„Am Modell der Affäre hat sich nicht viel geändert“ Valerie Anna Gruber, Schauspielerin _ Station bei Arthur Schnitzler _ Wien 23.1.2022

Valerie Anna Gruber, Schauspielerin _ Wien _
reenacting „Süßes Mädel“ Arthur Schnitzler

Herzlich willkommen, liebe Valerie Anna Gruber, Schauspielerin, hier im Café Landtmann an der Ringstraße in Wien!

Das Wiener Kaffeehaus ist seit jeher ein Treffpunkt der Kunst, Literatur wie der Begegnung und des Austausches mit Wissenschaft, Kultur. Hier im Cafè Landtmann waren etwa Sigmund Freud oder der Schriftsteller Arthur Schnitzler regelmäßig zu Gast.

Liebe Valerie, was bedeutet Dir die traditionsreiche Wiener Kaffeehauskultur?

Sehr viel. Ich habe zur Geschichte und Kultur dieser Tradition einen großen Bezug. Schon als Jugendliche zog es mich, wenn ich zu Gast in Wien war, ins Kaffeehaus.

Ich verbringe sehr gerne Zeit im Kaffeehaus und ich merkte auch wie sehr es mir in den Lockdowns fehlte.

Das Kaffeehaus ist ein Ort des Gesprächs und der Begegnung. Ein Treffpunkt, auch mit sich selbst. Sinngemäß sagte ja der Schriftsteller Alfred Polgar, „das Kaffeehaus ist der Ort, wo man hingeht, wenn man alleine sein will aber in Gesellschaft“.

Ist das Kaffeehaus für Dich als Schauspielerin auch ein Inspirations- und Arbeitssort?

Ja, ich habe kürzlich ein Konzept im Kaffeehaus fertiggestellt, weil mir Zuhause dazu nichts einfiel. Das war am letzten Tag vor dem Lockdown und ich dachte, ich gehe nochmal ins Kaffeehaus. Und ich habe dann in eineinhalb Stunden ein grobes Konzept verfasst, was mir Zuhause nicht gelungen ist. Ja, das Kaffeehaus hilft oft (lacht).

An welchem Konzept hast Du und arbeitest Du aktuell?

Da möchte ich noch nicht darüber sprechen, da es noch im Entstehen ist (lacht).

Was macht für Dich die Inspiration des Kaffeehauses, gerade im Schreiben,  aus?

Das Kaffeehaus trägt eine Geschichte der Kunst und Kultur, besonders auch des Schreibens in sich, man denke nur an das Genre der Kaffeehausliteratur und die Literatursalons. Das ist immer noch bei uns in Wien spürbar.

Das Kaffeehaus ist auch heute Treffpunkt für Künstler*innen und dies macht eine wesentliche Inspirationsquelle auch in der Gegenwart aus.

Hier mit dem Cafè Landtmann verbinde ich auch stark das benachbarte Burgtheater. Es ist beliebter Treffpunkt vor und nach einer Vorstellung.

Was macht für Dich die Gesprächskultur des Kaffeehauses aus? Was wird da, kann da besprochen werden?

Ich kann mir nichts vorstellen, das nicht in einem Kaffeehaus besprochen werden kann (lacht).

Es ist ein Ort des Gedankenaustausches und des Inputs im Gespräch. Das ist für mich als Künstlerin etwas sehr Wichtiges, weil mich die Begegnung und Kommunikation mit anderen Menschen sehr inspiriert.

Wir haben für unsere literaturoutdoors Station hier thematisch den literarischen Typus des „süßen Mädels“ im Werk des Wiener Schriftstellers, Dramatikers Arthur Schnitzler (1862 – 1931), gewählt. Was charakterisiert diesen Figurentypus und welche Zugänge hast Du dazu?

Mein erster Gedanke dazu war – ein schwieriges Thema, weil ich die Problematik aus feministischer Sicht sehe, dass das „süße Mädel“ als Frauentypus eine Projektionsfläche, ein Wunschgedanke männlicher Phantasie ist, dieser entsprungen ist.

Im „süßen Mädel“ ist sehr viel männlicher Einfluss, auch durch Arthur Schnitzler geprägt, zu sehen.

Welche Perspektiven ergeben sich für Dich in der Darstellung des „süßen Mädels“ heute?

Als Künstler*in gilt es in der Darstellung alle Sichtweisen, weiblich oder männlich, nachvollziehen zu können. Damals wie heute. Das ist meine Aufgabe als Schauspielerin und es gelingt grundsätzlich gut, meistens (lacht).

Wie siehst Du die männlichen Charaktere bei Schnitzler, die mit dem „süßen Mädel“ in Kontakt treten?

Grundsätzlich ist das soziale Gefälle in diesen Begegnungen signifikant und sehr problematisch. Das „süße Mädel“ kommt aus der Vorstadt und die Männer, mit denen sie Umgang hat, sind aus der höheren Gesellschaftsschicht. Sie hat aber faktisch keine Möglichkeit in diese höhere Gesellschaftsschicht aufzusteigen.

Das „süße Mädel“ aus der Vorstadt ist für die höher gestellten Männer in der Stadt keine Heiratsoption sondern ein Vergnügen.

Die Frage ist: was bewegt die Männer so zu handeln? Was suchen sie?

Die Männer flüchten im „süßen Mädel“ aus der Ehe oder vergnügen sich davor mit ihr.

Die Frage ist auch, welche Vorteile hat die Frau davon? Hat sie kurzeitig Zugang zu einer anderen Gesellschaftsschicht?

Setzt das „süße Mädel“ den Typ des naiven, zugänglichen Mädchens bewusst ein? Ist es eine Rolle für sie, hinter der viel mehr steckt? Es ist ein spannendes Feld. Die Frage für mich ist etwa, wo liegt die Macht der Frau in dieser Konstellation.

Worin liegt diese Macht der Frau?

Das ist die Frage (lacht).

Wenn das „süße Mädel“ souverän und selbständig bleibt, hat sie die Macht über den Mann und das soziale Machtverhältnis gleicht sich persönlich aus.

Wenn das „süße Mädel“ aber nicht souverän sein kann, dann wird es schwierig, dann hat sie keine Macht, oder viel weniger Macht.

Die Machtfrage ist da ja sehr stark an die Sexualität gebunden. Wer hat die Macht darüber?

Ich sehe die Männer in Schnitzlers Texten als sehr triebgesteuert und wenig beherrscht und damit wenig machthabend über ihre Sexualität.

Frauen sind da bewusster in ihrer Sexualität und haben damit mehr Macht. Es ist aber auch der Frau nicht abzusprechen, manchmal triebgesteuert zu sein. Das wäre eine Einschränkung, die ich gar nicht treffen will.

Man darf auch nicht vergessen, dass Schnitzler auch provozieren wollte, etwa im „Reigen“. Sexualität offen zu thematisieren war in dieser Zeit ja ein Skandal.

Über Sexualität zu schreiben war etwas extrem Mutiges, Aufrüttelndes – ein Tabubruch.

Die Aufführung des „Reigen“ hatte 2021 ihr 100 Jahr-Jubiläum. Was hat sich seit damals zwischen Mann und Frau verändert?

Zwischen Mann und Frau hat sich politisch und gesellschaftlich durch Emanzipations- Frauenbewegungen viel verändert – aber noch lange nicht genug…

Und gerade im zwischenmenschlichen Umgang solcher paarweisen Konstellationen wie sie im Reigen zu finden sind, hat sich, wie ich finde, gar nicht so viel verändert. Menschen finden aus den unterschiedlichsten Gründen zueinander, haben verschiedene Sehnsüchte, wollen bestimmte Bedürfnisse befriedigt haben und gehen dementsprechend miteinander um.

Aber Sexualität auf der Bühne zu thematisieren ist heute kein Tabu mehr. Die Problematik der Darstellung des Stoffes in der Gegenwart sehe ich eher dann, wenn diese sich zu weit vom Ursprungstext entfernt um Aufmerksamkeit, Aktualität zu erlangen – und dabei die Intention des Textes verliert.   

Wieviel Psychoanalyse, Schnitzler war ja mit Sigmund Freud, dem Begründer der Psychoanalyse im Gespräch, Austausch, steckt denn im Werk Arthur Schnitzlers?

Ja, die Psychoanalyse, sie wird ja zu dieser Zeit modern, ist da literarisch sehr sichtbar.

Man erkennt im Werk Arthur Schnitzlers stark die Einflüsse der Psychoanalyse.

Die literarischen Figuren sind viel psychologischer gebaut als in Texten, die vor Sigmund Freud entstanden sind.

Wie siehst Du das Modell der Affäre heute?

Da hat sich nicht viel geändert. Es heißt vielleicht heute manchmal anders (lacht).

Es ist keine Seltenheit und auch die Rollenbilder der Verführerin und des Verführten, des selbst gewünscht Verführten, haben sich nicht verändert.

Man würde vielleicht meinen, dass der Umgang damit offener und toleranter geworden ist, aber ich glaube, dass das nur einen kleinen Teil der Gesellschaft betrifft. Für den Großteil der Menschen ist eine sogenannte „Affäre“ immer noch ein absolutes No-Go, etwas worüber man nicht spricht, was man eigentlich nicht tut – und trotzdem ist es so weit verbreitet. Ich würde mir manchmal einen offeneren Umgang mit dem Thema wünschen, aber andererseits macht wahrscheinlich auch das Verbotene den
Reiz einer Affäre aus.

Gibt es ein Werk Arthur Schnitzlers, das Dir besonders am Herzen liegt, zu dem Du einen besonderen Bezug hast?

Es gibt zwei – „Liebelei“ und „Reigen“.

Ich finde „Liebelei“ ist ein wahnsinnig spannendes Stück, wie es dramaturgisch aufgebaut ist und durch die interessanten Figuren. Sehr gerne würde ich das einmal spielen.

In „Liebelei“ gibt es mit Christine und Mitzi auch zwei ganz unterschiedliche Frauentypen, die für die Zeit repräsentativ sind.

Der „Reigen“ ist schon wegen seiner Geschichte des Aufführungsverbotes, der Aufregung und des riesigen Skandals bekannt und interessant.

Dieser offene literarische Umgang mit Sexualität bei Schnitzler ist vorher undenkbar gewesen. Da haben wohl Sigmund Freud und die Psychoanalyse auch viel dazu beigetragen, dass es Schnitzler in dieser Form thematisierte.

Beide dramatischen Texte liegen mir sehr am Herzen und natürlich die Novelle „Fräulein Else“. Daraus habe ich oft einen Teil bei Vorsprechen gespielt.

Ist Sexualität auch heute ein Tabuthema?

Ich würde sagen, ja. Oberflächlich betrachtet, würde man vielleicht zu dem Schluss kommen, dass dies überhaupt nicht so ist, dass alles sexualisiert wird und nichts mehr daran aufregt. Aber ich glaube schon, dass es Menschen nach wie vor schwerfällt über Sexualität zu sprechen und sich damit auseinanderzusetzen. Vor allem mit ihrer eigenen Sexualität, und damit offen umzugehen und im Reinen zu sein.

Wie kann man, muss man Schnitzler heute auf die Bühne bringen?

Ich bin durch mein Schauspielstudium in den USA sehr geprägt von der Theatertradition des englischsprachigen Raums, die eine sehr hohe Werktreue hat und wo sich diese Frage gar nicht erst stellt. Es ist klar, dass das Stück auf der Bühne jenes der Zeit ist und da gibt es nicht viel zu rütteln.

Es gibt da hierzulande eine andere Zugangsweise und das kann natürlich auch seinen künstlerischen Reiz haben, das will ich nicht bewerten.  Aber eine moderne Inszenierung sollte trotzdem immer etwas zu erzählen haben. Ich sehe leider viele Produktionen, wo ich das Gefühl habe, die Regie geht ins Leere, weil sie nichts mehr erzählt.

Ich persönlich finde es sehr spannend, den Text in seiner Zeit zu belassen und dem Publikum die Entscheidung zu überlassen, was er heute zu erzählen hat.

Wie nimmst Du das Kaffeehaus als Lebensraum in Tradition und Gegenwart wahr?

Kaffeehäuser haben immer etwas wahnsinnig Gemütliches. Das ist das Licht, die kunstvollen Stoffbezüge, die Stühle und Holzarbeiten, gerade hier im Cafè Landtmann wunderschön zu sehen und das überdauert ja auch die Zeit und es wird viel Wert und Mühe auf den Erhalt dieser Tradition gelegt.

Die Architekten*innen haben sich bei den Kaffeehäusern schon etwas gedacht (lacht). Diese Tradition, Atmosphäre und Geschichte sind spürbar. Man hat sofort das Gefühl, dies ist ein geschichtsträchtiger Ort.

Was gehört für Dich zu einem Kaffeehausbesuch dazu?

Das kommt auf die Aufenthaltsdauer an. Es kann dann etwa eine Melange sein, auch mit einer Mehlspeise dazu. Ich esse aber auch ab und zu gerne im Kaffeehaus.

Welche Mehlspeisen bevorzugst Du?

Die Sachertorte oder einen Topfenstrudel.

Mit Schlag (Anm: Schlagobers)?

Nein, unbedingt ohne Schlagobers (lacht).

Ist das Begegnen, Wahrnehmen unterschiedlicher Menschen im Cafè auch eine schauspielerische Inspiration?

Schauspiel braucht eine große Neugier auf die Welt. Das Kaffeehaus ist natürlich ein idealer Ort dafür.

Die Neugierde auf Menschen ist auch mein Kapital als Schauspielerin, denn Menschen stelle ich ja auf der Bühne, vor der Kamera dar.

Ich stehle wahnsinnig viel vom Leben für die Bühne, weil es so eng zusammenhängt, dass man alles verwerten kann. Das ist eines der vielen schönen Dinge an diesem Beruf.

In unserem vorangegangenen Projekt stand der Entertainer, Sänger, Schauspieler Peter Alexander im Mittelpunkt. Gibt es für Dich auch Parallelen der beiden Wiener Künstler Peter Alexander und Arthur Schnitzler?

Die Wiener Seele und das Wienerische sind bei beiden stark verankert. Natürlich im Wandel der Zeit, in der die beiden gelebt haben.

Da fällt mir noch eine Geschichte zu Arthur Schnitzler ein: Ich war vor einigen Jahren zu einem Vorsprechen an einer sehr bekannten Berliner Schauspielschule und habe dort unter anderem „Fräulein Else“ von Arthur Schnitzler vorgesprochen. Ich bin nicht über die erste Runde hinauskommen und eine Jurorin hat mir dann die Kritik gegeben – wenn ich aus Österreich komme, warum ich denn nicht etwas von einem österreichischen Schriftsteller vorspreche. Da habe ich mir schon meinen Teil gedacht (lacht). Es ist offensichtlich nicht jedem so klar, dass Arthur Schnitzler sehr mit Wien verbunden ist.

Peter Alexander hätte aus Deiner erzählten Anekdote bestimmt eine wunderbare Parodie gemacht und Arthur Schnitzler hätte dies sicherlich ebenso in ein Bühnenstück eingearbeitet.

Das Kaffeehaus ist jetzt im Winter in Ankommen, Aufenthalt mit besonderer Atmosphäre verbunden wie auch zu den anderen Jahreszeiten. Wie siehst Du die Jahreszeiten im Zusammenhang mit der Kaffeehauskultur?

Der Winter, Herbst, Vorfrühling sind für mich klassische indoor- Kaffeehauszeiten mit besonderer Atmosphäre.

Was wünscht Du Dir für die Wiener Kaffeehauskultur in näherer, weiterer Zukunft?

Dass sie ihre Tradition bewahren kann und dass das weiterhin viele Gäste genießen und zu schätzen wissen. Besonders junge Menschen können heute oft nichts mehr damit anfangen, und ich würde mir wünschen, dass die Kaffeehauskultur auch wieder mehr junge Besucher anlockt.

Aber das Kaffeehaus hat so viele Zeiten, auch schwierige und schwierigste, überdauert und ich mache mir da keine Sorgen darum.

Valerie Anna Gruber, Schauspielerin _ Wien _
reenacting „Süßes Mädel“ Arthur Schnitzler

Herzlichen Dank, liebe Valerie, für Deine Zeit in Wort und wunderbarer Vorbereitung und Darstellung des „süßen Mädels“ im Werk Arthur Schnitzlers (*1862 Wien +1931 Wien), Arzt, Dramatiker, Schriftsteller!

Viel Freude und Erfolg für alle Theater-, Schauspielprojekte 2022!

„Das süße Mädel“ _Arthur Schnitzler_ im Gespräch und szenischem Fotoporträt:

Valerie Anna Gruber, Schauspielerin

https://www.valerieannagruber.com/

Interview und alle Fotos_Walter Pobaschnig _Wien

Station bei Arthur Schnitzler_Café Ladtmann_Wien.

https://literaturoutdoors.com

Walter Pobaschnig 12_21

„Das einfache Leben ist nie einfach“ Hung-min Krämer, Schriftstellerin _ Wuppertal/D 23.1.2022

Liebe Hung-min, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Es ist gerade 3:34 Uhr. Da ich seit 2 Uhr wach lag und auch schon meine nächtlichen Dehnübungen gemacht hatte und trotzdem nicht schlafen konnte, dachte ich, ich nutze die Zeit, um diesen Fragebogen auszufüllen. Aber „normalerweise“ (eigentlich erst wieder seit einem halben Jahr) habe ich das von mir sicher nicht genug geschätzte Privileg, ungefähr erst um kurz vor 9 Uhr morgens aufstehen zu dürfen/müssen, um dann zu einer geregelten und, als Sonderfall in dieser Branche, ok bezahlten Arbeit als Architektin zu gehen.  Gegen 17:00 Uhr oder, wenn ich vorher noch einkaufen war, auch 17:45 Uhr komme ich nach Hause und treffe auf meinen Mann. Wenn alles gut geht, gibt es ein Abendessen und wir schauen zusammen etwas. Aber leider ist das einfache Leben nie einfach.

Hung-min Krämer, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich glaube nicht, dass es etwas gibt, das für alle Menschen zur selben Zeit gleich wichtig ist. Im Moment vielleicht Ehrfurcht vor dem Leben anderer.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Ich finde es beeindruckend, dass Kunst und Literatur immer schon Sprachrohr für gesellschaftliche Notwendigkeiten oder Befindlichkeiten waren und sind. Ich denke, in der Fiktion und in der Abstraktion der Literatur und der Kunst liegen die Freiheit und eine Sensibilität für Notwendiges und Drängendes, ohne die Einschränkung der aktuellen Alltagsrealität. Ich denke, Kunst und Literatur sind ein Nährboden für Gedanken, die dann irgendwann in der Gesellschaft wachsen und Früchte tragen können. Man könnte auch sagen: Kunst und Literatur sind eine erste Stufe der Manifestation.

Was liest Du derzeit?

Nicht viel. Ich finde es immer beneidenswert und auch ein wenig anstrengend zu sehen, wieviel andere offensichtlich lesen.

Gerade habe ich angefangen, angeregt durch ein Gespräch mit einem Freund, „Dein Name“ von Navid Kermani zu lesen, der übrigens auch mit dem Blick auf die Uhr seine Erzählung beginnt. (Aber ich habe das vorher auch schon getan.) Ich bin erst auf Seite 10 des Romans (und der eigentliche Text beginnt erst auf Seite 7!, ich bin einfach immer zu müde zum Lesen) und ich weiß auch nicht, ob ich es ganz lesen werde. Ich lese Bücher oft nur an und lege sie dann erstmal wieder weg. Im Prinzip lese ich lieber Sachbücher. Da fand ich das erste Buch von Rutger Bregman inspirierend: „Utopien für Realisten“.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Die schönere Welt, die unser Herz kennt, ist möglich.“

Charles Eisenstein

Vielen Dank für das Interview liebe Hung-min, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Hung-min Krämer, Schriftstellerin

Foto_Simone Scharbert

3.1.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Die darstellenden Künste wurden plötzlich auf den Kopf gestellt“ Sarah Zelt, Schauspielerin _ Wien 22.1.2022

Liebe Sarah, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Als freischaffende Künstlerin ändert sich meine Alltagsroutine alle paar Wochen, manchmal auch alle paar Tage. Das hat sich durch die Pandemie nicht sehr geändert, eher ist es ruhiger geworden. Ich bleibe länger an einem Ort, Wien ist mir noch mehr ein Zuhause geworden und ich habe viele neue Seiten an dieser Stadt entdeckt. Spazieren gehen ist noch wichtiger geworden – als Denkzeit und Fundgrube für schöne wie kuriose Alltagsbegebenheiten.

Neben Proben hat auch die Schreibtischarbeit zugenommen. Mit dem Kollektiv Raumstation erkunde ich an der Schnittstelle zwischen Kunst und Wissenschaft Stadt. Dabei sind wir eigentlich viel im öffentlichen Raum unterwegs, kommen mit Menschen ins Gespräch, wecken Neugier und erproben Zukunftsvisionen für eine lebenswerte Stadt für alle. Über die Pandemie haben wir uns mit dem Podcast „Bitte halten sie die Grünflächen rein und die Hunde fern“ sehr konzentriert mit Gemeindebau und Care auseinandergesetzt. Die dafür entstandenen Interviews lassen in verschiedene Alltagswelten hineinblicken. Diese Einzelgespräche haben mir noch einmal gezeigt, wie existentiell die Frage nach leistbarem Wohnraum gestellt werden muss. Da spitzen sich bestehende Konflikte und Ungerechtigkeiten durch die Pandemie noch zu.  

Sarah Zelt, Schauspielerin, Künstlerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Wertschätzend zu sein. Solange es die eigene Kraft erlaubt, Kommunikation aufrechtzuerhalten. Das ist sicher nicht leicht und stößt in der angespannten und emotionalisierten Lage, in der wir stecken, schnell an Grenzen. Aber den Versuch diese Grenzen zu verschieben und sich im Dialog näher zu kommen, finde ich unverzichtbar. 

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Sich nicht mehr selbstverständlich mit dem Publikum für das gemeinsame Kunstmachen treffen zu können, erlebe ich als große Lücke. Doch auch in der Distanz bleibt für mich künstlerisches Erleben unverzichtbar. Wesentlich ist für mich die Möglichkeit, weiter zu kommunizieren, zu trösten, sich zu ärgern, sich zum Lachen zu bringen, sich verletzbar zu machen und auch mal hilflos zu zeigen. Vor allem die darstellenden Künste wurden plötzlich auf den Kopf gestellt. Das hat oft weh getan, aber auch Willen zum Durchhalten freigesetzt. Und die Frage: was ist wirklich relevant an meiner Arbeit? Warum kann und will ich nicht damit aufhören?

„Normalität“ wird gerade grundlegend in Frage gestellt, dekonstruiert sich, setzt sich neu zusammen und das in sehr kurzer Zeit. Um damit umzugehen, braucht es glaube ich Vorstellungskraft und Fantasie – als kurze Ruhepause genauso wie als Motivation positiv zu bleiben oder zumindest mit seinem Pessimismus einen freundschaftlichen Bund einzugehen.

Was liest Du derzeit?

Puhh, mal wieder zu viel gleichzeitig: Entangled life von Merlin Sheldrake über das Leben der Pilze unter und mit uns, eine Beethovenbiografie, die mich an die Grenzen meiner musikalischen Kenntnisse bringt, Stadtkonflikte von Gabu Heindl (Empfehlung!) und Was ist der Mensch? Von Mark Twain (die ganz großen Fragen drängen sich ab und an auf)

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Kunst ist Chef.“ Jonathan Meese

Vielen Dank für das Interview liebe Sarah, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen vielseitigen Schauspiel-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Sarah Zelt, Schauspielerin, Künstlerin

Foto_Florian Liedel

18.1.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Die Theater sind genauso erkrankt“ Heinz-Arthur Boltuch, Schauspieler _ Wien 21.1.2022

Lieber Heinz-Arthur, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Wenn ich keine beruflichen Verpflichtungen habe, fahre ich meine beiden Töchter in die Schule. Eigentlich ein sehr wichtiges Ritual für uns Drei, in den 15 Minuten besprechen wir alles was uns wichtig erscheint, ob es motivierende Worte vor einer Prüfung, die richtigen Antworten auf freche Sprüche von Mitschülern sind oder eine Nachtkritik über meine Vorleseleistung bei der Gute Nacht Geschichte ist, es geht immer lustig her.

Nachdem meine jungen Damen das Auto verlassen haben, beginnt mein Alltag. Telefonieren mit meiner Agentin, zu einem Tonstudiotermin fahren oder wieder nach Hause, um dort zu lesen, zu schreiben oder einfach wieder einmal Ordnung in die Unordnung meiner Zettelwirtschaft zu bringen. Rollenstudium, Textlernen oder neue Ideen aufschreiben und im Idealfall sie gleich mit den richtigen Leuten besprechen und zu teilen sind auch meine Tagesbegleiter. Fad ist mir nicht, nur manchmal langweilig. Doch in dieser scheinbaren Langeweile kommen oft sehr gute Gedanken oder Erkenntnisse auf.

Heinz-Arthur Boltuch, Schauspieler, Sprecher, Regisseur, Autor

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Eine sehr gute Frage, die jeder für sich selbst beantworten muss. Jeder hat seine Bedürfnisse.

Ich hoffe, daß die Gesellschaft nicht zu sehr auseinanderdriftet und wieder das Gemeinsame im Mittelpunkt steht. Das Freundschaften nicht ob des Impfstatus zerbrechen, daß man dem anderen wieder zuhört. Denn irgendwann ist diese Pandemie auch wieder vorbei und was dann? Es kommen andere Probleme und um sie zu lösen oder erträglicher zu gestalten, benötigt man Freunde, aber auch um Glück und Freude zu erleben und zu fühlen braucht man sie. Und zwar nah und nicht durch einen emotionalen Graben getrennt.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Die momentane Realität ist, daß wir Alle von der Variantenvielfalt dieses Krankheitserregers einfach in den Schwitzkasten genommen werden. War es vor ein paar Monaten noch die Angst, daß die Zuschauer nicht kommen wollen, hat sich jetzt der Angstschweiß der Theaterdirektoren, ob sie genug SchauspielerInnen für den Abend für die Woche habe, um Vorstellungen zu spielen, ja den Spielplan einhalten können, gemischt. Eine schreckliche Situation, denn im Sprechtheater hat man keine Zweitbesetzung, Keine(n) der Einspringen kann. Da die Theaterensemble kleiner wurden, müssen ganze Vorstellungsserien abgesagt werden. Die Theater sind also genauso erkrankt, wie Teile der Bevölkerung. Manche Bühnen haben einen „leichten Verlauf“, weil sie von Geldgebern „geimpft“ wurden, aber manche werden nicht mehr gesunden und einfach sterben. Sie werden einfach weg sein. Sie werden fehlen.

Die Filmindustrie hat bis auf den ersten Lockdown durchgearbeitet, jedoch mit enormem Risiko. Drehtagverschiebungen, Drehverschiebungen oder Drehstopps sind und waren die ständigen Dämonen die in den Köpfen der Produktion, Regie, Cast und Crew herumschwirren und schwirrten.

Und selbst wenn man ein Projekt fertigbekommen hat, muss man um die Kinopremiere zittern. Ich selbst habe in einem bezaubernden Kinofilm „Tutti per Uma“, eine italienisch/österreichische Kinoproduktion, mitgespielt der sollte vor Weihnachten in die Kinos, dann jetzt im Jänner und nun wird er hoffentlich im April dem deutschsprachigen Publikum vorgestellt.

Und nun zum Neubeginn. Er wird kommen, wenn sich alles beruhigt hat. Die Leute werden wieder ins Theater und ins Kino gehen und wieder über Inszenierungen streiten, SchauspielerInnen Lobeshymnen singen oder sie für nicht gut befinden. Eben die Normalität.

Drauf freue ich mich und mit meinen Freunden und Kollegen zusammenzusitzen und bis in die Puppen über Alles und Nichts zu reden.

Was liest Du derzeit?

Sein oder Nicht vom großartigen Klaus Pohl. Ein wundervoller Roman über die Hamletprobenzeit von Peter Zadeks Inszenierung. Ein Buch, das ich Jedem empfehlen kann, der wissen will wie Proben sein können und aber auch für Schauspieler, die das Gefühl haben bei Proben oder am Regisseur zu zerschellen. Dieses Werk wirkt beruhigend gegen jegliche Versagensangst.

Hamster im Hinteren Stromgebiet von Joachim Meyerhoff. Auch dieses Buch ist sensationell ehrlich und birgt für mich als Arztsohn so manche Pointe. Es ist wirklich toll geschrieben.

Und

Lockvogel Ein spannender Krimi geschrieben von meiner Schauspielschulfreundin Theresa Prammer.

Diese drei Bücher beweisen, daß Schauspieler nicht nur spielen können, sondern auch schreiben.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Der beste Weg ein Problem vergessen zu können, ist, etwas daraus zu lernen.

Und

Wer auf der Stelle tritt kann nur Sauerkraut fabrizieren.

Beide Zitate von Sir Peter Ustinov. Die gefallen mir momentan sehr gut.

Vielen Dank für das Interview lieber Heinz-Arthur, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen vielseitigen Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Heinz-Arthur Boltuch, Schauspieler, Sprecher, Regisseur, Autor

Foto_Barbara Kaudelka

12.1.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Ich = ? Du = ? Wir = ? “ Bernd Ernst, Schriftsteller_Pirmasens, Rheinland-Pfalz/D 20.1.2022

Lieber Bernd, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Als Brotjobler und Familienmensch wird mir mein Stundenplan oft vorgegeben. Ich genieße deshalb meine Freizeiten und widme mich zumindest dem Lesen täglich. Dem Schreiben werde ich mich in Kürze wieder intensiver widmen können, weil neben dem o. g. ein Nachbarschaftsprojekt im Rahmen von Demokratie leben! ausläuft. Ich freue mich meine laufenden literarischen Projekte: ein weit vorangeschrittener Lyrikband, ein Manuskript mit Erzählungen, sowie eine Romanidee, aus der ich gerade Figuren entwickle und mit der Szenenplanung begonnen habe, in naher bzw. nicht allzu ferner Zukunft zum Abschluss zu bringen.

Bernd Ernst, Schriftsteller

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich glaube, die Rückbesinnung auf die wesentlichen Werte, die wir bisher kennen, unserer Existenz, der Demokratie und unseres Zusammenlebens, etc. sind ganz wichtig. Aber es sollte dann auch eine zukunftsfeste Weiterentwicklung stattfinden. Am besten unter Berücksichtigung globaler Einflussfaktoren bei der wir die Nachhaltigkeit unseres Denkens und Handelns in den Fokus stellen! Wir brauchen den konstruktiven Dialog in allen Lebenslagen. So in etwa. Ich kann das natürlich nicht allumfassend beantworten.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Bevor wir nach der Rückbesinnung in die Zukunft aufbrechen, sollten wir eine Bestandsaufnahme machen und Antworten finden auf diese Fragen:

Ich = ?

Du = ?

Wir = ?

und uns vielleicht Ziele definieren.

Sicher ist das Studium der Literatur ein wichtiges Hilfsmittel bei der Selbstfindung und beim Reifeprozess eines Individuums und möglicherweise nachhaltiger als ein flüchtiger Blick auf ein Kunstwerk. Was der Einzelne dabei in sich aufnimmt, hat natürlich Auswirkungen auf die Ausprägung der Innenwelt die wiederum die Außenwelt beeinflussen kann. Inwieweit die Menschheit bei der Auswahl und des Studiums von Literatur, die sie voranbringen sollte,  insgesamt bis dato erfolgreich war, möge man bewerten.

Ohne Zweifel sind das Erzeugen und das Beschäftigen mit Kunst im Allgemeinen wichtig für die Ausprägung von Kultur und Kulturen. Was das Abhandenkommen hingegen mit uns macht, erlebten wir ja auch.

Literatur und Kunst können Hilfsmittel sein, aber am Ende gestalten der Mensch und die Menschheit!

Was liest Du derzeit?

Ich lese momentan „Crossroads“ von Jonathan Franzen.

Zuvor habe ich „Ein Sohn der Stadt“, des von mir sehr geschätzten Kent Haruf gelesen. Dessen Werk in an dieser Stelle wärmstens empfehlen möchte!

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Hier möchte ich aus dem Gedicht „Manche mögen Poesie“  von Wislawa Szymborska“ zitieren:

Poesie –

was aber ist Poesie.

Manch wacklige Antwort

ist dieser Frage bereits gefolgt.

Aber ich weiß nicht, ich weiß nicht. Ich halte mich daran fest,

wie an einem rettenden Geländer.

Vielen Dank für das Interview lieber Bernd, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Bernd Ernst, Schriftsteller

https://www.berndernst.de/

Foto_privat.

25.11.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Ende in Sicht“ Ronja von Rönne. Roman. dtv Verlag

Da war der Regen im Kopf. Jetzt und immer schon. Und dann die Brücke. Jene in die Tiefe. Ins Dunkel. Nicht jene zur Welt. Zu den Gesprächen, den Plänen.

Jetzt war das Leben der Anderen weit weg. Und sie hier. Mit dem Blick hinunter und dem Schneckenhaus in der Hand. Es fällt. Und auch sie…

Und dann Hella. Die Musik im Radio des Autos „out oft he dark“. Auch ihr Weg hat ein letztes Ziel. Und dann fällt Juli. Mittenhinauf.

Und jetzt geht es weiter. Für beide. Erstmal zur Raststation. Kaltes Wasser ins Gesicht…70 Cent…life or death goes on…?

Mal sehen…

der Blick auf zwei Leben, das Gewordensein…im Gespräch…die Straße entlang…bis dahin oder dorthin…

Die Berliner Schriftstellerin, Journalistin, Bloggerin und Bachmannpreisteilnehmerin 2015 Ronja von Rönne legt mit ihrem Roman „Ende in Sicht“ ein mitreißendes roadmovie unterschiedlicher Lebensalter vor, das im packenden Erzählstil wie der psychologischen Raffinesse überzeugt. Spannung, Dynamik wie Witz und Ironie verbinden Tragödie und Komödie zu einem Meisterwerk moderner Literatur. Zweifellos ein Buch zur Zeit, das begeistert.

„Ein abgründiges wie packendes psychologisches roadmovie der Generationen“

Walter Pobaschnig 1_22

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„Es gibt in komplexen Themen wenig Wirksameres als eine Geschichte“ Armin Wühle, Schriftsteller_Hannover 19.1.2022

Lieber Armin, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

An der Dusche und dem Kaffee am Morgen hat sich nichts geändert. Danach geht es zunächst an den Schreibtisch, wo ich die ersten unverbrauchten Stunden schreibend verbringe. Neben meiner Schriftstellerei habe ich einen Teilzeitjob, der mir viel Spaß macht, dorthin verschwinde ich dann zur Mittagszeit (oder ich bleibe, wie nun häufiger, einfach am Tisch und öffne einen neuen Tab)

Armin Wühle, Schriftsteller

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Dass wir uns nicht die Grundlage jeglicher konstruktiver Diskussion – die Anerkennung von Fakten – nehmen lassen.

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Kunst und Literatur waren schon immer hervorragende Mittel, um uns komplexe Themen nahbar zu machen; um uns Blickwinkel näher zu bringen, die wir nicht kennen, und so Verständnis zu schaffen. Es gibt in dieser Hinsicht wenig Wirksameres als eine Geschichte, und wenn diese auch ästhetisch-künstlerisch überzeugt, ist sie für mich rundum gelungen.

Was liest Du derzeit?

Momo von Michael Ende, das ich trotz vielfacher Empfehlungen nie gelesen hatte (und das einem immer wieder deutlich macht, dass Ende auch ein hervorragender Verfasser absurder Literatur war). Etwas unbeachtet daneben liegt Cloris von Rye Curtis; ein gut geschriebener Roman, der mir aber an vielen Stellen unnötig grausam daherkommt, daher kämpfe ich mich ein wenig durch.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Schneit es, oder ascht es?“ (aus Thomas Köcks „Klimatrilogie“), sicherlich keine ganz verkehrte Frage in unseren Zeiten

Vielen Dank für das Interview lieber Armin, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Armin Wühle, Schriftsteller

Foto_privat.

3.11.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Dass wir uns in der Kunst bestehenden Boden wieder zurück erkämpfen müssen“ Max Ortner, Schauspieler _ Wien 18.1.2022

Lieber Max, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Die aktuelle Krise hat natürlich meinen Tag verändert. Auch wenn ich es beim Film noch etwas leichter habe als ich es am Theater hätte, so wurden die Projekte und Drehtage spürbar weniger.

Wichtig ist, seinen Rythmus nicht zu verlieren. Man braucht einen Anker. Meiner ist der Sport. So beginnt mein Tag immer mit Sport. An Arbeitstagen gehts danach ans Set. An anderen Tage dehne ich die Sporteinheit, verbringe den Vormittag im Boxclub oder auf dem Rennrad. Danach meditiere, koche und esse ich. Am Nachmittag versuche
ich draußen zu sein, zu lesen, zu lernen.

Max Ortner, Schauspieler

Mein Beruf ist ein Handwerk. Das Gehirn ist ein Muskel. Beides gehört gefördert und gefordert, sonst wird es weniger geschmeidig. Und wenn gerade nichts da ist, dann mache ich mir selbst Arbeit, lerne Monologe oder schreibe Drehbücher. Einfach für mich.

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Zusammenhalt. Corona ist ein Brandbeschleuniger für jede Dynamik. Bei all der
Angst und dem Ärger dürfen wir nicht auf die Person neben uns vergessen. Sie braucht uns vielleicht. Es ist wichtiger denn je, genauer hinzuhören und hinzusehen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Es ist ein sich auf die Reise machen. Allerdings nicht zu neuem Land. Es ist eher, dass wir uns bestehenden Boden wieder zurück erkämpfen müssen. Es reicht nicht mehr nur zu sein. Wir müssen einmal mehr unseren Wert unter Beweis stellen. Wenn die Politik den Stellenwert unserer Arbeit nicht wahrnimmt, werden wir bei nächster Gelegenheit wieder durch den Rost fallen. Das gilt es tunlichst zu verhindern. Wir müssen wieder lernen, lehren, rebellieren, aufbauen, einreißen, laut sein, beißen, kratzen, mahnen, warnen, läutern
und vor allem unterhalten.

Was liest Du derzeit?

„Der Zorn des Meeres“ von Bram Stoker
und ich lese nie nicht Mascha Kaleko!

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Sie sägten die Äste ab, auf denen sie saßen Und schrien sich zu ihre Erfahrungen Wie man schneller sägen konnte, und fuhren mit Krachen in die Tiefe, und die ihnen zusahen schüttelten die Köpfe beim Sägen Und sägten weiter.“

Bertolt Brecht trifft fast schmerzlich exakt heutiges politisches Geschehen. Vielleicht weil es gar keine rein „heutige“ Erscheinung ist. Was aber anders wurde, ist die Akzeptanz und das Schweigen. Vielleicht wäre es wieder ein bisschen an der Zeit, uns auf unsere Stühle zu stellen, und ein paar Dinge kritisch und laut in Frage zu stellen. So ein kleiner Funken Revolution hält nämlich auch frisch und jung! Und abschließend, auch von ihm: „So wie es ist, bleibt es nicht!“

Max Ortner, Schauspieler

Vielen Dank für das Interview lieber Max, viel Freude weiterhin für Deine großartigen Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

Vielen Dank!

5 Fragen an Künstler*innen:

Max Ortner, Schauspieler

www.maxortner.at

Fotos_Jeanne Degraa

3.1.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

„Romy Schneider hat sich als „sentimentale Wienerin“ bezeichnet“ _Interview Günter Krenn, Autor _ 40.Todesjahr Romy Schneider _ Wien 18.1.2022

Patricia Elisabeth Trageser _ Schauspielerin _Wien/Berlin
reenacting Romy Schneider

Sehr geehrter Herr Krenn, wie kam es zu Ihrem aktuellen Buchprojekt zu Romy Schneider?

Als mich der Molden-Verlag fragte, ob ich mir eine Publikation zum Thema Romy Schneider vorstellen könne, war ich zunächst skeptisch. Nach zwei Büchern über sie, einer Biographie und einem Buch über die Amour Fou mit Alain Delon, die ich verfasst habe, schien mir kein weiteres Thema passend, bis mir ihre Familiengeschichte einfiel, die mich bei Lebensgeschichten immer besonders interessiert. Bei meinen letzten beiden Arbeiten, einer Biographie über Karlheinz Böhm und einer über Serge Gainsbourg & Jane Birkin, schien mir die Familiengeschichte mindestens ebenso spannend wie die der Protagonistinnen und Protagonisten. Wir alle sind schließlich Teil einer Familiengeschichte, ob wir wollen oder nicht…

Günter Krenn, Autor, Österreichisches Filmuseum

Wie gestaltete sich der Entstehungsprozess des Buches? Welche Schwerpunkte zu Leben und Werk wurden gesetzt?

In diesem Buch habe ich Romy Schneiders Leben in die Geschichte ihrer Vorfahren eingebettet, erzähle von der Schauspieldynastie der Albach-Rettys und der Familie Schneider, wobei vor allem die der Rettys faszinierend ist, da es sich um eine Familie handelt, deren Mitglieder über Generationen im Theatergewerbe tätig waren. Romys Großmutter Rosa Albach-Retty etwa stieg vom Kind eines Wanderschauspielerehepaares bis zur Doyenne des Wiener Burgtheaters empor und lebte von 1874 bis 1980 unglaubliche 106 Jahre! Auch Romys Eltern Magda Schneider und Wolf Albach-Retty waren im Schauspielberuf tätig, es war daher für Romy Schneider nicht immer leicht, sich gegen diese Familientradition durchzusetzen, sich, wie es der Titel nennt, „frei zu spielen“. Ein ähnliches Problem hat nun auch ihre Tochter Sarah Biasini, die ebenfalls im Rahmen der Familiengeschichte im Buch berücksichtigt wird.

Welche Gespräche haben Sie geführt? Gab es Kontakte zur Familie von Romy Schneider?

Bei diesem Buch habe ich mich sehr viel mit Dokumenten befasst, die im Österreichischen Staatsarchiv, der Wiener Stadt- und Landesbibliothek, sowie dem Bundesarchiv in Berlin liegen. Ich wollte meine Ausführungen, die weit ins 19. Jahrhundert zurückgehen, aber auch jene über die Zeit des Nationalsozialismus konkret belegen können. Außerdem verwendete ich den Nachlass von Ernst Marischka in den Filmbezogenen Sammlungen des Österreichischen Filmmuseums, wo ich arbeite. Um ein wenig mehr Einblick in die Familienatmosphäre zu gewinnen, stellte ich Romy Schneiders Nichte Patrizia Albach einige gezielte Fragen, die nur jemand aus dem engeren Familienkreis beantworten konnte. Und natürlich konnte ich bei meiner Arbeit auf zahlreiche Interviews aus der Vergangenheit zurückgreifen.

Romy Schneider ist in Wien in eine bedeutende Schauspielfamilie geboren. Wie waren die Beziehungen Romy Schneiders zu bzw. der Einfluss Ihrer Familie väterlicher- und mütterlicherseits?

Väterlicherseits gab es, wie schon erwähnt, die auf bereits mehrere Generationen zurückgehende Theatertradition, mütterlicherseits den Filmstar Magda Schneider, der ebenfalls am Theater ausgebildet worden war. Dieses Vorbild einer erfolgreichen Schauspielerfamilie hatte Romy Schneider stets vor Augen und war vom Phänomen des Theaters zeitlebens beinahe eingeschüchtert. „Das einzig Wahre für einen Schauspieler ist die Bühne“ hat sie in Interviews immer wieder betont und dabei sicher wiederholt, was man ihr doziert hatte.

Welche Beziehung hatte Romy Schneider zu Ihrem Vater, dem Wiener Schauspieler Wolf Albach-Retty (1906 – 1967) und Ihrer Großmutter der Schauspielerin Rosa Albach-Retty (1874 – 1980)?

Ihr Vater war der große Abwesende in Romy Schneiders Kindheit, sie hat ihn idealisiert, geliebt und verehrt, selten kritisch gesehen. Auch die Großmutter war, einerseits wegen ihrer Stellung als Burgtheaterschauspielerin, andererseits als starke Frauenpersönlichkeit, jemand, den Romy Schneider sehr bewundert hat. Auch wenn Rosa Albach-Retty, noch bevor Romy sich ihre ersten Sporen beim Film verdient hat, einmal über sie gesagt haben soll: „Kein Talent. Kein Organ. Die kann nicht zum Theater!“

Romy Schneiders Vater konvertierte zum evangelischen Glauben. Welche Bewegründe gab es da und wie vollzog sich dies?

Meiner Erinnerung nach müsste es umgekehrt gewesen sein. Wolf Albach-Retty war nach der Konfession seiner Mutter Rosa evangelisch und hat vor der Ehe mit Magda Schneider deren katholisches Religionsbekenntnis angenommen. Er zeigte vor allem in jüngeren Jahren wenig Interesse für religiöse Dinge, sondern eher für Autos, Frauen, die Jagd, daher denke ich nicht, dass er über seinen Konfessionswechsel allzu viel nachgedacht hat.

Welche Bedeutung hatte Religion für Romy Schneider? Wurden ihre Kinder getauft?

Zur „Gretchenfrage“ hat sich Romy Schneider kaum geäußert, weder was sie selbst noch ihre Kinder betrifft. Sie wurde katholisch getauft, ging einige Jahre auf ein Internat mit katholischen Schwestern. Das hat sie zweifellos geprägt. Im Laufe ihres Lebens hat sie sich sehr für das Judentum zu interessieren begonnen, vor allem, weil sie sich ausgiebig mit den Verbrechen des Nationalsozialismus beschäftigt hatte. Die Namen für ihre Kinder, David und Sarah, waren bewusst gewählt, eines der ersten Geschenke an ihren Sohn war ein Anhänger in Form des Davidsterns.

Gab es seitens der Großmutter auch Kontakt zu den Kindern Romy Schneiders?

Wenn sich die Frage auf Rosa Albach-Retty bezieht, so haben sich einige Besuche mit Romys 1966 geborenen Sohn David ergeben, wenn sich die Großfamilie auf dem Anwesen Magda Schneiders in Schönau am Königsee traf. Sarah wurde 1977 geboren, zu jenem Zeitpunkt lebte Rosa mit 103 Jahren bereits im Künstlerheim in Baden bei Wien. Da sie 1980 starb, werden sich, wenn überhaupt, nur wenige Treffen mit der Kleinen ergeben haben. Rosa Albach-Retty kannte die Urenkel aus diesem Familienzweig wohl eher von Fotos und Erzählungen her.

War Romy Schneider bei den Begräbnissen Ihres Vaters bzw. Ihrer Großmutter in Wien anwesend und war Sie da familiär eingebunden?

Bei der Beerdigung ihres Vaters im Jahre 1967 auf dem Evangelischen Friedhof in Wien war Romy Schneider dabei. Anders war dies 1980, als ihre Großmutter in einem Ehrengrab auf dem Zentralfriedhof beigesetzt wurde. Da reiste Romy Schneider erst ein paar Tage später an, um allein und vor allem anonym Abschied nehmen zu können. Zu diesem Zeitpunkt war sie bereits ein beliebtes Opfer von Paparazzi geworden, die mit Fotos der trauernden Romy Schneider viel Geld verdienten. Das nahm immer groteskere Formen an: Um den medialen Rummel um ihre Person zu entgehen, hatte sie das Begräbnis ihres ersten Ehemannes Harry Meyen in Hamburg ein Jahr zuvor kauernd auf dem Boden eines Lieferwagens verlassen müssen. Ähnliche Szenen wollte sie der Familie und sich selbst bei diesem Anlass ersparen.

Was bedeutete Romy Schneider Wien? Welche besonderen Bezugsorte gibt es da?

Romy Schneider kam 1938 in Wien zur Welt, als Österreich bereits Teil des Deutschen Reichs war und sie blieb zeitlebens deutsche Staatsbürgerin. Dennoch hat sie sich oft als „sentimentale Wienerin“ bezeichnet und gerne Zeit hier verbracht. Einige der Filme aus den Anfängen ihrer Karriere sind in Wien entstanden, sie hat während der Dreharbeiten oft im Hotel Sacher gewohnt. Ihre Großmutter lebte im 19. Bezirk in der Reithlegasse. Die Familie Schneider besuchte in Wien gerne diverse Theater, darunter natürlich das Burgtheater, aber auch die Staatsoper. Wenn man Romy Schneiders Stimme hört, fällt vor allem bei privaten Aufnahmen, die österreichische Färbung darin auf. Sie hatte zwar keine offiziellen österreichischen Dokumente, trug ihren diesbezüglichen Pass aber auf der Zunge.

Wo wurden die Sissi Filme, mit denen Romy Schneider Mitte der 1950er Jahre schnell berühmt wurde, in Wien gedreht?

Bei den Außenaufnahmen sowie einigen Interieurs hat man sich für das für Tourismuszwecke äußerst wirksame Schloss Schönbrunn entschieden, obwohl die österreichische Kaiserin mehr Zeit in der Hofburg verbracht hat. Einige Szenen wurden im Palais Liechtenstein gedreht, vieles in den Studios am Rosenhügel. Die legendäre Filmhochzeit fand nicht wie in der historischen Wirklichkeit in der Augustinerkirche statt, sondern in der Michaelerkirche, die man wiederum als Stephansdom ausgab…

Was waren Motive für die Schauspielerin nach Frankreich zu gehen und wie reagierte Ihre Familie darauf?

Romy Schneider ging zweimal nach Frankreich. Einmal 1958, als sie Alain Delon frischverliebt folgte, um mit ihm in Paris zu leben. Das sorgte innerhalb ihrer Familie für einen Skandal, weil die in ihren Filmen als „blütenreine Unschuld“ verkaufte Romy nun ohne Verlobungsakt oder Trauschein mit einem Mann unter einem Dach lebte. Erst nach einiger Zeit konnte eine publikumswirksame Verlobung für die Medien inszeniert werden, zur Hochzeit kam es bekanntlich nie. Nachdem sich das Paar 1964 trennte, zog Romy nach Deutschland und heiratete dort Harry Meyen. 1969 war es wieder Delon, der sie nach Frankreich holte, um ihr mit „Der Swimmingpool“ die Chance eines Comebacks anzubieten. Der Erfolg dieses Films war der Beginn ihrer zweiten Karriere, denn in Frankreich wurden ihr – im Gegensatz zu Deutschland oder Österreich – interessante zeitgemäße Filmstoffe angeboten.

Wie und von wem wurde die Schauspielerin Romy Schneider beruflich beraten und gemanagt?

Erst von ihrer Mutter und ihrem Stiefvater Hans Herbert Blatzheim, der jedoch wohl einen Teil ihrer beträchtlichen Gagen in sein Firmenimperium investiert haben dürfte. Später waren es unterschiedliche Agenturen, von denen sie vertreten wurde, in Hollywood etwa von dem legendären Paul Kohner. Wichtiger wäre für Romy Schneider gewesen, sich mit Leuten zu umgeben, die sie in Steuersachen besser beraten hätten, denn ohne entsprechende Aufsicht hat sich bei ihr eine große Steuerschuldenlast angehäuft, die ihr in den letzten Lebensjahren ziemlich viele Probleme machte.

Welche Ihrer Filme schätzte sie selbst besonders?

Romy Schneider war bis zu ihrem Tod davon überzeugt, keinen wirklich bedeutenden Film gedreht zu haben. Natürlich gibt es Streifen, die ihr sehr am Herzen lagen, etwa die Filme mit Claude Sautet, in denen sie ihre Rollen mit einem leisen ironischen Lächeln um die Mundwinkel anlegen konnte. Das hat ihr, glaube ich, durchaus entsprochen. Oder auch „Der Prozess“ unter der Regie von Orson Welles, bei dem sie das erste Mal das Gefühl hatte, etwas Außerordentliches geleistet zu haben. Die Zweifel an der Qualität der eigenen Arbeit überwogen jedoch zeitlebens.

Welche freundschaftlichen Kontakte gab es von Ihr zu Kolleg*innen bzw. Künstler*innen?

Die meisten von Romy Schneiders Freundinnen und Freunde kamen nicht aus der Kollegenschaft, sondern aus dem privaten Kreis, wie etwa die Journalistin Christiane Höllger. Zu den Ausnahmen gehörten Hildegard Knef, Gertraud Jesserer, Jean-Claude Brialy, Michel Piccoli und – nicht zu vergessen – Alain Delon, der sich nach Ende ihrer Beziehung bis zu Romy Schneiders Tod als guter Freund erwies.

Romy Schneider war mit der kürzlich tragisch verstorbenen Wiener Schauspielerin Gertraud Jesserer (1943 – 2021) befreundet. Wie gestaltete sich diese, wie war der Kontakt, Austausch?

Romy Schneider und Gertraud Jesserer lernten sich bei dem Film „Die Halbzarte“ 1958 in Wien kennen. Sie freundeten sich an, schrieben sich danach regelmäßig, wodurch Jesserer stets über das Privatleben Romys informiert blieb. Als Romy Schneider mit ihrem Ehemann Harry Meyen 1969 nach Hamburg zog, traf sie Jesserer, die dort Theater spielte, wieder. Beide waren nun junge Mütter, man sah sich regelmäßig. Man kann also mit Recht sagen, dass Getraud Jesserer eine enge Vertraute von Romy Schneider war. Das Lebensschicksal der beiden Frauen weist fatale Parallelen auf: Beide waren autodidakte Talente, begannen in sehr frühen Jahren ihre Filmkarriere, beide mussten den Schmerz nach dem Verlust eines Kindes verkraften, beide Ex-Ehemänner beginnen Selbstmord, beide Frauen starben einen tragischen Tod…

Gab es Kontakte bzw. freundschaftliche Kontakte zu österreichischen Künstler*innen?

Ich denke, die meisten solcher Kontakte, wie etwa zu Peter Weck oder Senta Berger, waren eher beruflich. Auch Karlheinz Böhm traf Romy Schneider selten, sie war dann in ihren Gesprächen aber immer wieder erstaunlich offen zu ihm, wie er mir bei einem Interview erzählte. Die einzige Ausnahme war wohl die bereits erwähnte Gertraud Jesserer.

Überlegte Romy Schneider bzw. gab es künstlerische Pläne wieder in Wien Theater zu spielen, zu drehen?

Theaterpläne beschäftigten Romy Schneider ihr ganzes Leben lang. Sie wurde als Filmschauspielerin bekannt, stand nur zwei Mal auf der Bühne, sah jedoch – sicher geprägt durch die Familie – im Theater den höchsten künstlerischen Anspruch für eine Schauspielerin. Die Vorstellungen, wie und in welcher Form sie am Theater agieren sollte, änderte sich im Laufe ihrer Karriere immer wieder. Es gab schon in den 1950er Jahren ein Angebot des Burgtheaters, das Magda für ihre Tochter jedoch ablehnte, weil sie es als zu früh empfand. Mehrere deutsche Theater bewarben sich später, keines erhielt den Zuschlag. Zuletzt hätte es Romy Schneider bevorzugt, in einem neuen, eigens für sie geschriebenen Stück zu spielen, wohl um nicht mit anderen Schauspielerinnen, die die Rolle zuvor interpretierten, verglichen zu werden. Filmangebote aus Wien hat sie ab dem Film „Der Kardinal“ nicht mehr angenommen, immerhin hat sie für „Gruppenbild mit Dame“ im Waldviertel gedreht. Hätte sie länger gelebt, wären Kontakte zum neuen österreichischen Film durchaus möglich gewesen, denken wir nur an die französisch-österreichischen Filme Michael Hanekes.

Romy Schneider als private Person. Welche privaten Interessen, Freundschaften pflegte, Hobbys hatte Sie?

Trotz der Tragik ihrer beiden letzten Lebensjahre wäre es falsch, Romy Schneider generell als tragische Figur zu zeichnen. Im Gegenteil, sie war eine lebensfrohe, humorvolle junge Frau. Man kann sie als sehr offen und ehrlich beschreiben, als sensibel, leicht verletzbar, manchmal aufbrausend, aber auch unsicher und ängstlich. Was den Freundeskreis betrifft, suchte sie nach ausgleichenden und selbstbewussten Charakteren. Vor der Kamera lebte sie auf, gleichzeitig war sie als Künstlerin sehr selbstkritisch und selten mit ihrer Leistung zufrieden. Was Hobbies betrifft, so war es als Kind und Jugendliche die dekorative Malerei, etwa auf Holztellern, die sie gerne ausübte. Später setzte sie die Filmarbeit so ins Zentrum ihres Lebens, dass sie neben etwas Urlaub und Musik kaum mehr Zeit für Hobbies hatte.

Romy Schneider als Liebende und Mutter. Was bestimmte, kennzeichnete da ihren Weg?

Man kann wohl sagen, dass sie in der Liebe sehr leidenschaftlich, sehr emotional war. Das gilt für Männer ebenso wie für ihre beiden Kinder und ihre Familie. Das bedeutet aber nicht, dass sie nebenher nicht auch ihren Beruf geliebt hat, ihre Arbeit, ihre Berufung. Dieser Umstand wird mancher Frau immer noch – völlig zu Unrecht – negativ angerechnet, während es bei Männern als völlig normal akzeptiert wird.

Alain Delon wird als Ihre große, tragische Liebe bezeichnet. War es so?

Alain Delon hat längst verstanden, dass er und Romy Schneider in gewisser Weise für immer zusammengehören werden. In der Phantasie und der Erinnerung der Menschen. Im Leben hatte die Liebesbeziehung nicht funktioniert. Aber in den späteren Lebensjahren entstand eine echte Freundschaft, in der Delon immer wieder in entscheidenden Momenten für Romy Schneider da war, man kann sagen, bis über ihren Tod hinaus. Aus Liebe zu ihm brach sie 1958 aus ihrer bisherigen luxuriösen Welt aus, zog nach Frankreich, riskierte ihre märchenhafte Karriere, änderte ihr Leben von Grund auf. Durch ihn lernte sie den Regisseur Luchino Visconti kennen, der mit ihr ein Theaterstück inszenierte und Filme drehte. Fünf Jahre nach der Trennung bot ihr Delon die weibliche Hauptrolle in „Der Swimmingpool“ an, womit der entscheidende Teil von Schneiders internationaler Karriere begann. Nach den Schicksalsschlägen am Ende ihres Lebens stand er ihr immer wieder als Freund zur Seite. Auch die Organisation von Schneiders Begräbnis übernahm er ganz in ihrem Sinn, indem er Presse und Öffentlichkeit weitgehend ausschloss.

Von Romy Schneider gibt es sehr viele Fotoserien. Wie kam es dazu?

Viele Fotografen haben betont, dass Romy Schneider das Posieren vor einer Kamera durchaus geliebt hat, dabei selbst gerne kreativ wurde, immer neue Variationen des Geforderten anbot. So entstanden unzählige Fotoserien, die nun immer wieder publiziert werden. Mich erstaunt selbst, wie viele Fotos in den vergleichsweise wenigen Lebensjahren von Romy Schneider eigentlich gemacht wurden. Angelehnt an den Satz von Marlene Dietrich, die über sich selbst meinte, man habe sie zu Tode fotografiert, scheint es bei Romy Schneider so zu sein, dass man versucht, sie ins Leben zurück zu fotografieren.

Es gibt von Romy Schneider auch sehr viele private Paparazzi Fotos bis hin zum Tod ihres Sohnes. Wie ging, musste Sie damit umgehen?

Während sie vor der Kamera von Profis wie etwa Robert Lebeck oder Helga Kneidl gerne posierte, waren ihr Paparazzi, die mit indiskreten und geschmacklosen Aufnahmen viel Geld verdienten, zuwider. Zu den schlimmsten Dingen, die sie dabei erleben musste, gehörten Aufnahmen ihres toten Sohns, die entstanden, nachdem sich Fotografen ins Krankenhaus geschlichen hatten, und dem toten Kind dort die Decke über dem Kopf wegzogen, um es abzulichten. In einem ihrer letzten Interviews nimmt Romy Schneider darauf Bezug, prangert die an, welche solche Fotos machen, aber auch die, welche sie abdrucken. Sie fragt in beiden Fällen zu Recht: Wo bleibt hier der Anstand, die Moral?

Welche privaten und beruflichen Pläne hatte Romy Schneider vor Ihrem Tod?

Privat war sie frisch verliebt in Laurent Pétin, wollte mit ihm und ihrer Tochter Sarah viel Zeit in einem Landhaus in Boissy-sans-Avoir verbringen. Sie träumte davon, eines Tages nur mehr auf dem Land zu leben, keine Filme mehr zu drehen… Ob sie das jemals erreicht und dann durchgehalten hätte, wissen wir nicht. Beruflich war sie voller Pläne, auch weil sie gewusst hat, dass Filmarbeit sie zumindest kurzzeitig von ihrem privaten Kummer erlöst. Als nächstes wollte sie einen Film mit Alain Delon drehen, für den es bereits ein Drehbuch gab, zu dem es jedoch nicht mehr kam.

Welche Erkenntnisse über Leben und Werk Romy Schneiders haben Sie im Zuge des Buchprojekts gewonnen?

Es hat mir gefallen, im Rahmen einer Familiengeschichte Romy Schneider trotz ihres zentralen Erscheinens im Buch letztlich als eine von mehreren Frauenfiguren zu behandeln und daher auch immer wieder aus einer anderen Perspektive zu betrachten, bzw. den Blickwinkel auf sie zu verändern, zu erweitern. Die Geschichte der Familien Albach-Retty und Schneider bis hin zu den Biasinis ist ja vor allem eine Geschichte mit faszinierenden Frauencharakteren.

Was schätzten Sie an Romy Schneider?

Am meisten hat mich ihr Fleiß beeindruckt, ihr Bedürfnis, sich im Beruf stets fordern zu lassen, einen schweren künstlerischen Weg zu gehen, es sich nicht leicht zu machen, mit guten Regisseuren an schwierigen Stoffen zu arbeiten. Wie wenig andere Schauspieler*innen ihrer Generation hat sie sehr früh damit begonnen, sich dem Thema Nationalsozialismus zu stellen, hat gespürt, dass es hier etwas aufzuarbeiten gibt. Es war ihr wichtig, Stoffe zu wählen, die mit jener Zeit zu tun hatten, den Opfern aus der Vergangenheit dabei Gesicht und Stimme zu geben.

Welcher ist Ihr Lieblingsfilm und warum?

Das ist gar nicht so einfach zu beantworten. Wenn ich mich festlegen muss, dann wäre es wohl „Die Dinge des Lebens“, weil hier Dinge zu den Themen Liebe und Beziehungen gesagt und gezeigt werden, die sich längst als zeitlos gültig erwiesen haben. Aber das gilt auch für andere ihrer Filme, vor allem jene von Claude Sautet, etwa „César und Rosalie“…

Darf ich Sie bitte abschließend zu einem Romy Schneider Achrostikon bitten?

Rosemarie

oesterreich

marischka

ymor

Sarah

charismatisch

herzlich

natürlich

ehrlich

integer

david

emotional

ruhelos

Vielen Dank für das Interview!

Sehr gerne, danke für Ihr Interesse!

40.Todesjahr _ Romy Schneider, Schauspielerin (*1938 Wien +1982 Paris)

Im Gespräch_Autor Günter Krenn

https://www.styriabooks.at/romy-spielt-sich-frei

Foto Autor_privat.

12.1.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

Patricia Elisabeth Trageser _ Schauspielerin Wien/Berlin

reenacting Romy Schneider _

Patricia Elisabeth Trageser _ Schauspielerin Wien/Berlin

Alle Fotos_Walter Pobaschnig _ Grand Hotel Wien 7.1.2022

Walter Pobaschnig 1_22

https://literaturoutdoors.com

„Dass die Kunst eine bedeutendere Rolle einnehmen soll als bisher“ Martin Buchgraber, Kabarettist & Autor _ Wien 17.1.2022

Lieber Martin, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

6:20: Leise klettere ich aus dem Bett. “Meine Zeit” und die ist aktuell viel wert. Die nächsten 30 Minuten sind für nur mich reserviert. Ich mache mir einen Kaffee und beginne meinen Tagesplan.

6:23: Die Kleine torkelt verschlafen samt weißem Stofftiger herein. Die Familienzeit beginnt. Wir googlen nach „Babyhasen“.

6:40: Die Große kommt und testet sich für die Schule. Die geliebte Geliebte tapst müde zur Morgenhygiene.

7:00: Frühstück & Jause richten. Wo ist der Stofftiger?

7:30: Die Große schnappt sich ihren Rucksack und verlässt gutgelaunt die Wohnung.

7:45: Die geliebte Geliebte geht mit der Kleinen ins Bad. Danach ein schneller Tee. Der Stofftiger taucht im Wäschekorb wieder auf.

8:00: Ich rolle mit der Kleinen in den Kindergarten. Heiliges Abschieds-Winken vorm Kindergarten. Der Stofftiger winkt mit. Am Heimweg treffe ich den Postler, er klagt über das Weihnachtsgeschäft, seine Rückenschmerzen und „de Packl – Schlepperei“.

Martin Buchgraber _ Kabarettist & Autor

8:30: Die geliebte Geliebte workt emsig im Home Office.

8:45: Ich starte einen Proben-Durchlauf im Kinderzimmer. Ist “eh fast” wie auf einer richtigen Bühne. Die Stofftiere sind mein Regisseur.

10:30: Telefonat mit der treuen Agentin. Sämtliche Vorstellungen werden verschoben. Ich tu als, ob nichts wäre… was irgendwie auch stimmt.

12:45: So spät? Kann das sein? Was kochen wir? Die Große kommt gleich nach Hause. Ich will meine geliebte Geliebte interviewen. Sie weilt, zumindest mit ihrem oberen Körperdrittel, in einer Zoom Konferenz. Es läutet an der Tür.

12:46: Der Postler. Er ist redselig, hat ein „schwares Packl“ für uns und noch immer Kreuzschmerzen. Das Paket nehme ich ihm ab, die Kreuzschmerzen muss ich ihm lassen.

13:00: Die Große ist da und hungrig. In der Schule war es “schön”. Es ist immer schön. Wenn etwas nicht schön war, dann rückt sie erst später damit heraus.

13:30: Gemeinsames Mittagessen. Anschließend beginnt die Große mit der Hausübung. Ich pendel zwischen Küche und Kinderzimmer. Meine Gitarre liegt noch im Kinderzimmer.

14:45: Die geliebte Geliebte holt die Kleine vom Kindergarten ab.

15:00: Ramba Zamba. Die Kleine reitet auf ihrem Stofftiger durch die Wohnung.

15:01: Die Große schreit. Sie hat keine Ruhe bei der Hausübung.

15:30: Wo war der Unterschied zwischen einer Strecke und einer Geraden? Eh alles gleich… oder? Die geliebte Geliebte rettet uns.

15:45: Die Kleine will eine Jause. Ich denke kurz an meine Vormittagsprobe zurück …und erinnere mich, dass meine Gitarre noch im Kinderzimmer liegt.

16:00: Wir jausnen. Die Große kommt und meint kleinlaut, dass in der Schule nicht immer alles so schön ist. Sie beichtet uns ihren Bio Test.

16:45: Ich gehe mit der Großen Inline Skaten. Sie fährt in ein Hundstrümmerl.

17:30: Die Kleine baut einen Holzturm. Er landet auf meiner Gitarre. Verdammt.

18:30: Ab ins Bad. Der Stofftiger wird nass. Drama.

19:00: Sandmännchen und Abendessen. Ich inspiziere meine Gitarre. Kleiner Kratzer, aber sonst alles ok. Der Stofftiger wird geföhnt.

20:00: Die Kleine geht ins Bett. Wo ist der Stofftiger?

21:00: Die Kinder schlafen. Juhui! Wir auch gleich!

02:15: Die Kleine steht mit Stofftiger neben dem Bett. Sie muss pipi. Noch 4 Stunden, dann geht es wieder von vorne los.

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Meine persönlichen 3,5 Gs:

• Gesundheit

•Gelassenheit

•Gute Grundstimmung

Wir müssen es schaffen gemeinsame Lösungen zu finden. Lösungen, die uns allen ein gutes Leben ermöglichen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Ein Gefühl, welches mich zeitweise beschleicht ist, dass wir Kulturarbeiter gerade hart gegen eine wachsende Kunst- und Kulturlosigkeit anarbeiten müssen. Das scheint ein endloser Kampf zu sein. Wir versuchen im Lockdown unsere Seele zu beruhigen. Das macht jeder auf seine eigene Art. Einige lesen Bücher, andere hören Podcasts und viele machen es mit RTL. Ich wünsche mir, dass die Kunst eine bedeutendere und größere Rolle einnehmen soll als bisher. Vor allem um das Wort zu strapazieren, eine exponentiell Größere, als sie aktuell inne hat.

Ich mache mir Sorgen, dass nach dem „Neubeginn“ die kantigen, scharfen Ellbogen ausgefahren werden und die notwendige Solidarität auf der Strecke bleibt. Ich halte es für möglich, dass es zu einem kulturellen Überlebenskampf kommen wird. Oder, wie es der Gouverneur der Nationalbank zu Beginn der Pandemie ausdrückte, dass jede Wirtschaftskrise auch eine Reinigung ist. Das finde ich bedenklich, gerade für die kleinen Kunst- und Kulturstätten.

Des weiteren bin ich der Meinung, dass es unsere dringende Aufgabe ist, wachsam zu sein und unser Publikum vom Alltag abzulenken. Mein schönstes Geschenk ist es, wenn die Zuschauer nach einem Kulturbesuch mehr als die Garderobe und ihren Partner wieder mit nach Hause nehmen. Dann ist schon viel erreicht.

Was liest Du derzeit?

+Samuel Beckett – eine Biografie (von James Knowlson)

+1977 (von Philip Sarasin)

+ Das alte Testament (erzählt von Arik Brauer)

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Alles seit je. Nie was anderes. Immer versucht. Immer gescheitert. Einerlei. Wieder versuchen. Wieder scheitern. Besser scheitern.“ (Samuel Beckett)

Martin Buchgraber _ Kabarettist & Autor

Vielen Dank für das Interview lieber Martin, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Kabarett-, Buchprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Martin Buchgraber _ Kabarettist & Autor

NeuStart

Fotos_1 Chaluk; 2,3,4 Clemens Maria Schreiner.

27.11.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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