„Die ganze Palette an aktiven und passiven Mikro- und Makroaggressionen, also an psychischer und physischer Gewalt des Patriarchats, ob narzisstisch grundierte Selbstüberhöhung, Erniedrigung durch Beleidigungen und Gaslighting, Besitzergreifung und Kontrolle, wird in Bachmanns Werk präzise vor Augen geführt.“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Günter Vallaster, Schriftsteller _ Wien 26.8.2026

Ingeborg Bachmann _ Günter Vallaster

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview __ Günter Vallaster, Schriftsteller _ Wien

Lieber Günter, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns?

Da ich besonders in jüngeren Jahren lieber Lyrikbände als umfangreiche Prosa gelesen habe, weil man angenehm schnell durch ist und dennoch im besten Fall viele der darin enthaltenen Gedichte ein Leben lang nachwirken können, war meine erste Begegnung mit dem Werk von Ingeborg Bachmann ihre Lyrik, die mich nach wie vor sehr beeindruckt. In meinem Germanistik-Studium war ich auch von der Vielschichtigkeit ihres Erzählzyklus „Das dreißigste Jahr“ sehr angetan.

Für Epik und Romane muss ich mir immer einige Tage Zeit nehmen (können), an denen ich mich aber nahezu exklusiv dem Werk widme, mir auch einige der darin genannten Alltagsgegenstände und Schauplätze zumindest im Internet anschaue, mit meinen Erfahrungen oder nach den Kriterien Damals und Heute vergleiche und die eingesetzte Musik anhöre. Und allein schon unter diesen Aspekten ist Ingeborg Bachmanns „Todesarten“-Zyklus sehr ergiebig, etwa mit dem Soundtrack von „Malina“, der von Arnold Schönbergs Melodram „Pierrot lunaire“ nach Gedichten von Albert Giraud bis zu Miles Davis’ stimmungsvoll improvisierter Filmmusik zu Louis Malles erstem Spielfilm „Ascenseur pour l’échafaud“ („Fahrstuhl zum Schafott“) mit Jeanne Moreau und Maurice Ronet aus dem Jahr 1958 reicht.

„Ungargassenland – Ivans house“ _
Romanschauplatz „Malina“ Wien _
Walter Pobaschnig 6/26, folgende

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

Dazu möchte ich eine ganze Palette von der Besonderheiten nennen: Ihre schonungslose, kritische und von einem aufklärerischen Impetus getragene Herangehensweise an eminent wichtige, aber allzu oft verdrängte Themen wie Patriarchat, Faschismus, Krieg, „die Tagesunordnungen der neuen Welt“ („Malina“), die damit verbundenen Traumata und die Abstumpfung: „(…) Das Unerhörte / ist alltäglich geworden (…)“ („Alle Tage“).

Dann die zeitlose Modernität ihrer poetischen Ausdrucksmittel, etwa die Montage oder die „Satzgruppen“ („Malina“), also die unvollständigen Sätze des sich blind verstehenden Aneinandervorbeiredens. Und nicht zuletzt den Klangreichtum und die hohe Musikalität ihrer Texte, die Vielschichtigkeit und auch Drastik ihrer Sprachbilder und natürlich auch ihre konzise und elegante Sprache: Bei Ingeborg Bachmann war „stecken“ noch ein starkes Verb, mit Präteritum „stak“.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

Bei den von mir rezipierten Werken sind meine persönlichen Favoriten aus „Die gestundete Zeit“ die Gedichte „Alle Tage“ und „Im Gewitter der Rosen“, aus „Anrufung des großen Bären“ die Gedichte „Curriculum Vitae“, „Reklame“, „Schwarzer Walzer“ und „Bleib“, aus „Das dreißigste Jahr“ die Erzählung „Unter Mördern und Irren“ und aus dem „Todesarten“-Zyklus „Malina“ sowie „Der Fall Franza“, darin besonders das dritte Kapitel „Die ägyptische Finsternis“.

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Hochaktuell. Mich erstaunt ja, wenn ich in einer Besprechung eines Doppelbandes „Die gestundete Zeit – Anrufung des Großen Bären“ aus den 70er-Jahren lesen muss: „Es wäre höchst ungerecht, vor zwanzig Jahren entstandene Gedichte so zu beurteilen, als seien sie heute, 1974, geschrieben“ (Die Tat, 16.11.74) und „Denn in der Tat brachte Ingeborg Bachmanns Dichtung seinerzeit [sic!] einen neuen Ton in die deutschsprachige Lyrik“ (ebd.). Daraus spricht für mich Verdrängung, auch Distanzierung. Denn kein Mensch würde das heute, 2026, über Lyrik aus dem Jahr 2006 sagen. Was sind schon zwanzig Jahre.

Vielleicht ist das aber wiederum Zeichen eines gewissen Stillstands heute, eben des alltäglich gewordenen Unerhörten, um mit Ingeborg Bachmann zu sprechen. Eines Stillstands, bei dem unter dem Deckmantel und mithilfe des rasanten technischen Fortschritts, der auch Schnelllebigkeit suggeriert und mit all seinen Ablenkungen und Zeitfresserchen die Zeit unbemerkt verfliegen lässt, ein sozialer, genauer: patriarchaler Backlash leider immer mehr um sich greift. Und genau hier setzt Ingeborg Bachmanns Werk nach wie vor punktgenau an.

Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?

Eine Auseinandersetzung mit dem Werk Ingeborg Bachmanns ist unter dem Gesichtspunkt des allgemeinen Umgangs miteinander, also nicht alleine in Liebesbeziehungen, für alle Gender und gerade auch für Männer jeden Alters ratsam, denn es sensibilisiert in hohem Maße für die Red Flags, die man(n) setzt, aber selbst teils gar nicht als solche wahrnimmt. Die ganze Palette an aktiven und passiven Mikro- und Makroaggressionen, also an psychischer und physischer Gewalt des Patriarchats, ob narzisstisch grundierte Selbstüberhöhung, Erniedrigung durch Beleidigungen und Gaslighting, Besitzergreifung und Kontrolle, wird in Bachmanns Werk präzise vor Augen geführt.

Dazu auch das Rollenkorsett, in das das Patriarchat nach wie vor Frauen und Männer zwängt, eben auch als eng umrissene und im wahrsten Sinne des Wortes altväterische Kategorien „Frauen“ und „Männer“, mit all den damit verbundenen klischeehaften Anforderungen, Codes, Erwartungen und Projektionen, mit geringer Frustrationstoleranz bei Nichterfüllung. Es ist somit eine Schule der Sprach- und Selbstreflexion, Empathie und sozialen Kompetenz, was Männern sehr oft fehlt und in Dänemark ja auch erfolgreich als Schulfach eingeführt wurde.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Ich denke, da gibt es die unterschiedlichsten Beweggründe, Zugänge und Erfahrungen. Rein als Tätigkeit betrachtet und themenabhängig kann und darf das Erstellen von Literatur und Kunst ja auch Spaß machen. Und eine Schreibexistenz muss keineswegs einsam sein, wie zahlreiche Schreibgruppen und künstlerische Kooperationen belegen, wobei das Gefühl der Einsamkeit natürlich auch in einer Gruppe entstehen kann.

Der Aspekt des Martyriums betrifft die meisten Autor*innen somit vor allem hinsichtlich der Rahmenbedingungen für das Schreiben: Es fehlt allzu oft die Zeit, es fehlt nach wie vor das Verständnis vieler Mitmenschen und es fehlt daraus resultierend weitgehend die Anerkennung, auch durch angemessene, indexangepasste Honorierung der aufwändigen schriftstellerischen und künstlerischen Arbeit. Meines Erachtens zielt Ingeborg Bachmanns Charakterisierung durchaus auch auf diese Umstände ab. Das Martyrium ist oft das Nicht-zum-Schreiben-Kommen.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Wahrscheinlich hätte ich eine nichtssagende, austauschbare Allerweltsfrage gestellt, wie der Journalist Mühlbauer mehrfach in der Interview-Passage im ersten Kapitel von „Malina“, also:

„Frage: …….?“

Und ihre Antwort wäre als wohl kurze, aber bestimmt sehr genaue Analyse aller Welt ausgefallen.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Derzeit bin ich hauptsächlich mit der Vorbereitung auf die Kurse und Workshops, die ich im Herbstsemester halten werde, beschäftigt. Einzelne literarische Projekte gibt es aber auch, etwa das transmedial-poetische Festival „räume für notizen“ im Jänner 2027, das ich gemeinsam mit den Autor*innen und Medienkünstler*innen Renate Pittroff, Christoph Theiler und Jörg Piringer und in Kooperation mit der Alten Schmiede, der Galerie wechselstrom und der Kunsttankstelle Ottakring als Autor*innenprojekt kuratiere und für das ich somit auch einen eigenen Ausstellungsbeitrag erstelle.

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

Gerne! Aus dem reichhaltigen Fundus an möglichen Zitaten und Texten habe ich das Gedicht „Bleib“ aus dem dritten Teil der „Anrufung des Großen Bären“ ausgewählt. Das Gedicht kann auch von Ingeborg Bachmann selbst gelesen auf Youtube angehört werden:

Für mich kommt darin Sprachreflexion und Reflexion der dichterischen Produktion zu höchstem und klarstem dichterischen Ausdruck. Die Literatur ist „immer ein Sammelsurium von Vergangenem und Vorgefundenem“ (Ingeborg Bachmann in ihrer fünften Frankfurter Poetik-Vorlesung „Literatur als Utopie“ im Wintersemester 1959/60). Und sie ist immer auch „Ein Ort für Zufälle“, um den Titel ihres sehr experimentellen literarischen Berlin-Portraits aus dem Jahr 1965 anzuführen. Sozusagen zur richtigen Zeit am richtigen Ort am richtigen Wort. Oder auch alles in Falsch.

Dada hatte den Zufall, die Aleatorik überhaupt zum Stilmittel erhoben, vor allem
mit Collagen, und der Surrealismus nahm einen „objektiven Zufall“ („hasard
objectif“) an, der sich auf eine tiefenstrukturelle Ordnung verweisend in allen
Alltagsbegegnungen zeigt, exemplarisch ausgeführt von André Breton in seinem
autobiografischen Bericht „Nadja“ aus dem Jahr 1928, in dem sich durch das
Prinzip Zufall auch Traum und Realität mischen und verbinden. Zufall, Traum und
Wirklichkeit sind ja auch wichtige Elemente in Ingeborg Bachmanns „Todesarten“-
Zyklus.

Bleib

Die Fahrten gehn zu Ende,

der Fahrtenwind bleibt aus.

Es fällt dir in die Hände

ein leichtes Kartenhaus.

Die Karten sind bebildert

und zeigen jeden Ort.

Du hast die Welt geschildert

und mischst sie mit dem Wort.

Profundum der Partien,

die dann im Gange sind!

Bleib, um das Blatt zu ziehen,

mit dem man sie gewinnt.


Ingeborg Bachmann: Bleib. In: Sämtliche Gedichte. Ungekürzte Taschenbuchausgabe. Piper Verlag, München, 16. Auflage 2026, S. 144.


Herzlichen Dank für das Interview!

Günter Vallaster, Schriftsteller

Zur Person: Günter Vallaster, Autor, Herausgeber, Schreibpädagoge, Kursleiter für Deutsch als Zweitsprache. Mitglied der Grazer Autorinnen Autorenversammlung und des Berufsverbandes österreichischer Schreibpädagog*innen BÖS.

Website: https://guenter-vallaster.net/

Demnächst erscheint ein Beitrag in der Anthologie „grrr & brrr“ (Edition Das fröhliche Wohnzimmer, Wien 2026).

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Günter Vallaster _ Station bei Ernst Jandl/100.Geburtstag von Ernst Jandl _ Wohnort Wien; Walter Pobaschnig 6/25

Fotos: Ungargasse/Wien _ Walter Pobaschnig 6/26

Walter Pobaschnig, 19.8.2026

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„on-camera“ 100.Geburtstag Marilyn Monroe _ Text & Performance _ Valentina Himmelbauer, Schauspielerin _ Wien 26.8.2026

Marilyn Monroe _
Valentina Himmelbauer, Schauspielerin_Wien _ performing _
_Marilyn Monroe, Filmschauspielerin, Filmproduzentin,
Model * 1. Juni 1926 Los Angeles/USA +4. August 1962 ebenda_
Schloss Schönbrunn/Wien _
Walter Pobaschnig 7/26, folgende

100.Geburtstag Marilyn Monroe _

Text & Performance _ Schloss Schönbrunn/Wien

Marilyn Monroe _ Akrostichon

Text & Performance _ Valentina Himmelbauer, Schauspielerin_Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

MARILYN MONROE

Motivated

Ambitious

Radiant

Insecure

Lively

Youthful

Never-ending


Memorable

On-camera

Notable

Resilient

Open-hearted

Elegant

Valentina Himmelbauer, 3.8.2026

Marilyn Monroe _
Valentina Himmelbauer, Schauspielerin_Wien _ performing _
_Marilyn Monroe, Filmschauspielerin, Filmproduzentin,
Model * 1. Juni 1926 Los Angeles/USA +4. August 1962 ebenda_
Schloss Schönbrunn/Wien _
Walter Pobaschnig 7/26, folgende

100.Geburtstag Marilyn Monroe _

Text & Performance _ Schloss Schönbrunn/Wien

Marilyn Monroe _ Akrostichon

Text & Performance _ Valentina Himmelbauer, Schauspielerin_Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Zur Person/Valentina Himmelbauer: Website Actress | Valentina Himmelbauer

Alle Fotos: Walter Pobaschnig _ Schloss Schönbrunn/Wien 7/26

Walter Pobaschnig, 30.7.2026

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“ Und mit nichts bedacht“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Martina Stilp, Schauspielerin  _ Wien 25.8.2026

Undine geht _
Martina Stilp, Schauspielerin  _ Wien.performing _
_ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _ Donau/Wien _
Walter Pobaschnig 7/26, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance _ Donau/Wien

UNDINE GEHT _ Akrostichon

Text & Performance _ Martina Stilp, Schauspielerin  _ Wien.

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

UNDINE GEHT *



U nd mit nichts bedacht

N ur die wenigen fallen

D er ich unter Menschen nicht leben kann

I ch mit der deutschen Sprache

N ur mit Wind mit Zeit und mit Klang

E in Toter bin ich der wandelt


G emeldet nirgends mehr

E in Toter bin ich der wandelt /…dieser Wolke um mich die ich

H alte als Haus

T reibe durch alle Sprachen 

Martina Stilp, 21.7.26

* das Akrostichon ist eine Variation/Auswahl des Gedichtes „Exil“ von Ingeborg Bachmann

Undine geht _
Martina Stilp, Schauspielerin  _ Wien.performing _
_ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _ Donau/Wien _
Walter Pobaschnig 7/26, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance _ Donau/Wien

UNDINE GEHT _ Akrostichon

Text & Performance _ Martina Stilp, Schauspielerin  _ Wien.

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Undine geht, Erzählung, Ingeborg Bachmann, 1961.

„Undine geht“ ist einer der zentralen Texte in Ingeborg Bachmanns Werk. Dieser erschien im ersten Prosaband „Das dreißigste Jahr“ und nimmt das Motiv des Undine Mythos _ Liebe, weibliche Menschwerdung, Verrat und Rache – auf und transformiert dies in die Struktur gegenwärtiger patriarchal geprägter Gesellschaftsverhältnisse. „Undine geht“ ist einer der meist rezipierten Texte Bachmanns und erfährt zahlreiche künstlerische Zugänge und Dialoge.

Martina Stilp, Schauspielerin 

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann.

Fotos: Undine geht _
Martina Stilp, Schauspielerin  _ Wien._ performing _
_ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _ Donau/Wien _
Walter Pobaschnig 7/26

Walter Pobaschnig, 21.7.2026

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„Autorinnen lernen von ihr: Gib nie auf!“ _ Erinnerung an +Monika Helfer, Schriftstellerin _ Sabine Scholl, Schriftstellerin_ Berlin 25.8.2026

Monika Helfer _ Sabine Scholl
Monika Helfer, Schriftstellerin (*18.10.1947 Vorarlberg +2.8.2026)

Zu Monika Helfer/Monika Helfer-Köhlmeier:

Monika Helfer, Schriftstellerin (*18.10.1947 Vorarlberg +2.8.2026)

Monika Helfer, Schriftstellerin _ hat zahlreiche Romane, Erzählungen und Kinderbücher veröffentlicht. Für ihre Arbeiten wurde sie unter anderem mit dem Österreichischen Würdigungspreis für Literatur, dem Solothurner Literaturpreis und dem Johann-Peter-Hebel-Preis ausgezeichnet. Zuletzt erschienen bei Hanser ihre Romane »Vati« (2021), mit dem sie für den Deutschen Buchpreis nominiert war, »Löwenherz« (2022) und »Die Jungfrau« (2023), »Wie die Welt weiterging« (2024) sowie »Der Bücherfreund« (2025). Monika Helfer-Köhlmeier | Hanser 3.8.2026

Monika Helfer (Mitte) als Nominierte
bei der Verleihung des österreichischen Buchpreises 2025 in den Wiener Praterateliers :_ folgendes

Im Interview _ Sabine Scholl, Schriftstellerin, Wissenschaftlerin _ Berlin

Liebe Sabine, welche Erinnerungen gibt es für Dich an Monika Helfer?

Eine Kollegin, die sich nie vorgedrängt hat, die durchgehalten hat, der es gelungen ist, im Alter noch ein Werk vorzulegen, das von vielen geschätzt wurde. Autorinnen lernen von ihr: Gib nie auf!

Was macht für Dich das Besondere ihres Schreibens aus?

Souveränes, verdichtetes Erzählen, Erinnerungsarbeit, liebevoller Blick.

Möchtest Du bestimmte Bücher hervorheben und warum?

Mein Lieblingsbuch ist Die Bagage, Zweitlieblingsbuch Vati. Zu den oben erwähnten Qualitäten kommt in diesen Büchern noch ein klares Bewusstsein von Herkunft und Würde.

Wie hast Du Monika Helfer bei Lesungen, als Kollegin erlebt?

Sie war nie laut oder arrogant oder bevormundend oder einschüchternd.

Darf ich abschließend um ein Zitat/eine Textstelle aus Monika Helfers Werk bitten?

Die Wirklichkeit weht hinein in das Bild, kalt und ohne Erbarmen, sogar die Seife wird knapp. (Aus: die Bagage)

Herzlichen Dank für das Interview!

Sabine Scholl, Schriftstellerin, Wissenschaftlerin 

Zur Person/website: Sabine Scholl — ABOUT – Sabine Scholl

Foto: Monika Helfer _  Salvatore Vinci/Hanser Verlag

Fotos: Monika Helfer _ Verleihung des österreichischen Buchpreis 2025 _ Walter Pobaschnig

Foto: Sabine Scholl _ privat

Walter Pobaschnig, 24.8.26

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„Und sagte „Ja!““_ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Undine geht _ Text & Performance _ Marlen Schachinger, Schriftstellerin _ Wien 24.8.2026

Undine geht _
Marlen Schachinger-Pusiol, Schriftstellerin _ Wien _ 
performing Undine geht/Donau Wien _
_ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _ Wien _
Walter Pobaschnig 7/26, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance  _ Donau/Wien

UNDINE GEHT _ Akrostichon

Text & Performance _ Marlen Schachinger-Pusiol, Schriftstellerin _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

UNDINE GEHT

Und sagte ›Ja!‹

nochmals zur Liebe.

Die deine blieb

im Stoß halbiert.

Nutzlos, nichtig,

erogener Abgesang:



grundverkehrt, du.

Ein Ozean – nur ein

halber

Tropfen verschenkt.

Marlen Schachinger-Pusiol, 27.7.2026

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance  _ Donau/Wien

UNDINE GEHT _ Akrostichon

Text & Performance _ Marlen Schachinger-Pusiol, Schriftstellerin _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Undine geht, Erzählung, Ingeborg Bachmann, 1961.

„Undine geht“ ist einer der zentralen Texte in Ingeborg Bachmanns Werk. Dieser erschien im ersten Prosaband „Das dreißigste Jahr“ und nimmt das Motiv des Undine Mythos _ Liebe, weibliche Menschwerdung, Verrat und Rache – auf und transformiert dies in die Struktur gegenwärtiger patriarchal geprägter Gesellschaftsverhältnisse. „Undine geht“ ist einer der meist rezipierten Texte Bachmanns und erfährt zahlreiche künstlerische Zugänge und Dialoge.

Marlen Schachinger-Pusiol, Schriftstellerin

Zur Person/Website: Marlen Schachinger – marlenschachingers Webseite!

Aktueller Roman von Marlen Schachinger: „Landschaften in Schalen“ Marlen Schachinger-Pusiol, Roman, Edition Arthof 2025.

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Marlen Schachinger-Pusiol, Schriftstellerin _ Wien _ 
performing Undine geht/Donau Wien _
_ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _ Wien Walter Pobaschnig 7/26

Walter Pobaschnig, 27.7.2026

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„Ingeborg Bachmann erzählt darin die Geschichte der verführerischen Frau, mit der ein Fremdgang aus Ehebetten gerne vorgenommen wird und stellt dabei die einst (?) herkömmliche Teilung ›Hure | Heilige‹ infrage“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Undine geht _ im Interview _ Marlen Schachinger, Schriftstellerin _ Wien 24.8.2026

Undine geht _
Marlen Schachinger-Pusiol, Schriftstellerin _ Wien _ 
performing Undine geht/Donau Wien _
_ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _ Wien _
Walter Pobaschnig 7/26, folgende
Ingeborg Bachmann Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Interview&Text&Performance   UNDINE GEHT _ Erzählung, Ingeborg Bachmann, 1961

Marlen Schachinger-Pusiol, Schriftstellerin _ Wien

Literatur outdoors

Liebe Marlen, wie liest Du den Text „Undine geht“ von Ingeborg Bachmann? Welche Grundaussagen gibt es da für Dich?

Ingeborg Bachmann erzählt darin die Geschichte der verführerischen Frau, mit der ein Fremdgang aus Ehebetten gerne vorgenommen wird und stellt dabei die einst (?) herkömmliche Teilung ›Hure | Heilige‹ infrage, indem sie just jenen Männern keinen Freispruch erteilt, deren Konsumhaltung weiblicher Körper sie in schuldhafte Verstrickung bringt, samt einem damit verbundenen Machtanspruch. Weder kann ein Ungeheuer mit Namen ›Hans‹ sich selbst spüren noch einen anderen Menschen. Keine*r – fern seines Ichs – kennt ihm Individualität. Folglich sind sie ihm austauschbare Körper, die er sich im Wochenplan berechtigt zurechtlegen kann. Mit der Gruppierung ›Hans‹ jedoch spricht Bachmann diesem Typus gleichfalls den Charakter des Individuums ab, und die Erkenntnis seiner unbelehrbaren Ungeheuerlichkeit, aus der er nie erwachen wird, bewirkt Undines Rückkehr in das Element des Wassers.

Wie siehst Du „Undine“?

Wir dürfen nicht vergessen, dass Undine rund 60 Jahre alt ist und ein Porträt der Frau darstellt, fern des damals üblichen kleinbürgerlichen Settings aus erstem Kuss und nachfolgendem Trauschein: Bachmanns Undine denkt nicht an Absicherung durch Ehe, benötigt auch keine Kinder, um eine Bindung zu vollziehen. Ihr genügt ihr eigenes selbstbestimmtes ›Ja‹ zu einem Gegenüber, ohne Kirche oder Staat, um sich gebunden zu fühlen, um zu lieben. Und dennoch scheitert sie am bürgerlichen Setting der Welt. Und an der Gewohnheit der Männer, alles besitzen zu wollen: die Beziehung zu einer Frau, die für sich selbst einsteht, und eine klassische Familie, von der sie glauben, dass sie diese dominant und patriarchal ermächtigt versorgen und beherrschen dürfen, widerspruchslos. Ein Spagat, der niemals glücken kann. Denn der Patriarch taugt nicht zum Liebhaber.

„Undine geht“ wurde vor gut 60 Jahren veröffentlicht. Was hat sich seit damals im Rollenbild von Frau und Mann verändert und was sollte sich noch ändern?

Die Familienrechtsreform unter Christian Broda war ein erster Schritt und brachte den Frauen das Recht auf selbstbestimmte Arbeitsverhältnisse, auf Bankkonto, Reisepass und Führerschein. Die Frau war nicht mehr diejenige, die – wiewohl erwachsen – für jeden Schritt um Erlaubnis ihres Ehegatten zu bitten hatte und damit in unerträglicher Abhängigkeit geknebelt blieb. Hertha Firnberg, Wissenschaftsministerin, frohlockte, dass mit jener Reform endlich eine Gesetzgebung aus ›Postkutschenzeit‹ abgeschafft wäre, und Johanna Dohnal trug ihres dazu bei, dass jener Zukunftsweg weiter beschritten werden konnte. Wie unzählige Frauen und einige Männer auch.

Jedoch zu glauben, dass damit in den Strukturen und Hierarchien des Staates oder auch bloß im allgemeinen Denken, im täglichen Leben der Frauen ein Wandel mehr als nur eine Möglichkeit darstellte, wäre ein einfältiger Trugschluss. Veränderung bedarf der Zeit, um annähernd verständlich zu werden – Männern wie Frauen! –, und jede angestrebte Freiheit der Rollen kennt gegenläufige, rückschrittliche Perioden, denn niemand verzichtet freiwillig auf angestammte Rechte, die seit eigener Kindheit Gewohnheit sind. Um zu einer partnerschaftlichen Haltung zu gelangen, braucht es mehrere Generationen an Vätern und Müttern und Kindern, die wiederum Eltern werden, weshalb für jene rund 60 Jahre das bislang Erreichte nüchtern betrachtet recht mager ist – Stichworte wie sexuelle Übergriffe und Belästigungen, gleichwertige Chancen, ein Kampf um Equal Pay, gläserne Decken, all das sollte die Welt schon lange nicht mehr beschäftigen. Dass die Hälfte der Menschheit – weil sie ein Paar Hoden spazieren trägt! – in aller Ruhe davon ausgeht, Unrecht stünde ihnen rechtmäßig zu, das spricht nicht für ihre Intelligenz.

Der Monolog geht mit der patriarchalen Gesellschaftswelt schonungslos ins Gericht. Wie siehst Du die Situation patriarchaler Macht heute?

Schonungslos? Nun ja, vielleicht schonungslos für einen literarischen Text, der 60 Jahre alt ist und den Teilaspekt der persönlichen Beziehung herausnimmt, doch ansonsten kann man »Undine geht« wohl kaum als ›schonungslos‹ bezeichnen.

Patriarchale Macht ist nach wie vor eine Konstante. Und beide Geschlechter erhalten sie erschreckenderweise aufrecht. Aus Gewohnheit, aus Bequemlichkeit, aus Faulheit, aus einem Gefühl angestammter Rechte. Patriarchale Macht ist keine Frage persönlicher Lebensgestaltung solange sie auch in Gremien und Instituten dominiert, in Ämtern und Strukturen verankert bleibt und nicht zuletzt auch recht fest im Sattel der Kunst sitzt.

Der Text drückt auch viel Trauer über das Scheitern der Liebe und eines Miteinander der Geschlechter im persönlichen wie gesellschaftlichen Leben aus. Welche Auswege siehst Du da?

Ich denke, es ist relevant, dass aus aufflammendem Zorn und einhergehender Trauer keine Bitterkeit wächst. Einen Ausweg sehe ich in einer als Faktum angenommenen Gleichwertigkeit der Geschlechter, darin liegt ebenso viel Kraft wie im Humor. Ohne sie, täglich, stündlich, nächtlich, als Notwendigkeit, müssten wir wüten, und das würde weniger verändern als gebrandmarkte Lächerlichkeit. Gewiss, solch ein Widerstand bedarf des Rückgrats, um sich – im Undinschen Sinn – niemals ›kaufen‹ zu lassen, weder mit Zuwendung, wohldosiert, noch mit gegönnter Hinwendung und (angedrohtem) Liebesentzug danach, schon gar nicht mit gewährtem Adabei oder überreichtem Klunker.

Was kannst Du als Frau und Künstlerin von „Undine geht“ in das Heute  mitnehmen?

In der literarischen Darstellung die Infragestellung von Verhältnissen durch ein als Faktum angenommenes Setting und die Beschränkung auf einen Teilaspekt eines Themas, der nicht zu verhandeln ist, damit der Raum der Erzählung nicht überfrachtet werde. Und ein (kultur-)politisches Engagement, das sich aus dem Wissen speist, dass vielen Frauen eine finanzielle Selbstfürsorge auch 60 Jahre nach Undine nur begrenzt ermöglicht wird.

Was bedeutet Dir Natur?

Einen zu schützenden Erholungsraum, Nahrungsquelle und Studienobjekt, Freiraum, Atem.

Was bedeutet Dir das Element Wasser?

Leben und Untergang. Abhängigkeit und Genuss. Gefahr und Wohltat.

Wie lebst Du den Kreislauf der Jahreszeiten?

Wer wie ich einen Garten bestellt, kommt nicht umhin, mit dem Kreislauf aus Ruhen und Werden und Ernten und Vergehen zu leben. Es wäre zumindest ziemlich dumm, dagegen anlaufen zu wollen.

Wie kann der moderne Mensch in Harmonie zur und mit der Welt leben?

Nur in Achtsamkeit – für andere, für die Natur und für sich selbst. Und das Wissen, dass sich in dieser Dreieinigkeit keine Ebene wertend über die anderen hebt. Was niemals ein Verhältnis ist, einmal erreicht, das Bestand hat. Es bedarf vielmehr des täglichen Blicks darauf, des täglichen Wollens.

Was braucht Liebe immer, um zu wachsen, blühen?

Achtsamkeit. Geduld. Ruhe. Zeit.

Was lässt Liebe untergehen?

Respektlosigkeit, Ignoranz, Egoismus, Verrat, Illoyalität, Borniertheit, Machtstreben, Ermächtigung über den anderen, Korruption.

Wie war Dein Weg zur Literatur?

Sie war und ist meine Überlebensstrategie in dieser Welt, aus dem (Vor-)Lesen früh ins Erzählen gewachsen..

Welche aktuellen Projektpläne hast Du?

Zu viele. Und das ist gut so. Und die Natur lehrt, dass das Leben nicht bloß aus Werden besteht …

Welches Zitat aus „Undine geht“ möchtest Du uns mitgeben?

»Ihr Ungeheuer mit euren Redensarten, die ihr die Redensarten der Frauen sucht, damit euch nichts fehlt, damit die Welt rund ist. Die ihr die Frauen zu euren Geliebten und Frauen macht, Eintagsfrauen, Wochenendfrauen, Lebenslangfrauen und euch zu ihren Männern machen laßt. (Das ist vielleicht auch ein Erwachen wert!) Ihr mit eurer Eifersucht auf eure Frauen, mit eurer hochmütigen Nachsicht und eurer Tyrannei, eurem Schutzsuchen bei euren Frauen, ihr mit eurem Wirtschaftsgeld und euren gemeinsamen Gutenachtgesprächen, diesen Stärkungen, dem Rechtbehalten gegen draußen, ihr mit euren hilflos gekonnten, hilflos zerstreuten Umarmungen. […] Ihr mit euren Musen und Tragtieren und euren gelehrten, verständigen Gefährtinnen, die ihr zum Reden zulaßt … Mein Gelächter hat lang die Wasser bewegt, ein gurgelndes Gelächter, das ihr manchmal nachgeahmt habt mit Schrecken in der Nacht. Denn gewußt habt ihr immer, daß es zum Lachen ist und zum Erschrecken […].« (S. 235-236)     Undine geht, Ingeborg Bachmann, 1961

Darf ich Dich zum Abschluss zu einem Akrostichon bitten?

UNDINE GEHT

Und sagte ›Ja!‹

nochmals zur Liebe.

Die deine blieb

im Stoß halbiert.

Nutzlos, nichtig,

erogener Abgesang:



grundverkehrt, du.

Ein Ozean – nur ein

halber

Tropfen verschenkt.

Herzlichen Dank für das Interview&die Undine-Performance!

Marlen Schachinger-Pusiol, Schriftstellerin

Zur Person/Website: Marlen Schachinger – marlenschachingers Webseite!

Aktueller Roman von Marlen Schachinger: „Landschaften in Schalen“ Marlen Schachinger-Pusiol, Roman, Edition Arthof 2025.

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Marlen Schachinger-Pusiol, Schriftstellerin _ Wien _ 
performing Undine geht/Donau Wien _
_ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _ Wien _ Walter Pobaschnig 7/26

Walter Pobaschnig, 27.7.2026

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„Was sie schrieb, war absolut wahrhaftig.“ _ Erinnerung an +Monika Helfer, Schriftstellerin _ Daniel Wisser, Schriftsteller _ Wien 23.8.2026

Monika Helfer _ Daniel Wisser
Monika Helfer, Schriftstellerin (*18.10.1947 Vorarlberg +2.8.2026)

Zu Monika Helfer/Monika Helfer-Köhlmeier:

Monika Helfer, Schriftstellerin (*18.10.1947 Vorarlberg +2.8.2026)

Monika Helfer, Schriftstellerin _ hat zahlreiche Romane, Erzählungen und Kinderbücher veröffentlicht. Für ihre Arbeiten wurde sie unter anderem mit dem Österreichischen Würdigungspreis für Literatur, dem Solothurner Literaturpreis und dem Johann-Peter-Hebel-Preis ausgezeichnet. Zuletzt erschienen bei Hanser ihre Romane »Vati« (2021), mit dem sie für den Deutschen Buchpreis nominiert war, »Löwenherz« (2022) und »Die Jungfrau« (2023), »Wie die Welt weiterging« (2024) sowie »Der Bücherfreund« (2025). Monika Helfer-Köhlmeier | Hanser 3.8.2026

Monika Helfer (ganz links) als Nominierte
bei der Verleihung des österreichischen Buchpreises 2025 in den Wiener Praterateliers :_ folgendes
Monika Helfer und Michael Köhlmeier

Im Interview _ Daniel Wisser, Schriftsteller und Musiker _ Wien.

Lieber Daniel, welche Erinnerungen gibt es für Dich an Monika Helfer?

Ich habe Monika Helfer vor ein paar Jahren bei einer Lesung in Vorarlberg kennengelernt und es hat mir imponiert wie unprätentiös und geradlinig sie im Gespräch war. Man konnte mit ihr über alles reden und kam auch sofort zum Punkt. Wir haben uns ein paar Mal getroffen, aber meistens per E-Mail kommuniziert. Zuletzt habe ich Monika bei den Literaturtagen Steyr gesehen, wo sie heuer die Eröffnungslesung hielt.

Was macht für Dich das Besondere ihres Schreibens aus?

Monika Helfer hatte eine ganz seltene Fähigkeit: Sie zog ihre Leser mit einem Satz mitten ins Geschehen und führte sie mit sicherer Hand durch die gesamte Erzählung. Dabei machte es nichts aus, wenn der Text einen bizarren Verlauf nahm, Szenen mit harten Schnitten wechselten und Handlungsstränge im Nichts endeten. Ich kann mich an die Passagen in „Vati“ erinnern, in denen der Vater die Bücher der Hotelbibliothek, die aufgelöst wird, retten will. Seitenweise werden seine Anstrengungen beschrieben und schließlich versteckt er die ganze Bibliothek im Wald. Danach kommen die Bücher im Roman nicht mehr vor. Nur einmal sagt die Erzählerin, sie wisse selbst nicht, was dann eigentlich aus den Büchern wurde.

Möchtest Du bestimmte Bücher hervorheben und warum?

Zunächst möchte ich das Hörspiel „Oskar und Lilli“ hervorheben. Das war mein erster Text von Monika. Sie besaß enorm viel Lebenserfahrung, kannte das Leben mit Kindern, kannte Familien, Beziehungen und Freundschaften. Und diese Beziehungsgeflechte sind das Zentrum all ihrer Texte. Was sie schrieb, war absolut wahrhaftig. Auch die beiden Romane bei Jung & Jung möchte ich hervorheben: „Die Welt der Unordnung“ und „Schau mich an, wenn ich mit dir rede!“ Sie haben mir noch besser gefallen, als die Trilogie, die dann bei Hanser folgte, weil die Familiensituation härter und gnadenloser geschildert wird.

Wie hast Du Monika Helfer bei Lesungen, als Kollegin erlebt?

Sie war unkompliziert und hat sich nicht beklagt. Dabei war die Kritik ja nicht immer nett zu ihr, beziehungsweise wurde sie eben lange als „Ehegattin“ und nach dem schrecklichen Tod ihrer Tochter als „Mutter“ gesehen. Letztlich erhielt sie sehr spät – das hat sie selbst gesagt – durch die Trilogie im Hanser-Verlag die Anerkennung, die sie verdient hat.

Darf ich abschließend um ein Zitat/eine Textstelle aus Monika Helfers Werk bitten?

Weil es mich so an meine Kindheit auf dem Land erinnert, eine kleine Stelle aus der „Bagage“:

„Die Bagage kniete hinten in der letzten Bank. Auf der Frauenseite. Alle eng beieinander. Auch als Josef noch da war, knieten, standen und saßen sie hinten auf der Frauenseite. Die meisten Männer waren während der Messe draußen und politisierten, rauchten, kauten Tabak und spuckten, sodass der Schnee voller brauner Flecken war, zur Wandlung kamen sie herein, knieten sich neben ihre Söhne, wischten sich Kreuzzeichen übers Gesicht und machten verlegenen Mienen, als würden sie bei etwas Peinlichem erwischt. Josef beteiligte sich nicht an den Diskussionen draußen, er blieb bei der Familie, was immer bei den Seinen geblieben in der Kirche. Er glaubte nicht an den Himmel und schon gar nicht an die katholische Kirche, die Pfaffen hielt er für überflüssige Existenzen, Nichtsnutze, an die Heiligen glaubte er auch nicht, an die glaubte seine Frau, eher an die Heiligen glaubte Maria als an den lieben Gott, der war ihr zu weit weg und hatte selber nichts erlebt, über die Heiligen gab es immerhin Geschichten.“

Herzlichen Dank für das Interview!

Daniel Wisser, Schriftsteller, Musiker _ Wien.
Station bei Ernst Jandl _ Wien 9/25.
Literatur outdoors 9/25

Zur Person: Biografie – Daniel Wisser 22.8.2026

Aktueller Roman: Daniel Wisser: „Smart City“ , Luchterhand 2025

Website: Daniel Wisser – Schriftsteller

Foto: Monika Helfer _  Salvatore Vinci/Hanser Verlag

Fotos: Monika Helfer _ Verleihung des österreichischen Buchpreis 2025 _ Walter Pobaschnig

Foto: Daniel Wisser _ Station bei Ernst Jandl/Wien _ Walter Pobaschnig 9/25

Walter Pobaschnig, 21.8.2026

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„Unter Sternen beginnt ihr Weg“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Daniela Prokopetz, Künstlerin _ Niederösterreich 23.8.2026

„Undines Welt“ _
Bild von Daniela Prokopetz_Künstlerin _ Wien
Undine geht _
Daniela Prokopetz_Künstlerin _ Niederösterreich _ performing _
_ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _ Wien _
Walter Pobaschnig 7/26, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance & Bild _ Donau/Wien

UNDINE GEHT _ Akrostichon

Text & Performance&Bild _ Daniela Prokopetz_Künstlerin _ Niederösterreich

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

UNDINE GEHT

Unter Sternen beginnt ihr Weg.

Niemals verliert sie ihre leise Anmut.

Durch Wellen trägt sie ihre Träume.

In jedem Tropfen spiegelt sich das Licht.

Nah und geheimnisvoll bleibt ihr Wesen.

Ewig klingt ihr Lied im Wasser nach.


Gelassen folgt sie dem Ruf der Strömung.

Erfüllt von Sehnsucht blickt sie zurück.

Hoffnung begleitet jeden ihrer Schritte.

Tief im Herzen lebt ihre Geschichte.

Daniela Prokopetz, 27.7.26

Undine geht _
Daniela Prokopetz_Künstlerin _ Niederösterreich _ performing _
_ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _ Wien _
Walter Pobaschnig 7/26, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance&Bild _ Donau/Wien

UNDINE GEHT _ Akrostichon

Text & Performance&Bild _ Daniela Prokopetz_Künstlerin _ Niederösterreich

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Undine geht, Erzählung, Ingeborg Bachmann, 1961.

„Undine geht“ ist einer der zentralen Texte in Ingeborg Bachmanns Werk. Dieser erschien im ersten Prosaband „Das dreißigste Jahr“ und nimmt das Motiv des Undine Mythos _ Liebe, weibliche Menschwerdung, Verrat und Rache – auf und transformiert dies in die Struktur gegenwärtiger patriarchal geprägter Gesellschaftsverhältnisse. „Undine geht“ ist einer der meist rezipierten Texte Bachmanns und erfährt zahlreiche künstlerische Zugänge und Dialoge.

Daniela Prokopetz_Künstlerin _ Wien _ Bildserie

Zur Person: ARTIST STATEMENT 22.8.26

Website: Kunst Malerei | Daniela Prokopetz | Niederösterreich

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann.

Fotos: Undine geht _Daniela Prokopetz_Künstlerin _ Niederösterreich _ performing _
_ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _ Wien _
Walter Pobaschnig 7/26,

Bilder/Undine/Wasserwelt _ von Daniela Prokopetz_Künstlerin _ Niederösterreich.

Walter Pobaschnig, 27.7.2026

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„Nebel liegt über dem Land“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Andrea Kerstinger/Ingala Fortagne _ Nikitsch/AT/Lörrach/D 22.8.2026

Ingala Fortagne _ Sopranistin, Schauspielerin_ Wien _performing _
Original-Romanschauplatz „Malina“ _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann 1971 _
100.Geburtstag _Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom) _
Walter Pobaschnig 8/23 folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance Originalschauplatz „Malina“ Wien.

MALINA_ Akrostichon

Text  Andrea Maria Kerstinger, Schriftstellerin _ Burgenland/AT

Performance _  Ingala Fortagne _ Sopranistin, Schauspielerin_ Lörrach/D

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingala Fortagne _ Sopranistin, Schauspielerin_ Wien _performing _
Original-Romanschauplatz „Malina“ _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann 1971 _
100.Geburtstag _Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom) _
Walter Pobaschnig 8/23 folgende
Ingala Fortagne _ Sopranistin, Schauspielerin_ Wien _performing _
Original-Romanschauplatz „Malina“ _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann 1971 _
100.Geburtstag _Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom) _
Walter Pobaschnig 8/23 folgende

MALINA

M
usst uns den Krieg nicht erklären

Allerliebste Ingeborg

Leiden und Sterben ist alltäglich geworden

Immer noch kauert die Hoffnung erblindet im Licht

Nebel liegt über dem Land

Am Abend erst lichten sich die Wolken

Andrea Kerstinger, 3.5.26

Ingala Fortagne _ Sopranistin, Schauspielerin_ Wien _performing _
Original-Romanschauplatz „Malina“ _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann 1971 _
100.Geburtstag _Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom) _
Walter Pobaschnig 8/23 folgende
Ingala Fortagne _ Sopranistin, Schauspielerin_ Wien _performing _
Original-Romanschauplatz „Malina“ _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann 1971 _
100.Geburtstag _Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom) _
Walter Pobaschnig 8/23

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance Originalschauplatz „Malina“ Wien.

MALINA_ Akrostichon

Text  Andrea Maria Kerstinger, Schriftstellerin _ Burgenland/AT

Performance _  Ingala Fortagne _ Sopranistin, Schauspielerin_ Lörrach/D

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

Andrea Maria Kerstinger, Schriftstellerin 
Ingala Fortagne _ Sopranistin, Schauspielerin

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Foto: Andrea Maria Kerstinger _ Anna Maria Kuzmits.

Fotos: Ingala Fortagne _ Sopranistin, Schauspielerin_ Wien _performing _
Original-Romanschauplatz „Malina“ _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann 1971 _
100.Geburtstag _Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom) _
Walter Pobaschnig 8/23

Walter Pobaschnig, 3.5.26

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„In der Lektüre ihrer Texte zeigt sich, was für eine faszinierende Person sie gewesen sein muss, strahlend, schwierig, kämpferisch“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _  Isabella Feimer, Schriftstellerin _ Wien 22.8.2026

Ingeborg Bachmann _   Isabella Feimer

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann auf der Terrasse in ihrer Wohnung in Rom,
Bocca de Leone, um 1970
  Isabella Feimer, Schriftstellerin Wien _ Station bei Malina _ Originalschauplatz Wien _
Walter Pobaschnig 2/26_ folgende _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview _  Isabella Feimer, Schriftstellerin _ Wien

Liebe Isabella, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Seit ich vor vielen vielen vielen Jahren den Roman „Malina“ gelesen habe, bin ich fasziniert und bewegt von Werk und Leben Ingeborg Bachmanns. In der Lektüre ihrer Texte zeigt sich, was für eine faszinierende Person sie gewesen sein muss, strahlend, schwierig, kämpferisch. Immer wieder greife ich auf ihre Texte zurück, ja, spinne sie im eigenen Arbeiten auch weiter. Sie erzählen so viel Welt – und das aus der Sicht einer Frau. Wie großartig!

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

Das Besondere ist ihre Offenheit, die sie den Worten als Unterton beiseite stellt. Diese Offenheit lässt die Texte verwundbar erscheinen und zeigen, wie stark die Schriftstellerin ist – dass sie sich den Wunden stellen kann. Und ich finde, dass die Texte weit ihrer Zeit voraus waren und immer noch und auch zukünftig modern sein werden.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

Mein Lieblingswerk ist „Malina“. Jede weitere Lektüre des Romans, den ich als zeitlos empfinde, bringt neue Ein- und Ansichten hervor. Unlängst habe ich mich auch wieder mit den Gedichten befasst, und da sind mir einige unter die Haut gegangen, wie z.B. Entfremdung, in dem steht: „Ich bin satt von der Zeit / und hungre nach ihr“ … das klingt wie das Jetzt, in dem wir uns befinden.

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Wie gesagt, ich glaube, dass Bachmanns Texte zeitlos sind und im Jetzt eine ebensolche, wenn nicht noch bedeutendere Ausdruckskraft haben. Und: sie hat Recht! Gleichsam ist in ihren Texten so ein latenter Wunsch nach Utopie, nach Hoffnung … auch den sehe ich gegenwärtig.

Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?

Wir lieben vielleicht gleich, aber wir begehren anders. Wir Frauen.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Des Martyriums würde ich nicht sagen, aber der Einsamkeit und somit Stille sehr wohl, wobei ich nicht finde, dass das etwas Schlimmes ist. Und des Blickes in die eigenen Abgründe. Dort, wo es in einem am Dunkelsten ist, findet sich das grellste Licht für die Texte.

Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?

Ich glaube, dass Ingeborg Bachmann (wie auch andere wunderbare Schriftstellerinnen) zu Recht eine Ikone ist – vor allem für uns Schriftstellerinnen.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Ich bin ja schüchtern, und ihr gegenüber wäre ich sicher auch ein bisschen „star-struck“, deshalb weiß ich nicht, ob ich mit ihr geredet hätte ; ) – vielleicht hätten wir einfach nur schweigend eine Zigarette miteinander geraucht.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Gerade ist ja mein Roman „Dreiundsiebzig Quadratmeter“ erschienen, in dem auch auf „Malina“ in spezieller Art Bezug genommen wird, und nun habe ich an einem neuen Romanmanuskript zu schreiben begonnen. Und ich feinschleife derzeit an Gedichten.

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

„Darum male ich mir den Tag aus, an dem kein Mensch mehr abhängig von einem anderen ist …“ aus: Malina.

Herzlichen Dank für das Interview!

Danke auch!

  Isabella Feimer, Schriftstellerin Wien _ Station bei Malina _ Originalschauplatz Wien _

Zur Person_ Isabella Feimer

geboren 1976 in Niederösterreich, studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und arbeitet seit 1999 als freie Regisseurin und Schriftstellerin in Wien. Sie schreibt Prosa, Essays, Lyrik und Theatertexte und veröffentlichte seit 2009 in diversen Literaturzeitschriften und Anthologien. Feimer erhielt zahlreiche Stipendien und Preise, u.a. den Anerkennungspreis des Landes Niederösterreich und die Buchprämie der Kulturabteilung des Bundes. Zu ihren Inspirationsquellen zählen ihre Reisen und die intensive Beschäftigung mit Bildender Kunst, Fotografie und Film. Bei Haymon erschien zuletzt 2025 der Gedichtband „Versuch einer Verpuppung“. Isabella Feimer – Haymon Verlag 18.8.26

Aktueller Roman:

Isabella Feimer, Dreiundsiebzig Quadratmeter, Roman.

ISBN 978-3-7099-8284-6

180 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag

Erscheinungsdatum: 06.08.2026

23,90 € Preis inkl. Mehrwertsteuer

Presseinfo Verlag: Dreiundsiebzig Quadratmeter – Haymon Verlag

Foto: Ingeborg Bachmann _ Garibaldi Schwarze

Fotos: Isabella Feimer, Schriftstellerin _ Wien _ Station bei Malina _ Originalschauplatz Wien _Walter Pobaschnig 2/26_ folgende _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971

Herzlichen Dank für die freundliche Kooperation an Herrn Tarani/Teppiche Tarani Wien!

Walter Pobaschnig, 12.8.2026

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