„Schwarzpulver“ Laura Lichtblau. Roman. Beck Verlag.

 

 

„Schwarzpulver“ Laura Lichtblau. Roman. Beck Verlag.

Da ist das Haus zwischen Platanen und Kiefern. Zwischen Schnee und Kälte. Das alte Leben. Erinnerungen und etwas Wärme, manchmal. Keller und Himmel und dazwischen Erinnerungen. An Reisen. An früher. Burschi  kommt regelmäßig in das Haus zu Frau und Herrn März. Burschi erzählt dann vom Draußen. Vom brüchigen Leben da und dort. Im großen Zimmer der beiden, die der Neffe längst weghaben will – „Und das was Traudl und Johann da noch treiben, das ist doch sowieso kein Leben mehr“, sagt Ludwig, der Neffe, der für das Haus schon genügend Interessenten hat. Burschi verkauft Gegenstände des Hauses. Alles schwindet hier. Leben und Dinge. Oder waren sie überhaupt jemals da? Wer war jemals da?

Und da ist Charlie und Charlotte. In der gemeinsamen Wohnung in der Waldkrugallee 23. Es gibt Geschenke und Rituale – „Wir haben viele Rituale, die stapeln sich langsam so hoch wie die Pfandflaschen unter der Spüle, und keiner bringt sie weg.“ So ist das Leben Zuhause. Und auch hier Erinnerungen und Rituale. Um das Verschwinden aufzuhalten?

Draußen geht was vor. Tagtäglich. Wie drinnen. Hinter den Wänden. Unter der Haut. Niemand weiß was passieren wird. Was morgen sein wird. Wir sind da. Oder doch nicht?

„Wir sind dann eine Weile lang gefahren. Das Auto war alt. Ein roter VW. Im Radio sprachen sie vom neuen Jahr und spielten Musik aus dem alten. Neben mir lag ein Hund, er roch nach feuchter Wolle und Kaugummi…“

 

Die Berliner Autorin Laura Lichtblau legt mit Ihrem Debütroman „Schwarzpulver“ eine rasante wie aufmerksame Hochschaubahn gesellschaftlicher Enge und Einsamkeit wie Rausch und Freiheit vor. Die Autorin beeindruckt mit einem virtuosen Umgang mit Sprache, die das Bewusstsein ambivalenten Zeitgeschehens in politischen Entwicklungen wie individuellen Suchens und Orientierens in Spannung und Erschütterung mitreißend zu packen weiß.

„Laura Lichtblau ist eine virtuose Dirigentin der Sprache. Selbstbewusst und zeitkritisch.“

Walter Pobaschnig 8_20

https://literaturoutdoors.com

 

Fotos_ Cover Beck Verlag;

Foto_Corona streetlife 3_20 _Walter Pobaschnig

 

 

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