„denn Worte sind Tiere, etwa Hunde mit der Fähigkeit, sich abzukapseln“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Dieter Zwicky, Schriftsteller _ Zürich 21.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

im Interview _ Dieter Zwicky, Schriftsteller _ Zürich

Bachmannpreisnominierter 2007 & 2016

Gewinner des Kelag Preis 2016

Lieber Dieter, Du hast am Bachmannpreis in Klagenfurt, dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum, teilgenommen. Was sind spontan Deine ersten Erinnerungen?

Ich habe gleich zwei Mal teilgenommen, 2007 gewissermaßen als Jungspund, 2016 als angehender Silberrücken. Bei jeweils enormer Hitze boten beide Anlässe Grund zu wirklich saftiger sportlicher Herausforderung. 2007 war ich gleichsam euphorisierend-naiv unterwegs, mit nichts als meinem eigentümlichen Text befasst. 2016 hatte ich ein etwas offeneres Kapillarsystem, es erreichten mich selbst während der Lesung Nachrichten aus der unmittelbaren Umgebung. Aber beide Male Momente herrlichen Genusses, auch Dankbarkeit, dass eigene Worte einen nach Klagenfurt tragen können.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Das Setting löst das übliche Problem mangelnder Aufmerksamkeit gegenüber Erschriebenem zu praktisch 100 Prozent ein. Für dieses einzige Mal ist für denkbar alles gesorgt. Wenn der Text im Gepäck nur genug mit mir zu tun hat, so, komme ich mit jedweder Garantie beim Vortrag nicht zu kurz. Mit anderen Worten, es liegt idealerweise allein an der Übereinstimmung, mit der ich und der Text uns auf der Bühne hochschaukeln zu etwas sehr, sehr Befriedigendem.

Wie hast Du Deine Lesung, die Jurydiskussion und die Preisverleihung erlebt?

Ich vermochte Trotz und Freude aufrechtzuerhalten. Es ist eigenartig froh stimmend, wenn die Jury spricht, als sei bei ihr eine fundamentale Beißhemmung installiert: charmant, leichtfüßig, unverbissen, mit Schalk und nicht ohne wahnwitzige Neugier.

Wie hat sich der Bachmannpreis auf Deinen weiteren literarischen, künstlerischen Weg ausgewirkt?

Die beiden Teilnahmen haben mich nicht verhemmt, natürlich nicht! Ich bin gewiss nicht gelassener, nicht entspannter geworden durch sie. Aber die eigenen Ohren richten sich nach Klagenfurt fraglos vermehrt nach dem Stimmwunder aus, das sich als individuelle Literatur im Hals formiert. Diese perverse Großartigkeit eigener Sätze! Dass man nicht verzweifelt am harten Bandensystem Sprache, sondern Dummheiten und Frühlingsblumen ausheckt!

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

Wichtig sind Autorinnen und Autoren ohne Akademie-Schielen. Autoren mit Vorgefasstem im Nacken und Horizont mögen ruhig Angstschweiß entwickeln. Sich selbst überraschen! Sich selbst fremd sein noch in der übernächsten Kommasetzung!

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Dankbarkeit dafür, dass Literatur ein großes, gewaltiges Abenteuer ist; denn Worte sind Tiere, etwa Hunde mit der Fähigkeit, sich abzukapseln.

Dieter Zwicky, Schriftsteller

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Zur Person: Dieter Zwicky, 1957 geboren. Lebt und arbeitet in Uster und Zürich. Dieter Zwicky ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

Weitere Informationen zu Werk/Auszeichnungen: Dieter Zwicky

Aktuelles Buch:

Dieter Zwicky
Phay Phayderkohl und Fred Pyjama

Fadengeheftete Klappenbroschur
144 Seiten, 17.6 x 13.2 cm
Umschlagentwurf: Martina von Schulthess
ISBN 978-3-906061-36-8
28 Franken, 28 Euro
Herbst 2025 Phay Phayderkohl und Fred Pyjama

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Fotos: Dieter Zwicky _ Jenny Rova Edition Pudelundpinscher/privat.

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis/Wörthersee _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 9.6.2026

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„Möchtest du glücklich sein?“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Lydia Steinbacher, Schriftstellerin _Wien 21.6.2026

Lydia Steinbacher, Schriftstellerin _Wien _ performing Malina _
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) 
100.Geburtstag _Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom) _
Walter Pobaschnig 7/23

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

MALINA _ Akrostichon

Text & Performance _ Lydia Steinbacher, Schriftstellerin _Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Lydia Steinbacher, Schriftstellerin _Wien _ performing Malina _
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) 
100.Geburtstag _Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom) _
Walter Pobaschnig 7/23
Lydia Steinbacher, Schriftstellerin _Wien _ performing Malina _
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) 
100.Geburtstag _Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom) _
Walter Pobaschnig 7/23

MALINA



Möchtest du glücklich sein?

Auch das ist eine Frage

Lamentandosi:

Ich kann nur Vergebliches tun

Nur lass das Grammophon noch laufen

Am Ende langsam herausdenken

Lydia Steinbacher, 7/23

Lydia Steinbacher, Schriftstellerin _Wien _ performing Malina _
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) 
100.Geburtstag _Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom) _
Walter Pobaschnig 7/23

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

MALINA _ Akrostichon

Text & Performance _ Lydia Steinbacher, Schriftstellerin _Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962
Lydia Steinbacher, Schriftstellerin _Wien

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann.

Fotos: Lydia Steinbacher, Schriftstellerin _Wien _ performing Malina _
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) 
100.Geburtstag _Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom) _ Walter Pobaschnig 7/23

Walter Pobaschnig   23.6.2026

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„Die Höchstdosis Literatur. Ein Ausnahmezustand.“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Anna Felnhofer, Schriftstellerin _ Wien 21.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

Anna Felnhofer _ Bachmannpreisnominierte 2023

Im Interview _  Anna Felnhofer, Schriftstellerin _ Wien

Bachmannpreisnominierte 2023.

Deutschlandfunkpreisträgerin.

Liebe Anna, Du hast 2023 am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen und den Deutschlandfunkpreis gewonnen. Was sind spontan Deine erste Erinnerungen?

An den Ausnahmezustand.

An die Höchstdosis Literatur.

An die kuriose Melange aus Anspannung und Ausgelassenheit, aus Arbeit und Amüsement, aus Solo-Auftritt und angeregtem Miteinander.

Und an das Erstaunen darüber, wie klein die physischen Dimensionen des ORF-Studios tatsächlich sind und welch Wunder eine Weitwinkelkamera vollbringen kann.

Ziehung der Lesereihenfolge im ORF Garten _ Ziehung Anna Felnhofer _ Bachmannpreis 2023
Am Lesesessel im ORF Studio

Was macht für Dich das Besondere des Bachmannpreises aus?

Dass sich sieben Kritikerinnen und Kritiker so intensiv mit einem Text auseinandersetzen und hierzu in ein Gespräch treten, diese Konstellation sucht seinesgleichen – ebenso wie die Bühne, der Austausch, die Kontakte, die vielen kleineren und größeren Anstöße für die eigene literarische Weiterentwicklung.

Vor der Lesung

Wie hast Du Deine Lesung, die Jurydiskussion und die sehr spannende Preisverleihung erlebt?

Die Lesung – das war die von allen Lesenden geteilte Erfahrung, dass man sich auf sich verlassen kann, ungeachtet der Angst.

Die Jurydiskussion – das war die Dankbarkeit, dass es ausschließlich um den Text ging, dies mit aller erdenklichen Wertschätzung.

Die Preisverleihung – das war der jähe Abfall der Anspannung gepaart mit einer unermesslichen Freude über das Ergebnis.

Preisträger:innen 2023 _ von links _
Martin Piekar _ KELAG Preis und BKS Publikumspreis; Anna Felnhofer _ Deutschlandfunkpreis; Valeria Gordeev _ Bachmannpreis 2023; Laura Leupi _ 3sat Preis.

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

Den Rückhalt aus Politik und Öffentlichkeit.

Jurymitglieder, die ihre Liebe zur Literatur pflegen.

Ein hungriges, begeisterungsfähiges Publikum.

Und natürlich, von Jahr zu Jahr, neugierige Lesende, die bereit sind, sich kopfüber in dieses Abenteuer zu stürzen.

Einlass in das ORF Studio _ großes Publikumsinteresse

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern: die Lust am Auftritt, am Miteinander, an dieser so unvergleichlichen Atmosphäre, sowie eine gehörige Portion Gelassenheit und an jeder Fingerspitze ein funkelndes Fitzelchen Zuversicht.

Der Jury: eine ungebrochene Lustbarkeit an den Texten.

Dem Publikum: Unersättlichkeit.

Dem Bachmannpreis: Planungssicherheit für die nächsten Jahre.

Abendstimmung _ Empfang der Stadt Klagenfurt im Schloss Loretto/Wörthersee

Was sind Deine aktuellen Literaturprojekte?

Im März 2026 ist mein neuer Roman „Prosopon“ (Luftschacht) erschienen. Seither verfolge ich seine Entwicklung voller knisternder Freude mit, ganz so, wie Eltern die ersten Schritte ihres Kindes mitverfolgen.

https://www.annafelnhofer.at/schreiben/buecher/prosopon/

https://www.luftschacht.com/produkt/anna-felnhofer-prosopon/

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Anna Felnhofer _ Station bei Malina_
Romanschauplatz Wien _

Alle Fotos: Anna Felnhofer/Bachmannpreis/ORF Studio/Station bei Malina _ Walter Pobaschnig _ 2023

Walter Pobaschnig, 2.6.2026

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„Es darf nicht um das Ego des Jurors, der Jurorin gehen“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Ilma Rakusa, Bachmannpreisjurorin _ Zürich 21.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

Im Interview _ Ilma Rakusa, Schriftstellerin _ Zürich

Bachmannpreisjurorin 2003 – 2007

(Bachmannpreisnominierte 1981)

Liebe Ilma, Du warst Jurorin beim Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan Deine erste Erinnerungen?

Fünfmal hintereinander, von 2003 bis 2007, war ich Jurorin beim Bachmannpreis. Ich musste mich an das Procedere, das in der Maske mit Schminken und Kämmen anfing, zuerst gewöhnen. Von Natur aus bin ich eher introvertiert, scheue die mediale Aufmerksamkeit. Was mich motivierte, war die Möglichkeit, zwei Autor:innen meiner Wahl einzuladen und ihnen die Chance einer Teilnahme zu bieten. Das habe ich mit Freude genutzt. Und mit einigem Erfolg: Zwei meiner Kandidaten – Uwe Tellkamp und Lutz Seiler – bekamen den Bachmannpreis, Farhad Showghi den 3-Sat-Preis, der über sechzigjährige Bodo Hell den Telekom-Austria-Preis und Saša Stanišić den Publikumspreis. (Heute ist er ein gefeierter Bestseller-Autor.) Das Glück der Preisträger machte auch mich glücklich. Und bald schon hatte ich den Ruf einer „Avantgarde-Jurorin“, da ich mich auf sprachlich avancierte Texte fokussierte.

Wie hast Du als Juror/Jurorin die Lesungen, die Jurydiskussionen, die Preisverleihungen und die Begegnungen rundum erlebt? Wie gelingt es Objektivität zu bewahren?

In den Diskussionen versuchte ich, differenziert und konstruktiv zu sein. Denn apodiktische Urteile können viel Schaden anrichten. Es darf nicht um das Ego des Jurors, der Jurorin gehen, um persönliche Vorlieben bzw. Abneigungen, auch nicht um schiere Rhetorik. Was zählt, ist das stichhaltige Argument. Und dieses operiert ausschließlich textbezogen. So jedenfalls habe ich meine Aufgabe verstanden.

Aus solcher Textbezogenheit ergibt sich eine gewisse Objektivität. Man beurteilt, wie Inhalt und Form bzw. Machart eines Textes sich verbinden, ob der Text seine eigenen Voraussetzungen erfüllt. Tut man das gewissenhaft, ist es für die Autoren:innen nachvollziehbar und unter Umständen sehr gewinnbringend.

Wie hat sich diese Funktion auf Deinen weiteren beruflichen Weg ausgewirkt?

Das Jurieren in Klagenfurt war eine gute Schule für meine weitere Jurytätigkeit an anderen Orten. Dort ging es zwar weit weniger um Publikumswirksamkeit, doch sehr wohl um triftiges Argumentieren. Noch immer bin ich in mehreren Jurys aktiv, mit Überzeugung und Engagement.

Was braucht der Bachmannpreis für eine zukünftige gute Entwicklung?

Der Bachmannpreis sollte vielen Autoren und Autorinnen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Ausrichtung eine Plattform bieten. Was gegenwärtig an Literatur entsteht, ist thematisch und formal äußerst reichhaltig. Diese Reichhaltigkeit sollte der Preis unbedingt abbilden.

Was möchtest Du aktuellen Juroren:innen, Teilnehmer:innen und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Den aktuellen Juror:innen und Teilnehmer:innen wünsche ich Entdeckerfreude, gute Nerven und viel Glück!

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Ilma Rakusa, Schriftstellerin

Zur Person: Ilma Rakusa (*1946) studierte Slawistik und Romanistik in Zürich, Paris und Leningrad. Sie lebt als Autorin, Übersetzerin und Kritikerin in Zürich. Für ihr umfangreiches Werk, das Lyrik, Erzählungen, Tagebuchprosa, Essays, Dramolette und das Erinnerungsbuch Mehr Meer umfasst, erhielt sie u.a. den Schweizer Buchpreis, den Manès-Sperber-Preis, den Kleist-Preis und 2025 den Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay. Sie ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und in verschiedenen Jurys tätig. Zuletzt erschienen: Mein Alphabet (2019), Kein Tag ohne. Gedichte (2022) und Wo bleibt das Licht. Tagebuchprosa (2025).

Website der Autorin: www.ilmarakusa.info

Bachmannpreis _ Studio ORF Klagenfurt
Pause im ORF Garten

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann, 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Abendstimmung Wörthersee _ Blick vom Schloss Loretto

Fotos: Ilma Rakusa _ 1 _ ORF Bachmannpreis _ 2_ Katalin Deer/Droschl Verlag

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis/Klagenfurt/Kärnten/Maltschacher See_ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 16.6.2026

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„war ständig hin- und hergerissen zwischen Kind und Bewerb“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Bettina Balàka, Schriftstellerin _ Wien 21.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

im Interview _Bettina Balàka, Schriftstellerin _ Wien

Bachmannpreisnominierte 2004

Liebe Bettina, Du hast 2004 am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan Deine erste Erinnerungen?

Es war eine unglaublich schwere Zeit für mich. Ich war alleinerziehend, meine Tochter gerade mal vier Jahre alt. Für die Tage des Wettbewerbs fand ich niemanden, der sie durchgehend übernehmen konnte. Ich musste sie also nach Klagenfurt mitnehmen, war ständig hin- und hergerissen zwischen Kind und Bewerb. Für den Auftritt selbst reisten mein Vater und seine Frau an, um währenddessen meine Tochter zu betreuen. Meine Haupterinnerung ist, dass sie ihr geliebtes Plüscheichhörnchen auf dem Gelände verlor und darob völlig verzweifelt war. Wir suchten stundenlang alles ab, bis wir es irgendwo in den Gängen wiederfanden.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Dass es so viel Fernsehzeit für Lesungen gibt, ist doch recht einzigartig.

Wie hast Du Deine Lesung, die Jurydiskussion und die Preisverleihung erlebt?

Zweckpessismus erwies sich als sinnvolle Strategie. Insofern, als ich auf das Schlimmste vorbereitet war, konnte ich dann erleichtert sein, als es auch positive Rückmeldungen gab.

Wie hat sich der Bachmannpreis auf Deinen weiteren literarischen, künstlerischen Weg ausgewirkt?

Gar nicht.

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

Seinen Fortbestand, also Finanzierung.

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Viel Spaß!

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Bettina Balàka, Schriftstellerin

Zur Person: BETTINA BALÀKA, geboren in Salzburg, lebt als freie Schriftstellerin in Wien, schreibt Romane, Erzählungen, Lyrik, Essays. Ausgezeichnet unter anderem mit dem Salzburger Lyrikpreis, Österreich-1-Essay-Preis, Friedrich Schiedel-Literaturpreis, Georg-Trakl-Förderungspreis für Lyrik. Zuletzt erschienen: „Der Zauberer vom Cobenzl“, Roman (2023), „Die glücklichen Kinder der Gegenwart“, Gedichte und Kurzprosa (2024), „Vom Zähmen, Ausbeuten und Bestaunen. Eine ungeordnete Kulturgeschichte der Natur“, Essays (2024), alle im Haymon Verlag, Innsbruck – Wien. Herausgeberin der Reihe: „Haymon Her Story – Wiederentdeckte Literatur von Frauen“. Im Oktober 2026 erscheint ihr neuer Erzählband „Die Abgängigen“, ebenfalls bei Haymon.

Website der Autorin: Bettina Balàka | Bettina Balàka

Großes Publikumsinteresse an den Lesungen im ORF Studio Klagenfurt
Pause im Garten

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

ORF Garten
Wörthersee

Foto: _Bettina Balàka _ Alain Barbero

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis/Klagenfurt-Wörthersee_ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 20.6.2026

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„als gerate einer in den Schleudergang einer Waschmaschine“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Doron Rabinovici, Schriftsteller _ Wien 21.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

im Interview _ Doron Rabinovici, Schriftsteller _ Wien

Bachmannpreisnominierter 1994

3sat Preisträger

Lieber Doron, Du hast 1994 am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan erste Erinnerungen?

Es war meine erste Begegnung mit dem Literaturbetrieb, zudem traf ich auf andere Autoren und Autorinnen. Da eben erst mein Debut – Papirnik.stories – in der edition suhrkamp erschienen war, ermunterte mich mein Lektor, bei dem Wettbewerb mitzumachen. Ich schrieb daraufhin einen neuen Text, der alleinig für das Wettlesen entstand. Nachher sollte aus der Geschichte der Ausgangspunkt für meinen ersten Roman „Suche nach M.“ werden.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Es ist, als gerate einer in den Schleudergang einer Waschmaschine. Die gesamte Rezensionsmechanik läuft im Zeitraffer dahin. Es wird klarer, wie über Literatur geredet werden kann. In diesem dichten Arrangement wird einem bewusst, wie stark die Kritik auch vom Beziehungsgeflecht und von Netzwerken abhängt. Was der eine in diesem Halbkreis lobt, wird von der anderen unweigerlich bemängelt, was dieser Gruppe zusagt, stößt jene eher ab. Es wird leichter verständlich, wie über das Schreiben verhandelt wird und welche Perspektiven auf einen Text möglich sind.

Wie hast Du deine Lesung und die Jurydiskussion erlebt?

Ich fühlte mich von manchen in der Runde, die mir wichtig waren, missverstanden. Aber im Nachhinein überzeugte der Text mehrere innerhalb der Jury.

Wie hat sich Dein Preisgewinn für Dein weiteres Schreiben ausgewirkt?

Er brachte eine gewisse Anerkennung und Aufmerksamkeit. Aber mein weiteres Schreiben blieb davon unberührt. Wichtiger war, dass ich mit anderen, die schrieben, in Kontakt gekommen war. Zudem überzeugten mich die Argumente der Jurorin und Germanistin Konstanze Fliedl, von deren kritischer Lektüre und Analyse ich viel lernen konnte.

Was braucht der Bachmannpreis an Weiterentwicklung für eine gute Zukunft?

Vor allem gute Texte, sodann Verlage, die auch kurze Prosa zu schätzen wissen und Menschen, die dichte Schriften lesen wollen. Zudem lebt der Bachmannpreis von dem Kulturprogramm im öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Die Neugier, um sich Neuem zu öffnen, zudem Courage – und Gelassenheit, denn das Urteil der Jury hängt zuweilen von Fragen ab, die wenig mit dem Text zu tun haben.

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Doron Rabinovici, Schriftsteller

Zur Person: Biografie | Doron Rabinovici 20.6.26

Website des Autors: Doron Rabinovici

Empfang der Stadt Klagenfurt _ Schloss Loretto/Wörthersee, folgendes

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Klagenfurt/Neuer Platz
Wörthersee mit Dampfschiff Thalia

Foto: Doron Rabinovici _ Lukas Beck

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis/Klagenfurt-Wörthersee_ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 20.6.2026

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„„Was lese ich da?“ schreit sie“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Lioba Happel, Schriftstellerin _ Lausanne/CH 20.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _ 

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt 

im Interview _Lioba Happel, Schriftstellerin _ Lausanne/CH

Bachmannpreisnominierte 1992

Liebe Lioba, Du hast 1992 am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan Deine ersten Erinnerungen? 

Zunächst, vor der Lesung, viel freundliche Heiterkeit allüberall, dann … im Boden versunken. Diese Frau in der Jury da… ich habe ihren Namen vergessen, sie schreit los…sie schreit immer wieder ein Wort aus meinem Text… „Was lese ich da?“ schreit sie… – welches Wort nur war es… es war ein sehr zerbrechliches Wort, ein altes, ein im Text zitathaft gesetztes Wort…In meiner Erinnerung schreit sie es noch immer und sie hört einfach nicht auf damit und sie gestikuliert dabei, als schwinge sie Schwerter …

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Entweder sie demütigen in der Jury oder sie plätschern.  Es gibt leuchtende Ausnahmen – die machen das Besondere aus. 

Wie hast Du Deine Lesung, die Jurydiskussion und die Preisverleihung erlebt?

Verena Auffermann, ebenfalls Jury, sagte nach dieser plärrenden Schreierei einen Satz: „Ich denke, die Frau Happel lacht über uns.“ Das war sehr, sehr nett, ich habe ihn heute noch im Ohr. Es hat leider lange gedauert, bis es soweit war, dass ich darüber lachen konnte. Trotzdem an dieser Stelle so viele  Jahre später: danke!

Wie hat sich Deine Teilnahme auf Deinen literarischen Stil wie auf Deine literarische Öffentlichkeit ausgewirkt? 

Seitdem die grundsätzliche Überzeugung: wenn du schreibst und veröffentlichst, kann jederzeit etwas Furchtbares über dich hereinbrechen.  Eine einzige Stimme, wie viel oder wenig berufen sie auch sei, kann alles zerstören. Damals kam auch noch ein brutaler Rausschmiss aus meinem Verlag auf mich zu, mein bereits positiv diskutiertes, drittes Manuskript – für das ich übrigens später einen großen Preis bekommen habe- wurde zurückgewiesen. Warum? Weil mein Verleger im Gespräch auf der Buchmesse von mir den Arbeitgeber meines damaligen Partners erfuhr, mitten in unserer Plauderei aufstand und grußlos davonging. Anruf des Verlags später: „Ja, haben Sie denn nicht gewusst, dass…“… Nein, habe ich nicht gewusst. Ich bin jetzt mehr als bereit, meiner äußerst demütigenden Erinnerung an den Bachmannwettbewerb diese Erinnerung hinzuzufügen.

Ich nutze bewusst diese Möglichkeit, nachdem ich jahrelang über beides geschwiegen habe. Und nein, ich habe mich nicht zu beklagen. Ich habe Preise, Stipendien, bekommen. Aber was den Literaturbetrieb betrifft, ist etwas in mir tief „gestört“; ich weiß schon lange nicht mehr, „wie es geht“.  Veritable Angstzustände – es gibt noch weitere gnadenlose „Betriebs Momente“, ich könnte ein Buch darüber schreiben. Und ja, ich werde es vielleicht tun.

Wer sich bei mir zur Mitarbeit melden möchte, Autor:innen, Verlage…?? Gern! Arbeitstitel:

„Der Germanist als Polizist und Wie Verleger Autoren ver-legen“: Fall/Beispiele (der erste Titel Teil stammt von ebenjenem Partner aus früheren Zeiten, werde bei Gelegenheit seine Erlaubnis einholen); die Titelei wird natürlich noch deutlich gegendert.

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung? 

Mehr Dichtung.  Ingeborg Bachmann ist eine Dichterin. Mehr Mut, neues Text Bewusstsein zu schaffen – gegen das Gängige. Literatur ist auch Neuschöpfung, ist auch Kunst, verfertigt nicht nur das Bekannte, allgemein Anerkannte, das „Markt Bedienende“ – so schwierig es ist, auch sowas zu schreiben.

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen? 

Mehr scharfe – äußerst respektvolle – Debatten und Schluss mit dem altbackenen Schweigegebot für die Lesenden.  

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Lioba Happel, Schriftstellerin

Zur Person: Happel, Lioba, 1957, Aschaffenburg, geboren und aufgewachsen in Franken, studierte in Berlin Sozialarbeit, Pädagogik, Ältere und Neuere deutsche und spanischsprachige Literatur. Für ihre Veröffentlichungen, Lyrik und Prosa, erhielt sie zahlreiche Preise und Stipendien. Um immer schreiben zu können, arbeitete sie in Brotberufen an verschiedensten Stellen, v.a. in Schulen. Sie lebt in Lausanne und Berlin. 20.6.26

Bachmannpreis/ORF Studio Klagenfurt

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Wörthersee

Foto: Lioba Happel _ Rimbaud Verlag

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis/Klagenfurt-Wörthersee_ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 20.6.2026

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„Eine experimentierfreudige Jury, die auch offen gegenüber „abseitigen“ Texten ist“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Cornelia Manikowsky, Schriftstellerin _ Hamburg 20.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

im Interview _ Cornelia Manikowsky, Schriftstellerin _ Hamburg

Bachmannpreisnominierte 1990

Text: „Eine Frau und ein Junge“

Preisträgerin _ Stipendium der Kärntner Industrie

Liebe Cornelia, Du hast 1990 am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan erste Erinnerungen?

Ohje. Kopfschmerzen? Merkwürdige Aufgeregtheiten? Es war irrsinnig heiß, nicht nur draußen, sondern auch im Sendesaal, parallel lief die Fußballweltmeisterschaft und von Klagefurt habe ich eigentlich nur den Lindwurm in Erinnerung. (Der war aber ganz friedlich.)

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Die vielen Begegnungen.

Wie hast Du Deine Lesung und die Jurydiskussion erlebt?

Das ist jetzt 36 (!) Jahre her … „bizarr“ ist das Wort, das mir auf diese Frage als Erstes einfällt: Man sitzt also da vorne und hört die Jury über den eigenen Text sprechen, den sie gerade zum ersten Mal gelesen bzw. gehört haben (damals bekam die Jury die Texte erst unmittelbar vor der Lesung). Ein eigenartiges Gemisch aus persönlichen Leseeindrücken und spontanen Einfällen. Asche auf mein Haupt, ich kann mich nicht einmal erinnern, etwas davon mitgenommen zu haben.

Wie hat sich Dein Preisgewinn für Dein weiteres Schreiben ausgewirkt?

Kurz nach dem Preisgewinn ist mein erstes Buch erschienen, in dem auch die Erzählung enthalten war, aus der ich in Klagenfurt gelesen habe. Das Buch ist sehr oft besprochen worden, das wäre ohne die Bachmann-Preis-PR vermutlich anders gewesen. Und das Preisgeld: Klasse, natürlich!

Was braucht der Bachmannpreis an Weiterentwicklung für eine gute Zukunft?

Neue Ufer? Mehr Vielfalt? Eine experimentierfreudige Jury, die auch offen gegenüber „abseitigen“ Texten ist?

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Keine Kopfschmerzen (o. äh.)! Den Wörthersee genießen! Und viel Literatur natürlich. Lyrik! 

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Cornelia Manikowsky, Schriftstellerin

Zur Person: Über | Schriftstellerin Hamburg

Website der Autorin: Cornelia Manikowsky | Schriftstellerin, Hamburg

gespannte Aufmerksamkeit im Publikum _
Bachmannpreis/ORF Studio Klagenfurt

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Wörthersee

Fotos: Cornelia Manikowsky _ privat

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis/Klagenfurt-Wörthersee_ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 20.6.2026

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„In der Sprache wohnen Wunden“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Rotraut Schöberl/Maxi Blaha _ Wien 20.6.2026

Maxi Blaha, Schauspielerin _Station bei Ingeborg Bachmann_ Wien_Romanschauplatz „Malina“ _ 3/21 _
Walter Pobaschnig, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

INGEBORG

Text _ Rotraut Schöberl, Schriftstellerin, Buchhändlerin _ Wien

Performance _ Maxi Blaha, Schauspielerin _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

INGEBORG

In der Sprache wohnen Wunden

Niemals nur privat

Gegen die Zumutungen der Welt

Existieren heißt widerstehen

Begehren und Angst

Ohne Schonung geschrieben

Radikal ehrlich

Gegen das Vergessen

Rotraut Schöberl10.1.2026

Maxi Blaha, Schauspielerin _Station bei Ingeborg Bachmann_ Wien_Romanschauplatz „Malina“ _ 3/21 _
Walter Pobaschnig, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Ingeborg Bachmann ist 1946 in Wien angekommen und lebte hier bis 1953. In dieser Lebensphase kommt es zu wesentlichen Begegnungen, Inspirationen ihrer Texte. Ebenso ist es die Zeit erster Anerkennung als Schriftstellerin. Mit Wien bleibt die später in Rom lebende Schriftstellerin zeitlebens verbunden. Ihr einziger Roman Malina, den sie in Rom abschließt, spielt in Wien. Das „Ungargassenland“ im III.Wiener Gemeindebezirk ist dabei topographischer Bezugs- und Mittelpunkt. Ebenso nehmen viele Gedichte auf Wien Bezug.

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

INGEBORG

Text _ Rotraut Schöberl, Schriftstellerin, Buchhändlerin _ Wien

Performance _ Maxi Blaha, Schauspielerin _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Rotraut Schöberl, Schriftstellerin, Buchhändlerin _ Wien
Maxi Blaha, Schauspielerin _Station bei Ingeborg Bachmann_ Wien_Romanschauplatz „Malina“ _ 3/21 _
Walter Pobaschnig.

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann, Rom, 1962.

Foto: Rotraut Schöberl _  im Hof der evangelischen A.B. Lutherkirche _ Wien/Währing _ Sommer 2022_ Walter Pobaschnig.

Fotos: Maxi Blaha, Schauspielerin _Station bei Ingeborg Bachmann_ Wien_Romanschauplatz „Malina“ _ 3/21 _ Walter Pobaschnig.

Walter Pobaschnig   10.1.2026

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„Was willst du eigentlich noch hier?“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Gabriele Kögl, Schriftstellerin _ Wien 20.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

Im Interview _ Gabriele Kögl, Schriftstellerin _ Wien

Bachmannpreisnominierte 1993

Liebe Gabriele, Du hast 1993 am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan Deine ersten Erinnerungen?

Ich erinnere mich an eine Männerriege alter weißer Herren, denen ich nicht gewachsen war. Ich hatte noch keine Ahnung vom Literaturbetrieb, keinen Verlag und keine Vorstellung davon, was es vor dreißig Jahren mit älteren Herren machen würde, wenn eine junge Frau über Kindesmissbrauch aus der Sicht des Kindes schreibt. Sie ließen mich deutlich spüren, dass es ein absolutes „No Go“ war.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Die große Aufmerksamkeit, die man für ein bisschen mehr als fünfzehn Minuten im Rampenlicht bekommt. Und mindestens zweimal fünfzehn Minuten, wenn man zu den Gewinnern gehört.

Wie hast Du Deine Lesung, die Jurydiskussion und die Preisverleihung erlebt?

Schrecklich demütigend. Es gab damals noch elf Juroren. Davon drei Jurorinnen. Ich wurde eingeladen, weil ich einen Auszug aus meinem Roman „Das Mensch“ an die Juroren und Jurorinnen geschickt hatte. Ich hatte nicht damit gerechnet, wie herablassend manche der Männer über den Text sprechen würden. Nachher hat mir Angela Present, ein Jurymitglied, gesagt, ihr hätte der Text gut gefallen. Aber sie hätte es nicht gewagt, ihn einzuladen, weil sie wusste, bei diesen selbstgefälligen Männern hätte er keine Chance. Bei der Preisverleihung waren die Nichtgewinner so gut wie nicht mehr vorhanden. Man wurde völlig ignoriert. So als wäre die Frage im Raum gestanden: Was willst du eigentlich noch hier?

Wie hat sich der Bachmannpreis auf Deinen weiteren literarischen, künstlerischen Weg ausgewirkt?

Ich vermute, nicht wirklich negativ. Nach der schrecklichen Veranstaltung und nach einigen Tagen des Wundenleckens habe ich den Roman an zehn Verlage geschickt. Drei haben mir in kurzer Zeit geantwortet und wollten ihn machen.  Ich habe mich für den Wallstein-Verlag entschieden und dann den Clemens-von-Brentano-Preis für das beste Debüt bekommen.

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

Ich schau kaum in die Sendung hinein. Ich weiß, dass er wichtig ist, weil die Literatur in diesen Tagen Aufmerksamkeit bekommt, die sie sonst nicht hätte. Der Preis hat sich auch schon weiterentwickelt. Texte werden nicht mehr so grausam verrissen und soweit ich weiß, werden Nichtgewinner nach der Veranstaltung auch nicht mehr ignoriert, sondern dürfen am gemeinsamen Abschlussessen teilnehmen. Das ist schon ein Fortschritt. Auch dass man über das Wesen der Literatur viel mehr streitet als früher und der Kriterienkanon immer wieder in Frage gestellt wird.   

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Den Teilnehmenden: Das immerwährende Bewusstsein, dass Literatur keiner absoluten Bewertung unterliegt und ein Text von anderen Kritikern ganz anders beurteilt werden kann. Der Jury: dass gegenseitige Animositäten möglichst nicht auf Kosten der teilnehmenden Schreibenden ausgetragen werden. Dem Publikum: spannende Texte, die sich etwas Neues trauen und eine Jury, die lieber zweifelt als vernichtet. 

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Gabriele Kögl, Schriftstellerin

Zur Person: Gabriele Kögl, geboren in Graz, Lehramtsstudium in Graz, sowie „Buch und Dramaturgie“ an der Filmakademie Wien. Bezeichnet sich selber als Wortklauberin und Satzbäuerin. Zahlreiche Preise, darunter: „Clemens-von-Brentano-Preis für das Debüt “Das Mensch”, dreimal „Volksstückepreis Baden-Württemberg“,  und  „Prix Europa“ für das beste europäische Hörspiel „Höllenkinder“.  

Website der Autorin: Gabriele Kögl – Schriftstellerin

gespannte Aufmerksamkeit im Publikum _
Bachmannpreis/ORF Studio Klagenfurt

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Klagenfurt Rathaus _ Ankündigung Bachmannpreis/2015
Wörthersee

Foto: Gabriele Kögl _ G.Ankenbrand

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis/Klagenfurt-Wörthersee_ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 19.6.26

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