„…das Übrige müssen die Götter schicken…“ _ „Die unsterbliche Geliebte“ _Szenische Fotografie/Text_mit Daniela Schimpl_Teil I_Station bei Beethoven_ Museum_Wien 26.1.2020.

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Lu, mein Lieber, ich bin da. Ich habe Deinen Brief gelesen. Es war ein weiter Weg zu Dir. Ich bin gestern in Wien angekommen und heute schon am Weg zu Dir – Lu?

 

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Wir werden uns wohl bald sehen, schriebst Du, ja – ich bin da, endlich!

 

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Und nun „vom Äußeren zum Innern“, ich mag Deine Poesie im Schreiben. Deinen Takt. Deinen Rhythmus und Deine Melodie in der Sprache. Ich sagte es Dir ja am ersten Tag. Heimlich. 

Ach, ich habe Dir so viel zu erzählen _ Lu, mein Lieber, wo bist Du?

 

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Lu – bist Du da? Ich weiß, dass Du auch viel spazierst. Bist Du im Garten? Oder am Weg in die Weinberge. Der süße Wein – Lu?

 

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Wie schön hast Du über die Natur geschrieben. Wie wir wandeln dürfen in ihr und wie sie uns verwandelt. Ich höre Dir so gerne zu, mein lieber Lu. 

Bist Du im Garten?

 

 

Wie schön ist es hier bei Dir! Ja, ich weiß wie sehr Du das Blühen der Bäume liebst, den Weg der Jahreszeiten. 

 

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Die Natur lehrt uns das Leben, hast Du gesagt, und das Spiel. Das Leichte. Wie recht Du hast, mein lieber Lu. 

 

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Lu? 

Lu, ja, endlich bist Du da! Jetzt ist es gar nicht mehr so kalt. „Mein Engel, mein alles, mein Ich…“ schriebst Du so wunderbar – komm` lass Dich umarmen! 

 

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Lach` mit mir Lu – „Erheitere mein Gemüt“ hast Du geschrieben. Ja, wie wichtig ist es in dieser Zeit und für uns beide. Das Ernste und das Leichte. Die Zeit und ich, meine Musik, braucht beides, hast Du gesagt. Und dazwischen den Klang der Liebe. Ihn spüren, wenn sonst nichts mehr gehört werden kann. Lu – ich bin da!

Gefällt Dir mein Kleid? Es ist ganz leicht, wie der Wind, der mich zu Dir bringt. Mein lieber Dichter, das waren Deine Worte und sie haben mich hierher getragen. 

 

 

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„Das Übrige müssen die Götter schicken“, hast Du geschrieben. Die Götter haben mich geschickt Lu. Jetzt hierher zu Dir. Wie sie Dich zu mir geschickt haben. Die Götter sind mit uns Lu, mein lieber Lu, auch wenn es sonst niemand ist. 

 

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Ende Teil I _ „Die unsterbliche Geliebte“

 

Fotoinszenierung nach _„Brief an die unsterbliche Geliebte“_Ludwig van Beethoven, Komponist und Pianist (1770 – 1827).

In der Rolle der unsterblichen Geliebten Daniel Schimpl, Sportwissenschaftlerin, Yogalehrerin und Delphintherapeutin_Model für Beethoven. 

Fotoinszenierung am Wohnort Beethovens in Wien_Probusgasse 6, 1190. Das letzte Wohnhaus Beethovens ist heute ein Museum. Herzlichen Dank an die Stadt Wien für die freundliche Kooperation!

Kostüm und Acessoires von Kostümverleih Lambert Hofer, costumes for film, theatre, TV, evening wear _Wien –  herzlichen Dank für das Kostümsponsoring und die so freundliche Kooperation und Unterstützung!

Idee, Text und alle Fotos_Walter Pobaschnig 1_20.

 

 

 

 

 

 

 

 

„Kunst ist Dynamik, die stattfinden muss“ Sophie Esslinger, Künstlerin_Station bei Alfred Kubin_Wien 24.1.2020

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Ich bin in Linz geboren und in Kärnten aufgewachsen. Orte und Texte waren und sind für mich ganz wesentlich. Ich habe immer viel gelesen und früh den Bezug zur Literatur gefunden. Kärntner AutorInnen waren dabei auch maßgebend. Etwa Georg Timber_Trattnig, Josef Winkler oder Maja Haderlap. Aber auch Poesie und Sagen. Diese Vielfalt im Wort von kritischer Radikalität und Imagination/Vision inspiriert bis heute. 

 

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Es sind fließende Übergänge von Text und Bild. Texte wie Bilder zeigen Spuren von Wahrnehmung und Transformation. Den Versuch etwas abzubilden. Das Gesehene und Gedachte in der Bewegung des Lebens.  Der künstlerische Ausdruck ist dabei die Zwischenstation.  

 

 

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Malerei und Grafik hat mich früh begeistert.  Arnulf Rainer, Goya und Alfred Kubin. Mein künstlerischer Schwerpunkt ist die Malerei und Drucktechnik, hauptsächlich Ölfarben und Kohle. 

Kunst ist Dynamik, die stattfinden muss.

Simone, 2019, Acrylics Oil on canvas

 

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Meine Abstraktion geht vom Blick auf die Natur aus. Der unmittelbare Lebensraum spielte da eine wichtige Rolle. Davon ausgehend kommt es dann zu Wahrnehmungsprozessen und ästhetischen Ausdrucksformen, die Transformationen oder auch Brüche sind.

Es ist eine Spur von Referenzen ohne fixierten Bedeutungsinhalte in meinen Werken. Die Freiheit des Betrachtens ist dabei ganz wichtig. 

 

Untitled, 2019 – Acrylics Oil on canvas

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Meine Bildsprache ist gleichsam ein Alphabet an visuellen Zeichen. Wichtig ist aber vor allem der Spielcharakter von Wahrnehmungsprozessen. Dies drückt sich in Form und Farbwahl aus. 

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Beschleunigung und Bewegung kennzeichnen unsere Zeit. In allem.  Kunst ermöglicht eine Auseinandersetzung darin und auch einen Raum außerhalb der Beschleunigung.

 

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Kunst ist ein Abbildungsprozess, ein Manifestieren von Gedanken in Zeichen und Bildern.

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Kunst kann viel Freiheit schaffen. Gerade auch im Aufbrechen zur Essenz des Lebens.

 

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Kunst muss auch sehr reale Fragen stellen, thematisieren und motivieren.

Kunst macht sichtbar.

 

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Kunst ist auch wesentlich gelebte Kooperation. Der Austausch und Transfer von Perspektiven ist wichtig. Kunst fördert den Humanismus.

 

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Mein nächstes Projekt ist eine Ausstellung zu Parzifal. Es geht um Verwundungsprozesse und auch Erlösung. Die Auseinandersetzung mit den Werken von Christoph Schlingensief und Richard Wagner ist dabei wichtig. Der Stoff beschäftigt mich schon länger. Es ist jetzt eine Annäherung in 4 großformatigen Malereien.

 

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Es ist eine Zeitreise in ein anderes Wien. Viele Erinnerungen sind hier an Kubins Lebensort.

 

 

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Eine besondere Atmosphäre ist zu spüren und zu sehen.

 

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Kubin – das ist auch der Zugang zum Thema des Imaginativen, des Dunklen – der Frage: Was ist Wirklichkeit?

 

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Es liegt eine spezifische Wahrnehmung und eine große Sensibilität im Kunstweg Kubins. Ein Charakteristikum von Kunst an sich.

 

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Konsequenz und Ausdauer ist ganz wesentlich in der Kunst.

Kunst in das Leben zu integrieren ist immer eine Herausforderung. Als KünstlerIn aber ebenso objektiv in einer Gesellschaft an sich.

 

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Ich kann nicht anders. Kunst ist auch manisch.

 

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Vielen Dank liebe Sophie für den interessanten Vormittag in Gespräch und Bild am Weg zu Alfred Kubin  – viel Freude und Erfolg weiterhin!

Station bei Alfred Kubin _ Wien _

Sophie Esslinger, Künstlerin

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Interview und alle Fotos_Walter Pobaschnig _24.1.2020.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Wien ist eine große Inspiration“ Julia Santini, Sängerin, Station bei Falco, 17.1.2020

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Ich komme aus einer Familie in der Kunst über Generationen sehr wichtig war und ist. Dies wurde auch bei mir stets gefördert. In meiner Kindheit gab es einen Auftritt mit einem Gesangsprojekt (Wiener Kinder Chor) im Wiener Konzerthaus, von da an wusste ich, ich will singen. Später hatte ich etwa Musical- und Jazzunterricht.

 

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Ich habe meine erste Gitarre mit sechzehn Jahren gekauft. Es folgten Jahre unterschiedlicher künstlerischer Schwerpunkte und Ausbildungswege. Etwa sieben Jahre Gesangsunterricht. Ich habe dann Theater- Film- und Medienwissenschaft studiert. Seit 2016 komponiere und singe ich wieder intensiv. Mit der Gitarre und auch dem Klavier. Ich schreibe alle Lieder selbst.

 

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In meinen Texten geht es um Erfahrungen und Erlebnisse mit Personen, die mir nahestehen bzw.- standen. Privat oder beruflich. Oder es geht einfach um Hormone (lacht).

 

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Beim Songschreiben ist zuerst ein Gefühl da, ein Gedanke, eine Geschichte. Die schreibe ich auf, dann folgen die Akkorde. Es ist ein wechselseitiger Prozess, welcher Musik gleichsam aus dem Leben nimmt und diesem zurückgibt.

 Der erste Gedanke ist meist der Impuls für das Hauptthema, ich setze das dann auch im Refrain.

 

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Texte und Melodien begegnen ständig am Weg durch das Leben und die Stadt. Es fällt mir immer etwas auf und ein. Ich warte nie auf die Muse.

Früher habe ich in mein Tagebuch geschrieben und jetzt schreibe ich Songs.

 

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Die Stadt ist eine große Inspiration. Ich schreibe nur deutsche Texte. Die liegen quasi auf der Straße, wenn wir aufmerksam sind. Ich bin Wienerin und ich liebe Wien. Auch wenn die WienerInnen manchmal nerven aber so bin ich ja auch manchmal.

 

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Ich arbeite gerne selbständig. Meine Kompositionen, meine Texte. Dadurch kann ich auch frei meine musikalischen Wege gehen und bestimmen.

 

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Es gibt natürlich viele Inspirationen, vom Blues bis zu Ludwig Hirsch und eben Falco hier – aber mir ist wichtig meine eigene Persönlichkeit auszudrücken. Vorbilder habe ich daher nicht. Ich denke, das Authentische ist sehr wichtig. In der Musik wie überall im Leben.

 

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Falco, Austro Pop war bei mir Zuhause gern gehört, neben Jazz und Klassik. Ich war elf Jahre alt als ich den ersten Falco Song hörte. Seine Songs rannten auch auf den Partys- Jeanny, Vienna Calling.

 

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Was ich an Falco bewundere ist, dass er die deutsche Sprache, die ja sehr eckig und kantig ist, in den Rhythmus bringt. Das konnte er ausgezeichnet. Das ist auch mein musikalischer Weg.

 

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Ja, Musik kann viel bewirken, wenn sie wirklich berührt. Dann kann es auch ein Nachdenken,Veränderung  geben. Die Welt in Anspruch und Möglichkeit ist ein wichtiges Thema meiner Songs. Eine Reflexion des Lebens und der Zeit. Darin liegt viel Kraft, und auch Hoffnung.

Musik soll zum Nachdenken anregen. Wie wir miteinander umgehen.

 

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Der Gedanke ist ja das Erste was passiert bevor etwas passiert. Zuerst müssen wir nachdenken. Musik ist dafür eine wichtige Brücke, ein Weg zum und am Weg durch das Leben. In meinen Songs „Geradeaus“ und „Ausbruch“ geht es auch wesentlich darum.

Du kannst einen Song über alles schreiben. Es muss ja nicht immer ernst sein.

 

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Meine nächsten Pläne sind eine Band aufzubauen. Im Frühling soll meine erste Single – „Ausbruch“ – herauskommen. Es wird spannend, ich freue mich auf alles Kommende, wir hören uns (lacht).

 

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Bestimmt, liebe Julia Santini, vielen Dank für das Interview und die beeindruckende Performance in Falcos Stammlokal – weiterhin viel Freude und Erfolg!

Herzlichen Dank an die Inhabung und die MitarbeiterInnen des Gasthauses „Zum alten Fassl“   für Ihre freundliche Unterstützung!

Station bei Falco_Julia Santini, Sängerin _ Wien 17.1.2020.

Alle Fotos_Walter Pobaschnig.

 

 

„Es muss beim Schreiben um alles gehen“ Birgit Birnbacher, Bachmannpreisträgerin 2019 im Gespräch mit Katja Gasser, ORF, Konzerthaus Wien, 15.1.2020.

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Es geht in meinem Text „Der Schrank“ auch um elementare Arbeitsprozesse. Die Nähe zu den Dingen im Prozess der Herstellung, im Tun der Arbeit, was heute ja größtenteils nicht mehr so ist.

Ich denke, es wird später über uns gesagt werden, dass wir die Digitalisierung nicht verstanden haben. Im Sinne, dass Maschinen für uns arbeiten.

Wir praktizieren im Umgang mit der Digitalisierung ein großes Missverständnis, wir wollen besser sein als die Maschinen – anstatt, dass wir uns helfen lassen von ihnen. Das ist ein ganz großes Paradoxon unserer Arbeitswelt.

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 Unsere Aufgabe liegt darin zu begreifen, dass, wenn wir wirklich wollen, dass wir an unserer Arbeitswelt, unserer Lebenswelt nicht zugrunde gehen, müssen wir Maschinen nützen lernen, um uns Zeit zu verschaffen. Doch dies ist in unserer Gesellschaft nicht zu sehen.

Es ist ein immer mehr an Leistung. Ich wundere mich darüber. Gerade auch, warum es nicht umgekehrt ist.

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Erfolg und Anerkennung, ja, das ist ein altes Spiel. Zuerst ist da die Suche nach Anerkennung. Wenn diese da ist, kann man sie nicht glauben, dann ist man sofort misstrauisch, denkt, irgendwann kommen sie drauf, dass es ja ganz anders ist.

Bei negativer Kritik ist es ein gleichsam automatischer Reflex sich innerlich aufzurichten, um stehenzubleiben.

Es kommt im Prozess der Kritik und Diskussion darauf an, sich zu konzentrieren auf das, was wirklich wichtig ist im Prozess des Schreibens. 

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Es ist wichtig als Schriftstellerin sich nicht vom persönlichen Weg abbringen zu lassen.

 

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Was ist ein Thema, was will erzählt werden – dass sind die Fragen einer Schriftstellerin, meine Fragen im Prozess des Schreibens.

Wo bist Du wirklich? Wo schreibst Du echt?

 

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Es muss beim Schreiben um alles gehen.

 

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Ich glaube Leserin und Leser spüren immer genau wie echt ein Text gemacht ist.

„Schreib` einmal einen Satz Landschaftsbeschreibung“, sagte mein Lektor „nur einen“. Naturbeschreibungen, so etwas mache ich nicht, spüre ich nicht.

Je echter ein Text gemacht ist, desto spürbarer ist es.

 

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„Braucht es die Katastrophe, um über das Schöne schreiben zu können?“

 

Ich denke schon. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es SchriftstellerInnen gibt, die aus dem reinen klaren schönen Wohlbefinden Literatur machen können. Ich kann mir das nicht vorstellen – für mich. Ich weiß es nicht ob es das gibt. Gibt es das?

 

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Birgit Birnbacher; Bachmannpreisträgerin 2019 im Gespräch mit Katja Gasser, Staatspreisträgerin Literaturkritik 2019, Konzerthaus Wien, 15.1.2020.

Herzlichen Dank an Charlotte Hartwig, Pressebüro Konzerthaus Wien,  für die freundliche Pressebetreuung!

 

Alle Fotos_Walter Pobaschnig _ 15.1.2020 _ Konzerthaus Wien_BRG19 Vienna, Krottenbachstr.

 

 

Woodstock. Die wahre Geschichte. Michael Lang und Holly George-Warren. Edel Books, 2019

 

Woodstock. Die wahre Geschichte. Michael Lang und Holly George-Warren. Edel Books, 2019

Montag, der 18.August 1969. Der Superstar Jimi Hendrix betritt die Bühne. Tausende sind noch immer vor Ort obwohl das Festival bis Sonntag anberaumt war, viele schon am Weg zu Arbeit und Aufgabe des Alltags. Auch Michael Lang, der Organisator dieser Konzerttage, die allen Rahmen bisheriger Erfahrungen überschreiten und Musik als Zeit- und Lebensgefühl manifestieren und zelebrieren, steht am Rande der Bühne. Er hat nur wenige Stunden geschlafen. Das Festival wurde schon nach kürzester Zeit aufgrund des unerwarteten Interesses hundertausender begeisterter vor allem junger Menschen zum freien Konzert. Die Kosten sind jetzt für den Macher des Festivals nicht gedeckt. Vieles ist unsicher und ungewiss. Doch dann lässt Jimi Hendrix im Schein der durchbrechenden Morgensonne die amerikanische Nationalhymne star spangled banner über die satten grünen Hügel erklingen und legt alle Freude und allen Schmerz dieser Welt in seine unnachahmlichen Gitarrenriffs. Menschen blicken gebannt zur Bühne, bleiben stehen, blicken zurück und Michael Lang, nur wenige Meter von Jimi Hendrix entfernt, denkt jetzt an all die Herausforderungen und Krisen der Zeit und den Anspruch dieser Gemeinschaft hier, zu verändern und zu verbinden. Aber er denkt auch zurück an den Musikclub in Manhattan als er als Sechzehnjähriger erstmals den Zauber von Livemusik und deren Kraft intensiv erlebt und wie ihn diese Begeisterung bis hierher geführt hat…

Michael Lang, wesentlicher Organisator des legendären Musikfestivals, öffnet gemeinsam mit der renommierten Musikhistorikerin und Autorin, Holly George-Warren, den großen Schatz der authentischen Erinnerung über persönliche Inspirationen, Motivationen und die umfassenden organisatorischen Vorbereitungen wie schließlich den Festivalverlauf und die weiteren Ausblicke. Viele Fotos begleiten dies eindrücklich. Es ist eine wunderbare Zeitreise „aus erster Hand“ zu einem der bedeutendsten Meilensteine moderner Musik- und Gesellschaftsgeschichte.

„Eines der wesentlichsten Bücher zur modernen Musik- und Zeitgeschichte. Geschrieben im Stil eines mitreißenden Rockkonzertes. Direkt, emotional, nachdenklich und ermutigend. Kein Denkmal für woodstock sondern eine zeitlose Botschaft für die große friedvolle verändernde Kraft von Musik.“

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„Es ist ein Ort der Geschichte und Geschichten hier – wohl ideal für einen Musiker“ Station bei Falco_Wien, Gülay W., Bauarbeiter und Hausmeister, 2.1.2020

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Da sind der alte Steinboden, die Flügelfenster und die Sitzbank am Gang. Hansi mochte das traditionelle und auch geheimnisvolle hier. Der Text vom „Kommissar“, der hier geschrieben wurde, spiegelt dies auch. Auch der Gewölbekeller dürfte wohl eine Inspiration gewesen sein.

Das Haus hier hatte sicher für einen heranwachsenden Jungen wie dann Musiker viel zu erzählen. Ein großer Raum für Phantasie aber auch ein Rückzugsort.

 

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Falco, Hansi Hölzel, wuchs ja in dieser Straße auf, seine spätere eigene Wohnung hier, war sehr klein, auch sehr traditionell, ein alter Holzboden, die dicken Mauern, die Jahrhunderte sind zu spüren. Eine gute Inspiration wohl auch für „Amadeus“.

 

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Ich bin Hausmeister hier seit Mitte der 80er Jahre und habe Falcos Wohnung dann ausgeräumt. Da waren ältere Möbel und etwa auch ein Kästchen mit einem Spiegel, darum waren Zigarrenschachteln geklebt. Unterschiedlichste Sorten waren dabei.

 

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Das WC war auf dem Gang. Auch die Bassena. Das Haus ist sehr alt. Es gibt auch einen Gewölbekeller.

 

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Im Garten waren zwei große Kastanienbäume, die mussten dann wegen Bruchgefahr gefällt werden. Bei den Arbeiten kam es immer wieder zu Schwierigkeiten mit der Motorsäge. Es waren Nägel, die in den Baum geschlagen worden sind. Der junge Hansi und sein Freund hatten dies in Jugendtagen hier getan. Es gab wohl nicht viele Freizeitmöglichkeiten.

 

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Orte waren wohl für Hansi wichtig, auch Erinnerungsstücke, etwa Möbel. Es waren auch viele Bilder in der Wohnung. Es müssen wohl starke Kontraste von Tradition und Moderne gewesen sein. Eine wunderbare Inspiration für einen Musiker.

 

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Die Mutter von Hansi hatte hier ein Milchgeschäft. Die Milch wurde geliefert und diese wurde vor Ort auch weiterverarbeitet. Gleich daneben war ein Reisebüro. Also Hansi ist mit der „Milch der Heimat“ und dem „Ruf der Ferne“ groß geworden. Das stand wohl auch für seine Musik und sein Leben.

 

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Hier ist es nicht weit zum Naschmarkt und zum Karlsplatz, einem Verkehrsmittelpunkt. Falco hat dort Sequenzen des Jeanny Videos gedreht. Also fast in Blickweite zu seiner Wohnung.

 

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Es wird hier nicht viel über Hansi erzählt. Er war wohl auch sehr still und suchte die Ruhe. Diese Seite haben wir wohl alle und niemand spricht viel darüber. Bei einem Musikstar ist dies wohl noch ausgeprägter.

 

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Seine Musik kommt von hier. Licht und Schatten eines Lebens sind hier in diesen Mauern wohl gut aufgehoben und bewahrt. Mauern erzählen nur ganz still, das ist gut so.

Ich liebe Blumen, Pflanzen. Sie sind meine Musik, meine Komposition.

 

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Station bei Falco_ Wien _ 2.1.2020_Gespräch mit Gülay W. _

Interview und alle Fotos _ Walter Pobaschnig

 

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