„Die Protagonisten meiner Romane finden mich, nicht ich sie“ _ Buchneuerscheinung _ Die Gärtnerin von Venedig, Jana Revedin _ Braumüller Verlag

Buchneuerscheinung: Die Gärtnerin von Venedig, Jana Revedin. Roman. Braumüller Verlag, 2026.

Eri tauscht den Bergbauernhof gegen die schillernde Lagunenstadt Venedig – und gerät schnell in ein Netz aus Misstrauen, Rivalität und gut gehüteten Geheimnissen. Doch statt sich einschüchtern zu lassen, findet sie unerwartete Verbündete, wächst über sich hinaus und entdeckt Schritt für Schritt ihre wahre Berufung.
Ein atmosphärischer Entwicklungsroman über Mut, Herkunft und die leise, aber kraftvolle Kunst des Neuanfangs – voller Intrigen, Hoffnung und venezianischem Zauber.

Jana Revedin, Schriftstellerin, Architektin _
Empfang Ungargasse/Wien _
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann _ 10/23

Im Interview: Jana Revedin

Liebe Jana, Dein aktueller Roman spielt in Venedig, wo Du, neben Deinem geliebten Hof in Wernberg in Kärnten, auch lebst. Wie gestaltet sich ein Schreiben über einen Lebensort? Fällt das schwerer oder leichter als an einem fiktiven Ort?

Ich habe noch nie über einen fiktiven Ort geschrieben, genauso wenig wie über fiktive Charaktere. Die Protagonisten meiner Romane finden mich, nicht ich sie, und dann machen sie mit mir, was sie wollen.

Seit „Jeder hier nennt mich Frau Bauhaus“, meinem Debutroman, der mich nach Berlin und Dessau, in die zweite Heimat meiner hugenottischen Familie zog – wir wurden vor Jahrhunderten aus Frankreich vertrieben – führten mich die folgenden Hauptfiguren in ihre Heimaten: Paris, Buenos Aires, New York, Konstanz, Venedig. Es fiel mir immer leicht, weil ich an jenen Orten meine Jugend und meine Ausbildungsjahre verbracht habe, Goethe spräche von „Entwicklungsorten“. Eine gewisse Magie liegt über jenen Schauplätzen, sie haben sich in Jahrzehnten kaum verändert und wir gehen meinen Protagonisten immer auf lebendigen Bühnen nach!

Venedig hat mich seit vierzig Jahren, seit ich bei Aldo Rossi in seinem Mailänder Büro und an seinem Lehrstuhl an der Universität Venedig meinen Platz fand, als Wahlheimat aufgenommen. Ich konnte das Venedig der 1920er Jahre in „Margherita“ beschreiben, und das war eine pure Freude, hat sich doch die Stadt und ihre pulsierenden Kunst- und Lebens-Zentren seither – dank des UNESCO Weltkulturerbe-Ensembleschutzes – nicht gewandelt. Meine Leser spazieren mit dem Buch in der Hand direkt auf Margheritas Spuren… In den vergangenen Jahrzehnten veränderte sich die gesellschaftliche und soziale Mischung der Stadt jedoch enorm. Und genau das hat mich gereizt: das Venedig von heute, das keineswegs ein untergehender oder ausgestorbener Ort ist, auf den Spuren der jungen Gärtnerin Eri, die von weither kommt, zu entdecken.

Wie entwickelte sich der Schreibprozess in dieser sich wandelnden Zeit- und Gesellschaftssituation – was waren besondere Herausforderungen? Gab es Überraschungen, Fügungen?

Die Geschichte der Eri ist eine wahre Geschichte, ihr Großtante hat sie mir erzählt. Wie diese mich entdeckte? Eine Fügung, ja! Sie las „Der Frühling ist in den Bäumen“, meinen letzten Roman, die unglaubliche Geschichte meiner Mutter, die sie mir am letzten Tag ihres Lebens aufgetragen hat. Ich brauchte gute zehn Jahre, um diese brutale Begebenheit, die stark an die aktuelle Geschichte der Giselle Pelicot erinnert, zu Papier zu bringen. Doch meine Mutter hatte von mir gefordert: „Schreib das eines Tages auf, Kind. Für Frauen, die ähnliches erleiden und die sich doch wehren können.“ Eri Jung, die Großtante unserer Protagonistin, eröffnete mir in unserer Korrespondenz, dass sie die allererste Sekretärin meiner Mutter gewesen sei, „…nach jenem unsäglichen Skandal und ihrem Mut, ihren Mann anzuzeigen und sich scheiden zu lassen. Im Jahr 1953!“ Ihre eigene Bewerbung bei meiner Mutter, erzählte sie mir, habe in den frühen Fünfzigerjahren in Venedig stattgefunden und sie müsse mir so viele Geschichten dazu erzählen, die bis in die Gegenwart reichen. Ich hörte natürlich zu. Und da jene Tante Eri bis zum heutigen Tag regelmäßig Venedig besucht, konnte ich ihre Eindrücke und Erfahrungen mit meinen mischen.

Sie erinnerte sich an Dich, als kleines Mädchen?

Natürlich! Sie erzählte mir, wie oft ich mit meiner Mutter, Philosophin und Journalistin, die in den frühen Fünfzigerjahren einen Verlag gegründet und die erste emanzipierte Frauenzeitschrift Deutschlands herausgegeben hatte, in den Verlag kam – das letzte Kind, zuhause alleingelassen und unterfordert. Ich bat, mich an Eris Schreibtisch setzen zu dürfen, und um weiße Blätter. Ich muss tagaus tagein gesagt haben: „Ich spiele Schreiben.“

Im Roman sucht ihre Großnichte, die junge Gärtnerin Eri, ihren Lebens- und Berufsweg zwischen gesellschaftlichen Herausforderungen, beruflichen Widerständen und weiblicher Solidarität. Welche Inspirationen führten zu dieser so mutigen Frauenfigur?

Das wahre Leben. Ich bin in meiner Lehre und Forschung von jungen beharrlichen, selbstkritischen und doch humorvollen Eris umgeben! Sie setzen, wie Hilde Domin so schön sagte, tagtäglich ihren Fuß in die Luft. Und sie trägt! Mein Lebensgeschenk, das literarische Schreiben, und die Rückmeldungen meiner Leserinnen und Leser bestätigen mir ebenso, dass Bewusstsein und Selbstbewusstsein nur durch Wagnis entstehen, durch Neugier, durch Wachsenwollen und nicht durch in behaglicher Wiederholung erstarren. Auch wenn wir Frauen in den ersten Emanzipationswellen der 1920er und der 1960er Jahre viel mutiger und motivierter waren, sind wir doch weit gekommen. Gleichbezahlung, Gleichbewertung, das Durchbrechen gläserner Decken steht jetzt an, und das aktive Engagement für Frauen in patriarchalen Gesellschaften, deren Rechte mit Füßen getreten werden.

In ihrer neuen Heimat Venedig findet die junge Eri auch die Liebe, die begeistert, stärkt, trägt. „Es ist immer Wahnsinn in der Liebe aber auch immer etwas Vernunft im Wahnsinn“, sagte der Philosoph Nietzsche, wie siehst Du dieses Zitat im Zusammenhang von Eri und Todd?

Einverstanden, Herr Nietzsche! Doch auch Heinrich Tessenow hat recht, wenn er zu jeder Art der Gestaltung und Kreativität sagt: „Das Einfache ist nicht immer das Beste, doch das Beste ist immer einfach.“ Ist eine beginnende Liebesgeschichte, Nietzsches Wahnsinn des gewagten Unbekannten, nicht der Mut, alte Einsamkeiten und Verletzungen abzulegen und eine neue, gemeinsame Wirklichkeit zu entwerfen? Eri und Todd wagen diesen Neuanfang, und, zu ihrer eigenen Überraschung, ist er einfach und leicht.

Was braucht es, um Lebensträume zu verwirklichen und daran festzuhalten?

Liebe. Demut. Und Dankbarkeit.

Herzlichen Dank für das Interview!

Zur Autorin: Jana Revedin ist Architektin, Architekturtheoretikerin und Schriftstellerin. Mit der Veröffentlichung ihres Debutromans Jeder hier nennt mich Frau Bauhaus (Dumont 2018), der ein literarisches Ereignis und Spiegel- und La Repubblica-Bestseller war, hat die Architekturprofessorin und Bauhaus-Expertin die Schriftstellerei zu ihrem Lebensauftrag gemacht. Es folgten drei weitere Romane zu großen Protagonistinnen in Architektur, Kunst und Kultur, die die Geschichte ausgelöscht hat: Margherita (Aufbau 2020, Spiegel-Bestseller), Flucht nach Patagonien (Aufbau 2021) und Der Frühling ist in den Bäumen (Aufbau 2023, Presse-Bestseller). In Die Gärtnerin von Venedig erzählt Jana Revedin, die in Wernberg und Venedig lebt, eine wahre Geschichte aus ihrer geliebten Wahlheimat. (Pressetext _ Braumüller Verlag)

Kommende Buchpräsentationen/Lesung:

Buchpräsentationen:

Donnerstag, 12. März 2026
19:00 Uhr

Veranstalter: Thalia Mariahilf

Mariahilfer Strasse 99
1060 Wien

Freitag, 13. März 2026
19:00 Uhr

Veranstalter: Buchhandlung Heyn

Kramergasse 2
9020 Klagenfurt

Donnerstag, 23. April 2026
19:00 Uhr

Veranstalter: Buchhandlung Brunner

Rathausstraße 2
6900 Bregenz

Lesung

Samstag, 21. März 2026
18:00 Uhr

Veranstalter: Kloster Wernberg

Klosterweg 2
9241 Wernberg

Foto: Jana Revedin _ Walter Pobaschnig

Buchcover _ Verlag.

Walter Pobaschnig 3/26

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„die nötige Radikalität im Postulieren von Freiheit“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Maria Lehner, Schriftstellerin_Wien 5.3.2026

Ingeborg Bachmann – Maria Lehner
Ingeborg Bachmann, Rom 1962 _ Heinz Bachmann

100. Geburtstag Ingeborg Bachmann –

im Interview_ Maria Lehner, Schriftstellerin_Wien

Liebe Maria, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns?

Mein persönlicher Zugang kommt zunächst über ihre Lyrik. In den Frankfurter Vorlesungen stellt sie literarisches Schaffen nicht als Last dar, sondern als Akt der Befreiung: „Das Gedicht ist eine Entfesselung.“ Von dort aus habe ich Schreibakte insgesamt als Befreiungsakte verstanden – Befreiung von etwas und zugleich Befreiung für etwas. Die Erkenntnis, dass Sprache gleichzeitig verletzlich und kraftvoll sein kann, wirkt dabei wie ein Tor, durch das man hindurchmuss.

Was macht das Besondere ihres Schreibens aus?

Zum einen die Verbindung von poetischer Intensität und radikaler Sprachkritik, zum anderen eine Art kritischer Wachsamkeit: Sie misstraut der scheinbar selbstverständlichen Oberfläche alltäglicher Sprache. Schaut man genauer hin, entdeckt man dahinter Gewalt und Ideologie. Insofern sind ihre Texte politisch hellhörig und philosophisch tief. Und als ein Kind meiner Zeit, der 68er, beeindruckt mich, wie stark bei ihr das Private und das Politische ineinandergreifen: Verletzlichkeit als Erkenntnisform. Hinter Sprache schauen, ihre Magie auch entzaubern, wach und offen bleiben — das macht ihr Schreiben für mich einzigartig.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

Ein Beispiel aus jeder Gattung würde ich gerne bringen: Die zuvor genannten Besonderheiten zeigen sich für mich am stärksten in Malina als experimentellem Roman und in den hybriden Prosaformen der Todesarten‑Texte. In den Erzählungen aus Das dreißigste Jahr beeindruckt mich ihre analytische Schärfe, in den Gedichten (etwa Anrufung des großen Bären) ihre Musikalität und poetische Verdichtung. Und an den Frankfurter Vorlesungen schätze ich die poetologischen, essayistischen Reflexionen über Sprache, Wahrheit und Verantwortung.

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden patriarchalen Welt heute?

Mir scheint diese Kritik bedrückend aktuell: Mechanismen psychischer und struktureller Gewalt, die wir heute unter Begriffen wie toxische Männlichkeit oder Femizid diskutieren, sind in Sprache eingeschrieben – sowohl präskriptiv (Sprache, die Gewalt hervorbringt) als auch deskriptiv (Gewalt, die durch ihr Erzählen sichtbar und wirksam wird). Autoritäre Muster in Beziehungen bestehen fort. Bachmanns Texte sind deshalb nicht nur historische Dokumente, sondern ein beunruhigend präziser Spiegel unserer Gegenwart.

Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Bachmanns. „Die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971). Wie lieben wir nach/mit Bachmann?

Nach oder mit Bachmann zu lieben bedeutet wohl, Macht zu verlernen – also zunächst auf sie zu verzichten –, Verletzlichkeit zuzulassen und eine Sprache ohne Brachialgewalt zu finden. Liebe wird dort scheitern und in Sprachlosigkeit münden, wo Rollen und Dominanz im Vordergrund stehen. Wenn man Machtstrukturen analysiert und Liebe als einen Ort der Wahrheit begreift, bleibt nichts anderes, als auch die eigene Schutzlosigkeit zu akzeptieren. Und dann eine neue Sprache zu finden – eine der Gleichheit und Wahrhaftigkeit.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas Verdammtes daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton-Wildgans-Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, ist Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Zunächst klingt das nach romantischem Künstlerleid, nach Märtyrertum und Selbstgeißelung. Auf den zweiten Blick aber wird die existentielle Spannung sichtbar, der Wahrheit verpflichtet zu sein: Ja, es verlangt eine radikale Haltung, die Welt schonungslos anzusehen — und das kann einen von manchen Menschen entfernen. Doch das ist weniger ein Martyrium als eine mutige Entscheidung für eine kompromisslose Form der Wahrhaftigkeit. Zugleich öffnet sich ein Ort der Rettung, ein Stück Freiheit, die Möglichkeit jener „anderen Sprache“.

Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?

Viel bedeutet mir ihre Musikalität, ihre poetische Bildkraft und ihre philosophische Tiefe. Ihre Texte arbeiten mit Traumlogik, mit dem Unbewussten. Insofern verbindet sie Innenwelt und Weltgeschichte auf einzigartige Weise und macht Vulnerabilität zu einer Form des Wissens.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Als Literatin meiner Generation hätte ich Bachmann gesagt, dass sie mir Mut gemacht hat, nach jener hier mehrfach erwähnten eigenen, wahrhaftigen Sprache zu suchen. Ich würde wissen wollen, wie sie die heutige Sprachlandschaft sähe, wie sie über Liebe schreiben würde. Und: ob ihr die Utopie einer „anderen Sprache“ heute näher oder ferner läge. Vielleicht aber hätte ich ihr einfach gedankt — für die Hinweise auf die nötige Radikalität, das Wahrnehmen der Dünnhäutigkeit und das Postulieren jener Freiheit, die sie in die Literatur gebracht hat.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Seit einiger Zeit hält mich die Recherche für und die Arbeit an einem polyphonen Roman gefangen. Das Kernthema „transgenerationale Traumata“ — mit regionalem Fokus auf eine kleinräumige österreichische Landschaft — verbindet Individualschicksale mit kollektiver Erinnerungskultur. Die Zeitspanne zwischen 1950 und 1970 markiert das Aufeinandertreffen von Nachkriegsstille und gesellschaftlichem Aufbruch. In diesem Spannungsfeld interessiert mich, wie Verschweigen und Anderssein Räume prägen, die es gibt oder nicht gibt — auch im Sinne jener von Bachmann beschriebenen Zonen des Unsagbaren. Wo und wie entsteht Identität zwischen Erinnerung, Zuschreibung und dem, was unausgesprochen bleibt?

Darf ich abschließend um ein Bachmann-Zitat bitten?

„Im Widerspiel des Unmöglichen mit dem Möglichen erweitern wir unsere Möglichkeiten.“

(Quelle: Rede anlässlich der Verleihung des Hörspielpreises der Kriegsblinden für Der gute Gott von Manhattan, 17. März 1959, Bundeshaus Bonn. Die Rede ist heute meist unter dem Titel „Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar“ bekannt.)

Herzlichen Dank für das Interview!

Maria Lehner, Schriftstellerin _ Wien

Maria Lehner, Schriftstellerin_Wien

https://www.marialehnergemischtersatz.at/

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann.

Foto: Maria Lehner _ privat.

Walter Pobaschnig   15.2.2026

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„Morgenlicht bricht.“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Maria Lehner/Julia Gradl _ Wien 5.3.2026

Julia Gradl, Sängerin, Musikerin, Model  _ Wien _
Thematisch-szenisches Fotoshooting _ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _  Donau/Wien _ Walter Pobaschnig 10/23, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

MALINA _ Akrostichon

Text _ Maria Lehner, Schriftstellerin

Performance _ Julia Gradl, Sängerin, Musikerin, Model

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Julia Gradl, Sängerin, Musikerin, Model  _ Wien _
Thematisch-szenisches Fotoshooting _ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _  Donau/Wien _ Walter Pobaschnig 10/23, folgende

MALINA

M orgenlicht bricht.

A lle Wege offen.

L autlos ein Schritt.

I m Herzen Flamme.

N acht weicht langsam.

A tem wird Wort.

Maria Lehner, 15.2.2026

Julia Gradl, Sängerin, Musikerin, Model  _ Wien _
Thematisch-szenisches Fotoshooting _ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _  Donau/Wien _ Walter Pobaschnig 10/23, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

MALINA _ Akrostichon

Text _ Maria Lehner, Schriftstellerin

Performance _ Julia Gradl, Sängerin, Musikerin, Model

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

Maria Lehner, Schriftstellerin
Julia Gradl, Sängerin, Musikerin, Model

Maria Lehner, Schriftstellerin_Wien

https://www.marialehnergemischtersatz.at/

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann.

Foto: Maria Lehner _ privat.

Julia Gradl, Sängerin, Musikerin, Model  _ Wien _ „Undine geht“ _  Donau/Wien _ Walter Pobaschnig 10/23

Walter Pobaschnig   15.2.2026

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„In der Anklage liegt ihre Stärke“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Lisa Carolin Nemec, Schauspielerin _ Wien 4.3..2026

Lisa Carolin Nemec, Schauspielerin _ acting „Malina“ _
Romanschauplatz Malina _ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Walter Pobaschnig 2/26, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

UNDINE GEHT _ Akrostichon

Text & Performance _ Lisa Carolin Nemec, Schauspielerin

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Lisa Carolin Nemec, Schauspielerin _ acting „Malina“ _
Romanschauplatz Malina _ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Walter Pobaschnig 2/26, folgende
Lisa Carolin Nemec, Schauspielerin _ acting „Malina“ _
Romanschauplatz Malina _ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Walter Pobaschnig 2/26, folgende

UNDINE GEHT

Undine erhebt ihre Stimme gegen die männliche Ordnung.

Nicht mehr bereit, sich anzupassen.

Das Schweigen wird durchbrochen.

In der Anklage liegt ihre Stärke.

Nach Jahren der Unterordnung geht sie.

Emanzipiert verlässt sie die Menschenwelt.

Gehen bedeutet Loslösung.

Entzug von Erwartung und Unterdrückung.

Hinter sich lässt Undine die verletzende Welt.

Trennend, aber befreiend.

Lisa Carolin Nemec, 2.3.2026

Lisa Carolin Nemec, Schauspielerin _ acting „Malina“ _
Romanschauplatz Malina _ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Walter Pobaschnig 2/26, folgende
Lisa Carolin Nemec, Schauspielerin _ acting „Malina“ _
Romanschauplatz Malina _ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Walter Pobaschnig 2/26, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

UNDINE GEHT _ Akrostichon

Text & Performance _ Lisa Carolin Nemec, Schauspielerin

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Undine geht, Erzählung, Ingeborg Bachmann, 1961.

„Undine geht“ ist einer der zentralen Texte in Ingeborg Bachmanns Werk. Dieser erschien im ersten Prosaband „Das dreißigste Jahr“ und nimmt das Motiv des Undine Mythos _ Liebe, weibliche Menschwerdung, Verrat und Rache – auf und transformiert dies in die Struktur gegenwärtiger patriarchal geprägter Gesellschaftsverhältnisse in Macht und Zerstörung. „Undine geht“ ist einer der meist rezipierten Texte Bachmanns und erfährt zahlreiche künstlerische Zugänge und Dialoge.

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Lisa Carolin Nemec, Schauspielerin 

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Fotos: Lisa Carolin Nemec, Schauspielerin _ acting „Malina“ _
Romanschauplatz Malina _ Wien _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Walter Pobaschnig 2/26
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Walter Pobaschnig2.3.26

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„Schreiben als existenzielles Risiko: notwendig und schmerzhaft“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Lisa Carolin Nemec, Schauspielerin _ Wien 4.3.2026

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

im Interview _

Lisa Carolin Nemec, Schauspielerin

Liebe Lisa, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns?

Mein Zugang ist ein existenzieller und politischer zugleich: Bachmanns Texte lese ich als schonungslose Analysen innerer wie gesellschaftlicher Gewalt.

Lisa Carolin Nemec, Schauspielerin _ acting „Malina“ _
Romanschauplatz Malina _ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Walter Pobaschnig 2/26, folgende

Was macht das Besondere ihres Schreibens aus?

Die Verbindung von poetischer Sprache mit philosophischer Schärfe und moralischem Ernst macht ihr Schreiben einzigartig.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

Besonders Malina, die Todesarten-Texte und die Gedichte der Anrufung des Großen Bären stehen für die Radikalität ihres Denkens.

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Ihre Kritik an patriarchalen Machtstrukturen ist erschreckend aktuell, weil sie psychische, sprachliche und politische Gewalt zusammendenkt.

Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?

Lieben heißt bei Bachmann, sich der Gewaltverhältnisse bewusst zu werden, die Beziehungen durchziehen – ohne die Hoffnung auf ein anderes, wahrhaftiges Lieben ganz aufzugeben.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Für Bachmann ist Schreiben ein existenzielles Risiko: notwendig, aber schmerzhaft, weil es Wahrheit gegen Selbstschutz stellt.

Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?

Neben der Gesellschaftskritik ist mir ihr Sprachdenken wichtig – die Frage, wie Sprache Wahrheit ermöglichen oder zerstören kann.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Ich hätte sie gefragt, ob sie trotz allem an eine Zukunft der Sprache geglaubt hat, die weniger zerstörerisch ist.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

„Im Schatten der Maulwurfshügel“ von Friedrich Ch. Zauner wird bei den Rainbacher Festspielen unter der Regie von Babett Arens aufgeführt.

Ich darf die junge Theres verkörpern, die weibliche Hauptrolle des Stücks. Die Proben beginnen im Mai, Premiere ist am 18. Juni, gespielt wird bis einschließlich 5. Juli.

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

„Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar.“

Lisa Carolin Nemec, Schauspielerin _ acting „Malina“ _
Romanschauplatz Malina _ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Walter Pobaschnig 2/26
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Herzlichen Dank für das Interview!

Lisa Carolin Nemec, Schauspielerin

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Fotos: Lisa Carolin Nemec, Schauspielerin _ acting „Malina“ _
Romanschauplatz Malina _ Wien _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Walter Pobaschnig 2/26
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Walter Pobaschnig, 22.2.26

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„Undinensaaten“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text&Performance _ Julia Kulewatz/ Kerstin Ablasser _ Thüringen/Wien 3.3..2026

Kerstin Ablasser, Schauspielerin, Model  _
 performing „Undine geht“
 _ Donau/Wien _
Walter Pobaschnig, 6/24, folgende

„Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961.

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text&Performance

UNDINE GEHT _ Akrostichon

Text _ Julia Kulewatz, Schriftstellerin, Verlegerin, Literaturwissenschaftlerin, Dozentin

Performance _  Kerstin Ablasser, Schauspielerin, Model 

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Kerstin Ablasser, Schauspielerin, Model  _
 performing „Undine geht“
 _ Donau/Wien _
Walter Pobaschnig, 6/24, folgende

„Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961.

UNDINE GEHT

Undinensaaten

Nummerieren

Durchgängige

Illegalität,

Nachtlebigkeit,

Eisprünge,


Geronnene

Einsamkeit:

Hänse

Tauschen

Julia Kulewatz, 10.1.2026



Kerstin Ablasser, Schauspielerin, Model  _
 performing „Undine geht“
 _ Donau/Wien _
Walter Pobaschnig, 6/24, folgende

„Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961.

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text&Performance

UNDINE GEHT _ Akrostichon

Text _ Julia Kulewatz, Schriftstellerin, Verlegerin, Literaturwissenschaftlerin, Dozentin

Performance _  Kerstin Ablasser, Schauspielerin, Model 

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Undine geht, Erzählung, Ingeborg Bachmann, 1961.

„Undine geht“ ist einer der zentralen Texte in Ingeborg Bachmanns Werk. Dieser erschien im ersten Prosaband „Das dreißigste Jahr“ und nimmt das Motiv des Undine Mythos _ Liebe, weibliche Menschwerdung, Verrat und Rache – auf und transformiert dies in die Struktur gegenwärtiger patriarchal geprägter Gesellschaftsverhältnisse. „Undine geht“ ist einer der meist rezipierten Texte Bachmanns und erfährt zahlreiche künstlerische Zugänge und Dialoge.

 Julia Kulewatz, Schriftstellerin, Verlegerin, Literaturwissenschaftlerin, Dozentin
Kerstin Ablasser, Schauspielerin, Model 

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Fotos: Portrait_Julia Kulewatz _ privat.

Fotos: Kerstin Ablasser, Schauspielerin, Model  _ performing „Undine geht“ _ Donau/Wien _
Walter Pobaschnig, 6/24

Walter Pobaschnig   10.1.2026

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„schön, anstrengend, lustig, spannend, erschöpfend“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Karin Peschka, Schriftstellerin _ Wien 3.3.2026

Karin Peschka, Publikumspreisträgerin 2017

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

Karin Peschka, Schriftstellerin _ Wien _
BKS Publikumspreisträgerin _Bachmannpreisteilnehmerin 2017
 _
5. – 9.7.2017 Klagenfurt _
Foto: Romanschauplatz „Malina“ Wien, 2023,
Walter Pobaschnig, folgende

Im Interview _ Karin Peschka, A _ Publikumspreisträgerin 2017

Liebe Karin, Du hast 2017 am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen, was sind spontan Deine ersten Erinnerungen?

Es war schön, anstrengend, lustig, spannend, erschöpfend … war quasi alles dabei.

Karin Peschka, vor der Lesung _
dem Lesungsauftakt beim Bachmannpreis 2017
Lesende und Lesereihenfolge _ Bachmannpreis 2017
Bachmannpreis Jury 2017 _
(von links) Christian Ankowitsch (Moderator),  Justitiar Andreas Sourij (Stadt Klagenfurt) _Jury: Klaus Kastberger, Sandra Kegel, Stefan Gmünder, Hubert Winkels (Vorsitzender), Meike Feßmann, Michael Wiederstein, Hildegard Elisabeth Keller _
davon in aktueller Jury 2026 _ Klaus Kastberger, Juryvorsitzender seit 2024 (seit 2015 in Jury) _ Foto: Preisverleihung 2017

Wie kam es zu Deiner Nominierung und wie hast Du Dich im Vorfeld vorbereitet?

Ich wurde von Stefan Gmünder eingeladen und habe zur Vorbereitung den Text einige Male laut gelesen, auch im kleinen kritischen Kreis. Der hilfreichste Rat kam von Ludwig Hartinger. Er hat „Autolyse Wien“ lektoriert, den Erzählband, in dem auch mein Klagenfurt-Text „Wiener Kindl“ nachzulesen ist. Das Buch erschien im Herbst 2017 bei Otto Müller.

Ludwig Hartinger riet mir, beim Lesen durch die Erzählung zu gehen wie im Vorstellungs-Video durch unser altes Eferdinger Haus. Und noch etwas riet er mir, aber das verrate ich nicht.

Lesesetting _ ORF Studio
Erster Lesetag _ Ankommen der Jury
Ankommen der ersten Lesenden _ Karin Peschka, Schriftstellerin/Wien _
Die letzten Momente vor der Lesung…
Es beginnt…

Wie hast Du deine Lesung/Kritik erlebt?

Die Lesung schön, vor allem wegen der Atmosphäre im Raum. Das Publikum hat mitgelesen, der Text war ja verteilt worden davor. Das gemeinsame Umblättern,  ein fast synchrones Blätterrauschen, war schon besonders. Auf die Kritik konnte ich mich dann wenig konzentrieren, hab sie später nachgehört. 

Studiosetting _ Lesungsstuhl/Jury/Publikum

Du wurdest 2017 mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Wie gewinnt man das Publikum in Klagenfurt?

Das weiß ich nicht. Ich war nach Tag eins (ich war als Erste an der Reihe) davon überzeugt, von der Jury keinen Preis zu gewinnen. Für den Publikumspreis hatte ich eine Kollegin auf dem Schirm, deren Text ich sehr mochte. Mir ging es gut damit, ich glaube, ich war bei der Preisverleihung eher neugierig und relativ entspannt als aufgeregt oder gar enttäuscht. Als mein Name fiel, war ich sehr überrascht. Und dann ganz außerordentlich glücklich. Und das war’s ja auch: ein großes Glück.

Preisverleihung 2017 _
Karin Peschka, Zweite von rechts, BKS Publikumspreis;
weiter von links – John Wray – Deutschlandfunkpreis; Gianna Molinari – 3sat Preis; Ferdinand Schmalz – Bachmannpreis 2017; Eckhart Nickel – Kelag Preis;
Preisverleihung ORF Studio Klagenfurt 9.7.2017.

Mit dem Publikumspreis war der Klagenfurter Stadtschreiberpreis (den es ja nicht mehr gibt) verbunden. Wie lange warst Du vor Ort und wie hast Du diese Zeit erlebt?

Ich war 2018 über einige Monate immer wieder für ein paar Tage in der Stadtschreiberwohnung. Hab` mich dort wohlgefühlt. In der Wohnung und in Klagenfurt. Denke, ich konnte die Zeit und Gelegenheit gut nützen.

Klagenfurt/Lendkanal
Abendstimmung Wörthersee _ traditioneller Schloss Lorettoempfang der Stadt Klagenfurt beim Bachmannpreis (Entfall 2025)

Wie hat sich die Teilnahme auf Deinen weiteren Weg des Schreibens ausgewirkt?

Der Preis macht sich gut im Lebenslauf. Die Teilnahme hat sich ausgezahlt, die Bekanntheit steigert sich, und mit einem gut dotierten Preis gewinnt man Schreibzeit. Alles wichtige Faktoren in unserer Branche.

Karin Peschka, Romanschauplatz „Malina“/Wien.

Was wünscht Du dem Bachmannpreis zum 50er?

Dass es mit ihm weitergeht.

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Karin Peschka _ Aktuelle Bücher: https://peschka.at/buecher/

Ankommen _ Jury/Lesende _ Bachmannpreis 2023
Jurydiskussion 2017

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Gartentreffpunkt _ ORF Kärnten

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Alle Fotos Bachmannpreis/Klagenfurt _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig   2.3.2026

https://literaturoutdoors.com

„Der Schmerz in tausend verschiedenen Gesichtern“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Ruth Loosli, Schriftstellerin _ Winterthur/CH 2.3.2026

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview _ Ruth Loosli, Schriftstellerin

Liebe Ruth, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Ingeborg Bachmann bin ich zeitlebens ausgewichen, ihrem Schmerz und Intellekt. Las hier und dort ein Gedicht, war bewegt bis zur Regungslosigkeit und musste wieder zu mir kommen. Deine Anfrage lässt mich erneut zu ihrem Werk greifen, zu ihren Gedichten. 2008 kaufte ich den Band „Sämtliche Gedichte“ anlässlich einer Hommage der Literarischen Vereinigung Winterthur. Da hatte ich hineingeschrieben: „Sämtliche Gedichte für 16 Franken 80 Rappen – ist das nicht ungeheuerlich?“ und „… ich erlaube mir wieder, Bücher zu kaufen!“

Das war meine Notiz am Anfang des Gedichtbandes – wohl als Erinnerung an die spätere Ruth, dass ich mir aus Geldgründen eine Zeitlang keine Bücher zu kaufen erlaubte. Das ist 18 Jahre her.

Was macht das Besondere ihres Schreibens aus?

Ihre Schärfe. Die Wucht ihrer Sprache. Der Schmerz, den sie mit seinen tausend verschiedenen Gesichtern benennen kann in tausend verschiedenen Bildern, Gerüchen, Anklängen.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

In den Briefwechsel Bachmann/ Frisch „Wir haben es nicht gut gemacht“, herausgegeben von Thomas Strässle u.a. habe ich mich hineingestürzt und mehrere Nächte lang gelesen, geweint, weitergelesen. Es ist ein intensives Leseerlebnis, das mich erschütterte; zwei Menschen, die sich liebten, fanden und wieder auseinander(ge)trieben (wurden).

Aber auch das Buch „Wir müssen wahre Sätze finden“, Gespräche und Interviews mit Ingeborg Bachmann. (1953-1973). Ein Fundus!

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Bachmanns Werk war zukunftsweisend. Sie hat so vieles schon früh verstanden, erlebte jedoch wenig Fortschritt diesbezüglich. – Und gerade erleben wir erneut eine krasse Zeit des „Nicht-Wissens“, die es auszuhalten gilt. Gesellschaftlich scheint es lauter Rückschritte zu geben. Doch das *Neue* wächst leise heran, da bin ich mir sicher.

*Menschlichkeit. Eine friedvolle Welt für alle. Eine Welt, in der Kinder ihre Talente kennen- und ausdrücken lernen und diese auch als Erwachsene einbringen werden in eine neue Gesellschaft.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann Schreiben und Existenz in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises 1971. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Auf eine bestimmte Weise kann man das so sehen, kann auch ich das so sehen. Doch wir schreiben nun das Jahr 2026 und es hat in den letzten Jahren so viele ermutigende Kollektive gegeben. Wo sich schreibende Menschen jenseits und so unabhängig wie möglich von Klischees und starren Regeln austauschen und ermutigen.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Ich wäre wohl noch heute zu schüchtern, sie anzusprechen.

Und wenn ich den Mut fassen würde, würde ich fragen, ob ich sie am Zürichsee zu einem Kaffee einladen dürfte. (Welches ihr Lieblingscafé gewesen sei in ihren Monaten in und um Zürich).

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Mein Manuskript, ein Roman, an dem ich seit mehreren Jahren arbeite, zum Abschluss und Druck zu bringen. Und auch meine Gedichte warten darauf, überarbeitet und zu einem „Körper“ zusammengefügt zu werden für einen neuen Band – der letzte ist 2023 erschienen. Auch Schriftbilder entstehen, zurzeit kommen „Kleine Stickereien“, gestickt auf kostbares Papier (aus Wien!) dazu. Diese werde ich ab Frühjahr 2026 in der Galerie Weiertal in Winterthur zeigen dürfen.

Herzlichen Dank für das Interview!

Ruth Loosli, Schriftstellerin

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Foto: Portrait Ruth Loosli _ Ayse Yavas

Walter Pobaschnig   8.2.26

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„Amore“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text&Performance _ Ruth Loosli/Naoko Muneoka _ Wien 2.3.2026

Naoko Muneoka, Künstlerin  Wien   _
 performing „Undine geht“
 _
Walter Pobaschnig _ 7/24, folgende _
„Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961.

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

MALINA _ Akrostichon

Text _ Ruth Loosli, Schriftstellerin

Performance  _  Naoko Muneoka, Künstlerin

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

MALINA


M
UND

AKUSTISCH

LIED

IM

NAMEN

AMORE

Ruth Loosli, 8.2.2026

Naoko Muneoka, Künstlerin  Wien   _
 performing „Undine geht“
 _
Walter Pobaschnig _ 7/24, folgende _
„Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961.

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

MALINA _ Akrostichon

Text _ Ruth Loosli, Schriftstellerin

Performance  _  Naoko Muneoka, Künstlerin

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ruth Loosli, Schriftstellerin
Naoko Muneoka, Künstlerin  Wien

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Foto: Portrait Ruth Loosli _ Ayse Yavas

Fotos: Naoko Muneoka, Künstlerin  Wien   _ performing „Undine geht“ _ Walter Pobaschnig _ Donau/Wien _ 7/24

Walter Pobaschnig   8.2.26

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„Ertrinken müssen“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text&Performance _ Isabella Feimer, Schriftstellerin _ Wien 1.3.2026

  Isabella Feimer, Schriftstellerin Wien _ performing Malina _ Originalschauplatz Wien _
Walter Pobaschnig 2/26, folgende _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Performance am Originalschauplatz

MALINA UNDINE_ Akrostichon

Text&Performance _ Isabella Feimer, Schriftstellerin

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

MALINA  UNDINE

Machst mir die Augen auf mit den Halbsätzen deiner

Angst, und die Telefonschnur um meinen Hals gelegt, denke ich mitunter, dass es

Liebe ist, die ich dir verwehre, die du mir nachts in mein

Ich am liebsten gießen möchtest –

Nur zu, Welt!

Aus dir werden wir wachsen …

*

Unter der Haut das

Nichtgesagte an Kummer

Die Überschüttung

Im Wellengang – das

Nächtliche

Ertrinken müssen

Isabella Feimer, 22.2.2026

  Isabella Feimer, Schriftstellerin Wien _ performing Malina _ Originalschauplatz Wien _
Walter Pobaschnig 2/26, folgende _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Performance am Originalschauplatz

MALINA UNDINE_ Akrostichon

Text&Performance _ Isabella Feimer, Schriftstellerin

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

Isabella Feimer, Schriftstellerin

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Fotos: Isabella Feimer, Schriftstellerin Wien _ performing Malina _ Originalschauplatz Wien _ Walter Pobaschnig 2/26, folgende _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971

Walter Pobaschnig, 22.2.2026

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