„Über die via Alemagna nach Padova zu Ingeborg Bachmann“ _ 100.Geburtstag von Ingeborg Bachmann _ Waltraud Mittich, Schriftstellerin _ Bruneck/I 25.4.2026

Ingeborg Bachmann _ Waltraud Mittich

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Zum 100.Geburtstag von Ingeborg Bachmann _

Waltraud Mittich, Schriftstellerin _ Erinnerungen _

Waltraud Mittich, Schriftstellerin

„Über die via Alemagna nach Padova zu Ingeborg Bachmann“

Im Dorf Toblach, wo die via Alemagna abzweigt, Sehnsuchtsstraße hinunter in die Ebenen, hinunter zur Serenissima, hat eine junge Frau beschlossen, den vorgegeben Weg zu verlassen, den,  geheiratet zu werden oder an der Haus-und Hof-Universität  Innsbruck zu studieren.

Diese Frau ist als sogenanntes Options -Kind in Bad Ischl geboren, Tochter eines ukrainischen Gefangenen, Offizier der Roten Armee,  und einer Südtiroler Bauerntochter, die im Salzkammergut als Hotel Bedienstete gearbeitet hat. Der  gewählte Studienort war die Universität Padova, die Studienrichtung Lingue e letterature straniere e moderne mit „Deutsche Sprache und Literatur“ als Hauptzweig. Es mag abenteuerlich klingen, dass eine deutsche Muttersprachlerin Deutsche Sprache und Literatur an einer italienischen  Uni studiert.  Es war aber die beste Entscheidung meines Lebens dies zu tun, weil ich einen ganz anderen Zugang zu eben dieser Literatur gefunden habe, dies vor allem deshalb, weil dort Italiens renommiertester Germanist –  Giuliano Baioni – neben Ladislao Mitterer-  unterrichtet hat.  Baioni ist vor allem Kafka Spezialist, hat aber auch zu Goethe und  E.TA. Hoffmann und zu vielen anderen geforscht.

Meine Wahl über Ingeborg Bachmann zu schreiben, hat er gut geheißen, mehr nicht, er hat, vermute ich, selbst erst angefangen sie genauer zu lesen.  Hat mir dann die Höchstnote gegeben – summa cum laude  – für meine Arbeit mit dem Titel: Die Lyrik der Ingeborg Bachmann -Utopie und Sprachverzweiflung  facolta` di lettere  e filosofia Universita` degli studi di Padova -anno accademico 1971-72.

Waltraud Mittich und Norbert Conrad Kaser

Es gibt viele Anekdoten zum Professor, zum Studienort, zur Abschluss Arbeit. Ich habe die Arbeit auf einer kleinen Olivetti getippt mit zwei Kohlepapier Durchschlägen und das Ganze auf dem Gepäcksträger meines alten Fahrrades montiert. Das Rad war alt, ich jung und wild; als ich die Arbeit abgeben wollte im Germanistik Institut, war sie nicht mehr da. Bin verzweifelt die Strecke zurück geradelt, habe alle verstreuten Blätter wieder gefunden, samt Autoreifen Abdruck, alles gut, ein Meisterstück wurde gerettet. 

Zu Malina steht in meiner Arbeit ein lapidarer Satz, ich habe das Buch gelesen, die Wichtigkeit des Textes nicht erfasst, erst viel später.

Elisabeth Trageser, Schauspielerin _ acting „Malina“ _ Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Idee/Regie/Foto_Walter Pobaschnig

— Was gibt es noch zu sagen?

Dass meine kleine Geschichte die Geschichte Südtirols wieder gibt. Dass ich ein Buch über meinen ukrainischen Vater geschrieben habe „Ein Russe aus Kiew“, es wurde 2022 ins Ukrainische übersetzt  – Verlag booksXXI  Czernowitz- mit dem Titel Brief an die Ukraine, dass ich eng verbunden bin mit diesem Land, jeden Tag chatte mit vielen Menschen, dass ich nur einmal dort war und vielleicht nie wieder.

„Ein Russe aus Kiew“ Roman, Waltraud Mittich. Edition Laurin.

Softcover, 336 Seiten

Erscheinungsdatum: August 2022

Preis: € 16,00
ISBN 978-3-903539-28-0

https://www.uibk.ac.at/editionlaurin/buecher/ein-russe-aus-kiew-waltraud-mittich.html

Waltraud Mittich, 7.2.2026

Herzlichen Dank für diese Erinnerung an einen ganz besonderen Weg zu und mit Bachmann!

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann, 1962.

Fotos: Waltraud Mittich/Uni/ _ privat.

Foto: Elisabeth Trageser, Schauspielerin _ acting „Malina“ Wien _ Walter Pobaschnig 4/22.

Walter Pobaschnig   7.2.26

https://literaturoutdoors.com

Malina, Ingeborg Bachmann. Roman. Neuausgabe. Suhrkamp Verlag.

Malina. Das ist der große und einzige Roman der österreichischen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann, deren 100.Geburtstag 2026 weltweit gefeiert wird.

Und ganz besonders auch im Berliner Suhrkamp Verlag, in welchem der Roman 1971 erschienen ist. Die in Klagenfurt geborene Schriftstellerin (*25.6.1926, erstes Kind von Matthias und Olga Bachmann) entwirft darin ein einzigartiges Kaleidoskop menschlicher Existenz, Liebe und Gesellschaft in allen Facetten von Grund und Abgrund in Erinnerung und Gegenwart.

Xiting Shan_Schauspielerin_Wien _ acting Malina _
Walter Pobaschnig 5/21
 folgende

Ingeborg Bachmann, am 17.Oktober 1973 in Rom tragisch verstorben (Brandunfall), geht in Malina inhaltlich und formal mutige neue Wege, kombiniert, jongliert Textsorten und lässt im Ungargassenland Wiens eine amour fou in Sehnsucht, Glück und Drama zwischen anonymer Ich-Erzählerin und Malina/Ivan im Spiegel von Geschichte, Macht und Gewalt explodieren. Es gibt kein Entkommen…

Beeindruckend ist neben der literarischen Avantgarde, der Suche nach einer neuen Sprache im Benennen, Berichten, Erzählen und Hinausschreien von Erlebtem, Erlittenem, auch die Wucht und Spannung der Erzähldynamik, die bis zu einem der berühmtesten Schlusssätze der Literaturgeschichte „Es war Mord“ nicht loslässt.

Die sehr gelungene Neuauflage bietet wunderbare Ästhetik (Wortspiel am Cover) wie ergänzend ein Nachwort der Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek. Jelinek schrieb auch das Drehbuch zur Malina Verfilmung (1991) von Werner Schroeter mit Isabelle Huppert.

„Ein wunderbares Geburtstagsgeschenk des Verlages, der 1971 den Mut zur Erstveröffentlichung dieses bahnbrechenden Werkes hatte.“

Malina, Ingeborg Bachmann. Roman. Suhrkamp Verlag.

Erscheinungstermin: 18.02.2026

Fester Einband, 383 Seiten, dekoratives Vorsatzpapier,

Sprachen: Deutsch

ISBN 978-3-518-47526-3

suhrkamp taschenbuch 5526

Suhrkamp Verlag, 1. Auflage, 2026

18,00 € (D), 18,50 € (A), 25,90 Fr. (CH)

ca. 13,4 × 21,0 × 3,2 cm, 468 g

Buchvorstellung: Wort&Biild

Fotos: Cover _ Verlag; Xiting Shan_Schauspielerin_Wien _ acting Malina _
Walter Pobaschnig 5/21
.

Walter Pobaschnig 4/26

https://literaturoutdoors.com

„Machtlos bin ich nicht“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text&Performance _ Melitta L. Roth/Xiting Shan _ Hamburg/Wien 24.4.2026

Xiting Shan_Schauspielerin_Wien _ acting Malina _
Roman Ingeborg Bachmann _
Walter Pobaschnig 5/21
folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance Originalschauplatz „Malina“ Wien.

MALINA_ Akrostichon

Text Melitta L. Roth, Schriftstellerin _ Hamburg

Performance _ Xiting Shan, Schauspielerin_ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Xiting Shan_Schauspielerin_Wien _ acting Malina _
Roman Ingeborg Bachmann _
Walter Pobaschnig 5/21
folgende
Xiting Shan_Schauspielerin_Wien _ acting Malina _
Roman Ingeborg Bachmann _
Walter Pobaschnig 5/21
folgende

MALINA

M
achtlos bin ich nicht

Angesichts deiner

Lieblosigkeit.

Ich bin nicht so wie du mich gern hättest.

Nehme meinen eigenen

Ausweg aus deiner Klauenhand.

Melitta L. Roth, 11.4.26

Xiting Shan_Schauspielerin_Wien _ acting Malina _
Roman Ingeborg Bachmann _
Walter Pobaschnig 5/21
folgende
Xiting Shan_Schauspielerin_Wien _ acting Malina _
Roman Ingeborg Bachmann _
Walter Pobaschnig 5/21
folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance Originalschauplatz „Malina“ Wien.

MALINA_ Akrostichon

Text Melitta L. Roth, Schriftstellerin _ Hamburg

Performance _ Xiting Shan, Schauspielerin_ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

Melitta L. Roth, Schriftstellerin 

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Foto: Melitta L. Roth _ privat.

Fotos: Xiting Shan_Schauspielerin_Wien _ acting Malina _
Roman Ingeborg Bachmann _
Walter Pobaschnig 5/21
.

Walter Pobaschnig   11.4.26

https://literaturoutdoors.com

„sie kommt direkt zum Kern“ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Melitta L. Roth, Schriftstellerin _ Hamburg 24.4.2026

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

im Interview _ Melitta L. Roth, Schriftstellerin und Bloggerin

Liebe Melitta, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

In einer Zeit, in der Frauen nur als Beiwerk galten, hat sie ein eigenes Werk geschaffen. Und was für eins. War es Glück, wars Charisma, war es die Wirkung auf andere, sie konnte sich jedenfalls durchsetzen mit ihrem Können. Das bewundere ich. So viele andere sind untergegangen.

Ich habe ihre Dichtung eher spät kennengelernt. Leider. Wünschte, ich hätte sie mit zwanzig schon entdeckt.



Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

Sie erfindet nicht, sie kommt zum Kern. Für mich wirkt es als gäbe es darin kein Beiwerk, aber Kristallsätze.

Sie bringen etwas in Schwingung.

Wie wenn sie eine Bildhauerin wäre, die aus einem unbehauenen Stück Holz oder Stein etwas herausarbeitet, indem sie etwas abschlägt. Bis die Essenz hervorscheint. Nicht aufbauen, sondern etwas wegnehmen.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben und warum?

Nein. Aber in ihren Gedichten scheint immer etwas durch, das mich berührt. Selbst nach so vielen Jahren noch. Ihre Poesie spricht mich eher an als die Prosa.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Ich würde sie gern fragen, wie es war genau in dieser Familie aufzuwachsen, nach dem Krieg, mit diesem Vater. Was es mit ihr gemacht hat.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Im Moment arbeite ich mich am Thema Wohnen ab, am Wohnen und seiner Krise, am Unbehaustsein. Es entstehen längere Passagen, kurze Texte. Prosa, keine feinsinnigen Gedichte. Und fast dadaistische Wuttexte, die sich deklamieren lassen. Aber mehr so Brecht oder Majakowski als Bachmann.

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

aus „Was wahr ist“

„Du haftest in der Welt, beschwert von Ketten,
doch treibt, was wahr ist, Sprünge in die Wand.
Du wachst und siehst im Dunkeln nach dem Rechten,
dem unbekannten Ausgang zugewandt.“

aus „Lieder auf der Flucht“ (XV)“

„Die Liebe hat einen Triumph und der Tod hat einen,
die Zeit und die Zeit danach.
Wir haben keinen.“

Beide aus „Anrufung des Großen Bären“, Gedichte, Ingeborg Bachmann, 1956 (Piper)

Herzlichen Dank für das Interview!

Melitta L. Roth, Schriftstellerin und Bloggerin

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Foto: Melitta L. Roth _ privat.

Walter Pobaschnig   11.4.26

https://literaturoutdoors.com

„Die Fluchtlinie in die lebendige Wirklichkeit“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Gunna Wendt, Schriftstellerin _ München 23.4.2026

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview _ Gunna Wendt, Schriftstellerin _ München.

Liebe Gunna, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Mein erster Zugang führte über die Gedichte – da ging ich noch zur Schule. Mein intensivster wurde jedoch später ausgelöst durch eine andere Künstlerin: Maria Callas. Vor 20 Jahren habe ich eine Ausstellung zur Diva assoluta in München und Wien kuratiert, dabei hat mich Ingeborg Bachmanns Hommage an Maria Callas leitmotivisch begleitet. Sie sagt darin: „Es werden so viele unsinnig geweint, aber die Tränen, die der Callas gegolten – sie waren so sinnlos nicht. Sie war das letzte Märchen, die letzte Wirklichkeit, deren ein Zuhörer hofft teilhaftig zu werden.“

Was macht das Besondere ihres Schreibens aus?

Der weibliche Blick auf die Welt, wie ihn Fassbinders Protagonistin Maria Braun repräsentiert, wenn sie ihrem Vorgesetzten und Geliebten erklärt. „Und ich möchte nicht, dass Sie denken, Sie hätten was mit mir. Weil die Wahrheit ist, dass ich etwas mit Ihnen habe.“ Dieser Perspektivwechsel bewirkt einen großen Unterschied, wie man bei Ingeborg Bachmann erleben kann.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben und warum?

Die Erzählungen, allen voran „Undine geht“. Darin zeigt sich Ingeborg Bachmann als Frau, die sich mit Hilfe von Fluchtlinien im Sinne von Deleuze/Guattari selbst erfindet. Am Anfang steht der Drang, etwas – eine Lebenssituation und die damit verbundenen Bezüge – zu verlassen, aufzubrechen. Dabei nimmt man das Verletzen, den Abschied, den Schmerz, auch den eigenen, in Kauf. Die Fluchtlinie ist eine Absage an Konventionen, festgeschriebene Lebensläufe und Lebensformen. Sie führt in die lebendige Wirklichkeit.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Maria Callas hat gesagt, sie liebe die Kunst, nicht den Betrieb. Was halten Sie von einer Aussage wie dieser – auch angesichts des Ihnen gewidmeten Wettbewerbs. 

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Mein neues Buch „Frauen von morgen“ in Lesungen und Veranstaltungen präsentieren. Allmählich mit dem nächsten Projekt beginnen, eine Anthologie über „Berühmte Liebespaare“. Sowohl Ingeborg Bachmann als auch Maria Callas werden darin vorkommen.

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

„Deine Einsamkeit werde ich nie teilen, weil da die meine ist, von länger her, noch lange hin.“ (aus: „Undine geht“)

Herzlichen Dank für das Interview!

Gunna Wendt, Schriftstellerin

Zur Person: Gunna Wendt, geboren in Jeinsen bei Hannover, studierte Soziologie und Psychologie an der Universität Hannover und schrieb ihre Magisterarbeit bei Oskar Negt zum Thema “Paula Modersohn-Becker. Zur Situation einer Künstlerin um die Jahrhundertwende in Deutschland”.

Seit 1981 lebt sie als freie Schriftstellerin in München. Neben ihren Arbeiten für Theater und Rundfunk veröffentlichte sie Kurzgeschichten, Gedichte, Essays und literarische Biographien. Viele ihrer Protagonistinnen sind Frauen, die ihren eigenen Weg gehen und sich selbst neu erfinden. Ruth Klüger schreibt dazu: „Das eigentlich Neue und Fesselnde ist der weibliche Blick auf weibliches Leben und weiblichen Ehrgeiz.“

1989 wurde sie mit dem Hörfunkpreis der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien ausgezeichnet.

2011 wurde sie in den Kreis der Münchner Turmschreiber berufen.

2017 wurde sie mit dem Schwabinger Kunstpreis ausgezeichnet.

2024 erhielt sie ein Arbeitsstipendium Literatur des Bayerischen Staatsministeriums.

Homepage Gunna Wendt

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Gunna Wendt _ Heike Bogenberger

Walter Pobaschnig, 8.4.26

https://literaturoutdoors.com

„Mehr Liebe“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Gunna Wendt/Veronika Kulcsar _ München/Wien 23.4.2026

Veronika Kulcsar_Tänzerin, Choreographin _ Wien _
performing Malina _ Romanschauplatz Malina Wien _
Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig 6/21 folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

MALINA _ Akrostichon

Text _ Gunna Wendt, Schriftstellerin _ München.

Performance _ Veronika Kulcsar_Tänzerin, Choreographin _ Wien.

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Veronika Kulcsar_Tänzerin, Choreographin _ Wien _
performing Malina _ Romanschauplatz Malina Wien _
Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig 6/21 folgende



MALINA

Mehr Liebe

Als möglich ist

Lässt sich nicht erklären

In einem Gedicht

Noch weniger

Als in deinen Armen

Gunna Wendt, 8.4.26

Veronika Kulcsar_Tänzerin, Choreographin _ Wien _
performing Malina _ Romanschauplatz Malina Wien _
Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig 6/21 folgende
Veronika Kulcsar_Tänzerin, Choreographin _ Wien _
performing Malina _ Romanschauplatz Malina Wien _
Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig 6/21 folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

MALINA _ Akrostichon

Text _ Gunna Wendt, Schriftstellerin _ München.

Performance _ Veronika Kulcsar_Tänzerin, Choreographin _ Wien.

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

Gunna Wendt, Schriftstellerin _ München.
Veronika Kulcsar_Tänzerin, Choreographin _ Wien

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Gunna Wendt _ Heike Bogenberger

Fotos: Veronika Kulcsar_Tänzerin, Choreographin _ Wien _
performing Malina _ Romanschauplatz Malina Wien _
Roman, Ingeborg Bachmann, 1971
_
Walter Pobaschnig 6/21.

Walter Pobaschnig, 8.4.26

https://literaturoutdoors.com

„eine sehr austriakische Verbindung von Verzweiflung, Exaktheit und Heiterkeit“ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Richard Schuberth, Schriftsteller _ Wien 22.4.2026

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview _ Richard Schuberth, Schriftsteller _ Wien

Lieber Richard, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Mit 30 schenkte mir eine Freundin, mit der ich damals eine Affäre hatte, „Sämtliche Erzählungen“ von Ingeborg Bachmann. Ich muss gestehen, dass ich trotz ehrlicher Bemühungen wenig damit anfangen konnte. Es wirkte auf mich wie egosensible Verinnerlichung, die mir in der Literatur zuwider war.

Gleich mal vorweg, um falschen Schlüssen vorzugreifen: Das hat nichts mit dem Unverständnis einer weiblichen durch eine männliche Perspektive zu tun. Ich war immer neugierig auf weibliche Perspektiven und hatte in meinen frühen Zwanzigern, wenn nicht früher, mit Begeisterung Elfriede Jelinek, Kate Millett, Mary Wollstonecraft und belle hooks gelesen, und Emily Brontë war überhaupt meine Soul Sister. Was mich störte, war die automatische Selbsteinsortierung von Frauen ins literarische Fach Psyche, Verinnerlichung, Subjektivität. Denn genau das reproduzierte ja die patriarchale Rollenzuordnung. Es störte mich, wenn Frauen behaupteten, sie könnten mit psychologischen und Beziehungsthemen persönlich mehr anfangen als mit Gesellschaftlichem. Genau darüber hatte sich ja auch Jelinek stets lustig gemacht. Aber was Bachmann anbelangt, war es eine Projektion meinerseits.

Nach späterer Lektüre musste ich mein Urteil als Vorurteil revidieren. Gerade Bachmann als weiblich geframte Verinnerlichung zu annoncieren, schadet dem parageschlechtlichen und zutiefst gesellschaftskritischen Gehalt ihres Oeuvres. Außerdem entscheidet letztlich der Stil, und nicht die Gesinnung über die Wahrhaftigkeit von Literatur. Politisch bin ich selber. Ich brauch mich mit der Autorin, dem Autor nicht identifizieren, und es entscheidet nicht, was er oder sie mir, sondern wie er oder sie es mir erzählt.

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

Auf höchstem formalem Niveau macht sie ihr Leid, das immer gesellschaftliches Leid ist (konkret das Leid an einer männlich dominierten und konstruierten Wirklichkeit), beredt. Das hat es vor ihr und sehr viel häufiger nach ihr, oft von ihr inspiriert, gegeben, aber diese Verinnerlichung, die eben nicht bloß Verinnerlichung ist, sondern Protokollierung der gesellschaftlichen Schäden im Inneren, diese Wahrhaftigkeit ist eben nicht nur Authentizität, sondern gewinnt durch die Suche nach dem mot juste, und ihre sehr austriakische Verbindung von Verzweiflung, Exaktheit und Heiterkeit seinen unnachahmlichen künstlerischen Wert. Ihre sprachliche Genauigkeit, und das verstehen viele AusdruckstänzerInnen der Literatur heutzutage nicht mehr, will die Wirklichkeit nicht aufspießen wie Schmetterlinge fürs naturkundliche Archiv, sondern das Ungefähre, Wolkenhafte so genau wie möglich umreißen. Höchste Subjektivität wird zum Mittel höchster Objektivität.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

Ich mochte immer ihre Erzählung „Im dreißigsten Jahr“. In den letzten Jahren erforschte ich Bachmanns Lyrik. Ich glaube, Elfriede Jelinek, die ihrer Prosa den Vorzug gibt, hat einmal an ihrer Lyrik die „Sicherheit der Behauptung“ kritisiert. Eben diese macht die Gedichte aber so kompakt. Selbstermächtigung, Herrin der Behauptung zu sein, ist kein Verrat an der Fragilität, keine Illusion über die eigene reale Macht bzw. Ohnmacht, sondern eine Rolle, ein Als-ob. Der Boden unter den Füßen schwankt nicht immer. Man muss die Felsen im Sumpf aufsuchen, um Überblick zu gewinnen, das bedeutet nicht die Anmaßung falscher Autonomie. Souveränität im Urteil und existenzielle wie ontologische Unsicherheit sind keine Gegensätze.

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Patriarchale Welt ist ein Abstraktum, und die Tendenz, alle Übel dieser Welt auf eine geschlechtsspezifische Ursache runterzubrechen ist Ideologie und Denkverweigerung. Ich, der jedes Unterdrückungsverhältnis abschaffen will, hege große Zweifel gegen jede romantische Aufwertung der Unterdrückten als moralische Instanzen. Unterdrückung schafft Ressentiments. Die angeblich weniger aggressive oder weniger offensive Natur der Frau kann auch ein Mal ihrer Jahrtausende währenden Herabminderung sein. Deshalb halte ich feministische Autorinnen für interessanter, die miese, zumindest höchst ambivalente Frauenfiguren schufen und sich dem Identifikationsbedürfnis der LeserInnen verwehrten. Nichtsdestoweniger bin ich überzeugt, dass die Regierungen dieser Welt, in den Händen von Frauen, ökonomisch und politisch um ein Vielfaches weniger Wahnsinn erzeugten als die regierenden Männer (und ihre Handlangerinnen in niedrigeren Positionen). Letztlich würden aber auch sie an strukturellen Hindernissen ökonomischer und geopolitischer Natur scheitern, die uns einmal mehr vor Augen führen, dass es radikalen Wandels bedarf, und nicht bloß einer Enttestosteronisierung der Macht.

Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?

Frauen nicht gesünder. Anders krank. Obwohl, das muss ich zugestehen, von einer unmessbar größeren emotionalen Intelligenz als Männer. Tja, Macht macht dumm. Ich fürchte, der zunehmend regressive, narzisstische Charakter der Menschen, zu dem die Warenverhältnisse sie nötigen, macht Liebe, die den Begriff verdient, immer schwieriger. Liebe bedeutet das Sich-Öffnen für das Andere im Anderen, nicht Selbstidentifikation, und es bedeutet die Überwindung jeglichen Zweck-Nutzen-Kalküls. Ein One-Night-Stand kann dem Ideal der Liebe näherkommen als heuchlerische Beziehungsarrangements, und geben sie sich auch noch so harmonisch. Liebe zu Menschen unterscheidet sich gar nicht so sehr von Liebe zur Wahrheit. Wie bei der Erkenntnis bedeutet sie Erfahrung des anderen, nicht geteilte Erfahrungslosigkeit.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

So richtig Martyrium wird es erst, sobald der Existenzdruck einen nötigt, Preise entgegenzunehmen, die nach Anton Wildgans benannt sind.

Ja, schreiben isoliert, es ist eine einsame Kunstform. Und das ist ihr Glück. Denn was für Gewinn ist eine Einsamkeit, die sich dem normativen Druck des Kommunikativen entzieht. Schreiben, vor allem ein Schreiben, das sich um höchste Qualität und größte Leichtigkeit (nicht Simplizität!) bemüht, ist eine einzige Schinderei. Wann immer Leute meinen, ich schüttelte die Texte eh nur so aus dem Ärmel, hätte ich dort, wo ihrer Meinung nach meine Texte wie Fallschirmjäger auf den Absprung warten, in den Ärmeln – hätte ich dort gerne wurfbereite Ninja-Sterne. Was bleibt einem anderes übrig als diese Schinderei, wenn die Gedanken aus einem rauswollen und man in die Schafherden der Gedankenlosigkeit nicht mehr zurückkann.

Außerdem soll man den Mythos von der genialischen, an seine Grenzen gehenden, hypersensiblen Künstlerexistenz nicht allzu ernst nehmen. Es gibt Schaffensprozesse, die machen großen Spaß, die gehen wirklich leicht von der Hand, die erzeugen Glücksgefühle. Während des Schreibens. Das Martyrium sind dann danach die Ignoranz gegenüber dem fertigen Werk und die stereotypen bzw. falschen Projektionen darauf. 

Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?

Hm, ich weiß nicht, ob es ein Supplement oder nicht doch nur Wiederholung ist, vielleicht aber Präzisierung. Bachmann erzählt sich als Wunde. Das ist indes Verinnerlichung, die nicht in die eigenen seelischen Idiosynkrasien flüchtet. So wie – das ebenso narzisstische Gegenteil – die objektivistische Durchschauerpose die eigene subjektive Verstrickung in die Verhältnisse verdrängen mag. Bachmann leidet, aber sie jammert nie, sie reflektiert Demütigungen, aber inszeniert sich nicht als Opfer.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Können Sie mir einen Tschik geben bitte? Nein, ich hätte sie gefragt, was ich auf die eigenartige Frage, was ich sie gefragt, ihr gesagt hätte, antworten soll.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Oben auf der To-do-List steht ein satirisch-philosophischer Roman, die Abenteuer und Vergeblichkeiten zweier Menschen in einer Welt, die nur durch Missverständnisse und falsche Projektionen einigermaßen im Lot gehalten wird. Aber noch weiter oben auf der To-do-List wäre: to do nothing peculiar! Ein ganz großes Herzensprojekt von mir ist, mich den Anmutungen der politischen Wirklichkeit durch produktiven Eskapismus zu entziehen – Muße, Denken, Abschalten – mir das Denken durch Abstinenz zu erhalten, Sozialismus durch egoistische Brachwirtschaft. Weiters würde es mich reizen, nach meinem letzten, etwas sperrigen Buch über die aktuellen Formen des Antisemitismus („Vom Antisemitismus, der keiner sein will“) ein didaktisches Buch zum selben Thema nachzureichen, für Jugendliche, in einfacherer Sprache. Dann weitere Forschungsreisen ins Großbritannien zwischen 1660 und 1830, ein Film, ein Theaterstück, und ein bisschen in die Möglichkeiten satirischer Podcasts reinzuschnüffeln.

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

Darf es auch ein längeres sein? Es ist schlichtweg wunderbar, und Ingeborg Bachmann sprach diese Worte eben bei der Verleihung des oben erwähnten Wildgans-Preises. Und sie widerlegt sich darin selbst, jedenfalls ihrer Behauptung, „kristallinische Worte“ kämen in einer Rede nicht vor.

„Die Forderungen, die darum an Schriftsteller gestellt werden, aufs Leichtfertigste, doch zumindest die Welt zu verändern, sind völlig sinnlos. Ein aufnehmendes, abgebendes, verändertes Ich, verändert schreibend, ist etwas anderes, und zu den Aktualitäten habe ich nur zu sagen, dass man sie hinwegschreiben muss, man muss die Aktualitäten seiner Zeit korrumpieren, man darf sich nicht von den Phrasen, mit denen diese Aktualitäten einem aufgedrängt werden, korrumpieren lassen. Ein Schriftsteller hat die Phrasen zu vernichten, und wenn es Werke auch aus unserer Zeit geben sollte, die standhalten, dann werden es einige ohne Phrasen sein. Es bedarf also nicht so sehr der Talente, denn es gibt viele, sondern [der] Schriftsteller, denen es möglich ist, den Charakter auf der Höhe ihres Talents zu halten, und das ist das Allerschwierigste. Das Kryptokristallinische dieser Worte ist mir bewusst, wir wissen nicht, was Talent und was Charakter ist, aber ich kann redend nur mit der Ohnmacht der Rede auf etwas hindeuten, das mir wichtiger erscheint als das idiotische Gerede von [der] Rolle des Schriftstellers gestern, heute und morgen. Die kristallinischen Worte kommen in Reden nicht vor. Sie sind das Einmalige, das Unwiederholbare, sie stehen hin und wieder auf einer Seite Prosa oder in einem Gedicht.“

Herzlichen Dank für das Interview!

Richard Schuberth, Schriftsteller

Aktuelle Buchveröffentlichungen von Richard Schuberth

Der Paketzusteller. Roman. Drava Verlag. Celovec/Klagenfurt 2025

Vom Antisemitismus, der keiner sein will. Essays. Edition Tiamat. Berlin 2026

Die gedichte. Drava Verlag. Celovec/Klagenfurt 2026

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann.

Foto: Richard Schuberth _  Jana Madzigon.

Walter Pobaschnig, 9.4.26

https://literaturoutdoors.com

„Unterm Spiegel eines Waldteiches“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _  Gero Ulbricht/Jennifer Pöll _ Wien 22.4..2026

Undine geht _
Jennifer Pöll, Schauspielerin, Tänzerin, Sängerin  _ Wien _
Thematisch-szenisches Fotoshooting _
_ Donau/Wien 9/25 _ Walter Pobaschnig, folgende

„Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) 

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

UNDINE GEHT_ Akrostichon

Text _ Gero Ulbricht, Schriftsteller, Künstler

Performance _ Jennifer Pöll, Schauspielerin, Tänzerin, Sängerin

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Undine geht _
Jennifer Pöll, Schauspielerin, Tänzerin, Sängerin  _ Wien _
Thematisch-szenisches Fotoshooting _
_ Donau/Wien 9/25 _
Walter Pobaschnig, folgende



UNDINE GEHT

U nterm Spiegel eines Waldteiches

N ymphe verhüllt in Tüll

D ienerin der Götter

I dylle mit bezauberndem Gesang

N arkotische Erscheinung

E ntzieht die Luft zum Atmen

G efährtin einer Nacht bringst

E insamkeit durch einen Kuss

H allt dein Gesang lange nach

T ränend die Augen sich schließen

Gero Ulbricht, 6.2.2026

Undine geht _
Jennifer Pöll, Schauspielerin, Tänzerin, Sängerin  _ Wien _
Thematisch-szenisches Fotoshooting _
_ Donau/Wien 9/25 _
Walter Pobaschnig, folgende

UNDINE GEHT  Text/Performance

Text _ Gero Ulbricht, Schriftsteller, Künstler

Performance _ Jennifer Pöll, Schauspielerin, Tänzerin, Sängerin

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig 

Undine geht, Erzählung, Ingeborg Bachmann, 1961.

„Undine geht“ ist einer der zentralen Texte in Ingeborg Bachmanns Werk. Dieser erschien im ersten Prosaband „Das dreißigste Jahr“ und nimmt das Motiv des Undine Mythos _ Liebe, weibliche Menschwerdung, Verrat und Rache – auf und transformiert dies in die Struktur gegenwärtiger patriarchal geprägter Gesellschaftsverhältnisse. „Undine geht“ ist einer der meist rezipierten Texte Bachmanns und erfährt zahlreiche künstlerische Zugänge und Dialoge.

Ingeborg Bachmann Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Gero Ulbricht, Schriftsteller, Künstler
Jennifer Pöll, Schauspielerin, Tänzerin, Sängerin  _ Wien 

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Foto: Gero Ulbricht _ privat.

Fotos Jennifer Pöll, Schauspielerin, Tänzerin, Sängerin  _ Wien _
Thematisch-szenisches Fotoshooting _ Undine geht _ Donau/Wien 9/25 _
Walter Pobaschnig
.

Walter Pobaschnig   6.2.2026

https://literaturoutdoors.com

„Aber er ist doch so ein netter Kerl“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Cornelia Koepsell/_ Peter Nitsche _ Hermannsburg/D _ Wien 21.4.2026

Peter Nitsche _ Schauspieler _ Wien _ performing „Ivan“ _
am Romanschauplatz Malina _ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig 8/21 folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

MALINA _ Akrostichon

Text _ Cornelia Koepsell, Schriftstellerin _ Hermannsburg/D

Performance _ Peter Nitsche _ Schauspieler _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Peter Nitsche _ Schauspieler _ Wien _ performing „Ivan“ _
am Romanschauplatz Malina _ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig 8/21 folgende
Peter Nitsche _ Schauspieler _ Wien _ performing „Ivan“ _
am Romanschauplatz Malina _ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig 8/21 folgende

MALINA


M
änner       

Alle oder nicht jeder?

Lasst ihr es zu. Wenn euer Kumpel der

Intimpartner*in

Nach dem Leben trachtet? Sie abwertet, fertigmacht, ghosted

Aber er ist doch so ein netter Kerl

Cornelia Koepsell, 6.4.26

Peter Nitsche _ Schauspieler _ Wien _ performing „Ivan“ _
am Romanschauplatz Malina _ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig 8/21 folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

MALINA _ Akrostichon

Text _ Cornelia Koepsell, Schriftstellerin _ Hermannsburg/D

Performance _ Peter Nitsche _ Schauspieler _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

Cornelia Koepsell,,Schriftstellerin
Peter Nitsche _ Schauspieler _ Wien _
Walter Pobaschnig

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann.

Foto_ Cornelia Koepsell _ privat.

Fotos: Peter Nitsche _ Schauspieler _ Wien _ performing „Ivan“ _
am Romanschauplatz Malina _ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig 8/21

Walter Pobaschnig, 6.4.26

https://literaturoutdoors.com

„mitdenken, es wird bei Bachmann nichts auf dem Tablett serviert“ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Cornelia Koepsell, Schriftstellerin _ Hermannsburg/D 21.4.2026

Ingeborg Bachmann _ Cornelia Koepsell

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview _ Cornelia Koepsell, Schriftstellerin

Liebe Cornelia, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Ingeborg Bachmann, Jahrgang 1926 ist eine Frau aus der Generation meiner Mutter. Für mich ist ihre Klarsichtigkeit erstaunlich, wie sie beschreibt und benennt, wie Frauen im Patriarchat zugerichtet und regelrecht „liebessüchtig“ werden (siehe Malina)

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

Mir kommt es so vor, als ob sie in größeren und kleineren Kreisen immer um das herum schreibt, was sie sagen will, die Außenbezirke sehr genau auslotet, der Leser muss mitdenken, um zu verstehen, es wird ihm nichts auf dem Tablett serviert.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben und warum?

Ich habe nicht alles von ihr gelesen, kürzlich die Erzählung „Das Dreißigste Jahr“ angehört, eine Art Wiederauferstehungs-Geschichte. Sie hat mich beeindruckt.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Ich hätte sie nach der Quelle ihrer Kraft gefragt, woher sie den Mut genommen hat.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Eine autofiktionale Erzählung über die Demenzerkrankung meiner Mutter, die mir auch in kleinen Puzzleteilen Zugang zu ihrer Vergangenheit, Kindheit und Jugend verschaffte.

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

„Es ist ein großer Irrtum zu glauben, dass man nur in einem Krieg ermordet wird.„

Herzlichen Dank für das Interview!

Cornelia Koepsell,,Schriftstellerin

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann.

Foto_ Cornelia Koepsell _ privat.

Walter Pobaschnig, 6.4.26

https://literaturoutdoors.com