tod.

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Langsam schält sich die Gruppe aus der dichten Fellkleidung. Menschwerdung. Nackt und bloß. Aber nicht lange. Als die Kleider schnell und nur halb bedeckend angelegt sind, ist schon klar, hier bleibt niemand lange. Das nackte Ankommen und Verschwinden, der nahe Tod sind allgegenwärtig.

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Aber die Rollen sind schnell verteilt. Macht und Geld sind in einer Hand. Des Jedermann. Die Vettern, die um ihren Wahlkampf bangen, sind stets in seiner Nähe. Und jetzt wird zum Fest geladen. Zum Tanz um das Geld. Alles geschieht wo und wie jedermann es will. Doch der arme nackte Nachbar bittet um einen Anteil des Geldes. Der Gerechtigkeit willen. Jedermann will davon nichts wissen. Legt ihm einen bunten Mantel um und zwingt ihm zum Rausch im Garten. Der Rhythmus verschlingt Fragen und Klagen. Die Illusion des Wertes ist das Wunder. Und das lässt Jedermann als Gold regnen wie es ihm gefällt. Bis der Tod zum letzten Tanz bittet und Jedermann sich nach Freundschaft und Rettung streckt, springt und stumm am Boden aufschlägt…

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Das Theater WalTzwerk, Intendanz Markus Achatz und Sarah Rebecca Kühl, bringt zu seinem 25 Jahr Jubiläum eine fulminante Inszenierung von Valerie Voigt-Firon des „Jedermann (stirbt)“ Stückes (Uraufführung 2018 Burgtheater Wien) von Ferdinand Schmalz auf die traditionsreichen Theaterbretter des Tonhofstadel in Maria Saal/Kärnten und begeistert das Publikum mit selbstbewusster Variation und Ansprache. Regie und Ensemble setzen die Sprachkunst und die gesellschaftliche Reflexionskraft des preisgekrönten Stückes (Nestroypreis 2018) des Bachmannpreisträgers von 2017 in ganz außergewöhnlicher Präzession und Spielkraft. Im klug gesetzten Bühnenbild hat das Ensemble eine solche Aufmerksamkeit, Wucht und Variation, die einmalig Ausdruck und Ansprache verbinden. Sprache, Mimik und Bewegung werden zum tragenden dramatischen Rhythmus, der eine existentielle Dichte erreicht, die mitreißend ist. Dieser Regiekunstgriff funktioniert sensationell. Innovation, Kreativität und Selbstbewusstsein fordert das Drama von Ferdinand Schmalz. Das Theater WalTzwerk scheut sich in Inszenierung und Ensemble, wie Bühnenbild und Kostüm, davor nicht. Hier wird viel gewagt und alles gewonnen, ein wunderbarer Theaterabend – Gratulation!

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„Jedermann (stirbt)“ Ferdinand Schmalz

Regie: Valerie Voigt-Firon

Schauspiel: Sarah Rebecca Kühl, Miha Kristof-Kranzelbinder, Markus Achatz, Simone Leski, Alexander Kuchinka

Bühne: Thomas Garvie

Kostüm: Anna Gentilini

Produktionsleitung: Kerstin Haslauer

 

Weitere Spieltermine: 14., 18., 19., 20., 21., 25., 26., 27., 28. Juli 2019,

Beginn jeweils 20:30 Uhr

 

Spielort: Tonhofstadel Maria Saal, Schnerichweg 2; 9063 Maria Saal

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Walter Pobaschnig

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