die übermäßig oben war, nun treibt sie da im amselsang, gespalten von raketen, sound für das ende –
das lied, das eben noch lief, geht auf pause und irgendwann wieder auf play – hörst du es anders jetzt? hat es einschusslöcher oder ist‘s noch dasselbe?
amsel – lied – raketen –
immer schon hat sich die geige in den bunker geschlichen, hat was hoffnung geflüstert wie der oktopus, der sich aus dem einmachglas schält – immer gab es was, das sich nicht spalten lässt, gab es den satz, der sich brennt
Lieber Adam, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Lieber Walter, danke für das Interesse.
Ich versuche stets, obwohl das eigentlich gegen die Natur des Jobs spricht, einen normalen “9 to 5” Tag zu haben. Psychohygiene ist mir sehr wichtig, und ich möchte gegen Ende des Tages das Gefühl haben, die Arbeit ist getan und ich nehm nichts mit nach Hause.
Es ist für mich ein großes Privileg, in einem Studioraum zu arbeiten, der 10 Minuten von meiner Wohnung entfernt liegt. Dort komme ich gegen 8.30 an und erledige, während der Kaffee kocht, einige kleinere Dinge – ich antworte auf E-Mails, starte Downloads, plane den Tag, etc. Gegen 9 setze ich mich hin und fange wirklich an zu komponieren. Am Morgen bin am kreativsten, deshalb komponiere ich meistens den ganzen Cue in dieser Zeit. Am Nachmittag produziere und arrangiere ich dann, was ich morgens komponiert habe. Gegen 5/6 evaluiere ich den Fortschritt und meistens um diese Zeit, kommt auch mein Assistent ins Studio und ich gehe mit ihm ein paar Sachen durch, die er dann für den Rest des Abends erledigt, oder für mich vorbereitet für den nächsten Tag.
Zuhause angekommen, habe ich kein einziges musikalisches Instrument – das hilft mir ebenfalls mit der Trennung von Berufs- und Privatleben. Dann gehe ich meinen Hobbies nach, oder treffe mich mit Freunden, bis ich gegen 11/12 dann schlafen geh.
Adam Lukas, Filmkomponist
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Emotionen so gut wie möglich aus den Debatten rauszuhalten. Es braucht eine “Kühlung”, um eine Überhitzung zu vermeiden. Familien, die sich beispielsweise wegen politischen Ungereimtheiten nicht mehr sehen wollen – das stimmt mich richtig traurig. Wir müssen einander zuhören, sowohl dem Onkel, der nicht geimpft ist, als auch der Sophie, die sich während ihres Studiums auch in der Klimabewegung bewegt. Wir haben immer noch mehr gemeinsam, als was uns unterscheidet. Social Media macht das viel schlimmer und beschleunigt diesen Trend, weil man nicht mehr Face-to-Face diskutiert, sondern “pseudo”-anonymisiert mit Fremden auf Facebook streitet, mit Maus und Tastatur.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?
Eine große Herausforderung wird die neue Form von Arbeit werden, und wie wir damit umgehen. Menschen brauchen einen Sinn, sie wollen sich gebraucht fühlen. Mit mehr und mehr Berufen, die durch Automatisierung obsolet werden, wird da ein großes Vakuum entstehen, und wir müssen zusehen, dass diese Entwicklung langsam und überschaubar vor sich geht. Als jemand, der Musik macht, befinde ich mich hier auf einem relativ sicheren Boot, obwohl es schon Artificial Intelligence gibt, die Musik wie die Beatles ausspucken kann.
Besonders während der Pandemie haben sich die Menschen in die Künste geflüchtet, und haben sich mit Musik und Filmen bei Laune gehalten. Doch gerade die Kunst- und Kulturbranche wurde von der Politik im Stich gelassen. Auf einmal war man “non-essential”. Ich wünsche mir mehr Mittel, vor allem für kleinere Studios und Projekte – ob Marvel jetzt 200, oder 250 Millionen für einen Film übrig hat, macht keinen Unterschied- Für einen Indie Film können 5000€ beispielsweise aber einen großen Impact haben.
Was liest Du derzeit?
Ich lese kaum. Zeit meines Lebens habe ich bestimmt nicht mehr als 20 Bücher gelesen. Die einzige Ausnahme sind Haruki Murakami’s Bücher, die ich alle liebe und sehr gut kenne. “Killing Commendatore” hat mich zuletzt richtig in den Bann gezogen. Ich bin mehr ein audiovisueller Typ und schaue gerne, oder höre Podcast. “Lanz & Precht” höre ich zB jede Woche. Auf diversen Streaming Portalen sehen meine Freundin und ich abends gerne Dokumentationen. Letztens sind wir auf den Geschmack von Lauren Greenfield’s Dokumentation gestoßen. “Thin” und “Generation Wealth” haben uns beide weinend zu den Credit Rolls hinterlassen.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
“Comparison is the thief of Joy” – T. Roosevelt.
Hier dazu ein Musikvideo: h\ps://www.youtube.com/watch?v=JRUjtalz_1k
Vielen Dank für das Interview lieber Adam, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musikprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
Liebe Corina, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
1.) Träume sondieren
2.) Strecken und dehnen
3.) Zähneputzen … hehe Spaßßßß 😉
Also die Arbeit nimmt generell einen sehr großen Platz in meinem Leben ein, da ich selbstständig bin und mein Beruf auch irgendwie meine Berufung ist. Daher ist die Musik maßgeblich bestimmend in meinem Leben. Täglich…
Derzeit arbeite ich neben meinem Soloprojekt auch an verschiedenen Projekten mit verschiedenen Musikern und weiteres stehen Studioprojekte mit verschiedensten Leuten an. Also viel Probearbeit und nebenbei gebe ich viel Unterricht (Gitarre, Harfe, Flöte usw.).
Aber einen fixen Ablauf hab ich nie…. meinen Leben ist ziemlich unregelmäßig…..
Corina Kuhs, Musikerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Durchatmen, durchhalten, ruhig bleiben, Toleranz auf allen Ebenen, lernen, Weiterentwicklung, Altes loslassen, nochmal durchatmen, den Blick nach Innen richten…..nur da kann man wirklich etwas lernen…..
Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?
Ich lerne erst jetzt immer mehr zu verstehen, was Kunst eigentlich wirklich ist…. erst durch die Abstinenz der Kunst im öffentlichen Raum in der letzten Zeit ist mir bewusst geworden, welche Lebensqualitiät dabei verloren geht….
Musik und Kunst ist so viel mehr als nur ein Lied, schönes Bild oder guter Text…..da offenbart jemand sein Innerstes und berührt dadurch andere Menschen und gibt Ihnen die Möglichkeit sich darin wieder zu finden….Man findet in der Kunst seine eigene Gefühle so ausgedrückt, wie man es selber nie hätte tun können….und es kann uns bis ins Mark treffen….wenn man seine Gefühle ein einem Lied, einem Bild oder einem Text wieder findet, nur so fantastisch schön oder beeindruckend, oder ästhetisch ausgedrückt, dass eine Flut von verschiedensten Gefühlen einem erfasst…..das ist wunderschön…..oft auch heilsam, weil man spürt, dass andere Menschen genauso fühlen….
Kunst ist aber auch gesellschaftliches Zusammentreffen und genussvoller Austausch….
Und ohne das Publikum ist man als Künstler nichts…..nichts….nichts…… denn ohne Resonanz….ist es spirituelle Musik und für das Universum oder meinetwegen für die Götter…..auch Kunstvoll…..aber ich finde es spannend, wenn Kunst emotional greifbar wird….persönlich ….ein Austausch…ich lasse mich gerne von ihr bewegen, erfassen, ergreifen…
Kunst muss ALLES sein dürfen: heilsam, ästhetisch, aber auch abscheckend, brutal, verwirrend, kritisch, provokant, lustig, hässlich, schmerzhaft, emotional, konzeptuell, impulsiv, still, laut, schrill, traurig, geordnet, chaotisch…..
Was liest Du derzeit?
„Omama“ von Lisa Eckhard 😉
und eine Biographie von Hans Holbein.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„Ein Mensch kann niemals Tier werden, er stürzt am Tier vorbei in den Abgrund“
Marlen Haushofer
Corina Kuhs, Musikerin
Vielen Dank für das Interview liebe Corina, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Musikprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
Da ist das Weiß und da ist das Dunkel. Die Bewegung, der Schritt, das Wort, der Ton im leeren Raum. Ein Suchen nach dem Beginn und ein Anhalten.
Und dann die Fragen im Sehen, Hören, Fühlen. Innen und Außen. Jetzt. Gemeinsam fragen, gemeinsam sagen. In allen Zwischentönen. Hell und Dunkel.
Was sehe, denke, sage ich? Und was Du? Im Anfang. Im leeren Raum. Und am Ende, wenn es dunkel wird…
Das Wiener E3 Ensemble beeindruckt wie begeistert in der Eigenproduktion und Uraufführung „Nix“ als ringende Engel in einer Welt, in der alles ins Schwanken gerät und „nix“ mehr feststeht. Die Frage des Sinns wird zur gnadenlosen Anatomie eines „Double Bind“ der Kommunikation im zwischenmenschlichen Seziermesser von Aufmerksamkeit und Abgründigkeit.
Antworten auf Fragen von Sinn und Universum werden dabei nicht geliefert, vielmehr wird der leere weiße Bühnenraum zur unberechenbaren dynamischen Ebene eines einzigartigen Ensembles, das in Sprach- und Körpervirtuosität alles zerlegt was nicht und doch im Raum ist – also Mensch und Zeit im Denken, Fühlen, Erleben, Verstummen.
Das Einsseins von Bühnenaktion und Bühnen-Kostümbild im leeren Raum ist ein spieldynamischer wie dramaturgischer Kunstgriff, der inhaltlich eine Ausdifferenzierung des leeren Raumes als Realitäts- und Sinnkonzept bietet und dies mit der Bühnenexplosivität und -virtuosität des Ensembles ideal verbindet und vielstimmig in Komik wie Tragik klingen lässt.
Beeindruckend ist auch die Spielpräsenz und Koordination des Ensembles – da wird jede Bewegung, jedes Wort in unglaublicher Präzession und Ausdruckskraft des Gruppenspiels gesetzt und dies in rasendem Bühnentempo. Die langjährige Zusammenarbeit zeigt sich auch hier beeindruckend. Hervorragend fügt sich auch die musikalische Darstellung in dieses einmalige Gesamtkunstwerk modernen Theaters ein.
Bleiben Antworten nach Sinn und Welt auch bewusst offen so ist doch das gemeinsame Fragen, das alles fragen und sagen dürfen, wesentlicher Parameter und damit wohl Grundaussage über Mensch, Welt und Sinn. Dieses Zulassen von schonungsloser Aufmerksamkeit füreinander ist dann vielleicht doch nicht „nix“ und so „nix“ alles? Oder doch anders herum?
Ein wunderbarer Theaterabend als Gesamtkunstwerk, der lange staunen und nachdenken lässt.
NIX
Uraufführung E3 Ensemble_Wien _21.4.2022
mit MAY GARZON, ISABELLA JESCHKE, RINA JUNIKU, GERALD WALSBERGER Musik ANTONIA DERING, ANNA TSOMBANIS, DramaturgieTHOMAS BISCHOF, Kostüm/Ausstattung PIA STROSS, Künstlerische Beratung SUSANNE BRANDT, Presse/Grafik SEBASTIAN SPIELVOGEL Technik JULIAN VOGEL.
Koproduktion E3 Ensemble/ DAS OFF THEATER WIEN.
Weitere Spieltermine: 22., 23., 28., 29. und 30. April 2022 um 20 Uhr OPEN.BOX im DAS OFF THEATER Kirchengasse 41, 1070 Wien https://e3ensemble.at/
Liebe Katja, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Die beste Version meiner Tagesabläufe sieht so aus, dass ich morgens mit einer Tasse Kaffee im Bett sitze und schreibe. Das Schreiben ist nicht immer effektiv in dem Sinn, dass es zu konkreten Songs als Resultat führt, aber es klärt meine Gedanken, meine Ausrichtung und auch die Organisation meiner Tages- und Wochenplanung. Ein wesentlicher Teil meiner Kreativität liegt in diesen Morgenstunden, manchmal ist es ein Zustand fast wie im Halbschlaf.
Meine Tage sind gefüllt mit der konkreten Ausarbeitung von Songs, Büroarbeit und Organisation; über die Woche verteilt unterrichte ich viele Stunden Gesang (privat und bei mir zu Hause); viele Stunden gehören meinen Töchtern, unseren gemeinsamen Mahlzeiten und ausführlichen Gesprächen. Der andere Teil meiner kreativen Tätigkeit liegt dann in den Nachtstunden, wo es wieder ruhig und still ist und ich meinen Gedanken freien Lauf lassen kann oder den Kopfhörer aufsetze und am Klavier sitze.
Mit uns selbst gut in Kontakt zu sein und den Mut nicht zu verlieren. Das, was uns wichtig ist und was möglich ist, zu tun und nicht im Gefühl der Sinnlosigkeit unterzugehen.
Es ist unglaublich schwierig vorwärtszugehen, wenn die konkreten Möglichkeiten für Konzerte beispielsweise nicht gegeben sind, wenn man nicht planen kann bzw. nicht weiß, ob sich das, was man geplant hat, überhaupt umsetzen lässt. Wir erleben das rundum, dass dies schon in privaten Belangen unglaublich ermüdend und zermürbend ist. Für alle Kunstschaffenden betrifft das aber nicht nur unser Privat- und Gesellschaftsleben, sondern auch unsere Existenz.
Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?
Für mich bieten Kunst und Musik die großartige Möglichkeit uns einerseits zu entspannen und gleichzeitig so angeregt zu werden, dass wir in größeren Räumen denken können. Das werden wir in Zukunft brauchen, da viele gewohnte Systeme nicht mehr funktionieren und neue Wege nur über erweitertes Denken zu finden sind. Kunst kann diese Räume öffnen.
In der Musik liegt zudem eine emotionale Stimulanz, die alle Gefühlebenen erreicht. Sie hilft uns dabei, Gefühle auszuleben und zu kanalisieren. Wir können Musik dafür bewusst einsetzen oder auch einfach davon überrascht werden. Ich denke, dass dies für unsere physische und psychische Gesundheit sehr wichtig ist. Musik kann uns sehr viel psychischen Druck abnehmen. Sie kann uns entspannen, Mut machen, uns Sorgen abnehmen, sie kann uns schlicht in gute Stimmung versetzen, und davon brauchen wir gerade jetzt sehr viel.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Florence Give: „Protect your energy. If protecting your energy and refusing to entertain things that don’t nourish your soul makes you a “bitch” – then go ahead, be a bitch.”
Vielen Dank für das Interview liebe Katja, viel Freude weiterhin für Deine großartigen Musikprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
Vor allem mochte ich die Lieder imagine und working class hero
Es war die Vorstellung davon, was möglich war in imagine, die mich ziehen ließ, und die Illusion jener gesellschaftlichen Gewalt, die working class hero beschreibt, die mich band
Politikwissenschaft studierte ich, um zu begreifen was warum wie ist. Die gesellschaftlichen Verhältnisse
Eben hatte ich den x-ten Artikel zum und über den Krieg in der Ukraine gelesen. Um zu verstehen
Auslöser für den Krieg ist die geplante Nato Osterweiterung, Putins Wahn, der imperiale Stellungskrieg, die russische Großmachtsphantasie, die Ukrainische Abwendung von Russland, der Überlebenskampf einer Großmacht
Clausewitz sagt: „Der Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln.“ Foucault sagt: „Politik ist die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln.“
Es scheint als würde eins ins andere übergehen
Andere Mittel. Andere Lieder. Ganz andere Mittel
Chronisch bleibt die Frage nach dem guten Leben unbeantwortet
Hinter all diesen Melodien bleibt es ruhig und ungesungen
Anfangs dachte ich, es würde reichen zu verstehen, um die Dinge zu verändern und
Nachher würden wir all diese und ganz neue Lieder singen
Chöre, Trompeten, Posaunen, Trommeln und lauter, freier Sing-Sang – doch –
Erst muss allen Dirigenten der Stab genommen werden