„dass sie nicht nur schreiben und dichten will, sondern muss!“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Willi van Hengel, Schriftsteller _ Berlin 26.3.2026

Ingeborg Bachmann _ Willi van Hengel

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview _ Willi van Hengel, Schriftsteller

Lieber Willi, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

… dass ich sehr schnell eine „erklärlose“ Nähe zu ihr und ihrer Verzweiflung und ihrem verzweifelten Anschreiben gegen diese Verzweiflung spüre und sie damit – so komisch es klingt – das Gefühl gibt, nicht allein auf der Welt zu sein. Vielleicht waren die Phasen, in denen sie schrieb, die einzige „gestundete“ Zeit war, in der sie sich nicht „verdammt“ fühlte.

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

… dass sie nicht nur schreiben und dichten will, sondern muss!

… dass sie eine Getriebene und eine Verwundete ist, deren tiefe Seelenrisse nie verheilen werden, egal wie viel und worüber sie schreibt.

… dass sie niemals so zu sich kommen wird, dass sie das Gefühl hat, „bei sich zu sein“ – uns wenn es nur für einen Augenblick ist, für den es keine Sprache gibt.

… dass ihre Sprache solch eine Kraft entwickelt, als wolle die Bachmann tief in ihrem Herzen doch, dass sie erlöst wird.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

„Gefressen“ ob ihrer poetischen Wucht hab` ich von der ersten Zeile an die „Anrufung des Großen Bären“ und „Die gestundete Zeit“, während „Malina“ offen in ihre Seele blicken lässt, heute noch. 

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Das toxische Patriarchat als (strukturelle) Gewalt – unbestreitbar. Plakativ gesprochen, wer wird nicht wütend, wenn er um sich und vor allem auf die Welt blickt. Man fühlt sich ohnmächtig: ob dieser Macht, die den Weltenlauf bestimmt. Bachmanns Rückzug ins „Ich“ als mögliche Lösung des Atemholens hat mich diesbezüglich von Beginn an inspiriert, z.B. in meinem Roman „Lucile“, den ich versucht habe, aus Frauensicht zu schreiben. Eine feministische Weltsicht sollte natürlich vermeiden, patriarchale Strukturen nur unter anderem Namen weiterzuleben – aber das war der Bachmann sicherlich bewusst. Deshalb ja ihre tiefe Auseinandersetzung mit Liebe, Sprache, Begehren und Ausweglosigkeit.

Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank …“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?

Vielleicht schließt sich „lieben mit Bachmann“ aus? Vielleicht ist es, metaphorisch gesprochen, nur ohne sie möglich – insofern man ihren Namen als Synonym für die unmögliche Liebe bzw. für die Unmöglichkeit der Liebe versteht. Dass „die Männer unheilbar krank“ seien, ist möglicherweise eine von ihr gewollte „ungerechte“ Schuldzuweisung, die ihr guttat. Oder ist es gar eine inverse Spiegelung? Denn eigentlich ist sie ja unheilbar krank (ob ihrer unstillbaren Sehnsucht zu lieben und geliebt zu werden) — was freilich keinen Mann mit toxischen Anwandlungen freisprechen soll.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Ja. Nur im oder aus dem Leiden heraus entstehen tiefe ehrliche Texte (der Rest ist oft jämmerliches Getue). Ihr Martyrium, ihre Verdammnis ist, dass sie dazu verurteilt ist, die Unmöglichkeit der Liebe zu verkörpern und sie leben zu müssen – dass ihre Sehnsucht, sich in einem Anderen aufgehoben zu fühlen bzw. sich fallen lassen zu dürfen, nie befriedigt und gestillt wird.

Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?

… wie sie sich selbst im Weg steht.

… wie sie sich in ihrer Verdammnis einzurichten versucht.

… wie aus ihrem Scheitern ein ästhetischer Prozess wird.

… wie man ihr zuflüstern will: Du willst leiden – um sie provozieren, weil man will, dass sie aus ihrem „Gefängnis“ ausbricht. Sie will leiden, ohne leiden zu wollen – dieser Widerspruch in ihr selbst, als ihr Selbst, wird sie zuletzt zerreißen. Weil ihre Todessehnsucht einfach zu mächtig wurde.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

… welches Wort ihr gerade durch den Kopf geht?

… ob sie recht habe, wenn ich behaupte, dass sie eigentlich nicht nach einem richtigen Wort, sondern vielmehr nach einem „Geschmack“ suche, in dem das Sinnliche ihr Lebensgefühl berührt?

… ob sie einen Kuss oder eine Umarmung oder ein Lächeln oder einen einzelnen Sonnenschein genießen kann, eben als Kuss oder Umarmung oder Lächeln oder Sonnenschein, einfach so?

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

  1. Mein neuer Roman „Hautlichkeit“ soll, wenn die Götter wollen, im September erscheinen.
  2. Mein neuer Gedichtband mit „Wunderblöcken“ – dazu mit Werken einiger anderer Künstler, in einer Symbiose – wartet sehnsüchtig in der Pipeline (vorgesehen im März 2027 bei „Zwischen den Stühlen“ und Kai Beisswenger).
  3. Mein neues Hörbuch (wieder ein sinfonisches Drama) mit dem Titel „Zersehnt – Poesie eines ambitionierten Fehlverhaltens“ (mit Magnus Tautz + Tobias Breyer) biegt gerade in die Zielgerade ein.

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

  • „Dein Herz hat anderswo zu tun.“     (Erklär mir, Liebe)
  • „in einem fremden Wasser mein Schatten“     (Schatten Rosen Schatten)
  • „hätt ich nicht Disteln im Herz (schlüg ich die Sonne aus),

hätt ich nicht Gier im Mund (tränk ich das wilde Wasser nicht)“ (Curriculum vitae)

Herzlichen Dank für das Interview!

Ich habe zu danken …

Willi van Hengel, Schriftsteller

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann.

Foto: Willi van Hengel _ Tim Noack.

Walter Pobaschnig   7.3.26

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„Morgenverrötet“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Willi van Hengel/Julia Hagenhofer _ Berlin/Wien 26.3.2026

Julia Hagenhofer, Schauspielerin_Wien _ acting „Malina“ _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Walter Pobaschnig, 10/21, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

MALINA  _ Akrostichon

Text _ Willi van Hengel, Schriftsteller _ Berlin

Performance   Julia Hagenhofer, Schauspielerin_Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Julia Hagenhofer, Schauspielerin_Wien _ acting „Malina“ _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Walter Pobaschnig, 10/21, folgende

MALINA


M
orgenverrötet

Abgebrannt

Liebesabgründig

Insichverloren

Nurverdammt

Ausweglos

Willi van Hengel, 7.3.26

Julia Hagenhofer, Schauspielerin_Wien _ acting „Malina“ _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Walter Pobaschnig, 10/21, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

MALINA  _ Akrostichon

Text _ Willi van Hengel, Schriftsteller _ Berlin

Performance   Julia Hagenhofer, Schauspielerin_Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

Willi van Hengel, Schriftsteller
Julia Hagenhofer, Schauspielerin_Wien

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann.

Foto: Willi van Hengel _ Tim Noack.

Fotos: Julia Hagenhofer, Schauspielerin_Wien _ acting „Malina“ _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Walter Pobaschnig, 10/21.

Walter Pobaschnig   7.3.2026

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„auf existentielle Dilemmata präzise und scharfsinnig zu reagieren“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Corinna Antelmann, Schriftstellerin _ Ottensheim/OÖ 25.3.2026

Ingeborg Bachmann _ Corinna Antelmann

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview _  Corinna Antelmann, Schriftstellerin

Liebe Corinna, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Ich habe Bachmann zu lesen begonnen, da lebte ich noch in Norddeutschland und kannte Österreich allein von der Durchreise nach Italien. Ich dachte, der Graben, von dem sie schrieb, sei ein Bach, und neulich erzählte mir ein Bekannter (beim Gang über den Graben), dass es eine Übersetzung ins Tschechische gebe, in dem die Wiener Einkaufsstraße tatsächlich mit dem tschechischen Wort für Bach bezeichnet werde.

Das Interessante jedoch ist, dass meine frühen Missverständnisse aufgewogen wurden durch ein tiefes Verständnis für das, was sie beschrieb und selbst die norddeutsche Neunzehnjährige anrührte. Ich konnte ohne Weiteres diese Welt betreten, sie war mir vertraut. Natürlich erreichte mich ihr Werk früher auf andere Weise als heute, wo ich in Österreich wohne und inzwischen Erfahrungen teile, die Bachmann auf ihre unvergleichliche Art zu beschreiben verstand. Als Schriftstellerin lese ich zudem anders, wenngleich ich noch immer in erster Linie zunächst zu erspüren versuche, was es ist, was dort nach einer Sprache sucht.

 Corinna Antelmann, Schriftstellerin _ Romanschauplatz „Malina Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Walter Pobaschnig 5/22
, folgende

Dass Ingeborg Bachmann es auf das Titelbild des Spiegels schaffte, als Frau, als Lyrikerin, ist jedenfalls mitverantwortlich dafür, dass ich – trotz aller Widrigkeiten – dachte: Du kannst es schaffen. Auch du kannst Schriftstellerin werden. Sie hat mich über die Schwelle gehievt, so kann ich sagen. Dass ebendies Aufgabe und Möglichkeit von Literatur sein kann, thematisiere ich, in anderem Kontext, in meinem neuen Monolog, der zugleich ein Brief an Ingeborg Bachmann ist und mir noch einmal einen anderen Zugang eröffnet hat. Auch von „Zugängen in die Literatur“ ist darin übrigens die Rede …

Was macht das Besondere ihres Schreibens aus?

Ich sehe in ihrem Schreiben den unbedingten Versuch, präzise sein zu wollen und nach den passenden Worten zu fischen, um die Wahrheit aus den Tiefen der menschlichen Seele hervorzuholen und ihr Ausdruck zu verleihen. Es geht nicht um schnelle Urteile, sondern um die existentiellen Dilemmata, denen wir als Mensch ausgesetzt sind. Auf sie scharfsinnig zu reagieren, bleibt eine stete Herausforderung, der Ingeborg Bachmann sich – zumindest im Schreiben – gestellt hat.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

Mein „Einstieg“ in Bachmanns Schreiben war Malina, da ich erst sehr spät angefangen habe, Lyrik zu lesen (vom Lyrik schreiben halte ich mich nach wie vor möglichst fern, und das ist gut so). Ich möchte den Roman auch deshalb  hervorheben, weil er mich nach wie vor zu wiederholter Lektüre ruft. In einem Interview in der ZEIT sagte Bachmann einmal, „man müsse überhaupt ein Buch auf verschiedene Arten lesen können und es heute anders lesen als morgen.“ Nicht bei jedem Buch gelingt es mir, aber im Falle Malinas betrete ich beim (Neu-)Lesen  – je nach Lebensalter – immer wieder verschiedene Ebenen. In der Doppelnatur, die Bachmann in Malina beschreibt, habe ich meinen Faust gefunden; nur ist mir das ICH näher als Goethes Gelehrter, weil es aus der weiblichen Erfahrung heraus schildert, die noch einmal anderen Begrenzungen unterworfen ist als allein (dies zusätzlich!) der allgemeinen Begrenztheit des Menschen.

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Eine Gesellschaft, die ihre Frauen nicht mit einbezieht, mehr noch: nach wie vor unterdrückt, und, getrieben ist vom Gedanken an Ungleichheit, Expansion, Leistung, zerstört nicht nur jeden Gedanken an Gleichheit, Humanismus, Demokratie, sondern ebenso die Lebensgrundlagen selbst. Die Haltung, mit der das Patriarchat herrscht, geht nicht nur davon aus, dass die eine Art Mensch mehr wert ist als die andere (wohin das bereits geführt hat, sehen wir im Nationalsozialismus), sondern schreckt auch nicht vor der Zerstörung aller natürlichen Ressourcen zurück, indem alle Vorgänge des Lebensprinzips als überwindbar und damit zudem auf gewisse Weise als den Technologien unterlegen angesehen werden. Das Patriarchat verachtet das Leben (und verirrt sich dabei noch in dem Glauben, sich über es stellen zu können), so wie es diejenigen verachtet, die dieses Leben hervorbringen. Das Thema Mutterschaft wurde im Übrigen im Nationalsozialismus in ein Eck getrieben, in dem es noch immer steht, sodass die einzige Idee scheint, sich wiederum von der Mutterschaft befreien zu wollen. Dabei gäbe es durchaus andere Varianten, zum Beispiel die Väter oder den Clan in die Verantwortung zu holen, ohne in entweder die Heiligsprechung oder die Abwertung des Mütterlichen wandern zu müssen.

Allerorts fehlt die Achtung, vor der Umwelt, den Mitmenschen, den eigenen Sehnsüchten gegenüber, und kann somit nur in die Zerstörung führen. Kriege sind jedoch kein Naturgesetz, und ich sehe (will es sehen!) zarte Bestrebungen, es anders zu versuchen. Der Feminismus kann uns dabei einen Weg weisen, und jede und jeder, die oder der weiß, was Feminismus bedeutet, würde den Weg mitgehen, unabhängig vom Geschlecht.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann Schreiben und Existenz in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises 1971. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Für mich ist das Schreiben kein Martyrium, sondern eine stete Auseinandersetzung mit mir selbst, die mir höchstes Glück bedeutet. Nur deshalb bleibe ich dem Schreiben noch immer treu, obwohl es mich – die ich es nicht auf das Titelblatt des Spiegels geschafft habe bisher – nicht selten an den Rand der Existenz drängt, der materiellen Existenz; meiner Existenz als Mensch rücke ich dagegen näher, so hoffe ich.

Martyrium hieße ja, das Schreiben auszuhalten, weil ich daran glaube, mit dem Schreiben etwas bewirken zu können. Dieser Glaube schwankt zunehmend, wenngleich ich davon überzeugt bin, dass die Wirkung von Literatur niemals unterschätzt werden sollte – nur müsste sie sich eben der Wahrheit verpflichten, wie oben beschrieben, statt auf den Zug der schnellen Urteile und verkürzten Thesen aufzuspringen, und müsste mehr Menschen erreichen können. Aber da streifen wir eine grundsätzliche Frage, nämlich: Was ist Literatur? Vielleicht kann so viel gesagt werden: Wenn sie zur Ware verkommt, wie es größtenteils geschieht, wird sie verzichtbar sein, fürchte ich und fände es zugleich äußerst dramatisch. Und zwar nicht allein für die Schreibenden.

„Und der Versuch heute, dem Schriftsteller die Notwendigkeit seiner Existenz abzusprechen, scheint mir daher sehr töricht zu sein“, schreibt Bachmann in „Wie müssen wahre Sätze finden“ (das Buch stellst du ja hier vor). Dem stimme ich zu.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Von meinem vierzigseitigen Monolog, in dem ich (in der Form eines fiktiven Briefes aus der Perspektive einer Neunzigjährigen) alles sage und frage, was ich ihr hätte sagen wollen, habe ich bereits berichtet. Deshalb hier der Verweis auf: Alle Zeit gestundet (Premiere am 7. Apil in der Tribüne Linz, Erscheinungstermin des „Briefes“ zeitgleich, Kollektiv Verlag). Hier nur eines: Danke.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Zusätzlich zu dem fiktiven Brief an Ingeborg Bachmann gibt es zwei weitere „Briefe“ an Franz Kafka und an Heinrich Böll, geschrieben von unterschiedlichsten Menschen, Männern und Frauen, auf der Schwelle in einen neuen Lebensabschnitt. Die Veröffentlichung steht noch aus.

Außerdem habe ich letztes Jahr ein Manuskript fertiggestellt, das die ehemalige Tötungsanstalt Schloss Hartheim zum Ausgangspunkt nimmt und ein Roman hatte werden sollen, sich jedoch in der Form verweigert hat und nun ein Text geworden ist, den ich „Eine Befähigung“ nenne. Die immer wiederkehrende Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus teile ich ebenso mit Ingeborg Bachmann wie die Frage nach dem Entstehen von Faschismus – ein Prozess, den wir heute leider live in den sogenannten Sozialen Medien mitverfolgen können. Für das Manuskript suche ich nach dem passenden Verlag, was sich als schwerer erweist als angenommen. Ich bin dennoch froh, es geschrieben zu haben. Nicht nur beschäftigt sich die Geschichte mit dem Faschismus, sie nimmt zudem die Kunst in die Verantwortung, beziehungswiese attestiert ihr die Fähigkeit, verändern zu können, was wieder zu deiner oben gestellten Frage zurückführt ….

Noch einmal Bachmann (in ihrer Poetikvorlesung): „Und die verändernde Wirkung, die von neuen Werken ausgeht, erzieht uns zu neuer Wahrnehmung, neuem Gefühl, neuem Bewusstsein“

Herzlichen Dank für das Interview!

Zur Person: https://corinna-antelmann.com/tag/monolog/

 Corinna Antelmann, Schriftstellerin _ Romanschauplatz „Malina Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Walter Pobaschnig 5/22
.

Aktuelles Buch von Corinna Antelmann:

Buchinfo:

Der fiktive Brief an Ingeborg Bachmann wird von der neunzigjährigen Anette geschrieben, als sie nach Klagenfurt reist. Der persönliche Rückblick berührt dabei Motive aus Bachmanns Leben und Anette findet, kaum zufällig, Übereinstimmungen, die sich offensichtlich aus dem Wirken einer Frau und Intellektuellen in einer noch immer männerdominierten Welt ergeben. Zugleich ermöglicht ihr das Schreiben des Briefes, einen versöhnlichen Abschied aus dem Leben zu finden, denn sie weiß bereits, dass sie bald sterben wird.

Das Buch erscheint nahezu zeitgleich mit der Premiere einer Bühnenadaption: https://www.tribuene-linz.at/alle-zeit-gestundet

URAUFFÜHRUNG: 7. April 2026

Hausregisseurin Cornelia Metschitzer inszeniert diesen kraftvollen Text von Corinna Antelmann als eingängiges Crossover aus Theater, Film, Hörspiel und Musik. Dabei wird Ihnen die fast 90-jährige Literaturprofessorin Anette aus ihrem Leben erzählen, von dem sie gerade Abschied nimmt. Ihrer Vergesslichkeit trotzend analysiert sie mit Humor und Scharfsinn, wie sie es schaffte, sie selbst zu werden. Ein feministisches Stück, das sich nicht nur dem Leben und Schreiben der bekannten Dichterin aus Klagenfurt widmet, die heuer 100 Jahre alt geworden wäre, sondern auch vielen universellen Frauenthemen: dem Spagat zwischen Familie und Beruf, dem Streben nach Unabhängigkeit, dem Mut, sich der Liebe ohne Knautschzone hinzugeben, dem Schmerz über das Zerbrechen von Beziehungen, dem Altern in Würde, dem Loslassen sowie der Suche nach Transzendenz. Es spielt für Sie unser wunderbares Ensemble-Duo Lisa Kröll und Jakob Griesser.

(Infos_ Corinna Antelmann)

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Fotos:  Corinna Antelmann, Schriftstellerin _ Romanschauplatz „Malina Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Walter Pobaschnig 5/22, folgende

Walter Pobaschnig   18.2.2026

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„Mut ist nicht denkbar ohne“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text&Bild _ Corinna Antelmann, Schriftstellerin _ Ottensheim/OÖ 25.3.2026

Corinna Antelmann, Schriftstellerin _
Originalschauplatz Malina, Roman, Ingeborg Bachmann 1971 _ Wien  _
Walter Pobaschnig, 5/22, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

MALINA _ Akrostichon

Text&Performance _  Corinna Antelmann_Schriftstellerin

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Corinna Antelmann, Schriftstellerin _
Originalschauplatz Malina, Roman, Ingeborg Bachmann 1971 _ Wien  _
Walter Pobaschnig, 5/22, folgende

MALINA

Mut ist nicht denkbar ohne

Angst, das Leben nicht ohne die

Liebe.

Ich weiß es ja, es scheint

Naiv, und weiß zugleich:

Aus Wort wird Welt.

Corinna Antelmann, 18.2.2026

Corinna Antelmann, Schriftstellerin _
Originalschauplatz Malina, Roman, Ingeborg Bachmann 1971 _ Wien  _
Walter Pobaschnig, 5/22
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100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

MALINA _ Akrostichon

Text&Performance _  Corinna Antelmann_Schriftstellerin

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

Corinna Antelmann, Schriftstellerin _
Originalschauplatz Malina, Roman, Ingeborg Bachmann 1971 _ Wien  _
Walter Pobaschnig, 5/22
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Zur Person: https://corinna-antelmann.com/

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Fotos: Corinna Antelmann, Schriftstellerin _
Originalschauplatz Malina, Roman, Ingeborg Bachmann 1971 _ Wien  _
Walter Pobaschnig, 5/22
.

Walter Pobaschnig, 18.2.2026

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Das Glück ist ein Engel mit ernstem Gesicht. Josef Winkler. Roman. Suhrkamp Verlag.

Die Erinnerung an die Kindheit zwischen Tal und Albtraum. Ein Sturm der Bilder im Kopf. Damals. Und jetzt hier. Wie ein Hineinstürzen in surreale Welten. Erlebnisse, Erfahrungen eigebrannt in Seele und Körper. Narben überall. Leben und Leiden wie Raumschiffe zwischen fremden Planeten, stürzenden Kometen und schwarzen Löchern. Hier gibt es kein Entkommen, kein Beamen, hier gibt es Schmerz, Tod, Verwesung mitten im Leben, davor und weit darüber hinaus. Bitter auch das Süße in der Konditorei „Patisserie Chaim Soutine“…

Büchnerpreisträger Josef Winkler stellt in seinem neuen Roman das Leben und die Beziehung zu seiner Schwester Maria in den Mittelpunkt und legt damit ein sensationelles episches Werk vor, das Leben, Gesellschaft, Leiden eine unvergleichliche literarische Form gibt, die ganz nah am existentiellen Todesort von Struktur, Macht und Ohnmacht eine surreale Erzählform kreiert, die in Sprache und Wort eine akrobatische Freiheit am Trapez zwischen Erde und schwarzem Himmel findet. Diese Wortkunst ist einzigartig und wohl am besten Wege zum Nobelpreis.

Das Glück ist ein Engel mit ernstem Gesicht. Josef Winkler. Roman. Suhrkamp Verlag.

Erscheinungstermin: 11.03.2026

Fester Einband mit Schutzumschlag, 431 Seiten.

ISBN 978-3-518-43270-9

26 EUR

e-book  21,99 EUR

Walter Pobaschnig 3/26

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„Meer ohne Stimme geblieben“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Tania Rupel/Pia Schiel _ München/Wien 24.3.2026

Pia Schiel, Schauspielerin _
 performing „Undine geht“
 _ Donau/Wien _
„Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961 _
Walter Pobaschnig 7/24, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

MALINA_ Akrostichon

Text _ Tania Rupel _ Tera _ Schriftstellerin

Performance _ Pia Schiel, Schauspielerin

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Pia Schiel, Schauspielerin _
 performing „Undine geht“
 _ Donau/Wien _
„Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961 _
Walter Pobaschnig 7/24, folgende

MALINA

M
eer ohne Stimme geblieben

Angespült liegen die Silben

Lüge und Wahreswirbeln weiter Sand und Staub

Immer noch an den Pfahl gebunden

Narbenversehrt stehst du da

Atem getauscht mit anderen Wunden

Tania Rupel, 1.3.26

Pia Schiel, Schauspielerin _
 performing „Undine geht“
 _ Donau/Wien _
„Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961 _
Walter Pobaschnig 7/24, folgende
Pia Schiel, Schauspielerin _
 performing „Undine geht“
 _ Donau/Wien _
„Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961 _
Walter Pobaschnig 7/24, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

MALINA_ Akrostichon

Text _ Tania Rupel _ Tera _ Schriftstellerin

Performance _ Pia Schiel, Schauspielerin

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962
Tania Rupel _ Tera _ Schriftstellerin _ München
Pia Schiel, Schauspielerin _ Wien

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Foto:Tania Rupel/Tera _ privat

Fotos: Pia Schiel, Schauspielerin _ performing „Undine geht“ _ Donau/Wien _
„Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961 _
Walter Pobaschnig 7/24.

Walter Pobaschnig _    1.3.2026

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„Aber wer möchte die Hoffnung verlieren?“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Tania Rupel, Schriftstellerin _ München 24.3.2026

Ingeborg Bachmann _ Tania Rupel _ Tera _

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview_ Tania Rupel _ Tera _ Schriftstellerin

Liebe Tania, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Als ich von ihrer Existenz erfuhr, war ich vielleicht in der achten oder neunten Klasse. Interessanterweise habe ich ihren Namen zeitgleich mit dem Namen von Paul Celan gehört. Als junges Mädchen war ich von der Geschichte und den paar Gedichten, die wir damals gelesen haben, sehr beeindruckt. Ich war begeistert, dass meine Liste mit weiblichen Dichternamen sich verlängert hatte – mit dieser bis dato unbekannten Poetessa (wie wir bei uns sagen). Zu Hause lassen wir viele Gedichte. Natürlich bulgarische – Gegenwartslyrik und Klassik; russisch-, französisch-, englisch-, italienischsprachige Dichterinnen und Dichter, einige von den anderen slawischen Sprachen, aber selten deutschsprachige; manchmal Rilke, Brecht.

Eines Abends kam mein Vater nach Hause und erzählte aufgeregt über einen Kollegen von ihm, der aus Wien zurückgekommen war (im sozialistischen Bulgarien war das an sich spannend genug – jemand war im Westen und kam wieder nach Hause). Aber das Wichtigste war eigentlich, dass er von den beiden Lyrikern erzählt und einige ihrer bekanntesten Gedichte vorgelesen hatte, die er selbst ins Bulgarische übersetzt hatte. Vater hat lose A4-Blätter mitgenommen. So versuchten wir in unserer Küche Bilder und Sprache zu enträtseln, und staunten. Ab und zu unterbrach Vater sein Vorlesen und erzählte, was er noch erfahren hatte: über das Schicksal dieser kraftvollen Poetin, über den Poeten, der sich in Seine warf; über ihre Beziehung und die Gruppe 47, die uns kein Begriff war … So ist der Name von Ingeborg Bachmann für mich mit etwas fast Mystischem umhüllt. Später dann habe ich Lyrik und Prosa von ihr in meiner Muttersprache gelesen und hatte noch keine Ahnung, dass ich eines Tages sie im Original lesen würde.

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

Für mich – die Intensität ihrer Texte, die Dichte und Klugheit. Ich bin mir sicher, wir alle, die beim Interview mitmachen, werden uns oft wiederholen mit  Bezeichnungen wie Herzblut, Wortwucht, Zeitlosigkeit, Originalität.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

Gedichte, viele Gedichte und Zeilen, die in verschiedenen Momenten meines Lebens aufs Neue in mir hallen, und weiterhin bewegen. Aus dem „Die gestundete Zeit“; aus dem „Anrufung des großen Bären“ und einige der späteren; Alle Tage, Fall ab, Herz; Holz und Späne, Dunkles zu sagen; an die Sonne; Die große Fracht; wie Orpheus spiel ich; Im Zwielicht; Erklär mir, Liebe; Wahrlich; Keine Delikatessen  …

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Ich werde nicht behaupten: Nichts hat sich geändert/verbessert, dennoch bleibt die Kritik definitiv aktuell. Noch mehr sogar, bevor die Gesellschaft etwas Stabiles erreichen konnte, kommen Tendenzen, die mir Sorgen machen. Wiedereinmal wollen dunkle Kräfte das Rad zurückdrehen. Es gibt auch Stimmen, die erwidern: „ohne sorge sei ohne sorge“  (wie aus dem Gedicht „Reklame“) und das macht es unheimlicher.

Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?

Spannende Frage, die nicht einfach zu beantworten ist, wie viele anderen wichtigen Fragen. Wir alle suchen nach Liebe; wir alle sind ab und zu ihre Opfer. Angeblich persönliche Sache, und doch auch immer politisch. Die Liebe hat ihre Phasen und Farben: rosarot oder dunkel, sanft, stürmisch oder aber besitzergreifend, verletzlich, verletzend usw. „Unheilbar krank“ klingt hoffnungslos, und in letzter Zeit häufen sich wieder mal so viele Beweise dafür; und manchmal sind nicht nur die Männer krank … Aber wer möchte die Hoffnung verlieren?

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Jede(r empfindet es auf eigene Weise. Für Ingeborg Bachmann war es offenbar so. Sie schreibt radikal, geht über Grenzen. Das hat ihr viel abverlangt.

Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?

Beim Lesen von Poesie fühle ich mich wie bei einer Wanderschaft. Manchmal sind die  Wortlandschaften steil oder leicht, hell, dunkel, eher bekannt oder ganz neu, einfach schön oder dramatisch … Alles kann ich sehen, mache mir Gedanken, Kopf und Herz zugleich, oder es überwiegt das eine. Ab und an reißt mich eine Windböe in der Höhe mit, wirbelt mich und ich schwebe. Dieses Gefühl kommt immer wieder, ich vermute, bei anderen ist es ähnlich. Es ist pure Begeisterung und Freude, als ob ich im Lotto gewonnen hätte. Bei manchen Zeilen stehe ich wie vom Abgrund; und bei anderen trete ich auf Worte, die mir fast den Knöchel brechen. Es blitzt durchs Mark und Bein. So was habe ich bei Versen von Ingeborg Bachmann erlebt. Und seltener, aber auch bei ihr ist es passiert – saugte mich ein Strudel so tief nach unten auf, wo ich mich wie in einem Traum befunden habe. Das sind dann „meine“ Gedichte. Es sind Verse, die etwas in meinem Unbewussten bewegen; nicht persönlich verbunden, eher als Mensch, als ein Teil von was Größerem. Nicht leicht zu erklären, dennoch ist es zutiefst berührend.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Hmm, keine Ahnung. Ich vermute, hätte ich eine unerwartete Begegnung mit ihr, wäre ich wahrscheinlich verstummt. Mir fällt selten das Richtige oder was Kluges schnell ein. Muss ich gerade lachen, denn ich stelle es mir vor … Bis ich die Worte gefunden habe, wäre sie schon sicher weg. Aber „wem es ein Wort nie verschlagen hat“? … Dann ist es auch gut, nichts zu sagen, statt Belangloses.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Ich möchte Gedichte für einen neuen Lyrikband sammeln/verfeinern:). 2016 wurde mein erstes deutsches Buch im Salon LiterturVerlag veröffentlicht – Gedichte und eigene Bilder. Es wäre prima, wenn wir es nach 10 Jahren wiederholen!

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

Oft wenn ich wieder mal bei etwas scheitere, sage ich mir: Wer fällt, hat Flügel … und ich erinnere mich nicht mehr, woher die Zeile stammt. Muss ich bald nachsehen:). Ein kurzes Gedicht werde ich doch hinzufügen, aber zuerst möchte ich mich herzlich bei Dir bedanken, lieber Walter, für Deine wichtige Arbeit und bemerkenswerte Geduld!

Enigma

            Für Hans Werner Henze aus der Zeit der Ariosi

Nichts mehr wird kommen.

Frühling wird nicht mehr werden.

Tausendjährige Kalender sagen es jedem voraus.

Aber auch Sommer und weiterhin, was so gute Namen

wie „sommerlich“ hat –

es wird nichts mehr kommen.

Du sollst ja nicht weinen,

sagt eine Musik.

sonst

sagt

niemand

etwas.

Herzlichen Dank für das Interview!

Tania Rupel _ Tera _ Schriftstellerin

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Foto: Tania Rupel _ Tera _ _ privat.

Walter Pobaschnig, 24.2.26

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Zwei Leichen zum Prosecco. Eva Reichl. Oberösterreich-Krimi. Gmeiner Verlag.

„Martin betrügt mich“, stieß sie aus, nahm das Glas wieder in die Hand und leerte es in einem Zug.“

Jetzt braucht es Trost. Prosecco. Und Freundinnen.

„Ihr könnt ihn für mich umbringen“ Elke lachte. Zeitgleich füllten sich ihre Augen mit Tränen.

Der Nachmittag im Restaurant „Stadtliebe“ in Linz endet – „bedrücktes Schweigen lastete auf den vier Freundinnen…“

Chefinspektorin Lotta Meinich besucht ihren Vater. Sein Beruf, sein Spürsinn, seine Leidenschaft hatte sie denselben Weg gehen lassen. Dem Tod, dem Verbrechen hinterher, immer weiter, bis zum Ziel…auch wenn sie gerade eine Auszeit hat. Da tut ein Spaziergang mit Vater und Hund gut.

Und dann – unter den Blättern im Wald eine Leiche. Martin Froschberger. Juwelier. Ja, jener Martin…Lotta Meinich ist plötzlich wieder mittendrin. In Grund und Abgrund.

Die Reise beginnt, Station um Station, Spur um Spur, Rätsel um Rätsel, dem Tod, dem Mord hinterher…

Eva Reichl, Krimi-Bestsellerautorin, legt einen neuen Lotta Meinich Fall vor und begeistert dabei einmal mehr mit mitreißender Spannung, sprachlicher Raffinesse auf Wegen zwischen Land und Menschen in allen abgründigen Jahreszeiten des Lebens.

Eva Reichl verbindet einmalig Lebenswelt in allen menschlichen, allzumenschlichen allgemeinen wie regionalen Besonderheiten mit Krimispannung, ein Ereignis!“

Zwei Leichen zum Prosecco. Eva Reichl. Oberösterreich-Krimi. Gmeiner Verlag.

320 Seiten, 12,5 x 20,5 cm, Paperback

Print 15,50 € / E-Book 11,99 €

ISBN 978-3-8392-8059-1

Walter Pobaschnig 3/26

https://literaturoutdoors.com

„Mein Allein“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Jovana Nastasijevic/Julia Gradl _ Novi Sad/Wien 23.3.2026

Julia Gradl, Sängerin, Musikerin, Model  _ Wien _
Thematisch-szenisches Fotoshooting am Originalschauplatz _ Wien _
„Malina“ , Roman, Ingeborg Bachmann (1971) _
Walter Pobaschnig 3/23, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

MALINA _ Akrostichon

Text _ Jovana Nastasijević, Schriftstellerin

Performance _  Julia Gradl, Sängerin, Musikerin, Model

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig


Julia Gradl, Sängerin, Musikerin, Model  _ Wien _
Thematisch-szenisches Fotoshooting am Originalschauplatz _ Wien _
„Malina“ , Roman, Ingeborg Bachmann (1971) _
Walter Pobaschnig 3/23, folgende

MALINA


Mein

Allein

Lechzt

Inbrünstig

Nach deinem

Allein

Jovana Nastasijević, 15.2.2026

Julia Gradl, Sängerin, Musikerin, Model  _ Wien _
Thematisch-szenisches Fotoshooting am Originalschauplatz _ Wien _
„Malina“ , Roman, Ingeborg Bachmann (1971) _
Walter Pobaschnig 3/23, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

MALINA _ Akrostichon

Text _ Jovana Nastasijević, Schriftstellerin

Performance _  Julia Gradl, Sängerin, Musikerin, Model

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

Jovana Nastasijević, Schriftstellerin
Julia Gradl, Sängerin, Musikerin, Model  

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Foto: Jovana Nastasijevic _ privat

Fotos: Julia Gradl, Sängerin, Musikerin, Model  _ Wien _
Thematisch-szenisches Fotoshooting am Originalschauplatz _ Wien _
„Malina“ , Roman, Ingeborg Bachmann (1971) _
Walter Pobaschnig 3/23.

Walter Pobaschnig, 15.2.2026

https://literaturoutdoors.com

„Liebe zum Leben in einer Welt, die das Leben verachtet“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Jovana Nastasijevic, Schriftstellerin _ Novi Sad 23.3.2026

Jovana Nastasijević _ Ingeborg Bachmann

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann auf ihrer Terrasse in Rom,
Bocca de Leone, Rom um 1970

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview _ Jovana Nastasijević, Schriftstellerin

Liebe Jovana, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Es gibt mehrere Wege, die mich zu Ingeborg Bachmann geführt haben. Vor allem, mein Germanistikstudium und der Wunsch, das Werk der Frauen durch die Literaturgeschichte besser zu erforschen. Dann, auch mein eigenes Schreiben – das ist ein Handwerk, das am besten durch das Lesen erlernt wird.

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

Die Wucht ihrer Sprache und die Unverblümtheit der Bilder. Der „endlose“ Satz. Das Urweibliche durchschimmert jede Kulisse, unabhängig davon, ob ihre lyrische bzw. epische Heldin die Position einer Indifferenten, Leidenden oder Liebenden einnimmt. Das ist jene lebensspendende Kraft, die so zuversichtlich ist, dass das Leben weitergehen wird – auch wenn sie sich dabei selbst zugrunde richtet. Es ist Liebe zum Leben in einer Welt, die das Leben verachtet und die Liebe verschmäht.  

„Ein Tag wird kommen, an dem die Frauen rotgoldene Augen haben, rotgoldenes Haar, und die Poesie ihres Geschlechts wird wiedererschaffen werden…“ („Malina“)

Bachmanns Heldin ist zerrissen zwischen ihren eigenen Sehnsüchten – die sie kaum je vollständig äußert und die in die Bereiche psychischer Instabilität abgeschoben werden – und dem, was die Gesellschaft von ihr erwartet.

„Ich bin in ein kleines Grab gefallen.“

Für mich ist dieses Bild („Malina”) vielleicht das stärkste Motiv überhaupt. Wie böse kann ein Mensch zu einem anderen sein? Der Krieg – das Männergebrüll ohne Inhalt, dem wir auch heute Zeugen sind – endet nie, weil er in der menschlichen Seele weitergedeiht. Besitzen, kontrollieren, erobern. Sich rächen, abstumpfen. In diesem Inferno der Selbstleugnung, im Gefüge aus Macht und Gewalt, ist das Frauenwesen der Vernichtung geweiht. Doch sie macht immer weiter – und genau das macht Bachmanns Werk so besonders.

Viele Figuren in ihren Werken resignieren – aber sie tun es so wundervoll. Am Ende ist es immer die Welt im Ich, mitsamt ihren Schwächen und scharfen Kanten, die uns zu Menschen macht – nicht das Ich in der Welt.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

„Simultan“, weil es das erste Werk von Ingeborg Bachmann war, das ich gelesen habe. Meine bachmannsche Feuertaufe.

„die Männer sind unheilbar krank…sie sind es, wussten sie das nicht? Alle…“ Ingeborg Bachmann in einem Interview, 1971 _ wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörerischen wie selbst zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Wenn sich die patriarchale Welt von heute selbst zerstören würde, wäre das für mich ok. 😊 Und es läuft offensichtlich darauf hinaus, so wie die Dinge heute aussehen; die Frage ist nur, wie lange es dauern wird. Patriarchat, Kapitalismus und Faschismus gingen immer schon Hand in Hand. Dieses Besitz- und Eroberungsdenken ist die Ursache allen Übels. Aus ihm resultierten sämtliche Imperial- und Kolonialpolitiken, Unterdrückungsstrategien, die normalisiert wurden, sowie die Überzeugung, dass das Leben eines Menschen mehr wert ist als das eines anderen. Seit dem Neolithikum, als der Mensch sesshaft wurde und den Begriff „Besitz“ für sich instrumentalisierte (laut Fromm war es der Mann), um andere Wesen zu unterwerfen, gibt es dieses Konzept. Davor waren Menschen nomadisch und Frauen hatten die Dominanz: Sie sorgten für eine gleichmäßige Verteilung der Güter.

Dieses System zermürbt Frauen, indem es all ihre distinktiven Eigenschaften pathologisiert. Oft sind es jedoch – auch bei Bachmann – die männlichen Figuren, die wirklich „erkrankt“ sind: an den Eigenschaften, die die Gesellschaft wiederum ihnen zuschreibt und denen sie nicht gerecht werden können, sowie an ihren eigenen Emotionen, die sie leugnen müssen.

Seit Bachmanns Lebens- und Schaffenszeit hat sich bis heute wenig verändert. Die gleichen Anomalien nehmen nur andere, monströsere Formen an.

Wir schauen im Live-Modus zu, wie Lebensverachtung funktioniert. Am schlimmsten ist die unermessliche Gleichgültigkeit gegenüber dem menschlichen Leben, sogar dem von Kindern. Regierungen reagieren lasch auf einen nachgewiesenen Völkermord. Staatsoberhäupter spielen Kindermissbrauch herunter. Es herrscht ein „kill-the-messenger“-Modus, in dem es lebensgefährlich geworden ist, die Wahrheit zu sagen. Viele lenken sich lieber ab, als hinzuschauen und Empathie zu zeigen. Was ist mit unseren Werten passiert? Gab es sie überhaupt, oder dienten sie von Anfang an nur als Tarnung für die Gräueltaten, die nie aufgehört haben? Anders als im Zweiten Weltkrieg, kann heute niemand sagen: „Ich habe es nicht gewusst.”

Bachmann wurde auch teilweise scharf kritisiert und ihre Werke abgewertet, vor allem durch die konservativen Vertreter der damaligen Literaturwelt. Ihre eigene Kraft und die Fähigkeit, Dinge zu sehen und zu verstehen, die Wahrheit beim Namen zu benennen, wurden abgelehnt.

In ihrem Werk wird deutlich, wie sehr sie weiß, dass das Gute im Menschen, nicht zuletzt auch das Urweibliche, in Ketten gelegt wurden. Mir fällt Miranda aus der Erzählung „Ihr glücklichen Augen“ ein. Trotz ihrer Kurzsichtigkeit und ihres scheinbaren Verlorenseins in der Außenwelt weiß sie ganz genau, warum sie ihre Brille ständig liegen lässt und Laternenmasten statt Menschen grüßt. Ihre innere Welt ist in Ordnung. Vielleicht ist es auch Eskapismus. Ich glaube aber lieber daran, dass sie die Dinge kristallklar sieht, mit ihrem geistigen Auge.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann Schreiben und Existenz in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises 1971. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Hätte es keine „Verdammung“ gegeben, hätten wir wahrscheinlich nichts geschrieben. Kunst entsteht nicht, weil man „zu viel“ davon hat, sondern aus der Unzulänglichkeit heraus.

Einerseits sind persönliche Martyrien Symptome der Gesellschaftskrankheiten – Ausgrenzung, Diskriminierung, Manipulation, Machtspiele, Unterdrückung; Eigenschaften wie Egoismus, Arroganz, Empathielosigkeit – bestimmen die menschliche Existenz. Hier und da gab es in der Geschichte eine Revolution, die die Dinge wieder einigermaßen in Ordnung brachte; danach fing alles wieder von vorne an. Das bekommt jede denkende, fühlende Person mit – und das nicht ohne Spuren. Künslter:innen sind jedoch dafür „gebaut“, das Ungestüm der Zeit wie eine Art Stromleiter zu absorbieren und weiterzuleiten. „Viver ardendo e non sentire il male“, schrieb Gaspara Stampa. Das ist wiederum – die Liebe für das Leben.

Andererseits: Künstler:innen sind dafür da, um als unangenehmes Korrektiv in der Gesellschaft zu wirken. Kunst muss unbequem sein, ansonsten ist es nur Entertainment (und lenkt vom eigentlichen Problem ab). Die Wahrheit ist immer unangenehm. Die Kunst ist da, um wachzurütteln, zum Denken und Fühlen zu bewegen.

Literatur ermöglicht es uns, in andere Welten einzutauchen, um unsere eigene besser zu verstehen. Bachmanns Werk ist in diesem Sinne von unschätzbarem Wert, gerade weil es sämtliche Syndrome einer unheilbar kranken Gesellschaft durch die Perspektive des Individuums dekonstruiert. Das Persönlichste ist das Universellste.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Wie geht es dir?

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Eine Gedichtsammlung zum Thema verlorene Kinder. Kriegskinder, tote und verschwundene Kinder. Mit diesem Thema befasse ich mich schon seit vielen Jahren. Unter all den Opfern – ob in Kriegen oder außerhalb – sind Kinder die Unschuldigsten. Vielleicht ist diese Sammlung nur ein Teil eines größeren Ganzen, denn ich glaube nicht, dass ich mit nur einer Veröffentlichung mit diesem Thema fertig sein werde. Mit toten Kindern wird man nicht fertig.

Zudem möchte ich einige meiner Gedichte in Fremdsprachen übersetzen und meinen ersten deutschsprachigen Gedichtband fertigstellen.

Herzlichen Dank für das Interview!

Ich habe zu danken.

Jovana Nastasijević, Schriftstellerin

Foto: Ingeborg Bachmann: Garibaldi Schwarze.

Foto: Jovana Nastasijevic _ privat

Walter Pobaschnig, 15.2.2026

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