Es sind die 1980er und frühen 1990er Jahre als ein junger österreichischer Dramatiker das moderne Theater gleichsam in Sprachvirtuosität wie -macht revolutioniert und Kunst und Gesellschaft erschüttert, inspiriert und in Faszination wie Kritik begeistert. Innerhalb kürzester Zeit wird der 1958 in Graz geborene Werner Schwab zu einem der meistgespieltesten Dramatiker im deutschsprachigen Raum. Er wird zum Star weit über die Theaterlandschaft hinaus und sein Werk, sein Leben bleiben über seinen frühen Tod 1994, im selben Jahr stirbt auch der Underground Musikstar Curt Cobain, bis in die Gegenwart faszinierend wie mythenumrankt…
Wie sich nun Kunst und Leben Werner Schwabs in einer Darstellung nähern?
Helmut Grugger, Germanist und Autor,wählt den Weg einer vielseitigen Zusammenschau, eines Dialoges von Werkanalyse- kritik, öffentlicher Wahrnehmung und Wirkung wie biographischer Eckpunkte, die einzigartig den großen ästhetischen Kosmos Werner Schwab beeindruckend öffnen und umfasst vorstellen wie zugänglich machen.
Grugger überzeugt dabei in Kapitel Konzeption wie fundierter Analyse und legt damit ein wissenschaftliches Grundlagenwerk, das vielseitig handhabbar ist, wie auch einen besonderen Beitrag zu einem wesentlichen Kapitel moderner Kunst vor, das sehr viele Zugänge bietet. Hervorzuheben ist auch die gute Lesbarkeit, die Fachpublikum wie Interessierte gleichermaßen anspricht und bereichert.
„Ein wegweisendes Grundlagenwerk zum Theaterstar Werner Schwab, das vielseitig analysiert, informiert wie begeistert!“
Staatspreisverleihung an Anna Baar _ Künstlerhaus Wien 26.1.2023
Interview _ HR Dir. Prof. Mag. Dr. Gabriele Fenkart_ Direktorin BRG Viktring/Klagenfurt _ 26.1.23
HR Dir. Prof. Mag. Dr. Gabriele Fenkart_ Direktorin BRG Viktring/Klagenfurt _ 26.1.23
Sehr geehrte Frau HR Dir. Prof. Mag. Dr. Gabriele Fenkart, Sie sind Direktorin des BRG Viktring/Klagenfurt, dies ist jene Schule, welche die Staatspreisträgerin 2022, Anna Baar, besucht und an welcher sie maturiert hat. Sie haben Anna Baar in Deutsch unterrichtet.
Welche Erinnerungen haben Sie an den Unterricht mit Anna Baar?
Anna ist in der 5.Klasse zu uns an die Schule gekommen und das war eine Zeit, in welcher der Deutschunterricht noch ohne Textsortenkatalog und Standardisierung stattfinden durfte. Ich habe da gerne im Unterricht offenen Schreibformen Raum gegeben. Schreiben und Lesen in Notwendigkeit wie Inspiration und Motivation waren ganz wichtige Säulen des Deutschunterrichtes.
Ich habe Anna in der großen Klasse als eine Schülerin, wie auch andere, wahrgenommen, die Lust hatte zu schreiben und das hat für mich als Pädagogin eine wichtige Rolle gespielt.
Dass Anna diesen Weg des Schreibens nimmt, ist für mich einfach wunderbar und es ist auch spannend zu erfahren, was man alles über eine Schülerin nicht wusste und nun im Schreiben wiederentdeckt, etwa wie sie sich selbst wahrgenommen gefühlt hat.
Anna Baar (rechts), Staatssekretärin für Kunst und Kultur Dr.Andrea Mayer _ Verleihung Österreichischer Staatspreis 2022 _ Künstlerhaus Wien 26.1.2023
Wie konnten Sie als Deutschpädagogin die Schreiblust von Anna Baar und ihrer MitschülerInnen im Unterricht begleiten und fördern?
Ich denke, wir waren freier in der inhaltlichen Auswahl und Schwerpunktsetzung was den Literaturunterricht in der Oberstufe des Gymnasiums betrifft. Wir waren auch freier, Lektüre individuell zuzugestehen – was gelesen werden muss und was gerne persönlich bzw. empfohlen weiter gelesen wird – ich finde das macht einen Unterschied zur Gegenwart aus.
Welchen Schwerpunktzweig Ihrer Schule hat Anna Baar besucht?
Anna war im Schwerpunktzweig Musik.
Unsere Schule hatte damals wie heute die Schwerpunktzweige Musik- und Kunstunterricht (Bildnerische Erziehung). Der Unterricht hat da jeweils den Umfang von sechs Wochenstunden, statt der in den gymnasialen Realzweigen ansonsten üblichen zwei, und dies ist prägend.
Ihre Anwesenheit als Direktorin heute bei der Staatspreisverleihung für Anna Baar zeigt die starke Wertschätzung füreinander. Gibt es weitere Kontakte, Projekte?
Es gibt eine große Wertschätzung und Anna war etwa 2017 zur 40 Jahre Feier unserer Schule als Festrednerin eingeladen.
Wenn es die Möglichkeit gibt, laden wir Anna zu uns in die Schulbibliothek zum literarischen Gespräch, Arbeiten mit unseren Schüler*innen ein. Und Anna kommt sehr gerne.
Ist Ihnen als Deutschprofessorin von Anna Baar in Aufsätzen, Arbeitsaufgaben ihrerseits etwas inhaltlich, stilistisch in Erinnerung?
Was ich mit Sicherheit in Erinnerung habe, ist, dass diese Klasse, und damit auch Anna, gerne mit der literarischen Technik „Stream of consciousness“ (Bewusstseinsstromtechnik) gearbeitet hat. Dieses Schreiben über sich selbst, die Gedanken im Kopf, war ein wichtiger Schwerpunkt in dieser Klasse.
Ich erinnere mich auch an eine Themenstellung der Maturarbeiten – „Welche markanten Lektüreerlebnisse haben mich im Schulleben begleitet und was bedeutet dies für meine Entwicklung“. Ob Anna dies gewählt hat, da müsste ich sie fragen (lacht).
Was möchten Sie Anna Baar zur Verleihung des Österreichischen Staatspreises 2022 mitgeben?
Ich wünsche Anna, dass sie ihren so beeindruckenden wie wichtigen literarischen Weg der kulturellen Thematisierung des Da- und Dazwischensein weitergeht, es ist sehr befruchtend und für Anna wohl auch ein wichtiger Weg im Schreibprozess.
Der österreichische Staatspreis, die großen Würden beginnen jetzt, und so soll es weitergehen. Das wünsche ich Anna von Herzen.
HR Dir. Prof. Mag. Dr. Gabriele Fenkart_ Direktorin BRG Viktring/Klagenfurt _ 26.1.23
Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin so inspirierende, beeindruckende wie erfolgreiche Absolventen*innen Ihrer Schule!
Info_Der Große Österreichische Staatspreis ist die höchste Auszeichnung, die die Republik Österreich einer Künstlerin oder einem Künstler für ein künstlerisch besonders herausragendes Lebenswerk verleiht.
Der aus 21 Mitgliedern bestehende Österreichische Kunstsenat nominiert jährlich eine Künstlerpersönlichkeit aus den Bereichen Architektur, Bildende Kunst, Literatur oder Musik ohne festgelegtes Rotationsprinzip für den Staatspreis. Vergeben wird der Preis seit dem Jahr 1950. Bis 1970 wurden jährlich mehrere Staatspreise vergeben, seit dem Jahr 1971 nur mehr ein Staatspreis pro Jahr.
Preisträgerin 2022: Anna Baar
Quelle: Bundesministerium Kunst, Kultur, öffentlicher Dienst und Sport 1_23
Lieber Alan, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Dear Alan, what`s your routine at the moment?
There are of course exceptions, but most of my days begin at 7:00am. I get up and make breakfast for my son and myself; coffee for me and a cup of tea for my wife. I drive my son to school, then spend two hours training at the gym. When I come home I take a couple of hours to work through a list of tasks I have written for that day. At 2:00pm either my wife, or I, or both, pick up our son from school.
The afternoons vary: Sometimes our son has after school activities or goes round to a friends house; sometimes I have a podcast recording or some writing to do; sometimes we go for a walk together as a family. Usually my wife chooses to make dinner while I play with, or read to our son. Not because we conform to social “norms”, but because our son quite often likes to play rough, and in our household, I seem to be better suited to that sort of thing. We have dinner together as a family, and I read to my son every night before bed. Right now we are working our way through The Famous Five series by Enid Blyton.
Once our son is in bed, if I have pressing tasks or work commitments that require my attention, I will attend to these first. After which, if there’s time, my wife and I may practice Cranio Sacral or Thai massage, as she is a qualified practitioner in both fields. Some evenings we take time to sit and talk together and reflect. Other nights I’ll curl up on the couch with a cup of tea and a book. Usually on a Friday or Saturday we have a film and/or series night.
That is an “average” day, but as a freelance actor, director, writer and producer, my schedule can vary enormously depending on the projects I am working on, and of course, sticking to the schedule can be challenging sometimes when you only have yourself to answer to. With the quality of work being produced by the film industry for example, it’s all too easy to get sucked into a good series on Netflix, or to spend the whole week reading in the evenings when I should be working… but I’d say that my discipline probably averages out at a solid 80%.
Alan Burgon, Schauspieler, Regisseur, Autor, Produzent
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
What`s now particularly important for all of us?
Good relationships are the most important things, starting with your relationship to yourself. Understanding that there is time and space for everything important to you. Realising that stress is a response, and you have the power to choose a different reaction. Taking the time to inform yourself on important issues, and not allowing the comments and criticisms of others to be the basis for your opinions. Recognising that everyone you encounter was once a child, their actions have nothing to do with you personally, and ultimately everyone is looking for love and acceptance.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?
New start, new beginning. What will be essential and which roles will literature, art play on society?
I believe that departures and new beginnings are the status quo. Although some changes are personal, and some are global, the only consistency throughout history is that things change and we have to be open and able to adapt. We homo sapiens sapiens are where we are today because of our ability to accept change and adapt to new circumstances. A fundamental aspect of this capability, is our invention of story. Whether written in books, performed on the stage, recorded for the screen, audiobooks, podcasts, spoken word or what have you, the lessons we learn through stories are what prepare us for the possible challenges ahead, and help us to understand what we have lost or moved away from. All forms of art have been, and will continue to be absolutely crucial to our understanding and progression of society as we move from one phase to the next; generation to generation.
Was liest Du derzeit?
What are you reading currently?
Currently I am reading The Atlas Paradox by Olivie Blake, which is the sequel to The Atlas Six. It’s a fantasy book surrounding a group of six magical individuals who are initiated into a secret society for the exceptional. Blake is a really great writer, and if you like fantasy and magic, I would definitely recommend getting yourself a copy of The Atlas Six.
I’m also listening to the audiobook of Troy by Stephen Fry, which I listen to whenever I am in the kitchen or driving. Troy is the third book in this series, the first two being Mythos and Heroes. I am very enthusiastic when it comes to mythology and folklore, and Stephen Fry’s retelling of the Greek myths is the best I’ve read/listened to.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Which quote, text will you propose to us?
“Luck is what happens when preparation meets opportunity.”
– Seneca
Thank you very much!
Alan Burgon, Schauspieler, Regisseur, Autor, Produzent
Vielen Dank für das Interview lieber Alan, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Alan Burgon, Schauspieler, Regisseur, Autor, Produzent
Zur Person_Alan Burgon,
geboren in den schottischen Highlands, seit 2010 in Wien, wo er lebt und arbeitet. Schauspielausbildung erfolgte u.a. am renommierten Royal Conservatoire of Scotland. Danach folgten Engagements am Dundee Repertory Theatre mit Hauptrollen in den Stücken ,,Beauty and the Beast”, ,,Who’s afraid of Virginia Wolf”, ,,Quelque Fleurs” etc. Mit dem National Theatre of Scotland ging er auf eine UK National Tour mit Ibsen’s ,,Peer Gynt” und spielte u.a. im King’s Palace Glasgow, Eden Court Theatre Inverness und The Barbican in London. Weitere Auftritte gab es mit Uraufführungen am Edinburgh Fringe Festival.
In Wien folgten Engagements am International Theatre und Vienna’s English Theatre, bevor er schließlich 2012 mit einer Künstlergruppe die Open House Theatre Company gründete und als Schauspieler und künstlerischer Leiter bis 2019 36 Theaterstücke in englischer Sprache auf die Bühne brachte. Darunter Highlights wie ,,Laurel and Hardy”, ,,A Midsummer Night’s Dream”, ,,The Importance of Being Earnest”, ,,Hedda Gabler” etc.
Seither arbeitet er als Schauspieler und Autor im independent Filmbereich, sowie für TV-Serien (Tatort Mainz und Das Netz) und Kinofilmen (Thank you for bombing und MeWe). Als Voice Actor leiht er u.a. der Hauptrolle The Interviewer in der Fiction Podcast Serie The Amelia Project, die bis dato über 5 Mio. Downloads verbucht hat, seine Stimme.
Wien, 26.01.2023
Fotos_1 Stefan_Panfili; 2,3 Volker_Schmidt.
26.1.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.
Fotos: das gemalte Bild und alle Fotos – Antje Schmidt. Das Bild ist mit Acrylfarbe gemalt, 30 x 40 cm groß. Der Phönix wurde von Antje Schmidt in Marmor gemeißelt, es wurde ein halbes Jahr mit mehreren Pausen dran gearbeitet.
Yvonne Brandstetter, Schauspielerin _ Wien _ acting Fotonovel _ „Meine Existenz ist eine andere“ Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin (1926 – 1973)
„Meine Existenz ist eine andere, ich existiere nur, wenn ich schreibe,
ich bin nichts, wenn ich nicht schreibe,
ich bin mir selbst vollkommen fremd, aus mir herausgefallen, wenn ich nicht schreibe. […]
Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt,
es ist etwas verdammt daran.
„Meine Existenz ist eine andere, ich existiere nur, wenn ich schreibe, ich bin nichts, wenn ich nicht schreibe, ich bin mir selbst vollkommen fremd, aus mir herausgefallen, wenn ich nicht schreibe. […] Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran.“
Ingeborg Bachmann, Rede _ Anton Wildgans Preis 1971
Yvonne Brandstetter, Schauspielerin _ Wien _ acting Fotonovel _ „Meine Existenz ist eine andere“ Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin (1926 – 1973)
Literatur im Bild_Fotonovel
Yvonne Brandstetter, Schauspielerin _ Wien _ acting „Meine Existenz ist eine andere“Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin (1926 – 1973), Rede Anton Wildgans Preis 1971
Liebe Sarah, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Jeder Tag ist anders, aber der Tag beginnt meistens mit den „Morgenseiten“ schreiben und Kaffee. Als Freischaffende gibt es nicht wirklich Alltag, aber Routinen, die ich möglichst beibehalten will, egal wo ich bin oder was gerade ansteht. Routinen sind zb. Sport, lesen, Mails schreiben und beantworten..
Sarah Plattner, Schauspielerin, Tanzperformerin, Theatermacherin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Zu verstehen, dass das Leben und jeder Mensch enorm vielseitig ist und genau das zu wertschätzen. Empathie und sich in sein Gegenüber hineinzuversetzen, verstehen zu lernen, sich verbinden,- sind wichtige Qualitäten die wir in dieser Zeit besonders pflegen sollten. Sich über seine individuellen Prioritäten, Anschauungen und Besonderheiten klarwerden, um Grenzen, die vielleicht keine sind, zu überwinden. Ich appelliere an die emotionale Intelligenz!
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater, Tanz, Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Geschichten, Bilder, Worte, Bewegungen haben die Macht das Denken und Handeln zu verändern und ja, sind Teile unserer Identität, des Mensch-Seins. Vielleicht verfolgt mich der dringliche Wunsch, dass all die Theater, die sich hinter tausend Stäben, hohen Mauern, Privilegien, Subventionen und Machtkämpfen und der „Hochkultur“ verbarrikadieren, sich radikal öffnen und der Gesellschaft hautnah begegnen und wieder zu einem gemeinsamen Ort für ein zutiefst menschliches Bedürfnis werden: Begegnung.
Was liest Du derzeit?
Oh, mehrere Bücher gleichzeitig:
Mädchenmeute von Kirsten Fuchs
The King Kong Theory von Virginie Despentes;
Mädchen, Frau ETC. von Bernardine Evaristo;
Bei uns in Schilda von Ottfried Preussler
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Man muss sich etwas vorstellen können, um es in die Tat umzusetzen.
Sarah Plattner, Schauspielerin, Tanzperformerin, Theatermacherin
Vielen Dank für das Interview liebe Sarah, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspiel-, Tanz-, Performanceprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
Danke dir!
5 Fragen an Künstler*innen:
Sarah Plattner, Schauspielerin, Tanzperformerin, Theatermacherin
Zur Person_
Sarah Plattner, gebürtige Tirolerin, arbeitet als Freischaffende in Österreich und Deutschland. Ihr Fokus konzentriert sich auf die Schnittstellen zwischen Schauspiel, Tanzimprovisation, Performance und interdisziplinären Projekten. Schauspielausbildung an der Tiroler Schauspielschule Innsbruck und an der Athanor Akademie Passau. Weiterbildungen in den Bereichen Tanz und Kulturmanagement.
„Mich bewegt und interessiert das “Dazwischen”, die Überschneidungen zwischen den Disziplinen. Mein künstlerisches Schaffen ist die Suche nach der Sprache für den Ausdruck in Verbindung mit den Themen, die mich beschäftigen. In Projekten lege ich einen starken Fokus auf den physischen Ausdruck. Bewegung, Tanz und Spiel sind unmittelbar verbunden. Ich verorte mich in der darstellenden Kunst und verstehe Schauspiel als interdisziplinären Akt.“
Derzeit wohnhaft in Sulzfeld am Main, Nähe Würzburg.
Mein Tagesablauf ist eigentlich ganz banal. Morgens geht es unter die Dusche, damit ich wach werde, ohne dem geht gar nichts. Mit einer ersten Tasse Tee beantworte ich E-Mails, die mit meiner schriftstellerischen Tätigkeit zu tun haben, oder betreue meine Sozial Medias. Dann fahre ich mit dem Zug in die Arbeit, wo ich teilzeit als Controllerin tätig bin (auch mit vielen Tassen Tee), und wenn ich nach Hause komme, schreibe ich an meinem aktuellen Buchprojekt. Der Abend gehört der Familie mit gemeinsamem Essen und Austausch, was der Tag so alles gebracht hat. Außer an den Tagen, an denen ich Lesungen abhalte. Dann komme ich meist nach Hause, wenn schon alle schlafen.
Eva Reichl, Schriftstellerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Liebe und Geborgenheit. Menschen, die einen verstehen und in den Arm nehmen. In der herausfordernden Zeit mit wenig vertrauenserweckenden Zukunftsaussichten brauchen wir Menschen um uns, denen wir vertrauen können, die uns helfen, die für uns da sind. Die uns unsere Menschlichkeit nicht vergessen lassen.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Die Kunst ist leider oftmals jenes Gut, auf das die Menschen, wenn es ihnen schlecht geht, als Erstes verzichten können. Dazu kommt das wachsende digitale Zeitalter, das Kunst und Literatur gerne als kostenlos vorhanden behandeln möchte. Erste Romane werden von KIs geschrieben, erste Gemälde von KIs gemalt. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie die Zukunft mit der Literatur und der Kunst umgehen wird, welche Rolle ein von Menschen geschaffenes Werk dann noch haben wird. Doch bis es so weit ist, kommt ihnen die Aufgabe zu, die Menschen zu unterhalten, sie in andere, vielleicht bessere oder schlechtere Welten zu entführen, oder den Finger auf die Wunde der Menschheit zu legen. Und im Augenblick gibt es so viele Wunden wie schon lange nicht mehr.
Was liest Du derzeit?
Als Krimiautorin natürlich einen Krimi, von Bernhard Aichner „Brennweite“.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
In den herausfordernden Zeiten, in denen wir uns gerade befinden und die noch auf uns zukommen werden:
„Die Kunst ist, einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.“
Winston Churchill
Vielen Dank für das Interview liebe Eva, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Eva Reichl, Schriftstellerin
Zur Person:
Zur Person_Eva Reichl wurde in Oberösterreich geboren und lebt mit ihrer Familie im unteren Mühlviertel. Nach einer kaufmännischen Ausbildung und neben ihrer Beschäftigung als Controllerin entdeckte sie schon früh ihre Leidenschaft fürs Schreiben. Mit ihrer Mühlviertler Krimiserie mit Chefinspektor Oskar Stern und den Thrillern rund um Diana Heller verwandelt sie ihre Heimat, das wunderschöne Mühlviertel, in einen Tatort getreu dem Motto: Warum in die Ferne schweifen, wenn das Böse liegt so nah.
So zumindest noch weitgehend der international politische Konsens. Wer Frieden will, muss für den Krieg bereit sein.
Ich persönlich befürchte hinter der Wappnung zum Krieg, um den Frieden zu bewahren, dass dies als Equivalent von Waffenbesitz, um das eigene Heim zu schützen, die Chance erhöht, dass man mit der eigenen Waffe erschossen wird.
Aber natürlich sind diese Gleichnisse vom kleinen Haushalt auf die Weltpolitik schwer hinkend.
Ich denke, die beste Möglichkeit für Frieden und Freiheit ist Bildung und Kommunikation, somit wären Schulen, Schulsysteme, Lehrer und Pädagogen im Allgemeinen ein tatsächlich wichtigerer Einfluss auf den Weltfrieden als man sich anfänglich einbilden möchte.
Aber auch hier spielen Ereignisse und Einflüsse außerhalb des Klassenzimmers eine genauso wichtige und auch wichtigere Rolle im Gesamtkonstrukt der Entwicklung des menschlichen Charakters.
Ich denke und weiß nicht, habe den Eindruck und nicht das faktische Wissen, die Vorstellung und nicht die absolute Wahrheit…
Dass wir grundsätzlich mehr miteinander reden könnten, auch wenn wir nicht einer Meinung sind, da kommt immer mehr dabei raus als davor und sei es nur das Wissen, um die Unterschiede, auch die sind oft Gold wert.
Und das passiert auf der politischen Weltbühne wesentlich öfter als unter Nachbarn.
Franz Josef Danner, 8.12.2022
Franz Josef Danner, Schauspieler
Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:
Franz Josef Danner, Schauspieler
Alle Fotos_Walter Pobaschnig _ Station bei Malina_7/21
Vervielstimmigt, in die Arschfalten der Macht gelauncht
Eingeflucht ins Besetzerfleisch
Poesie extraordinär
Erbricht Gastro-
Acid gegen
Cheatende Eliten und
Ewig Gestrige
All just a little bit of history –
Crack das Welthirn weit auf
Hämmer’ diesen Wunsch hinein
Auch wenn es am Anfang
Nur Wort, nur Welle
Circ’ dich bis in den pisswarmen Hypothalamus
Ein Fluch ist ein Zauberspruch
Fee Katrin Kanzler, 25.1.2023
Fee Katrin Kanzler, Schriftstellerin, Künstlerin
Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:
Fee Katrin Kanzler, Schriftstellerin
Zur Person_Fee Katrin Kanzler,
1981 in Ulm geboren, studierte Philosophie und Anglistik in Tübingen und Stockholm. Sie war Stipendiatin des Klagenfurter Literaturkurses, erhielt den Förderpreis für Literatur der Stadt Ulm und ein Jahresstipendium für Literatur vom Land Baden-Württemberg. Ihr Roman »Die Schüchternheit der Pflaume« (Frankfurter Verlagsanstalt, 2012) war für den »aspekte«- Literaturpreis für das beste deutschsprachige Debüt des ZDF nominiert. 2016 erschien ihr Roman »Sterben lernen«. 2020 und 2022 war sie Finalistin beim Irseer Pegasus.