5 Fragen an Künstler:innen
Paul Smollich, Schauspieler _ Hamburg

Lieber Paul, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Mein Tagesablauf richtet sich danach aus, ob ich gerade in einer Probenphase für eine Produktion bin oder in der Vorbereitung für meine Bewerbungsphase bin. Grundsätzlich versuche ich eine Balance zwischen physischer und geistiger Bewegung zu finden.
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Dass wir Empathie und Mitgefühl nicht verlernen oder als Schwäche ansehen.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Tanz/Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Dass wir weitermachen mit dem, was wir lieben und nicht aufhören uns für unsere Leidenschaft zu verausgaben.
Was liest Du derzeit?
Die Reiterarmee von Isaak Babel
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Aus großer Macht, wächst große Verantwortung.
Ben Parker aus Spider-Man
Vielen Dank!

Zur Person: Paul Smollich, Schauspieler _ absolvierte seine Ausbildung zum Schauspieler an der iact Schauspielschule für Film und Theater. Bereits während der Ausbildung stand er auf unterschiedlichen Bühnen, wie unter anderem in den Stücken das „Zofen Lamento“ im Mut Theater und „Bros“ im Thalia Theater. Nach der Ausbildung folgte ein erstes Engagement beim Tournee Theater Hamburg. Für seine Leistung in der Produktion „Artjom Retten?!“, eine Kooperation der iact und dem Ensemble von Drama Syndesi, wurde er 2025 mit dem Michael Bogdanov Preis für den besten Nachwuchsschaupieler ausgezeichnet.
In der Spielzeit 26/27 gastiert er am jungen Schauspiel Lübeck und am Zimmertheater Tübingen.
Aktuelle Produktion Paul Smollich _ Gastspiel in Wien:
Artjom retten!? Ein dokumentarisches Theaterprojekt von Julia Solovieva
und Evgeni Mestetschkin
Gastspiel in Wien: 11. und 12. September 2026 im DAS Margareten

Artjom retten? Mich retten? Die Menschlichkeit retten?
Im September 2022, mitten in Moskau, rezitiert der russische Dichter Artjom Kamardin
Gedichte gegen den Krieg in der Ukraine. Unmittelbar danach wird er brutal festgenommen und später zu sieben Jahren Haft verurteilt.
Vier Jahre nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine nimmt „Artjom retten!?“ die Geschichte Kamardins zum Ausgangspunkt für eine persönliche und politische
Auseinandersetzung: Was bedeutet Menschlichkeit in Zeiten des Krieges? Und wo liegen die Grenzen unseres Verständnisses für andere?
Auf der Bühne begegnen sich die Ukrainerin Dana und der Deutsche Paul. Sie sprechen über Krieg, Verantwortung, Angst, Loyalität und die Schwierigkeit, widersprüchliche Positionen auszuhalten. Bin ich bereit, meinen Freund zu verstehen, der nicht an die Front ziehen möchte? Und bin ich dann auch bereit, den russischen Dichter Artjom zu verstehen, der vor seiner Verhaftung für das Militär gearbeitet hat?

Das Stück fragt nicht nach einfachen Antworten. Es untersucht die Grauzonen zwischen Empathie und Abgrenzung, zwischen persönlicher Haltung und gesellschaftlicher Funktion: Wo bleibe ich Mensch – mit meinen Gefühlen, Widersprüchen und möglichen
Fehlern? Und wo werde ich zu einer Funktion?
Dabei wird auch das Publikum Teil der Auseinandersetzung. Fragen, Emotionen, Reflexionen und persönliche Erfahrungen dürfen in den Theaterabend einfließen.
Dokumentarisches Theater zwischen persönlicher Perspektive und politischer Realität.

Evgeni Mestetschkin und Julia Solovieva sind ein in Hamburg tätiges Autoren-,
Regie- und Theaterduo, das sich in seinen dokumentarischen und dramatischen Projekten
intensiv mit gesellschaftlichen und politischen Themen auseinandersetzt. Im Zentrum ihrer Arbeit stehen reale Geschichten und Schicksale, die sie mit persönlichen Perspektiven und aktuellen politischen Fragestellungen verbinden.
„Artjom retten!?“ beleuchtet das Schicksal politischer Gefangener und die Frage nach
individueller Verantwortung in Zeiten politischer Repression und Krieg. Die Produktion wurde
2025 in Hamburg entwickelt und unter anderem an den Hamburger
Kammerspielen gezeigt. Nun kommt das dokumentarische Theaterprojekt nach Wien ins
„Artjom retten!?“ DAS Margareten – Raum für lebendiges Theater.
Mit: Dana Anofrenkova und Paul Smollich
Regie & Autorenschaft: Julia Solovieva und Evgeni Mestetschkin
Ton: Sandra Berkefeld
Termine:
Freitag, 11. September 2026, 20:00 Uhr
Samstag, 12. September 2026, 19:30 Uhr
DAS Margareten – Raum für lebendiges Theater
Margaretenstraße 166. 1050 Wien DAS Margareten – Raum für lebendiges Theater | Theater | Margaretenstraße 166, Vienna, Austria
Presseinformation: Bianca Anne Braunesberger _ DAS Margareten – Raum für lebendiges Theater
Fotos: Produktion
Walter Pobaschnig 4.9.2026























































