„in einer Welt toxischer Führer ist Bachmann aktueller denn je“ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Michael Stavaric, Schriftsteller _ Wien 13.2.2026

Ingeborg Bachmann _ Michael Stavarič

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Bocca de Leone, um 1970

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview _ Michael Stavarič, Schriftsteller

Lieber Michael, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns

Bachmann war eine meiner Lieblingslektüren in der Schule. Vor allem die Art und Weise ihrer Metaphorik hat mich damals begeistert. Stichwort: … und dein Kleid, glockig und blau.

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

Mit Bachmann kann man vortrefflich die Lyrik für sich entdecken, sie ist für mich im besten Sinne des Wortes die genialste Einstiegslektüre in die Welt der Poesie.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

Eigentlich nicht, denn von Bachmann sollte jeder alles gelesen haben. Eines meiner Lieblingsgedichte ist nach wie vor: An die Sonne

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Diese ist aktueller denn je – in einer Welt, die fast nur noch von toxischen Führern geprägt scheint.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann Schreiben und Existenz in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises 1971. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Das Leben ist das, was man selbst allein daraus gemacht hat, nicht mehr und auch nicht weniger. Aber unsere Gesellschaften und politische Entscheidungsträger sind nicht gerade kunstaffin. Das Schreiben ist ein Weg voller Widerstände.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

 Ich hätte gern mal zusammen mit ihr ein Gedicht geschrieben. Und sie gebeten, das Rauchen sein zu lassen.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

 Ich habe mit den Arbeiten am nächsten Roman begonnen, doch der Weg ist noch sehr lang. Ich hoffe, ich bekomme dabei auch wieder Lust, Gedichte zu schreiben.

Herzlichen Dank für das Interview!

Michael Stavarič, Schriftsteller

Aktueller Roman: Michael Stavarič: Die Schattenfängerin
Roman. Luchterhand, München 2025.
288 Seiten, € 24 (D) / € 24,70 (A).

Foto: Ingeborg Bachmann: Garibaldi Schwarze.

Foto: Michael Stavarič: Yves Noir

Walter Pobaschnig   1_26

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„Unerhört bricht ein neuer Tag an“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text/Performance _ Eva Schörkhuber/Isabella Kubicek _ Wien 13.2.2026

Isabella Kubicek, Schauspielerin_ Wien_
performing. Undine geht _Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961 _
Donau/Wien _ 8/24 _ 
Walter Pobaschnig, folgende.

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

UNDINE GEHT _ Akrostichon

Text _ Eva Schörkhuber, Schriftstellerin _ Wien

Performance  _  Isabella Kubicek, Schauspielerin_ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Isabella Kubicek, Schauspielerin_ Wien_
performing. Undine geht _Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961 _
Donau/Wien _ 8/24 _ 
Walter Pobaschnig, folgende.

UNDINE GEHT

Unerhört bricht ein neuer Tag an

Nachtschattenliegen schwer auf den Lidern

Die Erde dreht sich weiter

Irrt um die Sonne

Nestelt an den Wolken

Ein Tag wie dieser kommt und geht

Gegenden Irrsinn, der kursiert und uns aus den Angeln hebt, ist kein einzelnes Kraut gewachesen

Ein Wort ist zu wenig, um ihm Einhalt zu gebieten

Halten wir es lieber mit den Vögeln, schwärmen wir, schwärmen wir aus

Trachten wir danach, uns in großen Zügen über ihn hinwegzusetzen

Eva Schörkhuber, 31.1.2026

Isabella Kubicek, Schauspielerin_ Wien_
performing. Undine geht _Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961 _
Donau/Wien _ 8/24 _ 
Walter Pobaschnig.

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

UNDINE GEHT _ Akrostichon

Text _ Eva Schörkhuber, Schriftstellerin _ Wien

Performance  _  Isabella Kubicek, Schauspielerin_ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Undine geht, Erzählung, Ingeborg Bachmann, 1961.

„Undine geht“ ist einer der zentralen Texte in Ingeborg Bachmanns Werk. Dieser erschien im ersten Prosaband „Das dreißigste Jahr“ und nimmt das Motiv des Undine Mythos _ Liebe, weibliche Menschwerdung, Verrat und Rache – auf und transformiert dies in die Struktur gegenwärtiger patriarchal geprägter Gesellschaftsverhältnisse. „Undine geht“ ist einer der meist rezipierten Texte Bachmanns und erfährt zahlreiche künstlerische Zugänge und Dialoge.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Eva Schörkhuber, Schriftstellerin _ Wien
Isabella Kubicek, Schauspielerin_ Wien_

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Foto: Eva Schörkhuber/Portrait _ Romanschauplatz „Malina“/Wien _ Walter Pobaschnig 7/26.

Fotos: Isabella Kubicek_ acting „Undine geht“ _ Donau/Wien _ Walter Pobaschnig 8/24.

Walter Pobaschnig   31.1.26

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„siebzehn“ Michael Georg Bregel. Gedichte. Neue Cranach Presse, 2026

Der Berliner Autor, Übersetzer, Redakteur und Künstler Michael Georg Bregel ist einer der spannendsten wie vielseitigsten Schriftsteller, Künstler der Gegenwart. Spannende Projektideen und Kooperationen zeichnen seinen Werdegang aus.

Nun beginnt der in Berlin lebende Autor sein Kunstjahr mit einem ganz besonderen Lyrikband, der in der Tradition der japanischen Haiku Gedichte (drei Zeiler/konzentrierte Silbenform 5-7-5) 150 Poems seiner jüngeren Texte zusammenfasst und in Titel ordnet.

Der enge Konnex der Haikutradition von Wort und Natur in der Verdichtung von Existenz, Emotion, Reflexion in fokussierter Formsprache macht den Zauber und Reiz dieser Kunstform aus, dem der vorliegende Band in individueller Note Ausdruck verleiht.

Der Autor versteht es sprachlich ganz außerordentlich intensiv, ansprechend wie mitreißend zwischen Natur, Ich, Existenz-, Sinndimensionen zu oszillieren und dabei ganz fein in Beobachtungen, Wahrnehmungen im Wechselspiel von Außen und Innen, Innen und Außen, Beobachtungen der Welt zu teilen, Fragen zu stellen und Leserin und Leser poetisch zu inspirieren. Dabei ist die Existenzdimension des Hoffenden, Mutigen, Aufbrechenden ein Charakteristikum. Leben in allen Facetten, Zeitqualitäten hat den Keim, die Knospe des Morgens in sich und die Sprache ist ein Wegbereiter, Wegbegleiter dieser Entdeckungsreise zu immer neuen Lebens- und Weghorizonten.

Jahr

drei knospen im strauch

noch fest in sich verschlossen

sie warten auf licht

Die Ausgabe selbst ist wie eingangs erwähnt eine der wunderbaren Kunstkooperationen des Autors – Der Gedichtband ist in Nepal-Papier gesetzt, von Ingo Cesaro im Bleisatz handbetitelt und von Gisela Gülpen per Durchstichbindung von Hand gebunden. Ein poetisch-sinnliches Erlebnis rundum.

„Ein Gedichtband als poetisches Fanal der Aufmerksamkeit und der Hoffnung gegen die walzende Viel- und Lautsprache der Zeit.“

Walter Pobaschnig 2/26

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„Mondstunden“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Gero Ulbricht/Constanze Sophie Passin _ Wien 12.2.2026

Constanze Sophie Passin, Schauspielerin _
Romanschauplatz _ Malina _ Wien _
Walter Pobaschnig 12/21, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

MALINA _ Akrostichon

Text _ Gero Ulbricht, Schriftsteller, Künstler

Performance _ Constanze Sophie Passin, Schauspielerin

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Constanze Sophie Passin, Schauspielerin _
Romanschauplatz _ Malina _ Wien _
Walter Pobaschnig 12/21, folgende

MALINA

M ondstunden

A m Nachthimmel

L ass mich frei sein

I im Herzen

N ur Liebe und Wahrhaftigkeit zählen

A bsurd die Gier nach Anerkennung

Gero Ulbricht, 6.2.2026

Constanze Sophie Passin, Schauspielerin _
Romanschauplatz _ Malina _ Wien _
Walter Pobaschnig 12/21, folgende

MALINA  Text/Performance _ Originalschauplatz

Text _ Gero Ulbricht, Schriftsteller, Künstler

Performance _ Constanze Sophie Passin, Schauspielerin

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig 

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Gero Ulbricht, Schriftsteller, Künstler
Constanze Sophie Passin, Schauspielerin _
Romanschauplatz _ Malina _ Wien _
Walter Pobaschnig 12/21

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Foto: Gero Ulbricht _ privat.

Fotos: Constanze Sophie Passin, Schauspielerin _Romanschauplatz _ Malina _ Wien _
Walter Pobaschnig 12/21

Walter Pobaschnig   6.2.2026

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„kraftvoll und fragil zugleich“ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Gero Ulbricht, Schriftsteller, Künstler _ Berlin 12.2.2026

Ingeborg Bachmann _ Gero Ulbricht

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview _ Gero Ulbricht, Schriftsteller, Künstler

Lieber Gero, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Ich habe erst in meinen reiferen Lebensjahren mit der Literatur Ingeborg Bachmanns Kontakt aufgenommen, was in verschiedenen Ursachen begründet ist. Für mich erschließt sich hier ein großer Fundus an Gedanken zum eigenen künstlerischen Weg, welcher jedoch noch jung ist an Ideen, die sich langsam schälen und entwickeln. Antiquarische Buchausgaben, reich an Jahren, füllen die Bibliothek, immer in Reichweite, um darin die Schätze an Gedanken und Sprache zu entdecken und zu ergründen.

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

Für mich sind es solche Sätze wie: “Eine Sonnenlache schwimmt in seinem Zimmer.“, poetisch im Bild. Ihre Auseinandersetzungen mit gesellschaftlichen Themen, wie Vorurteile, Recht und Unrecht, zum Thema Freiheit regen zum eigenen Denken und Überdenken an. Die Komplexität und Intensität ihres Schreibens ist eine intellektuelle Herausforderung, kraftvoll und fragil zugleich.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

Ich kann mich, auch des späten Zuganges wegen, nicht festlegen, welches Werk ich hervorheben sollte. Die Lyrik ergreift mich beim Lesen und Ingeborg Bachmanns Erzählungen geben mir viel Raum für eigene Gedanken und zur Sprache.

„die Männer sind unheilbar krank…sie sind es, wussten sie das nicht? Alle…“ Ingeborg Bachmann in einem Interview, 1971 _ wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörerischen wie selbst zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Wir leben im 21. Jahrhundert, sollten aufgeklärt sein über ein Miteinander in unseren Gesellschaften. Täglich erreichen uns Nachrichten aus vielen Teilen dieser Welt, wo das noch nicht angekommen scheint. Kriege, Femizide, Clankriminalität usw.  – immer wieder von Männern verursacht. Trotzdem möchte ich entgegenhalten, es änderts sich vieles und hat sich vieles geändert. Es ist seltsam wie sehr sich die Verrohung in Sprache und die Gewalt sich  im Miteinander wieder durchsetzen. Wir waren m.E. schon ein weiter und lassen es erneut zu, dass Menschen und ganze Menschengruppen dieser Verrohung und Gewalt ausgesetzt sind. Ingeborg Bachmanns Kritik hat viel Anstoß gegeben, um sich thematisch mit der patriarchalen Welt auseinanderzusetzen. Ihre Kritik ist aktuell! Das scheint mir ein unendliches Thema zu sein, welches sich nur gemeinschaftlich und in einem noch lange währenden Prozess verdünnen wird, jedoch niemals auflösen. Es ist an uns, dass wir uns weiterhin damit auseinanderzusetzen, die Dinge, die Verantwortungsträger und uns selbst infrage zu stellen, Antworten zu finden und dafür zu sorgen, dass uns die Menschlichkeit nicht vollends abhandenkommt.

Gero Ulbricht _ „Die Auseinandersetzung zum Thema Krieg und Umweltzerstörung als Auswirkung patriarchaler Machtstrukturen in der menschlichen Gesellschaft. Das Überleben der Spezies Mensch als kleiner Teil im Gefüge dieses Planeten wird infrage gestellt.

„Krieg und Frieden“ (für Olesya Dzhuraeva)
Collage 2022, Format A4


Beteiligung an einer Ausstellung für die ukrainische Künstlerin Olesya Dzhuraeva als Bekundung der Solidarität mit der Künstlerin und dem Volk der Ukraine anlässlich des verbrecherischen Überfall Russlands am 24.02.2022


Bild&Text _ Gero Ulbricht, folgende
„I never give up hope“
Schnitt auf Forex-Kunststoff 2023, Format A4
Beteiligung an Body & Soul 41,

Corvinus Presse Berlin zum Thema „I will survive“

Im Motiv die Auseinandersetzung zu Mensch-Industrie-Natur, den Folgen dieses Wechselspieles für das Überleben des Menschen in der Hoffnung eines Überdenkens der Rolle des Menschen in seiner Vergangenheit und einer zukünftigen Entwicklung zu mehr Verständnis und Nachhaltigkeit seines Umgangs mit den Ressourcen des Planeten Erde und gesteigerter Achtsamkeit gegenüber der Fauna und Flora
„Überleben“
Schnitt auf Forex-Kunststoff 2023, Format A4
Beteiligung an Body & Soul 41,

Corvinus Presse Berlin zum Thema „I will survive“
 
In dieser zweiten Arbeit zur Thematik des Umgangs des Menschen mit der Natur wird seitens des Künstlers die These aufgestellt, dass der Mensch den „Kampf gegen die Natur“ nicht gewinnen kann, sondern sich als ein Teil dieser Natur stellen muss, um zu überleben.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann Schreiben und Existenz in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises 1971. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Ich kann hier nur für mich sprechen. In meinem persönlichen künstlerischen Wirken begegne ich dem Martyrium der gegenwärtigen Zeit, dem bloßen Funktionieren, der Zerstörungen und Ignoranz. Mir gibt die Kunst in all ihren Formen einen Sinn und Halt, sie rettet mich. Im Prozess des Schreibens oder am Bearbeiten eines Bildes bin ich auf mich gestellt und vertiefe mich in die Zeit. Einsam erscheint mir das nicht zu sein. Ich leiste mir den Luxus von Pausen, ein Broterwerb sichert mein Leben. Wenn Kunst mir zum Martyrium wird höre ich damit auf!

Gero Ulbricht _ „Das Martyrium heißt Funktionieren, in und mit der Masse, die Individualität schwindet, die Zeit fließt gnadenlos davon und es bleiben kaum noch Orte des Rückzugs. Die emotionale Kälte in der Gesellschaft erhält Zuwachs.

„Martyrium“
Schnitt auf Forex-Kunststoff 2024, Format 50 x 60 cm
 
Auseinandersetzung mit den Zwängen des bloßen Funktionierens in der menschlichen Gesellschaft, dem gnadenlosen Fluss der Zeit in beengter „Großstadtidylle“ und dem Fehlen des Blickes für die Schönheiten, welche die Menschen umgeben. Das Göttliche und Mystische verfliegt, während es für die meisten Menschen in ihren Gesellschaften kein Entrinnen gibt.


Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Ich hatte ihr für ihre Lyrik, ihre Erzählungen und Gedanken gedankt.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Ich plane, mich thematisch für einen Bildzyklus zu entscheiden. Geplant ist ein dritter Gedichtband mit eigenen Illustrationen. Einen Anfang dazu habe ich bereits gemacht.

Vielen Dank für die Möglichkeit, mich diesen Fragen stellen zu dürfen.

Herzlichen Dank für das Interview!

Gero Ulbricht, Schriftsteller, Künstler

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Fotos: Gero Ulbricht/Portrait-Kunstwerke _ privat.

Walter Pobaschnig   29.1.2026

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„Mit meinem Wort will ich die Meere einen“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text&Lesung_ Miriam Brümmer_ Freiburg/D 12.2.2026

Ingeborg Bachmann _ Miriam Brümmer

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Lesung

MALINA _ UNDINE GEHT _ INGEBORG _ Akrosticha-Gedicht

Text & Lesung _  Miriam Brümmer, Schriftstellerin

„Mit meinem Wort will ich die Meere einen“ Miriam Brümmer, Schriftstellerin 4.2.2026

Lesung _ Miriam Brümmer _ 2/2026

MALINA _ UNDINE GEHT _ INGEBORG Akrostichongedicht

Mit meinem Wort will ich die Meere einen,

Aus ihrer Trennung Stunde schöpfen,

Leicht – als Lied –

In jeder Zelle meiner Körperwände, von

Natur und Heimat ihrer Freiheit singen.

Am Anfang war das –  alles eins.


Unter dem Schnee erschöpfen

Nächte der Geliebten Schlaf und Wachen

Deportieren die Gefühle, ein

Irren und Wirren gegen die

Norm der Rippen ihrer Länder –

Eines, dass wir selbst seien und erschaffen.

Geh immer diesen einen Schritt über die Idee von dir hinaus.

Ein Tag wird kommen!

Hörst du? Da spielt der Tod mit dem Leben.

Tauche hinein, tanze und dann – throne über deinen Möglichkeiten.


In dir sind alle Farben, alle Namen, lasse sie nicht torpedieren.

Nur der Schmerz – ich weiß – das Erstgeborene ist abgetrieben, das

Glück von Mann und Frau in einem Mensch vereint zu sein

Entbehrte seiner Zuversicht,

Blieb ohne Schrei, blieb ohne Melodie und

Ohne Duft der

Rose, die, wenn ihre Köpfe fallen,

Gefriert zwischen Geschlecht und Kriegen, bis ihr neue Narben brennen.

Miriam Brümmer, 4.2.2026

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann Rom 1962 _
Foto: Heinz Bachmann

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Lesung

MALINA _ UNDINE GEHT _ INGEBORG _ Akrosticha-Gedicht

Text & Lesung _  Miriam Brümmer, Schriftstellerin

Miriam Brümmer, Schriftstellerin

Fotos: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann.

Fotos: Miriam Brümmer: privat.

Walter Pobaschnig   2_26

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„Sensationelle Theater-Comedy!“_ Premiere _ „Shakespeares sämtliche Werke leicht gekürzt“ _ Theater-Center-Forum Wien 11.2.2026

„Shakespeares sämtliche Werke leicht gekürzt“
Inszenierung: Christoph Prückner
Mit: Anais Marie Golder, Viktoria Hillisch, David Stöckl _
Theater-Center-Forum Wien _ 11. – 28. Februar 2026 – Forum II
_
Walter Pobaschnig, folgende

Es ist ein sensationeller Theaterabend, in dem britischer Humor wie seine Wiener Schwester des Dunklen, Absurden in allen Registern moderner Bühnenkunst zu einem sensationellen Shakespeare speed dating einladen, das rundum begeistert!

Das britische Kultstück der 1980er Jahre erfährt eine grandiose Neuinszenierung, in der Regisseur und Ensemble in höchster variantenreicher Inszenierungs- und Schauspielvirtuosität brillieren!

Walter Pobaschnig 11.2.2025

„Shakespeares sämtliche Werke leicht gekürzt“

Inszenierung: Christoph Prückner

Mit: Anais Marie Golder, Viktoria Hillisch, David Stöckl

Von Adam Long, Daniel Singer und Jess Winfield

Deutsch von Dorothea Renckhoff

11. – 28. Februar 2026 – Forum II

20:00h – ca. 22:00h (inkl. Pause)

(tgl. außer So., Mo. & Di.)

Theater-Center-Forum

Porzellangasse 50, 1090 Wien

Website des Theaters/weitere Infos:

https://www.theatercenterforum.com/shakespeares-saemtliche-werke-leicht-gekuerzt/

Christoph Prückner (Regie, rechts, knieend),
Ensemble: Anais Marie Golder (am Thron), Viktoria Hillisch, David Stöckl

Besprechung und alle Fotos _ Walter Pobaschnig 11.2.2026

Literatur outdoors 2/26

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„Bachmann wollte mit radikalen Aussagen provozieren“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Dana Grigorcea, Schriftstellerin _ Zürich 11.2.2026

Ingeborg Bachmann _ Dana Grigorcea

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview _ Dana Grigorcea, Schriftstellerin

Liebe Dana, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns?

Mein Zugang zu Ingeborg Bachmann ist erstmal ein biografischer: Ich entdeckte sie in den 90er-Jahren, den Wendejahren, als ich Schülerin war an der Deutschen Schule Bukarest. Der deutschen Sprache war ich kaum mächtig, musste jedes zweite Wort im Wörterbuch nachschlagen, und die rumänische Sprache war sehr floskelhaft, nach der 40-jährigen Diktatur, also drückte ich mich darin immer etwas antiquiert aus, wie in der Literatur der Zwischenkriegszeit. Ingeborg Bachmann wurde für mich sofort eine Schwester, über Zeiten und Landesgrenzen hinweg, denn auch für sie war die Sprache kein verlässliches Instrument, sondern oft ein schneidendes, dass ihre Verletzlichkeit preisgab. Zugleich hatte sie einen unbedingten Willen, der Sprache etwas abzuringen – das hat auch mich befeuert im Kampf mit dem Ausdruck, auf Deutsch wie auf Rumänisch.

Was macht das Besondere ihres Schreibens aus?

Das Besondere an ihrem Schreiben ist das Kreisen um Machtverhältnisse, um Gewalt, die oft leise und unsichtbar ist, und um die Frage, wie sehr Sprache selbst Teil dieser Gewalt sein kann. Sie hat eine radikale Ernsthaftigkeit, einen tiefen moralischen Anspruch an die Literatur. Diese Haltung empfinde ich heute als besonders herausfordernd und nötig.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

Ja, die Erzählungen aus „Das dreißigste Jahr“, vor allem die Texte „Unter Mördern und Irren“ und „Alles“. Hier zeigt sich Bachmanns präziser Blick auf Nachkriegsgesellschaften, auf Verdrängung, Anpassung und stille Brutalität. Ich interessiere mich stark für diese Zwischenzonen der Freiheit: dort, wo keine offenen Diktaturen herrschen, aber Freiheit dennoch beschädigt ist – durch Konvention, Angst, Schweigen.

„die Männer sind unheilbar krank…sie sind es, wussten sie das nicht? Alle…“ Ingeborg Bachmann in einem Interview, 1971 _ wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörerischen wie selbst zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Ich kann mir vorstellen, wie Ingeborg Bachmann rauchend und mit Sonnenbrille dies sagte. Dass sie die patriarchale Welt ihrer Zeit kritisieren wollte, ist völlig legitim, gewiss, aber sie wollte mit radikalen Aussagen auch provozieren, von sich zu reden geben – fast sehe ich ihren Instagram-Account …

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann Schreiben und Existenz in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises 1971. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Für sie ja, für mich nicht. Ich bin dankbar, dass ich zur Literatur gefunden habe, mein Leben lesend und schreibend verbringe. Ich muss beim Schreiben immer auch lachen. 

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Ich wäre gerne mit ihr spazieren gegangen, durch Wien, Kärnten oder durch Rom. Sie war, wie ich, eine leidenschaftliche Spaziergängerin. Gespräche hätten sich im Bewegungsfluss ergeben, sicher gute. 

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Mein neuer Roman, «Tanzende Frau, blauer Hahn» erscheint jetzt im März, ein Roman über Liebesvariationen. Ich freue mich auf die Lesungen daraus und überhaupt auf die Orte, an die mich die Lesereise bringen wird. Im April ist zudem das Literaturfest München, dessen aktuelle Ausgabe, zum Thema «Freiheit», ich kuratiere.

Herzlichen Dank für das Interview!

Dana Grigorcea, Schriftstellerin

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Foto: Dana Grigorcea _ Ayse Yavas

Walter Pobaschnig 6.2.2026

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„Mehr als gesagt“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text&Performance _ Dana Grigorcea/Constanze Sophie Passin _ Wien 11.2.2026

Constanze Sophie Passin, Schauspielerin _ Salzburg _ acting „Malina“ _
Romanschauplatz _ Wien _
Walter Pobaschnig 12/21, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

MALINA_ Akrostichon

Text _ Dana Grigorcea, Schriftstellerin

Performance _ Constanze Sophie Passin, Schauspielerin

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Constanze Sophie Passin, Schauspielerin _ Salzburg _ acting „Malina“ _
Romanschauplatz _Wien _
Walter Pobaschnig 12/21, folgende

MALINA

Mehr als gesagt

An den Rändern gedacht

Lustvoll durch die weiten Räume

Immer weiter, wenn ich säume

Nah dem Ende strahlt das Licht

Auf dem Weg verlier‘ mich nicht!

Dana Gigorcea, 6.2.26

Constanze Sophie Passin, Schauspielerin _ Salzburg _ acting „Malina“ _
Romanschauplatz _Wien _
Walter Pobaschnig 12/21, folgende
Constanze Sophie Passin, Schauspielerin _ Salzburg _ acting „Malina“ _
Romanschauplatz _ Wien _
Walter Pobaschnig 12/21, folgende

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

MALINA_ Akrostichon

Text _ Dana Grigorcea, Schriftstellerin

Performance _ Constanze Sophie Passin, Schauspielerin

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Dana Grigorcea, Schriftstellerin
Constanze Sophie Passin, Schauspielerin _ Salzburg _
Romanschauplatz Malina 12/21

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Foto: Dana Grigorcea _ Ayse Yavas

Fotos: Constanze Sophie Passin, Schauspielerin _ Salzburg _ acting „Malina“ _
Romanschauplatz _ Wien _Walter Pobaschnig 12/21

Walter Pobaschnig 6.2.2026

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„Im“ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Wort&Bild _ Harald Darer/Clara Montocchio _ Wien 10.2.2026

Undine geht_
Clara Montocchio, Sängerin, Schauspielerin_acting _
Donau/Wien _

Walter Pobaschnig 5/24, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Wort & Bild

INGEBORG _ Akrostichon

Text _ Harald Darer, Schriftsteller

PerformanceClara Montocchio, Sängerin, Schauspielerin

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

INGEBORG

Im

Nebel

Gleichen

Engel

Bettlern

Oder

Räudigen

Geliebten


Harald Darer, 8.1.2025

Undine geht_
Clara Montocchio, Sängerin, Schauspielerin_acting _
Donau/Wien _

Walter Pobaschnig 5/24, folgende

Ingeborg Bachmann ist 1946 in Wien angekommen und lebte hier bis 1953. In dieser Lebensphase kommt es zu wesentlichen Begegnungen, Inspirationen ihrer Texte. Ebenso ist es die Zeit erster Anerkennung als Schriftstellerin. Mit Wien bleibt die später in Rom lebende Schriftstellerin zeitlebens verbunden. Ihr einziger Roman Malina spielt in Wien, ebenso nehmen viele Gedichte darauf Bezug.

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Wort & Bild

INGEBORG _ Akrostichon

Text _  Harald Darer, Schriftsteller

PerformanceClara Montocchio, Sängerin, Schauspielerin

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

 Harald Darer, Schriftsteller

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Foto: Harald Darer: Walter Pobaschnig 8/25

Fotos:  _ Clara Montocchio, Sängerin, Schauspielerin_acting _
Donau/Wien _ Walter Pobaschnig 5/24
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Walter Pobaschnig 1/26

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