„Kunst ist da, um dafür zu sorgen, dass die Welt niemals gänzlich dunkel wird“ Oliver Welter, Musiker_ Klagenfurt 29.11.2020

Lieber Oliver, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich stehe zeitig auf, trinke Kaffee und beantworte und schreibe dabei Mails.
Dann, circa jeden zweiten Tag, laufe ich eine Runde. Anschließend beginne ich mit der Arbeit. Ich schreibe und komponiere Musik, werke an Texten und diversen Konzepten. Und das für den Großteil des Tages.
Da ich im Grunde auf und von der Bühne lebe, die meisten davon aber immer noch geschlossen sind und wohl auch noch länger geschlossen bleiben, sind die Abenden, im Gegensatz zu „früher“, nun frei. Das bedeutet zwar mehr Freizeit, aber leider auch weniger Einkommen.

Oliver Welter_Musiker, Autor

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Im Grunde dieselben Tugenden, die in allen Zeiten wichtig sind und immer Gültigkeit besitzen sollten: Empathie, Solidarität, Mut und Durchhaltevermögen. Mit diesen Eigenschaften – von Gesellschaft und Politik gelebt und getan – sollte jede Krise überwunden werden. Die Realität sieht aber leider ganz anders aus.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik und der Kunst an sich zu?

Ich hatte zu Beginn der Pandemie wirklich die Hoffnung, dass sich durch dieses globale Ereignis notgedrungen einiges ändern würde:
Deglobalisierung, eben größere Solidarität – innerstaatlich, wie auch weltweit – sowie empathisches Zusammenwirken von Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und auch Kunst. Diese Hoffnung habe ich mittlerweile aber wieder aufgegeben. Sieht man davon ab, dass es ein kollektives Massenbesäufnis wie einst in Ischgl oder auf Mallorca länger nicht mehr geben wird, und die Maske auch zukünftig viele von uns tragen werden, ist keinerlei Änderung zu erwarten. Der Kunst (und dazu gehört auch die Musik) wird das alles nichts anhaben können. Sie ist da, um für alle Zeiten zu bleiben und dafür zu sorgen, dass die Welt niemals gänzlich dunkel wird. Ohne die Kunst hätten wir vor zig tausenden Jahren gleich auf den Bäumen hockenbleiben sollen…

Was liest Du derzeit?

Ein Buch, das ich die längste Zeit zu lesen aufgeschoben habe, nämlich Cervantes „Don Quijote von der Mancha.“

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Ich empfehle einen Satz des französischen Philosophen Roland Barthes, den ich seit Jahren immer wieder persönlich als Abschluss von Briefen; Mails etc. verwende. Wie ich finde, passt dieser recht genau zu mir und im Moment womöglich auch zu vielen anderen. Er lautet: „Immer verzweifelt, nie entmutigt.“

Vielen Dank für das Interview lieber Oliver, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Musikprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an KünstlerInnen:

Oliver Welter_Musiker, Autor

Naked Lunch

Foto_Johannes Puch

1.10.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Sich in Krisenzeiten zu fragen, bei was sollte ich in Aktion kommen und welche Ereignisse erfordern eine Ruhephase“ Cornelia Böhnisch_Künstlerische Leitung Toihaus Theater Salzburg _ 29.11.2020

Liebe Cornelia, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ende des Sommers sah mein Tagesablauf scheinbar wieder wie vor dem Lockdown im März aus. Ich brachte meine Tochter in den Kindergarten und probte für die Saisoneröffnung am Toihaus Theater.

Cornelia Böhnisch _ Foto _ Martin Holtkamp, Tokyo

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Die Balance zwischen Ruhe und Unruhe zu finden.
Sich in Krisenzeiten zu fragen, bei was sollte ich in Aktion kommen und welche
Ereignisse erfordern eine Ruhephase, finde ich sehr wichtig.

Vor einem Aufbruch, Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und
persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt
dabei dem Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Die Kunst kann uns lehren, dass ein zielloses Kneten des Tones durchaus eine
Skulptur zustanden bringen kann.

Was liest Du derzeit?

„Faszination Ikebana. Kulturgeschichte der japanischen Blumenkunst“ von
Franziska Ehmcke

Welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Wie der Sternenhimmel: Still und bewegt!
Friedrich Hölderlin

Vielen Dank für das Interview liebe Cornelia, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Schauspielprojekte am Toihaus Theater Salzburg wie persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an KünstlerInnen:

Cornelia Böhnisch_Künstlerische Leitung Toihaus Theater_ A 5020 Salzburg 

Cornelia Böhnisch

Foto_Martin Holtkamp/Tokyo

30.8.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Nicht die Nerven verlieren, die Realität nicht leugnen, trotzdem offen sein und neugierig“ Johanna Orsini-Rosenberg, Schauspielerin _ Wien 29.11.2020

Wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Im September des Jahres war alles“ fast“ normal, ich habe begonnen am Landestheater Linz zu arbeiten, wobei wir alle mit Masken durch das Haus gingen/gehen und dann auch absurde Situationen entstehen wo man mit einem Kollegen auf der Bühne spielt und dann am Gang sich mit Maske unterhält obwohl niemand anderer da ist  weit und breit, es ist am Theater ein großes Thema und eine berechtigte  Angst da, aber alle bemühen sich sehr und wir sind so dankbar, dass wir wieder proben dürfen (und spielen durften) !

Noch hat die Schule nicht wieder begonnen, aber bald werden wir wissen ob es gut geht. Es bleibt eine Ungewissheit, die ist immer da.

Johanna Orsini Rosenberg _ Foto _ Ingo Pertramer

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Nicht die Nerven verlieren, die Realität nicht leugnen, trotzdem offen sein und neugierig und das was uns fehlt, anders kompensieren, noch mehr Aufmerksamkeit anderen Menschen gegenüber pflegen.

Vor einem Aufbruch, Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Ich denke, wir alle können nur noch mehr wertschätzen, was es bedeutet auf der Bühne zu stehen, miteinander zu spielen, zu arbeiten, ein Publikum zu haben und vice versa. Das ganze online Dings war/ist schrecklich!

Es geht nichts über den Moment und den direkten Kontakt. Initiativen wie der Kultursommer Wien waren für uns essentiell! Solche Ideen wird es weiterhin brauchen! Nicht nur finanziell war es wichtig,  wir konnten so unser Projekt ( Konrad Bayer Chansons) retten und es ist nicht“ verhungert“, wir sind in der Übung geblieben und konnten es weiter entwickeln. Spontanität und über den Horizont hinaus denken!

Was liest Du derzeit?

Ivan Klima: „Liebende für eine Nacht, Liebende für einen Tag“

Welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Ich empfehle die Lektüre von Elfriede Gerst.

Wird schon nix gutes sein, wenn man das beste daraus machen muss..

(E. Gerstl)

Vielen Dank für das Interview liebe Johanna, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Schauspielprojekte wie persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an KünstlerInnen:

Johanna Orsini-Rosenberg_Schauspielerin

https://www.johannaorsinirosenberg.com/

5.9.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Denn was wären wir ohne unsere Träume? Nichts.“ Ulrike Schrimpf, Schriftstellerin_Wien 29.11.2020.

Liebe Ulrike, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Die Augen aufschlagen und offenhalten.

Einatmen. Ausatmen.

Dunkle Gedanken wegschieben.

Ulrike Schrimpf, Schriftstellerin

Drei Söhne in den Tag schicken.

Musik hören.

Mindestens zwei Tassen Kaffee trinken.

Mindestens ein Schokoladencroissant essen.

Dankbar sein für jeden Tag, an dem die Kinder das Haus verlassen.

Dankbar sein für jede Stunde, in der ich arbeiten kann.

Die Sonne suchen in der Birke vor meinem Fenster.

Ulrike Schrimpf, Schriftstellerin

Lesen. Schreiben. Vermissen.

Dunkle Gedanken wegschieben.

Schreiben. Lesen. Dinge ausmalen.

Dankbar sein für jeden Menschen, der gesund ist.

Mails schreiben, Haushalt machen, Mittagessen kochen. Über Unfug kichern.

Dankbar sein für jeden Tag, an dem die Kinder heimkehren.

Zuhören, streicheln, spielen, Kastanienmännchen basteln. Erklären, was ein Quader ist. Streithähne besänftigen.

An dem Zimmer für mich allein vorbeigehen. Sehnsucht haben. Nach dem Bücherstapel auf dem Wohnzimmertisch schielen.

Aufräumen. Laut werden. Kopfschmerzen bekommen. Klebehände im Gesicht haben. Luftküsse fliegen lassen.

Dunkle Gedanken wegschieben.

Abendessen zubereiten, Geschichten erzählen, gemeinsam lachen. Kinder baden, frische Kleider für den nächsten Tag suchen.

Im Bett liegen, vorlesen, nahe sein. Körper spüren und riechen. Ruhig werden.

Sich zusammen sammeln. Aufstehen. Die Nacht betrachten.

Alleinsein.

Pläne schmieden. Helle Träume –

ausdenken.

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Anstand. Demut. Zuversicht. Humor. Zusammenhalt. Engagement. Mitgefühl. Kunst.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Kunst ist an sich. Sie war und ist immer notwendig und existentiell. Damit braucht und will Kunst keine Funktion, keine Aufgabe oder Rolle, kein Ziel und keinen Zweck. Die Gedanken sind frei, und die Kunst ist frei. Daran glaube ich fest. Ich stehe daher jeder Funktionalisierung und Vereinnahmung von Kunst grundsätzlich kritisch gegenüber. Da Kunst aber einem grundlegenden menschlichen Drang zur Imagination, zum Schöpferischen, zum Entkommen aus faktischen Gegebenheiten entspringt, wird sie umso lebensnotwendiger, desto prekärer die realen Lebensumstände werden. Denn was wären wir ohne unsere Träume? Nichts.

Was liest Du derzeit?

Die Zeiten, in denen ich mich nur und ausschließlich einem einzigen Buch widmen konnte, sind leider lange vorbei. Jetzt sammeln sich die Bücher, die ich lese, immer in mindestens vier Stapeln auf Schreib-, Nacht- und Wohnzimmertisch.

Auf einem Stapel befinden sich die Bücher, die ich für meinen Literaturpodcast „Drachen-Bücher“ besprechen möchte. Derzeit lese ich von ihnen Thomas Hardys Roman „Far from the Madding Crown“ („Am grünen Rand der Welt“).

Der zweite Stapel setzt sich aus Büchern zusammen, die ich zur Recherche für meine verschiedenen literarischen Projekte lese. Das sind momentan u. a. Bücher zu verschiedenen medizinischen Themen, der Roman „Nichts, was uns passiert“ von Bettina Wilpert und die von Lina Muzur herausgegebene Erzählungssammlung „Sagte sie. 17 Erzählungen über Sex und Macht“.

Der dritte Stapel sind Bücher, die ich zum reinen Vergnügen, aus Neugier und Wissensdurst, zur Unterhaltung und zum Abtauchen lese. Gerade sind das zum Beispiel die Romane „Die Infantin“ von Helena Adler, „Die Vegetarierin“ von Han Kang und „Die Natur der Dinge“ von Georg Thiel, Short Stories von Lucia Berlin und Essays von Virginia Woolf und Siri Hustvedt.

Der vierte Stapel sind Lyrik-Bände. Mein Leben lang lese ich immer auch Gedichte, neben allem Anderen. Im Moment haben es mir wieder die Gedichte von Jorge Luis Borges und Konstantinos Kafavis besonders angetan, aber auch die von Anne Sexton und der zeitgenössischen brasilianischen Dichterin Angélica Freitas, deren Gedichte ich beim Elif-Verlag entdeckt habe: „Der Uterus ist groß wie eine Faust“ heißt der dort jüngst erschienene Band.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

pastellfarbenes licht

liegt auf der welt und

du stellst es dir kaum vor

legst nur das gesicht in den

wind der uns bewegt dort

wo wasser sich sammelt

weißt du es gibt eine richtung

Vielen Dank für das Interview liebe Ulrike, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an KünstlerInnen:

Ulrike Schrimpf_Schriftstellerin

https://www.ulrike-schrimpf.de/

Fotos_Andrea Peller

5.11.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Liebe. In erster Linie zu uns selbst, zu allem Leben, zur Natur.“ Sandra Pascal, Schauspielerin _ Wien 29.11.2020

Liebe Sandra, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Jeder Tag ist anders. Meistens bestehen die Tage jedoch daraus sich neu zu erfinden. Ansonsten zu viel Bürokram, Text lernen, planen, schaffen, ausprobieren, Menschen treffen und so oft auf den Berg wie es geht. Von dort oben sehen unsere Probleme klein aus.

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Liebe. In erster Linie zu uns selbst, zu allem Leben, zur Natur. Dann kommt die Kraft aus uns heraus, unabhängig von den Umständen. Wir müssen auch aufpassen, unsere Freiheit nicht beschneiden zu lassen und zusammenhalten, auch wenn wir unterschiedlicher Ansicht sind, was derzeit richtig ist.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Film und der Kunst an sich zu?

Wesentlich wird sein zu unterscheiden, was zu ändern und was zu akzeptieren ist.

Das Spannendste, was ich mir derzeit künstlerisch erhoffe, sind Zukunftsutopien, sowie die Besinnung auf das Verbindende, Wahre, Schöne.

Was liest Du derzeit?

„Das Buch der Freude“ Dalai Lama und Desmond Tutu

„Was ich im Wasser sah“ Katharina Köller (Roman einer wunderbaren Frau, gerade erschienen)

„Das geheime Band zwischen Mensch und Natur“ Peter Wohlleben

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

“Man gibt immer den Umständen die Schuld für das, was man ist. Ich glaube nicht an Umstände. Diejenigen, die in der Welt vorankommen, gehen hin und suchen sich die Umstände, die sie wollen und wenn sie sie nicht finden können, schaffen sie sie selbst”. G. B. Shaw

„Die Welt ist wie wir sind.“ (Verfasser unbekannt- aus der GEA Zeitschrift)

Vielen Dank für das Interview liebe Sandra, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Schauspielprojekte wie persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an KünstlerInnen:

Sandra Pascal, Schauspielerin

Fotos_Sandra Pascal in „Ein Geschäft mit Träumen“ (Ingeborg Bachmann) 28.7.2018_Theater Heunburg_Kärnten

„Ein Geschäft mit Träumen – Ingeborg Bachmann“ Begeisternde österreichische Erstaufführung am Heunburgtheater_Kärnten 28.7.2018

Alle Fotos_Walter Pobaschnig

23.9.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Wandel beginnt als verändertes Muster von Erwartungen, von Wahrnehmungen und Welt-Verbindungen“ Karin Ivancsics, Schriftstellerin_Wien 29.11.2020

Liebe Karin, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich bin erst Anfang November von meinem Sommerdomizil im Burgenland in die Wiener Wohnung übersiedelt, und dann gleich zweiter Lockdown und dann gleich Terroranschlag am Abend nach der In memoriam-Veranstaltung im Literaturhaus, das war heftig. Es ist eine ziemliche Umstellung, weil ich nun nicht einfach die Türe aufmachen und in den Garten gehen kann.

Der erste Lockdown passierte ja, nachdem ich am Freitag, den 13. 3. von einer Reise aus Sansibar zurück kam – nach zwei Wochen zog ich aufs Land und blieb dort, mit ein paar Abstechern in die Stadt. Ich empfand es als großes Privileg und lernte die Natur dadurch noch mehr zu schätzen als ich es eh schon tue: Sie heilt und gibt Kraft. Es war ein arbeitsamer und herausfordernder Sommer und Herbst, vor allem in organisatorischer Hinsicht (ich arbeite auch als Kuratorin/Programmgestalterin). Phasenweise hatte und habe ich natürlich Zeit für Notizen, Projektentwicklung, Weiterarbeiten an meinem Sansibar-Buch und dem Schreiben neuer Texte.

Einen geregelten Tagesablauf habe ich nicht, er ergibt sich aus dem, was anfällt; Mail-Beantworten und Bürokram, „das Lästige“ erledige ich gerne am Vormittag. Zurzeit bin ich mit der Überarbeitung der „Aufzeichnungen einer Blumendiebin“ beschäftigt, sie sollen im Frühjahr bei KLEVER neu aufgelegt werden, worüber ich mich sehr freue. Zusätzlich schreibe ich an einem Textbeitrag anlässlich 100 Jahre Burgenland.

Karin Ivancsics, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Weiterhin Masken verwenden und Hände waschen. Zuhause bleiben.

Und: Geduld und Zuversicht. Alles endet, auch diese Pandemie. Als ich im März in den Lockdown hineinplatzte, platzte mir auch teilweise der Kragen ob der Wehleidigkeit und der Ansprüche meiner europäischen Mitmenschen! Ich kam aus einem afrikanischen Land, in dem der Durchschnittsverdienst 250 € beträgt: jährlich!, und musste mitansehen, wie die Leute hier schier ausrasteten, Klopapier horteten usw. Ich verstehe, dass es vielen reicht und dass wir alle müde sind und erschöpft von den Corona-Maßnahmen – und dennoch: wir haben es vergleichsweise gut getroffen in diesem reichen Land. Wir sind durch die Gnade der Geburt seit vielen Jahrzehnten von realen, uns unmittelbar betreffenden, wirklich schlimmen und todbringenden Kriegen verschont geblieben – ein wenig Demut und sich Zurücknehmen wäre angebracht, das fällt in einer von Individualisten geprägten Gesellschaft anscheinend schwer.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Ich bin nicht sicher, ob es einen Neubeginn geben bzw. wie sich dieser gestalten wird. Anfangs stimmte ich in den Hoffnungskanon ein: Vielleicht zeigten sich die Menschen tatsächlich einsichtig und würden erkennen, dass die sozialen Verzichte, die sie – auf ungewisse Zeit – zu leisten genötigt waren, weniger schlimm waren als befürchtet und dass sie Kosmetik- und Friseurbesuche, tägliches Essengehen in Restaurants oder Shopping als Freizeitbeschäftigung beiseite lassen konnten ohne zu verzweifeln, vielleicht würden sie dieses Virus als Folge unseres unverantwortlichen Konsumverhaltens und der Zerstörung der Natur begreifen? Aber denkste, diese Illusion habe ich mittlerweile als solche entlarvt  – kaum waren zwischenzeitlich die Möglichkeiten da, Geld für Klamotten rauszuschmeißen, in Flugzeuge zu steigen und den AI-Urlaub anzutreten etc., hat das Gros der Mitbürger*innen diese wieder genutzt – ich weiß wovon ich spreche: in der Nähe meines burgenländischen Zweitwohnsitzes befindet sich das Outlet-Center!

Wandel beginnt als verändertes Muster von Erwartungen, von Wahrnehmungen und Welt-Verbindungen. Dabei ist es oftmals gerade der Bruch mit dem Gewohnten, der unseren Zukunftssinn und unsere Kreativität wieder freisetzt, die Vorstellung und Gewissheit, dass alles ganz anders sein könnte – auch und vor allem zum Besseren. Man sollte diesem Bruch mit der Routine, dem wir uns derzeit alle nicht entziehen können – mehr Chancen geben, ihn willkommen heißen und schauen, was passiert: das unter anderem tut die Kunst und die Literatur.

Was liest Du derzeit?

Nachdem ich im Sommer vor allem Fahnen von Neuerscheinungen als Vorbereitung auf die Literaturtage im Weinwerk gelesen habe, genieße ich es, in die großartigen fertigen Bücher nochmals hinein zu blättern. Andererseits darf ich mich nun auch gänzlich „zweckfrei“ spannender Literatur hingeben, was für ein Luxus! Zurzeit lese ich zwei Bücher parallel, die mir Ilija Trojanow geschenkt hat: „Töchter Afrikas“ ist ein Sammelband schwarzer Autorinnen, die er Mitte der 1990er-Jahren in seinem Marino Verlag veröffentlichte ,wir kommen viel zu selten mit dieser Literatur in Kontakt – „Eine Weltliteratur ohne afrikanische Literatur ist wie ein Orchester, dem einige Instrumente fehlen“, so Doris Lessing. Das zweite ist die ungekürzte Neufassung von Gandhis Autobiografie „Mein Leben“ (C. H. Beck), mit einem wunderbaren Nachwort von Trojanow ergänzt, in dem er über die Widersprüchlichkeit der Person Ghandi und Paradoxien als Instrumente der Erkenntnis und Entwicklung schreibt.

Lesen ist das Betreten fremder Welten; für mich als passionierte Reisende finden Reisen zurzeit im Kopf statt.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Ich habe zwei:

Alles nimmt ein gutes Ende für den, der warten kann. – Leo Tolstoi

Und:

Mit jedem Verlust habe ich auch etwas gewonnen. – Ishraga Mustafa Hamid, die ich bei den Literaturtagen im Weinwerk kennenlernen durfte; gebürtige Sudanesin und seit 27 Jahren eine „Schwarze Wienerin“, wie sie sich gerne selbst bezeichnet.

Vielen Dank für das Interview liebe Karin, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an KünstlerInnen:

Karin Ivancsics, Schriftstellerin

http://www.karinivancsics.at/karinivancsics/Willkommen.html

Foto_Alain Barbaro

10.11.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Der Tag – in der Balance zwischen Mutter und Künstlerin sein“ Sophie Resch, Schauspielerin _ Wien 29.11.2020

Liebe Sophie, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Meist beginnt der Tag für mich eher unausgeschlafen um 6Uhr. Dann richte ich Frühstück für meinen kleinen Sohn, spiele mit ihm, verrichte Dinge im Haushalt und nutze dann die 2h Mittagschlaf von meinem Kleinen für das, was ich gerade als „am Wichtigsten“ erachte.  Erarbeite neue Vorsprechmonologe, lerne Text für Dreharbeiten, oder arbeite an meinem Sprechereel usw.(Kurze Notiz dazu: In der Stillzeit und müde Text lernen, ist ein etwas schleppendes Unterfangen) – Im Sommer bereitete ich meine Moderation für den Kultursommer in Wien vor, Ja und so geht der Tag dahin…in der Balance zwischen Mutter und Künstlerin sein.

Das was sich durch C19 verändert hat, ist die Ungewissheit ob die Dinge, auf die ich mich vorbereite, auch tatsächlich stattfindenJ

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Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Im Großen und Ganzen:

Auch wenn die jetzige Situation rund um C19 uns völlig in Beschlag nimmt, dürfen wir die wirklich dringlichen und wichtigen Dinge nicht aus den Augen verlieren. Wir sollten um jeden Preis weitere von Menschen gemachte Umweltkatastrophen vermeiden und die Natur schützen, in dem wir endlich ehrliche, radikale und gute Klima- und Umweltpolitik machen und zwar weltweit und kompromisslos.

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Im Kleinen:

finde ich wichtig, dass man der Angst keinen zu großen Raum geben sollte. Und damit meine ich nicht den Respekt vor dem Virus, sondern die Angst, dass man den Lebensstandard, den man immer hatte verliert, Angst vor einschlägigen Veränderungen in der Gesellschaft und vor allem in der Wirtschaft , Angst vor Neuem, Angst vor Einschränkung, Angst davor, dass einem andere Menschen, etwas wegnehmen oder vor Fremden und man deshalb aufhört menschlich zu sein, und und und.

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Und im kleinsten Sinne:

Ausgewählte liebste Menschen um einen!

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Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Insgesamt wäre es schön, wenn wir alle es schaffen würden, zuversichtlich, solidarisch und voller Mut in diese neuen Zeiten hineinzugehen. Das schafft viele neue Möglichkeiten und gewisse Dinge könnten sich dadurch von Grund auf ändern. Ich bin z.B: eine starke Befürworterin für das bedingungslose Grundeinkommen und glaube, dass dieses auch viele positive Veränderungen in der Gesellschaft mit sich bringen kann.

Kunst kann Menschen neue Denkweisen näher bringen und sie erlebbar machen. Im Theater z.B. kann man einfach eine neue Gesetzmäßigkeit etablieren und diese gelten dann für das ganze Stück. Der Zuseher akzeptiert diese meist sehr schnell und unbewusst. Diese Flexibilität unserer Vorstellungskraft zu trainieren und die Akzeptanz von neuen Gesetzen und Grenzen, empfinde ich als sehr wichtig. In den Köpfen fängt die Veränderung an… So glaube ich, dass die Kunst weiterhin als Spiegel oder Zerrbild der Gesellschaft funktionieren wird. Und natürlich als Ventil, das brauchen wir gerade (so kommt es mir vor) mehr denn je.

Die Gesellschaft verändert sich gerade, die Systeme nach und nach auch, die Kunst/ das Theater muss und wird darauf reagieren.

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 Was liest Du derzeit?

„Die kleine Raupe Nimmersatt“ von Eric Carle J

und

 „Unorthodox“ von Deborah Feldman

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Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Und ich möchte sie, so gut ich es kann, bitten Geduld zu haben, gegen alles Ungelöste in ihrem Herzen und zu versuchen, die Fragen selbst liebzuhaben wie verschlossene Stuben und wie Bücher, die in einer fremden Sprache geschrieben sind. Forschen sie jetzt nicht nach den Antworten, die ihnen nicht gegeben werden können, weil Sie sie nicht leben könnten. Und es handelt sich darum alles zu leben. Leben sie jetzt die Fragen. Vielleicht leben sie dann allmählich, ohne es zu merken eines fernen Tages in die Antwort hinein.“

Rainer Maria Rilke

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Vielen Dank für das Interview liebe Sophie, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Schauspielprojekte wie persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an KünstlerInnen:

Sophie Resch, Schauspielerin

Alle Fotos_Walter Pobaschnig_Station bei Ingeborg Bachmann _Romanschauplatz „Malina“_Wien_9_20.

29.8.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Ohne Kunst und Kultur fehlt die geistige Auseinandersetzung“ Siena Freebird Lindem, Schauspielerin _ Baden/NÖ 29.11.2020

Liebe Siena, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Mein Tag beginnt mit coffee and cigarettes. Ich kümmere mich um  meinen Sohn  und mache zur Zeit eine verkürzte Lehre bei einer fantastischen Schneiderin, wo ich natürlich auch die meiste Zeit verbringe. Im Herbst spielte ich Theater und hatte an den Wochenenden Vorstellungen. Ich versuche die Tage mit dem Auszufüllen was mich interessiert, mir Spaß macht oder mich auf die eine oder andere Art beschäftigt und in meinem Tun möglichst frei zu sein.

Siena Freebird Lindem _ Model_Schauspielerin_Modedesignerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich habe lange über diese Frage nachgedacht und tue es auch jetzt noch. Ganz ehrlich, ich weiß es nicht. Die Antwort ändert sich je nach Tagesverfassung, neuen Inputs, aktuellem Tagesgeschehen. Allerdings drängt sich mir immer wieder der Gedanke auf, das wir uns mehr Ruhe lassen sollten, uns weniger wegen Nichtigkeiten aufregen sollten, das Toleranz, die viele fordern gelebt werden sollte, auch wenn man anders lebt.  Es gibt natürlich wichtige Dinge, gegen die man angehen sollte, aber eben aus Überzeugung, weil man es für richtig hält und nicht weil es gerade Trend ist. Und damit nicht aufhören, wenn der neue Trend kommt.

Ein Miteinander ohne gleich sein zu müssen und Akzeptanz, dass es Andersdenkende gibt, auch wenn es mir nicht gefällt . ( Auch da gibt es Ausnahmen, wie bei allem im Leben)

Diese Frage ist für mich nicht definitiv zu beantworten.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Auch eine schwierige Frage, die letztendlich nicht zur Befriedung jedes Einzelnen zu beantworten ist. Wir sind so grundverschieden in so vielen Dingen, Ansichten und Meinungen, Geschmack, Lebensart, Prioritäten, Moralvorstellungen und so fort.

Ich für mich hoffe, das wir eben dieses Miteinander irgendwie hinkriegen und das Wichtigste sind wohl Respekt und Verständnis. Gelingt mir genauso wenig immer, aber ich versuche es.

Kunst ,Kultur und Kreativität waren von Anfang an ein wichtiger Bestandteil meines Lebens. Das wird mir auch niemand wegnehmen können und ich hoffe (Hoffnung, auch ein interessantes Wort), dass noch während dieser Pandemie die Künstler trotz aller Verbote, Erschwernisse ,Hindernisse und Existenzbedrohungen nicht aufgeben. Ohne Kunst und Kultur fehlt die geistige Auseinandersetzung mit Dingen oder auch einfach nur die Gefühle, die sie auslösen.

Ich bin überzeugt, dass Kunst und Kultur nicht dauerhaft zerstört oder verhindert werden können. Keine Regierung, keine Verbote, keine Engstirnigkeit wird das je schaffen.

Es gehen mir tausend Dinge durch den Kopf und ich weiss nicht wo ich bei dem Thema Gesellschaft beginnen oder enden soll. Viele Dinge tun mir weh, machen mich richtig wütend oder freuen mich.

Und so beende ich diese Ansätze, die nie fertig gedacht werden können.

Was liest Du derzeit?

Ich habe Stapel an Büchern zu Hause , die darauf warten gelesen zu werden. Im Moment befasse ich mich bedingt durch die Ausbildung mit Sachbüchern zu Mode

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Jeder Zwang ist Gift fuer die Seele“ 

Carl Ludwig Börne

“Don’t walk in front of me… I may not follow
Don’t walk behind me… I may not lead
Walk beside me… just be my friend ”

Albert Camus

„ Das Glück ist mit den Mutigen“

aus dem Film „Jack und das Kuckucksherz“

„Don’t question why she needs to be so free
She’ll tell you it’s the only way to be „ 

Rolling Stones, Ruby Tuesday

Vielen Dank für das Interview liebe Siena, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen vielfältigen Schauspiel-, Kunst- und Modeprojekte wie persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an KünstlerInnen:

Siena Freebird Lindem_Model, Schauspielerin, Schneiderin (in Ausbildung).

Fotos_Walter Pobaschnig_Station bei Malina_Wien_Romanschauplatz_9_20

20.9.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Es geht darum Hoffnung zu kreieren, Synergien zu schaffen, die vorher nicht da waren“ Laura Maria Schneiderhan, Schauspielerin _ Wien 29.11.2020

Liebe Laura Maria, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Im Sommer habe ich die freie Zeit genossen, Ende September ging es erfreulicherweise wieder mit Proben los – zunächst mit Wiederaufnahmeproben für Heute Abend: Lola Blau am Tiroler Landestheater. 

Laura Schneiderhan - Foto _ Leo Bauer

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Dass wir uns nicht verrückt machen lassen von der Zeit. Alles findet sein Ende, so auch hier. Panik ist selten ein guter Ratgeber und macht uns unvorsichtig. Dabei kann man manche gute Sache übersehen, die uns vielleicht in Zukunft weiterbringt. Individuell und als Gesellschaft.

 

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Ich fände es furchtbar nur noch Corona als Themen in der Kunst zu sehen. Man ist seit 6 Monaten damit konfrontiert, da will ich nicht im Theater oder TV&Kino, egal ob als Zuschauer oder Darstellerin, mich ebenfalls damit auseinandersetzen müssen. Es geht darum Hoffnung zu kreieren, Synergien zu schaffen, die vorher nicht da waren. Wir sind alle so voll Kreativität, die man einfach nur nutzen muss. Mein Partner und ich z.B. haben zusammen mit einem guten Freund in dieser Zeit 2 Kurzfilme selbst auf die Beine gestellt, nur mit einer vlog-Kamera und einem bombastischen Post-Production-Program. Und zwar aus dem einfachen Grund heraus, dass wir Bock hatten das zu machen, für uns. Jetzt überlegen wir sogar weiter mit dem Produkt zu gehen. Man darf seinen Stolz nicht verlieren, Dinge die man aus dem Boden stampft zu wertschätzen. Völlig nebensächlich wie „perfekt“ es sein mag. TUN, das ist die Devise. Nicht stehenbleiben. Sich nicht aufhalten lassen.

 

Was liest Du derzeit?

Derzeit lese ich von Joachim Meyerhoff – Alle Toten fliegen hoch Amerika

 

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

“Nec temere, nec timide!” . – Weder furchtsam noch unbesonnen. (Herkunft unbekannt)

Vielen Dank für das Interview liebe Laura Maria, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an KünstlerInnen:

Laura Maria Schneiderhan, Schauspielerin

Foto_Leo Bauer

27.8.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig? – Nichts.“ Gerhard Loibelsberger _ Schriftsteller_ Wien 28.11.2020

Lieber Gerhard, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich stehe auf, zieh mich an und gehe mit meiner Hündin hinaus. Nach dem alles von ihr erledigt wurde, füttere ich sie. Dann mach ich mein Frühstück. Während des Frühstücks beginne ich mit der Arbeit.

Mittags gehe ich einkaufen und koche das Mittagessen. Anschließend Mittagspause, Hundespaziergang und Kaffeehausbesuch.

Abends arbeite ich noch ein bisschen, bereite das Nachtmahl zu, höre Musik und plaudere mit meiner Frau. Manchmal schiebe ich noch eine Nachtschicht ein, bevor ich nochmals mit meiner Hündin hinausgehe.

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Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Nichts.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Der Regierung signalisieren, dass sie uns gefälligst nicht behindern und sich aus unserem Leben heraushalten sollen.

Was liest Du derzeit?

Dies und das.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

»Bewahren Sie Ihre Ersparnis daheim unter der Matratze auf. Spielen S’ auf keinen Fall an der Börse mit.«

»Aber das tun doch alle!«

»Ohne dass ihnen bewusst ist, dass der Kapitalismus grausamer als das grausamste Raubtier ist.«

Zitiert aus: Alles Geld der Welt

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Vielen Dank für das Interview lieber Gerhard, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literatur- und Musikprojekte wie persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an KünstlerInnen

Gerhard Loibelsberger_Schriftsteller, Komponist, Musiker

Alle Fotos_Walter Pobaschnig _ Station bei Bachmann 8_20.

14.8.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com