„Liebe. In erster Linie zu uns selbst, zu allem Leben, zur Natur.“ Sandra Pascal, Schauspielerin _ Wien 29.11.2020

Liebe Sandra, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Jeder Tag ist anders. Meistens bestehen die Tage jedoch daraus sich neu zu erfinden. Ansonsten zu viel Bürokram, Text lernen, planen, schaffen, ausprobieren, Menschen treffen und so oft auf den Berg wie es geht. Von dort oben sehen unsere Probleme klein aus.

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Liebe. In erster Linie zu uns selbst, zu allem Leben, zur Natur. Dann kommt die Kraft aus uns heraus, unabhängig von den Umständen. Wir müssen auch aufpassen, unsere Freiheit nicht beschneiden zu lassen und zusammenhalten, auch wenn wir unterschiedlicher Ansicht sind, was derzeit richtig ist.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Film und der Kunst an sich zu?

Wesentlich wird sein zu unterscheiden, was zu ändern und was zu akzeptieren ist.

Das Spannendste, was ich mir derzeit künstlerisch erhoffe, sind Zukunftsutopien, sowie die Besinnung auf das Verbindende, Wahre, Schöne.

Was liest Du derzeit?

„Das Buch der Freude“ Dalai Lama und Desmond Tutu

„Was ich im Wasser sah“ Katharina Köller (Roman einer wunderbaren Frau, gerade erschienen)

„Das geheime Band zwischen Mensch und Natur“ Peter Wohlleben

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

“Man gibt immer den Umständen die Schuld für das, was man ist. Ich glaube nicht an Umstände. Diejenigen, die in der Welt vorankommen, gehen hin und suchen sich die Umstände, die sie wollen und wenn sie sie nicht finden können, schaffen sie sie selbst”. G. B. Shaw

„Die Welt ist wie wir sind.“ (Verfasser unbekannt- aus der GEA Zeitschrift)

Vielen Dank für das Interview liebe Sandra, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Schauspielprojekte wie persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an KünstlerInnen:

Sandra Pascal, Schauspielerin

Fotos_Sandra Pascal in „Ein Geschäft mit Träumen“ (Ingeborg Bachmann) 28.7.2018_Theater Heunburg_Kärnten

„Ein Geschäft mit Träumen – Ingeborg Bachmann“ Begeisternde österreichische Erstaufführung am Heunburgtheater_Kärnten 28.7.2018

Alle Fotos_Walter Pobaschnig

23.9.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Wandel beginnt als verändertes Muster von Erwartungen, von Wahrnehmungen und Welt-Verbindungen“ Karin Ivancsics, Schriftstellerin_Wien 29.11.2020

Liebe Karin, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich bin erst Anfang November von meinem Sommerdomizil im Burgenland in die Wiener Wohnung übersiedelt, und dann gleich zweiter Lockdown und dann gleich Terroranschlag am Abend nach der In memoriam-Veranstaltung im Literaturhaus, das war heftig. Es ist eine ziemliche Umstellung, weil ich nun nicht einfach die Türe aufmachen und in den Garten gehen kann.

Der erste Lockdown passierte ja, nachdem ich am Freitag, den 13. 3. von einer Reise aus Sansibar zurück kam – nach zwei Wochen zog ich aufs Land und blieb dort, mit ein paar Abstechern in die Stadt. Ich empfand es als großes Privileg und lernte die Natur dadurch noch mehr zu schätzen als ich es eh schon tue: Sie heilt und gibt Kraft. Es war ein arbeitsamer und herausfordernder Sommer und Herbst, vor allem in organisatorischer Hinsicht (ich arbeite auch als Kuratorin/Programmgestalterin). Phasenweise hatte und habe ich natürlich Zeit für Notizen, Projektentwicklung, Weiterarbeiten an meinem Sansibar-Buch und dem Schreiben neuer Texte.

Einen geregelten Tagesablauf habe ich nicht, er ergibt sich aus dem, was anfällt; Mail-Beantworten und Bürokram, „das Lästige“ erledige ich gerne am Vormittag. Zurzeit bin ich mit der Überarbeitung der „Aufzeichnungen einer Blumendiebin“ beschäftigt, sie sollen im Frühjahr bei KLEVER neu aufgelegt werden, worüber ich mich sehr freue. Zusätzlich schreibe ich an einem Textbeitrag anlässlich 100 Jahre Burgenland.

Karin Ivancsics, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Weiterhin Masken verwenden und Hände waschen. Zuhause bleiben.

Und: Geduld und Zuversicht. Alles endet, auch diese Pandemie. Als ich im März in den Lockdown hineinplatzte, platzte mir auch teilweise der Kragen ob der Wehleidigkeit und der Ansprüche meiner europäischen Mitmenschen! Ich kam aus einem afrikanischen Land, in dem der Durchschnittsverdienst 250 € beträgt: jährlich!, und musste mitansehen, wie die Leute hier schier ausrasteten, Klopapier horteten usw. Ich verstehe, dass es vielen reicht und dass wir alle müde sind und erschöpft von den Corona-Maßnahmen – und dennoch: wir haben es vergleichsweise gut getroffen in diesem reichen Land. Wir sind durch die Gnade der Geburt seit vielen Jahrzehnten von realen, uns unmittelbar betreffenden, wirklich schlimmen und todbringenden Kriegen verschont geblieben – ein wenig Demut und sich Zurücknehmen wäre angebracht, das fällt in einer von Individualisten geprägten Gesellschaft anscheinend schwer.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Ich bin nicht sicher, ob es einen Neubeginn geben bzw. wie sich dieser gestalten wird. Anfangs stimmte ich in den Hoffnungskanon ein: Vielleicht zeigten sich die Menschen tatsächlich einsichtig und würden erkennen, dass die sozialen Verzichte, die sie – auf ungewisse Zeit – zu leisten genötigt waren, weniger schlimm waren als befürchtet und dass sie Kosmetik- und Friseurbesuche, tägliches Essengehen in Restaurants oder Shopping als Freizeitbeschäftigung beiseite lassen konnten ohne zu verzweifeln, vielleicht würden sie dieses Virus als Folge unseres unverantwortlichen Konsumverhaltens und der Zerstörung der Natur begreifen? Aber denkste, diese Illusion habe ich mittlerweile als solche entlarvt  – kaum waren zwischenzeitlich die Möglichkeiten da, Geld für Klamotten rauszuschmeißen, in Flugzeuge zu steigen und den AI-Urlaub anzutreten etc., hat das Gros der Mitbürger*innen diese wieder genutzt – ich weiß wovon ich spreche: in der Nähe meines burgenländischen Zweitwohnsitzes befindet sich das Outlet-Center!

Wandel beginnt als verändertes Muster von Erwartungen, von Wahrnehmungen und Welt-Verbindungen. Dabei ist es oftmals gerade der Bruch mit dem Gewohnten, der unseren Zukunftssinn und unsere Kreativität wieder freisetzt, die Vorstellung und Gewissheit, dass alles ganz anders sein könnte – auch und vor allem zum Besseren. Man sollte diesem Bruch mit der Routine, dem wir uns derzeit alle nicht entziehen können – mehr Chancen geben, ihn willkommen heißen und schauen, was passiert: das unter anderem tut die Kunst und die Literatur.

Was liest Du derzeit?

Nachdem ich im Sommer vor allem Fahnen von Neuerscheinungen als Vorbereitung auf die Literaturtage im Weinwerk gelesen habe, genieße ich es, in die großartigen fertigen Bücher nochmals hinein zu blättern. Andererseits darf ich mich nun auch gänzlich „zweckfrei“ spannender Literatur hingeben, was für ein Luxus! Zurzeit lese ich zwei Bücher parallel, die mir Ilija Trojanow geschenkt hat: „Töchter Afrikas“ ist ein Sammelband schwarzer Autorinnen, die er Mitte der 1990er-Jahren in seinem Marino Verlag veröffentlichte ,wir kommen viel zu selten mit dieser Literatur in Kontakt – „Eine Weltliteratur ohne afrikanische Literatur ist wie ein Orchester, dem einige Instrumente fehlen“, so Doris Lessing. Das zweite ist die ungekürzte Neufassung von Gandhis Autobiografie „Mein Leben“ (C. H. Beck), mit einem wunderbaren Nachwort von Trojanow ergänzt, in dem er über die Widersprüchlichkeit der Person Ghandi und Paradoxien als Instrumente der Erkenntnis und Entwicklung schreibt.

Lesen ist das Betreten fremder Welten; für mich als passionierte Reisende finden Reisen zurzeit im Kopf statt.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Ich habe zwei:

Alles nimmt ein gutes Ende für den, der warten kann. – Leo Tolstoi

Und:

Mit jedem Verlust habe ich auch etwas gewonnen. – Ishraga Mustafa Hamid, die ich bei den Literaturtagen im Weinwerk kennenlernen durfte; gebürtige Sudanesin und seit 27 Jahren eine „Schwarze Wienerin“, wie sie sich gerne selbst bezeichnet.

Vielen Dank für das Interview liebe Karin, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an KünstlerInnen:

Karin Ivancsics, Schriftstellerin

http://www.karinivancsics.at/karinivancsics/Willkommen.html

Foto_Alain Barbaro

10.11.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Der Tag – in der Balance zwischen Mutter und Künstlerin sein“ Sophie Resch, Schauspielerin _ Wien 29.11.2020

Liebe Sophie, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Meist beginnt der Tag für mich eher unausgeschlafen um 6Uhr. Dann richte ich Frühstück für meinen kleinen Sohn, spiele mit ihm, verrichte Dinge im Haushalt und nutze dann die 2h Mittagschlaf von meinem Kleinen für das, was ich gerade als „am Wichtigsten“ erachte.  Erarbeite neue Vorsprechmonologe, lerne Text für Dreharbeiten, oder arbeite an meinem Sprechereel usw.(Kurze Notiz dazu: In der Stillzeit und müde Text lernen, ist ein etwas schleppendes Unterfangen) – Im Sommer bereitete ich meine Moderation für den Kultursommer in Wien vor, Ja und so geht der Tag dahin…in der Balance zwischen Mutter und Künstlerin sein.

Das was sich durch C19 verändert hat, ist die Ungewissheit ob die Dinge, auf die ich mich vorbereite, auch tatsächlich stattfindenJ

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Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Im Großen und Ganzen:

Auch wenn die jetzige Situation rund um C19 uns völlig in Beschlag nimmt, dürfen wir die wirklich dringlichen und wichtigen Dinge nicht aus den Augen verlieren. Wir sollten um jeden Preis weitere von Menschen gemachte Umweltkatastrophen vermeiden und die Natur schützen, in dem wir endlich ehrliche, radikale und gute Klima- und Umweltpolitik machen und zwar weltweit und kompromisslos.

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Im Kleinen:

finde ich wichtig, dass man der Angst keinen zu großen Raum geben sollte. Und damit meine ich nicht den Respekt vor dem Virus, sondern die Angst, dass man den Lebensstandard, den man immer hatte verliert, Angst vor einschlägigen Veränderungen in der Gesellschaft und vor allem in der Wirtschaft , Angst vor Neuem, Angst vor Einschränkung, Angst davor, dass einem andere Menschen, etwas wegnehmen oder vor Fremden und man deshalb aufhört menschlich zu sein, und und und.

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Und im kleinsten Sinne:

Ausgewählte liebste Menschen um einen!

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Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Insgesamt wäre es schön, wenn wir alle es schaffen würden, zuversichtlich, solidarisch und voller Mut in diese neuen Zeiten hineinzugehen. Das schafft viele neue Möglichkeiten und gewisse Dinge könnten sich dadurch von Grund auf ändern. Ich bin z.B: eine starke Befürworterin für das bedingungslose Grundeinkommen und glaube, dass dieses auch viele positive Veränderungen in der Gesellschaft mit sich bringen kann.

Kunst kann Menschen neue Denkweisen näher bringen und sie erlebbar machen. Im Theater z.B. kann man einfach eine neue Gesetzmäßigkeit etablieren und diese gelten dann für das ganze Stück. Der Zuseher akzeptiert diese meist sehr schnell und unbewusst. Diese Flexibilität unserer Vorstellungskraft zu trainieren und die Akzeptanz von neuen Gesetzen und Grenzen, empfinde ich als sehr wichtig. In den Köpfen fängt die Veränderung an… So glaube ich, dass die Kunst weiterhin als Spiegel oder Zerrbild der Gesellschaft funktionieren wird. Und natürlich als Ventil, das brauchen wir gerade (so kommt es mir vor) mehr denn je.

Die Gesellschaft verändert sich gerade, die Systeme nach und nach auch, die Kunst/ das Theater muss und wird darauf reagieren.

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 Was liest Du derzeit?

„Die kleine Raupe Nimmersatt“ von Eric Carle J

und

 „Unorthodox“ von Deborah Feldman

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Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Und ich möchte sie, so gut ich es kann, bitten Geduld zu haben, gegen alles Ungelöste in ihrem Herzen und zu versuchen, die Fragen selbst liebzuhaben wie verschlossene Stuben und wie Bücher, die in einer fremden Sprache geschrieben sind. Forschen sie jetzt nicht nach den Antworten, die ihnen nicht gegeben werden können, weil Sie sie nicht leben könnten. Und es handelt sich darum alles zu leben. Leben sie jetzt die Fragen. Vielleicht leben sie dann allmählich, ohne es zu merken eines fernen Tages in die Antwort hinein.“

Rainer Maria Rilke

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Vielen Dank für das Interview liebe Sophie, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Schauspielprojekte wie persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an KünstlerInnen:

Sophie Resch, Schauspielerin

Alle Fotos_Walter Pobaschnig_Station bei Ingeborg Bachmann _Romanschauplatz „Malina“_Wien_9_20.

29.8.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Ohne Kunst und Kultur fehlt die geistige Auseinandersetzung“ Siena Freebird Lindem, Schauspielerin _ Baden/NÖ 29.11.2020

Liebe Siena, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Mein Tag beginnt mit coffee and cigarettes. Ich kümmere mich um  meinen Sohn  und mache zur Zeit eine verkürzte Lehre bei einer fantastischen Schneiderin, wo ich natürlich auch die meiste Zeit verbringe. Im Herbst spielte ich Theater und hatte an den Wochenenden Vorstellungen. Ich versuche die Tage mit dem Auszufüllen was mich interessiert, mir Spaß macht oder mich auf die eine oder andere Art beschäftigt und in meinem Tun möglichst frei zu sein.

Siena Freebird Lindem _ Model_Schauspielerin_Modedesignerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich habe lange über diese Frage nachgedacht und tue es auch jetzt noch. Ganz ehrlich, ich weiß es nicht. Die Antwort ändert sich je nach Tagesverfassung, neuen Inputs, aktuellem Tagesgeschehen. Allerdings drängt sich mir immer wieder der Gedanke auf, das wir uns mehr Ruhe lassen sollten, uns weniger wegen Nichtigkeiten aufregen sollten, das Toleranz, die viele fordern gelebt werden sollte, auch wenn man anders lebt.  Es gibt natürlich wichtige Dinge, gegen die man angehen sollte, aber eben aus Überzeugung, weil man es für richtig hält und nicht weil es gerade Trend ist. Und damit nicht aufhören, wenn der neue Trend kommt.

Ein Miteinander ohne gleich sein zu müssen und Akzeptanz, dass es Andersdenkende gibt, auch wenn es mir nicht gefällt . ( Auch da gibt es Ausnahmen, wie bei allem im Leben)

Diese Frage ist für mich nicht definitiv zu beantworten.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Auch eine schwierige Frage, die letztendlich nicht zur Befriedung jedes Einzelnen zu beantworten ist. Wir sind so grundverschieden in so vielen Dingen, Ansichten und Meinungen, Geschmack, Lebensart, Prioritäten, Moralvorstellungen und so fort.

Ich für mich hoffe, das wir eben dieses Miteinander irgendwie hinkriegen und das Wichtigste sind wohl Respekt und Verständnis. Gelingt mir genauso wenig immer, aber ich versuche es.

Kunst ,Kultur und Kreativität waren von Anfang an ein wichtiger Bestandteil meines Lebens. Das wird mir auch niemand wegnehmen können und ich hoffe (Hoffnung, auch ein interessantes Wort), dass noch während dieser Pandemie die Künstler trotz aller Verbote, Erschwernisse ,Hindernisse und Existenzbedrohungen nicht aufgeben. Ohne Kunst und Kultur fehlt die geistige Auseinandersetzung mit Dingen oder auch einfach nur die Gefühle, die sie auslösen.

Ich bin überzeugt, dass Kunst und Kultur nicht dauerhaft zerstört oder verhindert werden können. Keine Regierung, keine Verbote, keine Engstirnigkeit wird das je schaffen.

Es gehen mir tausend Dinge durch den Kopf und ich weiss nicht wo ich bei dem Thema Gesellschaft beginnen oder enden soll. Viele Dinge tun mir weh, machen mich richtig wütend oder freuen mich.

Und so beende ich diese Ansätze, die nie fertig gedacht werden können.

Was liest Du derzeit?

Ich habe Stapel an Büchern zu Hause , die darauf warten gelesen zu werden. Im Moment befasse ich mich bedingt durch die Ausbildung mit Sachbüchern zu Mode

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Jeder Zwang ist Gift fuer die Seele“ 

Carl Ludwig Börne

“Don’t walk in front of me… I may not follow
Don’t walk behind me… I may not lead
Walk beside me… just be my friend ”

Albert Camus

„ Das Glück ist mit den Mutigen“

aus dem Film „Jack und das Kuckucksherz“

„Don’t question why she needs to be so free
She’ll tell you it’s the only way to be „ 

Rolling Stones, Ruby Tuesday

Vielen Dank für das Interview liebe Siena, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen vielfältigen Schauspiel-, Kunst- und Modeprojekte wie persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an KünstlerInnen:

Siena Freebird Lindem_Model, Schauspielerin, Schneiderin (in Ausbildung).

Fotos_Walter Pobaschnig_Station bei Malina_Wien_Romanschauplatz_9_20

20.9.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Es geht darum Hoffnung zu kreieren, Synergien zu schaffen, die vorher nicht da waren“ Laura Maria Schneiderhan, Schauspielerin _ Wien 29.11.2020

Liebe Laura Maria, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Im Sommer habe ich die freie Zeit genossen, Ende September ging es erfreulicherweise wieder mit Proben los – zunächst mit Wiederaufnahmeproben für Heute Abend: Lola Blau am Tiroler Landestheater. 

Laura Schneiderhan - Foto _ Leo Bauer

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Dass wir uns nicht verrückt machen lassen von der Zeit. Alles findet sein Ende, so auch hier. Panik ist selten ein guter Ratgeber und macht uns unvorsichtig. Dabei kann man manche gute Sache übersehen, die uns vielleicht in Zukunft weiterbringt. Individuell und als Gesellschaft.

 

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Ich fände es furchtbar nur noch Corona als Themen in der Kunst zu sehen. Man ist seit 6 Monaten damit konfrontiert, da will ich nicht im Theater oder TV&Kino, egal ob als Zuschauer oder Darstellerin, mich ebenfalls damit auseinandersetzen müssen. Es geht darum Hoffnung zu kreieren, Synergien zu schaffen, die vorher nicht da waren. Wir sind alle so voll Kreativität, die man einfach nur nutzen muss. Mein Partner und ich z.B. haben zusammen mit einem guten Freund in dieser Zeit 2 Kurzfilme selbst auf die Beine gestellt, nur mit einer vlog-Kamera und einem bombastischen Post-Production-Program. Und zwar aus dem einfachen Grund heraus, dass wir Bock hatten das zu machen, für uns. Jetzt überlegen wir sogar weiter mit dem Produkt zu gehen. Man darf seinen Stolz nicht verlieren, Dinge die man aus dem Boden stampft zu wertschätzen. Völlig nebensächlich wie „perfekt“ es sein mag. TUN, das ist die Devise. Nicht stehenbleiben. Sich nicht aufhalten lassen.

 

Was liest Du derzeit?

Derzeit lese ich von Joachim Meyerhoff – Alle Toten fliegen hoch Amerika

 

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

“Nec temere, nec timide!” . – Weder furchtsam noch unbesonnen. (Herkunft unbekannt)

Vielen Dank für das Interview liebe Laura Maria, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an KünstlerInnen:

Laura Maria Schneiderhan, Schauspielerin

Foto_Leo Bauer

27.8.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig? – Nichts.“ Gerhard Loibelsberger _ Schriftsteller_ Wien 28.11.2020

Lieber Gerhard, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich stehe auf, zieh mich an und gehe mit meiner Hündin hinaus. Nach dem alles von ihr erledigt wurde, füttere ich sie. Dann mach ich mein Frühstück. Während des Frühstücks beginne ich mit der Arbeit.

Mittags gehe ich einkaufen und koche das Mittagessen. Anschließend Mittagspause, Hundespaziergang und Kaffeehausbesuch.

Abends arbeite ich noch ein bisschen, bereite das Nachtmahl zu, höre Musik und plaudere mit meiner Frau. Manchmal schiebe ich noch eine Nachtschicht ein, bevor ich nochmals mit meiner Hündin hinausgehe.

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Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Nichts.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Der Regierung signalisieren, dass sie uns gefälligst nicht behindern und sich aus unserem Leben heraushalten sollen.

Was liest Du derzeit?

Dies und das.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

»Bewahren Sie Ihre Ersparnis daheim unter der Matratze auf. Spielen S’ auf keinen Fall an der Börse mit.«

»Aber das tun doch alle!«

»Ohne dass ihnen bewusst ist, dass der Kapitalismus grausamer als das grausamste Raubtier ist.«

Zitiert aus: Alles Geld der Welt

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Vielen Dank für das Interview lieber Gerhard, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literatur- und Musikprojekte wie persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an KünstlerInnen

Gerhard Loibelsberger_Schriftsteller, Komponist, Musiker

Alle Fotos_Walter Pobaschnig _ Station bei Bachmann 8_20.

14.8.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Kunst und Literatur? Das Einpendeln in einen hellen Schwebezustand über dem Abgrund“ Arnulf Ploder_ Schriftsteller _ Klagenfurt_ 28.11.2020

Lieber Arnulf, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Spazieren gehen, Notizen machen, Austausch mit Freunden pflegen

Arnulf Ploder, Schriftsteller

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Besonnenheit und Rücksicht.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Aufbruch und Neubeginn sind zu bezweifeln. Höchstens, dass man um einen großen Schrecken leichter sein wird, umso übermütiger sodann.  Kunst und Literatur? Das Einpendeln in einen hellen Schwebezustand über dem Abgrund.

Was liest Du derzeit?

Olga Tokarczuk: Die grünen Kinder

Dzevad Karahasan: Ein Haus für die Müden

Michel de Montaigne: Essais

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Denkbar wäre, irgendwann an jenen Punkt zurückzukehren, von dem man einmal ausgegangen ist. Und an diese Stelle gekommen, wo alles angefangen hat, könnte man dann mit einem Schritt davon zurücktreten und das Leben einen anderen Ausgang nehmen lassen als den, der einem überdeutlich vor Augen ist.“

Vielen Dank für das Interview lieber Arnulf, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an KünstlerInnen:

Arnulf Ploder, Schriftsteller

https://www.bibliothekderprovinz.at/autor/arnulf-ploder/

Foto_privat

25.10.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Kunst ist viel- und weitschichtig – ich bin neugierig was da alles noch kommen wird“ Birgit Bachmann, Künstlerin _ Gmünd/Kärnten _ 28.11.2020

Liebe Birgit, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich arbeite, soweit es mir möglich ist. Das Atelier ist der beste Platz zum sein.

Birgit Bachmann, Künstlerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Achtungsvoller Umgang und Selbstfürsorge

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst zu?

Die Kunst hat die Fähigkeit alles sein zu können und zu dürfen, was wir uns vorstellen können. Sie ist so viel- und weitschichtig – daher bin ich schon neugierig was da alles noch kommen wird.

Was liest Du derzeit?

Das Paradies meines Nachbarn von Nava Ebrahimi

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„wir schaffen das“

Vielen Dank für das Interview liebe Birgit, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Kunstprojekte wie persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an KünstlerInnen:

Birgit Bachmann_Künstlerin_Malerin_Grafikerin

Birgit Bachmann

Foto_Cornelia Caufmann

11.11.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Was im Leben wirklich wichtig ist – das ist ein Prozess und ich denke, der ist auch nie zu Ende“ Birgit Fuchs, Schauspielerin _ Wien 28.11.2020

Liebe Birgit, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Immer anders, obwohl ich um Struktur bemüht bin. Auf jeden Fall beginnt er mit Kaffee. Dann versuche ich im Tag anzukommen, möglichst positiv aufgeladen. Meditieren, meinen Körper aufwecken und spüren, Atemübungen usw., also alles aus dem Yogarepertoire – was ich gerade brauche. Manchmal dauert dieses Ankommen auch nur sehr kurz, weil ich gleich beim Aufwachen irgendein Erledigungsbedürfnis verspüre. Heute zum Beispiel hatte ich gleich den Impuls, mich an dieses Interview zu setzen!

Und dann folgt die Entscheidung auf was ich mich fokussiere: Eigene Projekte ausarbeiten, Büroarbeit, Fortbildung, Recherche, Bewerbungen, Yogakurse ausarbeiten… zu tun gibt es immer was. Früchte tragen tut momentan nur wenig. Aber es ist ja auch bald Winter.

Irgendwann im Verlauf des Tages gehe ich raus, möglichst in die Natur oder ich treffe mich mit einem Menschen, der mir guttut. Und wenn ich gar nicht mag, bleibe ich mittlerweile sogar in der Wohnung und trotze mit guten Gefühl dem „Aber man sollte schon raus gehen…(vor allem heute, wo die Sonne so schön scheint).“

Birgit Fuchs, Schauspielerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Möglichst oft in eine freudvolle Energie kommen. Durch was auch immer und egal wie lange es andauert.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Schauspiel, Theater, der Kunst an sich zu?

Bei den Worten Aufbruch und Neubeginn kommen bei mir sofort Assoziationen wie

– Vertrauen, in sich selbst und auch Urvertrauen, dass alles schon irgendwie so sein soll – daraus kann man Energie schöpfen

– Im Fluss mit dem Leben zu sein, auf seine Intuition hören

– Wandel als naturgegebenes Phänomen anzunehmen und sich daran zu erfreuen (was schwer ist, weil der Mensch ein Gewohnheitstier ist und nach Sicherheit strebt, aber es ist möglich).

Man mag mir in manchen Bereichen Naivität nachsagen, aber ich glaube, dass es immer mehr Menschen gibt, die nicht mehr in dem gigantischen Hamsterrad des immensen Leistens, des Wachsens (kapitalistisch gemeint), des Drucks, der Schnelligkeit, der Überfokussiertheit (Tunnelblick) … mitlaufen wollen. Sie werden sich bewusst, dass es andere Werte sind, die ein gutes Gefühl geben. Und ich habe so ein schönes Bild, dass wenn dieser Anteil eine gewisse Größe übersteigt, dass dann ein wirklich großer Wandel passiert. Und ich glaube das diese kritische Masse sogar weit weg ist von der Hälfte, weil Liebe, Vertrauen, Dankbarkeit und die ganzen anderen schönen Gefühle und Emotionen gebündelt viel stärker sind als alles Negative.

Ich war vor meiner Entscheidung eine Schauspielausbildung zu machen auch ein Hamster, hab durch eine Weltreise aber zum Glück die Kraft gefunden, mir bewusst zu werden, was mir im Leben wirklich wichtig ist. Das ist ein Prozess und ich denke, der ist auch nie zu Ende, denn durch unsere Prägungen und Muster fallen wir immer wieder zurück, aber immer seltener und immer weniger stark, wenn wir es schaffen unbewusste Anteile in unser Bewusstsein zu holen.

Ich glaube, dass Schauspiel, Theater und die Kunst an sich das Potenzial hat, eben das zu erreichen, wovon ich geschrieben habe, bei der vorherigen Frage, was für uns alle wichtig ist: möglichst oft in eine freudvolle Energie zu kommen. Wenn wir uns einlassen auf ein Theaterstück, einen Film, ein Konzert, ein Kunstwerk usw. dann kommen wir ins Staunen, etwas Kindlichem, etwas ganz Ursprünglichem, was uns mit unserem Kern verbindet.

Birgit Fuchs, Schauspielerin

Was liest Du derzeit?

Da kommt jetzt eine ganze Liste, weil ich ständig das hernehme, auf was ich gerade Lust habe…

Theaterarbeit mit Grotowski an physischen Handlungen von Thomas Richards

Lachen ist der erste Schritt zum Glück von Laura Chaplin

Elfriede Jelinek – Ein Portrait von Mayer und Koberg

Vom Geist des Ayurveda von Dr. David Frawley

Dann schmökere ich wieder in unterschiedlichsten Gedichtbänden und Theaterstücken.

Als Hörbuch bin ich gerade bei diversen Allgemeinbildungsbüchern von Physik bis Geschichte und staune, was man alles seit der Schule vergessen hat…

Birgit Fuchs, Schauspielerin

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Das Leben kann ja so erfreulich und wunderbar sein. Wir müssen es nur wieder zu leben lernen.“ Charlie Chaplin, Der große Diktator

Vielen Dank für das Interview liebe Birgit, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Schauspiel-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an KünstlerInnen:

Birgit Fuchs, Schauspielerin, Sprecherin

https://www.birgitfuchs.eu/

Fotos _

Portrait_Patrick Connor Klopf

Szenenfotos_Tamara Salamin

1.11.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Literatur muss das Dunkle, Lyrische, Unabhängige, Rohe zeigen“ Hannah Bründl, Schriftstellerin_Wien 28.11.2020

Liebe Hannah, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

mein tagesablauf ist nicht täglich gleich geregelt. ich arbeite gern abends und nachts, deshalb kommt der lockdown meinem biorhythmus entgegen.

das studium ist natürlich momentan digital. als textarbeitende studierende sind wir in einer priviligierten situation und sollten dafür dankbar sein. andere studien, die labore, ateliers und proberäume benötigen, haben es da schwieriger.

wenn ich nicht schreibe, mache ich musik, spiele guitarre. es geht um den drang, sich selbst und was mensch zu sagen hat auszudrücken. kreativität hilft, den schmerz, den turmoil, die unruhe zu verarbeiten.

Hannah Bründl, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

RÜCKSICHTNAHME auf die schwächsten unter uns. maske tragen, zuhause bleiben, auf fucking schifahren verzichten, zoom meetings abhalten und impfen lassen, wenns soweit ist. das rettet leben! verdammt nochmal weniger rummotzen, dass mensch nicht rausgehen kann. die eigenen privilegien reflektieren. wir sitzen alle in einem boot – zeigen wir uns solidarisch, halten wir zusammen. liebe, oida.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

bzgl neubeginn hoffe ich, dass endlich ein digitaler aufschwung in der breiten bevölkerung kommen wird und die menschen statt flugreisen vermehrt onlinetreffen einrichten. einen text auszudrucken verbraucht mehr co2 als ihn am bildschirm zu lesen. digitalität ahoi!

die kunst, die literatur muss neben der nutzung der digitalen, interdisziplinären möglichkeiten auch wieder zurückfinden zur REALNESS. literatur muss authentisch sein, das hässliche genauso zeigen, das dunkle, lyrische, unabhängige, unkonventionelle, rohe, planlose, angstridden and anguished. es geht nicht zuletzt um die frage, wem raum und bühne geboten wird, sich zu äußern, die eigenen traumata und die eigene geschichte zu erzählen – und wer in der hegemonie der schönheit, des patriarchats und der weißen cis-männlichkeit nicht sprechen darf oder nicht gehört wird.

Was liest Du derzeit?

Meta Merz und Sarah Kane und Anne Carson und eine menge alter zines aus den 90ern.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„die schlimmste verletzung ist zu spüren dass du nicht sehr

dir gehörst“

-Claudia Rankine, citizen

Vielen Dank für das Interview liebe Hannah, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an KünstlerInnen:

Hannah Bründl, Schriftstellerin

Hannah Bründl-Home (hannahbruendl.com)

Foto_Pamela Rußmann

27.11.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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