„Allmacht der Väter“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text&Performance _  Anne Mai/Xiting Shan _ Saarland/Wien 2.8.2026

 Xiting Shan, Schauspielerin_Wien _ acting Malina & Undine geht _
Roman Ingeborg Bachmann _

Walter Pobaschnig 5/21_ 7/26 folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance Originalschauplatz „Malina“ & „Undine geht“ Wien.

MALINA_ Akrostichon

Text  Anne Mai, Schriftstellerin _ Saarland

Performance _ Xiting Shan, Schauspielerin_Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

 Xiting Shan, Schauspielerin_Wien _ acting Malina _
Roman Ingeborg Bachmann _

Walter Pobaschnig 5/21 folgende

MALINA

M
alina ist leidenschaftliche

Anrufung der großen

Liebe

Ist Klage über die

Not der Töchter und die

Allmacht der Väter.

Anne Mai, 14.4.26

Xiting Shan, Schauspielerin_Wien _ acting Malina & Undine geht
Roman Ingeborg Bachmann _

Walter Pobaschnig 5/21_ 7/26 folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance Originalschauplatz „Malina“ & „Undine geht“ Wien.

MALINA_ Akrostichon

Text  Anne Mai, Schriftstellerin _ Saarland

Performance _ Xiting Shan, Schauspielerin_Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

Anne Mai, Schriftstellerin
 Xiting Shan, Schauspielerin _ Wien

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Foto: Anne Mai _ privat.

Fotos:  Xiting Shan, Schauspielerin_Wien _ acting Malina & Undine geht _
Roman/Erzählung Ingeborg Bachmann _

Walter Pobaschnig 5/21 & 7/26.

Walter Pobaschnig, 11.4.26 / 2.8.26

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„Ihr unverzagter Blick steht ihr ins Gesicht geschrieben“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Zsuzsanna Gahse, Schriftstellerin _ Müllheim/CH 2.8.2026

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview _ Zsuzsanna Gahse, Schriftstellerin _ Müllheim/CH

Liebe Zsuzsanna, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Im Mittelpunkt steht für mich der Roman „Malina“.  Eindrucksvoll ist Ingeborg Bachmanns intensiver, geduldiger Blick auf jede einzelne Person in diesem Buch, vor allem die ruhige, nachvollziehbare Darstellung von Malina.

Was macht das Besondere ihres Schreibens aus?  

Ihre aufmerksamen Beobachtungen. Ihr unverzagter Blick steht ihr ins Gesicht geschrieben, und ich mag ihre Fotos, die das zurückhaltende und zugleich prüfende Gesicht zeigen. Ihr Schreiben steht ihr ins Gesicht geschrieben.

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Ingeborg Bachmann hatte einen anderen Lebenshintergrund als ich. In erster Linie hatte ich einen wunderbaren Vater, der mich weiterhin stützt und stützen wird, bis ich 150 Jahre alt werde. Außerdem kenne ich neben besonders guten Begegnungen mit Frauen auch das Gegenteil, weibliche Personen mit Machtgebaren, die gerne Hiebe austeilen. Es wäre zu einfach, die Welt nach Männern und Frauen in zwei Teile zu zerlegen. Darüber würde ich mit Ingeborg Bachmann gerne reden, und ich kann mir vorstellen, dass wir mitunter beide lachen würden.

Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?

Vor einem Vierteljahrhundert skizzierte ich in einem Stillleben einen Himbeermann, denn Malina bedeutet Himbeere. Hier ein kleiner Ausschnitt:

„Im Urwald der wunderbar nackte Himbeermann. Und

weite Strecken des Waldes auch ohne Mann, mit Mann,

ohne Mann, drei Wochen lang.“

Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?

Natürlich ist „Malina“ zum Teil ein trauriger, traumhaft trostloser Roman, aber immer wieder blitzt Bachmanns Selbstironie auf und erst recht ihr Humor. Ich glaube, ihr Humor wird zu wenig beachtet. Hier ein Dialog-Beispiel aus dem dritten Kapitel des Romans:

„Malina: Warum bringst du immer solche Korrekturen an?

Ich: Ich darf sie doch anbringen, weil ich zu einer Karikatur geworden bin, im Geist und im Fleisch. Sind wir nun zufrieden?“

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

Aus „Malina“, Zweites Kapitel, „Der dritte Mann“

 „Die Zeit ist nicht heute. Die Zeit ist überhaupt nicht mehr, denn es könnte gestern gewesen sein, lange her gewesen sein, es kann wieder sein, immerzu sein, es wird einiges nie gewesen sein.“

Herzlichen Dank für das Interview!

Zsuzsanna Gahse, Schriftstellerin

Zur Person: ZSUZSANNA GAHSE ist eine österreichisch deutsch schweizerische Schriftstellerin, geb. 1946 in Budapest. Nach ihrer Gymnasialzeit in Wien und Kassel lebte sie mehr als ein Vierteljahrhundert in Stuttgart, seit Ende 1998 in Müllheim, TG, Schweiz.

ZSUZSANNA GAHSE – Autorin, Schriftstellerin

Foto: Zsuzsanna Gahse _ Ch.Rütimann

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Walter Pobaschnig, 15.6.26

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„Richtungen“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _   Roman Seeliger, Kabarettist Wien 1.8.2026

Roman Seeliger, Pianist, Kabarettist _ performing Ivan in „Malina“ _
Romanschauplatz Malina Wien _
Walter Pobaschnig 1/26, folgende _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

INGEBORG _ Akrostichon

Text & Performance _  Roman Seeliger, Pianist, Kabarettist

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Roman Seeliger, Pianist, Kabarettist _ performing Ivan in „Malina“ _
Romanschauplatz Malina Wien _
Walter Pobaschnig 1/26, folgende _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971

INGEBORG

ihren

noblen,

großherzigen

Essays

besonders

originelle

Richtungen

gegeben.

Roman Seeliger,  27.1.2026

Roman Seeliger, Pianist, Kabarettist _ performing Ivan in „Malina“ _
Romanschauplatz Malina Wien _
Walter Pobaschnig 1/26, folgende _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

INGEBORG _ Akrostichon

Text & Performance _  Roman Seeliger, Pianist, Kabarettist

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann ist 1946 in Wien angekommen und lebte hier bis 1953. In dieser Lebensphase kommt es zu wesentlichen Begegnungen, Inspirationen ihrer Texte. Ebenso ist es die Zeit erster Anerkennung als Schriftstellerin. Mit Wien bleibt die später in Rom lebende Schriftstellerin zeitlebens verbunden. Ihr einziger Roman Malina, den sie in Rom abschließt, spielt in Wien. Das „Ungargassenland“ im III.Wiener Gemeindebezirk ist dabei topographischer Bezugs- und Mittelpunkt. Ebenso nehmen viele Gedichte auf Wien Bezug.

Roman Seeliger, Pianist, Kabarettist _ performing Ivan in „Malina“ _
Romanschauplatz Malina Wien _
Walter Pobaschnig 1/26

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann.

Fotos: Roman Seeliger, Pianist, Kabarettist _ performing Ivan in „Malina“ _
Romanschauplatz Malina Wien _
Walter Pobaschnig 1/26_
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971

Vielen Dank für die freundliche Kooperation an „Teppiche Tarani“ und „Timmy`s cut“ _ Ungargasse, Wien 1030.

Walter Pobaschnig, 27.1.2026

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„highly strung“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _  Norma Norvald, Schriftstellerin _ Waldviertel/AT 1.8.2026

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann _ Norma Norvald

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

im Interview _  Norma Norvald, Schriftstellerin _ Waldviertel/AT

Liebe Norma, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Meine erste Begegnung mit Bachmanns Schreiben, war als Germanistikstudentin in Norwegen. Erst hier in Österreich habe ich aber ihre Werke wirklich kennengelernt und erleben dürfen, welche fesselnde Wirkung ihre lyrischen Bilder und ausdruckstarke Sprache jenseits `der Wortlosigkeit` auf mich haben.

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

Aufrufe, Ellipsen, Appellen, an einen DU /ihr gerichteten Fragen, konkrete Bilder usw., schaffen eine Unmittelbarkeit und Dringlichkeit, als würde kein Abstand zwischen dem Zeitpunkt und der Räumlichkeit der Niederschrift und der Lesererfahrung bestehen. Ich finde, manche Schriftstellen tragen den Charakter apokalyptischer Vorboten aus einer ungeahnten Tiefe unseres Inneren; Aus jener existenziellen Tiefe, wo Phrasen und Floskeln ohnmächtig sind, kreiert Ingeborg Bachmann neue Wortkonstellationen für Schmerzerfahrungen in Begegnung mit dem Unfassbaren und in der Konfrontation mit der Gesellschaft als `Täter`.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

Beim Lesen von Bachmanns Texten wirkt stets ihre Stimme als Resonanzboden in mir. Daher möchte ich lieber betonen, wie Bachmann ihre Texte vorgelesen hat:

highly strung: In der Musik charakterisiert dieser Term eine intensive, emotional aufgeladene Spielweise, – ich denke hier unmittelbar an die Interpretation der jungen Cellistin Jaqueline du Pré von Elgars Cellokonzert, die Töne sind in jedem winzigen Nerv in mir bebend spürbar. Als literarisches Pendant zu Jacqueline du Pré gilt für mich Bachmanns Stimme, die ihre sonderbare Kraft in dem Melancholischen, Fragilen, Verletzbaren hat. 

„die Männer sind unheilbar krank…sie sind es, wussten sie das nicht? Alle…“ Ingeborg Bachmann in einem Interview, 1971.  Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörerischen wie selbst zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Die Kategorien `Mann` und `Frau` werden nicht mehr überall als absolute Größen gesehen, es gibt öffentliche und private Initiative, die für genderfluide Toleranz und Respekt kämpfen. Auf der anderen Seite werden in gewissen politischen Lagern sowohl eine verschärfte Intoleranz gegenüber diese Offenheit als auch eine Favorisierung der patriarchalischen Machtstruktur immer stärker spürbar. In Bezug auf solche Haltungen finde ich die Äußerung von Bachmann durchaus immer noch und immer wieder aktuell. Weiter ist es auch zu unserer Zeit de facto, dass Werbung, Mode und Trend immer noch starre Klischeebilder von Männlichkeit und Weiblichkeit präsentieren.

Was eine Gendersprache betrifft, finde ich das weiblich indizierende Suffix – in in einer Gesellschaft die Toleranz gegen Genderfluid zeigen will problematisch. Die – in Form unterstreicht eine kulturelle Sichtweise, in der das grammatikalische Geschlecht weitgehend mit den sexuellen Kategorien Mann / Frau gleichgesetzt wird, und die Vorstellung bei fehlendem Suffix männlich ist. Fehlt das Suffix – in, ist die kulturelle Logik, dass der Arzt, Autor, Hörer, Zuschauer weiblich sein könnte, auszuschließen. In meiner ursprünglichen Sprachkultur wurde die weiblich angehängte -in u.a. vor mehr als 40 Jahren aufgegeben, und daher ist der Vergleich vom grammatikalischen Geschlecht und biologischem Sexus weniger relevant, was auch nicht immer unproblematisch ist…

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann Schreiben und Existenz in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises 1971. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Natürlich nicht, es ist wohl vor allem eine Frage an die Natur und die Weltsicht des schreibenden Menschen und wie er (der Mensch) worüber was schreibt. Aber ich neige dazu zu denken: gute Literatur kann Mensch nicht nur lediglich schreiben, die muss er (der Mensch) leben. Wie ein Teil des Lebens und des Lebendigen Leid ist, muss notwendigerweise auch ein Teil seines literarischen Ausdrucks Leid sein, oder?

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Ganz oben auf meiner Wunschliste wäre, dass sie mir ihre Texte persönlich vorlesen würde.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Da ist schon einiges… Jetzt freue ich mich aber zuerst auf ein halbes Jahr als Stadtschreiberin für Waidhofen an der Ybbs, wo ich vor allem lyrisch wirken werden.

Herzlichen Dank für das Interview!

Norma Norvald, Schriftstellerin

Zur Person: Norma Norvald

*1978/ Norwegen. Seit 2015 sesshaft in Österreich. Lebt und arbeitet im Waldviertel. Beruflich: Autorin (GAV, Podium, IG Autorinnen und Autoren), Dozentin (BÖS) Kursleiterin für Deutsch und Basisbildung, Skandinavische Sprachen und Literatur Studium: Deutsche Philologie und Nordistik an der Uni. Bergen / Norwegen. Schreibt Lyrik und Prosa. Sonstiges: Vorliebe für alte Schreibmaschinen, schwarzen Kaffee, Waldlaufen und Katzen. Norma Norvald 17.6.26

Foto: Norma Norvald _ Station bei Undine _ Donau/Wien _ Walter Pobaschnig 10/25

Foto: Ingeborg Bachmann _ Garibaldi Schwarze

Walter Pobaschnig, 10.6.2026

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„Malina klingt nach süßen Beeren“ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Franziska Bauer/Franziska Serokina Lindenthaler _ Wien 31.7.2026

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

Malina _ Akrostichon

Text _ Franziska Bauer, Schriftstellerin _ Großhöflein/AT

PerformanceFranziska Serokina Lindenthaler, SchauspielerinModeratorin__ Wien.

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Franziska Serokina Lindenthaler, SchauspielerinModeratorin_Wien _ 
acting Malina _
Wien 4/23, Walter Pobaschnig 4/23, folgende

Flucht in eine Mauerritze

Akrostichon zu Ingeborg Bachmanns Roman MALINA

                                               Malina klingt nach süßen Beeren.
                                               Ach, wie der Schein doch manchmal trügt!
                                               Lässt manches sich doch nur erklären,

                                               Indem man selber sich belügt.
                                               Nur stellt sich, was erratisch war,

                                               Auch nicht in Mauerritzen dar.

Franziska Bauer, 6.1.2026

Franziska Serokina Lindenthaler, SchauspielerinModeratorin_Wien _ 
acting Malina _
Wien _ Walter Pobaschnig 4/23

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann Rom 1962 _
Foto: Heinz Bachmann

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Wort & Bild

Malina _ Akrostichon

Text _ Franziska Bauer, Schriftstellerin _ Großhöflein/AT

PerformanceFranziska Serokina Lindenthaler, SchauspielerinModeratorin__ Wien.

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Franziska Bauer, Schriftstellerin

Aktuelles Buch von Franziska Bauer:

Franziska Serokina Lindenthaler, SchauspielerinModeratorin

Website von Franziska Serokina Lindenthaler, SchauspielerinModeratorin: Home

Foto _ Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto _ Portrait/Franziska Bauer _ privat.

Fotos _ Franziska Serokina Lindenthaler, Schauspielerin, Moderatorin_Wien _ 
acting Malina _ Wien _ Walter Pobaschnig 4/23

Literatur outdoors 1/26

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„Sie wusste, was begabte junge Frauen im Literatur- und Kunstbetrieb erlebten“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Monika Wogrolly, Schriftstellerin _ Graz 31.7.2026

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann _ Monika Wogrolly

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

im Interview _ Monika Wogrolly, Schriftstellerin _ Graz

Liebe Monika, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns?  

Ein zarter und doch irgendwie widersprüchlicher Zugang, fast wie zu einer großen Schwester, die ich nie hatte, oder einer Freundin, die vieles besser konnte und schon woanders lebte – die wie in einer Brieffreundschaft über ihr Werk mit mir verbunden war. Im Deutschunterricht bei Fredy Kolleritsch und dann als so genannte vielversprechende, hoffnungsvolle Jungliteratin wurde ich immer wieder mit der Bachmann als Vorbild, Ikone, aber auch als Gescheiterte konfrontiert. Ich bewunderte sie für ihre Anpassungsfähigkeit, da sie zur Literatinnengarde zählte und über ihren Tod hinaus unsterblich und unnahbar, aber äußerst lesenswert geblieben war. 

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus? 

Bachmann schrieb sich klar in eine Verwirrung hinein. Was blieb, war eine klärende Aporie, auf die nichts folgen musste.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben? 

Das dreißigste Jahr, das ich lang vor meinem Dreißiger mehrmals las, das zweite Mal mit etwa knapp über zwanzig. Ich las ein ganz anderes Buch „Das dreißigste Jahr“, wie sich jedes Buch sofort ändert, wenn du es in einer anderen Zeit lest. Ein Recyclingeffekt von Literatur. Selbst eigene Texte erscheinen mir immer neu und fremd, wenn ich sie nach Monaten oder Jahren wieder lese. Bei der Bachmann-Lektüre entwickelte ich mehrerlei Empfindungen: Ein bisschen Ehrfurcht und großen Respekt vor ihrer glasklaren Wahrhaftigkeit. Eine Sehnsucht, mit ihr in einer WG zu leben, nicht für lang, eher nur vorübergehend zur persönlichen Verstärkung dessen, was ich war, und zur Beruhigung der inneren Unruhe in meinen Zwanzigern. Auch ein wenig Überidentifikation, die mich befiel; zwar weniger wurde, aber noch in manchen Momenten bis heute da ist, irgendwann auch im Ungargassenland gewesen zu sein, wann immer ich in Wien durch die Ungargasse zu meiner Praxis fahre. Zwischen meinen inneren Organen glimmt die Frage wie eine Zigarettenkippe auf: Wie wurde als Ingeborg Bachmann dort wohl geatmet, gegessen, gelebt, geträumt, gefühlt?

Ungargasse/Wien _
Romanschauplatz „Malina“ und Wohnbezirk Ingeborg Bachmanns
1946-53, folgende
„Das Tor mit den Löwen _ Ivan“

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Sie wusste, was Menschen, begabte junge Frauen im Literatur- und Kunstbetrieb, aber nicht nur dort, erlebten, von älteren Männern dominiert, angelockt und schnurstracks zum Objekt gemacht. Wir konnten nicht darüber sprechen, aus Scham, aus Angst, noch weniger mitzuspielen und noch tiefer zu fallen. Es half zwar nichts, die Wunden sichtbar zu machen, war aber ein erster Schritt. Wenn wir darüber schrieben, war das übertrieben oder selbstdarstellerisch, waren wir ja immer selber schuld, hätten ja leise bleiben, nicht so sichtbar werden müssen.

Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?

Wir lieben im Bindungstrauma-Stil und zerstören uns dabei. Und im Bindungsängstlichen-Vermeidungsstil mit weiß ich wie vielen Beziehungsformaten von Situationship, Mixed Single bis zu Freundschaft Plus, um ja nichts festzulegen. Die Liebe verlagert sich auf sicherere Entitäten als es Menschen sind, neben Autos auf Handys, Chatbots, humanoide Roboter oder Real Life Dolls.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Die Abbildung des persönlichen Martyriums, das wie ein Schmetterling im Flug gefangen und in ein Album gepinnt wird: Wenn das Buch ein Schmetterlingsalbum ist, ist da viel schmetterlingshaft getarntes Ungeziefer aufgespießt, das in Wirklichkeit nie aufhört, deine Seele zu durchlöchern. Das Schreiben will sie einfangen, sichtbar machen, der Welt vorhalten. Das größte Problem dabei: Ein angepinntes Monstrum wirkt surreal und geradezu harmlos. Und vielleicht ist der Schmetterling in dieser Analogie auch nur ein irreführendes Deckwort, um das Trauma – die seelische Erschütterung – in ihrer zerschmetternden katastrophalen Wirkung sachlich handhabbar erscheinen zu lassen. Das Schmetterlingstrauma ist somit ein gut gemeinter Versuch: Bücher schreiben, um mir das Gefühl von Kontrolle zu geben, die Ordnung wiederherzustellen. In Wahrheit aber gibt es keine Möglichkeit, der eigenen Katastrophe zu entkommen.

Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben? 

Ihre Sprache umgab mich beim Lesen wie eiskaltes Wasser die Steine in einem Bach. Erfrischend, erschreckend kühl, letztendlich tut die Kälte Sonnen beschienener Bachsteine bis in die Knochen weh, wirkt zugleich aber hoffnungsvoll belebend. Schreiben härtet ab.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt? 

Ob wir auf einen Kaffee gehen in Rom und ob sie mir Feedback zu meiner Prosa gibt. Und ob sie einen Weg weiß, wie ich offiziell Schriftstellerin bleiben könne, nicht Psychotherapeutin und Coachin werden zu müssen, um heimlich für mich am Martyrium weiterzuschreiben.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne? 

Ich wünsche mir, nicht nur als Liebes- und Beziehungsexpertin und als Ratgeberin in der Welt willkommen zu sein. Und das geschändete verletzte Mädchen in mir mit meiner Belletristik zum Sprachrohr einer Generation zu machen, die litt, aber nie unterging. Und: Meine heimlich geschriebenen Bücher – Worte wie aufgespießte Schmetterlinge, in Wahrheit Monstermotten – unter die Menschen zu bringen, um ihre Erkenntnis zu erhellen wie mit Glühwürmchenzauber. Ein weiteres Projekt: Weiter zu arbeiten an meinem Gesundheitspiloten „Psychohygiene in Klinik und Praxis“ sowie einem neuen Fernsehformat über Psychotherapie.

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten? 

Natürlich dieses: Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar.

Herzlichen Dank für das Interview!

Monika Wogrolly, Schriftstellerin

Zur Person: Monika Wogrolly, Schriftstellerin _ publizierte zahlreiche Beiträge für Literaturzeitschriften (lichtungen, wespennest), Rundfunkbeiträge und Texte in Anthologien. Zudem hat sie inzwischen bereits fünf Romane veröffentlicht und gibt eine zweisprachige Kulturzeitung LIVING CULTURE heraus.

Monika Wogrolly ist Mitglied der Grazer Autorenversammlung und der Literatur-Mechana.

Auszeichnungen, Preise (Auswahl)

  • 1986 Literaturförderungspreis der Stadt Graz
  • 1989 Literaturstipendium des Landes Steiermark
  • 1993 Förderungspreis des Landes Steiermark für Literatur
  • Österr. Staatsstipendium für Literatur
  • Förderungspreis der Stadt Wien
  • 2004 frauen.kunst.preis


Werke (Auswahl):

Abbilder Gottes. Demente, Komatöse, Hirntote.

Sturzflug ins Schwebende. Prosa. Hrsg.: Emil Breisach. Graz: Leykam, 1987.

Suche meinen Lehrer. Graz: Leykam, 1993.

Suche meinen Mörder. Roman. München, Wien: Deuticke, 1994.

Ins Feuer. Roman. München, Wien: Deuticke, 1995.

Die Menschenfresserin. Roman. München, Wien: Deuticke, 2000.

Herzlos. Roman. Wien, Frankfurt/M.: Deuticke, 2002.

Rabenbraten. Roman. Wien, München: Deuticke, 2004. Wogrolly, Monika | Biographien im Austria-Forum 31.7.26

PROF.IN DR.IN MONIKA WOGROLLY, geb. in Graz, „Europas erste Klinikphilosophin“ und Psychotherapeutin in Graz und Wien sowie in der Privatklinik St. Radegund. Forschungen zur Hirntodproblematik und zum Selbstwertgefühl. Schriftstellerin und Herausgeberin des Magazins Living Culture für Kultur, Lifestyle und Selfcare; Beziehungsexpertin in Rundfunk und TV.  Buch: Die Beziehungsformel. Endlich glücklich lieben. (2017) Praxis für Psychotherapie und Philosophie – Attitude Move – Mag. Dr. Wogrolly Monika

Foto: Monika Wogrolly _ Matthias Obergruber

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Ungargasse/Wien _ Romanschauplatz „Malina“ _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 16.6.26

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„Mann, mein“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text& Performance _ Susanne Sommer, Schriftstellerin _ Mörbisch/See 30.7.2026

Susanne Sommer, Schriftstellerin _ performing „Malina“ _
Originalschauplatz Wien _
Walter Pobaschnig 1/26, folgende _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

MALINA _ Akrostichon

Text & Performance _ Susanne Sommer, Schriftstellerin

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Susanne Sommer, Schriftstellerin _ performing „Malina“ _
Originalschauplatz Wien _
Walter Pobaschnig 1/26, folgende _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971

MALINA


M
ann, mein

A nders-Ich

L atent

I mmer da

N iemals

A llein als nur Ich

Susanne Sommer, 26.1.2026

Susanne Sommer, Schriftstellerin _ performing „Malina“ _
Originalschauplatz Wien _
Walter Pobaschnig 1/26, folgende _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971

MALINA


M
ann, mein

A nders-Ich

L atent

I mmer da

N iemals

A llein als nur Ich

Susanne Sommer, 26.1.2026

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

Susanne Sommer, Schriftstellerin _ performing „Malina“ _
Originalschauplatz Wien _
Walter Pobaschnig 1/26 _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann.

Fotos: Susanne Sommer, Schriftstellerin _ performing „Malina“ _
Originalschauplatz Wien _ Walter Pobaschnig 1/26

Walter Pobaschnig   26.1.2026

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„Immer wieder und grad heute rennt man doch mit dem Schädel gegen die Pyramiden der Macht“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Christoph Geiser, Schriftsteller _ Bern 30.7.2026

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview _ Christoph Geiser, Schriftsteller _ Bern/Berlin

Lieber Christoph, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Ihre Gedichte und der Erzählband „Simultan“ gehören zu meinem Kanon; zu meinem literarischen Werkzeugkasten; zum festen Bestand meiner Subtexte.

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

Die Balance zwischen Prägnanz und Unfassbarkeit; Bodenlosigkeit; Schwebezustand.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

Die Erzählung „Drei Wege zum See“ (aus dem Band „Simultan“) wurde zusammen mit „Frost“ von Thomas Bernhard und „Bergfahrt“ von Ludwig Hohl zum literarischen Katalysator meines ersten Romans „Grünsee“.

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Immer wieder und grad heute rennt man doch mit dem Schädel gegen die Pyramiden der Macht, und kein Glas Wasser wird einem gewährt…

Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?

Brennend und verbrennend am Ende, Ingeborg Bachmann war keine Ideologin, sondern eine vergeblich Liebende.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Ich bin kein Märtyrer… einsam existierend, ja; verdammt und gerettet zugleich, verhext und verzaubert, am Ende erlöst –  asozial, nein, mein Schreiben ist Flaschenpost. Antwort erwünscht. Aus dem Jenseits womöglich… 

Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?

Die ganz uneitle, fast unauffällige Sprachartistik, vor allem der späten Prosa.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Ich habe Ingeborg Bachmann einen Brief geschrieben, für den ich mich schäme. Wahrscheinlich 1972, als Kulturredaktor des (kommunistischen!) „Vorwärts“, irgendwelche Interview-Frauen-Fragen stellend, ich erinnere mich nur noch ganz vage. Womöglich habe ich sie gar mit „Fräulein Bachmann“ angeredet, meinen (gross-) bürgerlichen Gewohnheiten von damals gemäss. Sie hat nie geantwortet. Zu Recht.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Überleben! Mein letzter Roman, an dem ich seit 2019 gearbeitet habe, „Die Spur der Hasen“, ist jetzt im Druck. Was danach kommt, weiss ich nicht. Kein Roman mehr! Sprachartistische Kabinettstücke vielleicht. 

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

„Die Uniform des Tages ist die Geduld, / die Auszeichnung der armselige Stern / der Hoffnung über dem Herzen. (…) Er wird verliehen / für die Flucht von den Fahnen, / für die Tapferkeit vor dem Freund, / für den Verrat unwürdiger Geheimnisse / und die Nichtachtung / jeglichen Befehls.“ Ich sage es mir ALLE TAGE.

Herzlichen Dank für das Interview!

Christoph Geiser, Schriftsteller

Zur Person: Christoph Geiser, 1949 in Basel geboren, lebt als freier Schriftsteller in Bern und Berlin. Seit 1968 veröffentlicht er Gedichte, Erzählungen und Romane, unter anderem die grossbürgerlichen Familienromane „Grünsee“ und „Brachland“, die Künstlerromane „Das geheime Fieber“ über den Barockmaler Caravaggio und „Das Gefängnis der Wünsche“ über den Marquis de Sade und Goethe. Zuletzt erschien 2019 im Secession Verlag, Berlin, ein Band mit Erzählungen unter dem Titel «Verfehlte Orte». Seit Herbst 2022 publiziert der Secession Verlag eine Gesamtausgabe aller Werke in 13 Bänden.

Weitere Informationen zum Autor unter: http://www.christophgeiser.ch 

Zum Verlag: www.secession-verlag.com

Foto: Christoph Geiser _ Yvonne Böhler

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Walter Pobaschnig, 15.6.2026

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„Du“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Gunna Wendt/Veronika Kulcsar _ München/Wien 29.7.2026

Veronika Kulcsar_Tänzerin, Choreographin _ Wien _
performing Malina _ Romanschauplatz Malina Wien _
Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig 6/21 folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

UNDINE GEHT _ Akrostichon

Text _ Gunna Wendt, Schriftstellerin _ München.

Performance _ Veronika Kulcsar_Tänzerin, Choreographin _ Wien.

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Veronika Kulcsar_Tänzerin, Choreographin _ Wien _
performing Malina _ Romanschauplatz Malina Wien _
Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig 6/21 folgende
Veronika Kulcsar_Tänzerin, Choreographin _ Wien _
performing Malina _ Romanschauplatz Malina Wien _
Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig 6/21 folgende

UNDINE GEHT



U
nübersehbar sanft

Nicht zum Kämpfen geboren

Du

Inmitten deiner Wortgewalt

Neben der lärmenden Herde

Ein Solitär

G

E

H

T

Gunna Wendt, 8.4.26

Veronika Kulcsar_Tänzerin, Choreographin _ Wien _
performing Malina _ Romanschauplatz Malina Wien _
Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig 6/21 folgende
Veronika Kulcsar_Tänzerin, Choreographin _ Wien _
performing Malina _ Romanschauplatz Malina Wien _
Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig 6/21 folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

UNDINE GEHT _ Akrostichon

Text _ Gunna Wendt, Schriftstellerin _ München.

Performance _ Veronika Kulcsar_Tänzerin, Choreographin _ Wien.

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Undine geht, Erzählung, Ingeborg Bachmann, 1961.

„Undine geht“ ist einer der zentralen Texte in Ingeborg Bachmanns Werk. Dieser erschien im ersten Prosaband „Das dreißigste Jahr“ und nimmt das Motiv des Undine Mythos _ Liebe, weibliche Menschwerdung, Verrat und Rache – auf und transformiert dies in die Struktur gegenwärtiger patriarchal geprägter Gesellschaftsverhältnisse. „Undine geht“ ist einer der meist rezipierten Texte Bachmanns und erfährt zahlreiche künstlerische Zugänge und Dialoge.

Gunna Wendt, Schriftstellerin _ München.
Veronika Kulcsar_Tänzerin, Choreographin _ Wien 

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Gunna Wendt _ Heike Bogenberger

Fotos: Veronika Kulcsar_Tänzerin, Choreographin _ Wien _
performing Malina _ Romanschauplatz Malina Wien _
Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 
_
Walter Pobaschnig 6/21.

Walter Pobaschnig, 8.4.26

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„ein Weckruf, sich mit den Gefügen auseinanderzusetzen, die unsere Welt dominieren“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Gabriela Cheng-Voser, Schriftstellerin _ Zürich 29.7.2026

Ingeborg Bachmann _ Gabriela Cheng-Voser

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview _ Gabriela Cheng-Voser, Schriftstellerin _ Zürich

Liebe Gabriela, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Ich las, noch sehr jung, „Malina“, markierte Ingeborg Bachmanns Worte, Sätze, und manchmal waren es halbe oder ganze Seiten. Dies führte zu Fragen, von denen ich damals noch nicht wusste, ob ich sie mir stellen kann und auch darf.

Vor mir liegt die Ausgabe von „du“ (erschienen im September 1994) mit dem Titel „Ingeborg Bachmann – Das Lächeln der Sphinx“. Ich trage diese Ausgabe und ihre Bücher nunmehr 40 Jahre durch mein Leben. Ich würde mich niemals als eine Kennerin ihrer Werke bezeichnen, und nehme mir seit Jahren vor, weitere ihrer Schriften zu lesen. Bis zum heutigen Tag hält mich etwas zurück, von dem ich nicht sagen kann, was es ist.

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

Ingeborg Bachmann ist nicht nur bis zum Äussersten, sondern auch bis in ihr Innerstes vorgedrungen. Ihre Sprache triff mich im Herz, in den Knochen, wirkt sich auf mein Gemüt aus. Ich bewundere die Schärfe ihrer Worte, ihren gebildeten, belesenen und schöpferischen Geist. Die Weite der Horizonte, die sie auskundschaftet, die einen auch überfordern können.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

Mein Griff zu ihren Werken hängt von meiner Stimmungslage ab – wie könnte es anders sein. Mehrheitlich lese ich in ihren Gedichten und Erzählungen.

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Sie weist auf das hin, was nicht Liebe sein kann und beschreibt die inneren und äusseren Antreiber. Sie meint eine allumfassende Liebe, die Liebe zum Mensch-sein. Dabei wählt sie eine Sprache, die ich nicht als belehrend oder als kritisierend empfinde, vielmehr als Anregung oder auch Aufforderung, als ein Weckruf, sich mit den Gefügen auseinanderzusetzen, die unsere Welt dominieren.

Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?

Erste Werke über die Liebe, entstanden, soviel ich weiss, in den 50er und 60er-Jahren. 1971 mit ihrem Roman „Malina“. Bachmanns Schwerpunktthemen waren Nähe und Freiheit sowie die damit einhergehenden Betrachtungen zu den gesellschaftlichen, Normen, Tabus und/oder ungeschriebenen Gesetze. Was mich, als Leserin, zu Fragen und folgenreichen Erkenntnissen führte. Zum Beispiel diese Erkenntnis, dass sich nicht jeder Mensch Gedanken darum machen kann und darf, wie er Liebe erfahren, leben und teilen möchte.

An diesen nicht nur geschlechtsbezogenen Missständen arbeiten wir uns immer noch ab.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Ich denke, Ingeborg Bachmann musste schreiben, weil sie wollte. Sie hat keinen Weg gescheut, um sich selbst zu durchleuchten und die Vorgänge, zu denen sie ihre Stimme erhob.

Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?

Ihre mit Sorgfalt gewählte Sprache, ihre Kraft, auch über das Unsägliche zu schreiben, dann auch ihr Mut, an die bedingungslose Liebe zu glauben.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Ich hätte ihr vor allem gerne zugehört und wäre auch damit einverstanden gewesen, miteinander zu schweigen.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Ich schreibe vorerst noch nebenberuflich und insofern in einem bescheidenen Rahmen. Im Moment beschäftige ich mich mit „Mundart-Texten“ und mit einer Idee, wie ich diese präsentieren werde.

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar

Die Wahrheit kann entsetzen, sie fordert nach Auseinandersetzung und Aufarbeitung, ist aber letztlich der einzige Grund und Boden, auf dem Wachstum und das über sich hinauswachsen möglich ist.

Herzlichen Dank für das Interview!

Vielen herzlichen Dank für die Einladung.

Gabriela Cheng-Voser, Schriftstellerin

Zur Person: Gabriela Cheng-Voser, geboren 1960 in der Schweiz. Arbeitete in der Musikbranche, war Pizzabäckerin, Herausgeberin eines Anzeigers, schrieb Kolumnen und textet fast jeden Tag für Menschen, die sie gerne ins Rampenlicht stellt. Beginnende Veröffentlichungen ab 2014 in Anthologien, Zeitschriften. Text des Monats im Literaturhaus Zürich 2018, Shortlist Münchner Kurzgeschichtenwettbewerb 2018. Arbeitet an ihrem ersten Roman. » Gabriela Cheng-Voser 17.6.26

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann.

Foto: Portrait Gabriela Cheng-Voser und „DU“ _ privat

Walter Pobaschnig, 13.6.2026

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