Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin – BEATRIXGASSE _ lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.
Sonja M. Schultz, Schriftstellerin _ Berlin
Zur Person: Sonja M. Schultz lebt, liebt, arbeitet als Autorin in Berlin.
2012 erschien ihr Filmbuch „Der Nationalsozialismus im Film. Von Triumph des Willens bis Inglourious Basterds“ im Bertz+Fischer Verlag, das auf ihrer Doktorarbeit und auf über zehn Jahren Auseinandersetzung mit der filmischen Verarbeitung menschlicher Abgründe basiert. 2015 fasste sie den Entschluss, sich nicht mehr nur monofokussiert mit Nazizeit, Krieg und Holocaust zu beschäftigen – und schon gar nicht mehr universitär –, sondern endlich ernsthaft literarisch zu schreiben. 2019 erschien ihr Debütroman „Hundesohn“ bei Kampa, 2025 ihr Ostpunkroman „Mauerpogo“ bei Blumenbar/Aufbau.
2026 erhielt Sonja M. Schultz den Anna Seghers-Preis.
Insta: sonja.m.schultz
Pia Schiel, Schauspielerin _Wien
Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann
Foto: Sonja M. Schultz _ Maurus Knowles
Fotos: Pia Schiel, Schauspielerin _ Wien _ performing _ Originalschauplatz Wien _ Lebensort von Ingeborg Bachmann in Wien 1946-49 _ Walter Pobaschnig 6/26
Im Interview _ Sonja M. Schultz, Schriftstellerin _ Berlin.
Liebe Sonja, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns?
Ich habe mich für mein Filmbuch über zehn Jahre lang in die Themen Nationalsozialismus, Holocaust, deutsche Erinnerungskultur und deren Abwehr gegraben. Dabei war für mich zentral, dass der Faschismus kein fernes, abgeschlossenes Kapitel der Historie ist, sondern eine ständige Möglichkeit menschlichen Denkens und Handelns. Ein Ereignis, das seine strukturellen Wurzeln in Autoritarismus, Nationalismus, patriarchalem Besitzdenken und Gewaltlust hatte. Eine Geschichte, die weiter in uns wirkt und fortgeschrieben wird, wenn man sich ihr nicht bewusst entgegenstellt. Diese Sicht war, nach meinem Verständnis, auch die von Ingeborg Bachmann – bei ihr mit einem speziellen Fokus auf die Geschlechterverhältnisse. Sie hat gegen das faschistische Gift in den zwischenmenschlichen und gesellschaftlichen Machtbeziehungen angeschrieben.
Was macht das Besondere ihres Schreibens aus?
Mich interessiert, wie sie mit den Mitteln der Sprache das Instrument Sprache selbst kritisch befragt, auseinandernimmt, auf Tauglichkeit und Versagen prüft. Wo ist Sprache Propaganda, Ideologe und führt zu Gewalt? Wo lügt und verschleiert sie? Verkitscht sie die Zustände? Wo wird sie untauglich, hilflos, Stotterei? Wie ist es möglich, nach Auschwitz Poesie zu schreiben? Wie viel mehr Wahrheit über die Menschen lässt sich in einem Gedicht unterbringen als in einem wissenschaftlichen Text? Und: Wie klingt dieses Gedicht?
Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben und warum?
Kein einzelnes Werk – mehr mein ganz persönliches Bachmanngefühl. Für mich liegt eine große intellektuelle Sexyness in ihrem Spektrum zwischen scharfer Analyse und experimenteller Sprachlust. Gepaart mit ihrem tief empfundenen ethischen Anspruch an Literatur.
Bevor ich je etwas von ihr gelesen hatte, wusste ich nur, dass sie mit einer Zigarette im Bett eingeschlafen war, und ich kannte ihren Satz „Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar“. Den habe ich viel zitiert: ohne Wahrheit keine Entwicklung, keine Mündigkeit. Mit den Jahren bilde ich mir ein, immer mehr gelernt zu haben, was für ein weites Feld „Wahrheit“ sein kann, schwer zu erreichen und teils bis aufs Blut umkämpft. „Wahrheit“ ist der Begriff, den ich am meisten mit Ingeborg Bachmann verbinde.
Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?
Liebe Frau Bachmann, ich würde mich so gern bei einer Schachtel Zigaretten mit Ihnen über Ihre Sicht auf die heute herrschenden Machtverhältnisse unterhalten. Die zwischen den Geschlechtern, zwischen den superreichen Klassen und dem großen Rest, aber auch über die neuen Faschismen und ihre Auslöschungsfantasien, den Radikalkapitalismus und die sich zuspitzende globale Ökokatastrophe – und wie das alles zusammenhängt. Welche Marke rauchen Sie? Ich besorge vorsichtshalber eine ganze Stange.
Was sind Deine aktuellen Projektpläne?
Sie haben mit deutschen Kolonien in Afrika, einem Elefanten, einer abgezogenen Pferdehaut und einer lautstark platzenden Fruchtblase zu tun.
Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?
Lösch die Lupinen!
Herzlichen Dank für das Interview!
Sehr gern!
Sonja M. Schultz, Schriftstellerin
Zur Person: Sonja M. Schultz lebt, liebt, arbeitet als Autorin in Berlin.
2012 erschien ihr Filmbuch „Der Nationalsozialismus im Film. Von Triumph des Willens bis Inglourious Basterds“ im Bertz+Fischer Verlag, das auf ihrer Doktorarbeit und auf über zehn Jahren Auseinandersetzung mit der filmischen Verarbeitung menschlicher Abgründe basiert. 2015 fasste sie den Entschluss, sich nicht mehr nur monofokussiert mit Nazizeit, Krieg und Holocaust zu beschäftigen – und schon gar nicht mehr universitär –, sondern endlich ernsthaft literarisch zu schreiben. 2019 erschien ihr Debütroman „Hundesohn“ bei Kampa, 2025 ihr Ostpunkroman „Mauerpogo“ bei Blumenbar/Aufbau.
2026 erhielt Sonja M. Schultz den Anna Seghers-Preis.
eine Stufe, keine Treppe, dort sollen alle sich umarmen dürfen
Karl Johann Müller, 12.7.26
GIVE PEACE A CHANCE
Karl Johann Müller, Schriftsteller
Zur Person: Karl Johann Müller, geb. 1960 in Bludenz, lebt in Vorarlberg, schreibt Kurzgeschichten und Lyrik seit 2013, Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien, Hauptpreisträger Hildesheim 2017 und Lyrik Preis International 2024, 2. Preis Lyrik beim Landschreiber Wettbewerb 2025, Einzelveröffentlichung: „Da war doch noch. Prosa trifft Lyrik – Edition ArtScience 2024
Ingeborg Bachmann am Schreibtisch in der Bocca de Leone, Rom um 1970
100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _
Im Interview _ Christina Griebel, Künstlerin _ Berlin
Liebe Christina, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns?
Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar.
Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?
Es ist existentiell. Es geht um nicht weniger als – alles. Sie setzt alles aufs Spiel, in einer Sprache, rhythmisch und bildintensiv, die ihresgleichen nicht finden wird.
Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?
Malina.
Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?
Aktuell wie eh und je.
Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?
Zum Glück muss ich nicht lieben wie Bachmann. Für alle anderen kann ich nicht sprechen.
„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?
Das Wort „Martyrium“ lasse ich bei den Heiligen, doch die Kunst gibt sich nur mit einem ganzen Leben zufrieden. Weniger reicht nicht. Meinetwegen darf es ihr geweiht sein.
Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?
Den Blick. Den wachen Blick. Dieser Blick schläft nie. Selbst im Traum.
Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?
Ich glaube, ich hätte mich nicht getraut und ihr einfach aus der letzten Reihe zugehört.
Was sind Deine aktuellen Projektpläne?
Ein Ausstellung mit Künstler*innen, die über fast 40 Jahre hinweg in der gleichen Malklasse studiert haben mit dem Plan, für die Kunst zu leben. Von ihr lebt nur einer unter ihnen.
Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?
„Wegen der Politik heben sich die Straßen um fünfundvierzig Grad, die Autos rollen zurück, die Radfahrer und Fußgänger wirbeln zurück zu beiden Seiten der Straße, man kann nicht hindern, dass die Autos Schaden anrichten.“ In: IB, Ein Ort für Zufälle. Berlin (Wagenbach) 1065, S. 26.
Karin Klug _ Autorin, Psychologin, Lyrikerin _ Graz
Ingeborg, ach Ingeborg
Wie viel ist schon über dich und zu dir und von dir und dir zu Ehren erzählt und geschrieben worden. Soll/will ich mich also einreihen in den Strom derer, die dein Feuer weitertragen? Die sich an deinem Feuer wärmen?
Am 25. Juni 2026 hätte die Schriftstellerin Ingeborg Bachmann ihren 100. Geburtstag gefeiert. 100 wird man auch heute noch eher selten. Ingeborg Bachmann ist schon im Oktober 1973 wieder gegangen, mit 47. Also in eher jungen Jahren. Keine 50 ist sie geworden. Sie ist gestorben nach schweren Brandverletzungen, die sie erlitt… eine brennende Zigarette – eine durchaus häufige Unfallursache.
Vermutlich, liebe Ingeborg, bist du letztlich auch gegangen aufgrund deines Leidens am Leben? Des Schmerzes über verlorene Lieben. Wegen Missachtung, mangelnder Wertschätzung, Missbrauch deiner Person? Vielleicht war es auch Einsamkeit?
100 Jahre also. Und gefühlt das ganze heurige Jahr ist „die Bachmann“ in aller Munde. In allen Medien präsent. Man kennt sie, die „Bachmann“. Jeder und jede kennt sie. Auch wenn nicht jede und jeder je einen Text von ihr gelesen hat. Das wird sich jetzt ändern. Da werden Sendungen produziert, Workshops abgehalten, Texte geschrieben, Filme gedreht. Es gibt Buchneuerscheinungen ohne Ende, alle Bücher von ihr und über sie werden auf den Verkaufstisch gehievt, im Schaufenster ausgestellt. Es wird zitiert reihum, richtig oder falsch, Artikel werden verfasst über sie, ihr Leben, ihre Beziehungen, ihre Süchte, ihr Leiden, ihren Schmerz… ihre Texte werden durch und durch gekaut, interpretiert, mit ihr und ihrem Leben, ihrem Sein verknüpft – ihre Texte, ihre Arbeit, das ist sie. Alles Autobiographie, jedes Wort ein Wort über sich selbst… wie es oft angenommen wird. Wenn die Autorin mit ihrem Werk verschmilzt, keine klare Trennung mehr ersichtlich, ja wünschenswert ist.
Was liebe Ingeborg an deinen Texten bist also tatsächlich du? Was ist Phantasie, zusammengereimt, gedacht, gewünscht, gefürchtet? Erfunden. Deiner überbordenden Vorstellungs- und Gedankenwelt entsprungen? Deine Briefe, die veröffentlicht wurden, das bist du. Tagebuchnotizen, Liebesbriefe… wolltest du tatsächlich, dass all das an die Öffentlichkeit gelangt? Und was, liebe Ingeborg, gäbe es jetzt noch zu sagen, was nicht längst schon gesagt ist, gesagt wurde?
Deine Texte sprechen für sich. Sie stehen für sich. Sie werden und sollen bleiben. Wirken. Immer wieder neu entdeckt, erkundet werden. Das ist gut so.
Will ich mich also einreihen in die Massen derjenigen, die sachkundig über diese Autorin schreiben, sprechen, Auskunft geben? Alle Informationen finden sich problemlos im Internet. Man sieht sofort, wer welche Zitate übernommen hat. Mittels KI kann man sich nun jederzeit problemlos Fotos gestalten lassen, Seite an Seite mit der berühmten Autorin. Ach, Ingeborg. Man muss ihre Bücher und Texte nicht gelesen haben, um daraus zu zitieren. Man kann ganze Buchbesprechungen verfassen, ohne sich mit einem Text auseinandergesetzt zu haben. Ich maße mir nicht an, hier und heute wesentliche neue Gedanken zum Leben und Wirken dieser großen Dichterin beitragen zu können. Ich bin keine Bachmannexpertin. Das überlasse ich anderen.
Ich möchte lediglich auch auf sie verweisen. Lest ihre Texte! Ich habe im Laufe der Jahre das eine oder andere von ihr gelesen. Nicht immer hat mir alles gefallen. Manches schien mir schwer verdaulich. Aber ich schätze sie als Schriftstellerin. Knöpfe mir dann und wann Texte, Gedichte von ihr vor. Ich bin froh, dass sie als Autorin in dieser Welt, die immer noch so männerdominiert ist, gehört wird. Sich ihren Platz erobert hat. Viva la Ingeborg.
Ihr verdanken wir den Bachmannpreis. Der heuer zum 50sten Mal in Klagenfurt über die Bühne ging – der Geburtsstadt der Autorin. In der Autor:innenSolidarität (Ausgabe 1/26) lese ich, dass immerhin ein Mann, der Journalist und Autor Humbert Fink, allen Widerständen zum Trotz diesen Preis mit ihrem Namen, dem Namen einer Frau, einer Dichterin ins Leben gerufen hat. Eine Widerständigkeit sondergleichen. In den 70er Jahren. In Kärnten.
Ingeborg, du hättest gestaunt. Mitzuerleben, wie sie diskutieren über dich und dein Werk. Wie sie dich vermutlich zerrissen und zeitgleich in den Himmel gelobt haben. Der Preis trägt deinen Namen. Das freut mich. Wenn auch umstritten und dauerkritisiert – der Preis hält das Gespräch in Gang. Erinnert an dich. Und deine Leistung.
Es gab auch heuer wieder das Lesefest in Klagenfurt. Und zig andere Veranstaltungen rund um die offiziellen Lesungen. Vom ORF übertragen. Das ist schon wichtig. Das bringt Reichweite.
Die Literatur lebe hoch. Zumindest im Juni 2026.
Ingeborg, dazu hast du viel beigetragen. Ob du das wohl ahntest zu deiner Zeit?
Du hast diese Welt ein Stück weit mitverändert. Du hast den Frauen eine Stimme gegeben. Mut. Kraft. Widerstand. Du hast um deinen Platz gekämpft in der Welt der Literatur. Du bist heute eine der (noch immer viel zu wenigen) Schriftstellerinnen, deren Worte und Werk man kennt. Kennen sollte. Kennenlernen wird.
Das ist verdammt viel wert.
Karin Klug, 4.7.2026
Herzlichen Dank!
Karin Klug, Schriftstellerin
Zur Person: Karin Klug _ Autorin, Psychologin, Lyrikerin. Lebt & arbeitet in Graz (A). Hier geboren & aufgewachsen.
Mit den Schreiben von Gedichten, Geschichten und Erzählungen hat sie in jungen Jahren bereits begonnen – diese Leidenschaft, ebenso wie ihre Liebe zum Tanz begleiten sie ihr ganzes Leben. Sie war viele Jahre tätig als Psychologin (in eigener Praxis) und freie Journalistin. Mittlerweile ist sie ausschließlich als Autorin & Lyrikerin aktiv.
Zahlreiche Veröffentlichungen in Printmedien, Literaturzeitschriften, Anthologien, als Buchbeiträge und im Internet.
Teilnahme an diversen Kunstprojekten – U.a. werden Gedichte von ihr eingesprochen und vertanzt beim Tanztheater „Vier Farben der Liebe“ von Anastasia Ferrer (Premiere war im April 2026, Neuinszenierung am 20. September im Orpheum Graz)
Einige Literaturpreise.
Buchveröffentlichungen:
2020 ist der erste Lyrikband erschienen: „bleib da wenn du gehst“ (Verlag Buchschmiede)
Ein drittes Buch mit Erzählungen ist derzeit in Arbeit (soll im Winter 2026 erscheinen)
Initiatorin der Lesereihe „Text & Tinte“
Mitglied bei den Steirischen AutorInnen und im Europa Literaturkreis Kapfenberg.
Karin Klug schreibt Essays/Kolumnen, Lyrik und Prosa (Miniaturen, Erzählungen, Kurzgeschichten). Sie veröffentlicht ihre Texte und Gedichte regelmäßig in verschiedenen Medien.
Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.
UNDINE GEHT
Undine geht, Erzählung, Ingeborg Bachmann, 1961.
„Undine geht“ ist einer der zentralen Texte in Ingeborg Bachmanns Werk. Dieser erschien im ersten Prosaband „Das dreißigste Jahr“ und nimmt das Motiv des Undine Mythos _ Liebe, weibliche Menschwerdung, Verrat und Rache – auf und transformiert dies in die Struktur gegenwärtiger patriarchal geprägter Gesellschaftsverhältnisse in Macht und Zerstörung. „Undine geht“ ist einer der meist rezipierten Texte Bachmanns und erfährt zahlreiche künstlerische Zugänge und Dialoge.
Karin Klug, Schriftstellerin
Zur Person: Karin Klug _ Autorin, Psychologin, Lyrikerin. Lebt & arbeitet in Graz (A). Hier geboren & aufgewachsen.
Mit den Schreiben von Gedichten, Geschichten und Erzählungen hat sie in jungen Jahren bereits begonnen – diese Leidenschaft, ebenso wie ihre Liebe zum Tanz begleiten sie ihr ganzes Leben. Sie war viele Jahre tätig als Psychologin (in eigener Praxis) und freie Journalistin. Mittlerweile ist sie ausschließlich als Autorin & Lyrikerin aktiv.
Zahlreiche Veröffentlichungen in Printmedien, Literaturzeitschriften, Anthologien, als Buchbeiträge und im Internet.
Teilnahme an diversen Kunstprojekten – U.a. werden Gedichte von ihr eingesprochen und vertanzt beim Tanztheater „Vier Farben der Liebe“ von Anastasia Ferrer (Premiere war im April 2026, Neuinszenierung am 20. September im Orpheum Graz)
Einige Literaturpreise.
Buchveröffentlichungen:
2020 ist der erste Lyrikband erschienen: „bleib da wenn du gehst“ (Verlag Buchschmiede)
Ein drittes Buch mit Erzählungen ist derzeit in Arbeit (soll im Winter 2026 erscheinen)
Initiatorin der Lesereihe „Text & Tinte“
Mitglied bei den Steirischen AutorInnen und im Europa Literaturkreis Kapfenberg.
Karin Klug schreibt Essays/Kolumnen, Lyrik und Prosa (Miniaturen, Erzählungen, Kurzgeschichten). Sie veröffentlicht ihre Texte und Gedichte regelmäßig in verschiedenen Medien.
Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.
Martin Meyer, Schriftsteller _ Scheinfeld/D
Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann
Fotos _ Martin Meyer, Schriftsteller _ performing Malina _ Originalschauplatz Wien _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _ Walter Pobaschnig 8/25.
Ingeborg Bachmann auf der Terrasse Ihrer Wohnung in Rom, Bocca de Leone _ um 1970
100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _
Im Interview _ Franziska Beyer-Lallauret, Schriftstellerin _ Avrillé bei Angers/F
Liebe Franziska, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns?
Wie für viele andere Autorinnen war Bachmann für mich Vorbild und eine erste echte Identifikationsfigur in der Literatur. Ich hatte das Glück, eine Deutschlehrerin zu haben, die sie mir schon in der 9. Klasse in Markkleeberg bei Leipzig, kurz nach dem Mauerfall, nahegebracht hat. Ich war damals Feuer und Flamme, und habe auch sehr früh ihre beiden Lyrikbände „Die gestundete Zeit“ und „Anrufung des großen Bären“ gelesen. Ihr Schreiben hat mich elektrisiert und ermutigt, meine eigene Stimme zu finden.
Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?
In der Lyrik auf jeden Fall die eindringlichen Bilder, die oft mysteriös bleiben und sich ins Gedächtnis eingraben. Einige der bekanntesten: Lösch die Lupinen, das Sonnenschiff im Hafen, Böhmen liegt am Meer, darin liegt eine Art Unnachgiebigkeit, die jeden Kitsch Lügen straft.
Und natürlich auch die politische Dimension, bei aller und in aller Schönheit der Sprache gleichzeitig das Aufrütteln. Der Ruf im Gedicht „Holz und Späne“: „Seht zu, dass Ihr wach bleibt!“
Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?
Das Gedicht „Im Gewitter der Rosen“ habe ich mit 14 für den Deutschunterricht interpretiert und diese Arbeit sogar wiedergefunden. Schon als Neuntklässlerin habe ich in dem Gedicht die Ohnmacht gespürt, die das lyrische ich ausdrückt, die Angst, Veränderungen ausgeliefert zu sein. Auf das Schöne folgt immer das Schlimme, die Liebe zerbricht, der Krieg bedroht den Frieden. Das sind schon existenzielle Erkenntnisse: Der Mensch befindet sich eigentlich permanent im Gefühlschaos und ist mit Ängsten behaftet, Glück ist eine Illusion.
Später, während meines Germanistikstudiums in Leipzig, ist mir eine Seminarstunde über „Undine geht“ besonders im Gedächtnis geblieben. Ich konnte mich damals, als ganz junge Frau hundertprozentig mit diesem Text identifizieren. Ich habe den Text erfahren. Durchleibt sozusagen. Du weißt genau, Hans ist ein Ungeheuer, aber du kommst nicht von ihm los … das hat mich einfach umgehauen, in einen Text gebannt zu finden, was mich selber in dieser Zeit umtrieb, einerseits diese urweibliche Kraft, das Selbstbewusstsein, das Charisma, alle Eigenschaften, die aus dieser Frau in Nixengestalt sprechen, und andererseits die Tragik des Verfallenseins, ja des Verfluchtseins und Vergötterns des Gegenübers. Des Nicht-anders-Könnens. Das ewige Thema des Wartens auf Männer. Und dann das Losreißen, die Entscheidung zur Emanzipation. Ich muss den Text nun noch einmal anders ansehen, mit Ende 40 lese ich das vielleicht mit mehr Wut und weniger Resignation. Aber sie war ja auch selber jung, als sie das schrieb, Mitte 30. Und es war wohl ihr Dilemma: die eigene Handlungsunfähigkeit wider besseres Wissen in bestimmten Situationen des Lebens. Wobei der Text an sich ja ein Entschluss ist, ein Abgesang. Das schreibende Ich hat den Absprung geschafft. Zumindest in Gestalt von Undine. Und das schreibende Ich ist das Einzige, das zählt.
„Malina“, auch ein Buch über diese ewige Spaltung zwischen Gefühl und Verstand, war dann für mich auch noch einmal sehr wichtig, denn es stand auf dem Programm der französischen Agrégation, einem Lehrer-Auswahlverfahren, das ich mit Mitte 20 in Frankreich durchlief. Ich hatte Malina vorher bereits gelesen, aber nun musste ich mich durch alle Theorien und Interpretationen dazu durcharbeiten, und alles dazu auswendig wissen.
Und auch „Der gute Gott von Manhattan“, das hätte ich beinahe vergessen, da gibt’s auch eine Hausarbeit von mir darüber, da habe ich in der Uni ebenfalls sehr intensiv dazu gearbeitet. Interessant darin: Die (vor allem weibliche) Liebe als subversive Kraft gegen die gesellschaftliche Ordnung. Und das Scheitern, der Tod Jennifers, der Liebenden, weil die (patriarchale) Ordnung siegt und Jan, der Mann, ohne Blessuren und Trauma einfach aus der Geschichte herauskommen und sich wieder in den Alltag einfügen kann. Es war ein Thema, das Bachmann umtrieb: In der berühmten Rede „Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar“, die ich großartig finde, sagt sie: „Es ist auch mir gewiß, daß wir in der Ordnung bleiben müssen, daß es den Austritt aus der Gesellschaft nicht gibt“. Aber wie immer gibt es auch diese Kehrseite bei ihr: „Im Widerspiel des Unmöglichen mit dem Möglichen erweitern wir unsere Möglichkeiten.”
Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?
Sie ist aktueller denn je, und alle Ängste und Alpträume Bachmanns scheinen nur allzu real. Die Realität übersteigt sie noch, da, wo es Tyrannen und Herrscher gibt, die immer mehr und immer stärker werden, gegen die scheinbar kein Kraut gewachsen ist. Die aber auch von Frauen zum Teil gehypt, unterstützt und angebetet werden, was nicht vergessen werden darf.
An der Gegen-Utopie der Prinzessin von Kagran möchte ich trotzdem gerne festhalten, sie kann tröstlich sein, und war ja wohl auch als Selbsttrost und Ausweg für das Ich in „Malina“ gemeint.
Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?
Wie gesagt, sie war ja noch relativ jung, als sie starb und bleibt es ewig in unserem kollektiven Gedächtnis, mit ihrer Hochsensibilität und ihrer radikalen Auffassung von der Liebe, die eine sehr verzehrende und sehr subjektive gewesen sein muss. Sie suchte wohl, diesen Eindruck habe ich zumindest, die starken Gefühle des Hingerissenseins, die meiner Meinung nach auch ihr Schreiben nährten, es prägten. Ihre Ichs sind – wie sie selbst – auf emotionalen Achterbahnfahrten unterwegs und dadurch verletzlich, und vor allem psychischer von Männern ausgehender Gewalt oder Willkür ausgesetzt. Viele ihrer Texte könnten den Frauen zur Warnung dienen. Aber dieses lyrische Ich und diese Ich-Erzählerin lebt auch mit allen Fasern, lebt aus, mit dem ganzen Körper, und mit ganzer Seele: „Du lachst und weinst und gehst an dir zugrund – was soll dir noch geschehn –“
Eine klassische Familie oder Ehe wäre ja wahrscheinlich gar nichts für sie gewesen, das hätte sie in ihrer Freiheit und Inspiration beschnitten, die sie unbedingt als Kunstschaffende brauchte. In der Hinsicht gleicht sie Rilke, finde ich, aber der stand natürlich auf der anderen Seite als Mann und leistete sich den Egoismus einfach. Aber immer auch wie Bachmann in dem Dilemma, einsam sein zu müssen für das Schreiben und dennoch körperlich und geistig heftig lieben zu wollen und zu müssen.
Ich kann sie gut verstehen, sage aber heute aus eigener Erfahrung:
Es gibt schon auch Männer, die tragen. Die an unserer Seite leben, die Hausarbeit mit uns teilen, das Kind von der Schule abholen. Die es ertragen, wenn wir im Chaos sitzen und schreiben statt aufzuräumen und zu bügeln. Männer, mit denen wir fusionieren. Aber dann fantasieren wir vielleicht weniger und geraten gefühlsmäßig in ein ruhigeres Fahrwasser. Was immer bleibt, ist die Sehnsucht, und die war ja auch eine starke Triebkraft bei Bachmann.
„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?
Ich würde nicht bis zum Martyrium gehen; für mich persönlich ist Schreiben – da ich einen sogenannte Brotjob habe – eher das Gegenteil, Katharsis und Aufatmen, oft Flucht aus dem Alltag, aber in der Tat gibt es das Problem der Zeit, des sich selber für sich Zeitstehlens, und das des schlechten Gewissens anderen gegenüber, weil ich meine knapp bemessenen freien Stunden SO nutze und nicht anders. Und es ist, dessen bin ich mir sehr bewusst, Raubbau an der Gesundheit, denn ich knapse mir diese Schreibzeit oft nachts von der Schlafzeit ab. Und das wird immer mehr zum Problem für den Körper.
Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?
In ihrer schon erwähnten Dankesrede für den Hörspielpreis der Kriegsblinden 1959 hat sie auch gesagt,“ dass unsere Kraft weiter reicht als unser Unglück“, und dass wir somit „enttäuscht, und das heißt ohne Täuschung zu leben“ vermögen. Trotz allem. Diese Aussage war mir in einigen Momenten ein Halt und tröstlich, zumal ich die Angst vor Blindheit gut kenne. Enttäuschung ist eines der schlimmsten Gefühle überhaupt, aber sie kann auch diese andere Seite haben, man kann ihr vielleicht auch Positives abgewinnen. Wer innerlich klarer sieht, lenkt den Blick im Idealfall irgendwann von sich selbst ab, daraus kann vielleicht ein Anflug von Weisheit oder Gelassenheit entstehen.
Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?
Ich hätte wirklich gern mit ihr bei einem Glas Wein einfach von Frau zu Frau geredet. Über Leidenschaften und Leiden daran. Und natürlich über Inspirationen. Mich interessiert auch der Übergang von der Lyrik zur Prosa, den sie vollzogen hat. Im Gegensatz zur heutigen Wahrnehmung, wo man uns Lyrikerinnen sagt, wenn wir auf einen grünen Zweig kommen wollen, sollen wir lieber einen Roman schreiben, hatte sie ja viel mehr Erfolg mit Gedichten als mit ihren Erzählungen und dem Roman.
Und ich hätte sie gern gefragt, ob sie mir ihre Lieblingsorte in Rom zeigen kann.
Was sind Deine aktuellen Projektpläne?
Ich arbeite parallel an meinem vierten Lyrikband, der wieder deutsch und französisch erscheinen soll. Und sporadisch schreibe ich an einem Prosatext über eine Frauenfreundschaft und die Landschaft des Luberon in der Provence.
Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?
Ich mag das Gedicht „Erklär mir Liebe“ sehr gern, vor allem das Ende.
„Muss einer denken? Wird er nicht vermisst?“ Natürlich in meinem Kopf auch in der weiblichen Form gelesen.
Monika Helfer,Schriftstellerin _ hat zahlreiche Romane, Erzählungen und Kinderbücher veröffentlicht. Für ihre Arbeiten wurde sie unter anderem mit dem Österreichischen Würdigungspreis für Literatur, dem Solothurner Literaturpreis und dem Johann-Peter-Hebel-Preis ausgezeichnet. Zuletzt erschienen bei Hanser ihre Romane »Vati« (2021), mit dem sie für den Deutschen Buchpreis nominiert war, »Löwenherz« (2022) und »Die Jungfrau« (2023), »Wie die Welt weiterging« (2024) sowie »Der Bücherfreund« (2025). Monika Helfer-Köhlmeier | Hanser 3.8.2026
(von links) Monika Helfer, Milicia Theessink, Hans Theessink, Michael Köhlmeier
Im Interview: Hans Theessink, Gitarrist, singer-songwriter _ Wien
Lieber Hans Theessink, welche Erinnerungen gibt es für Dich an Monika Helfer?
Meine Bekanntschaft mit Monika Helfer ist eher privater Natur. Wir haben sie oft bei meinen gemeinsamen Auftritten mit Michael Köhlmeier getroffen. Ich erinnere mich noch sehr gut wie sie beim Fest für Michael Köhlmeier im Theater in Gmunden am 2.August 2018 zum ersten Male aus „Die Bagage“ gelesen hat.
Was macht für Dich das Besondere ihres Schreibens aus?
Monika Helfer ist eine unverwechselbare Erzählerin mit großer sprachlicher Kraft, Ehrlichkeit und menschlicher Tiefe. Ihre Sätze sind schmucklos, sparsam und leicht.
Möchtest Du bestimmte Bücher hervorheben und warum?
Die Trilogie „Die Bagage“, „Vati“ und „Löwenherz“. Da hat sie auf eine berührende schlichte Weise ihre Familien Geschichte aufgearbeitet und beschrieben.
Welche Bedeutung hatte Musik für Monika Helfer?
Die Musik war ihr sehr wichtig. Ich arbeite immer wieder mit Michael Köhlmeier zusammen; MK erzählt und ich spiele und singe. Wenn Monika bei so eine Veranstaltung anwesend war, war sie immer sehr begeistert und berührt von den Songs und den Texten.
Darf ich abschließend um ein Zitat/eine Textstelle aus Monika Helfers Werk bitten?
„Undine geht“ ist einer der zentralen Texte in Ingeborg Bachmanns Werk. Dieser erschien im ersten Prosaband „Das dreißigste Jahr“ und nimmt das Motiv des Undine Mythos _ Liebe, weibliche Menschwerdung, Verrat und Rache – auf und transformiert dies in die Struktur gegenwärtiger patriarchal geprägter Gesellschaftsverhältnisse. „Undine geht“ ist einer der meist rezipierten Texte Bachmanns und erfährt zahlreiche künstlerische Zugänge und Dialoge.
Susanne Sommer, Schriftstellerin _ performing „Malina“ _ Originalschauplatz Wien _ Walter Pobaschnig 1/26, folgende _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971
Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann.
Fotos: Susanne Sommer, Schriftstellerin _ performing „Malina“ _ Originalschauplatz Wien _ Walter Pobaschnig 1/26