
„Mutter ging an einem Nachmittag im Juli fort.
Ich sehe sie noch die Straße hinauf zur Bushaltestelle gehen, ihre ausgebeulte dunkelrote Lederreisetasche in der Hand, die kurzen Finger fest um den abgewetzten Griff geschlossen…“

Zurück bleibt die Tochter. 12 Jahre alt. Der Sommer in Istrien. Der erste Sommer alleine. Beim Onkel und dessen Tochter. Menschen, Begegnungen. Meer. Einsamkeit…
„Sehnte ich mich nach ihr oder wollte ich, dass es so war, dass sie fehlte? Liebe hat viel mit Abwesenheit zu tun, dachte ich.“


Ingrid Zebinger-Jacobi legt ihren ersten Roman vor und dieser ist ein strahlender Komet in Wort, Geheimnis, flirrender Spannung. Da sind ganz feine Hintergründigkeit, überraschende, packende Zwischenräume, in denen gleichsam David Lynch mit Ingemar Bergmann und Alfred Hitchcock am Tisch setzt, gleich neben Joseph Roth. Ein unverwechselbarer Stil, Menschen freischwebend wie auf der Achterbahn im Wiener Prater, immer vor dem Fall ihrer Existenz und dann geht es doch weiter, nach oben oder unten, irgendwie, durch das Leben…
Ein fulminantes Romandebüt einer Autorin, die sprachlich alles kann und deren weiterer Weg in großer Freude und Aufmerksamkeit zu verfolgen ist.
Als Mutter nicht hier war, Ingrid Zebinger-Jacobi. Roman. Edition Keiper.
Seiten: 180
Erscheinungsdatum: 1. September 2026
Sprache: Deutsch
Format: 13 x 20 cm; Broschur
ISBN13: 978-3-903575-86-8
Preis: AT € 21,00 / DE € 20,43
Foto: Cover _ Verlag
Fotos: Anja Knafl, Schauspielerin _ performing „Drei Wege zum See“/Klagenfurt _100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Walter Pobaschnig 3/26
Walter Pobaschnig 9/26