„Mut zur Veränderung und konkretes Handeln“ _ Rose A. W. Diamond, Schriftstellerin _ Minderlittgen/D 26.7.2026

Rose A. W. Diamond, Schriftstellerin _
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) _ Wien _
Walter Pobaschnig 5/26

Liebe Anke, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Mein Tagesablauf ist eher strukturiert, würde ich sagen. Aufstehen um 4:30 Uhr Pferde versorgen, Hunde versorgen. Stall machen und danach beginnt oft meine Schreibzeit, für etwa zwei bis drei Stunden. Ich versuche täglich zu schreiben. Leider gelingt das nicht immer. Besonders an den Tagen, an denen ich noch zur Arbeit in der Klinik eingeteilt bin. Ich arbeite seit 1998 in einer Rehaklinik in der Eifel. Fachgebiet dieser Klinik ist Psychosomatik. Psychologie ist ein Thema, welches mich schon immer begeistert hat und es heute noch tut. Ich arbeite dort in recht langen Spätdiensten und Nachtdiensten und ich merke leider, je älter ich werde, wie schwer mir diese Dienstzeiten und Schichtarbeit fallen.2007 habe ich ein Aufbaustudium zur experientiellen Reittherapeutin, Focussingbegleiterin, Stresstherapeutin und Sozialtherapeutin absolviert. Ich habe bis dato, außerhalb meiner Dienstzeiten in der Klinik, nebenberuflich hier auf dem Hof gearbeitet, mit Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung und mit Menschen mit psychischen und somatischen Störungsbildern. Diese Arbeit habe ich vor kurzem beendet, weil meine Pferde zu alt wurden. Nun widme ich mich dem Schreiben und Malen, ein Hobby, das mich seit frühster Kindheit begleitet. An manchen Tagen ist es schwer dies alles in 24 Stunden unterzubringen, aber ich gebe mein Bestes.

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Dazu kann ich nur sagen, dass es viele Dinge gibt, die für uns wichtig sind und die ich mir für alle Menschen wünschen würde. Zuhören, miteinander reden, verstehen, Akzeptanz, Kongruenz und Empathie, drei Basisvariablen, die im Alltag mehr und mehr untergehen. Jemanden abzuholen wo er steht, jemanden so anzunehmen, wie er ist, ist meiner Meinung nach ein wertschätzendes Verhalten, was in den Menschen mehr und mehr verloren geht. Ich würde mir für die Menschen „innerliche“ Entwicklung wünschen, dass sie nicht immer auf veraltete Mittel zurückgreifen müssen, wie Krieg und Verwüstung. Ich wünsche mir ebenso für alle, dass wir lernen nachzudenken und positive Alternativen zu entwickeln. Dass wir uns wirklich bewegen und nicht stehen bleiben. Das erinnert mich an ein Zitat, das ich einmal gehört habe, der Verfasser ist unbekannt, aber es sagt aus, was ich denke und empfinde: „Es gibt drei Arten vom Menschen, die erste Art sind die, die unbeweglich sind. Die zweite Art sind die, die beweglich sind und die dritte Art sind die, die sich tatsächlich bewegen.“ Ich möchte eindeutig zur dritten Art gehören und ich wünsche mir für alle anderen, dass sie das auch tun. Bewegung ist Entwicklung, Entwicklung ist Bildung, die uns formt und stärkt, die uns Selbstbewusstsein schenkt, uns sicherer macht und unser Selbstbild verändert. Bewegung formt das Selbst. Nur so kommen wir vom Stehen zum Gehen. Ich denke sie verhindert ein auf der Stelle treten und bringt uns dazu vorwärts zu gehen und unser „Ich“, „Über-Ich“ und unser „Es“ zu entwickeln, denn nur diese drei Instanzen, machen den Menschen komplett und bringt uns dazu, vorwärtszugehen. Ebenfalls finde ich Liebe wichtig und auf der Suche zu bleiben, nach sich selbst und dem Sinn des Lebens. Ich denke das diese Suche für jeden anders ist und für jeden etwas anderes bedeutet. Durch diese Dinge entwickeln wir Antennen und diese möchte ich als „Reichtümer des Lebens“ beschreiben.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Meine Kernbotschaft:

Ein Aufbruch braucht innere Bewegung: Empathie, Reflexion und Bildung sind die Voraussetzungen für persönlichen und gesellschaftlichen Wandel.

Zuhören und Annahme: Menschen dort abholen, wo sie stehen, statt zu verurteilen.

Bildung und Selbstreflexion: Wissen über Mechanismen (z. B. Angst, Traumata) schafft Handlungsspielräume.

Mut zur Veränderung und konkretes Handeln: Beweglichkeit darf nicht nur gedanklich bleiben, sondern muss in politische und soziale Praxis münden.

Gemeinschaft und Verantwortung: Solidarisches Handeln verhindert Stillstand und schafft Sicherheitsräume für Entwicklung.

Rolle der Literatur und Kunst:

Spiegel und Perspektivwechsel: Bücher öffnen Zugänge zu anderen Innenwelten und fördern Empathie.

Sprache für das Unsagbare: Kunst kann Traumata benennen und damit Heilungsschritte möglich machen.

Möglichkeitsraum: Literatur zeigt Alternativen auf und inspiriert zu neuen Wegen.

Konkretes Wirken: Lesungen, Schreibgruppen, therapeutische Erzählarbeit und Bildungsangebote bringen Kunst in Alltage und Institutionen.

Meine literarische Arbeit — psychologisch fundiert und empathisch — kann genau die Räume öffnen, die Menschen zum Bewegen und Verändern brauchen.

Literatur und Kunst sind Kompass und Motor für inneren und gesellschaftlichen Aufbruch.

In Zeiten des Wandels, sowohl auf gesellschaftlicher als auch auf persönlicher Ebene, wird es entscheidend sein, eine innere Bewegung zu fördern. Empathie, Reflexion und Bildung sind unerlässliche Voraussetzungen, um den Herausforderungen des Lebens zu begegnen und einen echten Aufbruch zu gestalten. Zuhören und Akzeptanz sind fundamentale Prinzipien. Es ist wichtig, Menschen dort abzuholen, wo sie stehen, anstatt sie zu verurteilen. Dies schafft ein wertschätzendes Miteinander, das in unserer schnelllebigen und oft oberflächlichen Welt zunehmend verloren geht. Bildung und Selbstreflexion spielen ebenfalls eine zentrale Rolle, denn Wissen über die Mechanismen von Angst und Traumata kann Handlungsspielräume eröffnen.

Mut zur Veränderung muss gelebt werden; Beweglichkeit darf nicht nur gedanklich bleiben. Wir sollten konkrete Handlungen entwickeln, die über das Nachdenken hinausgehen. Gemeinschaft und Verantwortung sind ebenso wichtig, denn solidarisches Handeln verhindert Stillstand und schafft sichere Räume für individuelle Entwicklungen.

In diesem Kontext wird Literatur und Kunst zu einem entscheidenden Instrument. Sie fungieren als Spiegel, der uns andere Innenwelten offenbart und unser Verständnis für andere Menschen fördert. Zudem bietet Kunst eine Sprache für das Unsagbare und kann uns helfen, Traumata zu benennen und Heilungsprozesse einzuleiten. Überdies zeigt Literatur uns alternative Wege auf und inspiriert zu neuen Möglichkeiten, die im Alltag und im Leben von großer Bedeutung sind.

Lesungen, Kreative Schreibgruppen und therapeutische Erzählarbeit bringen die Kunst in das Leben der Menschen und ermöglichen es uns, aktiv an unserem eigenen Wachstum teilzuhaben. Ich hoffe das meine literarische Arbeit, die psychologisch fundiert und empathisch ist, genau diese Räume öffnen kann, die Menschen benötigen, um sich zu bewegen und zu verändern.

Literatur und Kunst sind die Wegweiser und Antriebskräfte für inneren sowie gesellschaftlichen Aufbruch.

Was liest Du derzeit?

Leider habe ich nicht wirklich viel Zeit in der augenblicklichen Situation viel zu lesen. Ich bin zu sehr beschäftigt mit schreiben. Ich habe das Gefühl meine Gedanken und Gefühle aufs Blatt Papier bringen zu müssen. Das ist das was ich zurzeit will. Angefangen zu lesen habe ich das Buch von Claire Larsen: Neunzehn Jahre. Leider bin ich noch nicht sehr weit gekommen, da mein Alltag ausgefüllt ist und mich erfüllt. Mein Leben ist bunt und spannend, doch leider haben momentan nicht alle Dinge Platz darin. Aber viele Dinge die ich zurzeit tue und die in mir wachsen, empfinde ich als magisch.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Verfolge deine Träume und lebe sie! Denn Träume hängen dann, wenn du hinsiehst, wie reife Früchte an den Bäumen, du musst nur aufstehen und sie pflücken. Und dann, wenn du sie in Händen hältst und sie betrachtest, entfalten sie ihre Magie. Ehre sie, denn sie könnten dein Leben gestalten!“ (Zitat: Rose A. W. Diamond)

Vielen Dank für das Interview, liebe Anke, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Buchprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

Rose A. W. Diamond, Schriftstellerin _
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) _ Wien _
Walter Pobaschnig 5/26

Zur Person: Rose A. W. Diamond  _ Schriftstellerin.

Rose A. W. Diamond ist das Pseudonym von Anke Wagner, Autorin, Illustratorin, Reittherapeutin, Examinierte Krankenschwester, Focussingbegleiterin.

Als examinierte Krankenschwester mit langjähriger Erfahrung in psychosomatischen Kliniken, als ausgebildete Reittherapeutin und Focussingbegleiterin verbindet sie therapeutische Tiefe mit literarischer Fantasie. Ihre Arbeit mit Menschen und Tieren prägt ihre Geschichten: geerdet, einfühlsam und voller innerer Transformation.

2024 debütierte sie mit „Magica – Die Reise durch die Zeit“, den Auftakt ihrer preisgekrönten Fantasy-Trilogie für Leser ab 12 Jahren. Der Roman wurde bei der Koblenzer Buchmesse ausgezeichnet und von Lesern durchgehend mit 5 Sternen bewertet. 2025 folgten „Magica – Die Reise durch die Welten“ Teil 1 & 2. Der Abschlussband erscheint 2026. Illustrator Erhard Sünder gestaltet die visuelle Welt der Reihe.

Rose A. W. Diamond lebt mit ihrem Mann, fünf Pferden, zwei Hunden und vier Katzen auf einem Aussiedlerhof in Rheinland-Pfalz.

Foto: Rose A. W. Diamond _ Walter Pobaschnig, Station bei Malina/Wien 5/26

Foto: Buchinfo _ Rose A. W. Diamond.

Walter Pobaschnig, 16.4.2026

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„Liora“ _ Rose A. W. Diamond, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Minderlittgen/D 26.7.2026

GIVE PEACE A CHANCE

G
eschlossen bleibt die Kammer.

I n ihr wartet, was wacht.

V erzicht ist Lioras Macht.

E ntscheidung jede Nacht.


P forten, die sie nicht öffnen.

E cho hinter Holz: Wahrheit.

A kzeptanz als Mittel

C hancen! Betrachte sie als das!

E mpatie, nutze, wofür sie steht


A ufgeben ist keine Option.


C hance heißt: Tragen, was kostet.

H öre

A lle Türen haben einen Preis.Auch im

N iemandsland

C hance

E s rettet keiner ohne Wunde.

Rose A. W. Diamond, 16.4.2026

Rose A. W. Diamond, Schriftstellerin _
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) _ Wien _
Walter Pobaschnig 5/26

GIVE PEACE A CHANCE

Zur Person: Rose A. W. Diamond  _ Schriftstellerin.

Rose A. W. Diamond ist das Pseudonym von Anke Wagner, Autorin, Illustratorin, Reittherapeutin, Examinierte Krankenschwester, Focussingbegleiterin.

Als examinierte Krankenschwester mit langjähriger Erfahrung in psychosomatischen Kliniken, als ausgebildete Reittherapeutin und Focussingbegleiterin verbindet sie therapeutische Tiefe mit literarischer Fantasie. Ihre Arbeit mit Menschen und Tieren prägt ihre Geschichten: geerdet, einfühlsam und voller innerer Transformation.

2024 debütierte sie mit „Magica – Die Reise durch die Zeit“, den Auftakt ihrer preisgekrönten Fantasy-Trilogie für Leser ab 12 Jahren. Der Roman wurde bei der Koblenzer Buchmesse ausgezeichnet und von Lesern durchgehend mit 5 Sternen bewertet. 2025 folgten „Magica – Die Reise durch die Welten“ Teil 1 & 2. Der Abschlussband erscheint 2026. Illustrator Erhard Sünder gestaltet die visuelle Welt der Reihe.

Rose A. W. Diamond lebt mit ihrem Mann, fünf Pferden, zwei Hunden und vier Katzen auf einem Aussiedlerhof in Rheinland-Pfalz.

Foto: Rose A. W. Diamond _ Walter Pobaschnig, Station bei Malina/Wien 5/26

Foto: Motiv/Sonne _ Walter Pobaschnig

Foto: Buchinfo _ Rose A. W. Diamond.

Walter Pobaschnig, 16.4.2026

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„Und“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _  Isa Tschierschke/Raphael Steiner _ Detmold/D/Wien 25.7.2026

Raphael Steiner_ Schauspieler _ Wien _ acting Malina „Ivan“ _
Romanschauplatz _ Malina _ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig, 2/22 f.

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

MALINA _ Akrostichon

Text  Isa Tschierschke, Autorin und Buch-Bloggerin auf Lightning-bug.de

Performance _ Raphael Steiner, Schauspieler, Musiker _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Raphael Steiner_ Schauspieler _ Wien _ acting Malina „Ivan“ _
Romanschauplatz _ Malina _ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig, 2/22 f.
Raphael Steiner_ Schauspieler _ Wien _ acting Malina „Ivan“ _
Romanschauplatz _ Malina _ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig, 2/22 f.

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 Isa Tschierschke, 2.4.2026

Raphael Steiner_ Schauspieler _ Wien _ acting Malina „Ivan“ _
Romanschauplatz _ Malina _ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig, 2/22 f.
Raphael Steiner_ Schauspieler _ Wien _ acting Malina „Ivan“ _
Romanschauplatz _ Malina _ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig, 2/22 f.

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

MALINA _ Akrostichon

Text  Isa Tschierschke, Autorin und Buch-Bloggerin auf Lightning-bug.de

Performance _ Raphael Steiner, Schauspieler, Musiker _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Undine geht, Erzählung, Ingeborg Bachmann, 1961.

„Undine geht“ ist einer der zentralen Texte in Ingeborg Bachmanns Werk. Dieser erschien im ersten Prosaband „Das dreißigste Jahr“ und nimmt das Motiv des Undine Mythos _ Liebe, weibliche Menschwerdung, Verrat und Rache – auf und transformiert dies in die Struktur gegenwärtiger patriarchal geprägter Gesellschaftsverhältnisse. „Undine geht“ ist einer der meist rezipierten Texte Bachmanns und erfährt zahlreiche künstlerische Zugänge und Dialoge.

Isa Tschierschke, Autorin
und Buch-Bloggerin auf Lightning-bug.de
Raphael Steiner_ Schauspieler _ Wien

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Isa Tschierschke _ privat.

Fotos: Raphael Steiner_ Schauspieler _ Wien _ acting Malina „Ivan“ _
Romanschauplatz _ Malina _ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig, 2/22

Herzlichen Dank an Herrn Friseurmeister Herbert Weber, Friseursalon Weber, Ungargasse 7, 1030 Wien, für die stets offene Tür bei vielen Terminen! Alles Gute und eine wunderbare Zeit im neuen Lebensabschnitt der Pension nach über 35 Jahren im Königreich Ungargassenland, das auch ihres war und ist!

Walter Pobaschnig, 2.4.2026

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„das Eingekeiltsein in einem irren Patriarchat“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Bernd Lüttgerding, Schriftsteller _ Antwerpen 25.7.2026

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann auf ihrer Terrasse in Rom, Bocca de Leone, um 1970

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview _ Bernd Lüttgerding, Schriftsteller _ Brüssel

Lieber  Bernd, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Nur wenige und schmale Zugänge gibt es. In der Schule, die ich herzlich gehasst habe, sprachen mich einige ihrer Gedichte, Reklame, Curriculum Vitae, vor allem Die gestundete Zeit („Es kommen härtere Tage.“!) natürlich an. Und ihre sämtlichen Gedichte habe ich noch heute im Regal stehen, habe sie auch alle gelesen.

Mit ihrer Prosa hingegen bin ich nie auf einen grünen Zweig gekommen („ein Strauß Türkenbund […], rot und siebenmal röter als rot, nie gesehen“. Es ist allerdings unfair, so einem kurzen Zitat zu unterstellen, es sei exemplarisch für ihren Stil und ihre Beschreibkunst. Ich will hier aber ohnehin bloß bekennen, dass beides nicht mein Ding ist. Ihre Themen habe ich für mich zugänglicher behandelt gefunden bei Marguerite Duras, bei Unica Zürn und vielleicht auch bei Christine Lavant und aus noch einer ganz anderen reizenden Perspektive bei Janet Frame).

Was macht das Besondere ihres Schreibens aus?

Die Hypersensibilität und ihre Verzweiflung, die zum Teil vermutlich die unterdrückte Verzweiflung ihrer Generation war, die, geboren in die geistigen Trümmer der Ruhephase zwischen Weltkrieg I und Weltkrieg II den kulturellen Bruch von 1933 als Kind erlebt hat und sich nach 1945 zwischen noch mehr Trümmern wieder in einer, der Wirtschaft untergeordneten und wachstumsorientierten Gesellschaft fand, in einer abgesicherten Variante der Zustände also, die mit zum Ersten Weltkrieg geführt hatten. Sie konnte das vermutlich fühlen als Eingekeiltsein in einem irren Patriarchat.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

Nein. (Aber das „Es kommen härtere Tage“ schlägt noch heute eine jugendliche Saite in mir an…)

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Wenn das Patriarchale der Geist des Speers ist, im Gegensatz zum Matriarchalen als Geist des Gefäßes, also das Zerstörerische, Heldische, rational und technisch Fortschreitende im Gegensatz zum Bewahrenden, Ausgleichenden, mythisch und geistig in sich Gekehrten (um es hier in der Kürze etwas plump mit Worten zu belegen), dann greift ihre Gesellschaftskritik heute noch sehr. Schade nur, dass viele Frauen sich an die patriarchale Welt anpassen (ich denke probeweise an einige aus Funk und Fernsehen bekannte, in hohen Machtpositionen), anstatt ein bisschen radikaler das Matriarchale wieder ins Spiel zu bringen, das derzeit doch ziemlich fehlt. (Betrifft das nicht die Bachmann auch ein bisschen? „Drunten blättern Wasser in den Bibeln, und die Kompassnadel steht auf Nacht“, aber dann doch im Feuer sterben? Aber man soll ja Krankheit nicht als Symbol auffassen und Sterben wahrscheinlich auch nicht.)

Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?

„Wir“ lieben wie immer auf kranke Weise. Mir als Mann kommt es aber so vor, als seien wohl viele Männer („die Männer“ scheint mir ein bisschen zu grob über den Kamm geschoren, mich selbst will ich da aber selbstverständlich nicht ausnehmen) krank, viele Frauen aber nicht minder. Das sage ich nicht, um die Krankheit der Männer kleinzureden, ich finde nur, das Kranke liegt in der Natur einer kranken (entgeistigten, konsumierenden, mitmachenden und sich Zustände schönredenden) Gesellschaft, wenn hier auch „krank“ nicht der Begriff meiner eigenen Wahl wäre. Ich muss aber auch zugeben, dass Ingeborg Bachmann auf mein Lieben nie einen nennenswerten Einfluss hatte.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Ach, ich weiß nicht. Vielleicht. Einsamkeit, ja. Was sie da „asozial“ nennt, erlebe ich eher als ein Nicht-überall-mitmachen-wollen-müssen. Sicher gibt es schwere Stunden und dafür auch manchmal leichte. Mein Martyrium habe ich bis jetzt (tastet nach Holz) meistens eher so ähnlich erleben wollen, wie das des Mannes, der in The Life of Brian gesteinigt werden soll („Making it worse? How could it be worse? Jehova! Jehova!“). Das möchte ich aber nicht als Unsensibilität verstanden wissen, sondern als eine Frage der Haltung.

Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?

Sie hat den Anfang von etwas geschrieben, was ein herausragendes lyrisches Werk hätte werden können.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Die Versuchung ist groß und es ist doch auch so wohlfeil, jemandem, der von seiner Verzweiflung verschlungen wird, zurufen zu wollen: „Wieso denn dieses bequemliche Vertrauen auf Ärzte? Warum denn immer Barbiturate und Benzodiazepine? Geh mal wandern, und lass doch diese halbherzigen Männergeschichten. Wenn man sich dem eigenen Abgrund stellt und hineinspringt, merkt man, dass er kaum eine Delle im Boden ist und alles übrige auch ganz anders, als man immer dachte, usw“ – Stattdessen hätte ich ihr gerne gesagt, dass es gut ist, dass sie gelebt und geschrieben hat, dass ihre Bücher bestimmt noch lange gelesen werden, und dass sie eine Kronzeugin der Mentalitätsgeschichte des 20. Jahrhunderts ist.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Ich schreibe nun im sechsten Jahr an einem epischen Gedicht, in dem sich die Geschichte der Menschheit im Prisma eines müden Einzelmenschen bricht. In diesem Sommer wird es fertig. Das habe ich mir versprochen. Und ich habe Freunde, die mich gnadenlos daran erinnern.

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

Na gut. – Enigma:

Nichts mehr wird kommen.

Frühling wird nicht mehr werden.

Tausendjährige Kalender sagen es jedem voraus.

Aber auch Sommer und weiterhin, was so gute Namen

wie „sommerlich“ hat –

es wird nichts mehr kommen.

Du sollst ja nicht weinen,

sagt eine Musik.

Sonst

sagt

niemand

etwas.

Das Gedicht „Enigma“ stammt aus der Zeit Ingeborg Bachmanns in Berlin (1963-65), Anm.

Herzlichen Dank für das Interview!

Bernd Lüttgerding, Schriftsteller

Zur Person: Bernd Lüttgerding – Wikipedia

Foto: Ingeborg Bachmann _ Garibaldi Schwarze

Foto: Bernd Lüttgerding _ privat

Walter Pobaschnig, 3.6.2026

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Schönheit. Simone Weils Lektüre der Welt. Wolfgang Müller. Schwabe Verlag.

Simone Weil (* 3.2.1909 Paris +24.8.1943 Ashford/GB) ist eine der faszinierendsten Persönlichkeiten moderner europäischer Geistes- und Politgeschichte und ihr Leben und Werk ist bis heute eine ganz vielfältige Quelle der intellektuellen Auseinandersetzung und Inspiration.

Wolfgang W. Müller, emeritierter Professor für Dogmatik und bis 2021 Leiter des Ökumenischen Instituts an der Theologischen Fakultät der Universität Luzern, stellt im vorliegenden Buch anhand des Schwerpunktes philosophischer Ästhetik eine sehr spannende Kategorie im Werk Simone Weils vor.

Ausgehend von einer umfassenden Einordnung und Erläuterung zu Leben und existenz-, gesellschafts- und religionsphilosophischen Positionen Simone Weils kommen dann Schönheit und hier im Schwerpunkt Musik in den analytischen Fokus des Autors. Umfassend werden musiktheoretische Konzepte der Antike bis in die Moderne vorgestellt und anschließend die Zugänge der Philosophin herausgearbeitet. Danach werden musikalische Zugänge zum Werk Simone Weils vorgestellt und runden so dieses Buch als umfassendes wissenschaftliches wie gleichsam performatives ab – sehr spannend und gelungen!

Schönheit. Simone Weils Lektüre der Welt. Wolfgang Müller. Schwabe Verlag.

290 Seiten

Gebundenes Buch

Format: 22.5 x 15.9 x 2.3 cm

S/W-Illustrationen: 2

ISBN 978-3-7965-5518-3

38 EUR

E-Book 34,99 EUR

Walter Pobaschnig 7/26

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„Bachmann greift Sicherheiten an“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Nina-Alexandra-Kupczyk, Regisseurin _ Berlin 24.7.2026

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

im Interview _  Nina-Alexandra-Kupczyk- Regisseurin_Schriftstellerin _ Berlin

Liebe Nina, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns?

Mein Zugang zu Ingeborg Bachmann ist kein literarhistorischer Sicherheitsabstand. Ich lese Bachmann nicht, um sie zu bewundern, sondern weil ihre Texte bis heute beunruhigend präzise sind.

Bachmann greift Sicherheiten an. Sie zeigt, dass Liebe, Sprache, Familie, Kultur und Institutionen oft längst von Gewalt durchzogen sind. Damit nimmt sie der bürgerlichen Welt die Möglichkeit, sich für unschuldig zu halten.

Für mich liegt darin der entscheidende Zugang: Bachmann beschreibt nicht nur Verletzung, sondern Systeme, die Verletzung produzieren und sich dabei zivilisiert nennen. Deshalb kann man sie nicht folgenlos lesen.

Ich komme vom Schreiben, aber die Bühne ist für mich ein entscheidender Denk- und Erfahrungsraum. Dort stellt sich die Frage besonders scharf: Was darf Kunst heute noch behaupten, wenn Frieden, Demokratie und Menschenwürde erodieren? Ich lese Bachmann als Verbündete in dieser notwendigen Zumutung.

Was macht das Besondere ihres Schreibens aus?

Genau daraus entsteht für mich die besondere Kraft ihres Schreibens: Bachmann ist unerbittlich genau. Sie schreibt nicht schön im dekorativen Sinn. Ihre Sprache hat eine ungeheure Musikalität, aber sie ist nie harmlos. Sie legt frei. Sie schneidet.

Das Besondere ist, dass sie das Private politisch liest, ohne es zu vereinfachen. Liebe, Angst, Krankheit, Begehren, Schweigen, Sprache, Vater, Staat, Krieg, Faschismus: Bei Bachmann hängt das alles zusammen. Sie zeigt, dass Geschichte nicht vorbei ist, nur weil sie bürgerlich eingerichtet wurde.

Diese Verbindung von poetischer Form und politischer Erkenntnis macht ihr Schreiben so gegenwärtig. Es interessiert sich nicht für Trost, sondern für Wahrheit. Und Wahrheit ist bei Bachmann nie abstrakt. Sie geht durch den Körper, durch Beziehungen, durch Sprache.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

Diese Genauigkeit zeigt sich für mich besonders in „Die gestundete Zeit“, „Anrufung des Großen Bären“, „Malina“ und dem „Todesarten“-Projekt.

„Die gestundete Zeit“ ist schon im Titel eine Kampfansage gegen Verdrängung. Die Zeit ist nicht einfach da. Sie ist aufgeschoben, gefährdet, politisch.

„Anrufung des Großen Bären“ verbindet dunkle Welterfahrung mit poetischer Gegenmacht. Da ist etwas Archaisches, Beschwörendes, aber nichts Eskapistisches.

Und dann natürlich „Malina“. Dieser Text ist für mich kein Beziehungsroman. Er ist ein Tatort. Dort wird sichtbar, was Bachmann meint: Es gibt Todesarten, die gesellschaftlich organisiert sind. Nicht jeder Mord sieht aus wie ein Mord. Manche tragen Anzug, Titel, Bildung, Stimme.

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Gerade in „Malina“ wird für mich deutlich, wie aktuell Bachmanns Gesellschaftskritik ist. Sie zeigt eine patriarchale Welt nicht als bloßes Geschlechterproblem, sondern als Ordnung der Zerstörung.

Wenn Bachmann 1971 im Gespräch sagt: „Die Männer sind unheilbar krank“, dann ist das keine private Laune. Es ist die Diagnose einer Ordnung.

Ich lese diesen Satz nicht als biologistische Aussage über Männer. Ich lese ihn als Angriff auf ein patriarchales System, das alle beschädigt, aber Frauen, queere Menschen, neurodivergente Menschen, arme Menschen und marginalisierte Körper besonders verwundbar macht.

Diese Welt ist zerstörend und selbstzerstörerisch. Sie verwaltet Gewalt, statt sie zu beenden. Sie spricht von Empathie, während sie Abhängigkeiten produziert. Sie redet von Diversität, während sie Menschen benutzt. Sie nennt sich professionell, wenn sie eigentlich nur Besitzstände schützt.

Darum ist Bachmann für mich auch eine Autorin, mit der man den heutigen Kulturbetrieb lesen kann: Institutionen, die von Empathie sprechen, aber Macht verwalten; die Relevanz behaupten, aber Konflikte entschärfen.

Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns. „Die Männer sind unheilbar krank …“ sagte Bachmann 1971 in einem Interview. Wie lieben wir nach oder mit Bachmann?

Auch Liebe beschreibt Bachmann nie unschuldig. Genau darin liegt ihre Radikalität.

Sie zeigt Liebe als Glück und Verhängnis, als Sehnsucht und Gewaltzone, als Rettungsversprechen und als Ort der Auslöschung. Nach Bachmann kann man Liebe nicht mehr als reine Privatsache behandeln. Man muss fragen: Wer darf begehren? Wer darf sprechen? Wer wird gesehen? Wer verschwindet? Wer nennt Besitz Liebe?

Mit Bachmann zu lieben hieße für mich: nicht mehr an Verschmelzung als Ideal zu glauben. Nicht mehr an die romantische Lüge, dass Liebe automatisch gut sei. Liebe muss sich an Freiheit messen lassen. An Würde. An Sprache. An der Frage, ob der andere durch mich größer wird oder kleiner.

Das gilt für private Beziehungen, aber auch für Kunst: Liebe ist keine Besitzform, sondern eine Praxis der Aufmerksamkeit.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton-Wildgans-Preises 1971 Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, ist die Kunst immer auch eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Aus dieser Radikalität heraus verstehe ich Bachmanns Satz über das Schreiben. Ich misstraue dem Wort Martyrium, weil es Leid verklärt. Kunst braucht keine Heiligenlegenden. Aber Kunst verlangt etwas. Sie verlangt, dass man nicht wegschaut.

Wer wirklich arbeitet, steht oft quer zur Welt. Nicht aus Pose, sondern weil Wahrnehmung Konsequenzen hat.

Aber ich will das nicht romantisieren. Kunst muss nicht selbstzerstörerisch sein. Ich habe kein Interesse an einem Betrieb, der Künstlerinnen erst beschädigt und ihre Verletzung dann als Tiefe verkauft.

Das eigentliche Martyrium liegt heute vielleicht weniger im Schreiben selbst als in den Systemen, in denen Kunst entstehen soll: Hierarchien, Abhängigkeiten, Intendantenmacht, Förderlogiken, ästhetische Modebegriffe, Angst. Viele Intendanten verhalten sich wie neutrale Psychiater. Aber Neutralität in einem missbräuchlichen System ist nicht unschuldig. Sie stabilisiert das System.

Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?

Neben der Gesellschaftskritik interessiert mich bei Bachmann vor allem ihre Arbeit an Wahrnehmung. Sie fragt immer: Wer sieht? Wer darf sehen? Wer wird für verrückt erklärt, weil er genauer sieht als die anderen?

Mich interessiert daran, dass Wahrnehmung bei Bachmann nie neutral ist. Sie ist politisch, körperlich, gefährdet. Wer anders sieht, stört die Ordnung. Wer genauer sieht, wird schnell pathologisiert, vereinzelt oder zum Schweigen gebracht.

Für das Theater ist das zentral, weil Theater selbst mit Blicken, Körpern, Geräuschen, Reiz, Rhythmus und Sprache arbeitet. Wenn wir andere Wahrnehmungen ernst nehmen, reicht es nicht, sie als Thema auf die Bühne zu bringen. Dann müssen wir fragen, wie sie Formen verändert: Probenprozesse, Räume, Erzählweisen, Zeitlichkeiten und Hierarchien.

Bachmann ist darin radikal modern. Sie zeigt, dass Wahrnehmung politisch ist. Wer anders wahrnimmt, stört die Ordnung. Und genau dort beginnt Kunst.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt oder gefragt?

Vielleicht würde ich nicht mit einer literarischen Frage beginnen, sondern mit einer existenziellen.

Ich hätte ihr gesagt: Du hattest recht. Nicht als Denkmal, sondern als Warnung.

Ich hätte sie gefragt, wie man weiterarbeitet, wenn man zu viel sieht. Wie man sich nicht zerstören lässt von der eigenen Genauigkeit. Wie man eine Sprache findet, die nicht vom Betrieb verschluckt wird.

Und ich hätte sie gefragt, was sie heute zur Oper sagen würde: zu Institutionen, die politische und soziale Themen ästhetisch verwenden, ohne Verantwortung zu übernehmen.

Ich glaube, sie hätte wenig Geduld mit dieser Oberfläche gehabt.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Ich arbeite derzeit an mehren Linien: an meiner Promotion, an Buchprojekten, an Audioproduktionen sowie natürlich neuen Bühnenarbeiten.

Meine Promotion beschäftigt sich mit Neurodiversität und Wahrnehmung. Ich untersuche, was es bedeutet, anders wahrzunehmen, und wie sich daraus andere Formen von Sprache, Raum, Körper, Musik und Theater entwickeln lassen.

Daraus entstehen zwei Buchprojekte: eine Kinderbuchreihe über Unterschiedlichkeit und verschiedene Arten, Welt wahrzunehmen, sowie ein Fachbuch über theatrale Ausdrucksformen. Darin geht es um Körper, Stimme, Raum, Bild, Rhythmus und Assoziation als eigene Sprachen.

Diese Frage nach Wahrnehmung verbindet sich für mich mit meiner Arbeit an der Schnittstelle von Kunst, Psychologie und internationaler Organisationsberatung. Der Blick auf Wahrnehmung, Macht und Veränderung prägt meine künstlerische Arbeit und schärft mein Interesse daran, wie Menschen, Gruppen und Institutionen Wirklichkeit herstellen oder ausblenden.

Mit meinem Ensemble Transform23 arbeite ich an neuen Audioproduktionen, Musikalben, Hörspiel.

Für die Bühne arbeite ich an Uraufführungen und neuen Musiktheaterformen. Konkret beschäftigen mich Stoffe zu Krieg und Frieden, Demokratieverlust, Verletzlichkeit, Verantwortung und veränderter Wahrnehmung.

Mich interessiert Oper dort, wo sie mehr ist als Repertoirepflege: als extreme Form aus Stimme, Körper, Musik und Bild. Gerade weil Oper künstlich, übersteigert und eigentlich unmöglich ist, kann sie etwas sichtbar machen, was anders kaum sagbar wäre.

Unterhaltung, Leichtigkeit und Poesie gehören für mich dazu. Entscheidend ist, ob eine Form notwendig ist: ob sie etwas öffnet, Wirklichkeit anders sichtbar macht und dem Unsagbaren eine Stimme gibt.

Darf ich abschließend um ein Bachmann-Zitat oder einen Bachmann-Text bitten?

Am Ende komme ich immer wieder zu diesem Satz zurück:

„Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar.“

Für mich ist das kein schönes Schlusswort, sondern ein Auftrag: an das Publikum, an die Institutionen, an die Oper, an die Kunst. Wenn Kunst diese Wahrheit nicht mehr zumutet, sondern nur noch verwaltet und entschärft, verliert sie ihre Notwendigkeit.

Genau deshalb bleibt Bachmann für mich Gegenwart: eine Zumutung, eine Verbündete, eine Waffe gegen Oberfläche, Feigheit und das bequeme Schweigen.

Herzlichen Dank für das Interview!

Nina-Alexandra-Kupczyk- Regisseurin_Schriftstellerin

Zur Person: Nina Kupczyk I Regie und Text

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann.

Foto: Nina-Alexandra-Kupczyk _ Max van der Rose.

Walter Pobaschnig, 1.6.26

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„Lange zählt das Ich die Stäbe, bis jedes Wort ein Gitter trägt“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Nina-Alexandra, Kupczyk/Lisa Karner _ Berlin/Wien 24.7.2026

Lisa Karner, Tänzerin, Choreografin_ Wien _ acting Malina _
Ungargasse/Romanschauplatz Malina _ Wien
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig 8/21

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz Wien

MALINA _ Akrostichon

Text  _  Nina-Alexandra-Kupczyk- Regisseurin_Schriftstellerin _ Berlin

Performance _ Lisa Karner_Tänzerin, Choreografin _ Wien 

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Lisa Karner, Tänzerin, Choreografin_ Wien _ acting Malina _
Ungargasse/Romanschauplatz Malina _ Wien
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig 8/21

MALINA

M
an nennt es Kultur: Im Käfig brütet der Schwan den Frühling aus.

Aus Kinderreimen tropft Pflicht: Milch, Zahn, Zügel.

Lange zählt das Ich die Stäbe, bis jedes Wort ein Gitter trägt.

Im Fenster presst der Baum seine Narben in die Fensterhaut.

Nester hängen im Gewitter, aus Federn, Licht und fremdem Namen.

Aber Urkunst erstickt in Form, verwaltet bis zur weißen Null.

Nina Kupczyk, 1.6.2026

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz Wien

MALINA _ Akrostichon

Text  _  Nina-Alexandra-Kupczyk- Regisseurin_Schriftstellerin _ Berlin

Performance _ Lisa Karner_Tänzerin, Choreografin _ Wien 

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

 Nina-Alexandra-Kupczyk- Regisseurin_Schriftstellerin
Lisa Karner, Tänzerin, Choreografin

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Nina-Alexandra-Kupczyk _ Max van der Rose.

Fotos: Lisa Karner, Tänzerin, Choreografin_ Wien _ acting Malina _
Ungargasse/Romanschauplatz Malina _ Wien
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig 8/21

Walter Pobaschnig, 1.6.26

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„Statt mundtot zu werden, steht da die Schrift, das Wort.“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Anja Hirsch, Schriftstellerin _ Berlin 23.7.2026

Ingeborg Bachmann _ Anja Hirsch

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

im Interview _ Anja Hirsch, Schriftstellerin _ Berlin

Liebe Anja, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Eingetaucht war ich in ihre Texte schon früh, in „Malina“, „Der Fall Franza“, interessanterweise zuerst die Prosa, und zwar zunächst rein identifikatorisch. Endlich ein Hallraum für die eigene Dunkelheit! Dann habe ich im Germanistikstudium Anfang der 90er eine Hausarbeit über die Erzählung „Ein Wildermuth“ geschrieben.  Dieser Richter, der durch einen Angeklagten gleichen Namens in die eigene Vergangenheit gezogen wird und im Laufe der Verhandlung die Fassung verliert, großartig erzählt. Und mit Wittgenstein, den ich natürlich dazu förmlich inhalierte, so glasklar aufzufächern! Ohne sonstigen theoretischen Unterbau nah am Text zu bleiben. Habe eben meine geniale Hausarbeit überall gesucht und nicht gefunden. Was seltsam ist, da ich sicher war, sie aufbewahrt zu haben. Stattdessen habe ich „Malina“ als Lektüretipp in einem Uniordner von damals in einer Literaturliste zur feministischen Literaturwissenschaft entdeckt. Jetzt erinnere ich mich an meine Angst von damals, dass dieser Ansatz meine geliebte Ingeborg Bachmann reduziert. Wo ich doch die Sprachgewalt wichtiger fand als alle damit verhandelten Themen.

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

Für mich war es immer die Genauigkeit des Worts. Es zu zerlegen in seine Bestandteile und auf Bedeutungspartikel abzuklopfen. Es ernst zu nehmen und weiterzuentwickeln, durchaus logisch. Sich in der Logik dann verheddern und zum poetischen Kern vorzudringen. Dieser Prozess nimmt mich jedesmal mit und fasziniert mich bis heute.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

„Das dreißigste Jahr“ mit dreißig zu lesen, müsste Pflicht sein, könnte aber heute verstören? In ihrer motivischen Dichte finde ich immer noch die Erzählungen entdeckenswert. Neben den Gedichten, natürlich. „Malina“ ist so sehr an mein frühes Ich gebunden, dass ich nicht weiß, wie es auf Leser*innen heute wirkt. Die neu zu entdeckenden Briefe lese ich mit einer mir unheimlichen Freude, nicht sicher, ob es richig ist, und nur in kleinen Dosen.

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Hellsichtig! Und das zu einer Zeit, da dies nicht in aller Munde lag. In der Wand zu verschwinden (Malina), ist ja keine Sozialtheorie, sondern eine Handlung, die man aktiv oder passiv lesen kann, aber jedenfalls ist es ein starkes Bild, das einen förmlich  hineinzieht. Statt mundtot zu werden, steht da die Schrift, das Wort. Ein Gegenüber, das ich formen kann und in das ich auch etwas einlegen, einarbeiten kann. Die ganze Not, aber auch die Hoffnung auf Veränderung.

Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?

Hoffentlich nicht zu vorsichtig! Lieben hat was mit Mut zu tun. Bei aller Leidenschaft in den Lieben Ingeborg Bachmanns können wir uns ruhig auch ein Quantum Mut von ihr borgen und die Freude am Austausch. Sich Briefe zu schreiben, ist ja leider etwas aus der Mode kommen. Aber es ermöglicht doch, bei allem Risiko, ein tiefes sich Einlassen auf ein Du. Falls wir nicht nur monologisieren. Diese dialogische Kraft mag ich sehr. Die Gefahren des (falsch verstandenen) Worts liefert sie zwar gleich mit. Aber sie macht uns dadurch eben auch sensibel für den Verlust des Eigenen innerhalb von Beziehungen. Das auszuhandeln, erscheint mir wichtig. Über die unterschiedlichen Bedürfnisse von Nähe und Distanz zu sprechen. Gerade in unseren oft immer noch festgefahrenen, vorgelebten Rollen. Wenn wir dieser Art verzweifeltem Austausch etwas mehr Leichtigkeit und Humor hinzufügen, lässt sich lieben, und zwar nicht nur in der Literatur.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Mit sich allein zu sein, ohne verrückt zu werden, ist schon eine der höchsten Künste, finde ich. Ständig mit anderen zu sein, aber auch! Dazwischen leuchten das Schreiben und andere Ausdrucksmöglichkeiten als „Damm“, wenn wir Ingeborg Bachmann in diesem Zitat wieder wörtlich nehmen. Mir scheint, dass sie kein Wort unüberlegt gebraucht. Sie zwingt uns, genau hinzuhören. Und wenn wir dieses „verdammt“ sein abklopfen, bricht es für mich in diesen Grenzwall auf. Etwas ist aufgestaut, nichts kann fließen. Sich das klar zu machen, ist schon der erste Schritt, daran zu kratzen. Und ja, dieser Prozess kann beim Schreiben auch manchmal arg werden!

Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?

Das Handwerk: Man merkt das Hauen und Klöppeln und Meißeln. Hier mal Beispiele heraussuchen und in der Schule selbst schreiben lassen. Um die Freude am eigenen Formulieren zu erwecken.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Ich hätte mich gerne für ihre Sprache bedankt, die zu entdecken ein Wendepunkt in meinem Leben war. Nie hätte ich mich sonst aller Worte beim eigenen Schreiben bedient. In meinen frühen Texten noch mehr. Diese Spielwiese war klasse. So ein Satz von mir, irgendwann mit Anfang zwanzig mit Schreibmaschine aufs Papier gehackt, als Anfang einer Geschichte mit dem dramatischen Titel „Bewohnt“: „Ich bin randvoll mit den Ausdunstungen der Anderen.“ Das würde ich heute nicht mehr so schreiben. Aber dass ich mich damals in dieses Überforderungsgefühl hineingetraut habe!

Gefragt hätte ich sie vielleicht, was ihr Hoffnung macht und wie sie Schwergewichte und Schönheit beim Schreiben austariert.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Ich sitze nach einigen verworfenen Projekten an einem Stoff, der immer da war. Jetzt höre ich genau zu und stelle alles andere in den Hintergrund. Hoffentlich wird daraus bald mein fertiger, zweiter Roman.

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

„Meine Situation wird immer gespenstischer.“ Das ist aus einem Brief an Celan 1952. Aus dem Kontext gerissen, drückt es alles aus. Wir könnten es wenden in „unsere“ Situation.

Herzlichen Dank für das Interview!

Anja Hirsch, Schriftstellerin

Zu Person/Werk: Anja Hirsch ist Autorin, Journalistin, Literaturwissenschaftlerin und Life Script® Coach. 2021 erschien ihr Debütroman »Was von Dora blieb« (C. Bertelsmann). 2006 wurde sie in Germanistik mit einer Arbeit zu Wilhelm Genazino promoviert. Viele Jahre Journalistin für überregionale Medien (u.a. Deutschlandfunk, FAZ, WDR), gibt sie heute auch Kurse im biografischen wie kreativen Schreiben. 1969 in Frankfurt am Main geboren, studierte sie in Freiburg im Breisgau, Kanada und Bielefeld Germanistik und Musikwissenschaft. Sie lebt in Unna und Berlin.

http://www.anjahirsch.com

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann.

Foto: Anja Hirsch _ Johannes T.Melcher

Walter Pobaschnig, 2.6.2026

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Schuldbuch und Schwelle. Zu Ingeborg Bachmanns »Salz und Brot«. TomMcCarthy. Diaphanes Verlag.


100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _
Ein ganz besonderer Beitrag dazu ist der vorliegende literarische Essay zum Gedicht „Salz und Brot“ von Ingeborg Bachmann (1953).

Der in Berlin lebende Schriftsteller Tom Carthy stellt „Salz und Brot“ in einen umfassenden Werkskontext, der insbesondere auch auf den Roman „Malina“ eingeht und darin das Verständnis von Existenz im Gebundensein von Geschichte und Nachwirkung, Trauma und Gesellschaft wie Mensch und Gegenwart in Perspektive und Zukunft öffnet. Weitere literarische Referenzen gehen auf die Topoi des Übergangs „Schwelle“ in Weg und Grenze ein. Es ist eine sehr spannende literarische Reise zu Leben und Werk Bachmanns entlang eines zentralen lyrischen Textes.

Schuldbuch und Schwelle. Zu Ingeborg Bachmanns »Salz und Brot«. Tom
McCarthy. Diaphanes Verlag.

Translated by Marie Glassl
Softcover, 80 pages
EUR 16


Walter Pobaschnig 7/26
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„Tod findend und verjagend“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Siegfried Völlger/ Sarah Zaharanski _ Text & Performance _ Augsburg/Wien 23.7.2026

Sarah Zaharanski, Schauspielerin_performing „Malina“ _
am Original-Romanschauplatz_Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig 6/21

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz „Malina“

UNDINE GEHT _ Akrostichon

Text _  Siegfried Völlger, Schriftsteller _ Augsburg/D

Performance _ Sarah Zaharanski, Schauspielerin _Wien 

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Sarah Zaharanski, Schauspielerin_performing „Malina“ _
am Original-Romanschauplatz_Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig 6/21
Sarah Zaharanski, Schauspielerin_performing „Malina“ _
am Original-Romanschauplatz_Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig 6/21

UNDINE GEHT


U
nter der Schar der

Nackten des Geistes

Der Geistesleere und

In der Schlichtheit des Daseins

Nicht übersehen bitte

Engelserscheinungen, verkleidet

Gottlose Gestalten

Eifrigen Tuns

Hilfe suchend

Tod findend und verjagend

Siegfried Völlger, 28.3.26

Sarah Zaharanski, Schauspielerin_performing „Malina“ _
am Original-Romanschauplatz_Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig 6/21
Sarah Zaharanski, Schauspielerin_performing „Malina“ _
am Original-Romanschauplatz_Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig 6/21

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz „Malina“

UNDINE GEHT _ Akrostichon

Text _  Siegfried Völlger, Schriftsteller _ Augsburg/D

Performance _ Sarah Zaharanski, Schauspielerin _Wien 

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

UNDINE GEHT

Undine geht, Erzählung, Ingeborg Bachmann, 1961.

„Undine geht“ ist einer der zentralen Texte in Ingeborg Bachmanns Werk. Dieser erschien im ersten Prosaband „Das dreißigste Jahr“ (1961) und nimmt das Motiv des Undine Mythos _ Liebe, weibliche Menschwerdung, Verrat und Rache – auf und transformiert dies in die Struktur gegenwärtiger patriarchal geprägter Gesellschaftsverhältnisse in Macht und Zerstörung. „Undine geht“ ist einer der meist rezipierten Texte Bachmanns und erfährt zahlreiche künstlerische Zugänge und Dialoge.

 Siegfried Völlger, Schriftsteller _ Augsburg/D
 Sarah Zaharanski, Schauspielerin _Wien 

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann.

Foto: Siegfried Völlger _ privat.

Fotos: Sarah Zaharanski, Schauspielerin_performing „Malina“ _
am Original-Romanschauplatz_Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig 6/21

Walter Pobaschnig, 28.3.2026

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