„Das Lesen bringt uns zurück zu uns selbst“ Alida Bremer, Schriftstellerin _Münster/D 13.8.2021

Liebe Alida, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Aktuell bin ich auf einer Insel inmitten der kroatischen Adria. Es ist eine kleine Insel, auf der ich im Rahmen einer Sommerschule engagiert bin; mit Kolleginnen und Studierenden aus Österreich und Kroatien übersetze ich literarische Texte und diskutiere mit ihnen über Literatur; an den Abenden beobachten wir Sterne, sprechen über Nachhaltigkeit und über die Kenntnisse früherer Generationen, die auf solchen Inseln autark und ohne Hilfe von außen lebten, und die noch wussten, wie man Regenwasser sammelt und filtert, aus Olivenöl Licht gewinnt, wie man Gemüse und Wein anbaut, Ziegenkäse produziert, und wie man aufs Meer fährt, um Fische zu fangen. Die in Worte schwer zu fassende Schönheit der Natur, die Sonnenuntergänge, das türkisfarbene Meer, die Oleanderblüten und die harten Blätter der Olivenbäume, der Friedhof mit den geschmückten Steinplatten, die sich als ein Memento Mori um die kleine Kirche vor dem Fischerhafen reihen, all das gibt mir die Gewissheit, dass diese Insel ein Ort wäre, an den ich mich zurückziehen wollen würde, wenn demnächst die Welt untergeht. Natürlich sprechen wir bei unseren Spaziergängen auch darüber, wie so ein Weltuntergang zu verhindern wäre.

Wir halten uns streng an die epidemiologischen Vorgaben, da sie Bedingung für das Funktionieren unserer Sommerschule sind, und auch wenn all unsere Begegnungen im Offenen stattfinden, lassen wir uns alle zwei Tage testen. Wir sind dankbar, dass wir hier sein können. Eines unserer Themen ist der Segen unserer behüteten europäischen Existenzen. Auch wenn unsere Biografien nicht immer einfache Lebenswege beschreiben, auch wenn es unter uns ehemalige bosnische Kriegsflüchtlinge gibt, die sehr wohl wissen, was Leiden und die Entbehrung bedeuten, sind wir uns dessen bewusst, dass wir im privilegierten Teil der Welt leben und dass diese epidemiologischen Maßnahmen definitiv nicht der Rede wert sind. Wir befolgen sie ohne zu diskutieren; viel mehr Sorgen machen uns die Nachrichten über die Brände in Griechenland und in der Türkei oder die unvernünftige Sehnsucht vieler Zeitgenossen, auf komplexe Fragen einfache Antworten zu bekommen.

Alida Bremer, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Sich zu fragen, ob wir eine weitere Tasche Made in China und ein T-Shirt Made in Bangladesch besitzen müssen. Versuchen wir damit unseren Stellenwert in der Gesellschaft zu erhöhen und unseren Wunsch nach Freiheit durch das Image einer coolen Person zu befriedigen? Muss man Tomaten aus Spanien und Nüsse aus der Türkei nach Norwegen transportieren? Müssen wir zu jeder Zeit alles im Supermarkt kaufen können, worauf wir gerade Lust haben und was in unseren Internet-Gourmet-Blogs gepriesen wird, ungeachtet der lokalen klimatischen Bedingungen? Müssen wir zweimal im Jahr in Urlaub fahren, mit Billigfliegern in Länder reisen, von denen wir kaum etwas mitbekommen?

Die alten Leute auf unserer Insel erinnern sich an die Zeiten ohne Touristen – es ging auch. Gegessen wurde, was die Insel und das Meer hergaben, und man überlebte trotz der Tatsache, dass nicht fünfzig Joghurtsorten zur Verfügung standen, ob vegan oder nicht. Übrigens ist auch heute noch die Auswahl in dem winzigen Inselladen sehr begrenzt.

Entschleunigung und Bescheidenheit.

Reisen, aber mit Respekt vor den Anderen, und nicht allzu oft, am besten mit dem Zug. Nicht nach schnellem Vergnügen im Ausland suchen, sondern richtig reisen, in der Fremde nicht nach schnellem Spaß verlangen, sondern ins Gespräch kommen.

Die Sprachen der Anderen lernen. Bücher lesen. Nicht über Dinge in den social media diskutieren, von denen man ausschließlich in den social media gehört hat. Nicht glauben, dass man informiert ist, weil man etwas gegoogelt hat.

Wieder Respekt vor dem Wissen empfinden. Endlich begreifen, dass ein Arzt sechs Jahre studieren muss, nur um die Grundausbildung für seinen Beruf zu absolvieren. Bücher aus der Geschichte der Medizin lesen. Ich hätte da einen Tipp: „Die Heilung der Welt. Das Goldene Zeitalter der Medizin 1840-1914“ von Ronald D. Gerste. Romane lesen. Auch da hätte ich einen medizinischen Tipp: „Nemesis“ von Philip Roth. Begreifen, dass man für das Lernen und für das Lesen Zeit braucht. Und dass nicht billige Kleider, sondern Zeit den wahren Luxus darstellt. Häufig vergeht unsere Lebenszeit in hartem Arbeiten, damit wir das Geld verdienen, mit dem wir Dinge kaufen, die wir gar nicht brauchen.

Literarische Sommerschule _ Premuda_Kroatiien

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Es ist eindeutig, dass die Digitale Revolution uns alle überrollt und maßlos überfordert hat – ob als Individuen oder als Gesellschaften. Die Folgen sind immer noch nicht abschätzbar, aber die Diskussionen im Netz, die zu allen Themen, zuletzt vor allem zum Corona-Virus, entflammen, zeigen uns, dass unsere einzelnen intellektuellen Kapazitäten der technologischen Entwicklung, wie wir sie im Bereich der Computer und des Internets erleben, nicht gewachsen sind.

Der Literatur kommt dabei m. E. eine entscheidende Rolle zu. Dafür gibt es mehrere Gründe: Das Lesen bremst unser Hetzen durch den Alltag und durch das Internet, es beruhigt unseren Puls und schärft unsere Wahrnehmung, es bringt uns zurück zu uns selbst, es ermöglicht uns Kontakt mit unserer inneren Welt. Die Literatur gibt uns Zweifel zurück, sie lehrt uns, komplexe Zusammenhänge zu akzeptieren und geduldig bis zur letzten Seite auf die Lösung eines Rätsels zu warten.

Mit der Literatur reisen wir mühelos nach Grönland oder nach Afrika. Die Schriftsteller bringen Landschaften und Sitten, Nöte und Sorgen, Liebesbeziehungen und Todesfälle, Verbrechen und Heldentaten aus fernen Gegenden in unsere Bibliotheken. Nur aus der Literatur, und nicht mit einer Reisegruppe eines billigen Pauschalreisenanbieters oder in einer Facebook-Debatte, werden wir nachempfinden können, dass ein Ehebruch auf Mallorca genauso schmerzhaft ist wie in Österreich und dass eine glückliche Familie in Russland glücklich ist auf ähnliche Art wie in Indien. Wir lernen zu verstehen, dass die Menschen weltweit in ihren Grundbedürfnissen ziemlich ähnlich sind.

Die Literatur ist der einzige Diskurs, in dem Ambivalenzen von entscheidendem Vorteil sind. Nur in der Literatur können Protagonisten mit all ihren widersprüchlichen Eigenschaften aus dem binären schwarz-weißen Muster der digitalen Welt ausbrechen.

Was liest Du derzeit?

Orient-Expreß von Graham Greene.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Stets halte Ithaka im Sinn.

Dort anzukommen ist dir vorbestimmt.

Jedoch beeile deine Reise nicht.

Besser ist, sie dauere viele Jahre;

und alt geworden lege auf der Insel an,

nun reich an dem, was du auf deiner Fahrt gewannst,

und ohne zu erwarten, dass Ithaka dir Reichtum gäbe.

Ithaka gab dir die schöne Reise.“

(Aus dem Gedicht „Ithaka“ von Konstantinos Kavafis, Brichst du auf gen Ithaka… – Sämtliche Gedichte, Griechisch Deutsch, erschienen im: Romiosini-Verlag, Köln 2009, in der Übertragung von Wolfgang Josing unter Mitarbeit von Doris Gundert und in der Bearbeitung von Alexios Mainas)

Alida Bremer, Schriftstellerin

Vielen Dank für das Interview liebe Alida, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an KünstlerInnen:

Alida Bremer, Schriftstellerin

http://www.alida-bremer.de/

Fotos_privat

13.8.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Literatur rückt immer wieder den Menschen in den Mittelpunkt“ Corinna Antelmann, Schriftstellerin _ Ottensheim/OÖ 13.8.2021

Liebe Corinna, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Er unterscheidet sich nur insofern von meinen Tagesabläufen der letzten fünfzehn Jahre, als dass gerade Sommer ist, heißt: morgens in die Donau (das ist der Part, der sonst wegfällt), zwei Stunden Schreiben, zwei Stunden Büroarbeiten, Mittagessen, wahlweise nochmal schwimmen oder weiterarbeiten oder eines nach dem anderen. Wenn ich keine Lesungen habe oder Workshops halte, bleibt dieser Ablauf beständig, unterbrochen von den Bedürfnissen der nun schon älteren Kinder, die ins homeschooling gewandert sind (was die Entlastung, dass sie nun älter sind, ausgleicht). Die schmerzlichste, coronabedingte Änderung betraf zahlreiche Absagen von Lesungen und die Umstellung der Lehre auf Zoom. Außerdem würde ich so manchen Abend gern wieder mit Tanzen ausklingen lassen, um der Bildschirmarbeit etwas entgegenzusetzen – das fällt für mich nach wie vor weg.

Corinna Antelmann, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ohne mir anmaßen wollen, für alle sprechen zu können, beschleicht mich seit einiger Zeit schon der Gedanke, es brauche Raum zum Innehalten, eine Pause zur Besinnung, zur Introspektion, eine Zäsur, um zu beurteilen, wohin wir als Gesellschaft steuern wollen. Davon handelt auch mein aktueller Roman, den ich bereits vor dem ersten Lockdown in erster Fassung beendete. An eine Pandemie hatte ich beim Schreiben (noch) nicht gedacht und ob sie die Chance birgt, die ich ihr gern attestieren würde, daran zweifle ich, obgleich es die Hoffnung gibt.

Auf der individuellen Ebene finde ich es wichtig, die Begegnungen zu suchen und wahrzunehmen, die möglich sind, und Energie darauf zu verwenden, nötige Schritte zur Veränderung einzuleiten, statt darauf zu warten, dass alles schnell wieder so sein wird, wie es immer war. Vielleicht gilt es ja, im Großen wie im Kleinen, einige Justierungen vorzunehmen und darüber nachzudenken, wie die Welt aussehen soll, in der wir miteinander leben wollen.

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Wenn diese Zeit (auch) eine Zeit des Nachdenkens darüber sein könnte, wohin wir steuern wollen, dann brauchen wir Kunst und Literatur als Artikulation und Reflexion unserer Umwelt und Geschichte. Die Literatur gibt uns Sprache und ohne Sprache kein Denken, wie Hannah Arendt es formulierte. Sie ermöglicht das Sprechen über gesellschaftliche Phänomene und menschliche Eigenarten; sie verleiht Gefühlen und Ideen und Randerscheinungen einen Ausdruck, die stimmlos bleiben würden. So kann die Literatur einen nicht unwesentlichen Beitrag zum besseren Verständnis des Miteinander leisten und Wege erkunden, noch bevor sie beschritten werden – auch Wege aus der Isolation heraus. Nicht zuletzt geben Kunst und Literatur dem Diskurs einen Platz und rücken immer wieder den Menschen in den Mittelpunkt, der wir, bei allen Errungenschaften von Wirtschaft und Fortschritt, ja sind.

Was liest Du derzeit?

Derzeit nutze ich tatsächlich einen Großteil zum Lesen, auch, um den immergleichen Nachrichten etwas entgegenzusetzen. Literatur öffnet, während politische Entscheidungen oftmals als gangbaren Weg die immergleichen ausgetretenen Pfade zu wählen scheinen, während es an Beweglichkeit mangelt und an der großen Vision, so jedenfalls nehme ich es wahr. Und da auch im Literaturbetrieb die Weichen nur zaghaft gestellt werden, indem zum Beispiel mehr Frauen ein Stimm-Recht in der sogenannten Hochliteratur eingeräumt bekämen (ein Thema, das mich, angeregt durch das Projekt Arbeit statt Almosen während des ersten Lockdowns besonders umtrieb), lese ich gleich drei Literatinnen parallel: Valerie Fritsch und Birgit Birnbacher, die ich bei einer Lesung auf Initiative des Literaturschiffs erleben durfte, und nach langer Zeit auch einmal wieder einen Roman von Juli Zeh, Unterleuten.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Anknüpfend an die Aufgabe von Kunst und Literatur, entscheide ich mich möglicherweise überraschend dennoch für ein Zitat des Mediziners und Philosophen Albert Schweitzer. Seine Forderung nach Übernahme von Verantwortung erscheint mir sehr aktuell und sehe ich durchaus auch als richtungsweisend für die Ausübung von Kunst (dies mag streitbar sein):

Die Frage, was wir aus unserem Leben machen sollen, ist nicht damit gelöst, daß man uns mit Tätigkeitsdrang in die Welt hinausjagt und uns nicht mehr zur Besinnung kommen läßt. Wirklich beantwortet werden kann sie nur durch eine Welt- und Lebensanschauung, die den Menschen in ein geistiges, innerliches Verhältnis zum Sein bringt, aus dem sich leidende und tätige Ethik mit Naturnotwendigkeit ergeben.

(Schweitzer (1960), Kultur und Ethik, S 324)

Vielen Dank für das Interview liebe Corinna, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literatur- wie vielseitigen Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an KünstlerInnen:

Corinna Antelmann, Schriftstellerin

Startseite – Corinna Antelmann bloggt (corinna-antelmann.com)

Foto_Dirk Skiba

15.7.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Wer bin ich? Was bin ich nicht?“ Helena May Heber, Schauspielerin _ Romanjubiläum Malina _ Wien 12.8.2021

Helena May Heber – Schauspielerin/Bildhauern _
Romanschauplatz _ Malina _ Wien

Ingeborg Bachmann ist mir bisher immer mosaikartig begegnet. Das waren biographische Zugänge in Berichten, Dokumentationen und natürlich Gedichten, Zitaten.

Ingeborg Bachmann war in meiner Wahrnehmung eine Reisende und ihr waren da besonders die Menschen, Familie, Freunde und Kollegen*innen sehr wichtig. Auf diese Verbindungen legte sie viel Wert, etwa in Besuchen, Briefen und vielfältiger Unterstützung.

Ich schätze die Stadt Wien sehr und auch die Menschen sind sehr freundlich. Dieses Klischee des grantigen Wieners ist mir bisher nicht so begegnet (lacht). Du hast das Gefühl, die Leute merken, wenn Du Hilfe brauchst und sie bieten sich da sehr an. Es ist auch eine Direktheit im Gespräch, welche ich durchaus gut finde.

Wien hat eine große Offenheit für Kunst und Kultur und bietet auch den Raum dafür. Da ist sehr viel Platz für Neues und dieser Raum wird auch von Künstler*innen genützt.

Jeder Ort hat eine ganz bestimmte Stimmung. Dies spielt gerade in der Kunst eine große Rolle. Ich spüre zuerst in den Ort hinein und arbeite dann mit dem Raum. Manchmal auch dagegen, was auch sehr spannend ist.

Kunst war in meinem Leben schon immer da. Ich habe in meiner Kindheit sehr viel gezeichnet, gesungen und war auch sehr früh schon regelmäßig im Theater mit meinen Eltern. Die Bildende Kunst und die Bildhauerei wurde dann auch ein Ausbildungsschwerpunkt. Die Bildhauerei ist ein sehr kreativer und inspirierender Kunstbereich, ich schätze das sehr.

Ich wollte dann in meinem Kunstweg die Begegnung mit Menschen, den direkten Austausch mehr in den Mittelpunkt stellen und habe mich dann für das Schauspiel/Theater entschieden. Auch da fasziniert mich das weite Spektrum. Ich bin derzeit in Salzburg und Wien bei Produktionen im Schauspiel wie Bühnenbild und Kostümbild tätig. Dazu arbeite ich an Skulpturen, vor allem in Holz, oder an Holzdrucken in meiner Wohnung. So verbinden sich wieder meine Kunstwege und das macht sehr viel Spaß. Ich bin gespannt, wie und wohin es weitergeht (lacht).

Derzeit ist auch ein solidarisches Kunstprojekt ein Schwerpunkt. Der Ursprung liegt dabei im ersten Lockdown im Frühjahr 2020. Ich saß da Zuhause und dachte, es muss etwas für die Kunst und die Künstler*innen passieren. Ich hatte dann die Idee für ein großes Gesamtbild als symbolischen Ausdruck künstlerischer Solidarität wie Kreativität. Der Erlös kommt dann kleinen Salzburger Kulturbetrieben und Künstler*innen in Not zugute. Inzwischen haben sich 117 Künstler*innen daran beteiligt, diese haben jeweils ein kleines Bild für das Gesamtbild gespendet. Diesen September wird das Gemeinschaftsbild in der Stadt Salzburg auf der Feste Hohensalzburg ausgestellt und wir hoffen, dann eine Käufer/eine Käuferin dafür zu finden.

Der Schauplatz eines Romans, wie hier jener von „Malina“, ist etwas besonders. Es wird vor Ort dann alles unmittelbarer und es ist faszinierend zu sehen wie Worte diesen spezifischen Ort aufnehmen und wie viel Bedeutung Orte für Leben und Kunst haben.

Unsere Gesellschaft ist im Wandel was die Fragen nach Selbstbild, Frauenbild betrifft. Wo ist mein Platz in der Gesellschaft? Wie möchte ich leben? Es ist eine Schaffensphase der Frau in Position und Freiheit in Arbeit, Lebensgestaltung, Zukunft. Es bildet sich da derzeit viel Neues und es gibt viele Umbrüche. Ich nehme dies auch bei vielen jungen Frauen in meiner Umgebung wahr, dass die Rolle bewusster wird und das Einstehen dafür. Dieser gesellschaftliche Stand der Frau wird gerade stark verhandelt. Sehen wir, wo es uns hinführt.

Es geht in der Frage des Frauseins um eine Neudefinition. Die Gleichstellung, etwa in der Bezahlung in der Arbeitswelt ist ein Ziel. Aber dies reicht nicht. Es geht um eine eigene Sicht der Frau und dann Solidarität und Zusammenarbeit in der Gesellschaft.

Frauen und Männer haben Stärken und Schwächen. Die Lebensmöglichkeiten sind wichtig. Chancengleichheit ist ganz wesentlich.

Die Vergangenheit ist immer ein Teil der Gegenwart. Die Entwicklungen sind dabei bedeutend, um zu verstehen und zu verändern.

Veränderung ist ein großes Thema meiner Kunst. Ebenso die Kraft des Geistes, der Weg und auch die Kraft von Gedanken.

Perspektivenwechsel sind immer wichtig und interessant. Die persönliche wie gesellschaftliche Sicht ist dabei sehr wichtig.

Die Beziehungswirklichkeit ist derzeit gesellschaftlich eine sehr vielfältige wie experimentelle. Dies betrifft eigentlich alle Generationen, vor allem jedoch die jüngere, in spezifischer Form. Es geht da um Erkunden, um Erfahrungen, um das Kennenlernen von Neuem.

In den Formen von Kennenlernen, Begegnungen ist mehr das Erfahren im Vordergrund und nicht so sehr das Finden. Der Freiheitsimpuls ist da wesentlich. Dies betrifft die jüngere bis ältere Generation.

Wer bin ich? Was bin ich nicht? Und was gibt es alles was ich noch nicht kenne? In diesen neuen Beziehungsdimensionen ist die Suche nach dem Ich im Mittelpunkt. Und dabei liegt der Fokus auf dem Körper und auf dem Geist der Anspruch, den Körper und dessen Bedürfnisse zuzulassen. Das dies sein darf und der Geist, die Moral nicht sagt „Das gehört sich nicht, das ist verkehrt“, sondern dass der Körper und das Empfinden auch mal fordern darf.

Mann und Frau gehen einen neuen Weg der Körpererfahrung.

Es bilden sich neue Beziehungsmodelle, der Überbegriff dazu ist jener der offenen Beziehung.

Träume sind Inspiration für meine Kunst. Sie sind eine Schatzkiste. Auch das luizide Träumen ist sehr spannend, das Verändern eines Traumbildes, -vorganges.

Liebe auf den ersten Blick gibt es. Es ist vielleicht kein für immer. Aber dies gibt es grundsätzlich.

Liebe ist für mich sehr viel Vertrauen und ein Gefühl von Angekommensein.

Ein Partner ist etwas Ergänzendes. Ich sehe mich da durchaus auf Aristoteles bezogen. Der Mensch findet in der Partnerschaft das ihr/ihm Fehlende.

Eine Liebe ist dann an ihr Ende gekommen, wenn der Respekt füreinander fehlt, wenn man sich nicht ernstgenommen fühlt und auch wenn man merkt, der Partner will sich nicht verändern. In einer Beziehung braucht es Kompromisse und damit Veränderung von beiden Seiten.

Wenn Du merkst, dein Partner ist nicht bereit für Veränderungen und wird es auch nie sein, dann ist für mich ein Punkt erreicht, wo es zu entscheiden gilt.

Das Modell des Doppelichs im Roman ist sehr spannend. Wahrnehmung ist ja immer komplex. Das ist persönlich wie künstlerisch ein mutiger Schritt dem Nachzugehen und Erkenntnis zu suchen. Der Roman verbindet da wohl Persönliches wie Literarisches.

Ich lese sehr, sehr gerne. Berufsbedingt derzeit sehr viele Theaterstücke. Aber generell quer durch den Büchergarten von Literatur, Sachbüchern bis zu Kinder-, Jugendbüchern.

Ich schreibe selbst auch gerne, komme derzeit aber nicht dazu. Möchte es aber wieder in naher Zukunft tun.

Die Begeisterung für das Lesen kam erst spät. Als ich lesen lernte, mochte ich den Lesestoff gar nicht. Lesen war da immer die letzte Aufgabe, die ich erledigen wollte. Es hat dann ein paar Jahre gedauert bis ich einen neuen eigenen Zugang gefunden hatte. Und dann war kein Halten mehr (lacht). Ich las dann vier Jahre lang jeden Tag ein Buch. Hörbücher haben mich da auch sehr geprägt und begeistert.

In meinem dichten künstlerischen Arbeitstag begleiten mich am Morgen Yoga- und Atemübungen. Da gewinne ich dann Energie für den Tag. Aber das Wichtigste ist natürlich der Spaß an der Arbeit, das gibt die meiste Kraft und das tut es (lacht).

Helena May Heber – Schauspielerin/Bildhauern _
Romanschauplatz _ Malina _ Wien

50 Jahre Malina _ Roman _ Ingeborg Bachmann _ im Gespräch und szenischem Fotoporträt:

Helena May Heber_Schauspielerin_Bildhauerin_Wien 

Station bei Ingeborg Bachmann_Romanschauplatz_Malina.

Interview und alle Fotos_Walter Pobaschnig _Wien_7_2021.

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„Das Theater führt uns immer zu uns selbst“ Peter Paul Beck, Schauspieler_ Althofen/Kärnten 12.8.2021

Lieber Peter, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Da ich oft viele Projekte gleichzeitig habe, muss ich meine Tage fix strukturieren, um nicht die Übersicht zu verlieren. Wenn ich nicht gerade von Kärnten nach Wien oder Liechtenstein pendle, um meiner Arbeit als Sprecher oder Schauspielpädagoge nachzugehen sieht mein Tag, im schönen Kärnten, normalerweise so aus:

Mein Wecker klingelt um 06:45, ich stehe auf putz mir die Zähne und gehe eine Stunde laufen, danach dusche ich, zieh mich an und beginne meinen Tag mit einer Probe als Schauspieler oder Regisseur, als Lektor für Phonetik an der Universität Klagenfurt oder als Sprecher für das ÖSD.

Um 12:30 komme ich normalerweise dazu meine erste Mahlzeit zu mir zu nehmen. Nachmittags wenn es die Zeit erlaubt und ich gerade keine Termine habe, gehe ich schwimmen oder verbringe Zeit mit meiner Tochter.

Gegen 18:30 mache ich mich auf zu meiner nächsten Probe bei der ich Regie führe. 22:30 endet die Probe, ich fahre nach Hause und denke auf dem Nachhauseweg nochmal über die Szenen nach. Zuhause angekommen, versuche ich bei einem Film/Serie oder einem Videospiel abzuschalten. Nach der üblichen Hygiene-Routine lege ich mich ins Bett und lese noch 20 Seiten eines Buches bevor ich ins Reich der Träume entgleite.

Peter Paul Beck_Schauspieler, Schauspielpädagoge, Theaterregisseur, Sprecher

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Auch auf die Gefahr hin, dass es abgedroschen klingt, aber es ist die Liebe! Es war und ist das Einzige, das wichtig ist. Wir brauchen Liebe. Unsere Gesellschaft ist gerade durch die Corona Krise gespalten wie noch nie und Liebe ist die Brückenbauerin, die uns wieder vereint. Wir müssen bei diversen Themen, die die Welt bewegen, nicht immer einer Meinung sein. Wir sollten uns mit Liebe, Respekt und Wertschätzung begegnen, um unsere Gräben zu überbrücken.

Vor einem Aufbruch stehen wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater, Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Theater ist seit jeher ein Ort der Reflexion. Ob wir spielen oder zuschauen, das Theater führt uns immer zu uns selbst. Es rüttelt an unseren Moralvorstellungen, an unseren Überzeugungen und festigt oder zerstört diese. Gerade in unserem von Social Media geprägten Zeitalter habe ich im Gespräch mit Menschen immer öfter das Gefühl, dass ich nicht die tiefste Überzeugung eines Menschen zu hören bekomme, sondern eher den Algorithmus, der diese Person gefangen hält.

Das Theater, aber auch die Kunst im Allgemeinen durchbricht diese Barriere und spricht den Menschen direkt an. Es zwingt den Menschen, mit sich selbst ins Gericht zu gehen und setzt ihm dabei den härtesten Richter vor und zwar sich selbst. Bevor wir die Welt verbessern, sollten wir uns selbst verbessern.

Was liest Du derzeit?

Dramatisches schreiben von Lajos Egri.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Lass uns Kupferdraht aus den Wänden reißen, wilde Orgien feiern und tanzend in die Sonne rasen!

Peter Paul Beck_Schauspieler, Schauspielpädagoge, Theaterregisseur

Vielen Dank für das Interview lieber Peter, viel Freude weiterhin für Deine großartigen Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Peter Paul Beck_Schauspieler, Schauspielpädagoge, Theaterregisseur

www.peterpaulbeck.com

Fotos_1 Wilfried Gebeneter ; 2 Mike Kunstek; 3 Alex Settari

13.7.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Dass wir leiwand zueinander sind“ Marlene Hauser, Schauspielerin_Wien 11.8.2021

Liebe Marlene, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ganz verschieden. Kommt darauf an, was gerade ansteht.

Kaffee im Bett. Musik aufdrehen. Zähne putzen. Gesicht waschen. E-Mails beantworten. Dann irgendwas mit Sport und Bewegung. Schwimmen oder so. Und dann was eben gerade ansteht. Arbeit. Termine. Verpflichtungen. Produktivität. Immer vorwärts. Schaffen! Kurz vorm Bett gehen aus dem Fenster schauen. Das ist sehr wichtig. Eigentlich eh ein schöner Tagesablauf.

Marlene Hauser, Schauspielerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Jetzt? Für alle? Keine Ahnung. Wir alle sind viele.

Aber grundsätzlich ist wichtig, dass wir leiwand zueinander sind. Respektvoll miteinander umgehen und hin und wieder das Heisl in uns (manche nennen es vielleicht auch das innere Kind. Keine Ahnung, ich nenn’s das Heisl in uns) umarmen, streicheln und liebhaben.

Im tiefsten Innersten sind wir nämlich alle die gleichen Heisln; auf der Suche nach der Wahrheit mit einer unstillbaren Sehnsucht nach Liebe, Anerkennung und Geborgenheit. Deswegen liebe ich Menschen so sehr. Weil wir alle Heisln sind.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Ich hoffe sehr, dass wir tatsächlich vor einem Neubeginn stehen, wo sich Dinge zum Positiven ändern. Welche Rolle das Theater und das Schauspiel haben? Kollektive Erlebnisse schaffen. Gemeinschaft stiften. Zwischentönen Raum geben. Perspektiven eröffnen. Und nicht immer die gleichen Heisln zu Wort kommen lassen. Auch mal neue Heisln.

Was liest Du derzeit?

Just Kids von Patti Smith.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Why do we put so much pressure on everyone to be the best version they can be when it is more important to just be, right? – Aldous Harding

Vielen Dank für das Interview liebe Marlene, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Theater-, Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Marlene Hauser, Schauspielerin

Theater in der Josefstadt: SchauspielerInnen

Foto_Andrea Eiber

12.7.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Nur das Gefühl der Gemeinsamkeit kann diese Angst neutralisieren“ Bela Chekurishvili, Schriftstellerin_ Berlin 10.8.2021

Liebe Bela, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich bin seit sieben Jahren in Deutschland und gleich nach der Ankunft bin ich ein Online-Mensch geworden. Meinen Zustand kann ich auch umgekehrt beschreiben: Mein Heimatland Georgien habe ich gar nicht hinter mir gelassen, ich lebe in Deutschland nur virtuell. Das heißt, am Morgen in der Frühe bis in den späteren Abend hinein sitze ich am Computer. Ich schreibe, lerne, lese, übersetze, schaue Filme oder unterhalte mich mit meinen Lesern, Redakteuren von literarischen Zeitschriften, Verlagslektoren, aber auch mit meinen Geschwistern, meiner Mutter sowie meinen Freunden per Computer. Wenn ich sage, dies ist ein optimaler und auch glücklicher Zustand, niemand wird es glauben, aber es ist so passiert, ähnlich wie die Corona-Pandemie, als wir plötzlich alle von einem Tag auf den anderen eingesperrt wurden.

Auch träume ich viel. Und diese Träume sind real. Meine Nachtträume vertraue ich meinem Tagebuch an. Meine Tagträume bearbeite ich zurzeit in Short Storys, welche ich über Berlin schreibe.

Bela Chekurishvili, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Die Zeit der Pandemie hat uns bewusst gemacht und aufgezeigt, dass für den Menschen der Zusammenhalt immer wichtig ist. Diese Sentenz ist vielleicht kontrastiv zur „stay home“-Situation. Durch das Abstandhalten, die Reduktion der Kontakte und dass wir einander nicht mehr die Hand geben denken wir doch mehr über unsere Mitmenschen nach. In dieser besonderen Zeit entsteht eine andere Rücksichtnahme, man entfernt sich von seinem eigenen Ego. Diese Erfahrung war für mich sehr wichtig.

Ich erinnere mich an die 90er-Jahre in Georgien, nach dem Bürgerkrieg gab es plötzlich kein Gas und keinen Strom mehr und für ein Laib Brot musste man stundenlang Schlange stehen. Was uns damals gerettet hat, war die Solidarität der Menschen untereinander, Familien, Verwandte, Freunde und Nachbarn hielten zusammen, man teilte Nahrungsmittel und Gebrauchsgegenstände.

Sehr schlimm war in dieser Corona-Krise die Angst vor dem Nebenstehenden, dem Freund, Nachbarn, Kollegen oder Mitreisenden, der für dich gefährlich sein könnte. Nur das Gefühl der Gemeinsamkeit kann diese Angst neutralisieren.

Das Virus brachte einigen meiner guten Bekannten den Tod. Sie haben das Corona-Virus nicht ernst genommen oder daran gar nicht geglaubt.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Diese Pandemie ist wohl für die Menschen die größte gemeinsame globale Erfahrung in den letzten dreißig Jahren. Veränderungen gab es auch schon davor, aber nicht von diesem globalen Ausmaß. Fast alle sind wir digitale Wesen geworden. Jetzt haben wir eine Impf-App auf unserem Handy, aber auch andere Apps wie Corona-Test und die Corona-Warnung. Wir wissen nicht, was diese digitale Gesellschaft noch alles treibt, aber es ist sehr interessant, das zu betrachten.

Jeder Aufbruch ist eine Provokation für die Künstler und Literaten. Die ganze Zeit hat die Zeitschrift „Das Gedicht“ auf ihrer Webseite täglich ein neues Poem zum Thema Lockdown veröffentlicht. Es haben Poeten aus mehreren Ländern teilgenommen. Diese Mobilität war dank der Neuen Medien möglich. Internationalisierung der Literatur ist ein sehr interessantes Phänomen in unserer Zeit, das kann sich durchaus positiv auf die Gesellschaft auswirken.

Bela Chekurishvili, Schriftstellerin

Was liest Du derzeit?

Melania G. Mazzucco: Tintorettos Engel.

Dies ist eine spannende Geschichte über die außergewöhnliche Beziehung zwischen dem venezianischen Maler Jacomo Robusti, genannt Tintoretto, und seiner Tochter Marietta, der ersten Künstlerin der Renaissance, die von den Venezianern „la Tintoretta“ genannt wurde.

Außerdem lese ich täglich die Gedichte, die mir Timo Brandt als Lesefundstücke per Mail zusendet. Diese Mitteilungen betrachte ich als wunderbare Aktion zwischen Dichtern. Dadurch habe ich mehrere interessante Lyriker und Lyrikerinnen entdeckt. Einige dieser Gedichte habe ich bereits für Bela Chekurishvili`s Corner ins Georgische übersetzt und nachgedichtet.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Ein Vers von Hilde Domin ist immer bei mir:

„Nicht müde werden,

sondern dem Wunder
leise

wie einem Vogel

die Hand hinhalten“.

Vielen Dank für das Interview liebe Bela, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Bela Chekurishvili, Schriftstellerin

Fotos_1 Nata Sopromadze _2 Wolfgang Korall

12.7.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Wir sind als Frauen heute nicht übern Berg“ Eva Maria Neubauer_Schauspielerin _ Romanjubiläum Malina_ Wien 10.8.2021

Eva Maria Neubauer, Schauspielerin
Romanschauplatz – Malina – Wien

Orte sind Stimmung. Es sind Gefühle, die sich da auftun, ohne dass es gewollt ist. Es ist sehr genau zu wählen, wo, wann wir mit wem an einen Ort kommen.

Orte sind sehr kraftvoll und einflussreich mit ihrer Geschichte und dem, was da passiert ist, das ist alles spürbar.

Wenn man etwa Arthur Schnitzler in Reichenau an der Rax im Waissnix Hof spielt (Anm: Olga Waissnix, Geliebte von Arthur Schnitzler, Dramatiker), ist das anders als wenn es in einem modernen Betonbau dargestellt wird. An Stimmungsplätzen mit unmittelbaren Bezügen wird eine Geschichte gleichsam automatisch lebendig und es ist gar nicht mehr viel dazu zu tun.

Man kann sich auch gegen die Stimmung eines Ortes wehren aber das ist anstrengend. Ein Ort lädt immer zum Dialog ein, zum Blick in sich selbst. Im besten Fall ist es wie ein gutes Gespräch.

Hier am Romanschauplatz Malina ist es ein starkes Annehmen des Ortes. Gerade weil der Roman so eindrücklich für mich ist, ist es hier jetzt eine Kulisse dazu, die das Ganze gleichsam in 3D verwandelt. Und Wort und Vorstellung mit der Realität verbindet.

Bewusstsein und Unbewusstes berühren und überschneiden sich an Orten, die ja Lebensorte waren und sind. Man kann die Vergangenheit nicht ab- oder rausschneiden. Sie ist da und wir sind da. Von den Zugängen und Auseinandersetzungen damit erzählt der Roman.

Der Ort eines Romans ist natürlich bewusst gewählt. Da ist Tiefe und Gehalt da.

Erfahrungen, Erlebnisse springen ja in der Literatur, im Theater gleichsam über. Diese erlebte Zeit und das Geschehen. Dazu muss man es zulassen, den Blick, Weg in das eigene Unbewusste. Als Schriftstellerin wie als Lesende. Ingeborg Bachmann hat dies wohl wie wenige andere gemacht, sich da so zu ergeben. Sie sagt ja auch „Sätze müssen sich einem ergeben“, nur so kann man sie begreifen.

Es ist das Einlassen auf das Wirken von Geschichte und Gegenwart. Was spüre ich da? Und wie kann ich da durchatmen? Das ist in Malina ja in jedem Satz zu lesen. Dieses Atmen-Wollen, dieses Ringen nach Luft, nach Leben in all dem Umgebenden.

Ingeborg Bachmann ist für mich eine sehr spirituelle Frau, die sich mit dem Umgang mit Materie, den Mechanismen der Welt auseinandersetzte. Auch mit dem Prozess der Auflösung von Materie, Körper. Dem Ende dieser Dimension.

Beziehungen haben immer bestimmte Ansprüche von Nähe und Distanz. Im Roman wird das ja in Ivan und Malina abgehandelt. Auch die Relativität von unmittelbarer Topographie. Es sind ja nur 100 Meter Distanz zwischen den Wohnsitzen aber im Roman ist das „zu weit, zu groß, zu unüberwindbar“, in Sehnsucht und Erwartung.

Manche Menschen können eine permanente Nähe nicht leben. Es ist dann lohnender eine Distanz zu wählen, um im Beisammensein dann auch wirklich anwesend zu sein. Das ist ja kein schlechtes Modell.

Der Blick auf Mann und Frau hat sich in 50 Jahren verändert. Das Mann- und Frausein an sich hat sich nicht verändert. Es gibt Gegensätze und Anziehung.

Es gibt zwei Seiten, das Weibliche wie Männliche. Das Empfindsame, Reflektierende wie auch das logistische Handeln. Das ist ja wesentlicher Inhalt des Romans, eine Orientierung und damit Wege im Innen und Außen zu finden. Malina, das könnte ja ein Teil ihrer selbst sein.

Es ist ja auch schön, dass sich Weibliches und Männliches nicht gänzlich auflösen in ein „Niemand braucht Niemanden mehr“, sondern vielmehr ein Weg zur Ganzheit sein kann, in sich selbst.

Die 1960/70er Jahre waren ein Prozess der Befreiung von Bildern, Vorstellungen, denen zu folgen sei, denen man nachkommen muss. Es war der Ansatz eines „tabula rasa“. Diese Brachialität war auch notwendig, wenn man sich ansieht wie freiheitsfern, eng gelebt wurde, nicht nur als Frau.

Das Anerkennen von Mann und Frau, das Sein-Lassen, das auch leben dürfen, alles leben dürfen, die Kräfte und Qualitäten sehen, ist auch heute die Herausforderung, privat wie gesellschaftlich.

Im Lesen des Romans vor Jahren hat mich das zweite Kapitel mit den Traumsequenzen von Gewalt, Missbrauch gegenüber der Frau, dem Weiblichen sehr getroffen. Im Wiederlesen jetzt ist mir diese Präzession und Klarheit, ja fast Komik, der Beschreibung von unmittelbarer Lebensrealität, Lebensrealitäten wie auch Inszenierung dieser sehr eindrücklich. Etwa wenn die Salzburger Festspiele beschrieben werden. Dieses Zusammentreffen von Ego und Etikette so punktgenau wie humorvoll zu beschreiben, da sind die Worte Juwelen und die Sätze Perlenketten.

Der Roman packt einem. Diese langen, uneitlen, unmittelbaren Sätze, es ist als würde ich selbst denken.

Im Alltäglichen habe ich einen sachlicheren Blick. Ich lebe den Malina Teil stärker (lacht). Ich würde mich sonst leichter verlieren, etwa an Orten, bei Menschen, Stimmungen, Tagen.

Es braucht als Künstlerin das Durchlässige, Transzendente wie die Struktur des Tages, um „nicht über die Bühne hinauszufallen“. Es ist ein Balance-Halten der Seiten des Ich, um in die Welt greifen zu können.

Griff in die Welt meint handlungsfähig zu bleiben, nicht in Empfindsamkeit vergehen und sich aufzulösen.

„Ein Tag wird kommen“ – das ist die Ahnung Ingeborg Bachmanns, dass es einen Ort des Paradieses gibt, dass es diesen Zustand auch im Leben, hier und jetzt gibt. Es ist vielleicht nur ein Zugang in der Sehnsucht aber sie weiß, es gibt das. Es gibt ein Ausbreiten dahin, das darf sein. Einen Weg findet sie nicht, nur jenen durch die Wand.

Ein Weg der Sehnsucht ist sehr intim aber nicht nur in der Einsamkeit zu finden. Persönlich glaube ich, dass es immer mehr im Kollektiv, im Austausch zu finden ist, um gemeinsam zu sehen, zu erschaffen, ins Leben zu bringen.

„Der Friedhof der ermordeten Töchter“, das ist das Abgeschnittensein vom Frausein. Das Wiederfinden in einem Korsett.

Wir sind als Frauen heute nicht übern Berg, wir haben noch viel vor uns.

Eva Maria Neubauer, Schauspielerin
Romanschauplatz – Malina – Wien

50 Jahre Malina _ Roman _ Ingeborg Bachmann _ im Gespräch und szenischem Fotoporträt:

Eva Maria Neubauer_Schauspielerin_Wien 

Eva Maria Neubauer, Schauspielerin

Station bei Ingeborg Bachmann_Romanschauplatz_Malina.

Interview und alle Fotos_Walter Pobaschnig _Wien_8_2020.

https://literaturoutdoors.com

„Lesen wirkt sofort“ Lou A. Probsthayn, Schriftsteller_ Hamburg 9.8.2021

Lieber Lou, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich habe einen Sessel. Ich habe einen gelben Sessel. Einen Sessel, der mich am Morgen um 9 Uhr fest im Sitz hat. Immer. Ich lege meine Ohren in seine Ohren und unter meinen Augen schlage ich den Morgen auf meinem Rechner auf. Noch gestern musste ich kein Passwort eingeben, ist das 1973 gewesen?. Da konnte ich irgendwo klingeln.  „Kommst Du raus zum Leben?“ Alles aus dem Gestern meines Kopfes. Aber Heute ist Heute.

Da muss ich noch meine Post erledigen: meine Gedanken auf facebook einräumen, erste Lesezeichen auf Social Media  geben. Das kann ich viele Male wiederholen, das Auf- und abrufen, der immer gleichen Seiten im www,  manchmal schafft es google mit einer Sprungsekunde die Realität zu verändern, den Schrecken zu potenzieren, mir die Sprache zu nehmen oder sie zum Sturm zu erheben, wenn aus 524.305 Toten 525.00 Tote geworden sind. Ich schwanke immer zwischen Schweigen und Schreien.

Natürlich kommen da jetzt Gedanken an das eigene Schreiben, in der Regel kurz vor zwölf. Gedanken an einen eigenen Coroman, müsste ich den jetzt nicht in eine Form fassen, Aufarbeitung der Echtzeit – vermutlich schreiben andere die bessere pandemische Prosa, wissen Rechtsradikalismus, Gendern, Klima- und Umweltschutz und Corona gut in systemrelevante  Sätze zu setzen.

Es wird Zeit für mein privates Villarriba und Villabajo. Schmutz. Schaum. Schauber. Ich joke nicht, ich nicht. Nach dem eingeschobenen Alltag nehme ich den Hund an die Leine. Dann wundere  ich mich auf dem Weg zum Stadtpark über 20 Masken, die neben schwarzen Hundekotbeuteln an einem Gartenzaun hängen. Das ist neu, trotz sinkender Inzidenzwerte.  Und noch immer springen Leute entsetzt zur Seite oder lassen mich und den Hund mit ihren mir zugewandten Rücken passieren.  Ich wundere mich, der Hund wundert sich auch.

„Das muss an mir liegen“, sagt der Hund.

Ich sage nichts.

Fast scheint es mir, den Tag erlegt zu haben. Aber dann kommen Manuskripte via Mail, die gelesen und natürlich nicht abgelehnt werden wollen.  Ich bin ein echter Absager geworden und mache weiter in Verlagssachen auf meinem gelben Sessel.   Und für unverlangt eingesandte Texte, kann ich … kann ich eigentlich nichts dazu sagen.

Diese verängstigten Zeiten haben  mich tief in das Internet gezogen, ich bin ein WordCraft Player geworden, habe mir eine Miniatur-Heimat mit Suchtpotential geschaffen. Ich weiß, ich muss aufpassen, dass ich meine Zelte nicht im Notebook aufschlage.

Ich habe einen Sessel.

Lou A. Probsthayn, Verleger, Veranstalter, Buchautor

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Mehr auf  ‚Kindermund tut Wahrheit kund’ hören, Söhnen und Töchtern eine  außerparlamentarische Opposition geben, ihnen ihren Morgen rückerstatten, vielleicht lassen sie uns dann an ihm noch teilnehmen, wir sollten sie aber fragen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Das bei sich sein und dabei mit einem Buch sein, hat die Literatur in Zeiten von Corona wieder stark werden und an Einfluss gewinnen lassen und die Stärke und die Vielfalt der Stimmen sollten wieder zur besten, bewegenden und auch betroffenen Freundin werden. Denn wenn wir eines wissen. Lesen wirkt sofort – in  nahezu allen persönlichen und auch gesellschaftlichen Lebenslagen. 

Was liest Du  derzeit?

„Poor Dogs“ von Ute Cohen, außer Atem ausgelesen, „Über  Menschen“, Juli Zeh, Abbruch auf Seite 214 und „Ein falsches Wort und du bist tot“, von Gunter Gerlach, mein must read.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Mit Vorliebe denke ich gerne an Dinge, von denen ich denke, dass andere nicht an sie denken.“ Boris Vian

Lou A. Probsthayn, Verleger, Veranstalter, Buchautor

Vielen Dank für das Interview lieber Lou, viel Freude weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Lou A. Probsthayn_Verleger, Veranstalter, Buchautor

Kurzgeschichten Verlag Hamburg Literatur Quickie Lesemittelhandel – Literatur-Quickie

Alle Fotos_Heike Blenk

https://www.heikeblenk-photographer.com

6.7.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Respekt, Zuneigung und Anteilnahme wieder zu erneuern“ Frank Krajewski, Schriftsteller_ Remagen/D 9.8.2021

Lieber Frank, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Rezensionen über kulinarische Bücher schreiben. An den letzten Storys bei Eat-Drink-Think unter Reisen zu finden, arbeiten. Titel: Der Koch und ich. Ist erledigt Ansonsten warten auf die Paradeiser – und Paprikapflanzen von den Freunden Priska und Erich Stekovics  aus Frauenkirchen im Seewinkel. Sind angekommen. Anlegen von Blumenwiesen. Erledigt. Einsähen von Gemüsen. Der Garten ist halt riesengroß.

Das Ahrtal ist untergegangen. Im Schlamm stehen, Weinflaschen reinigen. Geräte reparieren. Taxidienste leisten. Das Ahrdelta von Müll säubern. Den Winzern bei der Blattarbeit helfen. Mut zusprechen.  Die Gemüseernte ist reichlich, die Tomaten haben die Regengüsse nicht überstanden

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Nicht auf das Niveau von idiotischen Kommentaren begeben, die auf Facebook
gepostet werden indem wir gegenposten. Es ist verschwendete Zeit. Die Ruhe
bewahren. Der Gastronomie helfen. Die örtlichen Büchereien nicht vergessen. Spenden für Betroffene generieren.

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich
stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der
Literatur, der Kunst an sich zu?

Wesentlich ist Respekt, Zuneigung und Anteilnahme wieder zu erneuern. Die
Literatur und die Kunst sind dabei hilfreiche Therapeuten, aber wir müssen sie
auch (auf)suchen und sie selbst therapieren, denn sie haben nicht die Lobby, wie
die großen Player. Solidarität tut Not, nein sie ist Not wendig. Denn in meinem
Verständnis ist Solidarität abgeleitet von solus und dare, das bedeutet „nur
geben“ also ohne Gegenleistung.

Was liest Du derzeit?

Kulinarische Bücher, , mannchmal Krimis meiner Mitautorin Marion DemmeZech (Ahrtrüffel) Pilzliteratur, Bücher über Paradeiseranbau, also keine
selbstgesponserten Octopusschmöker.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Geschmack braucht wenig Menge (Frank Krajewski, Mykotainment)

Vielen Dank für das Interview lieber Frank, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Buchprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Frank Krajewski, Schriftsteller

Frank Krajewski – Gmeiner Verlag (gmeiner-verlag.de)

Foto_privat.

2.8.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

„Bereit zu sein für was auch immer meine Arbeit mir entgegenwirft“ Franz Josef Danner, Schauspieler_ Wien 8.8.2021

Lieber Franz Josef, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich bin bemüht, so gut wie möglich bereit zu sein für was auch immer meine Arbeit mir entgegenwirft, daher versuche ich von Mo. bis Fr. den Tag mit Sport zu beginnen, dann mache ich Stimm- und Artikulationsübungen (aktuell ist British English dran) und anschließend kommt Text-Studium (für welches Projekt auch immer). Als Legastheniker muss ich grundsätzlich jeden Text zigfach durchgehen, um ihn in Griff zu bekommen.

Der Nachmittag ist dann frei für das, was anfällt; meistens vor dem PC, des Öfteren Schnitt, Composit oder Animation, aber auch Entwicklung und Verfassen von Stücken wie Drehbüchern – das mache ich mit unterschiedlichen Partnern.

Dieser Ablauf ist natürlich nicht immer möglich, die Tage an denen ich drehe oder auf der Bühne stehe, sind dann sozusagen Cheat-Days, an denen ich den Tag fallen lasse wie er stolpert.

Franz Josef Danner_Schauspieler

Das Wochenende behandle ich im Normalfall als Freizeit, was aber nur bedeutet, dass die Vormittagsroutine wegfällt.

Ich liebe meine Arbeit und damit meine ich jeglichen Aspekt rund um Film und Theater, vom Spielen über den Plakatentwurf bis hin zur Postproduktion. Richtig meditativ finde ich CGI: Das Schrauben und Drehen an Details bei Animation und Composit – da kann man sich drin verlieren, aber natürlich nur als Hobby, beruflich lieber nicht.

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich kann nicht behaupten, dass ich für die Größenordnung “alle” einen hilfreichen Satz formulieren kann.

“42”

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Was jetzt schon ganz deutlich spürbar ist, nenne ich jetzt mal eine große Lust am Miteinander. Hoffentlich löst das keinen Rückfall aus, die Unvernunft ist manchmal schon groß, aber bleiben wir optimistisch, denn dieser Drang bringt viele schöpferische Möglichkeiten mit sich. Die großen Produktionen sind da schon fleißig am Schaffen, um dafür bereit zu sein, wenn alle wieder ins Kino und Theater gehen, aber auch kleine Gruppen finden sich zusammen, weil man endlich wieder vor das Publikum treten darf.

Und ich kann mir gut vorstellen, dass während des einjährigen Vakuums der ein oder andere Künstler, der sich sonst nicht getraut hätte, was Eigenes auf die Beine zu stellen, plötzlich doch in die isolierte Entwicklungsphase gegangen ist. Das wird eine große Welle, die da auf uns zukommt! Bin gespannt, was alles dabei ist.

Was liest Du derzeit?

Als Legastheniker bin ich keine Leseratte, Dreh- und Stück- Bücher zählen nicht. Meine Bibliothek ist Youtube und Audible, da bin ich regelmäßiger Gast. Aber wenn ich ein Buch empfehlen soll, dann: “Der Gesang der Flusskrebse (Where the Crawdads Sing)”.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Keine Angst vor Widerstand, gegenhalten und drücken, so wachsen die Muskeln.

Oder einen Weg drumherum suchen,  Kardio ist auch wichtig.

Franz Josef Danner_Schauspieler

Vielen Dank für das Interview lieber Franz Josef, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Film-, Theater-, Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Franz Josef Danner, Schauspieler

Alle Fotos_Walter Pobaschnig 7_21

6.7.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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