„war ständig hin- und hergerissen zwischen Kind und Bewerb“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Bettina Balàka, Schriftstellerin _ Wien 21.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

im Interview _Bettina Balàka, Schriftstellerin _ Wien

Bachmannpreisnominierte 2004

Liebe Bettina, Du hast 2004 am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan Deine erste Erinnerungen?

Es war eine unglaublich schwere Zeit für mich. Ich war alleinerziehend, meine Tochter gerade mal vier Jahre alt. Für die Tage des Wettbewerbs fand ich niemanden, der sie durchgehend übernehmen konnte. Ich musste sie also nach Klagenfurt mitnehmen, war ständig hin- und hergerissen zwischen Kind und Bewerb. Für den Auftritt selbst reisten mein Vater und seine Frau an, um währenddessen meine Tochter zu betreuen. Meine Haupterinnerung ist, dass sie ihr geliebtes Plüscheichhörnchen auf dem Gelände verlor und darob völlig verzweifelt war. Wir suchten stundenlang alles ab, bis wir es irgendwo in den Gängen wiederfanden.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Dass es so viel Fernsehzeit für Lesungen gibt, ist doch recht einzigartig.

Wie hast Du Deine Lesung, die Jurydiskussion und die Preisverleihung erlebt?

Zweckpessismus erwies sich als sinnvolle Strategie. Insofern, als ich auf das Schlimmste vorbereitet war, konnte ich dann erleichtert sein, als es auch positive Rückmeldungen gab.

Wie hat sich der Bachmannpreis auf Deinen weiteren literarischen, künstlerischen Weg ausgewirkt?

Gar nicht.

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

Seinen Fortbestand, also Finanzierung.

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Viel Spaß!

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Bettina Balàka, Schriftstellerin

Zur Person: BETTINA BALÀKA, geboren in Salzburg, lebt als freie Schriftstellerin in Wien, schreibt Romane, Erzählungen, Lyrik, Essays. Ausgezeichnet unter anderem mit dem Salzburger Lyrikpreis, Österreich-1-Essay-Preis, Friedrich Schiedel-Literaturpreis, Georg-Trakl-Förderungspreis für Lyrik. Zuletzt erschienen: „Der Zauberer vom Cobenzl“, Roman (2023), „Die glücklichen Kinder der Gegenwart“, Gedichte und Kurzprosa (2024), „Vom Zähmen, Ausbeuten und Bestaunen. Eine ungeordnete Kulturgeschichte der Natur“, Essays (2024), alle im Haymon Verlag, Innsbruck – Wien. Herausgeberin der Reihe: „Haymon Her Story – Wiederentdeckte Literatur von Frauen“. Im Oktober 2026 erscheint ihr neuer Erzählband „Die Abgängigen“, ebenfalls bei Haymon.

Website der Autorin: Bettina Balàka | Bettina Balàka

Großes Publikumsinteresse an den Lesungen im ORF Studio Klagenfurt
Pause im Garten

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

ORF Garten
Wörthersee

Foto: _Bettina Balàka _ Alain Barbero

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis/Klagenfurt-Wörthersee_ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 20.6.2026

https://literaturoutdoors.com

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