„Bruder und Schwester Lenobel“ Michael Köhlmeier. Neuerscheinung Hanser Verlag.

„Bruder und Schwester Lenobel“ Michael Köhlmeier. Neuerscheinung Hanser Verlag.

Der König will regieren. Immer und ewig. Er braucht keinen Nachfolger, keinen Mann für seine Tochter. Seine List endet mit Mord und einem Fluch. Niemand wird hier jemals wieder irgendwem trauen. Die Sprache, die Liebe und das Leben ist eine Falle. Es geht weiter, aber eigentlich ist es vorbei – „Nun wussten alle anderen was ihnen blühte“.

Robert weiß viel von Märchen und ihren tiefenpsychologischen Wahrheiten. Robert ist Psychoanalytiker und seit Tagen nicht mehr in seine Wohnung in der Wieder Garnisongasse zurückgekehrt. Jetti, seine Schwester, ist jetzt aus Dublin angereist. Hanna hat eine Vermisstenanzeige wegen ihrem Mann Robert aufgegeben.  Jetti versucht bei Hanna etwas über ihre Partnerschaft, ihre Lebenssichten zu erfahren. Sie weiß selbst wie schwierig es mit Lust und Liebe ist und wie sich etwa eine menage a trois leicht und schwer anfühlen kann. Auch sie hat viel Liebes- und Lebensgepäck. Wie auch die jüdische Familiengeschichte in Tod, Flucht und Trauma. Ist Robert nun dem inneren Getriebensein gefolgt  – einer Sehnsucht nach unendlich erfüllender Liebe und dem Anspruch des Erschließens von schwerer Vergangenheit in der Familie? Eine lange Reise beginnt nun für alle mit großen und alltäglichen Fragen zu Sinn und Dauer der Liebe, des Lebens und des Leidens – „…und die Kinder liefen, bis niemand, niemand, niemand sie hat gesehn.“.

Michael Köhlmeier ist einer der großen Erzähler unserer Zeit, der Leben und Liebe, Himmel und Erde, Gegenwart und Zukunft in weiter lustvoller Sprachrafinesse zur Rede stellt. Die Welt ist, was wir daraus formen. Ein Wachsein, ein Denken und ein Sehnen nach Glück und Veränderung. Wie im Märchen. In Anspruch, Gelingen und Scheitern. Der Roman verbindet in seiner sehr gelungenen sprachlichen Dialogform (Märchen/Lebensereignis) Handlung wie Existenz- und Sinnfragen und lässt Leserin und Leser spannend wie überraschend den Lebensgeschichten der Geschwister Lenobel folgen.

„Ein Roman, der in faszinierender Sprachlust von der Welt und dem Ringen der Menschen in Liebe und Leiden darin erzählt.“

 

Walter Pobaschnig 9_18

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„Neujahr“ Juli Zeh. Roman. Neuerscheinung Luchterhand Verlag.

 

„Neujahr“ Juli Zeh. Roman. Neuerscheinung Luchterhand Verlag.

Lanzarote. Der ersehnte Urlaub. Henning sitzt auf dem Rad. Allein. Es ist Freiheit für ihn in durchgescheuerten Turnschuhen und billiger Radlerhose. Das Wasser fehlt. Doch so sieht auch sein Leben aus. Schnell, ohne ausreichende Pausen und Labung. Auf der Fahrt jetzt zum Atalaya-Vulkan hat er jetzt Zeit über alles nachzudenken. Seine Frau, die Kinder Jonas und Bibi, die gemeinsamen Weihnachtsfeiern, Urlaube – eine gute Zeit, die er aus der eigenen Kindheit nicht kannte. Der Vater verließ früh die Familie. Seine Schwester Luna und Henning wuchsen ohne all das täglich bemühte und besorgte Da-Sein, wie er es jetzt in seiner Familie leistet und erlebt, auf. Es ist viel, sehr viel zu tun und oft zu viel für ihn. Und da ist auch dieses drückende „ES“ bei Henning, das Gewitter in Körper und Kopf, Blitz und Donner, die so plötzlich kommen und so lange bleiben wie sie wollen.

Jetzt ist er am Pass angekommen. Erschöpft, ein weiter Weg. Er blickt zurück. Dann fällt sein Blick auf Straße und Landschaft um ihn. Es passiert ganz plötzlich in seinem Kopf. Allein auf dem Berg. Bilder kommen aus der Tiefe. Henning hat überlebt. Aber was ist an diesem Ort geschehen –  ja, es ist eine Rückkehr. Ein Schrecken, der hier auf ihn gewartet hat und ihn jetzt umfasst. Henning muss nun mit diesem ringen, mit dem dunklen verschlossen Raum in ihm, der Ereignisse, die nicht ruhen wollen…

Die vielfach ausgezeichnete Bestsellerautorin, Literaturpreisträgerin und engagierte gesellschaftliche Stimme, Juli Zeh, legt mit Neujahr einen Roman vor, der einmal mehr einen rasanten mitreißenden Spannungsaufbau mit tiefgehenden thematischen Fragestellungen verbindet. Trauma und Familiengeschichte sind dabei die zentralen Topoi, welche die Autorin in einen facettenreichen Erzählrahmen setzt, der Fragen persönlicher Ambivalenz in Aufarbeitung von erlebter Vergangenheit und überfordernden Ansprüchen familiärer und beruflicher Rollen öffnet und diesen packend nachgeht.

„Ein Roman, der gegenwärtige Lebenswelt in fordernden und überfordernden Ansprüchen und Lasten der Familiengeschichte und des persönlichen Gewordenseins in spannender Erzählung mitreißend öffnet.“

 

Walter Pobaschnig 9_18

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„All die Nacht über uns“ Gerhard Jäger. Roman. Neuerscheinung Picus Verlag.

 

„All die Nacht über uns“ Gerhard Jäger. Roman. Neuerscheinung Picus Verlag.

Er sitzt im Turm an der Grenze. Ein Soldat. Hunderte Türme wurden jetzt hier aufgestellt. Es soll kein Durchkommen geben. Die Türme sind aus Metall und mobil. Schnell wieder zerleg- und aufbaubar. Grenzen gibt es überall. Alte und neue. Und daher auch Türme. Er trägt sein Gewehr, seinen Rucksack, ein Fernglas bei sich. Ein Scheinwerfer ist an der Metallverstrebung montiert.

Die viele Zeit, die er hier verbringt, lässt ihn nachdenken. Bilder kommen zu ihm. Es sind Erinnerungen, die seine Großmutter mit ihm teilte. Immer wieder wollte, musste sie darüber sprechen. Er hörte zu, auch wenn es große schmerzhafte Erzählungen waren. Zu groß für ihn, damals. Jetzt kehren diese immer wieder zurück. Im Alleinsein. In der Dunkelheit. Im Turm.

„Bei uns türmte sich auf dem großen Esstisch erst einmal die Bekleidung der Familie, Strümpfe und Pullover für groß und klein, warme Wintersachen. Planvoll kam es uns nicht vor, als wir von der Dorfstraße kamen, und planvoll ist es auch nicht gewesen…Das allerdings war für Flüchtlinge im Sommer 1945 der Normalzustand…“.

Das Wort „Normalzustand“ bleibt in seinem Kopf hängen. Da schreckt ihn ein Vogelgeräusch. Er sieht einen Schatten. Nimmt sein Gewehr. Steigt vom Turm und geht auf diesen zu – „Aber wir mussten weiter. Alle mussten weiter in dieser rabenschwarzen Nacht…“ hat der Soldat die Worte der Großmutter im Ohr. „Stop!“, schreit er nun laut. Der Schatten hielt inne…

Der Vorarlberger Schriftsteller Gerhard Jäger legt mit seinem Roman „All die Nacht über uns“  einen facettenreichen Erzählbogen vor, der in seinem Konzept existentieller, historischer und zeitgeschichtlicher Bezugs- wie Kristallisationspunkte, eine besondere formale wie inhaltliche Dichte erreicht, die bis zur letzten Seite die Vorstellungskraft zu inspirieren und in Spannung zu tragen vermag.

„Ein Roman, der viel von den Möglichkeiten der Sprache und der Kraft der Imagination in kritischer Selbst- und Gesellschaftsreflexion weiß.“

 

Walter Pobaschnig 10_18

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„Im Verborgenen“ Ljuba Arnautovic. Roman, Picus Verlag.

 

„Im Verborgenen“ Ljuba Arnautovic. Roman, Picus Verlag.

  1. Wien. Der Fluss durchzieht sprachlos die Stadt. Und er ist Sinnbild für das Leben gestundeter Zeit. Alle leben auf Abruf jetzt. Im Krieg, in Verfolgung, in Hoffnungslosigkeit. Die Streifenbeamten sammeln Kleider, Schuhe und Abschiedsbriefe ein, die sie hier am Ufer der Donau zwischen Brigittenau und Nussdorf finden. Jetzt ist auch jener von Walter Baumgarten dabei, der eine Aufforderung zum Erscheinen in der Gestapoleitstelle am Morzinplatz Wien erhalten hatte – „…war aufgrund der oben angeführten Beweise als Jude rassisch einzuordnen…Dem Prüfling wird aufgetragen, sich unverzüglich nach Erhalt dieses Schreibens….einzufinden“. Walter weiß, was dies bedeutet. Und er hofft auf die Hilfe von Eva, die im Büro des Evangelischen Oberkirchenrates arbeitet. Er ist hin und her gerissen zwischen Lebenswillen und Aufgabe. Doch Eva, die selbst in den 1930er Jahren als politisch Verfolgte Folter und Vertreibung erleiden musste, weiß viel davon, was es heißt, nicht aufzugeben und Hilfe zu erfahren, wenn alle/alles fortgerissen wird. Eva kennt Möglichkeiten des Versteckens und Walter nimmt dieses Leben „Im Verborgenen“ an. Auch um den Preis, der Mutter im Abschiedsbrief seinen fingierten Selbstmord mitteilen zu müssen. Doch auch Eva muss in ihrer Hilfe für Verfolgte „im Verborgen“ ständig in Angst leben. Und auch in Sorge um ihre Söhne in der Ferne. Niemand weiß jetzt, wen der Tod noch fortreißen wird. Hier und dort. An Donau und Newa. Doch Eva geht ihren Weg. Unbeirrt…

Die in Kursk (Russland) geborene und in Wien lebende Journalistin und Schriftstellerin Ljuba Arnautovic legt mit „Im Verborgenen“ ihren ersten Roman vor, der in eindringlicher wie spannender Erzählung die gesellschaftliche Lebenswelt der 1930-1950er Jahre öffnet. Der Autorin gelingt es, existentielle Sprachdichte im historischen Hintergrund beklemmend wie mitreißend zu setzen und biographisch anzuleiten.

„Ein mitreißender wie anspruchsvoller Roman, der Fragen von Humanität und Solidarität selbstbewusst über den historischen Kontext hinaus stellt.“

 

Ljuba Arnautovic. Im Verborgenen. Picus Verlag.

 

Walter Pobaschnig 8_18

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„Paul Celan . Die Gedichte“ Neue kommentierte Gesamtausgabe. Neuerscheinung Suhrkamp Verlag.

„Paul Celan . Die Gedichte“ Neue kommentierte Gesamtausgabe. Neuerscheinung Suhrkamp Verlag.

„Erst jenseits der Kastanien ist die Welt/von dort kommt nachts ein Wind im Wolkenwagen/und irgendwer steht auf dahier…“ Sand aus den Urnen/Drüben.

Der Dichter ist zwanzig Jahre alt als er diese Zeilen schreibt. Geboren 1920 in Czernowitz (Bukowina/Rumänien) kommt das Unheil immer näher. Die Sprache wird zum Ausdruck inneren Ringens mit dem unvorstellbaren Grauen.  In symbolischen Bezügen eindringlich artikuliert (Mythologie/Natur/Märchen). Er muss die Deportation der Eltern und deren Tod miterleben. Er selbst kann überleben und flieht nach dem Krieg nach Wien. Das Schreiben ist ihm immer ein Begleiter. Freunde wie der Dichter und Kunsthistoriker Klaus Demus und dessen Frau die Pädagogin Nani Demus unterstützen ihn. Sein Anspruch über Unsagbares wie persönlich erlittenen Verlust und Leiden zu schreiben wird zu einer gehörten, wenn auch zunächst unverstandenen Stimme im deutschen Sprachraum. Ingeborg Bachmann erkennt die Kraft und das Talent. Sie fördert den Dichter nach Möglichkeit und dieses Band wird sie zu Lebzeiten in allen Stürmen der Liebe und des Lebens begleiten. In Paris findet der Dichter weitere Formkraft und gleichsam ungeahnte sprachliche metaphorische Tiefe, die seine Poesie zum Feuer im Blick auf Klage und Anklage wie der Liebe werden lassen. Seine Frau, die Grafikerin Gisele Celan-Lestrange, ist bis zu seinem frühen Tod an seiner Seite und auch künstlerische Partnerin.

Der Suhrkamp Verlag legt nun eine beeindruckende gebundene Gesamtausgabe des Werkes von Paul Celan vor – hervorragend herausgegeben und kommentiert von Barbara Weidemann – welche in ihrer inhaltlichen Kompetenz (erweiterter Gedichtumfang und Kommentar zur Ausgabe von 2003, ebenso kommen 25 Radierungen von Gisele Celan-Lestrange hinzu) und bibliophilen Ausstattung Maßstäbe in der literarischen Werkedition  setzt.

„Der Suhrkamp Verlag öffnet mit dieser kommentierten Gesamtausgabe die Tür zu Werk und Verständnis Paul Celans sehr, sehr weit. Es ist faszinierendes Lesen wie literarischer Dialog in einem. Ein Zauber und ein Nachdenken, in dem das Wort wie die Gegenwart des Dichters selbst in Gänsehaut zu spüren ist“.

Paul Celan . Die Gedichte. Kommentierte Gesamtausgabe. 1262 Seiten. 2018, Suhrkamp Verlag.

Walter Pobaschnig 8_18

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„Streetfotografie“ David Gibson. Edition Profifoto. mitp Verlag.

 

„Streetfotografie“ David Gibson. Edition Profifoto. mitp Verlag.

„Es mag seltsam sein, einfach nur herumzulaufen und kein bestimmtes Motiv im Kopf zu haben. Doch wenn dieser eine magische Moment passiert, ist es die natürlichste und wunderbarste Sache der Welt“.

So leitet David Gibson, einer der Gründungsmitglieder von In-Public, dem ersten modernen und internationalen Kollektiv von Streetfotografen, sein Buch über eine der faszinierendsten Fotowege und –inspirationen der Gegenwart ein. Der Autor betont, dass Streetfotografie wesentlich in Freude, Neugierde und Faszination als Motivation gründet und Stilmittel und Technik diesen Ausgangspunkt weiterführen. Ein Fachbuch wie dieses ist gleichsam ein Wegbegleiter, der Möglichkeiten aufzeigt und eröffnet. Es ist ein Teilen von Begeisterung an einer ganz besonderen Form der Fotografie.

Gibson baut sein sehr anschauliches und übersichtlich gestaltetes Buch auf Themen und Fotografen auf, an denen er wesentliche Grundlagen und Möglichkeiten der Streetfotografie aufzeigt. Zunächst gibt er eine sehr kompakt illustrierte Einleitung, die Geschichte und Gegenwart der Streetfotografie wie auch bedeutende Persönlichkeiten wie Henri Cartier-Bresson vorstellt. Die 5 Überblicksthemen sind dann  1) Betriebsam (Bewegung auf der Straße/Plätzen/Orten)  2) Ruhe (Momente des Wartens/Blickwinkel) 3) Abstrakt (Schärfevariationen/Schatten/Reflexionen)  4) Stillleben (Objekte/Leere)  5) Motive (Menschen/Objekte). In der Vorstellung und Erläuterung dieser werden jeweils namhafte Fotografen und deren Zugänge wie grundsätzliche Möglichkeiten geöffnet. Der Autor versteht es dabei ausgezeichnet nicht so viel Theorie und Details abstrakt darzustellen sondern in sehr anschaulicher Weise gleichsam Fotografie als eine Geschichte zu erzählen, der spannend zu folgen ist und die Lust auf eigenes Erzählen in Bildern macht.

„Ein Fotobuch, das ausgezeichnet informiert und motiviert. Eine sehr gute Ein- und Anleitung zur Streetfotografie aber vor allem auch ein wunderbares Erzählen über die Faszination – ein Bild von der Welt – zu machen“

 

David Gibson, Streetfotografie. Edition Profifoto. mitp Verlag.

Walter Pobaschnig, Wien 9_2018

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„Matriarchatsfiktionen – Johann Jakob Bachofen und die deutsche Literatur des 20.Jahrhunderts“ Ulrich Boss, Yahya Elsaghe, Florian Heiniger (Hg.). Neuerscheinung Schwabe Verlag Basel.

„Matriarchatsfiktionen – Johann Jakob Bachofen und die deutsche Literatur des 20.Jahrhunderts“  Ulrich Boss, Yahya Elsaghe, Florian Heiniger (Hg.). Neuerscheinung Schwabe Verlag Basel.

„Mutterrecht“, schon der Titel des 1861 erschienenen Hauptwerkes des Basler Altertums- und Rechtswissenschaftlers Johann Jakob Bachofen forderte umfassend heraus – Wissenschaft, Gesellschaft, Selbstverständnis. Der leidenschaftlich Musen und archäologische Stätten der Zeit bereisende Bachofen entwickelte darin eine Gesellschaftstheorie, die sich in symbolisch-metaphorischer Anlehnung und Assoziation an griechische Mythologie begrifflich zu fassen sucht. Bachofen postuliert ein vergangene Epochen bestimmendes Matriarchat, welches von patriarchaler Gesellschaftsstruktur abgelöst wurde. Dem einher ging auch ein Verlust von ganzheitlichem Lebens- und Kontingenzverständnis sowie gesellschaftlicher Empathie, die nun im Patriarchat von Macht und Gewalt ersetzt ist.

Das Erbe des in wissenschaftlichen Fachkreisen der Zeit größtenteils ignoriertem wie abgelehntem Modell der Gesellschaftstheorie erlebte und erlebt in den folgenden Kulturepochen, besonders auch im Schrecken, Erleben und Bedenken der Weltkriegskatastrophen, eine neue Renaissance der vieldimensionalen Aufmerksamkeit in Moderne und Postmoderne.

Die Schweizer Literaturwissenschaftler Ulrich Boss, Yahya Elsaghe und Florian Heiniger legen nun eine hochinteressante Schwerpunktstudie zur Bachofenrezeption bzw -inspiration in der Literatur des 20.Jahrhunderts vor, die in Beiträgen namhafter Fachwissenschaftler umfassende neue Zugänge eröffnet. Ausgewählte Werke, etwa von Gerhart Hauptmann, Arthur Schnitzler, Franz Kafka oder Elias Canetti (und weiterer), bekommen dabei ganz neue Blickwinkel und Perspektiven und weisen auf die literarische Kenntnis oder auch Auseinandersetzung mit dem Werk Bachofens hin (auch im modernen Film – Metropolis). Bachofens Thesen sind dabei Anstoß zu gesellschaftlich alternativen Denkmodellen im künstlerischen Dialog und Diskurs.

Der Baseler Schwabe Verlag, das Buch erscheint in der Reihe Schwabe interdisziplinär, legt hier innovative wissenschaftliche Analyse und Kritik auf höchstem Niveau vor, die auch narrativ sehr spannend dargelegt wird.

Walter Pobaschnig 8_18

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