„Grandma’s hands clapped in church on Sunday morning“ Zarah Weiss, Schriftstellerin _Give Peace A Chance _ Wien 6.8.2022

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G randma’s hands clapped in church on Sunday morning

I ch sang diese Zeile

V iele Male ohne

E twas zu verstehen von

P rivatem und Politischem

E rtragen und Erkennen

A ngriffskriegen und Allyship

C ovid und Chancengleichheit

E uropa und Erwärmung

A ll the words that I utter, And all the words that I write, Must spread out their wings untiring, And never rest in their flight, Till they

C ome where your sad, sad heart is

H offnung, vielleicht ein

A nfang

N och bist du da Wirf deine Angst in die Luft

C hance für

E inordnung Engagement Empathie

*Zitate_“Grandma’s Hands“ von Bill Withers, „Where My Books Go“ von W.B. Yeats und „Noch bist du da“ von Rose Ausländer.


Zarah Weiss _ 30.7.2022

Zarah Weiss, Schriftstellerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Zarah Weiss, Schriftstellerin

https://www.zarahweiss.com/

Foto_Paulina Weiss

Walter Pobaschnig _ 30.7.2022.

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„Manchmal ist die Kunst das, was einen ins Leben hineinrettet“ Susanne Huck_Künstlerin, Schriftstellerin _ Maria Rain/Ktn 6.8.2022

Liebe Susanne, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Im Sommer beginnt mein Tag meist mit einem Gang durch den Garten, mit einer ersten Inspektion der Gemüsebeete. Irgendwas ist immer zu tun und wenn es nur das Gießen, Schnecken umsiedeln, oder das Aufrichten der Pflanzen nach einem Unwetter ist. Kaffee gibt’s auf der Terrasse unter dem Dach und dabei mache ich mir Notizen, oder Skizzen, oder ich schaue einfach und lasse diese frühen Morgenstunden und die Natur auf mich wirken, das stärkt mich für den Tag.

Seit ich denken kann, befinde ich mich in dem Zwiespalt, mich entweder für die Malerei oder für das Schreiben zu entscheiden. Aber irgendwie brauche ich dann doch wieder beides. Nur alles zugleich geht sich eben nicht aus. Aus mir hätte genauso gut eine Gärtnerin oder eine Bäuerin werden können und Mutter bin ich auch sehr früh geworden. Mein Brotberuf im Sozialbereich war mir auch wichtig.

Für das Arbeiten an meinen Texten und für die Malerei bestimmen aktuell also die Vegetationszeiten und das was ich sonst noch zu tun habe, den Ablauf. Ich schreibe, wenn es sich ausgeht und ich nicht abgelenkt bin, und ich male, wenn es sich ausgeht und ich nicht abgelenkt bin, ganz einfach. Wenn z.B. einer meiner 4 erwachsenen Söhne, oder alle zugleich einen Abstecher nach Hause machen, bin ich ziemlich abgelenkt. Aber ich liebe diese Ablenkungen auch sehr.

Susanne Huck_Künstlerin, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Zu üben, jeden Tag aufs Neue, wie ein Miteinander gelingen kann. Irgendwie fängt doch alles damit an, wo man hineingeboren wird. Das kann man sich nicht aussuchen, aber was man seinen Kindern mit auf den Weg gibt, zumindest das hat man in der Hand. 

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Manchmal ist die Kunst das was einen ins Leben hineinrettet, manchmal macht sie einem das Leben auch schwer, aber es kann/muss ausgedrückt werden, was nötig ist um das Auge, das Ohr, die Sinne, den Verstand und die Handlungen so zu berühren, zu aktivieren, dass es vielleicht einen anderen Menschen auch in das Leben hineinrettet – mit allen Konsequenzen. Ich finde, das Leben als solches könnte schon aufregend genug sein, aber durch die Kunst bekommt der Blick aufs Detail oder aufs Ganze noch diesen ganz besonderen Verstärker.

Susanne Huck _ windundstill_2021_Acryl auf Holz_49x62cm

Was liest Du derzeit?

Auf meinem Schreibtisch, bzw. an meinen Leseplätzen, liegen gerade:
-„BLUETS“ von Maggie Nelson – darin geht es um die Farbe Blau von der die Autorin besessen ist und gleichzeitig erzählt sie die Geschichte einer gescheiterten Liebe.
-„NO ART“ von Ben Lerner – Poems, Gedichte in Englisch und Deutsch.  
– „Aus eine Art Glück“ von Alois Hotschnig – seine Sprachkunst macht mich immer wieder sprachlos.
– „Kunst sehen“ von Julian Barnes.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Machen Sie Musik, wenn niemand zuhört. Malen Sie ein Bild, wenn niemand zuschaut. Schreiben Sie eine Kurzgeschichte, die niemand lesen wird. Die innere Freude und Befriedigung wird mehr als ausreichend sein, um Sie durch ihr Leben zu tragen. Wenn Ihnen das gelungen ist, haben Sie das Im-Hier-und-Jetzt-Sein gemeistert.“ (Zitat aus Ken Mogis, IKIGAI)

Susanne Huck_Künstlerin, Schriftstellerin

Vielen Dank für das Interview liebe Susanne, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literatur- Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

Sehr gerne!

5 Fragen an Künstler*innen:

Susanne Huck_Künstlerin, Schriftstellerin

Fotos_privat.

7.6.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Glückes Schmied ein Beruf grad eher für wenige, denn:“ Christoph Simon, Schriftsteller _ Give Peace A Chance _ Bern 5.8.2022

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Glückes Schmied ein Beruf grad eher für wenige, denn:

Interessiert sich der Mensch üblicherweise für Frohsinn

Verträgt sich das schlecht mit der Weltlage.

Erreicht die Bombenstimmung doch täglich neue Höhepunkte.

Putin so bescheuert, seine Geschichten selbst zu glauben.

Einen Blumentopf über ihn.

Auf Mallorca sein St. Helena.

Contemplative Vita statt active.

(Er darf selbstverständlich auch einfach und sofort tot umfallen.)

Auf Nichtzuständigkeit proklamieren wir ein Recht:

Charmanten Damen in der Teestunde Gesellschaft leisten!

Heute den Krieg mal vergessen.

Außergewöhnliche Begabungen ausleben!

Nach Unterordnung unter fremde Willen keine Lust.

Charaktermangel?

Ehre auf dem Schlachtfeld holen wir später nach.


Christoph Simon, 28.7.2022

Christoph Simon, Schriftsteller 

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Christoph Simon, Schriftsteller

Christoph Simon | Schriftsteller / Autor aus Bern

Foto__Ulrike Meutzner

Walter Pobaschnig _ 28.7.2022.

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„Kunst kann die Wahrnehmung für das Schöne schärfen, das uns umgibt“ Minu Ghedina, Schriftstellerin _ Innsbruck 5.8.2022

Liebe Minu, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

An einem Arbeitstag pendle ich zwischen Atelier und Schreibtisch. Zumeist bin ich am Vormittag im Atelier, da die Sonne da genau auf meine Arbeiten scheint und mich inspiriert, ich frühstücke gegen Mittag und setze mich dann an den Schreibtisch und schreibe. Manchmal unternehme ich etwas mit dem Fahrrad. Wenn ich in einem Schreibprozess bin, setze ich mich am Abend nochmals an den Schreibtisch.

Minu Ghedina  _Schriftstellerin,
Malerin/ Bildhauerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich glaube, es ist mehr denn je wichtig, den Fokus auf das, was uns umgibt, zu richten. Nur gemeinsam können wir die Erde retten, um unseren Kindern die Chance einer Zukunft zu geben. Wir stehen mitten in einer großen Umbruchsphase, die Angst macht, aber zugleich auch eine Chance zur Veränderung ist.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Natürlich hat die Kunst auch immer die Aufgabe aufzudecken, unter die Oberfläche zu schauen, vorausschauend zu sein, aber ich finde es im Moment besonders wichtig, einen positiven Ausblick zu geben und die Wahrnehmung zu schärfen für das Schöne, das uns umgibt. Schönheit kann Kraft geben. Und Mut.

Was liest Du derzeit?

Ich lese gerade das wunderbare Buch von Ocean Vuong „Auf Erden sind wir kurz grandios“ und „Die Augen der Haut“ über die Architektur und die Sinne von Juhani Pallasmaa

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Ein Vogel fliegt auf

und hinterlässt

flüsternde Blätter.

Vielen Dank für das Interview liebe Minu, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literatur- und Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Minu Ghedina  _Schriftstellerin, Malerin/ Bildhauerin

https://www.ghedina.eu/

Foto_privat.

24.7.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Abenddämmerung“ Andreas Praller, Schriftsteller _ Give Peace A Chance _ Hamburg 4.8.2022

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Geburtstagsgruß kam heute, mit diesem Anhang hier.

Interessant!, dachte ich – und machte mich ans Werk.

Vervollständigte die Zeilen – und siehe da:

Es machte mir wirklich Spaß!

Passte mir heute ganz gut in den Tag!

Eine schöne Überraschung:

Arbeitsauftrag am Geburtstag, unerwartet –

Chemie stimmt,

Energie auch

Abenddämmerung

Changierend zwischen

Hingabe und

Andacht:

Nacht

Cortex

Emergenz


Andreas Praller 29.7.2022

Andreas Praller, Schriftsteller

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Andreas Praller, Schriftsteller

Foto_privat

Walter Pobaschnig _ 29.7.2022.

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„Danke für alles und warum haben sie dich umgebracht?“ Linda Pichler, Schauspielerin _ reenacting Marilyn Monroe _60.Todestag_ Wien 4.8.2022

Linda Pichler, Schauspielerin _ Wien _
reenacting Marilyn Monroe, Schauspielerin, Sängerin, Model, Filmproduzentin (* 1.6.1926 Los Angeles, USA +4.8.1962 ebenda)_ 60.Todesjahr 2022

Liebe Linda, welche Bezüge gibt es von Dir zur Schauspielerin und vielseitigen Künstlerin Marilyn Monroe (* 1. Juni 1926 Los Angeles, USA † 4. August 1962 ebenda)?

Zum ersten Mal erblick habe ich Marilyn auf einer Puderdose im Haus meiner Großeltern. Marilyn Monroe wurde zum Weiblichkeitsideal stilisiert und dieser Einfluss ist noch heute spürbar. Sehr berührt und für den Menschen hinter der Persona empfänglich gemacht, hat mich außerdem der Film „The Goddess“ aus dem Jahr 1958, deren Hauptfigur an Marilyn Monroe angelehnt ist und von Kim Stanley verkörpert wird.

Gibt es einen Film von Marilyn Monroe, den Du hervorheben möchtest und warum?

Bus Stop (1956)! Ich habe bei diesem Film Tränen gelacht! Marilyn spielt darin die ambitionierte Barsängerin „Cherie“, die eines Nachts „Bo“ (Don Murray) über den Weg läuft, ein mit Frauen gänzlich unerfahrener Bursche vom Lande und ein “Himbo” wie er im Buche steht, der darauf besteht sie am nächsten Tag nach seinem Rodeo zu heiraten.  Der Film besitzt zwar das Exoskelett einer klassischen 50er Jahre Liebeskomödie, jedoch sind die Charaktere in ihrer Klischeehaftigkeit derart krass überzeichnet, dass ich ihn sogar als subversiv bezeichnen würde.

Gab es Berührungspunkte in Deinen bisherigen Schauspielprojekten?

Nicht wirklich.

Wie siehst Du das Spannungsverhältnis von Leben und Schauspielberuf bei Marilyn Monroe wie an sich?

Marilyn wurde zur Ikone und somit unsterblich- noch heute werden ihre Kleider, ihre Locken und weiß der Teufel was um viel Geld verkauft. Mich erinnert das ein wenig an die Szene aus Patrick Süskinds „das Parfum“  (SPOILER!), in der der Protagonist schlussendlich von der Pariser Masse bis auf das letzte Haar aufgefressen wird. Ich denke, wer in dieser seltenen Position sein privates Ich nicht von seiner öffentlichen Persona abgrenzen kann, verliert den Verstand.

Marilyn Monroe war künstlerisch sehr vielseitig tätig. Wie siehst Du die Möglichkeiten persönlichen Entwicklungsweges im Schauspielberuf?

Ich wünschte ja oft ich würde mich beruflich weniger auf mich selbst gestellt fühlen und rede es mir dann schön, indem ich mir sage ich entwickle mich dadurch weiter- was ja auch wahr ist. Viele Kolleg*innen stellen selbst was auf die Beine; das finde ich inspirierend. Seit ich mir die Szenen für mein Demoband geschrieben habe und das funktioniert hat, möchte ich mich auch an was Größeres heranwagen.

Was kann eine junge Schauspielerin von Marilyn Monroes Werk und Leben mitnehmen?

„A wise girl knows her limits, a smart girl knows she has none.“ ist ein schönes Zitat von ihr.

Was bedeutet Dir Wien und welche Erfahrungen hast Du hier im Schauspielberuf gemacht?

Wien ist mein zuhause und das nun aber schon seit fast 6 Jahren und deswegen muss ich hier bald weg. Ich liebe Wien ja, darum habe ich Angst picken zu bleiben und das will ich nicht.

Wie siehst Du die Möglichkeiten als junge Schauspielerin in Wien/Österreich?

Ich habe einige Erfahrungen machen dürfen, für die ich Wien/Österreich sehr dankbar bin. Trotzdem sehne ich mich nach einer größeren Stadt, in der mehr los ist.

Was wünscht Du Dir für den Schauspielberuf?

Mehr.

Was sind Deine kommenden Projekte?

Ab 22. September bin ich im Stück „Helden“ von Bernhard Shaw als „Raina“ im Theater Forum Schwechat zu sehen. Außerdem spiele ich eine kleine, durchgehende Rolle in der Serie „Luden“, die im Herbst auf Amazon-Prime erscheinen wird.

Was möchtest Du Schauspielstudenten*innen mitgeben?

In den Phasen, in denen man das Gefühl hat, man kann gar nichts und man sich am liebsten zerbröseln will vor lauter Nichts-Können, steht man vor einem  Entwicklungsschritt und je weniger man diesen destruktiven Gefühlen nachgibt, desto schneller kommt man voran.

Was bedeutet Dir Wien?

Prunk und Grind und unverhohlene Überlegenheitsgefühle den anderen Bundesländern gegenüber. Als wir mal am Weg zurück von einer Sommertheater-Landpartie in Wels beim Meci Pause gemacht haben und alle Wiener*innen darüber geredet haben wie schirch es hier nicht ist, dachte ich, die Einheimischen holen bald die Mistgabeln.

Was würdest Du Marilyn Monroe sagen, fragen wollen?

Danke für alles und warum haben sie dich umgebracht?  

Darf ich Dich abschließend zu einem Marilyn Monroe Achrostikon bitten?

Misunderstood

Ahead of her time

Righteous

Immortal

Lonely

Youthful

Nebulous

Linda Pichler, Schauspielerin _ Wien _
reenacting Marilyn Monroe, Schauspielerin, Sängerin, Model, Filmproduzentin (* 1.6.1926 Los Angeles, USA +4.8.1962 ebenda)_ 60.Todesjahr 2022

Vielen Dank, liebe Linda, viel Freude und Erfolg für alle Projekte!

60.Todesjahr Marilyn Monroe (*1.6.1926 Los Angeles/USA +4.8.1962 ebenda) _ Schauspielerin, Sängerin, Filmproduzentin, Model_

_ im Gespräch und szenischem Fotoporträt:

Linda Pichler, Schauspielerin _ Wien

Interview und alle Fotos_Walter Pobaschnig _Wien 6_21

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Walter Pobaschnig 6_22

„Das Theater sollte den Menschen Halt geben“ Maddalena Noemi Hirschal, Schauspielerin _ Wien 4.8.2022

Liebe Maddalena-Noemi, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Momentan habe ich nur abends Vorstellung, der Luxus tagsüber nicht zu proben verleitet mich danach noch auszugehen. Unser Catering im Wiener Lustspielhaus heißt „francophil“, und macht auch die Gastronomie bei den Tanzwochen im Vestibül, oft gehen wir nach dem Theater mit der Belegschaft mit ins Vestibül, um noch zu tanzen. Ich finde den Austausch mit KünstlerInnen aus anderen Spaten extrem spannend und der Kontakt bereichert und inspiriert mich.

Maddalena Noemi Hirschal, Schauspielerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Etwas Gemeinsames zu finden. Die Pandemie hat gefühlsmäßig dazu beigetragen, dass Jeder/Jede auf sich selbst schaut nach dem Motto:“ Rette sich wer kann“ und „Ich glaube was ich will“. Überhaupt ist alles wahnsinnig schnell, als würden die Menschen etwas aufholen wollen. Ich glaube Ruhe ist wichtig und Zusammenhalt. Lieben ist wichtig. Ich bin für mehr Zärtlichkeit.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel der Kunst an sich zu?

Es gibt und wird in Zukunft, auch in Österreich, sehr viele arme Menschen geben, die Auswirkungen sind bereits fühlbar.  Das Theater macht eine schwere Zeit durch. Ich habe gelesen, dass eine aktuelle Werkstatistik des Deutschen Bühnenvereins zeigt, dass die Zahl der Zuschauer in Spielzeit 2020/21 verglichen mit der Saison 2018/19 um 86 Prozent zurückgegangen ist. Diese Zahl hat mich hart getroffen. Das ist eine Katastrophe. Was das in Zukunft für die Kunst bedeutet, weiß ich nicht. Ich habe Angst davor. Das Theater sollte die Menschen umschließen, ihnen Halt geben, sie mit den großen Themen des Lebens füttern und sie reicher nachhause gehen lassen.

Was liest Du derzeit?

Marlene Streeruwitz
Handbuch gegen den Krieg.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Frieden ist ein anderes Wort für Gerechtigkeit“
„Krieg ist Handel mit Leben und Tod“

Vielen Dank für das Interview liebe Maddalena Noemi, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Maddalena Noemi Hirschal, Schauspielerin

https://wienerlustspielhaus.at/

Foto_privat

3.8.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Helden des Friedens, wo seid ihr“ Luis Stabauer, Schriftsteller _ Give Peace A Chance _ Wien 3.8.2022

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Gemeinsam hatten wir die

Ideale, riefen auf, organisierten Demonstrationen

Viele machten mit

Erwachten, brachten ihre Sehnsucht auf den

Punkt

Erkannten das militärische Denken

Auch die Machtpolitik der Männer dahinter

Controlling der Massen setzte ein

Erkenntnisse führten zum


Aufstand von unten

Chancen wurden umgesetzt

Helden des Friedens, wo seid ihr

Arm in Arm in den Straßen

Neuerliches Aufstehen und singen im

Chor der Friedfertigen, um

Entzweiung, Spaltung und Agitation zu beenden.


Luis Stabauer, 30.7.2022

Luis Stabauer_Schriftsteller 

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Luis Stabauer_Schriftsteller 

http://www.luis-stabauer.at/

Fotos_privat

Walter Pobaschnig _ 30.7.2022.

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„Liebe, Tatkraft und Zuversicht“ Regula Venske, Schriftstellerin _ Hamburg 3.8.2022

Liebe Regula, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Aufgrund meines ehrenamtlichen Engagements für den deutschen sowie für den internationalen PEN war mein Tagesablauf in den vergangenen Jahren recht abwechslungsreich, einerseits bedingt durch viele Reisen, andererseits zu Corona-Zeiten gefüllt mit etlichen Meetings via Teams, Zoom oder Skype. Jetzt, im Sommer 2022, freue ich mich auf und über ruhige Tage, an denen ich vor mich hinschreibe und abends nette Menschen treffe.

Regula Venske, Schriftstelerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Dasselbe wie immer: Liebe, Tatkraft und Zuversicht. Und heitere Gelassenheit nicht zu vergessen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle persönlich und gesellschaftlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur und der Kunst an sich zu?

Ich bin mir gar nicht sicher, ob alle Menschen vor einem Aufbruch stehen. Bei manchen neigt sich das Leben doch auch dem Ende zu oder für sie ist gerade ruhige Kontinuität wichtig. Das möchte ich nicht verallgemeinern und ebenso wenig die Rolle der Literatur oder Kunst festschreiben. Eine solche Einengung widerspräche meines Erachtens dem Wesen der Kunst, die doch Offenheit und Freiheit braucht. Sehe jeder, wie er’s treibe – die Vielfalt auch der Rollen finde ich gerade gut.

Was liest du derzeit?

Viele viele Mails und den Text, an dem ich gerade schreibe. Auf der Liste für danach steht ganz obenan Stephan Malinowski: „Die Hohenzollern und die Nazis. Geschichte einer Kollaboration“ (Propyläen Verlag, Berlin), mit dem deutschen Sachbuchpreis 2022 ausgezeichnet. Und zur Entspannung auf dem Balkon werde ich mir, bevor der Sommer zu Ende ist, „Miss Austen“ von Gill Hornby, gönnen (Arrow Books, London), das ich kürzlich von einer Reise aus London mitbrachte.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest du uns mitgeben?

„There is a crack in everything, that’s how the light gets in.” Leonard Cohen

Vielen Dank für das Interview liebe Regula, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Regula Venske, Schriftstellerin

http://www.regulavenske.de/

Foto_privat

23.6.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Wir sollten uns alle überlegen was Liebe ist“ Dagmar Strobl, Model _ acting „Teorema“ _ 100.Geburtstag P.P.Pasolini _ Wien 2.8.2022

Dagmar Strobl _ Model _Make Up Artist_Wien _
acting „Teorema“ (1968) _100.Geburtstag P.P.Pasolini

Liebe Dagmar, welche Zugänge hast Du zum Film „Teorema – Geometrie der Liebe“ (1968) des italienischen Dichters, Regisseurs, Aktivisten P.P.Pasolini (*1922 Bologna +ermordet 1975 Rom)?

Der Film erschüttert und regt zum Nachdenken an, wie schnell Lebensstrukturen zerbrechen können und stellt viele Fragen nach Liebe, Mensch, Gesellschaft. Viele Emotionen bewegtem mich beim Ansehen.

Wie nah ist Pasolini mit diesem Film auch an der Gegenwart in Liebe, Leben, Glück und Leiden?

Dieses Auf- und Zerbrechen einer Familie in der Begegnung, die so vieles auslöst, halte ich auch heute nicht für unmöglich. Pasolini zeigt hier die Fragilität von scheinbaren Gewissheiten sehr drastisch auf.

Pasolini zeigt in Teorema die Kraft, Macht des Menschseins in allen Höhen und Tiefen. Es ist ein freier Fall, eine Hingebung in das Unbekannte, Schöne, Dunkle zu aller Zeit.

Gesellschaftlich gesehen, ist dieses Bild der klassischen Familie mit Vater, Mutter, Tochter, Sohn natürlich verändert. Es gibt verschiedenste Modelle, patchwork etwa, das ermöglicht viele neue Zugänge zueinander und sich selbst, wie stellt natürlich auch vor Herausforderungen. Aber Familie als „geschlossener Raum“ wie in Teorema ist doch in manchen Gesellschaften schon geöffnet, aufgebrochen. Dies betrifft auch die Möglichkeiten von Trennung, Veränderung.

Gibt es für Dich einen bestimmten inneren „Kippmoment“ der Personen in der Begegnung mit dem Fremden?

Sehnsucht, Hoffnung brechen im intensiven Impuls der Begegnung auf und dieses plötzlich freigesetzte Innere reißt den bisherigen Menschen an sich, ja, zerfetzt ihn. Da sind Momente und auch ein Prozess, der sich sturzflutartig ergießt. Dramatisch, entsetzlich, erschütternd.

Das Unglück in ihnen, das Unerfüllte, wird zur Lawine, die sie begräbt und darunter sie dann um Perspektiven ringen, um sich freizumachen.

Pasolini zeigt das unbewusst Verdrängte, Sehnsüchte, schonungslos und sehr drastisch auf und auch die unterschiedlichen Wege der rastlosen Flucht dann.

Wie funktioniert das Leben der Familie vor der Begegnung mit dem Gast?

Da ist sehr viel Gleichgültigkeit da. Es gibt keine echten Gefühle und zwischenmenschlichen Beziehungen im nebeneinander Herleben. Das ist natürlich auch ein gesellschaftlicher Spiegel der Zeit. Pasolini stößt in diesen Verlust des Menschseins schonungslos hinein.

Wie siehst Du den Gast, Besucher? Als Verführer, Befreier, Zerstörer?

Als all das. Es sind mehrere Rollen und er ist alles in einer Person.

Einerseits zerstört er nichts, weil ja nichts mehr da war.

Er selbst lässt aber auch keine Nähe zu.

Er ist für mich ambivalent. Nicht sympathisch, eher kalt.

Hilft er der Familie?

Nein. Es gibt Erwartungen an ihm von allen, diese bleiben unerfüllt.

Wie gehst Du selbst mit Wünschen, Sehnsüchten um?

Ich versuche diese zu verwirklichen. Es kommt natürlich auf die Form, Richtung dieser an.

Ich mache Wünsche nicht an anderen, sondern nur an mir selbst fest.

Wunscherfüllungen sollten keine Abhängigkeit erzeugen, sondern Freiheit geben, ermöglichen.

Wünsche sind Wege, die auch verirren lassen. Es braucht einen Plan.

Kommen die Personen in Teorema im Persönlichkeitsprozess mehr zu sich selbst?  

Das würde ich beim Vater und Sohn so sehen. Bei der Tochter, nein, da beginnt ein großes Leiden, eine innere Zerstörung. Bei der Mutter, ja, vielleicht. Sie folgt ihren Sehnsüchten. Bei der Haushälterin ist es auch so.

Ist Unglück gesellschaftlich bedingt?

Pasolini weist im Film ja zu Beginn darauf hin, als der Vater seine Fabrik den Arbeitern schenkt und damit ja Veränderungen in Arbeit und Leben ermöglichen will.

Unglück hat aber immer mehrere Dimensionen. Es gibt Angelpunkte dafür, die ganz unterschiedlich sein können.

Wir können im Leben in der Arbeit, der Familie, der Sexualität unglücklich sein. Psychoanalyse wie politische Gesellschaftskritik suchen da Strukturen aufzuzeigen. Es greift aber darüber hinaus.

Das Unglück ist eine Aufgabe des Lebens.

Wir stehen immer vor der Wahl, Unglück ertragen zu wollen oder Entscheidungen zu treffen, sich davon zu befreien versuchen.

Ist Sexualität ein Schlüssel zum Selbst?

Ja.

Sexualität ist das Innerste. Ist Geschenk und Sinn.

Der Wert der Sexualität wird heute oft zugunsten Materiellem vergessen.

Sexualität, Begehren haben für mich sehr viel mit Harmonie und Vertrauen zu tun.

Was sind für Dich Gründe dieser Tragik in Familie und Gesellschaft in Teorema?

Die Kinder sind in den Strukturen der Familie und die Familie in der Gesellschaft gefangen. Sie haben keine Chance. Die Ketten wiegen schwer, erdrücken. Da ist keine Lebensfreude, nichts Schönes mehr in der Familie. Es ist alles oberflächlich, gleichgültig, ohne Empathie füreinander.

Es ist viel da, materiell, aber innerlich und zwischenmenschlich nichts. Daraus folgt der tiefe, freie Fall. Die Darstellung, Rolle in der Gesellschaft zählt da allein, nicht das Sein, was ich, wir sind.

Ist der Körper, in Bewusstwerdung und Freiheit, ein Weg der Befreiung für die Familie?

Der Körper ist unsere Präsenz. Innen und Außen. Darin liegt Schönheit und Sinn, Befreiung wie Fall.

Was ist für Dich Glück?

Glück ist immer anders. Es ist da und dort.

Ich liebe den stillen Morgen im Sonnenaufgang etwa sehr.

Was kannst Du von Teorema mitnehmen?

Den Anspruch und das Bemühen Gleichgültigkeit in Leben, Familie und Gesellschaft nicht zuzulassen.

Wir sollten uns alle überlegen was Liebe ist.

Ist Liebe möglich?

Ja.

Liebe ist Verzicht.

Dagmar Strobl _ Model _Make Up Artist_Wien _
acting „Teorema“ (1968) _100.Geburtstag P.P.Pasolini

Vielen Dank für das wunderbare szenische Fotoshooting&Interview, liebe Dagmar!

100.Geburtstag _ P.P.Pasolini (5.3.1922 Bologna – +ermordet 2.11.1975 Rom) _ im Gespräch und szenischem Fotoporträt zum Film „Teorema“ P.P.Pasolini (1968):

Dagmar Strobl_Model, Make-Up Artist _Wien

Interview und alle Fotos_Walter Pobaschnig _Wien_6/2022

magdas Hotel _ Wien

Walter Pobaschnig 7_22

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