„Den Eskapismus der Kunst nicht unterschätzen. Ständig nur ZiB macht einen ja auch meschugge“ Irene Diwiak, Schriftstellerin_Wien 18.8.2020

Liebe Irene, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Gar nicht so anders als sonst eigentlich. Ich hadere erst mit dem Aufstehen, tu es irgendwann trotzdem, trinke meinen Kaffee und hadere dabei mit dem Leben. Und wenn ich damit fertig bin, fange ich zu schreiben an. Was ich schon (und auch finanziell) merke, ist, dass viel weniger Veranstaltungen stattfinden bzw. auch nur sehr wenige Anfragen eintrudeln. Selbst wenn Live-Lesungen jetzt wieder erlaubt sind, sind doch noch alle sehr vorsichtig, wenn es darum geht, etwas Konkretes zu planen. Verlage übrigens auch. Es werden weniger Lizenzen an- und verkauft, jedes Projekt wird noch kritischer auf seine Markttauglichkeit geprüft. Ein Betätigungsfeld, in dem die Verdienstmöglichkeiten von vornherein nicht so rosig waren, wird noch einmal ein wenig rauer.

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Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Flexibilität. Humor. Und, auch wenn’s manchmal schwerfällt: Menschenliebe.

 

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Das ist jetzt die Frage, ob es wirklich so ein „Aufbruch“ und „Neubeginn“ wird. Momentan sieht es ja eher nach dem aus, was die Menschheit von jeher besonders gut kann: „Weiterwursteln“. So oder so spielt Kunst und Literatur eine entscheidende Rolle. Als Orientierungshilfe. Als Rückbesinnen auf die großen Fragen der Menschheit, die sich ja nie wirklich ändern. Und ich weiß, Autor*innen und Künstler*innen hören das nicht so gern, aber ich würde auch den Eskapismus nicht unterschätzen. Ständig nur ZiB macht einen ja auch meschugge (und von Social-Media-Nachrichten fang ich erst gar nicht an…)

 

Was liest Du derzeit?

Nachdem ich im Lockdown die Brüder Karamasow wieder gelesen (und immer noch nicht verstanden) habe, wartet jetzt der Doktor Schiwago auf mich. Dazwischen aber noch ein Buch über den Venus-Transit 1761/69 (Wissenschaft war einst ein wirklich, wirklich mühsames Geschäft). Und am E-Reader gerade Clemens Setz.

 

 

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

There is a crack in everything, that’s how the light gets in. (Leonhard Cohen)

Vielen Dank für das Interview liebe Irene viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an KünstlerInnen:

Irene Diwiak, Schriftstellerin

https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/liebwies/978-3-552-06347-1/

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17.7.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Hoffnung und Mut. Sehnsucht und Schönheit“ Literaturkalender und literarischer Küchenkalender 2021 – edition momente

 

 

Es ist eine Zeit der Herausforderungen und Hoffnungen. Und des Haltens, Festhaltens oder Suchens von Orten des Mutes und der Stärke. Innen und Außen. Stationen braucht es, die Ausblicke geben, die Vertrauen und Zuversicht vermitteln. Momente, die handeln, ausruhen und weitergehen lassen. In das Heute und Morgen. Da und dort. Tagtäglich…

 

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Die neuen Kalender der edition momente sind solche Bausteine, Gedankenanstöße und Impulse, die einen Tag beginnen und/oder ausklingen lassen in der Weite der Gedanken im großen Raum der Worte, der Literatur, die zu allen Zeiten so Wichtiges/Wesentliches zu sagen hat.

 

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Der Literaturkalender 2021 trägt den Jahresleittitel „Momente der Hoffnung“ und bringt es damit auf den Punkt der Zeit. Es geht um Horizonte im täglichen Moment. „Wie könnte ich ohne Hoffnung leben“ – dieses Zitat Franz Kafkas steht auch auf dem ersten Blatt. Dann folgen im Wochenrhythmus Briefauszüge, Essayzitate, Texte von SchriftstellerInnen wie Albert Camus, Patricia Highsmith, Ilse Aichinger oder Thomas Bernhard. Gegenwart verbindet sich damit mit Rückblick und gibt Raum und Wege der Gedanken frei. Es ist ein Band der Menschheit im Wort. Ein ganz unersetzliches, das hier von Elisabeth Raabe (Herausgeberin), Regina Vitali/Elisabeth Raabe (Foto/Bild) in hervorragender Weise zusammengestellt wurde. Ein Wegbegleiter und Wegweiser durch ein Jahr „im Horizont der Hoffnung“.

 

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Ein weiteres bewährtes highlight der edition momente ist der „Literarische Küchenkalender 2021“ von Sybil Gräfin Schönfeldt. Hier wird Woche für Woche das Wort und der Geschmack zum ganz besonderen Kalenderblatt, das zum Lesen wie Kochen/Zubereiten mit SchriftstellerInnen wie Salman Rushdie, Doris Lessing oder Christian Morgenstern einlädt und dies in wunderbar ansprechender graphischer Gestaltung – ein Genuss für Auge und Gaumen.

 

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Walter Pobaschnig 8_20

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„Für die meisten Menschen ist es kein Neubeginn, sondern das Lösen eines Stillstandes“ Tom Pidde_Schauspieler _Güstrow 17.8.2020

Lieber Tom, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich packe meine Sachen, fahre ca.3 Stunden mit dem Zug, nach Hamburg, Probe im Deutschen Schauspielhaus mit meinen Kollegen des diesjährigen Ensembles des Theaters Kulturkate, für ein Stück mit dem Namen DIE  INSEL unter der Regie von Leif Scheele, das dann am 15.8.2020 auf der Freilichtbühne in Prizier aufgeführt wird. Fahre nach der täglichen Probe wieder 3 Stunden mit dem Zug zurück und versuche zu schlafen!

 

Tom Pidde _ by Steffen Gottschling

 

 

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich denke wir sollten mit allen Mitteln versuchen, diesen sehr krankhaften Virus zu umgehen, damit dieser nicht mehr unser Leben bestimmt!

 

 

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater, dem Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Ich denke für die meisten Menschen ist es kein Neubeginn, sondern das Lösen eines Stillstandes, um baldmöglichst so weitermachen zu können wie gewohnt.

Diese Zeit hat für mich als Schauspieler, dem so Einiges, wie Anderen auch, weggebrochen ist, neue Türen und Themen geöffnet, die es uns ermöglichen, sich an Themen und in Arbeitsbereichen auszuprobieren, die vorher nicht aktuell oder unbekannt schienen!

 

 

Was liest Du derzeit?

Die Insel des Doktor Moreau von H.G.Wells

 

 

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Ein Künstler sollte in der Lage sein, die Löcher unserer Gesellschaft zu erkennen, Sie so gut wie möglich, mit Kunst zu füllen, Sie zugänglich machen, damit die Menschen sich auf angenehme Weise, damit auseinandersetzen… weitergehen können…. ohne hineinzufallen!

Tom Pidde

 

Vielen Dank für das Interview lieber Tom, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Theater-, Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

 

5 Fragen an KünstlerInnen:

Tom Pidde, Schauspieler

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17.7.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Friss oder stirb“ Barbara Rieger. Roman. Kremayr&Scheriau Verlag.

 

„Friss oder stirb“ Barbara Rieger. Roman. Kremayr&Scheriau Verlag

Wo beginnt es? Hat es begonnen? Wir wissen so wenig und werden nie mehr wissen…aber wir können erinnern und sprechen, reden…

Wie Anna dies jetzt tut beim Besuch der Therapeutin. Ein Wiedersehen. Eine Rückkehr. Nennt es wie ihr wollt…

Also der Anfang.

Der Opa. Der Asphalt. Der Rettungswagen. Der Tod. Der Schmerz der Anderen. Die Sanitäter im Vorzimmer, die die Oma heraustragen. Das ist im Kopf. Im Magen. Überall.

Und was noch?

Martin im Kindergarten. Das lange Warten. Auf Martin? Auf den toten Opa? Auf…?

Dann die Schönheitslisten der Buben in der Schule. Das Tagebuch und das Zerplatzen.

„Anna“, sagt Kurt, „ich hab dich lieb“. „Schon wieder“ sagt sie….

Es beginnt und hört nicht auf. Der Hunger, die Leere, das Runter und Raus. Das Hiersein und das Verschwinden, das Auflösen…

 

Barbara Rieger legt mit „Friss oder stirb“ einen fulminanten Roman zur brüchigen Lebenswelt einer heranwachsenden Generation in der unerträglichen Leichtigkeit der Balance zwischen persönlichen Erfahrungen, Horizonten und Stillstand vor. Das Mädchen Anna wird in ihrer Bulimie zum Prototyp einer gesellschaftlichen Ambivalenz von Erwartung und Identifikation wie Forderung und Überforderung. Es geht um das Ende der Welt in diesem Roman. Der persönlichen und damit der gesamten. Und um Neuanfang. Mit ganz feiner Psychologie und direkter Sprache erzählt die Autorin mitreißend davon.

 

„Ein Roman, der wie ein Pfeil in die Mitte des blutenden Herzens einer Generation trifft. Grandios“

 

Walter Pobaschnig 8_20     https://literaturoutdoors.com

„Musik ermöglicht Gedanken, die in uns kreisen, für eine Zeit wegzufegen und einfach einen Moment zu genießen.“ Jasmin Meiri, Musikerin_Wien 16.8.2020

Liebe Jasmin, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

In der Früh brauche ich mindestens eine halbe Stunde um in die Gänge zu kommen. Dann nehm` ich mir noch ein wenig Zeit für mich – nur Kaffee, Radio, in den Himmel schauen und ich.

Anschließend checke ich meine Nachrichten auf allen möglichen Plattformen ab, mach Yoga oder Sport. Dann widme ich mich der Musik, bereite mich auf Proben vor indem ich neues Repertoire erlerne, übe Klavier, mach draußen Erledigungen, treffe Freunde und Familie.

Im Moment arbeite ich in meiner Wohnung daran, eine vielfältige Instrumentenecke zu kreieren, die das Herz aller BesucherInnen schlagen lässt.

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Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Sich stets mit unseren Ängsten zu konfrontieren und den Dingen wirklich auf den Grund zu gehen. Im Moment und zu leben und die Kraft die daraus geschöpft werden kann nutzen, um am Boden zu bleiben. Eine Balance im Alltag zu finden, die der Seele gut tut.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?

Ein offener, wertfreier und ehrlicher Austausch mit uns selbst und den Menschen um uns herum. Der Ursprung vieler Probleme entsteht durch das Nicht-reflektieren und Wegschauen.
Wesentlich wird vor allem in dieser Zeit sein, einen gesunden Umgang mit sich selbst zu finden, eine gute Basis zu entwickeln, die uns im Alltag schützt und aus der Kraft geschöpft werden kann. Stets liebevoll miteinander umzugehen, sei man noch so unterschiedlicher Meinung.
Die Musik ermöglicht es uns, sich vom Geist zu befreien und abzuheben in eine Traumwelt, Gedanken, die in uns kreisen für eine Zeit wegzufegen und einfach einen Moment zu genießen. Kunst erweckt unsere emotionale Ebene, der wir oftmals zu wenig Aufmerksamkeit schenken. Hier können unsere Gefühle tanzen.

Was liest Du derzeit?

„Leben im Jetzt“ – Eckhart Tolle

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Werde dir im tiefsten Inneren bewusst, dass der gegenwärtige Augenblick alles ist, was du je haben wirst. Mach das jetzt zum Brennpunkt deines Lebens. – Eckhart Tolle

Vielen Dank für das Interview liebe Jasmin, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Musik-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an KünstlerInnen:

Jasmin Meiri, Musikerin

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„Die Kultur des Lesens ist im Bad sehr ausgeprägt. Lesen und Schwimmen gehören zusammen“ Sommer am Wörthersee_ 2020

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„Ich bin hier im Strandbad Klagenfurt 24 Jahre als Bademeister tätig. Heuer war es ein sehr ungewohnter Start. Derzeit ist es eine gute Balance von Vorgaben und Eigenverantwortung. Die Öffnungszeiten sind gleichgeblieben. Hinweisschilder, Abstand-Markierungen werden gut angenommen.

 

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Unsere Badegäste sind sehr verständnisvoll und kooperativ. Der mittlere Bereich auf den Brücken muss heuer aufgrund der Distanzregeln frei bleiben. Wir desinfizieren regelmäßig. Der Besuch ist sehr gut, wenngleich doch internationale Gäste nicht so zahlreich wie gewohnt hier sind.“

 

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„Der Andrang hier im Promenadenbad Pörtschach ist an schönen Sonnentagen sehr groß und da muss der Zugang periodisch gesperrt werden. Das war heuer zweimal der Fall. Wir haben ein Nachbargrundstück, das wir öffnen können und wir versuchen dann auch auf andere Freibäder zu verteilen. Es ist ein Kommen und Gehen. Ein Bad ist immer in Bewegung. Das braucht auch Fingerspitzengefühl.

 

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(Bademeister_Harald_Promenadenbad Pörtschach) 

Wir haben keine Vorlagen zur BesucherInnenkapazität. Unsere eigenen Vorgaben sind 1000 Tageskunden und der Rest ist reserviert für Saisonkarten und Wörther See Plus Karten Besitzer. Wir halten den Steg auf einer Seite frei, damit jede/er kontaktlos zum See kommen kann – das und die Sicherheitsregeln funktionieren grundsätzlich sehr gut. Es klappt hervorragend, weil viel Rücksicht aufeinander genommen wird.

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In Durchsagen wird auch immer wieder Eigenverantwortung und Aufmerksamkeit angesprochen. Der Sinn ist, an die Kommunikation zu appellieren und so gleichsam eine gute „Nachbarschaft“ auf der Liegewiese zu fördern.“

 

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„An schönen Tagen wird das Krumpendorfer Parkbad  „gestürmt“, an Regentagen gemieden. Eigentlich wie in jeder Saison. Das Bad ist für 3000 BesucherInnen angelegt. Heuer gibt es eine Selbstbeschränkung auf 2000 Gäste. Wir haben jederzeit einen Überblick. Das Liegen am Steg ist untersagt. Dies und die Sicherheitsregeln funktionieren gut. Wir haben sehr viele Kärntner Gäste. Saisonkarten gibt es heuer etwas weniger.

 

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Die Kultur des Lesens ist im Bad sehr ausgeprägt. Lesen und Schwimmen gehören zusammen.

 

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Unser Bücherkasten ist schon Jahre hier. In den Jahren davor gab es auch ein Bücherboot der Bücherei AK Klagenfurt, das am See gut angenommen wurde. Es gab Warteschlangen an den Anlegestationen.“

 

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Beschliesser Helga, Geschäfstführerin Parkbad Krumpendorf am Wörthersee

 

Herzlichen Dank für die freundliche Kooperation und einen weiterhin so schönen Sommer in den wunderbaren Strandbädern am Wörthersee!

 

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„Ich glaube, wir sind alle zu brav geformt. Beinah wie ein DinA4-Blatt“ Lotta Blau, Lyrikerin, Autorin_ Düsseldorf 15.8.2020.

Liebe Lotta Blau, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Das kommt darauf an, was sich mir für Möglichkeiten bieten und das richtet sich natürlich auch nach meinen jeweiligen Arbeitszeiten in meinem Job. Aber ohne Kaffee geht bei mir nichts. Einige Dinge wiederholen sich gewollt…lesen, schreiben, Nachtspaziergänge, die Suche nach Stille, spüren, wie nichtig jenseits der Uhr im Kopf das Alltägliche gegen die Momente der inneren Stimmigkeit ist. Also, wenn ich die Möglichkeit habe ganz für mich abzuschalten und nichts anderes an Nutzen daraus ziehen will. Langsamkeit und Loslassen sind wie eine Berufung des eigentlichen Lebens.

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Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Jetzt kommt es darauf an sich stark für einen gerechten gesellschaftlichen und staatlichen Umbruch zu machen. Die Stimme zu erheben, Impulse zu geben und auch NEIN zu sagen zu Ausgrenzung Einzelner oder zum Beispiel auch Minderheiten, weiterer Spaltung, Diskriminierung, Antisemitismus oder unverhältnismäßiger Eingrenzung der Rechte und Freiheiten.  Wichtig ist jetzt sich auf Gemeinsamkeiten und schon hinterlegte langatmige Erfolge in der Vergangenheit zu besinnen, wie zum Beispiel die Arbeitsschutzgesetze, die Tierrechte oder ein einst offenes und gediegenes Europa. Leider zeichnet sich immer mehr das Gegenteil ab und ich habe immer mehr das Gefühl, als würde an einer Zeitkurbel zurück gedreht.Ich hätte mir mehr kritische Stimmen gewünscht. Wir brauchen in einem demokratischen Staat eine Widerspruchskultur.Besonders, wenn die Demokratie infiziert ist. Der Blick von Sinn und Unsinn ist wichtig und das Differenzieren.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Poesie, der Kunst an sich zu?

Wesentlich ist jetzt, dass wir, die eigentlich auf einem gemeinsamen Weg  waren, diesen nicht verlassen oder andere zurückweisen, sondern ihn weiter gehen und dabei selbstverständlich immer auch wieder überdenken und nachbessern. Starre Systeme bringen ebensolche negativen Konsequenzen hervor. Das gab es alles schon. Besser wäre das Zugeständnis einer individuellen Entwicklung, als auch eine in der Gemeinschaft. Ich glaube, wir sind alle zu brav geformt. Beinah wie ein DinA4-Blatt. Passend für die Ablage oder Schublade. Das ist auch sichtbar am neuen, alten Wunsch vieler nach einer „starken Hand“ oder gar und leider nach einem „neuen Führer“. Die Gründe dafür sind vielfältig, neben dem  Überdauern der nationalsozialistischen Gesinnung wegen einer kaum aufgearbeiteten Vergangenheit, ist einer davon sicherlich, dass die Menschen die politische Lügerei und Täuschung satt haben. Und wir müssen wieder lernen andere Meinungen, die im Rahmen eines demokratischen Verständnisses liegen, auszuhalten. Das ist Toleranz, die jedoch dann aufhören sollte, wenn dieser Rahmen gesprengt wurde. Auch das Thema Covid gehört dazu, zu dem sich die Menschen zu recht Gedanken und Sorgen machen. Eigentlich ein ganz natürlicher Prozess und berechtigt, denn es betrifft uns alle. Ich würde sagen: Es muss sogar bei unserer geschichtlichen Vergangenheit hinterfragt werden dürfen. Wir müssen wachsam sein…auch gegen den Missbrauch für parteipolitische oder angestrebte totalitäre Gesinnungs- Zwecke.

Die Kunst in welcher Form auch immer, ist eigentlich jedermanns tägliches Brot, denn wie sagte Beuys schon: Jeder ist ein Künstler. So ist es…und jeder ist Philosoph, jeder ist Politiker, denn jeder ist täglicher Reformer seines und der anderen Leben, indem was er sagt, tut oder eben das Gegenteil…auch das ist Tun, das Nichtstun. Jeder handelt politisch schon indem er sich morgens entscheiden muss, was am jeweiligen Tag relevant sein wird. Er muss wählen…und das hat Auswirkungen auf sein eigenes, wie auch auf andere Leben. JETZT ist es entscheidend, wie jeder seinen Pinselstrich auf das Gesamtbild der Zukunft setzt! Das ist unser Gemeinschaftsprojekt…oder sollte es sein.

Die Literatur ist ein Motor und damit gerade würdig sie zu pflegen. Sie muss gerade heute aufmüpfig, aufzeigend und ermahnend sein. Natürlich muss Kunst und Kultur nicht nur „weh“ tun…sie darf auch geformt und weich sein, sich entziehend, melancholisch oder brachial…wie auch immer. Aber jene, die diese Möglichkeiten haben und schreiben, die sollten alle derzeitigen Worthülsen dokumentieren und auffangen, sowie mit Ehrlichkeit und Wahrhaften füllen. Uns allen fehlt, glaube ich, momentan Hoffnung und eine gewisse Widerspenstigkeit unseres Gewissens. Das momentan wohl bisschen schwächelt. Sprich: Wir nehmen zu viel einfach hin.

Was liest Du derzeit?

Momentan die Literatur von Ferdinand von Schirach, immer wieder mal Borchert, Celan, Gedichte von Bachmann oder Tucholsky, Kästner, letztens mal wieder Das siebte Kreuz oder auch wirtschaftliche und geschichtliche Bücher. So etwa JAHRHUNDERTZEUGEN, Gegen den Hass oder Rainer Mausfeld. Und andere. Ich habe immer mehrere Bücher, in denen ich aktuell lese. Das richtet sich auch oft nach den Gesprächen oder Erlebnissen, die ich habe. Da liest man dann auch schon mal nach und es entstehen Verknüpfungen zu den unterschiedlichsten Themen.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Textimpuls: Glauben wir an das, was noch nicht ist, damit es werden kann. Das stammt von mir selbst.

Vielen Dank für das Interview liebe Lotta, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Film-, Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

 5 Fragen an KünstlerInnen:

Lotta Blau, Lyrikerin, Autorin

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„Lyriker leben immer noch gefühlt von Licht und Liebe“ Elizaveta Kuryanovich_Lyrikerin, Autorin _Frankfurt/Main 14.8.2020

Liebe Elizaveta, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Mein Tagesablauf hat sich durch die Pandemie nicht verändert. Nur, ich arbeite nun von zuhause, statt ins Büro zu fahren, und meine zwei Russisch Golden Katzen sind heilfroh, mich so oft zu Gesicht zu bekommen. Ich koche auch überwiegend selbst, also lebe viel
harmonischer als früher. Dadurch, dass die Fahrzeiten entfallen, habe ich mehr Zeit für mich und meine Hobbys, wie im Wald spazieren gehen, Wind und Wasser erfahren (Fahrrad fahren und schwimmen). Das nährt natürlich ungeheuer: alles in einem, eine fruchtbare Zeit für Lyrik und neue Projekte.

Elizaveta Kuryanovich _ Daria Murashko

 
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Entschleunigung ist das Wort, das mir gleich dazu einfällt. Verlangsamung, weg vom Veloziferischen (nach Goethe), auf dem Weg zu sich selbst sein. Den Sinn hinter einer 5-tägigen Arbeitswoche verstehe ich in unserer Zeit nicht mehr: Das ist ein Atavismus aus der Epoche der Industrialisierung. Ich glaube, in Finnland überlegt man, auf eine 4-tägige Arbeitswoche umzusteigen. Natürlich schreibe ich Gedichte ohne Wochenende und Urlaub. Dennoch sind wir insgesamt  zu getrieben durch die Wirtschaft. So sind viele Dichter schlecht bezahlte Workaholiker. Ein weiterer Traum: das bedingungslose Grundeinkommen, ganz im Sinne von Oscar Wilde („The Soul of Man Under Socialism“).

 

 

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Künstler sind sensible Visionäre, die etwas, was die Gesellschaft erst spürt, zum Ausdruck bringen und somit für eine Handlung als Anfangsidee fertigstellen. Lyrik ist
eine ganz besondere Gattung, eine höchst intellektuelle Praxis, die beinah außerhalb des Wirtschaftskreises funktioniert. Sogar Yoga hat es geschafft, sich daran anzuschließen, zu vermarkten, zu monetisieren. Lyriker leben immer noch gefühlt von Licht und Liebe. Rilke konnte sich seine eigenen Bücher nicht leisten. Heute, 100 Jahre später, hat sich nicht viel daran geändert.

 

Elizaveta Kuryanovich

 

Was liest Du derzeit?

Intensiv: Silke Scheuermann. Für mich eine der ungewöhnlichsten Stimmen in der deutschen Lyrik: mystisch, märchenhaft, magisch. Alte Liebe: Sascha Tscherni, ein russischer Dichter, der kaum ins Deutsche  übersetzt war. Ich wage es zu versuchen. Immer wieder: Ilma Rakusa. Ihre Mehrsprachigkeit fasziniert mich.

 

 
Welchen Impuls aus Theaterprojekten möchtest Du uns
mitgeben?

Ich liebe das Theater Willy Praml in Frankfurt: Dort gelingen hervorragende lyrische Inszenierungen, mit viel Feingefühl und ausgesprochener Detailliertheit. Ich liebäugle gerade mit einer Idee, die ich mir in diesem Theater gut vorstellen kann. Weiterhin schwebt mir vor: Balanchines „Edelsteine“ in Sankt Petersburg, mit Musik von Fauré, Strawinsky und Tschaikowski.

 

 

Vielen Dank für das Interview liebe Elizaveta, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literatur- und Kunstprojekte wie persönlich in diesen Tagen alles Gute!

 

5 Fragen an KünstlerInnen

Elizaveta Kuryanovich, Lyrikerin, Autorin

https://www.elizaveta-kuryanovich.de/

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16.7.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Gegenwart lässt sich nur retrospektiv erzählen“ Demian Lienhard, Schriftsteller_Zürich 13.8.2020

Lieber Demian, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Im Grunde sieht mein Tagesablauf noch immer aus, wie er schon seit geraumer Zeit aussieht: Ich stehe auf, dusche und frühstücke, trinke einen zweiten Kaffee, kontrolliere meinen Posteingang, um zu überblicken, was am Abend noch auf mich zukommt (in der Regel beantworte ich die Nachrichten erst dann), lege mich erneut ins Bett, um mich einzulesen, meistens eine, anderthalb Stunden, in zwei, manchmal drei Büchern, damit schon einmal Sprache geflossen ist durch meine Gehirnwindungen, die Leitungen wieder frisch sind, die Gedanken klar. Dann, weil Hunger mein größter Feind – sozusagen mein Angstgegner – ist, esse ich noch etwas, um dann um die Mittagszeit mit dem Schreiben anzufangen. Später als 14 Uhr sollte es nicht werden, Ausnahmen bestätigen die Regel. Ich schreibe meistens bis halb sieben, sieben, nur in seltenen Fällen wird es acht oder später, bei spontanen Impetus oder Einfällen außerhalb der Routine. Dann esse ich zu Abend oder gehe spazieren, oder umgekehrt. Dann führe ich Korrespondenz, schließlich  lese ich, mache Notizen, gegen zwei Uhr lösche ich das Licht.

 

Demian Lienhard _Laura J-Gerlach

 

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Dass wir die Nerven nicht verlieren, dass wir besonnen vorwärts schauen, Maßnahmen treffen, die unser physisches ebenso wie unser wirtschaftliches Überleben möglichst sichern. Ich bin überzeugt, dass unsere Gesellschaft damit fertig werden wird.

 

 

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Der Literatur ist schon immer die Rolle zugekommen, der Gesellschaft, ihren Entwicklungen, Tendenzen und vor allen Dingen den Akteuren genau auf die Finger zu schauen – allerdings funktioniert das nur retrospektiv. So wie sich die derzeitigen Entwicklungen und ihre Folgen kaum abschätzen lassen, lässt sich auch Gegenwart nicht erzählen (trotz oder entgegen den paradoxen Versuchen des sog. präsentischen Erzählens). Gut möglich also, dass der Corona-Roman erst in fünf bis zehn Jahren erscheinen wird, und nicht, wie wir alle witzeln, zur nächsten Leipziger Buchmesse (wobei sich natürlich die Frage stellt, wann die nächste Leipziger Buchmesse stattfindet).

 

 

Was liest Du derzeit?

Thomas Pynchon, Vineland, bei dem ich im Schnitt zweimal pro Seite lache; Jeremias Gotthelf, Die Schwarze Spinne, das in einer derart urtümlich-archaischen Sprache daherkommt, dass ich staunend zurückbleibe, und Julian Barnes, Die Geschichte der Welt in 10 ½ Kapiteln – bereits das erste Kapitel (die Geschichte der Arche Noah aus der Sicht eines Holzwurms) zeugt sprachlich und erzählerisch vom großen Können des Engländers.

 

 

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Die sogenannte Schönheit gleicht einem faulen Zahn. Man bleibt so oft mit dem Zahn daran hängen, und sie wird wund. Er macht sich ständig bemerkbar, bis der Schmerz unerträglich wird, dass man ihn ziehen lässt. Und wenn man das blutige, schmutzig braune kleine Etwas dann auf der Handfläche sieht, fragt man sich, wie ein Stückchen Materie so viel Schmerz bereiten und so viel Aufmerksamkeit verlangen kann.“

Yukio Mishima, der Goldene Pavillon

 

Vielen Dank für das Interview lieber Demian, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

 

5 Fragen an KünstlerInnen

Demian Lienhard, Schriftsteller

https://www.fva.de/Rightslist/Ich-bin-die-vor-der-mich-meine-Mutter-gewarnt-hat.html

Foto: Laura J.Gerlach

 

16.7.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Die Kunst ist dabei sich neu zu denken, neu zu gestalten“ Yvonne Schneider_Tänzerin, Choreografin _ Wien 12.8.2020

Liebe Yvonne, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich gehe morgens zur Arbeit wie gewohnt und dennoch hat sich die Qualität verändert, ich bin viel ruhiger und gehe die Dinge entspannter an.

Veranstaltungen für die Zukunft zu planen ist immer noch sehr schwierig. Dinge für die ich davor viel zu sehr gestresst war, haben sich jetzt in meinem Tagesablauf integriert wie das tägliche Training oder bewusst mit Genuss und Zeit zu essen.  Viele Menschen erlebe ich gereizt oder verängstigt, manche sind sehr fröhlich und dankbar wieder etwas „Normalität“ zu haben. Ich finde nach wie vor Briefmarken als Kunst im Kleinformat sehr lehrreich und auch spannend, was dieses kleine Stück Papier erzählt, und wie viel Arbeit darin steckt bis sie letztendlich verkauft werden kann. Mein besonderer Traum bleibt die Tanzpädagogik und die Umsetzung meiner Projekte.

 

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Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Mensch zu werden! Auf jeden Fall Mut für die Liebe und Vertrauen in alles was kommt.  Für mich ist es verbunden mit Körper-Arbeit,  im Speziellen der Tanz, so fühle ich mich, meine Blockaden und es macht mich unfassbar glücklich, so bin ich sehr gut mit mir verbunden. Es heißt so schön „du schreibst dein Leben mit deinem Körper“.

 

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Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt gesellschaftlich und persönlich stehen. Welche Rolle kommt dabei der Literatur und der Kunst an sich zu?

Wesentlich wird sein wie wir weiterhin mit den Ressourcen unserer Umwelt und der Würde von Mensch und Tier umgehen wollen.

Werden wir weiterhin nur oberflächlich Worte nutzen deren Bedeutung wir längst nicht mehr verstehen?  Die Zukunft braucht viel mehr tun und weniger bla bla bla. Worte haben Macht und Worte haben ihre Bedeutung, vielleicht geben wir den Worten auch wieder ihre Bedeutung zurück.

Das Theater und auch die Kunst ist dabei sich neu zu denken, neu zu gestalten. Hier sollte von Herzen kommen was auf Herzen wirken soll. Der Unterschied ist bei jeder Aufführung im Theater, in jedem Bild, jedem Text, jeder Melodie, jeder Fotografie uvm. klar erkennbar, ob der Mensch der in seinem Werk wirken möchte mit Herz und Seele dabei war oder ob es einfach nur oberflächlich oder Mainstream ist.

Es sind jene die einen berühren, Gänsehaut bereiten, geprägt von einem Moment der einem im tiefsten Inneren bewegt, dies schaffen Menschen mit Visionen, mit Herz und Begeisterung, wenn sie selbst für das was sie tun brennen. Kunst zeigt immer auf, Kunst denkt quer und Kunst ist ewig, sie ist Teil der Geschichte, sie ist Teil der Menschheit.  Kunst ist Leben in all ihren Facetten.

Zum Abschluss eine Frage von Alexander Moszkowski:

„Kann sich eine  Kunst auf ihren Eigenwert berufen, auch wenn niemand vorhanden ist, der sie versteht?“

 

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Was liest du derzeit?

Leonardo da Vinci

 

 

Welches Zitat möchtest du uns mitgeben?

„Euer Körper ist die Harfe eurer Seele, und es liegt an euch, süße Musik aus ihm zu entlocken oder wirre Töne“  Khalil Gibran

 

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Vielen Dank für das Interview liebe Yvonne, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Tanz- und Kunstprojekte wie persönlich in diesen Tagen alles Gute!

 

5 Fragen an KünstlerInnen

Yvonne Schneider:  Tanzpädagogin, Performerin, Choreografin, Model

„Kunst ist ganz wichtige Präsenz des Augenblicks“ Yvonne Schneider, Tanzpädagogin, Model _ Station bei Bachmann _ Romanschauplatz „Malina“ _ Wien_18.2.20

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16.7.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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