„Sich klar zu machen, dass die eigenen Chancen womöglich schlecht werden, grottenschlecht. Und sie nutzen.“ Dieter M.Gräf, Schriftsteller_Berlin 10.2.2021

Lieber Dieter, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Reduziert. Das war er auch im ausgegangenen Jahr, aber da war das Licht noch schön und mir war es gelungen, mich in der Beschränkung gut einzurichten. Oft war ich dennoch heiter und übermütig. Die letzten Tage waren nun sehr trüb, mein winterliches Corona-Leben fühlt sich gerade monoton an. Ich stehe immerhin mit Liegestützen auf und dusche mich auch kalt. Ich darf ja seit vielen Wochen nicht mehr ins Fitness-Studio und dort auch nicht schwimmen. Vor den Nachrichten mache ich meist eine Stunde Mehr-oder-weniger-Sport im Schlafzimmer, mit Widerstandsbändern und ohne. Nicht sehr dynamisch, aber immerhin. Wenn es die Witterung zulässt, gehe ich nach dem Frühstück bei Shakespeare & Sons in der Warschauer Straße vorbei und nehme einen Papp-Cappuccino mit, dann laufe ich die weiterhin stattliche Karl-Marx-Allee entlang, bis ich merke, dass ich demnächst pissen muss. Ich wohne also in Berlin-Friedrichshain. Im Pseudo-Sozialismus, denke ich mir, konnte man immerhin das gewiss tun, da hat bestimmt Henselmann mit seinem Kollektiv höchstselbst Bedürfnisanstalten entworfen. Im Kapitalismus in seiner coronalen Phase ist das jedenfalls nicht vorgesehen und für einen Mann auch kaum diskursfähig. Menschen mit schlechterer Blase, denke ich mir, wie mag es denen gehen. Ich esse japanisch früh zu Mittag, vor 12 also, wochentags hole ich das Essen meist in der Garbe, am Wochenende beim Vietnamesen, oder koche selbst. Im letzten Jahr las ich viel, aber derzeit ist mir kaum danach. Ich bin zu oft auf Facebook, liebe mein Laptop und sehe dort auch TV, setze mich dabei aber selten. Eigentlich nur beim Elfmeterschießen und bei Nacktszenen. Weiß gar nicht so genau, welche sozialen Kontakte ich legal noch haben darf. Aber ab und dann habe ich Sex und ab und dann treffe ich eine Ex. Würde mich auch gerne von einer Dritten massieren lassen, aber der Lauterbach steckt ja überall.

Dieter M. Gräf, Schriftsteller (mit Tanikawa Shuntaro). Foto: / Goethe-Institut Tokyo

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Die Macht der Narrative zu erkennen und ihnen tief zu misstrauen? Bei Trump und seinen Anhängern sehen wir das ja überdeutlich: der erfindet einen Wahlbetrug und wiederholt das laut und penetrant. Bis sein Mob das Kapitol stürmte, machte das republikanische Lager mit, nun bröckelt das. Das ist ein plumpes Modell, daran kann man leichter erkennen, wie ein Narrativ funktioniert. Wer ihm auf den Leim geht, ist für das, was ist, kaum mehr zugänglich. Was ist denn? Das ist positiv kaum benennbar, aber wer sich einem Narrativ, einer Bewegung anschließt, verklebt seine Suchbewegung. Das ist kein speziell rechtes Phänomen. Die Neo-Progressiven machen das auch, wenngleich viel intelligenter und argumentativ virtuos unterfüttert. Wenn ein Narrativ sich festgesetzt hat, ist das eine gewaltige Macht, die andere einzuschüchtern vermag, oder sogar soweit bringen kann, dass sie nicht in die Lage kommen, es in Frage zu stellen. Im Mittelalter stand fest, dass es den Teufel gibt. Auch bei den Reformatoren. Einer warf gar ein Tintenfass nach ihm. Wir brauchen, finde ich, weiterhin eine offene Gesellschaft und keine Denkverbote, wildes Denken und nicht das aus der Sonntagsschule. Vielfalt, aber nicht das, was die Neo-Progressiven darunter verstehen, nämlich nur Wahrnehmungsräume für die eigene Korona, von der dürfen alle und der Rest kann weg. Sonst knallt’s auch hier.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Hm. Ich meine, dass wir die Corona-Zeit sehr, sehr unterschiedlich erleben. Ein Single, der nicht mehr arbeiten darf oder nur noch eingeschränkt, wird ganz andere Nöte spüren als Familienmenschen, die obendrein womöglich im Krankenhaus oder im Schuldienst gefordert sind und öffentliche Verkehrsmittel täglich benutzen müssen. Mein Weinhändler hat Rekordumsätze, nein, nicht durch mich, ich bin auf alkoholfreies Bier gewechselt. Die Cafébetreiberin um die Ecke hingegen scheint vorm Ruin zu stehen. Der DAX klettert auf Rekordwerte. Es gibt Menschen mit mittelständigem Einkommen, die kaum mehr gefordert werden und vor sich hinplätschern und Leute, die jeden Monat immense Summen verlieren. Leute, die plötzlich von Sozialhilfe leben müssen und Angst bekommen, ob das je wieder gut werden wird und solche, die die Zeit nutzen um gemütlich ihre Datsche zu renovieren, oder sich freuen, dass sie kaum mehr Verpflichtungen haben und endlich ungestört am neuen Roman schreiben können. Ich weiß also nicht, wie belastbar ein „wir“ sein kann, auch nicht für die Zeit nach Corona, sofern es die geben wird.

Der kulturelle Sektor ist in seiner jetzigen Form eine Wohlstandsfolge, Teil einer weit verzweigten Freizeitgesellschaft. In Berlin ist er unglaublich stark vertreten, in manchen Gegenden sind viel mehr bei der Künstlersozialkasse organisiert als in der IG Metall. Hier hat sich eine Kulturelle Kaste gebildet, halblinke Neo-Brahmanen, alle privilegiert, aber in materiell bescheidenen Verhältnissen lebend und natürlich beständig subventioniert. Die springen jedem mit blankem Gesäß ins Gesicht, der das in Frage stellt. Wir sind sowas wie Staatskünstler geworden, die mit Tofu-Häppchen rege gefüttert werden und im eigenen Milieu kreisen, das gar nicht klein ist. Ob diese Ausstattung bleiben wird, steht in den Sternen. Sollte die Wohlstandsgesellschaft einsacken, wird es für viele von uns sehr eng. Ja, was wird wesentlich sein? Sich keine getönten Scheiben vors Gesichtsfeld zu setzen. Sich klar zu machen, dass die eigenen Chancen womöglich schlecht werden, grottenschlecht. Und sie nutzen. Wie die Spieler von Holstein Kiel. Im entscheidenden Moment die Nerven behalten.

Welche Kunst braucht die Gesellschaft? Schwer zu sagen. Sie ist derzeit gänzlich überfüttert mit allem. Sogar während des sogenannten Lockdowns. Den Künsten ist ihr Hallraum abhanden gekommen, weil der Input so immens angewachsen ist. Für die Künste wäre es eher gut, würde die Kulturelle Kaste für eine Dekade einsacken. Ruhe im Karton. Das wäre aber extrem gegenläufig zu unseren Interessen und Ambitionen.

Was liest Du derzeit?

Virginie Despentes. Den zweiten Band von Das Leben des Vernon Subutex. Außerdem fange ich an, mich auf mein nächstes Residenzstipendium vorzubereiten und lese nun zu Istanbul. Dort werde ich voraussichtlich im April/Mai und im Oktober/November arbeiten. Wie es dann weiter geht, ist gänzlich offen. Vielleicht erscheint danach bald mein nächstes Buch, vielleicht erscheint keines mehr von mir. Beides kann ich mir derzeit kaum vorstellen.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Die Welt ist nicht schlecht, sondern voll“. Heiner Müller im Gespräch mit Alexander Kluge, dctp.tv 1994.

Vielen Dank für das Interview lieber Dieter, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an KünstlerInnen:

Dieter M.Gräf, Schriftsteller

Foto_Yota Kataoka.

16.1.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Wir drehen quasi gezielt und bewusst durch, um nicht den Verstand zu verlieren. Und dann wird es Abend.“ Guido Rohm, Schriftsteller_ Petersberg/D 9.2.2021

Lieber Guido, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich stehe auf, sehr früh, weil ich ein Morgenmensch bin, ein Dämmerungsbegleiter, ein Zwischenweltbewohner, der den Moment des Übergangs von der Nacht in den Tag mit seiner Schreiberei begleitet. Schreiben als musikalischer Akt. Danach heißt es momentan, dem Druck, der sich im Alltag und durch die Coronanachrichten aufbaut, standzuhalten, indem ich mit meiner kleinen „Bühne des Wahnsinns“ dagegen antrete, meine Frau und ich, die die Wohnung zu einem „Kurhotel des Irrsinns“ umfunktionieren. Wir spinnen herum, machen Fotos, stellen Bilder und Filme nach, entwerfen Ideen, verwerfen sie und bewerfen am Ende über das Internet das Draußen damit. Wir drehen quasi gezielt und bewusst durch, um nicht den Verstand zu verlieren. Und dann wird es Abend, ich liege im Bett, schlafe ein und rutsche hinab ins Tal des nächsten Tages. 

Guido Rohm, Schriftsteller, Künstler

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Geistig und körperlich gesund zu bleiben. Daher muss man nicht nur den Körper bewegen, sondern eben auch den Geist, muss ihn Gewichte stemmen lassen. Er soll Liegestütze machen, soll in 80 Tagen um die Welt laufen, soll 20 000 Meilen unter das Meer, soll zum Mittelpunkt der Erde reisen. Es ist wichtig, diese für uns alle schwere Phase, heil zu überstehen, indem man sich Stelzen an die Träume bindet, um noch höher und weiter über all das Ungemach steigen zu können. Es geht darum, Menschenleben zu retten, alles Leben, und das gelingt uns in dieser Situation am besten, wenn wir uns gemeinsam vereinsamen – auch wenn das eine grausame Forderung ist. Sie muss aber sein, um dem Virus das Wasser abzugraben, um es auszuhungern. Am Ende muss man aus diesem Moment der Schwäche einen der Stärke gemacht haben, weil man die Zeit nutzte, um sich Sieben-Meilen-Stiefel des Geistes zu nähen, die einen in die Zukunft tragen, von der wir hoffen, dass sie für alle Menschen als Land erreichbar bleibt, was uns nur gelingt, wenn wir in dieser Coronakrise dafür die Grundlagen legen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Die Kunst, die Literatur muss immer erst einmal gar nichts. Sie darf tun, was sie will. Deshalb liebe ich sie so sehr. Sie darf ein unartiges, aber auch ein artiges, ein hässliches, aber auch ein schönes Kind sein, ein Depp und ein Genie.  (Sicherlich umgeben wir uns lieber mit Genies. Aber nicht immer.)

Die neue Zeit, in die wir in einem botanischen Sinne hineinvegetieren, in die wir hinüberwachsen, in die wir hineinschlingen, wird eine sein, die von der Digitalisierung geprägt sein wird. Und das kann die Kunst, kann die Literatur auf ihre ganz eigene Art und Weise begleiten. Sie kann diese Zeit kritisieren, sie ignorieren, sie umstoßen, sie bekriegen, sie lieben, vergöttern.

Ein Neubeginn ist eine wunderbare Sache. Wir beginnen das erste Kapitel eines neuen Romans, testen die ersten Szenen eines neuen Films, aus dem wir eine Tragödie oder eine Komödie machen können. Es treten Akteure auf und ab, die ich anspielen, ansprechen kann, ich kann den Dialog auf- und annehmen. Ich muss es aber nicht. Denn Kunst und Literatur sind Tom Sawyer und Huckleberry Finn. Sie haben ihren eigenen Umgang mit der Welt. Manchmal reicht es ihnen auch, unter den Sternen zu liegen und eine Maispfeife zu rauchen. Morgen ist wieder ein Tag am Mississippi unseres Lebens. Mal sehen, was der Strom bringt.    

Was liest Du derzeit?

Unsere Wohnung ist ein Bücherdschungel, ein undurchdringliches Dickicht. Ich entdecke oft Bücher, von denen ich gar nicht wusste, dass ich sie besitze. Ich bin ein Quer- und Anleser, der ständig, wie ein Hamster an allen möglichen Büchern nagt, bis er an einem hängenbleibt, das ihm besonders gut mundet. Munden tun mir gerade …

Graham Greenes „Ein Mann mit vielen Namen“

Rayk Wielands „Ich schlage vor, dass wir uns küssen“

Das sind nur zwei Bücher, das ist eher wenig, da ich ein springender Leser bin, der von Textstein zu Textstein hoppst. Manchmal hocke ich mich auch hin und bleibe.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Für diese Zeit diese zwei Zitate:

„Andererseits ist durch nichts erwiesen, dass der Mensch auf der Erde das herrschende Lebewesen ist. Vielleicht sind es ja die Viren …“ Heiner Müller

„Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, dass sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen.“ Blaise Pascal

Guido Rohm, Schriftsteller, Künstler

Vielen Dank für das Interview lieber Guido viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literatur-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an KünstlerInnen:

Guido Rohm, Schriftsteller, Künstler

https://de.wikipedia.org/wiki/Guido_Rohm

Alle Fotos_Annette Rohm

16.1.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Lyrik und Kurzprosa sollte man in dieser Situation als Guide bei sich haben oder auswendig können“ Oedipa Fraser, Autorin, München_9.2.2021

Liebe Oedipa, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich beginne meinen Arbeitstag als Praktikant*in der „Gesellschaft der Literaturfreunde“ um 11 Uhr morgens, bereite Frank Hornungs Band „Gedichte für die Gesellschaft“ für die Veröffentlichung vor und tippe das wiederendeckte Tagebuch „Stephan und Lojo in Amerika“ von Joachim Lottmann ab, das wir derzeit auf unserer Internetseite herausbringen. Um 15 Uhr abends fahre ich von Schwabing zurück zu meinem Zimmer in München-Neuperlach, das ich seit meiner Emigration aus dem UK im letzten Jahr bewohne.

Oedipa Fraser, Autorin und Philologin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Das Ankommen in der bundesdeutschen Wirklichkeit.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Man muss sich hinter den Zeitmauern verstecken und, wenn die Luft rein ist, vorsichtig ein Stückchen weiterbewegen. Lyrik und Kurzprosa sollte man in dieser Situation als Guide bei sich haben oder auswendig können.

Was liest Du derzeit?

„Einführung in die Linguistik“, erschienen bei yeh.de. Eine Erzählung von Thorsten Krämer über seinen Studienabbruch in 1995, als er ein Freund der Gesellschaft der Literaturfreunde wurde.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Gibs auf!“ (Erzählung von Franz Kafka)

„Give it up!“ (letzter Satz in „Disgrace“ von J.M. Coetzee)

Vielen Dank für das Interview liebe Oedipa, viel Freude weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an KünstlerInnen:

Oedipa Fraser_Autorin und Philologin

Gesellschaft der Literaturfreunde Frank Hornung (gesellschaft-der-literaturfreunde.de)

Foto__Oedipa Fraser

14.1.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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Ameisenmonarchie, Romina Pleschko. Roman. Kremayr&Scheriau Verlag

Er war der Sohn. Und sie seine Tochter. Was vererbt wird sind Beruf und Geld. Wenn man es hat. Herb Senior hat genug davon. Vom Erbe und vom Leben. Da ist Magdalena seine Frau. Ihr gibt der Doktor Herb, Gynäkologe, Beruhigungsmittel. Nicht in die Hand. Nein, in die geliebte Salami. Ist ja schon wurscht. Herb Junior wollte nur in eine Vagina blicken, daher die Fußstapfen des Vaters. Eine Kaiserschnittnarbe bei Untersuchungen erkennt er nicht. Wie auch, wenn er sich selbst nicht kennt. Niemand kennt hier irgendwen. Klaus blickt aus dem Türspion zu Karin, bevor er das Haus verlässt. In seiner Wohnung ist alles perfekt abgestimmt. Teller, Tassen, Gläser. Jeden zweiten Tag der Abwasch. Und Karin weiß viel über das Scheitern. Von Männern und Frauen. Wenn ihre Tochter Helene schläft, schreibt sie. Ins Forum im Internet. Die Welt draußen und die Welt drinnen. Niemand kennt hier irgendwen. Oder irgendwann.

Aber jetzt beginnt es. Das Öffnen der Türen. Des Tages und der Nacht. Von Seele und Leben. Oder was davon noch da ist. Oder da war…

Die Wiener Schriftstellerin Romina Pleschko lässt mit ihrem ersten Roman „Ameisenmonarchie“ die sehnsuchtsvoll tragische Seele des modernen Menschen brennen. Und das lichterloh.

Der Mensch der Gegenwart in seinem Umschlungen- und Erdrücktsein von Lebenssehnsucht, Lebensherkunft und Lebenswelt wird in rasanter Sprachdynamik demaskiert und zerfetzt. Romina Pleschko beherrscht dazu alle Formen des Wortes von Direktheit, Hintergründigkeit und Stille, die offenlegen und erschüttern. Personen werden kunstvoll gesetzt wie in einem Mandala, das in jedem Moment wieder verwischt werden kann. Nichts bleibt. Da gibt es keine Brücken nur stürzendes Wasser. Ein literarischer Tanz, der begeistert.

„Ein Roman, der das Literaturjahr fulminant eröffnet!“

Walter Pobaschnig 2_21

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„Mit Fremden Sprechen“ Ausgewählte Essays und andere Schriften aus 50 Jahren. Paul Auster. Rowohlt Verlag.

Paul Auster ist seit Jahrzehnten eine der wesentlichen Stimmen moderner Gesellschaft in Kritik und Verantwortung in den Vereinigten Staaten wie weltweit. Sein Eintreten für Demokratie und Humanität ist zum unerlässlichen Grundstein einer Zeit geworden, die Klarheit und Mut braucht, um als selbstbewusste Zivilisation in Freiheit und Miteinander zu leben und überleben zu können. Die Literatur, die Kunst und ihr Raum der Möglichkeiten von Reflexion und Vision sind dazu unerlässlich.

Der 1947 in New Jersey (USA) geborene Schriftsteller, Regisseur, Essayist und Übersetzer, erlangte Ende der 1980er Jahre mit seinen Romanen sehr schnelle Anerkennung und Popularität. Romane wie „New York Triologie“ oder „Die Musik des Zufalls“ sind Klassiker moderner Literatur in Form wie Inhalt. Die literarische Stimme des Autors war dabei immer auch begleitet und wesentlich geformt von der essayistischen Stimme, die zu Themen der Zeit, gesellschaftspolitischen Entwicklungen wie Rekursen und Transfers ästhetischer Positionen Aussage und Stellung bezog. Großartige pointierte Formulierungskunst wie Haltung und Engagement zeichnen den Autor dabei bis heute aus.

Der Hamburger Rowohlt Verlag schenkt nun dem großen interessierten LeserInnenkreis im deutschsprachigen Raum eine wunderbare Zusammenstellung des umfangreichen Textkreises des Autors. Es ist eine Reise über ein halbes Jahrhundert zu Stationen und Positionen wie Entwicklungen eines Schriftstellers und dessen Wegen in Werk und Leben. Dafür ist sehr herzlich zu danken!

„Wenn Paul Auster schreibt und spricht, spricht Amerika als Land der Freiheit, Demokratie und Verantwortung. Eine Edition als ganz wichtiges Geschenk des Rowohlt Verlages an Schreibkunst in Zeit und Situation.“

Walter Pobaschnig 2_21

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„Einfach immer weiter machen“ Dana Ranga, Schriftstellerin_Berlin 8.2.2021

Liebe Dana, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ausschlafen, Instagram, Instagram, Instagram.

Dana Ranga, Schriftstellerin


Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Der Himmel und die Wolken.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und
persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt
dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Einfach immer weiter machen.

Was liest Du derzeit?

„Die Grundschulgrammatik. So funktioniert Sprache“

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Versuchen sie nicht Buch und Autor in Einklang zu bringen.
Das Buch ist das verborgene Leben des Schriftstellers,
der dunkle Zwilling eines sich verändernden Sterns.“

Vielen Dank für das Interview liebe Dana, viel Freude weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an KünstlerInnen:

Dana Ranga_Schriftstellerin

Dana Ranga Schriftstellerin | offizielle Webseite

Foto__Peter Hintz

14.1.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Literatur kann eine große Rolle spielen, die gesellschaftlichen Themen zu verarbeiten“ Carsten Schmidt, Schriftsteller_ Berlin 8.2.2021

Lieber Carsten, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Danke der Nachfrage. Ich glaube, dass es mir angesichts der globalen Schwierigkeiten sehr gut geht und ich meinen Tagesablauf so beschreiben kann: Ein bisschen Haushalt, ein bisschen Kinderbetreuung, ein bisschen an die frische Luft und ein bisschen Arbeit von Zuhause. Kreatives rückt eher in den Hintergrund oder ich habe nur wenig Energie, dem mehr nachzugehen.

Carsten Schmidt, Schriftsteller

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich mag zwar dieses Wort nicht so ganz, aber in einem Begriff ist „Seelenhygiene“ vielleicht derzeit wichtig. Es wird uns noch viele Monate so gehen, dass wir eingeschränkt sind, wenn wir nicht zuvor bereits ein im Keller hockender PC-Nerd waren. Also Seelenhygiene im Sinne von: Aufeinander achtgeben, die unterschiedlichen Geschwindigkeiten anerkennen, sich nicht mit zu viel Mist beschäftigen und die Lebenszeit und Energie nicht dafür aufwenden, sich um kleine Aspekte zu streiten, sondern sich selbst gesund halten – auch wenn ich jetzt klinge wie mein eigener Großvater. 

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Was ich interessant finde, ist, wie groß doch der Bedarf ist nach Kultur. Ich habe digitalen Konzerten, Tanztheatern und Lesungen beigewohnt. Ich glaube, dass es eine Art „Zwischenschritt“ zu übersetzen gibt. Ich sage jetzt mal „wir“ – wir aus der Kulturszene wissen, was Theater und andere Dinge können. Menschen haben Kultur gepflegt und entwickelt in den Jahrtausenden, um uns abreagieren zu können und durch Kanäle (Stimme, Bühne, Bewegung, Verkleidung, Musik, Leinwand) unsere Themen und Emotionen ein bisschen ausleben und herausfordern. Wenn wir dank der Spiegelneuronen auf der Bühne ein bisschen nachempfinden, wie sich Hamlet fühlt, hilft uns das und wir müssen nicht zwingend selbst verrückt werden oder Gewalt anwenden.

Literatur kann dabei eine ebenso große Rolle spielen, die gesellschaftlichen Themen zu verarbeiten – nur ist es naturgemäß ein etwas langsameres Medium als Comedy oder Musik, wo sich schneller ein Lockdown-Lied schreiben lässt als ein Roman, der das verarbeitet. Es sind einfach unterschiedliche Kulturtechniken, die ganz gewiss das verarbeiten werden, was uns hier derzeit gesellschaftlich passiert – und das wird nie aufhören.

Was liest Du derzeit?

Derzeit lese ich „Ordinary Men“ von Chr. Browning, was ein Polizeibataillon im eroberten Polen 1942 beschreibt und wie Polizisten, die bisher nicht mit Kriegshandlungen in Berührung kamen, nun zum Werkzeug der SS werden und schwellenweise an mehr und mehr Gräueltaten teilnehmen. Außerdem lese ich Sam Bennets „Devlin House“, eine in Irland angelegte Geschichte, die so bildhaft geschrieben ist, dass man denkt, man liegt im grünen Gras, hört die Pferde schnauben und riecht das Leder vom Sattel.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Das Gras wächst nicht schneller, wenn man dran zieht.“ Ein Sprichwort, das vielleicht aus Afrika stammt. Geduld brauchen wir jetzt alle. 

Vielen Dank für das Interview lieber Carsten, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an KünstlerInnen:

Carsten Schmidt, Schriftsteller

Home (cschmidtler.de)

Foto_R.Oswald_Wien

14.1.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Das Jahrhundert der Pandemien“ Mark Honigsbaum. Piper Verlag

„Das Jahrhundert der Pandemien“ Mark Honigsbaum. Piper Verlag

Eine Zeit der ganz großen Herausforderungen ist es jetzt, in der sich die Welt befindet. Die Pandemie „Covid 19“ erschüttert das Leben in Beruf, Gesellschaft, Familie und sozialem Alltag. Mit einem „Virus“-Schlag verändert sich Gewohntes und zeigt sich wie zerbrechlich Sicherheiten moderner Zivilisation sein können. Solidarität und gemeinsames verantwortungsvolles Handeln sind Aufgabe und Notwendigkeit in diesen Tagen. Hier und überall in der Welt…tagtäglich…bis zum Licht am Ende dieser Tage im Griff eines Virus…

Doch wie erging es Mensch und Gesellschaft im vergangenen Jahrhundert im Kampf mit epidemischen Erkrankungen? Was waren Wege der Verbreitung und Maßnahmen der Bekämpfung und Prävention? Was können wir im Blick zurück lernen? Was lässt daraus Kraft und Hoffnung schöpfen?

Der Medizinhistoriker und Journalist, Mark Honigsbaum, renommierter Autor von Fachbüchern zur Thematik Epidemie und Professor an der City University of London, legt mit „Das Jahrhundert der Pandemien“ ein medizinhistorisches Fachbuch zur Zeit vor. In zehn Überblickskapitel beginnend mit dem „blauen Tod“ zu Beginn des 20.Jahrhunderts über AIDS, SARS bis zu COVID-19 öffnet der Autor in gut verständlicher wie interessanter Sprache und Darstellung Verläufe, Entwicklungen und Bekämpfungsmaßnahmen in Medizin und Gesellschaft im Prozess pandemischer Krankheiten. Beeindruckend ist die genaue historische Kenntnis über Entstehung und Prozess von Pandemien, die auf ausgezeichnete Quellenkenntnis verweist. Der Transfer der Medizingeschichte zu einer mit Interesse und Spannung zu lesenden Zeitreise ist ein äußerst gelungener Kunstgriff, zu dem nur zu gratulieren ist.

Ein umfangreicher Anhang mit Glossar und Anmerkungen ergänzt Text und Schilderung wunderbar.

„Zweifellos ein medizinhistorisches Standwerk der Zeit in Wissen, Sprach- und Erzählkraft, die begeistern.“

Walter Pobaschnig 2_21

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„Stipendien, etwa vom Staat, demokratisieren die Kunst, erlauben Menschen, sie ernsthaft zu betreiben“ Simon Sailer, Schriftsteller_Wien 7.2.2021

Wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Um sieben wache ich auf und lese eine Stunde im Bett. Dann male ich zwei Stunden, mit einer Früstückspause, während die erste Schicht trocknet. Ich schreibe einige Seiten. Den Rest des Tages verbummle ich. Das mit dem Malen ist neu, sonst ist im Grunde alles wie früher, nur dass ich normalerweise mehr davon im Kaffeehaus gemacht hätte.

Simon Sailer, Schriftsteller

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Dieselben Dinge wie immer. Allerdings weiß ich nicht, welche das sind.

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Ich bin nicht sicher, ob wir wirklich vor einem gesellschaftlichen Aufbruch stehen. Es spricht wenig dafür, dass sich demnächst etwas grundlegend ändern wird. Was die Kunst betrifft, fällt mir auf, dass jetzt viele die Wichtigkeit der Kultur beschwören, als wäre sie vom Aussterben bedroht. Die Kunst ist eine Konstante der Menschheitsgeschichte. Sie ist gar nicht wegzukriegen und bedarf deshalb auch nicht unbedingt besonderer Förderung um ihrer selbst willen. Aber: Stipendien, etwa vom Staat, demokratisieren die Kunst, erlauben Menschen, sie ernsthaft zu betreiben, die es sich sonst nicht leisten könnten.

Was liest Du derzeit?

Ich bin inzwischen beim dritten Band der Broken Earth Trilogie von N.K. Jemisin angelangt.

Welches Zitat, Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Warum nicht ein Brecht-Gedicht, das mir in letzter Zeit ohne offensichtlichen Grund im Kopf herumgeistert:

Der Rauch

Das kleine Haus unter Bäumen am See

Vom Dach steigt Rauch

Fehlte er

Wie trostlos dann wären

Haus, Bäume und See.

Vielen Dank für das Interview lieber Simon, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literaturprojekte wie persönlich in diesen Tagen alles Gute!

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Simon Sailer, Schriftsteller

Simon Sailer

Foto_Sarah Kanawin.

19.12.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Und Träume zu spinnen ist eine gute Zuflucht in der Krise – jedenfalls meine Zuflucht“ Dilek Mayatürk-Yücel, Schriftstellerin_Berlin 7.2.2021

Liebe Dilek, wie sieht jetzt dein Tagesablauf aus?

Meine Tage laufen nicht immer gleich ab. Ich bin in der Regel nachts aktiver und produktiver; die meisten Sachen mache ich nachts. Da mein Buch „Brache“ vor noch relativ kurzer Zeit erschienen ist, bin ich viel damit beschäftigt. Zum Beispiel arbeite ich mit einem österreichischen Schauspieler und Universitätsdozenten über Skype an der Vertonung der Gedichte aus „Brache“. Das macht Spaß.

Ansonsten mache ich, was ich immer mach: Ich lese und schreibe. Wenn es nicht zu kalt ist, gehe ich spazieren. Ich arbeite an meinem neuen Buch und versuche, mein Deutsch zu verbessern. Und ich mache Pläne. Es gibt Dinge, die ich mir für dieses Jahr vorgenommen habe. Dafür mache ich kleine Schritte.

Um diese Zeiten ohne Schaden an Geist und Seele zu überstehen, versuche ich mich weiterzubilden. Ich lese über Fotografie und sortiere meine alten Fotos. Ich koche viel. Das klingt vielleicht merkwürdig, aber für mich ist das eine neue Sache. Vor dem Schlafen mache ich neuerdings Joga. Und jeden Tag sitze ich auf dem Sofa und mache nichts anderes als nachzudenken.

Dilek Mayatürk-Yücel, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich glaube: Nicht klagen, sondern sich mit dem beschäftigen, was uns schöpferisch macht. Im Laufe eines Tages gehen uns tausende Dinge durch den Kopf. Ein Teil davon kann aus Angst bereiten. Wir können versuchen, sie mit Übungen unter Kontrolle zu bringen. Wenn ich mich beim Klagen und Beschweren ertappe, versuche ich, mir das abzugewöhnen. Wir sollten uns unserer Schwächen bewusst sein. Krisenzeiten sind gute Gelegenheiten, sich mit ihnen auseinanderzusetzen.

Außerdem scheint mir wichtig: Geduld, Verständnis und Unterstützung der Menschen in unserer Umgebung. Der Mensch kann von Natur aus Ungewissheit nicht ausstehen; er kann es sogar vorziehen, mit einer großen, aber konkreten Gefahr zu leben als in ständiger Ungewissheit. Aber wir haben ein Gehirn und sind fähig, es zu lenken. Das ist eine individuelle Sache, kein anderer Mensch kann für Sie denken. Über die Funktionsweise unseres Gehirns wissen wir weniger als über das Bedienungsmenü unseres Smartphones. In Krisenzeiten wird deutlich, welche Nervenstärke es besitzt. So, wie man seine Arm- und Beinmuskeln trainieren kann, kann man auch seine Nerven trainieren.

Es gibt Menschen, die innerhalb von fünf Minuten hunderte dreistelliger Zahlen auswendig lernen können – mit dem gleichen Gehirn wie alle anderen. Der Unterschied ist: Sie trainieren ihr Gehirn.

Und Träume zu spinnen ist eine gute Zuflucht in der Krise – jedenfalls meine Zuflucht.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Literatur und Kunst sind meine zuverlässigen Weggefährten. Wenn Bücher Menschen wären, würde ich mich bei jedem einzelnen von ihnen für ihre Freundschaft bedanken.

Was liest du derzeit?

Yu Hua, Der Mann, der sein Blut verkaufte

George Orwell, Essays

Hans Magnus Enzensberger, Gedichte 1950-2020

Adam Phillips, Missing out: In Praise of the Unlived life

Welches Zitat, welchen Text Impuls möchtest du uns mitgeben?

„Es gibt für den Menschen keine geräuschlosere und ungestörtere Zufluchtsstätte als seine eigene Seele.“ (Marcus Aurelius)

Vielen Dank für das Interview liebe Dilek, viel Freude und Erfolg weiterhin für Ihre großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

Ich bedanke mich. Bleiben Sie gesund.

5 Fragen an KünstlerInnen:

Dilek Mayatürk Yücel, Schriftstellerin

Foto_Baris Özogul

13.1.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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