„Ancel, auch am Anfang war der Krieg;“ Daniela Kocmut,Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Graz 21.5.2022

GIVE PEACE A CHANCE

Gegeneinander

in einer uniformierten Totentanzreihe

verliert der Mensch sein Menschsein …

eines Tages vielleicht wird er es wiederfinden …



P.S. von allen Seiten, aus allen Reihen, in allen Farben

eines Europas, das (sich) nicht einig ist …

Ancel, auch am Anfang war der Krieg;
Celans Verse ertrinken in sich selbst … dann,
eines Tages werden wir zu trunken sein, zu müde werden …



Aber …


Chancen geben wir einem jeden Tag …

hoch wird jedoch niemand gewinnen und

aller Neuanfang war schon immer schwer, auch

nicht einfach wird das absehbare
c
on dolore
E
N D E

Daniela Kocmut, 9.5.2022

Daniela Kocmut, Literaturübersetzerin/Lyrikerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Daniela Kocmut, Literaturübersetzerin/Lyrikerin

Foto_Lupi Spuma

Daniela Kocmut _ Kurzvita:

Geboren 1980 in Maribor, wuchs ab 1991 zweisprachig in Kärnten / Koroška auf. Lebt seit 1999 in Graz als literarische Übersetzerin, Dolmetscherin, Sprachtrainerin für Slowenisch, sowie Redakteurin und Mitarbeiterin der Literaturzeitschrift Lichtungen. Studium der Germanistik, Slowenistik und Translationswissenschaft in Graz und Dublin.

Seit 2004 zahlreiche Veröffentlichungen literarischer Übersetzungen aus dem Slowenischen ins Deutsche (u. a. Drago Jančar, Maruša Krese, Katarina Marinčič, Veno Taufer, Zofka Kveder, Miha Mazzini, Stanka Hrastelj, Barbara Simoniti, Tomaž Šalamun, u. a. …). Mehrere Übersetzungsstipendien. Regelmäßige Mitveranstaltung, Moderation und Dolmetschung zweisprachiger Lesungen. Schreibt Lyrik auf Slowenisch und Deutsch.

Walter Pobaschnig _ 9.5.2022

https://literaturoutdoors.com

„Kunst gibt die Möglichkeit, den eigenen Teller mal von außen zu betrachten“ Vivienne Causemann, Schauspielerin _ Hard/Vbg. 21.5.2022

Liebe Vivienne, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich bin im Festengagement am Theater in Bregenz, womit ich großes Glück hatte: da war ich in den letzten Jahren finanziell nicht so unter Druck wie viele viele freischaffende Kolleg*innen.

Mein Tagesablauf – vielleicht eher ein Tagesdurcheinander – gestaltet sich nach den Proben. Jedoch mache ich oft morgens um 6/7 Uhr schon Yoga, trinke dann viel Kaffee und Tee.

Je nach Projekt bin ich dann aber meist um 10 Uhr bei der Probe, mittags erledige ich Papierkram, lerne Text, mache Sport, organisiere irgendwelche zusätzlichen Projekte/Performances oder treffe Freund*innen.

Abends habe ich dann oft nochmals Probe, oder eben Vorstellung, auf die ich mich dann sprechenderweise vorbereite.

Am Wochenende arbeite ich manchmal in meinem kleinen Gemüsegarten, bin unterwegs in alle Himmelsrichtungen oder putze die Wohnung.

Vivienne Causemann, Schauspielerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Nun ja, da könnte man jetzt so große Begriffe nennen und irgendwie fällt mir das schwer, weil sie doch oft flach verwendet – geradezu missbraucht – werden, oder die Zusammenhänge zu verstrickt sind, als dass man diese Begriffe gerne und frei von unangenehmen Konnotationen verwenden möchte.

Es ist wichtig: selbst zu denken, sich dabei nicht immer zu glauben, immer wieder zu hinterfragen; aber eben auch zuzuhören, menschlich miteinander umzugehen, sich auseinanderzusetzen mit den Mitmenschen, also sich zu überlegen, wie die andere Person fühlt, sich hineinzuversetzen, hineindenken ins Gegenüber. Und das immer wieder aufs Neue: lernwillig bleiben und sich niemals diese oder jene Scheuklappen aufsetzen lassen.

Derzeit jagt eine Katastrophe die nächste; Pandemie, Krieg, Klima… Ich wünsche uns, dass wir in gewisser Weise ruhig bleiben.

Es sollte uns bewusst sein, dass wir sowohl mit den kleinen Veränderungen – Lebensmittel ressourcenschonend verwenden// Menschen ein Dach über dem Kopf geben (Dinge die sich für viele nach ZU WENIG anfühlen, und welche wir darum oftmals bleiben lassen) – als auch mit den großen Veränderungen – die von der Politik „beschlossen“ werden müssen, und welche wir nur durch Druck auf die Regierung oder gescheite Politiker*innen (Tschuldigung, die Ausdrucksweise) erreichen – etwas bewirken können.

Wir brauchen beide Arten von Veränderung (von unten und von oben), und beides braucht Zeit und Durchhaltevermögen…

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater, der Musik, der Kunst an sich zu?

Ich glaube das Kunst – in jeder Form – dem Menschen die Möglichkeit gibt, sich zu treffen und eine Plattform bietet, sich ins Gegenüber – in eine Figur, in einen Künstler – hineinzudenken, den Blick über den Tellerrand wagen, oder sogar: den eigenen Teller mal von außen zu betrachten.

Ich habe erlebt, dass Theater und Musik Menschen wirklich berühren können, und daraufhin auch andere Dinge besprochen werden als die alltäglichen Smalltalk-Gespräche. Es gibt, angestoßen durch Kunst, einen Austausch über Tabuthemen. Das war, ist und bleibt die Rolle der Kunst: von einer emotional-kreativen Ebene aus, die Welt ein bisschen zu verändern.

In Anbetracht der Situation, dem Zustand der Welt, dem Wahn der Weltbevölkerung (wenn ich es jetzt mal so nennen darf, womit ausdrücklich keine Einzelperson gemeint ist) stellt sich die Frage: Was kommt auf die Kunst zu, welche Rolle spielt sie in Zukunft…

Dabei fällt mir ein: FARBE

Durch Kunst wird das Leben bunt und zauberhaft und fantasievoll und fleischlich und menschlich  und unmenschlich und lebenswert.

Eine Fläche, die eigene Wahrnehmung immer wieder zu kalibrieren.

Was liest Du derzeit?

Zurzeit lese ich ABFALL BERGLAND CÄSAR  und „in harten Schuhen“ von Werner Schwab, Drehbücher und afrikanische Märchen. Macht Spaß.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Einen Vers aus einer Komödie des Dichters Terenz:

„Homo sum, humani nil a me alienum puto“

Ich bin ein Mensch, nichts Menschliches ist mir fremd.

Das gefällt mir sehr gut.

Leider haben Manche Manches wohl verlernt. Aber ich bin sicher, das lässt sich auch wieder erlernen…

Vielen Dank!

Danke auch!

PS.: Dies ist eine Assoziation.. ich entschuldige mich für die orthographischen und grammatikalischen Außergewöhnlichkeiten, ich lese eben gerade Schwab..

Vivienne Causemann, Schauspielerin

Vielen Dank für das Interview liebe Vivienne, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Vivienne Causemann, Schauspielerin

Fotos_Thomas Leidig

15.5.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

„Literatur und Kunst sind Zeichen des Individuums, dass es noch da ist.“ Thomas Podhostnik, Schriftsteller _ Leipzig 20.5.2022

Lieber Thomas, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Hängt ein wenig vom Tag ab. Grundsätzlich teile ich den Tag in Investition und Arbeit. Der Morgen und der Vormittag gehören mir, der Nachmittag der Lebenssicherung (jagen und sammeln), der Abend und die Nacht dann dem Zufall.

Thomas Podhostnik, Schriftsteller

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich tue mich schwer mit Kategorien wie Alle oder auch der Konstruktion eines Wir. Das sind Projektionen, die nur vom Ich ablenken. Wir und Alle irren sich ständig. Das liegt wohl daran, dass Wir und Alle dabei nicht zu Wort kommen, sondern immer der Wille eines verborgenen Ichs sie ins Feld führt, meist um eigene Ziele zu erreichen.

Was ist jetzt für mich wichtig?, klingt ganz anders und ist ehrlicher.

Ich halte wenig von Schwarmintelligenz, sie reicht gerade für Formationsflüge. Ich würde mir von Wir und Alle nie eine Zahnkrone einsetzen lassen z.B., oder ein Buch empfehlen, nicht mal einen Wein möchte ich mit denen trinken gehen, die Gespräche wären sicher dumm bis bösartig. Das am stärksten unterschätzte Wesen dieser Welt ist der einzelne Mensch.

Für mich gilt der Satz von Heiner Müller: 10 Deutsche sind dümmer als 5.

Das lässt sich höchstwahrscheinlich auch auf Österreicher oder sagen wir mal Franzosen übertragen, bestimmt auch auf Russen und Ukrainer.

Wenn ich mir mein Schreiben so anschauen: Ich schreibe nicht für Alle und auch nicht in dem Glauben, Wir hätten irgendwas zu sagen. Ich schreibe schon immer wegen Allen und Allem.

Was für mich jetzt wichtig ist, ist für Alle bestimmt unwichtig.

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Wenn überhaupt, gab es die Chance zu einem gesellschaftlichen Aufbruch Anfang der 90er Jahre. Zumindest hat es sich für mich damals so angefühlt. Ich weiß noch, dass ich dachte, jetzt könnte ein Weiterentwicklung der Gesellschaft stattfinden, die Ressourcen, die im „Kalten Krieg“ gebunden waren, könnten zur Lösung so vieler Probleme genutzt werden.  Damals gab es einen Moment der Utopie. Ich glaube der Moment hat in Wirklichkeit nicht länger gedauert, als es dauert, diesen Absatz zu lesen. Oder es war ohnehin nur eine Illusion. Schon mit dem Jugoslawienkrieg war alles wieder vorbei. Und sogar diese Aussage ist bereits meinem eurozentristisches Weltbild geschuldet.

Ich sehe keinen Aufbruch. Wir alle waten im Kreis durch den Schlamm.

Literatur und Kunst sind  Zeichen des Individuums, dass es noch da ist. Ähnlich dem Gezwitscher eines Vogels. Wenn ich mich damit beschäftige, kann ich die Art heraushören. Wenn ich mich noch tiefer damit beschäftige, den einzelnen Vogel festmachen und wenn ich noch tiefer gehe in der Materie löst sich sogar der einzelne Vogel auf und ich komme wieder zur mir selbst und eventuell zu irgend einer Art von  Erkenntnis, die mir ermöglicht zu antworten.

Gibt es das Gezwitscher nicht mehr, ist der Vogel tot, so einfach ist das, hören Kunst und Literatur auf, ist ein Mensch tot.

Was liest Du derzeit?

Schreckliches! Nichts was mir Spaß macht, aber es hat seinen Sinn und seine Bedeutung: „Vergeltung“ von Gert Ledig.

Ein Leipziger Autor, nicht viel geschrieben, und ich bin mir sicher er hätte das auch lieber nicht schreiben müssen. Manchmal verfluchen Bücher oder Texte auch einfach nur den Menschen.

Der Inhalt ist ein Grauen, aber wie Ledig es schreibt, dass gibt mir was.  

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Spontan: „Das Leben ist ein Furz in der Laterne“ von der wunderbaren Herta Müller.

Aber eigentlich den Satz von Warlam Schalamow: „Eine Wahrheit, die in die Kunst kommt, ist immer neu und immer individuell.

Vielen Dank für das Interview lieber Thomas, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Thomas Podhostnik, Schriftsteller

http://www.podhostnik.de/

Foto_privat

12.5.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

„Entfremdet, verstümmelt, gedemütigt“ Christine Koschmieder, Schriftstellerin _ Give Peace A Peace _ Leipzig 20.5.2022

GIVE PEACE A CHANCE

G

In Dinosaurierzeiten schon haben Potentaten immer nur darauf gewartet, dass

V

E



Poeten ihnen Lyrik in die Gewehrläufe stecken.

E

A

C

E in Pazifist, wer wärs nicht gerne, doch die Verhältnisse, die sind nicht so



A krostichon in Zeiten des Krieges:

C

H

A

N

C

E ntfremdet, verstümmelt, gedemütigt.


Christine Koschmieder, 9.5.2022

Christine Koschmieder, Schriftstellerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Christine Koschmieder, Schriftstellerin

Foto_Antje Kroeger.

Walter Pobaschnig _ 9.5.2022.

https://literaturoutdoors.com

„Anatolji stirbt, mit / Cholerischer Wut von Anatoly“ Christian Klinger, Schriftsteller _Give Peace A Chance _ Wien 19.5.2022

Anatolji stirbt, mit / Cholerischer Wut von Anatoly

GIVE PEACE A CHANCE

Geboren, gestorben, gelitten, geheiligt. Gegenwärtig

Immense

Verluste

Ertragen



Projektile pfeifen

Erde blutet

Anatolji stirbt, mit

Cholerischer Wut von Anatoly

Erschlagen



Ausweglosigkeit, wohin geht Frieden?



Cäsarenwahn, Größenwahn, Massenwahn

Heilige unheilige

Allmachtsfantasien

Nähren

Chauvinismus ohne

ENDE


Christian Klinger, 9.5.2022

Christian Klinger, Schriftsteller/Jurist

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Christian Klinger, Schriftsteller/Jurist

Christian Klinger

Foto_(c) Paul Feuersänger/Picus Verlag

Walter Pobaschnig _ 9.5.2022.

https://literaturoutdoors.com

„Man befindet sich in der Kunst oft in einer Abhängigkeit, in einem Widerspruch in sich“ Josefine Reich, Schauspielerin _ Wien/London 19.5.2022

Liebe Josefine, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich spiele momentan im Stück „Trümmerherz“ von Bernhard Bilek (Regie: Martina Gredler) im Werk X Petersplatz_Wien. Das Stück erzählt eine weibliche Coming-of-Age Geschichte eines Boogie-Woogie begeisterten Wiener Mädels aus einer matriarchalischen Arbeiter*innen Familie vor dem Hintergrund der österreichischen Nachkriegszeit der 1950er Jahre. Ich spiele die wundervolle Rolle der ältesten Schwester Mitzi, die sich von Erinnerungen, Kriegstraumata und dem Gefühl der Verantwortung für ihre Familie befreien möchte. Sie heiratet einen amerikanischen Besatzungssoldaten, um die Trümmer von Wien hinter sich zu lassen. Über Johnny, den Besatzungssoldaten, wird im Stück zwar gesprochen, jedoch ist er kein einziges Mal selbst zu sehen. Ein besonders schöner Schachzug des Autors Bernhard Bilek – trotz der teils dramatisch komplexen Geschichte der Charaktere gelingt es ihm die Integrität jeder Rolle zu wahren und achtsam mit jeder Passivität/Aktivität umzugehen.

An Vorstellungsterminen versuche ich meinen Tagesablauf so konzentriert und ungestresst wie möglich zu halten – es fühlt sich fast wie Luxus an, nach so einer langen Theaterpause wieder spielen zu dürfen, also genieße ich jeden Moment. Den Weg ins Theater, das gemeinsame Aufwärmen mit meinen grandiosen Kolleg*innen, das Umziehen in der stickigen Garderobe, das Warten auf den Einsatz, das Schwitzen unter den Scheinwerfen und den gemeinsamen Schlussapplaus. Nun, da die Spielserie langsam aber sicher zu Ende geht, liegt über all dem wieder die altbekannte Frage nach dem „Und jetzt?“, Gedanken an die unbekannte Zukunft. Nach einem chaotischen Umzug während der Pandemie von London, wo ich vier Jahre gelebt und gearbeitet habe, wieder zurück nach Wien, und den langen Phasen des Lockdowns und der Re- Orientierung, habe ich meine Stabilität als Künstlerin noch nicht so ganz gefunden. Falls sich die Worte „Stabilität“ und „Künstlerin“ nicht eh widersprechen.

Trotzdem versuche ich dem Bedürfnis panisch um Mitternacht Bewerbungen zu verschicken standzuhalten und genieße nach den Vorstellungen stattdessen die Tatsache, dass der Aperol Prosecco hier zumindest besser schmeckt und weniger kostet als in meiner Wahlheimat London.

Josefine Reich, Schauspielerin 

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Wahrscheinlich die Dinge, die im Eifer des Gefechts von „höher, schneller, weiter“ immer ins Hintertreffen geraten. Die Dinge für die „keine Zeit mehr ist“, die man „irgendwann nächste Woche“ machen will, der Mensch der gesagt hat „ich meld` mich dann“, die Nachricht auf die man nicht geantwortet hat, das „wie geht’s dir eigentlich“, die offenen Augen, das gemeinsame Schweigen, den Gedanken nachhängen, keine Pläne zu haben, ausschlafen und lange Nächte.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Ich persönlich fühle mich in Zeiten der Pandemie, des Kriegs, der politischen Missstände eher darauf hingewiesen, dass wir eben nicht alle im selben Boot sitzen. Ich glaube kaum mehr an einen gemeinsamen Aufbruch und Neubeginn für alle – ein Neubeginn braucht Zeit, finanzielle Ressourcen, eine zweite Chance, die nicht jedem vergönnt ist. Unsere turbulenten Zeiten haben die sozialen Ungleichheiten zwischen uns vergrößert, haben uns verängstigt, radikalisiert. Es gibt, wie immer, die Gewinner und die Verlierer dieser turbulenten Zeiten.

Als Kunstschaffende befindet man sich oft in der seltsamen Position Teil von Institutionen zu sein, die politisch stark beeinflusst werden, und gleichzeitig ebendiese politischen und gesellschaftlichen Ströme und Trends in einer Theater- oder Filmproduktion zu kritisieren. Man befindet sich oft in einer Abhängigkeit, in einem Widerspruch in sich. Kämpft für eine Diversität auf der Bühne oder im Film, die im Ensemble oder in der Besetzung selbst nicht verkörpert wird. Zeigt soziale Missstände auf, während in derselben Produktion noch mit dem Gender Pay Gap gekämpft wird.

Der Position des Theaters/ Schauspiels, der Kunst, stehe ich also zwiegespalten gegenüber. Auch ich spüre den Trend zur Offenheit, zur Diversität und zum Neubeginn, und sehe viele Veränderungen zum Positiven. Nur fühlt sich diese Reise hier in Österreich oft noch unendlich langsam und beschwerlich an.

Was liest Du derzeit?

„Angst“ , ein Essay der Kriegs- und Krisenreporterin Petra Ramsauer.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Es mit der Angst aufzunehmen, bedeutet erst einmal, von ihr zu wissen. Sich ihr ruhig und ausgeschlafen zu stellen. Sie als Teil unseres Lebens zu akzeptieren.“

Petra Ramsauer

Vielen Dank für das Interview liebe Josefine, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Theater-, Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Josefine Reich, Schauspielerin 

Aktuelle Produktion:

Trümmerherz

Foto_Volker Schmidt

18.5.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

„Eine Bank für Zwei“ Jovana Nastasijevic, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Novi Sad/Gera 18.5.2022

GIVE PEACE A CHANCE

EINE BANK FÜR ZWEI

Grausamkeit (nie wieder)

Ist Menschensache, der (nie wieder)

Vorteil des Nichthinguckens ist, du musst (nie wieder)

Es nicht erklären (nie wieder)



Pause, mach Pause du hast es dir (nie wieder)

Eingebildet (nie wieder)

Alles war umsonst; dein (nie wieder)

Credo hängt am Baum (nie wieder)

Enthäutet. Vor der Kirche häufen sich Särge (nie wieder)



An der Bar lacht die Jugend: Krieg = (nie wieder)



Conditio (nie wieder)

Humana (nie wieder)

Auf der Bank für zwei sitzt ein Mann (nie wieder)

Neben seinen unbewegten Beinen winselt (nie wieder)

Champion, sein bester Freund; wundert sich wo (nie wieder)

sEin Gesicht hin ist

*

Jovana Nastasijević, 5.5.2022

Jovana Nastasijević, Schriftstellerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Jovana Nastasijević, Schriftstellerin

Foto_privat.

Walter Pobaschnig _ 5.5.2022

https://literaturoutdoors.com

„Berühren Sie ein Rosenblatt. Riechen Sie in den Regen hinein“ Katharina J.Ferner, Poetin_60.Todesjahr Marilyn Monroe _ Wien 18.5.2022

Katharina J.Ferner, Poetin und Performerin _Salzburg _
reenacting Marilyn Monroe

Liebe Katharina, welche Bezüge gibt es von Dir zur Schauspielerin und vielseitigen Künstlerin Marilyn Monroe (* 1. Juni 1926 Los Angeles, USA † 4. August 1962 ebenda)? Sie ist eine Künstlerin, die mich in ihrer Vielfalt bereits in jungen Jahren in mehrfacher Hinsicht interessiert hat. Damals waren vorwiegend ihre Fotos ein ständiger Begleiter. Sie war während meiner Schulzeit durchaus eine Art It-Girl, wie man jetzt vielleicht sagen würde. Das Wort Ikone will ich hier nicht verwenden, weil es mir zu abgehoben ist. Der weitere Weg zu ihrer Kunst fand bei mir über die Musik und erst später über die Filme statt.

Gibt es einen Film von Marilyn Monroe den Du hervorheben möchtest und warum? Nicht direkt. Persönlich bin ich Fan von jenen Filmen mit ausgiebigeren Tanz- und Gesangseinlagen und dem gewissen Glam-Faktor.Musikalisch habe ich in letzter Zeit wieder häufig River of No Return im Ohr.

Marilyn Monroe (Norma Jeane Baker; bürgerlicher Name) war eine sehr vielseitige Künstlerin, die in den Bereichen Film, Musik, Fotografie und Kunstproduktion, tätig war. Auch Du bist als Schriftstellerin und Künstlerin sehr vielseitig.

Welche Inspirationen, Herausforderungen und Entwicklungen gibt es für Dich in der Verbindung verschiedener Kunstformen?

Die Verbindung verschiedener Kunstformen erweitert den eigenen Horizont. Das gilt natürlich nicht nur für die Kunst. Aber mir eröffnen Verbindungen diverser Sparten neue Blicke und Möglichkeiten. Ich liebe die Literatur, insbesondere die Poesie und ich habe mich für sie als Hauptform meines Schaffens entschieden, um die ich alles andere herum gruppiere. Aber ich brauche auch starke andere Einflüsse, um die Farben immer wieder neu zu mischen und das Schaffen lebendig zu halten.

Muss Kunst immer universell sein?

Kunst muss nicht. Sie kann.

Die bildende Kunst der Fotografie ist bei Marylin Monroe wie auch bei Dir zentral in vielen Projekten. Welche Bedeutung kommt der Fotografie, dem Bild in Deinen Kunstprojekten bzw. Kunstselbstverständnis zu?

Das unterscheidet sich je nach Projekt. Einerseits sind wir als Künstler:innen der Öffentlichkeit auch in (Presse-)Bildern vermehrt ausgesetzt. Im Idealfall kann man für sich beschließen, einer gewissen Erwartungshaltung zu entsprechen oder eben nicht.

Vielleicht geht man auch weiter und lässt sich auf konkrete Projekte ein. In bringe da zwar auch als Performerin ein, finde aber selbst Fotografien aus anderen Teilbereichen nicht weniger spannend.

Ich mag das Wechselspiel, das bei einer gemeinsamen Arbeit entstehen kann. Wir haben ja beispielsweise auch schon das dritte Treffen innerhalb kurzer Zeit und sowohl die Bilder, die dabei entstehen, als auch die Gespräche zum Projekt regen mich zum Weiterdenken und Schreiben an.

In ihren Fotoprojekten war Marilyn Monroe sehr experimentierfreudig. Ihre Aktfotos sorgten 1949 für einen Skandal. “It’s not true I had nothing on. I had the radio on“, sagte sie später über dieses Fotoprojekt.

Welche Bedeutung kommt für Dich dem Körper in Deinen Projekten wie der zeitgenössischen Literatur an sich zu und wie wichtig ist der Körper als künstlerisches, literarisches Arbeitsfeld?

Ein charmantes Zitat, das der Aufregung hier entgegengesetzt wurde.

Der Beschäftigung mit Körper und seinen Zuständen, Grenzen und Möglichkeiten ist für mich in der literarischen Arbeit zu Yves Noirs Fotografien vermehrt ins Zentrum gerückt. Manches davon ist auch ein Versuch, sich einem gesellschaftlichen Außenbild entgegenzustellen. Über den weiblichen Körper wird oft viel ausverhandelt. Ich habe für mich beschlossen, in diese Verhandlung aktiv einzutreten. Und die zeitweise auch die Abgrenzung zwischen Text und Körper aufzulösen.

In Deinem neuen Gedichtband „Krötentage“ (Katharina J. Ferner, Krötentage, Limbus Lyrik, 3_2022) ist die körperliche Sehnsucht, das sinnliche Erfahren, Erleben in Begegnung und Liebe Mittelpunkt.

Wie gestaltet sich der literarische Arbeits-, Transformationsprozess vom „Haut und Haar“ der Liebe, des Körpers zum Wort?

Wie bei jedem meiner Schreibprozesse: Sammeln, Forschen, Erleben. Und dann intensives Schreiben.

Wie und wann entstehen Deine Liebesgedichte?

Aus vielen Notizen fügen sie sich schrittweise zusammen. Manchmal passiert es auch, dass ich eines direkt niederschreibe, aber dann hat es sicher schon eine Weile im Kopf gearbeitet. Schreiben. Meist, wenn ich unterwegs bin.

Inwieweit greift der Körper, die Liebe, für Dich literarisch über die unmittelbare persönliche Erfahrung hinaus?

Die persönliche Erfahrung kann nur einen Ausgangspunkt anbieten, was weiter daraus entsteht, ist die eigentliche Kunst.

Was macht für Dich die Faszination der Verbindung von Körper und Kunst aus?

Schärfung der Sinne. Ästhetik. Bewusstmachung. Auch wenn ich das Gefühl habe, mich mit Texten umhüllen zu können, ist es dennoch eine Form der Nacktheit. Der Körper hat wieder andere Mittel dafür. Die Verbindung von beidem ist eine Form von Essenz.

Hat der Körper (genug) Raum in der Literatur? Braucht es mehr Sinnlichkeit?

Der Körper hat viel Raum in öffentlichen Diskursen und wenig in der Literatur. Die Sinnlichkeit scheint mir in vielen Kontexten abhandengekommen.

Lesen Sie Gedichte, deren Klang ihre Zunge fordert. Schauen Sie sich Kunstausstellungen an. Kleiden Sie sich in weiche Stoffe. Berühren Sie ein Rosenblatt. Riechen Sie in den Regen hinein.

Sinnlichkeit unterstützt auch die Empathie.

Ist die „Wahrheit der Nacktheit“ der Literatur zumutbar?

Selbstverständlich. Ich würde allerdings umformulieren.

Nacktheit und Literatur ist (wahrer) Wagemut.

Wien ist eine Stadt, die in Geistes- und Kulturgeschichte Liebe, Tod wie Humor verbindet. Wie siehst Du diesen Zusammenhang als Künstlerin?

In letzter Zeit merke ich, dass mich Wien künstlerisch sehr geprägt hat und immer noch prägt. Gerade die angesprochenen Zusammenhänge sind mir lieb geworden und schreiben sich auch im eigenen Erzählen nieder. Wien ist sehr frei und trotzdem unprätentiös. Es bietet niederschwellig sehr viel an, um künstlerisch aktiv zu werden und in Austausch zu treten. Dranbleiben muss man dann natürlich selbst.

Wieviel Liebe, Tod (Vergänglichkeit) und Humor hat der Körper bzw. braucht er in bereichernder Erfahrung und kritischem Spiegelbild der Persönlichkeit?

Er hat alles und braucht es auch. Liebe in Form von Wertschätzung, Vergänglichkeit als ständigen Begleiter, Humor, um mit diversen Unwägbarkeiten umzugehen.

Die Komödie war in den Filmprojekten Marilyn Monroes zentral. Wie siehst Du ihre Darstellung darin und welche Bedeutung hat Humor in Deinen Projekten?

Ich finde sie einerseits sehr witzig, andererseits verkörpert sie natürlich ein Frauenbild, das in unseren Vorstellungen absolut überholt ist. Dennoch gibt es einen ungebrochenen Trend zur Mode dieser Zeit und eine Art von Verklärung. Humor ist ein dankbarer Weg, auch mal etwas Wegzulachen und sich selbst nicht immer ganz ernst zu nehmen.

Der Humor ist bei mir so eine Liebe auf den zweiten Blick. Ich habe wahnsinnig Spaß daran, in meinen Gedichten kleine Doppeldeutigkeiten oder scherzhafte Momente und Elemente einzubauen, ihre Wirkung entfalten sie aber immer erst später, bei Lesungen beispielsweise.

Marilyn Monroe wurde einmal gefragt, was sie im Bett trägt. Sie antwortete darauf „“I only wear Chanel Nº 5”? Was hättest Du darauf geantwortet?

Das ist die beste Antwort.

Die Fotografie in starkem Ausdruck, Spiegel, des (nackten) Körpers war auch in den letzten Lebensstationen Marilyn Monroes zentral. Welche Gründe, Motive siehst Du dafür?

Ich finde, dass die Beschäftigung mit dem eigenen Körper und der eigenen Nacktheit, sei es in Fotografien, vor dem Spiegel oder einfach in Bett, einem selbst Anstoß gebe kann, ein wenig hinter die eigenen Kulissen zu schauen. Was dann noch Inszenierung ist und was nicht, kann nur jede und jeder für sich selbst beantworten. Ob das für Marilyn so war, wissen wir nicht. Es ist auch nicht wichtig, alles zu wissen und zu (öffentlich) hinterfragen. Wo bleibt da das Geheimnis?

Wie siehst Du die Umstände des Todes von Marilyn Monroe?

Medial problematisch.

Was kannst Du als Schriftstellerin und vielseitige Künstlerin von Leben und Werk Marilyn Monroes mitnehmen?

Vieles. Frauen sollten und können immer voneinander lernen, einander Wegbegleiterinnen und Inspiration sein, unabhängig von Zeit und Generation und Marilyn ist das für mich auf verschiedenen Ebenen, die ja im Interview auch schon angesprochen wurden.

Was würdest Du Marilyn Monroe gerne fragen wollen?

Welches Buch sie beeindruckt hat.

Was sind Deine kommenden Projektpläne?

Zuallererst freue ich mich einmal auf die Lesungen aus meinem Gedichtband. Ansonsten geht es universell weiter, mit Fotos, Texten, Performance. Mehr dazu auf meiner Website: www.kj-ferner.at

Darf ich Dich abschließend zu einem Marylin Monroe Akrostichon bitten?

Magnifiqué die (Un-)

Artigkeit im

Rollenspiel

I wanna be

Loved by

You

Not

Madame wird beinahe

Ohnmächtig

Nächtelang am Tanzparkett

Randale

Oder doch noch

Ein letzter Shot

Katharina J.Ferner, Poetin und Performerin _
Hotel König von Ungarn _Wien

Vielen Dank, liebe Katharina, viel Freude und Erfolg für alle Projekte!

60.Todesjahr Marilyn Monroe (*1.6.1926 Los Angeles/USA +4.8.1962 ebenda) _ Schauspielerin, Filmproduzentin und Fotomodel_

_ im Gespräch und szenischem Fotoporträt:

Katharina J.Ferner _ Poetin, Performerin.

https://www.kj-ferner.at/

Interview und alle Fotos_Walter Pobaschnig _Wien 4_22

https://literaturoutdoors.com

Walter Pobaschnig 5_22

„Wir müssen uns in einer Ethik der Solidarität und Empathie üben“ Rüdiger Hentzschel, Theatermensch _ Wien 18.5.2022

Lieber Rüdiger, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Seit drei Monaten gehe ich in der Früh hinauf auf den Berg, während meiner Proben und Vorstellungen in Kärnten war der Berg gleich hinter dem Haus; hier in Wien geht’s mit dem Rad von der Leopoldstadt zum Kahlenbergerdörfl und dann über den Nasenweg zum Leopolds- und weiter zum Kahlenberg und wieder runter. Danach dann Text wiederlernen für eine WA im Mai und/oder Bühne, Kostüm und Stück denken und besprechen für die darauffolgende Inszenierung im Juni/Juli. Davor, dazwischen und danach Familie und Freunde. Die Abende enden meist lesend nach vorherigem ergiebigem WWWebkonsum. 

Rüdiger Hentzschel, Theatermensch

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Zuhören.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Ich denke, dass die Zeit des Umbruchs noch lange nicht vorbei ist. Wenn, ist es also Aufbruch und Neubeginn im Umbruch. Da sind wir in erster Linie als Mitmenschen gefragt und gefordert. Wir müssen uns in einer Ethik der Solidarität und Empathie üben. Auch in unserer Kunst-und Theaterarbeit sollte sich das wiederspiegeln, so vielfältig sie ist.

Was liest Du derzeit?

Zur Zeit Paul Auster: 4321 in kleinen Portionen vor dem zu Bett gehen und immer wieder eine kleine Erzählung von Kurt Kusenberg

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Worüber man nicht reden kann, darüber muss man schweigen.“  Bei unser aller Möglichkeiten via SocialMedia unseren Senf zu wirklich allem zu geben,  sollten wir diesen Satz , den letzten aus dem Wittgenstein’schen Tractatus, beherzigen.

Vielen Dank für das Interview lieber Rüdiger, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Theaterprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Rüdiger Hentzschel, Theatermensch

http://www.ruediger-hentzschel.com/

Foto_privat.

5.5.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

„gewusst haben werden es viele“ Bea Kemer, Schriftstellerin _Give Peace A Chance _ Berlin 17.5.2022

GIVE PEACE A CHANCE

G gewusst haben werden es viele

I in einer Zukunft

V vielleicht

E es bleibt jetzt nur das Tasten



P Pole und wir dazwischen

E eingekeilt von zu viel Gewissheit

A auf allen Seiten

C chronisches Denkverbot

E Ende!



A auch wenn das Wissen so brüchig ist



C Chor aus zu gleichen Stimmen

H habt Mut und singt anders

A atonal

N nicht gefällig

C Chaos als schlechteste Wahl

E Eine Frage erlauben. Oder auch zwei.


Bea Kemer, 9.5.2022

Bea Kemer _ Schriftstellerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Bea Kemer _ Schriftstellerin

Foto_privat.

Walter Pobaschnig _ 9.5.2022

https://literaturoutdoors.com