„Die Kunst ist dabei sich neu zu denken, neu zu gestalten“ Yvonne Schneider_Tänzerin, Choreografin _ Wien 12.8.2020

Liebe Yvonne, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich gehe morgens zur Arbeit wie gewohnt und dennoch hat sich die Qualität verändert, ich bin viel ruhiger und gehe die Dinge entspannter an.

Veranstaltungen für die Zukunft zu planen ist immer noch sehr schwierig. Dinge für die ich davor viel zu sehr gestresst war, haben sich jetzt in meinem Tagesablauf integriert wie das tägliche Training oder bewusst mit Genuss und Zeit zu essen.  Viele Menschen erlebe ich gereizt oder verängstigt, manche sind sehr fröhlich und dankbar wieder etwas „Normalität“ zu haben. Ich finde nach wie vor Briefmarken als Kunst im Kleinformat sehr lehrreich und auch spannend, was dieses kleine Stück Papier erzählt, und wie viel Arbeit darin steckt bis sie letztendlich verkauft werden kann. Mein besonderer Traum bleibt die Tanzpädagogik und die Umsetzung meiner Projekte.

 

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Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Mensch zu werden! Auf jeden Fall Mut für die Liebe und Vertrauen in alles was kommt.  Für mich ist es verbunden mit Körper-Arbeit,  im Speziellen der Tanz, so fühle ich mich, meine Blockaden und es macht mich unfassbar glücklich, so bin ich sehr gut mit mir verbunden. Es heißt so schön „du schreibst dein Leben mit deinem Körper“.

 

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Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt gesellschaftlich und persönlich stehen. Welche Rolle kommt dabei der Literatur und der Kunst an sich zu?

Wesentlich wird sein wie wir weiterhin mit den Ressourcen unserer Umwelt und der Würde von Mensch und Tier umgehen wollen.

Werden wir weiterhin nur oberflächlich Worte nutzen deren Bedeutung wir längst nicht mehr verstehen?  Die Zukunft braucht viel mehr tun und weniger bla bla bla. Worte haben Macht und Worte haben ihre Bedeutung, vielleicht geben wir den Worten auch wieder ihre Bedeutung zurück.

Das Theater und auch die Kunst ist dabei sich neu zu denken, neu zu gestalten. Hier sollte von Herzen kommen was auf Herzen wirken soll. Der Unterschied ist bei jeder Aufführung im Theater, in jedem Bild, jedem Text, jeder Melodie, jeder Fotografie uvm. klar erkennbar, ob der Mensch der in seinem Werk wirken möchte mit Herz und Seele dabei war oder ob es einfach nur oberflächlich oder Mainstream ist.

Es sind jene die einen berühren, Gänsehaut bereiten, geprägt von einem Moment der einem im tiefsten Inneren bewegt, dies schaffen Menschen mit Visionen, mit Herz und Begeisterung, wenn sie selbst für das was sie tun brennen. Kunst zeigt immer auf, Kunst denkt quer und Kunst ist ewig, sie ist Teil der Geschichte, sie ist Teil der Menschheit.  Kunst ist Leben in all ihren Facetten.

Zum Abschluss eine Frage von Alexander Moszkowski:

„Kann sich eine  Kunst auf ihren Eigenwert berufen, auch wenn niemand vorhanden ist, der sie versteht?“

 

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Was liest du derzeit?

Leonardo da Vinci

 

 

Welches Zitat möchtest du uns mitgeben?

„Euer Körper ist die Harfe eurer Seele, und es liegt an euch, süße Musik aus ihm zu entlocken oder wirre Töne“  Khalil Gibran

 

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Vielen Dank für das Interview liebe Yvonne, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Tanz- und Kunstprojekte wie persönlich in diesen Tagen alles Gute!

 

5 Fragen an KünstlerInnen

Yvonne Schneider:  Tanzpädagogin, Performerin, Choreografin, Model

https://literaturoutdoors.com/2020/02/23/kunst-ist-ganz-wichtige-praesenz-des-augenblicks-yvonne-schneider-tanzpaedagogin-model-_-station-bei-bachmann-_-romanschauplatz-malina-_-wien_18-2-20/

Alle Fotos_Station bei Malina_Wien 2_20 _ Walter Pobaschnig.

 

 

16.7.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Die Gesellschaft will die Kunst konsumieren, aber sie will ihr keinen Wert geben“ Julia Santini, Musikerin _ Wien 11.8.2020

Liebe Julia, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Da ich jetzt eh wieder arbeiten darf, arbeite ich wieder in meinem Brotjob. Und ich bin auch wieder motiviert Konzerttermine (kleine, aber feine) auszumachen. Ich habe quasi eh nie einen immer gleichen Tagesablauf. Aber was ich sehr oft mache, ist doch laufen, Yoga, Musik, Termine ausmachen, Kontakte knüpfen, eigentlich eh das was ich immer gemacht habe. Seit dem ich keine Nachrichten mehr konsumiere, und mich nicht mehr auf die Panikmache dieser Welt einlasse, reguliert sich meine Psyche langsam wieder und auch mein Leben. Ich bin schon mehrmals im Leben dem Tod begegnet, und ich habe im Grunde kein Problem mit Corona. Das Leben ist lebensgefährlich, sag ich immer. Nix Neues.

 

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 Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Was IMMER wichtig ist und schon IMMER wichtig WAR, auf sich zu schauen und auf seine Mitmenschen. Auch nix Neues. Krisen gibt’s immer wieder.

 

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Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?

Vielleicht einmal eine LOBBY organisieren. Vielleicht einmal aufstehen und sich Dinge nicht mehr gefallen lassen. Vielleicht es nicht mehr einfach so hinnehmen, dass der Arbeit als Künstler kein Wert in der Wirtschaft und in der Politik und leider auch in der Gesellschaft gegeben wird, ich bezeichne schon länger meine Arbeit als Arbeit, auch wenn es nicht bezahlt wird. DENN ES IST ARBEIT. UND ES HAT EINEN WERT. Die Gesellschaft will die Kunst konsumieren, aber sie will ihr keinen Wert geben. Das sollte man wirklich überdenken.

Ich habe jetzt Nadia Baha, eine Managerin, die mich sehr motiviert und aufbaut, sie ist keine von diesen Egotripperinnen, die sich nur einen Teil des Kuchens abschneiden wollen. Sie will wirklich und ehrlich hinter mir stehen. DAS brauchen Künstler.Innen. Ehrliche und aufrichtige Motivation und Inspiration.

 

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Was liest Du derzeit?

Ich bin nicht so die fleißige Leserin, aber ich lese manchmal ein paar Gedichte aus Michaela Hinterleitners „Räuber der Meere“, manchmal lese ich Kochbücher, manchmal lese ich Interviews, und seit Wochen nehme ich mir vor die ca 50 Seiten des AKM-Vertrages durchzulesen, damit ich dieses wichtige Dokument endlich unterschreiben kann. Bürokratie is nicht so mein Ding- jedoch wichtig.

 

 

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Nur Intuition und Verstand ZUSAMMEN ergeben gute Entscheidungen. Und Intuition- so gern wir auch alles mit dem Verstand begreifen wollen – ist nicht wissenschaftlich nachvollziehbar. Um da werden wir niemals drum herum kommen.

 

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Vielen Dank für das Interview liebe Julia, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Musikprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

Ich danke

 

5 Fragen an KünstlerInnen

Julia Santini, Musikerin

https://literaturoutdoors.com/2020/01/19/wien-ist-eine-grosse-inspiration-julia-santini-saengerin-station-bei-falco-17-1-2020/

Alle Fotos_Station bei Falco_Wien 1_20

 

 

16.7.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Kunst spiegelt die persönliche Lebenssituation und die äußeren Umstände wider“ Larissa Tomasetti_Künstlerin _ Gmünd 10.8.2020

Liebe Larissa, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Grundsätzlich hat sich mein Tagesablauf durch Covid19 nicht so sehr verändert,
außer, dass ich viel mehr Zeit zu Hause, im Atelier und in der Natur verbringe
und weniger auf Vernissagen und anderen Veranstaltungen.

 

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Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich nutze die Zeit, um Ideen auszuarbeiten und neue Projekte zu entwickeln,
aber auch dafür mit den Menschen mehr Zeit zu verbringen, die mir besonders
wichtig sind.

 

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Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und
persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt
dabei der Kunst zu?

Die Kunst, genauer gesagt die Malerei, hat mich schon immer sehr beschäftigt,
sie spiegelt nicht nur meine persönliche Lebenssituation sondern auch die
äußeren Umstände wider. Die Sprache der Bilder ist jedoch immer eine
verschlüsselte, die wesentlich mehr in sich birgt, als auf den ersten Blick
erkennbar ist.

 

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Was liest Du derzeit?

Yuval Noah Harari „Eine kurze Geschichte der Menschheit“, 2015

 

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„The function of he artist in a disturbed society is to give awareness of the
universe, to ask the right questions, and to elevate the mind.” Marina
Abramovi´c

 

Larissa Tomasetti

 

Vielen Dank für das Interview liebe Larissa, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

 

5 Fragen an KünstlerInnen

Larissa Tomasetti, Künstlerin

http://www.larissa-tomassetti.com/

Alle Bilder_Fotos_Larissa Tomasetti

Porträt_Rauchenwald Photography

 

16.7.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Neue künstlerische Formate müssen entstehen“ Katia Sophia Ditzler, Schriftstellerin _ Berlin 9.8.2020

Liebe Katia, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Nach coronabedingtem Verdienstausfall habe ich einen Teilzeitjob bei einer Softwarefirma gefunden. Von daher arbeite ich meistens im Büro. Morgens und abends habe ich Zeit für meine Projekte und mein Sozialleben. Ich muss sagen, dass ich momentan ziemlich produktiv bin. Einen Überblick gibt es auf www.katiasophiaditzler.com, als Beispielvideo gibt es diesen Poetry Film Reel: https://vimeo.com/351281580

 

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Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Pragmatisch sein. Spaß haben.

 

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Nun, die Strukturen haben sich nicht geändert. Im Gegenteil, Missstände erscheinen deutlicher: Beispielsweise bleibt die Sorgearbeit immer noch an Frauen hängen. Häusliche Gewalt ist gestiegen. Und das Privileg, im Home Office arbeiten zu können besitzen auch nicht alle.

Ich glaube, Kunst und Literatur dürfen sich einfach nicht zu ernst nehmen. Ansonsten: Wir sollten alle das Programmieren lernen und anfangen, uns für neue Medien zu interessieren. Es ist ja immer noch so, gerade in der Literaturszene, dass oft fast snobistisch auf neue Kunstformen wie z.B. Videospiele herabgeblickt wird. Davon muss man sich verabschieden, idealerweise einen weitergefassten Literaturbegriff entwickeln. Neue künstlerische Formate, die nicht nur das Offline-Erlebnis in einen Online-Kontext verlagern, müssen entstehen. Der häusliche Raum wird wichtiger werden, gleichzeitig werden wir durch immersive Technologien vielleicht eher in der Lage sein, in Erlebnisse abzutauchen, uns aber nicht vom Fleck zu bewegen – Reisen mittels Virtueller Realität, zum Beispiel. Bisher ist das Internet und unsere globale Vernetzung nicht unmittelbar erfahrbar. Dies wird sich ändern. Somit wird sich vielleicht eine neue Häuslichkeit einstellen, die aber durch noch intensiveren Kontakt zu unseren über die ganze Welt verstreuten Freunden wettgemacht wird.

 Es tun sich auch für die Kunst mannigfaltige Möglichkeiten auf. Insofern bin ich eher aufgeregt, was die Zukunft betrifft.

Aber die Corona-Apokalypse ist natürlich noch nicht vorbei. Vielleicht sollten wir auch einfach nur auf die Singularität warten und darauf, dass eine Künstliche Intelligenz uns obsolet macht.

 

Was liest Du derzeit?

Konz: 1000 ganz legale Steuertricks

 Steuern steuern: Mit der richtigen Steuerstrategie zu Vermögen und Wohlstand

 Steuern für Influencer: Die Steuererklärung tinderleicht meistern

 Steuern, aber lustig! Steuertipps für Existenzgründer und Jungunternehmer.: Von der Existenzgründung an Geld sparen!

 Reich werden an der Börse: 100 Weisheiten für Ihr Geld

 Als Immobilien-Investor nie wieder Steuern zahlen: Inklusive Praxisbeispiele und reale Zahlen von meinen Immobilien und meiner Steuererklärung

Leitfaden für Investmentstrategie, Steuerstrategie & steueroptimierte Rechtsformwahl: Das Erfolgsgeheimnis für den Aufstieg aus der Mittelschicht zum Millionär (Wegweiser zum Unternehmenserfolg)

 Der Weg zur finanziellen Freiheit: Die erste Million

 Ich zeige Dir wie Du reich wirst: Das einzigartige 6-Wochen-Programm, das wirklich funktioniert

 

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum! Wenn du etwas ganz fest willst, dann wird das Universum darauf hinwirken, dass du es erreichen kannst! Kriege mögen die anderen führen, du glückliches Österreich, heirate! Varium et mutabile semper femina! Das Leben ist eine Illusion, hervorgerufen durch Alkoholmangel! Live, love, laugh! Be the change that you wish to see in the world! Erfolg kommt dann, wenn du tust was du liebst! Wir können den Wind nicht ändern, aber wir können die Segel anders setzen! Egal wie weit der Weg ist, man muss den ersten Schritt tun! Ein einstündiges Workout ist nur 4% deines Tages! Lernen, lernen und nochmals lernen! Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben! Pazifismus und abstrakte Friedenspredigt sind eine Form der Irreführung der Arbeiterklasse! Nichts schmeckt so gut, wie sich Schlanksein anfühlt!

 

Vielen Dank für das Interview liebe Katia, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

 

5 Fragen an KünstlerInnen

Katia Sophia Ditzler, Schriftstellerin

 

 

16.7.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Kunst ist die Arena des Gegenwartsdiskurses“ Thomas J.Jelinek_Regisseur, Konzept_Künstler _ Wien 8.8.2020

Lieber Thomas, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Entschleunigt. Was ich ehrlich gesagt sehr schätze.
Da es zur Zeit keine Touren oder physischen Auslandsprojekte gibt, heißt das
weniger Reisen, weniger Flughäfen, weniger Termine, was dazu geführt hat, dass ich
jetzt vorwiegend, wie so viele, im „homeoffice“ arbeite.
Der Ablauf dort hat sich nicht grundlegend verändert. Aber ich habe mehr Zeit, auch
mehr Zeit für mich und meine Familie. Zeit zu denken, zu lesen, zu schreiben und
auch konzentriert kreativ zu arbeiten. Als medial arbeitender Künstler, auch
Regisseur und Dramaturg, was nicht unbedingt eine bestimmte Form des Ausdrucks
braucht, habe ich das Glück die Schwerpunkte meiner Arbeit wechseln zu können.
Die Arbeit ist dadurch nicht weniger geworden. Aber anders und vor Allem weniger
gehetzt. Ich sehe das nicht als Einschränkung, sondern eher als gewonnene Zeit.

 

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Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Diese gewonnene Zeit zu nutzen, sich selbst, die eigenen Prioritäten und Ziele zu
prüfen und zu überdenken. Auch in unserer Gesellschaft, die gegenwärtig labile
Situation, zu analysieren und mit etwas Abstand, einzuschätzen.
Auch wenn einige meinten verrückt zu werden, scheint mir der „Stop“ zu kurz
gewesen zu sein.
Die größte Gefahr ist, dass wir wieder in die alten Muster zurückfallen.
Das wir eine Ökonomie entwickelt haben, die durch eine Pause von nur 3-4 Monaten,
ohne Zeiteffizienz und Ressourcenvergeudung, zusammenbricht, zeigt, dass wir ein
grundlegend falsches System gewählt haben.
Ich möchte also behaupten, dass Corona weniger das Hauptproblem, sondern eher
ein Symptom einer bereits kranken Zivilisation ist.
Es steht eigentlich gerade alles am Spiel, die Freiheit, die Demokratie, das Leben
selbst, zumindest alles was uns Menschen ausmacht und das Leben lebenswert
macht.

 

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Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle
gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich
sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater, dem Schauspiel,
der Kunst an sich zu?

Ich persönlich arbeite, künstlerisch und entwicklungstechnisch, mit einem großartigen
Kollaborativ, an hybriden Formen der Performance und Installation, zwischen
digitalen und physischen Räumen und Ablaufprozessen, die versucht alle Formen
zukünftiger künstlerischer oder diskursiver Kommunikation prozessieren zu können.
Aber um die Frage zu beantworten, ein Aufbruch und Neubeginn würde
voraussetzen, dass wir das „Alte“ (Desaster) hinter uns gelassen hätten. Das haben
wir nicht.
Das ist, zugegeben, auch nicht einfach.
Aber die Rückkehr zur sogenannten „Normalität“ des toxischen und vollkommen
„verrannten“ Zustands vor dem Lock-down ist keineswegs erstrebenswert.
Ich möchte das näher erklären:
Neben dem Covid-19 Virus, der in unseren Medien fast alles überschattet, stehen
noch größere Probleme oder Themen am Plan.
Wir befinden uns in einem umfassenden Umbruch unserer Zivilisation, die wir
menschheitsgeschichtlich in diesem Ausmaß wahrscheinlich noch nie erlebt haben.
Fraglos steht an erster Stelle die stattfindende Veränderungen der Biosphäre, die
sich und damit auch für uns Menschen zur Klimakatastrophe verdichtet – dabei ist
unerheblich ob sie von der menschlichen Zivilisation ausgelöst wurde oder ob die
menschlichen Aktivitäten nur als Brandbeschleuniger wirken.
Dann wäre die bis ins kleinste, bereits privatesten Bereiche Algorithmisierung
unserer Gesellschaftlichen, ökonomischen und politischen Prozesse, die, medial
verkürzt, als die Übernahme der Gesellschaftssteuerung durch künstliche Intelligenz
beschrieben wird.
Und, last but not least, der Zusammenbruch der politischen Systeme und der
drohende Zerfall unserer Zivilisation.
Das Ende der alten Denkmodelle des Materialismus aus dem 19ten Jahrhundert, der
sich mit dem Niedergang des Kapitalismus, der folgerichtig dem Zusammenbruch
des (notwendigen) Counterparts der „real existierenden Sozialistischen Diktaturen“ –
ideologisch als kommunistische Regime bezeichnet – folgen musste und den wir
gerade mit der Implosion der USA und Englands erleben. – die wir in den 60er und
70er Jahren bekämpft aber dann immer zu bequem waren zu verändern, was sich
jetzt leider rächt.
Eine seit den Ende 80er Jahren begonnene und seit der Jahrtausendwende manifest
werdende sich beschleunigende Ungleichheit nicht nur Kontinental sondern
mittlerweile schon innerhalb Europas und der immer noch krampfhaft festgehaltenen
Nationalstaaten.
Die Veränderungen finden statt, egal ob wir es wollen oder nicht.
Es wird also die Normalität, von der alle gerne sprechen, so oder so nicht geben
können.
Was soll da noch Kunst ?
Die Vordergründige „Funktionslosigkeit“ der Kunst ist ihre Qualität.
Aber…
Ohne Kunst verfallen wir in eine zersetzende Demenz.
Weil wir unsere kreativen Fähigkeiten nicht trainieren, den Widerspruch nicht üben,
unsere Entscheidungs- und Beurteilungsfähigkeiten nicht schärfen. Zuletzt aber
wahrscheinlich am wichtigsten, kann unsere Empathiefähigkeit am „Modell“ an der
„Realsimulation“ nicht gebildet werden.
Empathie ist ja die positive Kraft mit der ich Leiden und Freude anderer
nachempfinden und internalisieren kann, banal gesagt, der Auslöser warum wir
einander helfen und nicht bekämpfen, was aber entscheidend sein wird für unser
Überleben als Spezies. Es ist aber noch fundamentaler die Grundvoraussetzung
überhaupt Situationen, Realitäten zu begreifen zu verstehen und als internalisiertes
Wissen auch beurteilen zu können.
In der Entwicklung von deep-learning KI in der „Robotik-Entwicklung“ nennt man das
„mirroring“.
Ich behaupte, dass wir ohne Empathie als Spezies, vermutlich auch als Individuen,
nicht mehr lebensfähig sein werden. Offensichtlich psychopathologische Grenzfälle
wie die Präsidenten der von Corona am meisten heimgesuchten Länder führen uns
das tagtäglich, prominent und deftig, vor Augen.
Ich möchte aber abschließend zur „Kunstfrage“ zurückkehren.
Nachdem wir Menschen ein kurzes Gedächtnis haben, möchte ich jetzt wiederholen
oder in Erinnerung rufen was, zumindest in meinem künstlerischen Umfeld,
Freund*innen und Umgang, Allgemeinplätze sind.
Kunst ist nicht nur ein Spiegel, Kunst ist die Arena des Gegenwartsdiskurses, eine wichtige,
weil freie Art unsere Gegenwart, uns selbst, im Kontext zu simulieren.
Wir lernen und üben im Spiel und in der Kunst, reflektieren und lernen neue Ansätze des
Denkens und Betrachtens der Dinge, letztlich unserer Realität, die wir uns täglich selbst
schaffen.
Wenn wir diese Kreativität verlieren, verlieren wir unser Mandat uns selbst zu bestimmen, die
Gesellschaft mitzugestalten und damit die Grundpfeiler der Demokratie, die gegenwärtig
bereits stark ausgehöhlt und zersetzt ist.
Dem möchte ich aktuell und verärgert hinzufügen, dass speziell das Theater in die
Kunst und nicht in die Politik gehört.

 

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Was liest Du derzeit?

Ich lese chaotisch, immer vieles „gleichzeitig“. Manches nur quer. Manches dann
wieder. Zur Zeit sind meine Schwerpunkte, auch der Arbeit geschuldet, „Kapital und
Ideologie“ von Thomas Piketty, „Das terrestrische Manifest“ von Bruno Latour und
„Future Politics“ von Jamie Susskind.
Mehr privat „Decamerone“ von Boccaccio, weil eine Freundin eine On-line Lesung im
shut-down veranstaltet hat und ich Lust hatte da wieder nachzulesen, und
lustigerweise, „Licht und Schatten“ von Pablo Casals.

 

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Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Ich könnte jetzt einfach sagen:
Keine Angst ! Denn Angst ist der schlechteste Ratgeber,
aber wenn wir eine andere Welt wollen, müssen wir sie alle wollen.
Oder Casals zitieren:
„Die einzigen Waffen, die ich hatte waren mein Cello und mein Taktstock, und
während dieses Bürgerkriegs habe ich sie, so gut ich konnte, eingesetzt, um die
Sache zu unterstützen, an die ich glaube – die Sache der Freiheit und Demokratie“
Aber das wäre mir doch zu einfach.
Also sage ich konzertiert:
1) Wir müssen uns endlich als Gesamtheit begreifen lernen.
Das heißt wir, die wir uns als „Menschen“ bezeichnen, nicht nur in unserer vielfältigen
aber dann doch nicht so unterschiedlichen Form und Denkstruktur als Menschen,
sondern im Zusammenhang mit allen, die wir als „Tiere“ und „Pflanzen“ bezeichnen,
inklusive Mikroben, bis zur oszillierenden Grenze der Biosphäre unseres Planeten,
der nicht nur sein Magnetfeld bis zur Umlaufbahn des Monds einschließt. Wenn wir
uns so begreifen, werden wir anders entscheiden.
2) Wir müssen schnell wieder lernen Verantwortung zu übernehmen.
Und:
3) Es ist also höchste Zeit, dass von der Gesellschaft und vor allem der Politik, im
eigenen Interesse, der Kunst ein anderer Stellenwert als dem gegenwärtigen
zugemessen wird. Es ist der letzte halbwegs freie Denkraum.
Mein Nachsatz: Wir haben dazu nicht mehr viel Zeit, aber die Menschheit, wie wir
einzelnen Individuen, haben das Potenzial in extremen Stresssituationen – unsere
Gegenwart ist so eine – eine enorme Kraft entwickeln zu können. Darauf müssen wir
nicht nur hoffen, sondern daran müssen wir arbeiten, wenn wir nicht jetzt schon
aufgeben wollen.

 

Vielen Dank für das Interview lieber Thomas, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Kunst- und Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

 

5 Fragen an KünstlerInnen

Thomas J.Jelinek, Regisseur, Dramaturg, Installations- und Projektkünstler.

Thomas J. Jelinek
Regisseur, transdisziplinär arbeitender Konzept-Künstler, Dramaturg und Kurator
Arbeitet an der Herstellung von laborhaften Diskursräumen, kontextuellen Performance Prozessen, medialen und situativen Rauminstallationen.
Künstlerischer Leiter und Gründer von NOMAD-theatre und der LABfactory,
Co-gründer u.A. der transdisziplinären Kunst- Aktionsgruppe MESSING-network und der Performance-Company Liquid Loft

Preise (Auswahl): donaufestival / “best short”/ Kunststücke-Preis ORF 2003/
mit Liquid Loft: “Goldener Löwe” der Biennale Venedig 2007.

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16.7.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

 

„Kunst hat immer die Aufgabe, dass wir keine Schritte zurückgehen“ Mercedes Spannagel, Schriftstellerin _Wien 7.8.2020

Liebe Mercedes, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Am Samstag war ich auf einer Mopsparty, da sind dann so zwanzig Möpse herumgelaufen. Sieht so jeder Tag aus bei mir? Nein. Würde ich gerne, dass jeder Tag so aussieht? Auch nein. Aber Samstag war ich sehr glücklich.

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Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Fitness

 

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Es sollte Änderungen geben. Es muss eine ausgeglichenere Work-Life-Balance ermöglicht werden. Es muss immer die Möglichkeiten geben, (nicht nur im Virtuellen) zusammen zu kommen, Kunst zu produzieren, zu konsumieren und zu diskutieren.

Kunst hat immer aber ganz besonders jetzt die Aufgabe, dass wir keine Schritte zurück gehen.

 

 

Was liest Du derzeit?

Mit „Hawaii“ von Cihan Acar gerade fertig geworden, dann „Die Infantin trägt den Scheitel links“ von Helena Adler zu Ende lesen, dann mit „The Wallcreeper“ von Nell Zink anfangen (nachdem ich die deutsche Übersetzung schon gelesen habe) oder mit Erzählungen von Ingeborg Bachmann oder was Neues kaufen z.B. „Fehlstart“ von Marion Messina oder „Monster wie wir“ von Ulrike Almut Sandig.

Immer gerne „Geliebtes Biest“ von Alke Stachler.

 

 

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

 Jeder Mensch soll danach streben, ein Stein zu sein, der aus sich heraus explodiert. (Ianina Ilitcheva, @blutundkaffee)

 

Vielen Dank für das Interview liebe Mercedes, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Schreibprojekte wie persönlich in diesen Tagen alles Gute!

 

5 Fragen an KünstlerInnen:

Mercedes Spannagel, Schriftstellerin

https://www.mercedesspannagel.at/

Foto: Ingo Pertramer

 

15.7.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Kunst kann im gemeinsamen Verarbeiten der Krise helfen“ Julia Jelinek, Schauspielerin_Wien 6.8.2020

Liebe Julia, wie sieht jetzt dein Tagesablauf aus?

Ich habe eine kleine Tochter , die meinen  Tagesablauf stark prägt , ob mit oder ohne Krise. Verändert hat sich nur , dass ich gerade nicht wie geplant zu den Proben für das Sommertheater gehe, während sie im Kindergarten ist. Ich hätte diese Tage Premiere im Wiener Lustspielhaus gehabt und da den ganzen Sommer gespielt. Ich finde es total schade, ich habe mich auf die Rolle, die Kolleginnen und die vielen Vorstellungen gefreut. Aber die Produktion, die täglich im Theaterzelt mit 400 Plätzen in der Innenstadt geplant war, findet dafür nächsten Sommer statt.

Das Einzige, was ich in den letzten Monaten in beruflicher Hinsicht normal  weiter machen konnte, waren meine Sprechertätigkeiten im Tonstudio.

 

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Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Flexibel zu bleiben und nicht den Humor zu verlieren!

Und ein  rein praktischer, aber auch für meine künstlerische Arbeit entscheidender Aspekt:

für uns alle wären jetzt schnellere Corona Tests  notwendig – die es ja privat bereits gibt. Ich frage mich, wie das für berufstätige Eltern sonst im Herbst klappen soll, wenn die ganze Kindergartengruppe samt Anhang wegen einer Erkältung vier Tage lang auf ein Testergebnis warten muss – und jeder, der Kinder hat weiß, dass der Herbst die Zeit des reinsten Dauerschnupfens ist. Die Vorgaben zum verantwortungsvollen Umgang mit dem Virus müssen auch im Alltag umsetzbar sein.

 

 

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater, der Kunst an sich zu?

Ich beobachte weniger einen Neubeginn, als verschiedene Phasen , durch die wir kollektiv und auch persönlich gehen. Für mich ist Theater und Kunst  im Kern immer  Begegnung und Reaktion auf relevante Entwicklungen und Themen, die uns als Gesellschaft beschäftigen. Kunst hat die Fähigkeit verschiedene Perspektiven aufzuzeigen. Gerade jetzt braucht es Reflexion und ein gemeinsames Verarbeiten der Krise und dabei kann Kunst helfen. Andererseits sehnen sich viele Menschen auch nach Leichtigkeit , Unterhaltung und Zerstreuung. Auch das sind für mich wichtige Aufgaben der Kunst und des Theaters in der jetzigen Situation.

 

 

Was liest du derzeit?

Während des Lockdowns habe ich endlich wieder die innere Ruhe gefunden, um das Lesen richtig zu genießen. Zumindest, sofern das meine Tochter auch zugelassen hat.. Am liebsten lese ich über Beziehungskonstellationen. Ich mag es, wenn aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird und ich liebe kluge Episodengeschichten – gerne von weiblichen Autorinnen. Gut gefallen haben mir zuletzt etwa die Romane „Alles was geschieht hat seinen Grund“ von Aratza Portabales, „Der Zopf“ von Laetitia Colombani und „Erste Hilfe“ von Mariana Levy. Derzeit lese ich „Alles über Beziehungen“ von Doris Knecht und „Ich an meiner Seite“ von Brigit Birnbacher. Ach ja, und die Evergreens „Kasimir und Frippe“, „Peppa Wutz“ und „Leo Lausemaus“ selbstverständlich…

 

 

Welches Zitat , welchen Textimpuls möchtest du uns mitgeben?

Gestern Abend beim Vorlesen entdeckt:

„Frederick, warum arbeitest du nicht ?“, fragten sie.

„Ich arbeite doch“, sagte Frederick, „ich sammle Sonnenstrahlen für die kalten ,dunklen Wintertage.“

(Leo Lionni, Frederick und seine Mäusefamilie)

 

Vielen Dank für das Interview liebe Julia, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Theater- und Schauspielprojekte wie persönlich in diesen Tagen alles Gute!

 

5 Fragen an KünstlerInnen:

Julia Jelinek, Schauspielerin

 

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https://literaturoutdoors.com

 

„Die Kunst macht Unsichtbares sichtbar und ist frei von Aufgaben“ Regina Hübner_Künstlerin_Rom 5.8.2020

Liebe Regina, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Deine Einladung zu diesem Interview hat mich in Marseille erreicht, wo ich meine Ausstellung auf der MANIFESTA vorbereite. Momentan sitze ich in einem Garten an der Riviera, es ist der 14. Juli, französischer Nationalfeiertag und ich höre den Zikaden zu, während ich Dir schreibe. Interessanterweise habe ich gestern Sanary-sur-Mer besucht, Zufluchtsort u.a. österreichischer Schriftsteller zur Zeit des Nationalsozialismus, den du bestimmt kennst.

Wie mein Tagesablauf aussieht? – Es sind Tage mit Terminen, Besprechungen und Überlegungen, wie meine Ideen technisch umgesetzt werden sollen. Das „jetzt“ in deiner Frage weckt aber besonders meine Erinnerung an das „vorher“, als ich Mitte Februar in Villach war und eigentlich nach Mailand zu einer Konferenz hätte fahren sollen.

Die Lage in Norditalien verschlimmerte sich damals von Tag zu Tag, die Konferenz wurde kurzfristig abgesagt und ich beschloss, direkt zurück in meine Wahlheimatstadt Rom zu fahren. Das war genau zu Beginn des Pandemieausbruchs und mir war zumute, als würde ich mich in das Auge eines Zyklons begeben.

Ich erinnere mich an die Monate des Lockdowns und der Beschränkungen, die ich mit meinen beiden Töchtern in unserer Wohnung in Rom verbracht habe. Es war eine stillstehende und dramatische Zeit.

Ich habe mich mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen über das neue Virus beschäftigt, an meiner Ausstellung für Marseille gearbeitet, die bezüglich der Pandemie besonders aktuell geworden ist und ich habe ein neues Video gedreht, bei dem es um den primordialen Akt der Vereinigung geht. Dazu hatte mich anfänglich ein frühes Werk von P. W. inspiriert, aber in der Endfassung, die ich erst vor kurzem fertiggestellt habe, sind die erlebten Bedingungen physischer und psychischer Distanz evidenter geworden. Das Werk nennt sich kissing; die Portraitaufnahmen sind Video-Stills daraus.

Diese Ausnahmesituation hat mir ein schönes Geschenk gemacht. Nämlich, mit meinen Töchtern, die 25 und 20 Jahre alt sind, nach Jahren wieder so richtig zusammen zu sein. Das hat uns allen – neben dem Dolcefarniente – sehr gut getan.

Mein jetziger Tagesablauf gleicht dem vorherigen: Muse, Kreativität und Widmung. Aber es ist das erste Mal seit Februar, dass ich aus Rom und sogar in ein anderes Land gereist bin, weit durch Landschaften fahre, im Meer schwimme, viele Menschen sehe und mich mit anderen Personen treffe. Natürlich alles mit den entsprechenden Vorkehrungen.

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Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Die Empathie, das gegenseitige Vertrauen und den Zusammengehörigkeitssinn nicht zu vergessen.

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Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst zu?

Aufbruch und Neubeginn geschehen immer: Authentizität ist dabei eine Voraussetzung für die Gesellschaft, Aufrichtigkeit gilt für die Person.

Die Kunst macht Unsichtbares sichtbar und ist frei von Aufgaben.

 

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Was liest Du derzeit?

De rerum natura von Titus Lucretius Carus, das mich schon lange und immer wieder begleitet und zwei Bücher von Paul Watzlawick, Wie wirklich ist die Wirklichkeit? und Menschliche Kommunikation.

 

Regina Hübner_kissing_2020_(photo R. Huebner)_01

 

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Eine Überlegung zur Wahrnehmung des Selbst und des Nichtselbst: Wir sind auch das, was wir nicht sind.

 

Vielen Dank für das Interview liebe Regina, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Kunstprojekte wie persönlich in diesen Tagen alles Gute!

Ich danke Dir, es war eine Gelegenheit, über diese Zeit zu schreiben!

 

5 Fragen an KünstlerInnen:

Regina Hübner, Künstlerin

[Link: Dear Cell/Manifesta: https://manifesta13.org/projects/dear-cell/]

[Link kissing auf YouTube: https://youtu.be/tNBt1vTLdik]

[Link Dear Cell auf Homepage: https://www.reginahuebner.net/times/recent-shows/manifesta-13-dear-cell/]

https://www.reginahuebner.net/

Alle Fotos_Regina Hübner

 

 

14.7.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

 

 

 

 

Die schönste Aufgabe der Literatur ist es, den Menschen die Köpfe zu öffnen, den Panzer zu knacken“ Tim Krohn, Schriftsteller_Santa Maria Val Müstair _Schweiz_ 4.8.2020

Lieber Tim, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Na schön, du willst das so: Kurz nach sechs Uhr raus, duschen, Frühstück machen für sieben Mäuler, an Kindern anziehen, was Micha, meine Frau, bis dahin nicht geschafft hat, füttern, Post holen, dringendste Post und Telefonate erledigen. Dann ist es neun, und ich hänge mir das Baby um, behalte entweder noch zwei bis drei andere Kinder im Auge oder spaziere, wenn mir das jemand abnimmt, mit dem Baby bis halb elf, dabei erledige ich wieder Telefonate oder löse im Kopf Probleme – wir hecken ja immer ein, zwei Projekte aus. Kurz vor Mittag Baby abgeben, noch schnell in unserer Schreibpension Chasa Parli nach dem Rechten sehen, Kinder füttern. Küche machen. Inzwischen ist es halb zwei. Zehn Minuten dösen, danach beginnt der Free-Style-Part: Je nachdem schreibe ich, gehe Handwerkern zur Hand, mache Zimmer in der Chasa Parli, flicke, was die Kleinen zerstört haben, helfe Micha im Gemüsegarten oder Obsthain, spiele mit den Kindern, erledige Besorgungen, beantworte Mails, bespreche mich mit dem Verlag in tausend Kleinigkeiten … Dann irgendwann nach sechs wird wieder gegessen, die Küche gemacht, Teig für das Brot vom nächsten Tag angerührt, Porridge fürs Frühstück vorbereitet, Müll rausgebracht, in der Chasa Parli nach dem Rechten gesehen, werden Interviews beantwortet, so geht’s bis halb zehn, zehn. Dann noch kurz mit Micha besprechen, was längst hätte besprochen werden sollen, den Bub in den Schlaf geküsst, der bleibt immer so lange wach, dabei ist er auch erst erst sieben, und selber schlafen gehen. Nachts vielleicht noch ein-, zweimal ein Kind trösten, vielleicht nochmal runter, weil eines Hunger bekommt, einen lärmenden Marder verscheuchen, dann ist’s wieder sechs.

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Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Nichts anderes als sonst auch: Sich auf das Wesentliche konzentrieren. Dran bleiben. Großzügig sein. Freude am Verzicht.

 

 Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Ich glaube, die schönste Aufgabe der Literatur ist es, den Menschen die Köpfe zu öffnen, den Panzer zu knacken, mit dem man sich im Alltag so gern schützt, jede Nacht von neuem, so lange, bis er sich erübrigt hat. Aus Einzelkämpfern Liebende zu machen, Menschen, die es wagen, ungeschützt dem Leben zu begegnen. Denn nur solche Menschen werden flexibel und stark genug sein, um wirklich neue Lösungen zu denken, durchzuführen und auch das kurzzeitige Unbehagen auszuhalten, das die meisten Veränderungen nun mal mit sich bringen – nicht weil sie schlecht wären, nur weil da etwas Neues ist. Corona hat gezeigt, dass wir uns vieles zutrauen können. Aber der Alltag ist so schnell zurück. Das Buch auf dem Kopfkissen holt die Menschen jede Nacht in ihre schöne existentielle Weichheit, oder besser Geschmeidigkeit, zurück.

 

Was liest Du derzeit?

Wann soll ich lesen? Aber das kommt wieder.

 

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Auf der Fassade unserer Schreibpension, zur Straße hin, prangte bis vor etwa hundert Jahren ein Verkehrsgebot, das wir jetzt wieder ans Tageslicht holen: „Schritt oder 3 Fr. Busse.“

 

Vielen Dank für das Interview lieber Tim, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Schreibprojekte wie persönlich in diesen Tagen alles Gute!

Ich danke auch.

 

5 Fragen an KünstlerInnen:

Tim Krohn, Schriftsteller 

Tim Krohn

Foto: Nina Mann

 

15.7.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

„Kunst hat eine sehr große Funktion im Sinne von Verbindungen, weil es eine universale Sprache ist“ Iza Mortag Freund_Performerin _ Kopenhagen_ 3.8.2020

Liebe Iza, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Mein Leben ist immer in Veränderung und Ich weiß niemals was kommt. So kenne ich mein Leben, immer als Prozess der Gegenwart in Bewegung, den Ur-Sprung zu wiederholen. Jeder Tag ist das Ritual meines eigenen Lebens, der Anfang neues zu erfinden.

 

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Ich bin mit dem Unbekannten sehr vertraut –  der Frage und dem Ausblick was möglich wäre.

Ich glaube deshalb fangen meine Tage ohne Gedanken an. Ich bleibe in meinem Unbewussten, so lange wie möglich. Das Ich bleibt beim Anfang, sozusagen. Wie es wäre mein erster Tag auf der Erde und Ich muss alles neu anschauen und damit anfangen.

 

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Meine Bewegungen sind sanft und ich bin ganz still. Ohne Worte, ohne Entscheidungen, ohne Erwartungen.

 

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Dann tanze Ich. Lange. Allein im Raum, Augen zu oder mit meinem ganzen Geist, alles drin rauszufahren, die  Intuition meines Körpers, als ob jede Bewegung Musik wäre und ich der Zuhörer bei diesem ersten Auftritt. Dann kommt der unbekannte Ausdruck und einer sehr großen Kraft und durch diese versuche Ich meinen Körper anzustrengen so viel wie möglich. Am Ende bin Ich in der totalen Intuition meines Körpers. Es führt mich.

 

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Nach den Bewegungen kommt meine Stimme. Zuerst nur als Klang. Ich singe laut, mit meinen ganzen Funktionen meine Stimme und es geht um Ausdruck und nur am Ende wird es Gesang. Dann kommt die Musik. Meine Stimme zeigt es mir. Wie ein Fundament für die gemeinsame Komposition gebaut wird.

 

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Wenn es warm ist, gehe Ich in die Sonne und male. Ohne Gedanken, jeder fast 50 Bildern von Träumen oder was in meinem Unbewussten liegt und kommt, wenn ich meine Hände allein reden lassen.

 

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Wann nicht, oder wann ich einen anderen Raum brauche für meine Konzentration oder Inspiration, finde Ich den Ausdruck,  den ich brauche um meine Fantasie zu fordern. Ich kann eigentlich fast alles in meinem Studio-Zimmer machen. Aber wann ich schreien oder sehr expressiv Musik machen will, gehe Ich in einen Bunker,  den ich teile mit anderen Musikern, unter der Erde und experimentiere. Aber im  Zimmer zeichne Ich, mache Collagen, male oder fange an mit Texten, einem Instrument, einer Partitur, einem Gesicht oder ich macht einen Aufbau von Sachen, ein Ritual, über was, weiß ich nur am Ende. Die Ideen kommen, wenn ich es ziehen lasse.

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Ich brauche dies alles gemeinsam, alle diese Funktionen, als Künstler und Mensch. Ich brauche das, um mich selbst zu verstehen und ausdrücken.

 

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Oft habe ich auch in dieser Zeit wo alles in größerer Veränderung ist, trotzdem, Theater, Performance oder Musik Projekte mit anderen gemacht, und jetzt in anderen Wegen weil wir müssen neue Formen finden für unsere Arbeit.  Aber jeden Tag benutze ich fünf oder mehr Stunden ganz allein für meinen eignen Prozess, um auch mit anderen zu arbeiten.

 

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Wenn ich meine eigene Projekte mache, arbeite ich die ganze zeit über, weil es geht um meinen eignen Rhythmus, es fühlt sich. Natürlich lasse ich mir Zeit für Liebe und für Pausen. Aber weil alles ein Teil meines Lebens ist, gibt`s immer eine Verbindung, ein Prozess. In dieser besonderen Zeit war es klar, dass Ich braucht meine Kreativität, meinen ganzen Geist als Mensch, um  in meinen Leben zu sein und dass dies das  Eigentliche ist was mein Leben beständig macht

So kann ich mit der konstanten Veränderung und dem Unbekannten sein.

 

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Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Die Seele. Einander. Ich denke für jeden Menschen ist es sehr wichtig manchmal ganz allein zu sein, dass es Platz gibt und genug Ruhe sich selbst zu verstehen. Um das Neue zu begreifen, die  Gegenwart, dass was passiert und passiert ist und alles zu verbinden. Und Ich glaube, dass wenn man sich selbst besser versteht und akzeptiert als Mensch in dieser Welt können man auch besser andere verstehen. Wir haben jetzt eine besondere Zeit, in der es möglich ist ganz viele Verhältnisse zu verändern. Das hat man vielleicht immer, aber in dieser kollektiven Veränderung passiert mehr als uns bewusst wird. Ich sehe Veränderung als Wahl und wie ändern wir die Zeit, ihre „Benutzung“, oder wie die Zeit über das Leben spricht, darüber sollten wir reden. Und das ist vielleicht die einzige der großen Veränderung  und danach gibt es Möglichkeiten etwas in der Tiefe zu verändern, wenn man sich Zeit lässt und den Mut dazu hat, Verantwortung zu übernehmen und Veränderungen in die Tat umzusetzen. Die Selbstsicht und jene der Welt. Und dann gibt es die Möglichkeit dies in Handlung durchzuführen.

 

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst zu?

Ich denke wir als Menschen spielen die größte Rolle,  weil wir auch der Anfang der Probleme sind. Unser Verhältnis zur Natur, zueinander und unsere Geschichten. Es geht vielleicht um die Seele. Unser Verhältnis zum  Leben. Und Ich denke, dass in dieser Zeit auch etwas unterbrochen werden muss, neu anfangen aber mit Erinnerung auf das was war. Aber mit Vertrauen. Wir brauchen Empathie, und dass wir miteinander über die großen Themen dieser Welt reden können. Dass wir erinnern können, dass wir alle Menschen sind und wir alle müssen über diese Erde und was wichtig ist  in unserem Leben ,klarkommen. Wir müssen zusammenarbeiten. Sei mutig genug dich auf die Realität zu beziehen und zu handeln. Wir müssen auch verantwortlich für unsere Geschichten sein und über dies reden, dass wir von diesen und anderen Perspektiven lernen können,  für unsere Entwicklung und Zukunft.

Ich denke, Kunst hat eine sehr große Funktion im Sinne von Verbindungen, weil es eine universale Sprache ist, womit wir alle miteinander reden können. Das Alte oder Geteilte in neuen Formen und Bedeutungen. Weil in der Kunst, geht es um die Seele, und was nicht nur mit dem  Hirn verstehbar ist. Es geht um die Geschichte unseres Anfanges, unserer Welt, uns selbst, Relationen, gemeinsame Probleme und Wunder der Existenz. Es verbindet alles und kann alles sein, es ist ewig und trotzdem immer anderes. Es geht um Bedeutung. Um die Fantasie. Um alles was man nicht erklären kann aber fühlt. 

 

Was liest Du derzeit?

In dieser Zeit lese ich, wie immer, sehr viel Poesie und Mythologie der ganzen Welt. Aber jetzt versuche ich auch besonderes die Geschichten zu bekommen von Mund zu Mund. Deshalb gehe ich zu fremden Menschen und höre was sie mir  erzählen wollen über ihr Leben, Kultur oder Geschichten.

 

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Atmen (meine liblings wort auf Deutchs)

 

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Vielen Dank für das Interview liebe Iza, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Performance- Musik- und Kunstprojekte wie persönlich in diesen Tagen alles Gute!

 

5 Fragen an KünstlerInnen:

Iza Mortag Freund: Performerin, Musikerin, Künstlerin

https://literaturoutdoors.com/2019/10/31/kunst-darf-keine-angst-haben-iza-mortag-freund-artist-station-bei-david-bowie_berlin-26-10-2019-performanceinterview/

 

Alle Fotos: Berlin_Station bei David Bowie_Walter Pobaschnig 2019

14.7.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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