Lisa Carolin Nemec, Schauspielerin _ acting „Malina“ _ Romanschauplatz Malina _ Wien _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _ Walter Pobaschnig 2/26, folgende
100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _
Text & Performance
INGEBORG _ Akrostichon
Text & Performance _ Lisa Carolin Nemec, Schauspielerin
Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig
Lisa Carolin Nemec, Schauspielerin _ acting „Malina“ _ Romanschauplatz Malina _ Wien _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _ Walter Pobaschnig 2/26, folgende
INGEBORG
In ihren Texten thematisiert Bachmann Gewalt in Beziehungen.
Nicht offen, sondern sprachlich verborgen.
Geschlechterrollen werden kritisch hinterfragt.
Existenzielle Angst prägt ihre Figuren.
Beziehungen erscheinen als Orte der Verletzung.
Ohnmacht und Sprache stehen im Zentrum.
Radikal fordert sie neue Formen des Denkens.
Gegen die zerstörerische Macht der Sprache.
Lisa Carolin Nemec, 2.3.2026
100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _
Text & Performance
INGEBORG _ Akrostichon
Text & Performance _ Lisa Carolin Nemec, Schauspielerin
Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig
Ingeborg Bachmann, Rom 1962
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.
Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.
Lisa Carolin Nemec, Schauspielerin
Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann
Fotos: Lisa Carolin Nemec, Schauspielerin _ acting „Malina“ _ Romanschauplatz Malina _ Wien _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _ Walter Pobaschnig 2/26.
Im Interview _ Anne Marie Pircher, Schriftstellerin _ Meran
Liebe Anne Marie, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns?
Ich finde mich in ihren Gedichten und in ihrer Prosa sehr oft wieder. Als Schülerin an der Oberschule hat sie mich damals schon in ihren Bann gezogen und nie mehr wirklich losgelassen, obwohl ich ihr oft zu entfliehen versuchte.
Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?
Die Fähigkeit, unvergleichliche Bilder zu Lyrik und Prosa zu verdichten. Intellekt und tiefes Gefühl verbindet sie in ihren Texten zu großartiger Literatur. Sie war wohl eine Meisterin des Schauens und Fühlens.
Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?
Da bin ich überfragt. Ich müsste ihre Werke neu lesen.
Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?
Sie war radikal und das macht unter anderem auch ihren Wert aus. Das hatte seinen Preis, begründet aber auch ihren großen Erfolg. Die patriarchale Macht zerstört und verletzt weiterhin und ich bezweifle, ob das jemals überwunden werden kann. Im Grunde ändern sich nur Gesichter und Formen, Gewalt und Machtmissbrauch werden heute vielleicht subtiler und unter Deckmänteln ausgeübt, aber sie sind so präsent wie eh. Ingeborg Bachmann hatte auch für das Unterschwellige und nicht Offensichtliche gewaltstarke Bilder parat, die sie beinahe unerschöpflich aus sich herausholen konnte. Sie gelten heute wie damals.
Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?
Diesen famosen Satz über die Männer kann ich aus ihrer Perspektive nachempfinden, aber ich teile ihn nicht. Da bin ich differenzierter. Wie wir lieben? Immer gleich und immer wieder im Kreis. Das Thema Liebe bleibt unser aller Baustelle. Bachmann trug, so denke ich, das Widersprüchliche auch tief in sich. Sie war nicht nur Opfer, sondern auch stark in ihren emotionalen und intellektuellen Forderungen ans andere Geschlecht. Aber als Frau traf sie natürlich zur damaligen Zeit auf harte Bedingungen im Kampf um Liebe und gleichzeitige Unabhängigkeit. Heute ist es vielleicht besser, aber schwierig allemal.
„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?
Sehr oft, aber nicht zwingend. Es hat wohl viel mit den Lebensumständen zu tun und welche Art von Kunst jemand ausübt.
Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?
Ihre Ironie und ihr hintergründiger Humor werden oft vergessen. Ich empfehle als Beispiel: „Ihre glücklichen Augen“.
Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?
Ich hätte gern mit ihr gelacht.
Was sind Deine aktuellen Projektpläne?
Ich arbeite jeden Tag auf die eine oder andere Weise, auch abseits vom schriftlichen Wort. Ich gehe weiter, denkend.
Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?
im Interview _Céline Lassalle, Verlegerin _ Berlin
Liebe Céline, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns?
Ich kam mit ihr über ihr Romanprojekt Todesarten in Berührung. Das Thema der kollektiven Traumata der Nachkriegsgesellschaft, das wohl lange nicht versiegt ist und für mich als studierte Anthropologin Anknüpfungspunkte bereithält.
Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?
Es gibt noch sehr viele Überbleibsel und diese werden spürbar, der Feminismus sollte sich diese Härte nicht aneignen.
Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?
Gerade bezogen auf Liebe denke ich bei aller Theorie manchmal: Liebe ist Liebe, Texte sind Texte. Wenn Männer krank sind, sollte man auch nicht mit ihnen Liebe haben oder sie versuchen zu heilen.
„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?
Es sollte ganz sicher keine Nabelschau bleiben, sondern darüber hinaus gehen.
Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?
Vielleicht würde es Dir gut tun, dir selbst Grenzen zu dir und den anderen zu setzen.
Was sind Deine aktuellen Projektpläne?
Ich muss heute noch den Klappentext zum Buch „Magnus an der Wahlurne“ schreiben.
Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?
Ina Soléa,Schauspielerin, Model _ Wien _ performing Malina _ Originalschauplatz Wien _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _ Walter Pobaschnig 1/22 f.
100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _
Text & Performance _ Originalschauplatz „Malina“_ Wien
MALINA_UNDINE GEHT _ INGEBORG _ Akrosticha
Text _ Petrus Akkordeon, Künstler, Schriftsteller_ Berlin
Performance _ Ina Soléa,Schauspielerin, Model _ Wien
Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig
MALINA_UNDINE GEHT _ INGEBORG
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Petrus Akkordeon, 3.10.2026
Ina Soléa,Schauspielerin, Model _ Wien _ performing Malina _ Originalschauplatz Wien _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _ Walter Pobaschnig 1/22 f.
100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _
Text & Performance _ Originalschauplatz „Malina“_ Wien
MALINA_UNDINE GEHT _ INGEBORG _ Akrosticha
Text _ Petrus Akkordeon, Künstler, Schriftsteller_ Berlin
Performance _ Ina Soléa,Schauspielerin, Model _ Wien
Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.
Fotos: Ina Soléa, Schauspielerin, Model _ Wien _ performing Malina _ Originalschauplatz Wien _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _ Walter Pobaschnig 1/22
Im Interview _ Petrus Akkordeon, Künstler, Schriftsteller _ Berlin
Lieber Petrus, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns?
rasenmähen. es begann damals mit meiner tätigkeit als gärtner. und in den pausen habe ich den bachmannpreis im tv verfolgt. meine chefin hatte das toleriert. dann wieder rasenmähen. inzwischen mähe ich keine wiesen mehr.
oder nein, es war die anrufung des bären. der bär. diesen satz, nur diese drei worte, hatte ich als kind gehört. ich wußte nicht woher ich ihn hatte. er ging mir durch den kopf. ich lief herum und wollte den bären anrufen. ich wußte nicht welchen. ich wußte auch nichts von den sternen. oder ob der bär ein gott wäre. ich wußte nicht einmal dass es aus einem gedicht war. wer ingeborg bachmann war.
irgendwann wurde ich neugierig und begann zu lesen. uns es gefiel mir.
Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?
das es klug ist
Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?
Eigentlich nicht. Am ende geht es doch bei einem werk doch auch immer um alle werke. Und manchmal auch um das leben dahinter.
Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?
wahrscheinlich sind wir alle verloren.
Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?
man sollte sie abschaffen. nicht nur die männer. aber die sind wirklich albern. und leider nicht nur die. ich hoffe die geschlechter lösen sich endlich auf. es ist so ein blödsinn zu glauben es gäbe so etwas wie männer oder frauen. ein bis ins kleinste lächerlicher trugschluss zu glauben, dass irgendwas uns von uns unterscheidet. aber das ist keine unheilbare krankheit. es ist nur vorübergehend unbedacht. und alles wird durch die liebe überwunden.
„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?
ich meine nein. aber es kann existentiell weh tun. aber es unterscheidet sich nicht ein gedicht zu schreiben oder ein brot zu backen. wenn man ein dichtender mensch oder backend ist. bei einem von beiden tätigkeiten sollt man kein rezept verwenden. natürlich steigert das risiko des scheiterns das risko des leids daran.
hunger und poesie kommen tief aus einem heraus. beides treibt einen an.
Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?
mir gefiel auch immer die bildhaftigkeit ihrer sprache. etwas was ich als bildender künstler schätze. ja, auch die tiere. die tiere in ihren gedichten.
Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?
nichts. ich mache selten gute erfahrungen mit fragen. die antworten gefallen mir meist nicht. einen kaffee hätte ich gerne mit ihr getrunken. beobachtet wie sie ihn trinkt.
Was sind Deine aktuellen Projektpläne?
ich schreibe und illustriere an mehreren büchern. zur zeit schreibe ich an texten die am besten nur von pflanzen verstanden werden sollen und an einem lexikon neuartiger gefühle.
Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?
großer bär
komm herab zottige nacht
wolkenpelztier mit den alten augen
…
mir scheint inzwischen, ich kenne diesen bären. eventuell hätte ich sie dazu befragt. beim kaffee.
Ingeborg Bachmann ist 1946 in Wien angekommen und lebte hier bis 1953. In dieser Lebensphase kommt es zu wesentlichen Begegnungen, Inspirationen ihrer Texte. Ebenso ist es die Zeit erster Anerkennung als Schriftstellerin. Mit Wien bleibt die später in Rom lebende Schriftstellerin zeitlebens verbunden. Ihr einziger Roman Malina spielt in Wien, ebenso nehmen viele Gedichte darauf Bezug.
Im Interview_ Brigitte Schär, Schriftstellerin _ Zürich
Bachmannpreisnominierte2021
Liebe Brigitte Schär, Du hast am Bachmannpreis in Klagenfurt, dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum, teilgenommen. Was sind spontan Deine ersten Erinnerungen?
Ich war 2001 eingeladen. Ein Vierteljahrhundert ist das inzwischen her. Heute, zum 50-Jahr Jubiläum, wird mir bewusst, dass ich genau in der Mitte dieser fünfzig Jahre dabei war.
Thomas Widmer hatte mich eingeladen, Elisabeth Bronfen war die zweite Schweizer Jurorin. Schon auf dem Flug nach Klagenfurt sagte sie mir, wie begeistert sie von meiner Geschichte war. Das war ein schöner Auftakt. In meinem Text spielte eine tote Frau eine wichtige Rolle. Das passte gut zu einem ihrer großen Themen in Kunst und Literatur. Dann kam ihr Koffer nicht an.
Aus der Schweiz war neben mir auch Philippe Tingler eingeladen.
Ich hatte eine neue Geschichte dabei, eine Parabel über das Schreiben. Mein Hanser-Lektor Wolfgang Matz saß im Publikum. Die Jurydiskussion verlief überwiegend positiv. Mehrere Juror:innen setzten sich engagiert für den Text ein, zwei lehnten ihn deutlich ab. Denis
Scheck sagte: «Sie sind die erste Autorin, die versucht, die Jury zu hypnotisieren.» Andere Juror:innen hoben die Suggestivkraft des Textes hervor.
Der Wettbewerb kam mir damals vor wie ein Länderspiel. Im Hintergrund wurden Allianzen geschmiedet. Ich selbst hielt mich aus all dem heraus und zog mich bis zur Preisverleihung
eher zurück. Im Ausstich um den 3sat-Preis verlor ich knapp. Schade. Ein Preis hätte damals wohl manches verändert.
Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?
Die Aufmerksamkeit. Schon Wochen vor Beginn berichten Zeitungen über die eingeladenen Autorinnen und Autoren. Die Lesungen und Jurydiskussionen werden live übertragen und anschließend in den Feuilletons besprochen. Schulklassen sitzen im Deutschunterricht vor den Screens. Für ein paar Tage wird Literatur zum öffentlichen Ereignis. Das ist etwas Besonderes.
Wie hast Du Deine Lesung, die Jurydiskussion und die Preisverleihung erlebt?
Die Lesung war für mich wichtig. Mein kunstvoll gebauter Text war nicht einfach vorzutragen, und ich hatte mich intensiv darauf vorbereitet. Die anschließende Jurydiskussion empfand ich als eher schwierig. Ich hatte gerade einen Text gelesen, der höchste Konzentration verlangte. Wenige Minuten später kam ich mir vor wie in einem Tribunal, und der Text wurde öffentlich seziert. Diesen unmittelbaren Rollenwechsel empfand ich als sehr anspruchsvoll. Am Ende wurde mir das Wort erteilt. Was hätte ich sagen sollen? Der Text hatte für sich gesprochen.
Das Besondere an der Preisverleihung war, dass plötzlich mein Name ins Spiel kam. Und natürlich, dass ich den 3sat-Preis im Ausstich nur knapp verpasste.
Wie hat sich der Bachmannpreis auf Deinen weiteren literarischen und künstlerischen Weg ausgewirkt?
Weniger, als ich damals gehofft hatte. Ein Preis hätte sicher zusätzliche Türen geöffnet. Trotzdem möchte ich die Teilnahme nicht missen. Sie gehört zu meiner literarischen Biografie. Seither sind viele weitere Bücher erschienen, und ich durfte mit meinen Literatur-Performances in vielen Ländern weltweit auftreten.
Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?
Wie immer: Gute Texte. Publikumswirksame Lesungen. Gute Jurymitglieder. Ein literaturaffines, lesefreudiges Publikum. Und die Offenheit für ganz unterschiedliche literarische Stimmen.
Was möchtest Du den aktuellen Teilnehmern, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?
Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zu 50 Jahren Bachmannpreis. Und Ingeborg Bachmann zum 100. Geburtstag.
Den Teilnehmenden wünsche ich Gelassenheit. Der Zufall spielt mit. Man kann nur das Beste geben und dem eigenen Text vertrauen. Der Jury wünsche ich Neugier und Offenheit. Dem Publikum die Freude an literarischen Entdeckungen. Und dem Bachmannpreis wünsche ich, dass er auch in Zukunft überraschenden und eigenwilligen Stimmen Raum gibt.
Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!
Brigitte Schär, Schriftstellerin
Zur Person: Brigitte Schär lebt in Zürich und schreibt für Erwachsene und Kinder. Ihr literarisches Debüt gab sie mit 30 Jahren. Seitdem ist sie als freischaffende Schriftstellerin und Performerin tätig. Für ihr literarisches Werk erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen. Ihre Bücher wurden in viele Sprachen übersetzt. Neben ihrer schriftstellerischen Arbeit entwickelt und präsentiert sie eigene Literaturperformances. Mit Konzertlesungen und literarischen Bühnenprogrammen war sie auf fünf Kontinenten unterwegs. 2001 nahm sie am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt teil.
Großes Publikumsinteresse bei den Lesungen _ Jubiläumsbachmannpreis 2026
Bachmannpreis
1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.
Ulrike Fink, Gattin von Humbert Fink, bei der Eröffnung zum 50.Bachmannpreis/ORF Kärnten
Heinz Bachmann (Bruder von Ingeborg Bachmann) mit Gattin Sheela und dem langjährigen Bachmannpreisorganisator Horst L-Ebner (ORF Kärnten) bei der Eröffnung zum 50.Bachmannpreis/ORF Kärnten _ 24.6.2026
Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.
Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.
Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.
Klagenfurt/Wörthersee
Foto: Brigitte Schär _ privat.
Alle Fotos: Bachmannpreis_Klagenfurt/Wörthersee _ Walter Pobaschnig
„Undine geht“ ist einer der zentralen Texte in Ingeborg Bachmanns Werk. Dieser erschien im ersten Prosaband „Das dreißigste Jahr“ und nimmt das Motiv des Undine Mythos _ Liebe, weibliche Menschwerdung, Verrat und Rache – auf und transformiert dies in die Struktur gegenwärtiger patriarchal geprägter Gesellschaftsverhältnisse in Macht und Zerstörung. „Undine geht“ ist einer der meist rezipierten Texte Bachmanns und erfährt zahlreiche künstlerische Zugänge und Dialoge.
Hubert Maria Moran, Schriftsteller, Künstler
Sylvia Caba, Künstlerin _ Wien
Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann
Foto:Hubert Maria Moran _ privat.
Fotos: Sylvia Caba, Künstlerin _ Wien _ performing Undine geht _ Undine geht, Erzählung, Ingeborg Bachmann, 1961 _ Walter Pobaschnig 10/23.
Im Interview _ Ferdinand Schmatz, Schriftsteller _ Wien
Bachmannpreisjuror 1995/96
Lieber Ferdinand, Du warst von 1995 bis 1996 Juror beim Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum. Was sind spontan Deine erste Erinnerungen?
Franzobel und Gundi Feyrer, die ich eingeladen habe, sind mit Preisen versorgt worden
Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?
Medienspektakel, dennoch hin und wieder Literatur, die Literatur ist, der mediale Raum ist herausfordernd
Wie hast Du als Juror/Jurorin die Lesungen, die Jurydiskussionen, die Preisverleihungen und die Begegnungen rundum erlebt?
Überschätzungen rundum, innerhalb der Lesungen und Diskussionen Respekt, Verantwortung, immerhin
Wie gelingt es Objektivität zu bewahren?
Eigene wertende Automatismen zu relativieren, unvoreingenommenes Umgehen mit dem vorliegenden Text, höchste Maßstäbe anlegen
Wie hat sich diese Funktion auf Deinen weiteren beruflichen Weg ausgewirkt?
Überhaupt nicht
Was braucht der Bachmannpreis für eine zukünftige gute Entwicklung?
Unbestechlichkeit (auf beiden Seiten)
Was möchtest Du aktuellen Juroren:innen, Teilnehmer:innen und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?
Bei sich bleiben, (Selbstironie nicht hintanstellen)
Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!
Ferdinand Schmatz, Schriftsteller
Zur Person: Ferdinand Schmatz, schreibt Gedichte, Prosa, Essays und Hörspiele, lebt in Wien. Von 2012 bis 2020 Leitung des Instituts für Sprachkunst an der Angewandten.
(2004 Georg Trakl-, H.C. Artmann-, Ernst Jandl-Preis, u.a.)
Veröffentlichungen – Auswahl:
o auf SÄTZE. Essays zur Poetik, Literatur und Kunst (2016)
o das gehörte feuer. orphische skizzen (prosa gedicht) (2016)
o STRAND DER VERSE LAUF. GEDICHT (2022)
o Schielen ist Erkenntnis. Essays (2026)
Bachmannpreis 2026
Bachmannpreis
1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.
Ingeborg Bachmann Rom 1962
Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.
Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.
Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.
Wörthersee/Pörtschach
Fotos: Ferdinand Schmatz _ privat
Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann
Fotos: Bachmannpreis/Wörthersee _ Walter Pobaschnig
Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.