„Eine experimentierfreudige Jury, die auch offen gegenüber „abseitigen“ Texten ist“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Cornelia Manikowsky, Schriftstellerin _ Hamburg 20.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

im Interview _ Cornelia Manikowsky, Schriftstellerin _ Hamburg

Bachmannpreisnominierte 1990

Text: „Eine Frau und ein Junge“

Preisträgerin _ Stipendium der Kärntner Industrie

Liebe Cornelia, Du hast 1990 am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan erste Erinnerungen?

Ohje. Kopfschmerzen? Merkwürdige Aufgeregtheiten? Es war irrsinnig heiß, nicht nur draußen, sondern auch im Sendesaal, parallel lief die Fußballweltmeisterschaft und von Klagefurt habe ich eigentlich nur den Lindwurm in Erinnerung. (Der war aber ganz friedlich.)

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Die vielen Begegnungen.

Wie hast Du Deine Lesung und die Jurydiskussion erlebt?

Das ist jetzt 36 (!) Jahre her … „bizarr“ ist das Wort, das mir auf diese Frage als Erstes einfällt: Man sitzt also da vorne und hört die Jury über den eigenen Text sprechen, den sie gerade zum ersten Mal gelesen bzw. gehört haben (damals bekam die Jury die Texte erst unmittelbar vor der Lesung). Ein eigenartiges Gemisch aus persönlichen Leseeindrücken und spontanen Einfällen. Asche auf mein Haupt, ich kann mich nicht einmal erinnern, etwas davon mitgenommen zu haben.

Wie hat sich Dein Preisgewinn für Dein weiteres Schreiben ausgewirkt?

Kurz nach dem Preisgewinn ist mein erstes Buch erschienen, in dem auch die Erzählung enthalten war, aus der ich in Klagenfurt gelesen habe. Das Buch ist sehr oft besprochen worden, das wäre ohne die Bachmann-Preis-PR vermutlich anders gewesen. Und das Preisgeld: Klasse, natürlich!

Was braucht der Bachmannpreis an Weiterentwicklung für eine gute Zukunft?

Neue Ufer? Mehr Vielfalt? Eine experimentierfreudige Jury, die auch offen gegenüber „abseitigen“ Texten ist?

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Keine Kopfschmerzen (o. äh.)! Den Wörthersee genießen! Und viel Literatur natürlich. Lyrik! 

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Cornelia Manikowsky, Schriftstellerin

Zur Person: Über | Schriftstellerin Hamburg

Website der Autorin: Cornelia Manikowsky | Schriftstellerin, Hamburg

gespannte Aufmerksamkeit im Publikum _
Bachmannpreis/ORF Studio Klagenfurt

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Wörthersee

Fotos: Cornelia Manikowsky _ privat

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis/Klagenfurt-Wörthersee_ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 20.6.2026

https://literaturoutdoors.com

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