„Undine geht“ ist einer der zentralen Texte in Ingeborg Bachmanns Werk. Dieser erschien im ersten Prosaband „Das dreißigste Jahr“ und nimmt das Motiv des Undine Mythos _ Liebe, weibliche Menschwerdung, Verrat und Rache – auf und transformiert dies in die Struktur gegenwärtiger patriarchal geprägter Gesellschaftsverhältnisse. „Undine geht“ ist einer der meist rezipierten Texte Bachmanns und erfährt zahlreiche künstlerische Zugänge und Dialoge.
Lieber Christian, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Mindestens viermal pro Woche ins Museum zur Arbeit gehen. Jeden Tag glauben und hoffen, dass ich mein Buch endlich fertigbringe. Gelingt fast nie. Es muss alles passen. Gegessen muss nämlich auch werden, Kaffee getrunken auch.
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Nicht aufgeben. An allem dranbleiben, was uns wichtig ist. Uns nicht raushalten und glauben, dass uns niemand zuhört. Den Ärger durch Ventile ablassen und aus dem Druck Energie erzeugen. Es gibt so viel unnützen Ramsch, der uns täglich im Weg steht. Wir leiden darunter und bemerken nicht, dass der Ramsch unser Arbeitsmaterial ist. Ich glaube, jeder kann seinen Beitrag zu einem Etwas leisten, das wir gar nicht kennen. Künstler haben den Vorteil, dass sie ein Kommunikationsmedium haben, das nicht nur im Werk von Relevanz ist. Ich tue alles, um nicht zum Eigenbrötler zu werden. Es ist nicht leicht, sicher. Ein Beispiel zum Verständnis: Einem ehemaligen Arbeitskollegen, der vor zehn Jahren aus dem Tschad gekommen ist, der für 15 Euro Stundenlohn jeden Tag von Cottbus drei Stunden zur Arbeit fährt, hat irgendjemand durchs Fenster in die Wohnung geschossen. Es waren mehrere Schüsse, ins Kinderzimmer. Von der Polizei wird (noch) nicht ermittelt. Es ist Monate her. Ich arbeite neuerdings im Bode Museum. Vor kurzem wurden an den „Bruder“ liebe Grüße ausgerichtet, nicht dem Kollegen, dem Freund vielleicht.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?
Ehrlich gesagt, Walter, sehe ich keinen Aufbruch, keinen Neubeginn. Seit Jahren sehe ich Aufbrüche und Neubeginne, die mir völlig ausreichen, um jeden Tag fast zu resignieren. Fast! Ich weiß, wir Künstler sollten wissen, dass die Menschen, für die wir arbeiten, unsere Bücher und sonstigen Werke nie lesen, nie sehen werden. Wir haben die verdammte Pflicht, das, was wir gerne unsere Begabungen nennen, nicht achtlos versickern lassen sollen, sie nicht einpacken und mit „nach Hause“ nehmen dürfen. Das ist kein pathetisches Geschwafel. Ich würde auch gern von dieser, meiner „wirklichen“ Arbeit, leben können. Wichtig, oder besser wünschenswert, ist für mich in Wirklichkeit aber nur und ausschließlich, gelesen zu werden. Wir müssen die Leute rausreißen aus dem Alltäglichen, das ist Sinn der Kunst, der wirkliche Zweck unserer Arbeit. Viele wollen auch nicht rausgerissen werden, verstehe ich. Dann sollten sie aber auch nicht jammern.
Was liest Du derzeit?
„Natur und Gender“ von Christoph Türcke. Der Untertitel: Kritik eines Machbarkeitswahns.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„Töten – das tun auch die Tiere, gelegentlich auch ihresgleichen. Aber rituell töten, in feierlicher Versammlung an einem bestimmten Ort nach einem festgelegten Schema: das ist ein exklusives Merkmal des Menschen“.
Helena May Heber – Schauspielerin/Regisseurin/Bildhauern _ performing Malina _ am Original-Romanschauplatz Malina in Wien _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann _ Walter Pobaschnig 8/21, folgende
100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _
Text & Performance am Originalschauplatz „Malina“ Wien
MALINA _ Akrostichon
Text & Performance _ Helena May Heber, Schauspielerin, Regisseurin, Bildhauerin _ Salzburg
Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig
MALINA
Mit
Allwissendem
Lächeln
Ins
Narbenreißende
Außen
Helena May Heber,9.10.2026
Helena May Heber – Schauspielerin/Regisseurin/Bildhauern _ performing Malina _ am Original-Romanschauplatz Malina in Wien _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann _ Walter Pobaschnig 8/21
100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _
Text & Performance am Originalschauplatz „Malina“ Wien
MALINA _ Akrostichon
Text & Performance _ Helena May Heber, Schauspielerin, Regisseurin, Bildhauerin _ Salzburg
Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig
Ingeborg Bachmann, Rom 1962
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.
Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.
Helena May Heber – Schauspielerin/Regisseurin/Bildhauern
Zur Person/über mich: Helena May Heber geboren 1997 in Salzburg, absolvierte 2016 ihre Ausbildung zur Bildhauerin an der HTBLA Hallstatt. Danach folgte das Schauspielstudium am Schauspielhaus Salzburg, das sie 2021 mit Diplom abschloss. Von 2018 bis 2021 war sie dort Teil des Jugend-Ensembles und verkörperte unter anderem Alice in „Alice im Wunderland“. Weitere Engagements führten sie an die TheaterArche Wien, das Theater ecce Salzburg, das Theater der Mitte, die Schauburg München, inscriptum und zu Opera Incognita.
2023 war sie unter anderem als Gretchen in „Faust“ bei den Festspielen der Stadt Dorfen zu erleben. Sie besuchte Kurse bei Keith Johnstone, Adrian Goiginger, Kristian Nekrasov und Marcelo Diaz.
2022 war sie als Regieassistentin und Inspizientin an der Schauburg München tätig. Für den Verein „Töchter der Kunst“ übernahm sie die Co-Regie für „Bravo Girl“ und bei theater.direkt die Regie für „Else (ohne Fräulein)“. Derzeit arbeitet sie als freischaffende Schauspielerin, Bildhauerin/Ausstatterin und Regisseurin im deutschsprachigen Raum.
Fotos: Helena May Heber – Schauspielerin/Regisseurin/Bildhauern _ am Romanschauplatz Malina in Wien _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann _ Walter Pobaschnig 8/21
Ingeborg Bachmann auf ihrer Terrasse, Rom, Bocca de Leone, um 1970
100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _
Im Interview _ Helena May Heber, Schauspielerin, Regisseurin, Bildhauerin _ Salzburg
Liebe Helena May, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns?
Mir war Ingeborg Bachmann schon lange ein Begriff, richtig auseinandergesetzt habe ich mich erst jetzt mit ihrem Werk und ihrer Persönlichkeit, weil ich sie im kommenden Jahr in einem Theaterprojekt verkörpern darf.
Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?
Ihre zugleich poetische, klare und doch teils harte, weil unmittelbare Sprache.
Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?
Mich persönlich spricht „Das dreißigste Jahr“ sehr an. Vielleicht, weil ich selbst bald dreißig werde.
Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?
Viele ihrer Texte könnten ebenso heute geschrieben worden sein, um das aktuelle Welt-Geschehen in Worte zu fassen.
Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?
Ich weiß nicht, ob es erstrebenswert ist, wie Bachmann zu lieben. Ihr vollkommenes Lieben schloss immer auch schon den Absturz nach dem Höhenrausch ein.
„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?
Für mich ist es ein Geschenk, Kunst zu machen. Für Ingeborg Bachmann war es wohl auch ein Martyrium.
Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?
Ihre Suche nach etwas, das sie wohl nie gefunden hat und den daraus resultierenden, beinahe greifbaren, Schmerz.
Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?
Wie würdest du dich selbst spielen, wenn du dich selbst verkörpern wolltest?
Was sind Deine aktuellen Projektpläne?
Ich recherchiere für zukünftige Theaterprojekte.
Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?
„Im Widerspiel des Unmöglichen mit dem Möglichen erweitern wir unsere Möglichkeiten.“ (Aus der Rede zur Verleihung des Hörspielpreises der Kriegsblinden)
Herzlichen Dank für das Interview!
Helena May Heber – Schauspielerin/Regisseurin/Bildhauern _ am Romanschauplatz Malina in Wien _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann _ Walter Pobaschnig 8/21, folgendes
Zur Person/über mich: Helena May Heber geboren 1997 in Salzburg, absolvierte 2016 ihre Ausbildung zur Bildhauerin an der HTBLA Hallstatt. Danach folgte das Schauspielstudium am Schauspielhaus Salzburg, das sie 2021 mit Diplom abschloss. Von 2018 bis 2021 war sie dort Teil des Jugend-Ensembles und verkörperte unter anderem Alice in „Alice im Wunderland“. Weitere Engagements führten sie an die TheaterArche Wien, das Theater ecce Salzburg, das Theater der Mitte, die Schauburg München, inscriptum und zu Opera Incognita.
2023 war sie unter anderem als Gretchen in „Faust“ bei den Festspielen der Stadt Dorfen zu erleben. Sie besuchte Kurse bei Keith Johnstone, Adrian Goiginger, Kristian Nekrasov und Marcelo Diaz.
2022 war sie als Regieassistentin und Inspizientin an der Schauburg München tätig. Für den Verein „Töchter der Kunst“ übernahm sie die Co-Regie für „Bravo Girl“ und bei theater.direkt die Regie für „Else (ohne Fräulein)“. Derzeit arbeitet sie als freischaffende Schauspielerin, Bildhauerin/Ausstatterin und Regisseurin im deutschsprachigen Raum.
Fotos: Helena May Heber – Schauspielerin/Regisseurin/Bildhauern _ am Romanschauplatz Malina in Wien _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann _ Walter Pobaschnig 8/21
Im Interview _Marco Grosse, Schriftsteller, Übersetzer _Bonn
Lieber Marco, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns?
Für mich ist Ingeborg Bachmann in zweifacher Hinsicht interessant. Aus der Perspektive des Schriftstellers und Übersetzers und auch durch meinen persönlichen Ägyptenbezug.
In ihrem unvollendeten Romanfragment „Der Fall Franza“ geht es um die psychische und physische Zerstörung der Protagonistin Franza durch ihren Ehemann, den Psychiater Jordan und die darauffolgenden Reise nach Ägypten als Suche nach Heilung.
Alda Merini, die berühmte italienische Lyrikerin, die ich ins Deutsche übersetzt habe, wurde durch ihren Ehemann Carniti in die Nervenheilanstalt eingewiesen. Zwar litt Merini tatsächlich an einer bipolaren Störung, doch die Einweisung in ein „Irrenhaus“ war in der patriarchalen Gesellschaft damals ein gängiges und rechtmäßiges Instrument, um unangepasste oder intellektuell aus dem Rahmen fallende Ehefrauen unkompliziert loszuwerden. Ingeborg Bachmann denunziert in ihren Werken die Unterdrückung der Frau. Sie analysiert radikal das Verhältnis zwischen Ehemann und Frau und glaubte, dass der Faschismus nach Kriegsende nicht verschwunden war, sondern lediglich im Privaten der Beziehungen zwischen Mann und Frau weiterlebte. Hier treffen sich Merini und Bachmann durch die Problematik der Stellung der Frau in Gesellschaft und Familie.
Des Weiteren hatte für mich Ägypten in meiner Kindheit eine befreiende Wirkung, die mir sehr bei der Persönlichkeitsfindung geholfen hat. In Europa fühlte ich mich eingeengt. Die Weite der Wüste hingegen, die Lebensfreude der Menschen mit ihrem alltäglichen Humor, waren der Nährboden, der zur Selbstfindung half. Man könnte also sagen, dass das Land etwas Heilendes besaß. Ägypten war somit ein weiterer gemeinsamer Bezugspunkt.
Es gibt aber für mich noch einen weiteren Zugang.
Ingeborg Bachmann hielt an der Deutschen Schule Kairo, an der ich sieben Jahre zur Schule ging, eine Lesung. Dies war zwar lange vor meiner Zeit, doch ihre Anwesenheit wirkte noch nach. Die Fotos von ihr in Ägypten machten in der Schule immer wieder die Runde und auch ihr Name war bekannt und wurde oft genannt. Doch ihrem Werk näherte ich mich durch Max Frisch. Dies war schon später, als wir im Deutschunterricht Homo Faber lasen, aber auch durch Friedrich Dürrenmatt, der bekanntlich durch eine schwierige Freundschaft mit Max Frisch verbunden war und ebenfalls die Deutsche Schule Kairo 1985 besucht hatte. Auf ihre Weise sind diese Autoren miteinander verbunden und führen zueinander, wenn man sich mit ihnen beschäftigt.
Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?
Hinsichtlich Bachmanns Lyrik habe ich mich von ihrer existentialistischen Sinnsuche angesprochen gefühlt. Vielleicht hängt sie eng mit der damaligen Zeit zusammen. Generell aber, ohne auf ein spezifisches Werk einzugehen, gefällt mir besonders ihr Ringen um Sprache, die fast juristische Suche nach Begriffsgenauigkeit, um der Wahrheit durch ihre Bedeutungen so nah wie möglich zu kommen.
Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben und warum?
Besonders hervorheben möchte ich „Der Fall Franza“, das ich bereits erwähnte. Im Romanfragment geht Ingeborg Bachmann auf die Atmosphäre der Komplizenschaft zum Deutschland der dreißiger Jahre ein, die sie bei der auslandsdeutschen Gemeinschaft in Kairo erlebt hat. Sie bringt zum Ausdruck, wie bei diesen Menschen und in ihrem Alltag der Faschismus weiterlebte. Ich persönlich kann nicht von ähnlichen Beobachtungen aus den achtziger Jahren berichten. Natürlich gab es viele Auslandsdeutsche, die unterschiedliche politische Einstellungen besaßen. Doch größtenteils, insbesondere hinsichtlich der Deutschen Schule Kairo, waren die Lehrkräfte weltoffen. An der Schule gab es zahlreiche Lehrer, die jünger und von den Achtundsechziger-Jahren geprägt waren. Sie besaßen fast alle Campingbusse und führten ein hippieähnliches Leben. „Sag mir, wo die Blumen sind“ war das Lieblingslied meines Klassenlehrers. Die Lehrer, die verspannt und verkrampft nach Kairo kamen, lernten sehr schnell, eine entspannte und lebensfrohe Gleichgültigkeit gegenüber dem Alltagschaos als Lebenseinstellung einzunehmen, und ließen sich auf Land und Leute ein. Das war anders als in den sechziger Jahren, als Ingeborg Bachmann die Schule besucht hatte. Dies wiederum macht das Buch für mich persönlich so interessant.
Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?
Christa Wolf hat in einer Lesung – ich glaube, es war auch an der Deutschen Schule Kairo (oder war es schon in Mailand?) – auf die Frage, ob sie glaube, dass so etwas wie in den dreißiger Jahren in Deutschland erneut passieren könne, mit der Befürchtung geantwortet, dies könne ihrer Meinung nach jederzeit wieder geschehen. Ich würde diese Frage auch an Ingeborg Bachmann stellen wollen, doch mit der Ergänzung, auf welche Art und Weise sie glaube, dass sich eine Wiederholung manifestieren könnte.
Was sind Deine aktuellen Projektpläne?
Ich habe immer viele Projekte, die gleichzeitig ihren Abschluss suchen. Manchmal liegen sie allerdings mehrere Jahre unfertig in einer Schublade, schlummern in meinem Hinterkopf, bis ich sie zu einem anderen, vielleicht passenderen Zeitpunkt zu Ende bringe. Ich vergesse sie nicht, es ist einfach eine Zeitfrage, oft ändern sich auch nur die Prioritäten. Ich muss einen Text, an dem ich arbeite, auch fühlen können. Fast immer versuche ich jedoch, einen Abschluss zu finden.
Konkret spreche ich aber nicht gern über ein Projekt, das noch nicht abgeschlossen ist. Da bin ich etwas abergläubisch.
Was ich aber verraten kann, ist, dass mein nächstes Buch ein kleines Buch auf Italienisch und Englisch sein wird. Es wird von einer bekannten italienischen Illustratorin illustriert und wird sehr bald in Druck gehen.
Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?
„Ägypten ist eine Landschaft, für die die Augen gemacht sind.“
Doch da dieses Bachmann Zitat auch auf Adolf Opels Buch, seine Reiseerinnerungen mit Ingeborg Bachmann, steht, möchte ich noch ein weiteres anfügen, das auch gut in unsere Zeit passt. „Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar.“
Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.
Lisa Carolin Nemec, Schauspielerin _ acting „Malina“ _ Romanschauplatz Malina _ Wien _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _ Walter Pobaschnig 2/26, folgende
100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _
Text & Performance
INGEBORG _ Akrostichon
Text & Performance _ Lisa Carolin Nemec, Schauspielerin
Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig
Lisa Carolin Nemec, Schauspielerin _ acting „Malina“ _ Romanschauplatz Malina _ Wien _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _ Walter Pobaschnig 2/26, folgende
INGEBORG
In ihren Texten thematisiert Bachmann Gewalt in Beziehungen.
Nicht offen, sondern sprachlich verborgen.
Geschlechterrollen werden kritisch hinterfragt.
Existenzielle Angst prägt ihre Figuren.
Beziehungen erscheinen als Orte der Verletzung.
Ohnmacht und Sprache stehen im Zentrum.
Radikal fordert sie neue Formen des Denkens.
Gegen die zerstörerische Macht der Sprache.
Lisa Carolin Nemec, 2.3.2026
100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _
Text & Performance
INGEBORG _ Akrostichon
Text & Performance _ Lisa Carolin Nemec, Schauspielerin
Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig
Ingeborg Bachmann, Rom 1962
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.
Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.
Lisa Carolin Nemec, Schauspielerin
Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann
Fotos: Lisa Carolin Nemec, Schauspielerin _ acting „Malina“ _ Romanschauplatz Malina _ Wien _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _ Walter Pobaschnig 2/26.
Im Interview _ Anne Marie Pircher, Schriftstellerin _ Meran
Liebe Anne Marie, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns?
Ich finde mich in ihren Gedichten und in ihrer Prosa sehr oft wieder. Als Schülerin an der Oberschule hat sie mich damals schon in ihren Bann gezogen und nie mehr wirklich losgelassen, obwohl ich ihr oft zu entfliehen versuchte.
Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?
Die Fähigkeit, unvergleichliche Bilder zu Lyrik und Prosa zu verdichten. Intellekt und tiefes Gefühl verbindet sie in ihren Texten zu großartiger Literatur. Sie war wohl eine Meisterin des Schauens und Fühlens.
Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?
Da bin ich überfragt. Ich müsste ihre Werke neu lesen.
Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?
Sie war radikal und das macht unter anderem auch ihren Wert aus. Das hatte seinen Preis, begründet aber auch ihren großen Erfolg. Die patriarchale Macht zerstört und verletzt weiterhin und ich bezweifle, ob das jemals überwunden werden kann. Im Grunde ändern sich nur Gesichter und Formen, Gewalt und Machtmissbrauch werden heute vielleicht subtiler und unter Deckmänteln ausgeübt, aber sie sind so präsent wie eh. Ingeborg Bachmann hatte auch für das Unterschwellige und nicht Offensichtliche gewaltstarke Bilder parat, die sie beinahe unerschöpflich aus sich herausholen konnte. Sie gelten heute wie damals.
Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?
Diesen famosen Satz über die Männer kann ich aus ihrer Perspektive nachempfinden, aber ich teile ihn nicht. Da bin ich differenzierter. Wie wir lieben? Immer gleich und immer wieder im Kreis. Das Thema Liebe bleibt unser aller Baustelle. Bachmann trug, so denke ich, das Widersprüchliche auch tief in sich. Sie war nicht nur Opfer, sondern auch stark in ihren emotionalen und intellektuellen Forderungen ans andere Geschlecht. Aber als Frau traf sie natürlich zur damaligen Zeit auf harte Bedingungen im Kampf um Liebe und gleichzeitige Unabhängigkeit. Heute ist es vielleicht besser, aber schwierig allemal.
„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?
Sehr oft, aber nicht zwingend. Es hat wohl viel mit den Lebensumständen zu tun und welche Art von Kunst jemand ausübt.
Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?
Ihre Ironie und ihr hintergründiger Humor werden oft vergessen. Ich empfehle als Beispiel: „Ihre glücklichen Augen“.
Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?
Ich hätte gern mit ihr gelacht.
Was sind Deine aktuellen Projektpläne?
Ich arbeite jeden Tag auf die eine oder andere Weise, auch abseits vom schriftlichen Wort. Ich gehe weiter, denkend.
Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?
im Interview _Céline Lassalle, Verlegerin _ Berlin
Liebe Céline, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns?
Ich kam mit ihr über ihr Romanprojekt Todesarten in Berührung. Das Thema der kollektiven Traumata der Nachkriegsgesellschaft, das wohl lange nicht versiegt ist und für mich als studierte Anthropologin Anknüpfungspunkte bereithält.
Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?
Es gibt noch sehr viele Überbleibsel und diese werden spürbar, der Feminismus sollte sich diese Härte nicht aneignen.
Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?
Gerade bezogen auf Liebe denke ich bei aller Theorie manchmal: Liebe ist Liebe, Texte sind Texte. Wenn Männer krank sind, sollte man auch nicht mit ihnen Liebe haben oder sie versuchen zu heilen.
„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?
Es sollte ganz sicher keine Nabelschau bleiben, sondern darüber hinaus gehen.
Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?
Vielleicht würde es Dir gut tun, dir selbst Grenzen zu dir und den anderen zu setzen.
Was sind Deine aktuellen Projektpläne?
Ich muss heute noch den Klappentext zum Buch „Magnus an der Wahlurne“ schreiben.
Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?
Ina Soléa,Schauspielerin, Model _ Wien _ performing Malina _ Originalschauplatz Wien _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _ Walter Pobaschnig 1/22 f.
100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _
Text & Performance _ Originalschauplatz „Malina“_ Wien
MALINA_UNDINE GEHT _ INGEBORG _ Akrosticha
Text _ Petrus Akkordeon, Künstler, Schriftsteller_ Berlin
Performance _ Ina Soléa,Schauspielerin, Model _ Wien
Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig
MALINA_UNDINE GEHT _ INGEBORG
M öchte
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A ufspüren
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N ächtlich
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G eschmack
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Petrus Akkordeon, 3.10.2026
Ina Soléa,Schauspielerin, Model _ Wien _ performing Malina _ Originalschauplatz Wien _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _ Walter Pobaschnig 1/22 f.
100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _
Text & Performance _ Originalschauplatz „Malina“_ Wien
MALINA_UNDINE GEHT _ INGEBORG _ Akrosticha
Text _ Petrus Akkordeon, Künstler, Schriftsteller_ Berlin
Performance _ Ina Soléa,Schauspielerin, Model _ Wien
Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.
Fotos: Ina Soléa, Schauspielerin, Model _ Wien _ performing Malina _ Originalschauplatz Wien _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _ Walter Pobaschnig 1/22