„tief überraschend, schön und zwingend“ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Jens Schröter, Schriftsteller _ Bonn 20.4.2026

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann auf der Terrasse in ihrer Wohnung in der Bocca de Leone/Rom _ um 1970

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview _ Jens Schröter, SchriftstellerMedienwissenschaftler_ Bonn

Lieber Jens, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Ich hab` selbst nicht zu Bachmann gearbeitet, ich bin ja auch nicht aus der Literaturwissenschaft. Aber ich habe im Studium zuerst „Anrufung des Großen Bären“ gelesen und das hat mich sehr beeindruckt. Ich komme immer wieder zu dieser Gedichtsammlung zurück.

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

Ich finde ihre Bilder und Wortkombinationen tief überraschend, schön und zwingend.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben und warum?

„Die Anrufung des Großen Bären“ wird wohl immer mein Lieblingswerk bleiben

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Ach nichts, ich hätte Sie in Ruhe gelassen.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Derzeit laufen mehrere Projekte, wir bringen drei Volkswagen-Projekte (eins zu KI in den Wissenschaften, eins zur Digitalisierung von Geruch und Geschmack und eins zu post-monetärer Ökonomie) gerade zuende und arbeiten an den Publikationen.

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

Das scheint mir heute angemessen:

In einer großspurigen Zeit

muß man rasch von einem Licht ins andre gehen, von einem Land

ins andre, unterm Regenbogen,

die Zirkelspitze im Herzen,

zum Radius genommen die Nacht.

Herzlichen Dank für das Interview!

Jens Schröter, SchriftstellerMedienwissenschaftler

Foto: Ingeborg Bachmann: Garibaldi Schwarze.

Foto: Jens Schröter _ privat.

Walter Pobaschnig, 1.4.26

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Jens-Philipp Gründler: Nachtumweht. Erzählungen. Agenda Verlag.

Jens-Philipp Gründler, Autor und Journalist, studierte Philosophie, Vergleichende Literaturwissenschaften und Kunstgeschichte, lädt in seinem neuesten Erzählband (Kurzprosa) zu einer Reise, zu einem Sturz in Lebens- und Gesellschaftssituationen ein, in denen Menschen vor Herausforderungen stehen in Krieg und Frieden, Jugend und Alter und ihren Weg in Entscheidung, Mut und Konsequenz suchen und gehen.

Da ist der US-Soldat im Vietnamkrieg, der sich einem Befehl widersetzt und das Gewissen vor dem Befehl stellt. Da ist der schwere Schulalltag zwischen Stille und Ausgrenzung und danach der Blick ins Weite und die Faszination Fotografie, die Anerkennung und Erfolg bringt, was die Schulglocke verweigerte.

Und da sind viele Existenzmodelle mehr, in denen Menschen zwischen Sturm und Sonne ihren Lebensweg erkunden, beschreiten, verändern, geworfen werden und dagegen ankämpfen, um mit letztem Einsatz ihr Weltbild und den Sinn in jedem neuen Tag suchen und danach ringen.

Jens-Philipp Gründler beweist in diesem Erzählband einmal mehr seine große Fähigkeit und sein Talent zu einer spannenden, tiefgehenden Prosa, die in den biographisch-gesellschaftlichen Miniaturen mitreißend einladen, Existenzsituationen in Krisis und Entscheidung wahrzunehmen und zu reflektieren. Wie hätte ich gehandelt? Was würde ich jetzt tun? Was ist für mich Wert und Sinn?

Bilder des so variantenreichen wie beeindruckenden Künstler Michael Blümel bilden einen hervorragenden Bilddialog zu einer Prosa, die in dieser Form einzigartig ist.

„Ein Erzähl-, Bildband, der Mensch in Krisis, Sinn und Entscheidung mitreißend ins Wort und Bild setzt.“

Jens-Philipp Gründler: Nachtumweht. Erzählungen. Agenda Verlag.

Paperback, 134 Seiten, 2025

ISBN 978-3-89688-907-2

19,90 €

Walter Pobaschnig 4/26

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„Und würzt die Lämmer gut“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Jens Schröter/ Rebecca Celine Richter _ Bonn/Wien 20.4.2026

Rebecca Celine Richter, Schauspielerin, Sängerin  _ Wien _
 performing „Undine geht“
 _ Donau/Wien _
„Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961 _
Walter Pobaschnig 7/2024

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

UNDINE GEHT _ Akrostichon

Text  Jens Schröter, Schriftsteller, Medienwissenschaftler_ Bonn

Performance _ Rebecca Celine Richter, Schauspielerin, Sängerin _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Rebecca Celine Richter, Schauspielerin, Sängerin  _ Wien _
 performing „Undine geht“
 _ Donau/Wien _
„Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961 _
Walter Pobaschnig 7/2024

UNDINE GEHT

U
nd würzt die Lämmer gut.

Nicht daß ich schlief: wach war ich,

Die Zirkelspitze im Herzen,

Ich warf ihn zurück in die Nacht.

Nacht aus Schüsselblumen

Ein Baum unter Bäumen und lädt

Getroffen, der seine Schwingen

Erklär mir, Liebe Dein

Hat jedes Beet ein goldner Staub umsäumt.

Tage in Weiß

Jens Schröter, 1.4.26

Eine Modulation von „Anrufung des Großen Bären“

(1956, Anrufung des Großen Bären_ zweiter Gedichtband von Ingeborg Bachmann, Piper Verlag _ Anm.)

Rebecca Celine Richter, Schauspielerin, Sängerin  _ Wien _
 performing „Undine geht“
 _ Donau/Wien _
„Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961 _
Walter Pobaschnig 7/2024
Rebecca Celine Richter, Schauspielerin, Sängerin  _ Wien _
 performing „Undine geht“
 _ Donau/Wien _
„Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961 _
Walter Pobaschnig 7/2024

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

UNDINE GEHT _ Akrostichon

Text  Jens Schröter, Schriftsteller, Medienwissenschaftler_ Bonn

Performance _ Rebecca Celine Richter, Schauspielerin, Sängerin _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962 _ Heinz Bachmann

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Undine geht, Erzählung, Ingeborg Bachmann, 1961.

„Undine geht“ ist einer der zentralen Texte in Ingeborg Bachmanns Werk. Dieser erschien im ersten Prosaband „Das dreißigste Jahr“ und nimmt das Motiv des Undine Mythos _ Liebe, weibliche Menschwerdung, Verrat und Rache – auf und transformiert dies in die Struktur gegenwärtiger patriarchal geprägter Gesellschaftsverhältnisse. „Undine geht“ ist einer der meist rezipierten Texte Bachmanns und erfährt zahlreiche künstlerische Zugänge und Dialoge.

 Jens Schröter, Schriftsteller, Medienwissenschaftler_ Bonn
Rebecca Celine Richter, Schauspielerin, Sängerin  _ Wien

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann.

Foto: Jens Schröter _ privat.

Fotos _ Rebecca Celine Richter, Schauspielerin, Sängerin  _ Wien _
 performing „Undine geht“
 _ Donau/Wien _
„Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961 _
Walter Pobaschnig 7/2024

Walter Pobaschnig, 1.4.26

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„Inschrift“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Jovana Nastasijevic/Kerstin Ablasser _ Novi Sad/Wien 19.4.2026

Kerstin Ablasser, Schauspielerin, Model  _ Wien _
 performing „Undine geht“ _ Donau/Wien _

Walter Pobaschnig 6/24, folgende _
„Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961.

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

INGEBORG _ Akrostichon

Text _ Jovana Nastasijević, Schriftstellerin

Performance _  Kerstin Ablasser, Schauspielerin, Model 

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

INGEBORG

Inschrift in der

Narbe langes

Grübeln

Endlich frei um Erde

Besser zu gehören

Ohne

Reue sich selbst wieder zu

Gebären

Jovana Nastasijević, 15.2.2026

Kerstin Ablasser, Schauspielerin, Model  _ Wien _
 performing „Undine geht“ _ Donau/Wien _

Walter Pobaschnig 6/24, folgende _
„Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961.

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

INGEBORG _ Akrostichon

Text _ Jovana Nastasijević, Schriftstellerin

Performance _  Kerstin Ablasser, Schauspielerin, Model 

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Jovana Nastasijević, Schriftstellerin
Kerstin Ablasser, Schauspielerin, Model 

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Foto: Jovana Nastasijevic _ privat

Fotos: Kerstin Ablasser, Schauspielerin, Model  _ Wien _
 performing „Undine geht“ _ Donau/Wien _

Walter Pobaschnig 6/24, folgende _
„Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961.

Walter Pobaschnig, 15.2.2026

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„ehrlich und auf einer zutiefst menschlichen Ebene schmerzhaft“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Miriam Unterthiner, Schriftstellerin _ Wien 19.4.2026

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview _Miriam Unterthiner, Schriftstellerin _ Wien.

Liebe Miriam, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Ehrlich gesagt, lesen. Lesen als direkteste und unmittelbarste Begegnung. Ich versuche, jedem Text unbefangen zu begegnen, ihn von seiner Rezeption zu trennen und ihn vielleicht mit einem kindlichen, lesenden Eifer unbefangen zu begegnen. Persönlich kann ich Bachmanns Texten auf diese Weise am besten begegnen, daher habe ich bislang davon abgesehen und möchte es weiterhin tun, Texte außerhalb ihrer literarischen Werke wie etwa private Briefwechsel zu lesen.

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

In Bachmanns Texten liegt für mich eine Unmittelbarkeit. Ihre Sprache könnte auf den ersten Eindruck als schlicht, womöglich sogar als einfach aufgefasst werden, vielleicht ist sie das auch, aber für mich ist sie vor allem direkt, unvermittelt. Ihre Sprache ringt um das Wort, sie möchte nicht festschreiben, nicht losschreiben, sondern vielleicht eher fragen. Das macht die Texte für mich ehrlich und gleichzeitig auf einer zutiefst menschlichen Ebene schmerzhaft.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben und warum?

Wie vermutliche vielen anderen, liegt mir bei dieser Frage „Malina“ auf der Zunge, dennoch möchte ich davon absehen, diesen Roman hervorzuheben. Für mein eigenes Schreiben waren und sind die Essays von Ingeborg Bachmann am bedeutendsten.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Vermutlich würde ich Ingeborg Bachmann nichts fragen, lieber wäre mir, sie könnte die Zeit für ihr Schreiben verwenden. Ich kann mir vorstellen, dass ihr das selbst auch lieber wäre.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

In letzter Zeit liebäugle ich mit Prosa. Ich möchte mir die Zeit und den Raum nehmen, um herauszufinden, wohin sie mich führt. Vielleicht wird es ein Roman, vielleicht ein Scheitern, ich weiß es nicht, aber freue mich, es herauszufinden.

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

„Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar.“

Aus ihrer Dankesrede für die Verleihung des Hörspielpreises der Kriegsblinden (1959)

Diese sechs Worte lassen mich nicht los.

Herzlichen Dank für das Interview!

Miriam Unterthiner, Schriftstellerin _
österreichische Buchpreisträgerin/Debüt 2025 _

Zur Person: Miriam Unterthiner, geboren 1994, wuchs am Rande eines kleinen Bergdorfes in Italien auf. Sie studierte Philosophie, Germanistik sowie Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst Wien. Der Theatertext „Blutbrot“ wurde mit dem Kleist-Förderpreis für neue Dramatik, dem Literaturpreis der Universität Innsbruck sowie dem Debütpreis des Österreichischen Buchpreises ausgezeichnet. Bei edition laurin, innsbruck university press, erschien der Text ebenso in gedruckter Version. Der Theatertext „Mundtot“ wurde mit dem Hans-Gratzer-Stipendium sowie dem Hans-Gratzer-Preis des Schauspielhauses Wien ausgezeichnet.

Miriam Unterthiner, Schriftstellerin

Fotos_ Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann; Miriam Unterthiner _ Anna Sommerfeld.

Walter Pobaschnig, 14.4.26

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„Männliche Anlagen“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _  Isa Tschierschke/Raphael Steiner _ Detmold/D/Wien 18.4.2026

Raphael Steiner_ Schauspieler _ Wien _ acting Malina „Ivan“ _
Romanschauplatz _ Malina _ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig, 2/22 f.

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

MALINA _ Akrostichon

Text _  Isa Tschierschke, Autorin und Buch-Bloggerin auf Lightning-bug.de

Performance _ Raphael Steiner, Schauspieler, Musiker _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Raphael Steiner_ Schauspieler _ Wien _ acting Malina „Ivan“ _
Romanschauplatz _ Malina _ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig, 2/22 f.

MALINA

M ännliche

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L assen

I hre 

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A uftrumpfen

 Isa Tschierschke, 2.4.2026

Raphael Steiner_ Schauspieler _ Wien _ acting Malina „Ivan“ _
Romanschauplatz _ Malina _ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig, 2/22 f.
Raphael Steiner_ Schauspieler _ Wien _ acting Malina „Ivan“ _
Romanschauplatz _ Malina _ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig, 2/22 f.

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

MALINA _ Akrostichon

Text _  Isa Tschierschke, Autorin und Buch-Bloggerin auf Lightning-bug.de

Performance _ Raphael Steiner, Schauspieler, Musiker _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

Isa Tschierschke, Autorin
und Buch-Bloggerin auf Lightning-bug.de
Raphael Steiner_ Schauspieler _ Wien

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Isa Tschierschke _ privat.

Fotos: Raphael Steiner_ Schauspieler _ Wien _ acting Malina „Ivan“ _
Romanschauplatz _ Malina _ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig, 2/22

Walter Pobaschnig, 2.4.2026

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„Wie eine Prophezeiung“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Isa Tschierschke, Autorin _ Detmold/D 18.4.2026

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ 

Im Interview _  Isa Tschierschke, Autorin und Buch-Bloggerin auf Lightning-bug.de

Liebe Isa, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Als ich noch Teenager war, lasen wir „Die gestundete Zeit“ im Lesebuch. Die Patriarchatkritik habe ich damals noch nicht wahrgenommen, aber etwas anderes hat sich sofort verfangen: Die Sehnsucht nach einem erfüllten Arbeitstag, an dem man etwas Körperliches getan hat. Ich fühlte, wie sehr das Gymnasium mich auf mein Nervensystem reduzierte. Wie krank das macht. 

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus? 

Die Reduktion, das bis auf die eigenen Knochen schreiben. 

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben? 

Genau jene „Gestundete Zeit“.

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Wie eine Prophezeiung.

Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?

Genauso unwissend wie zuvor.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“? 

Ja. Leid ist DAS Wachstumshormon der Kunst.

Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben? 

Die Rezeption nach ihrem Tod. Der Eingang in die Schulbücher, die Veröffentlichung ihrer Korrespondenz mit Frisch gegen ihren Willen. 

(Männer mit Geld verlegen Frau mit Talent)

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?  

Wärst du lieber heute Dichterin als zu deiner Zeit?

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?  

Ein Roman. Frau mit Katze liebt Mann mit Boot. 

Nicht so seicht, wie es klingt, deutsch-deutsche Verwerfungen kommen vor, aber nicht so tragisch wie bei Bachmann (Frau mit Herz liebt Mann mit Brille).

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten? 

“Das Beste ist, müde zu sein und am Abend hinzufallen. Das Beste ist, am Morgen, mit dem ersten Licht, hell zu werden, gegen den unverrückbaren Himmel zu stehen, der ungangbaren Wasser nicht zu achten und das Schiff über die Wellen zu heben, auf das immerwiederkehrende Sonnenufer zu.” 

(„Ausfahrt“ / „Die gestundete Zeit“ 1953)

Herzlichen Dank für das Interview!

Ich danke für die Impulse!

  Isa Tschierschke, Autorin
und Buch-Bloggerin auf Lightning-bug.de

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Isa Tschierschke _ privat.

Walter Pobaschnig, 2.4.2026

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„mittendrin das Unvollendete“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Markus Witte/Mara Christine Koppitsch _ Nauen/Wien 17.4.2026

Mara Christine Koppitsch_Schauspielerin _ Wien _ performing „Malina“ _
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) 
100.Geburtstag_Ingeborg Bachmann_ 
Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom) _
Walter Pobaschnig 5/23, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance Originalschauplatz „Malina“ Wien.

MALINA_ Akrostichon

Text Markus Witte, Autor _ Nauen/D

Performance _ Mara Christine Koppitsch_Schauspielerin _ Wien _

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Mara Christine Koppitsch_Schauspielerin _ Wien _ performing „Malina“ _
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) 
100.Geburtstag_Ingeborg Bachmann_ 
Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom) _
Walter Pobaschnig 5/23, folgende

MALINA

Mmittendrin das Unvollendete
Aabrupt vollendet, die
LLettern
Iin Regalen zwischen Buchdeckeln geduldig, das
NNichtvollendete pulsiert mit grellem Blitz im
AAll

Markus Witte, Autor _ Nauen/D, 31.3.2026

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance Originalschauplatz „Malina“ Wien.

MALINA_ Akrostichon

Text Markus Witte, Autor _ Nauen/D

Performance _ Mara Christine Koppitsch_Schauspielerin _ Wien _

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

Markus Witte, Autor _ Nauen/D
Mara Christine Koppitsch_Schauspielerin _ Wien 

Fotos_ Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto_ Markus Witte _ privat.

Fotos: Mara Christine Koppitsch_Schauspielerin _ Wien _ performing „Malina“ _
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) 
100.Geburtstag_Ingeborg Bachmann_ 
Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom) _
Walter Pobaschnig 5/23.

Walter Pobaschnig, 31.3.26

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„Wenn Lava auf Wasser trifft“ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Markus Witte, Autor _ Nauen/D 17.4.2026

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview _ Markus Witte, Autor _ Nauen/D

Lieber Markus, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Für mich waren es ursprünglich die Gedichte. Später folgten die Erzählungen, dann die Romane.

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

In ihrer Prosa ist es der einzelne Satz. Die Verdichtung in jedem einzelnen Satz. Die Kompromisslosigkeit.

In den Gedichten ist es zusätzlich der Reim. Kompromisslosigkeit und Reim gehen zusammen. Als wenn Lava auf Wasser trifft – und es passiert etwas, womit man nicht gerechnet hat. Es bedarf keines Beweises. Aber es ist beruhigend, dass es einen Beweis gibt.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

Scherbenhügel, Toter Hafen


Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Einerseits ist jede Gesellschaftskritik zunächst vor dem Hintergrund der jeweiligen Epoche anzuschauen. Ihr Entsetzen über fehlende Aufarbeitung der Naziherrschaft war sicherlich ein gewichtiger Teil ihrer Schriften. Zugleich kann die Kritik natürlich auf spätere Epochen übertragen werden, das Übergreifende abstrahiert werden. Heutige zerstörerische patriarchale Weltbilder speisen sich sicherlich regelmäßig aus anderen soziologischen Strömungen und Weltanschauungen und sind bestimmt nicht weniger toxisch als damals.

Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?

Liebe braucht jeder Mensch, so wie der Baum das Wasser. Aber ein Baum muss nicht an genau einem Bach stehen. Muss nicht über der Quelle stehen, um das Wasser zu bekommen. Es gibt auch das Wasser aus der Wolke, es gibt auch die Liebe aus der Ferne. Und es gibt auch die Selbstliebe. Sagt man.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Man sagt, dass jedes Schreiben mit Tinte ein Bluten ist. Kunst in der reinen Selbstliebe ist wahrscheinlich selten; wenn es sie überhaupt gibt. Ein Verbluten, das Schreiben im völligen Selbsthass, wäre allerdings auch nicht von langer Dauer. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich in der Mitte. Der Künstler ist ein Wandervogel, für den es erträglicher ist, immer unterwegs zu sein, heimatlos zu sein, nein, seine Heimat im Wind zu haben und zu wissen, überall landen zu können. Und dann dort heimatlos zu sein. Und nach dem Wind Ausschau zu halten. 


Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?

Für mich steht bei ihr das Suchende im Vordergrund. Kunst sollte weniger Antworten geben als vielmehr Fragen aufwerfen, und das ist für mich das Prägende in ihren Worten.


Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Kann man im Spiegel der eigenen Kunst sich selbst annähern? Und würdest du alles, was du hast, für Glück eintauschen wollen?


Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Ich bin dankbar, beim Autor:innenzentrum Hannover e.V. – mit gegenwärtig 140 Mitgliedern – Gründungsmitglied und nun Vorsitzender sein zu dürfen (www.hannoverschreibt.de). Und ich bin ebenso dankbar, in Berlin beim ältesten englisch-/deutschsprachigen Literaturverein Berlins (Creative Writing Group e.V. – www.creativewritingberlin.org) seit nunmehr über vier Jahren ebenfalls Vorsitzender sein zu dürfen. Und dann gibt es natürlich den Hauptberuf als Jurist. Und fast 40.000 Kilometer im Zug pro Jahr. Mein aktuelles Ziel ist es, zugleich als Autor hinreichend Zeit zum Schreiben zu finden.  


Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

Die Wahrheit nämlich ist dem Menschen zumutbar.

Herzlichen Dank für das Interview!

Markus Witte, Autor _ Nauen/D

Fotos_ Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto_ Markus Witte _ privat.

Walter Pobaschnig, 31.3.26

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Die letzten Tage von Ingeborg. Fleur Jaeggy _ Suhrkamp Verlag.

Die letzten Tage von Ingeborg. Fleur Jaeggy. Aus dem Italienischen von Barbara Schaden. Suhrkamp Verlag.

Jetzt brechen sie auf. Freundinnen, Gefährtinnen. Unterwegs an die Küste der Toskana. Fort vom Schreibtisch. Den ungeöffneten Briefen. Dem Ungesagten. Dem Ungeschriebenen.

Genug.

Hinein in den roten Sportwagen. Fleur am Steuer. Ingeborg die Straßenkarte auf Schoss und Hand.   

Ein Fliehen auf Zeit oder eine Flucht?

Jetzt ein Ankommen. Meer. Sonne. Stille. Gespräche. Wenige Besuche.

Ein Neubeginn?

Schnitt –

Rom. Herbst 1973. Der Brandunfall. Die letzten Tage an der Seite Ingeborgs. Der letzte Gang. Das Wort und die Stille.

Eine Freundin geht.

Erinnerungen bleiben. Finden ihren Weg zwischen Sprachlosem und Wort.

Hier.

Rom/Ospedale Sant’Eugenio _ hier starb Ingeborg Bachmann am 17.10.1973,
Walter Pobaschnig, folgendes.

Es ist ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk das Fleur Jaeggy, Schriftstellerin, Model und sehr gute Freundin von Ingeborg Bachmann hier bachmannbegeisterten Leserinnen und Lesern eröffnet.

Mit Fleur Jaeggys Mann, dem Verleger Roberto Calasso, gab es gemeinsame Reisen mit Ingeborg Bachmann nach Kärnten und Wien. Die Freundschaft dauerte bis zum tragischen Tod an.

Die sehr renommierte Schriftstellerin Fleur Jaeggy legt eine sehr behutsame wie aufmerksame Erinnerung vor, die gleichsam zwei „Reisen“ miterleben lässt, jene in die gemeinsame Stille, Einsamkeit des Küstenortes und jene letzte ganz persönliche des Abschieds und dessen Bilder im Kopf, die nun den Weg in das Wort finden. Erinnern, Erzählen – das Erlebte, Gesehene ins Wort fliehen und weiterziehen lassen. Ankommen lassen. Heute.

„Fleur Jaeggy setzt Ingeborg Bachmann ein literarisches Geburtstagsrequiem, das in seiner Intensität von Erinnerung und Aufmerksamkeit berührt, begeistert, erschüttert!“

                                                                                                                                                   

Die letzten Tage von Ingeborg. Fleur Jaeggy. Aus dem Italienischen von Barbara Schaden. Suhrkamp Verlag.

Erscheinungstermin: 20.04.2026

Fester Einband mit Schutzumschlag, 44 Seiten, dekoratives Vorsatzpapier, Sprachen: Deutsch

978-3-518-43329-4

Suhrkamp Hauptprogramm

Suhrkamp Verlag, 1. Auflage, Deutsche Erstausgabe

16,00 € (D), 16,50 € (A), 23,50 Fr. (CH)

ca. 13,0 × 21,0 × 1,0 cm, 148 g

Originaltitel: GLI ULTIMI GIORNI DI INGEBORG (Adelphi Edizioni S.p.A, Milano)

Fleur Jaeggy

Fleur Jaeggy ist eine schweizerische und italienischsprachige Autorin, Ex-Model, Intellektuelle, Mystikerin, inzwischen etwas über 80 Jahre alt, ehemals enge Vertraute Ingeborg Bachmanns, Witwe des Adelphi-Verlegers Roberto Calasso, heute lebt sie weitgehend zurückgezogen in Mailand. Ihr weltweit gefeiertes Werk umfasst Romane, Erzählungen und Geschichten – beginnend mit Ich bin der Bruder von XX, wird es fortan vollständig im Suhrkamp Verlag erscheinen.

Schweizer Grand Prix Literatur 2025

Gottfried-Keller-Preis 2024

Barbara Schaden

Barbara Schaden studierte Romanistik und Turkologie in Wien und München, arbeitete anschließend als Verlagslektorin und ist seit 1992 freiberufliche Übersetzerin aus dem Englischen, Französischen und Italienischen. Sie hat u.a. Werke von Kazuo Ishiguro, Fleur Jaeggy, Nadine Gordimer und Elena Ferrante übertragen und ist dafür vielfach ausgezeichnet worden. Barbara Schaden lebt in München.

Übersetzerpreis des Italienischen Außenministeriums 2025

Fotos: Fleur Jaeggy_Suhrkamp Verlag; Motiv _ Dämmerung und Rom/Ospedale Sant’Eugenio  _ Walter Pobaschnig.

Walter Pobaschnig, 4/26 

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