Ukraine 2022 _ all photos by Maxym Kozmenko, photographer, photojournalist, Ukraine.Maxym Kozmenko, photographer, photojournalist, Ukraine.
Lieber Maxym, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Dear Maxim, what`s your routine at the moment?
My day starts with a cup of coffee and hot news from the frontline in Ukraine. Than I take the camera and go to my workplace, where I search any information about situation in Chernivtsi and region. If there is something interesting and newsfull, I go and take pictures. The day ends with playing with my kids.
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
What`s now particularly important for all of us?
We should stay honest and chierful. Strong and brave. In this hard days for my country the people of Ukraine struggle for their freedom, for their lifes. And we are very greatful to those nations who support our fight. All of them are brave and honest in their position.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Fotografie, der Kunst an sich zu?
New start, new beginning. What will be essential and which roles will fotografie, art play?
The power of photography is undoubtly high. Capturing the moment, which exists right here and right now, photographer creates the history. No matter is it a street photography from a small peaceful town or is it a reportage from the warzone. Every photo has it’s value, because it holds the time and space in one concrete picture.
Today photography plays the key role in the journalism. Just one photo can strenghen the article with a thousand of words. And I see how it works. From the beginning of the fullscale agression by russian forces in Ukraine I photographed the huge crowd of people at the state border, I made reportages about displaced Ukrainians who will never come back home anymore, I pictured soldiers who lost their legs and arms at the war, I was shooting funerals of killed Ukrainian warrios, and I saw through the lens the happiness of people at the liberated areas in Ukraine. Photography gave me ability to show to the world what is happening in my country.
Was liest Du derzeit?
What are you reading currently?
The huge number of the news articles goes at the first place. And when I am exhausted with information I open Tolkien’s „Silmarilion“ and flee to the imagineable world.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Which quote, text will you propose to us?
„The biggest lost is the lost of time“, said Ukrainian philosopher Hryhoriy Skoworoda. And he was right.
Thank you very much for the Interview, dear Maxym, all the best for your great fotowork and all the best in these days for you, your family, your country!
Sommer 1958. Paris. Die gefeierte österreichische Schriftstellerin Ingeborg Bachmann, Preisträgerin der „Gruppe 47“, reist in jene Stadt, die so schwer für sie mit vergangener Liebe beladen ist. Daran muss sie jetzt im Cafè mit Blick auf das bunte Leben am Montmatre denken. Dennoch war sie hierhergekommen. Es ist Sommer, das Leben scheint leichter und freier als sonst. Die Briefe ihres Literaturkollegen Max Frisch, der mit seinem Drama „Biedermann und die Brandstifter“ neue Wege beschreitet und Erfolge feiert, waren der Grund. Oder war es doch?…
Als Max Frisch das Cafè betritt, sieht sich Ingeborg Bachmann kurz um, macht eine Bewegung als wolle sie etwas abschütteln, etwas wie Mohn und Gedächtnis, das gleichsam auf ihrer Schulter zu liegen scheint. Es ist Paul Celan, der gleichsam unsichtbar mit am Tisch sitzt. Ihre große Liebe. Doch es ist genug. Jetzt soll Neues beginnen.
Ingeborg Bachmann legt die Zigarette in den Aschenbecher. Sie ist in den ersten Worten, Blicken neugierig, freundlich und interessiert. Ihr Gegenüber ist sofort begeistert vom Intellekt, dem Selbstbewusstsein und ihrer Ausstrahlung, die jene der vielen Fotos und Fernsehbilder übertrifft. Ebenso ist es ihr Humor, der Frisch überrascht. Das Gespräch kommt schnell in Gang. Dem Kaffee folgt ein Pernod. Der Nachmittag geht in den Abend über. Frisch wollte jetzt eigentlich ins Theater, um sein Stück zu sehen. Doch er bleibt und ihr Weg führt jetzt entlang der Seine und dann zum Zürichsee, zum Wörthersee, dem Elternhaus Bachmanns, und schließlich zum Tiber, wo es enden wird. Es werden vier gemeinsame Jahre sein. Den Briefen folgen nun Worte in Büchern, Andeutungen, Anklagen. Es ist das Danach. Doch es beginnt mit Briefen, mit dem Sommer in Paris…
Der Briefwechsel von Ingeborg Bachmann und Max Frisch ist eine Sensation, die vielseitig zu begeistern weiß – in literarischen Perspektiven wie biographischen Hintergründen. Zahlreiche Fotos und Faksimiles machen diesen langerwarteten Briefwechsel eines der schillerndsten Liebespaare moderner Literatur zusätzlich zu einem einzigartigen Ereignis und Erlebnis.
„Eine literarische Sensation, die vielseitig zu begeistern weiß!“
Ingeborg Bachmann, Max Frisch „Wir haben es nicht gut gemacht“. Der Briefwechsel. Suhrkamp Verlag 2022.
Liebe Naama Isabelle, welche Bezüge, Zugänge gibt es von Dir zu Romy Schneider?
Romy Schneider ist in ihrer Schönheit und Qualität ein Vorbild für mich.
Gibt es einen Film von Romy Schneider, den Du hervorheben möchtest und warum?
César und Rosalie. Weil Dreiecksgeschichten früher Teil meines Lebens waren.
Romy Schneider spielte in ihren Filmrollen sehr intensiv und ausdrucksstark, auch körperlich, und ging bis an die Grenzen des persönlich Möglichen. Etwa in den Filmen „Nachtblende“, „Trio infernale“ oder „Die Spaziergängerin von Sans-Souci“. Wie siehst Du als Schauspielerin die Darstellerin Romy Schneider?
Sie ist in ihrer Interpretation und Authentizität großartig!
Müssen Mensch und Rolle sich immer ganz nah, intensiv, berühren, um diese zu spielen und auch das Publikum erreichen zu können?
Ja teilweise, aber es muss Grenzen geben.
Gibt es Momente in einer Darstellung, in der sich gleichsam die Kontrolle über die Rolle verlieren kann? Und wenn ja, was holt einen dann zurück?
Wenn es passiert, holt einen atmen und essen wieder zurück.
Würdest Du einen Film von Romy Schneider gerne spielen und wenn ja, warum?
Sissi – ich bin die geborene Prinzessin😉
Es gibt von Romy Schneider sehr viele Fotoserien. Gibt es eine Serie, die Du hervorheben möchtest?
Die aus „Max und die Schrotthändler“
Wie siehst Du Romy Schneider vor der Fotokamera? Ist sie da Schauspielerin oder Privatperson oder beides?
Beides
Auch unser Projekt ist ein szenisches Foto/Interviewprojekt. Wie hast Du Dich im Vorfeld darauf vorbereitet und was ist Dir dabei wichtig?
Ich habe mir ein paar Filme von Romy Schneider angeschaut. Die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede.
Wie siehst Du das Spannungsverhältnis von Öffentlichkeit und Schauspielberuf bei Romy Schneider wie an sich?
Ihre frühen Rollen haben sie extrem determiniert. Sie musste erst nach Frankreich gehen, um sich davon zu befreien.
Romy Schneider wechselte nach großen Schauspielerfolgen in den 1950er das Filmgenre wie das Land. Wie siehst Du die Möglichkeiten persönlichen Entwicklungsweges im Schauspielberuf?
Billy Wilder sagte: Die Talentierten werden immer einen Weg finden.
Ich sehe das anders.
Wie war Dein Weg zum Schauspiel und welche Erfahrungen hast Du in Wien im Schauspielberuf gemacht?
Schauspiel hat mein Leben immer wieder bereichert, jedoch ist Gesang mein Leben, wobei mir das Schauspiel für die Bühnenpräsenz wichtig ist.
Wien ist dafür kein einfaches Pflaster.
Was wünscht Du Dir für den Schauspielberuf?
Mehr Teamgeist in den Ensembles.
Was sind Deine kommenden Projekte?
Verschiedene Konzerte und Lesungen, u.a. Frauenthemen und jüdische Themen.
Was möchtest Du Schauspielstudenten*innen mitgeben?
Nie aufgeben, wenn eine Schule dich nicht nimmt!
Wie siehst Du die Umstände des Todes von Romy Schneider?
Tragisch. Sie starb an Alkohol und Tablettenmissbrauch.
Was würdest Du Romy Schneider sagen, fragen wollen?
Warum hast du dir immer die falschen Männer ausgesucht?
Was kann eine Schauspielerin von Romy Schneiders Werk und Leben mitnehmen?
Intensität und Leidenschaft
Romy Schneider hat auch viele Interviews gegeben. Gibt es ein Interview, das Dich besonders anspricht und möchtest Du vielleicht ein Zitat hervorheben?
Drei Tage in Quiberon- dass ihre Mutter wahrscheinlich ein Verhältnis mit Hitler hatte
Darf ich Dich abschließend zu einem Romy Achrostikon bitten?
Jeder Tag ist ein bisschen anders. Ich gehe als Selbstständige meiner Arbeit nach, lese, schreibe an meinem nächsten Roman und an Kurzgeschichten, spaziere, treffe Leute, scherze mit dem Hund, recherchiere, koche Marmelade als Weihnachtsgeschenk … Und das alles zu unterschiedlichen Tages- und Nachtzeiten!
Lisa Mundt, Schriftstellerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Dass wir in Bezug auf unsere Ängste ehrlich sind. Nur so finden wir zu mehr Mut.
Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Wir brauchen einander, um einen Sinn und ein Verständnis für schmerzhafte Veränderungen, Erfahrungen und Herausforderungen zu entwickeln. Kunst schafft Verständnis, und sie schafft die Verbindung zu anderen.
Was liest Du derzeit?
„People In Trouble“ von Sarah Schulman
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„I don’t think about art when I’m working. I try to think about life.“
– Jean-Michel Basquiat
Vielen Dank für das Interview liebe Lisa, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Lisa Mundt, Schriftstellerin
Zur Person_ Lisa Mundt, geb. 1990 in Wien, Studium der Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst Wien, Debütroman „Als meine Therapeutin schwieg“ bei MILENA Verlag (2019), lebt und arbeitet in Wien und Niederösterreich.
Hätten wir nur nicht vergessen, dass wir ohne etwas kommen und ohne etwas gehen.
Am Anfang und am Ende. Und dazwischen wäre es leichter, wir machten es uns
Nicht so schwer.
Clever leben in Fortschritt und Frieden.
Es ist für alle genug da, es ist für alle genug Platz, es wäre ja so leicht.
Barbara Plagg, 4.12.2022
Barbara Plagg, Autorin, Wissenschaftlerin
Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:
Barbara Plagg, Autorin, Wissenschaftlerin
Zur Person: Barbara Plagg (Wissenschafterin und Autorin) arbeitet als Wissenschaftlerin am Institut für Allgemeinmedizin und Public Health in Bozen und schreibt als Autorin vordergründig sozialkritische Beiträge im Südtiroler online Magazin barfuss. Ihr Theaterstück „72 Stunden – Eine Anklage“, das zum Thema Femizid sensibilisiert, wurde diesen Herbst als Ko-Produktion der Städtetheater Bruneck, Bozen und Meran aufgeführt. Barbara lebt mit ihrer Familie in Südtirol.
„Schatten der Scham“ Sabina Zwitter-Grilc. Über transgenerationale Traumaweitergabe unter den Kärntner Slowen*innen, Rom*nja, Jüd*innen in Text und Film.
„50 Jahre Kärntner Ortstafelsturm“ Dokumente aus dem Nachlass von LH Hans Sima mit Kommentaren von Rudi Vouk
Auf der Alm. Angelika Kampfer/Werner Koroschitz
Alle Bücher _ Hermagoras Verlag _ 2022
Der Klagenfurter Hermagoras Verlag erweist sich mit diesen ganz besonderen Neuerscheinungen vor Weihnachten einmal mehr als eine wesentliche Säule historischen Landes-, Kulturgedächtnisses wie der Betonung von Menschenrechten und verbindenden Kulturbewussteins der Gegenwart weit über die Grenzen Kärntens hinaus.
Das Buch zum Film „Schatten der Scham“ (2013) berichtet und dokumentiert auf erschütternde wie eindringliche Weise die Deportation slowenischsprachiger Kärntner*innen im Jahre 1943 wie die weitere Verfolgung von Volks-, Religionsgruppen im Nationalsozialismus wie deren Generationenaufgabe in persönlicher Trauer wie politischer Aufgabe.
Das Buch versammelt Erfahrungsberichte wie Stellungnahmen, etwa des Nobelpreisträgers Peter Handke, und wird so zu Zeugnis und Mahnmal von Vergangenheit und Gegenwart.
„Schatten der Scham“ Sabina Zwitter-Grilc. Über transgenerationale Traumaweitergabe unter den Kärntner Slowen*innen, Rom*nja, Jüd*innen in Text und Film.
Das Buch „50 Jahre Kärntner Ortstafelsturm“ ist ein Zeitdokument der Anfang 1970er Jahre in denen es in Kärnten aufgrund zweisprachiger Ortstafeln (Deutsch/Slowenisch) zu schweren Auseinandersetzungen in Politik und Gesellschaft kam. Dieses Buch versammelt erstmals Dokumente aus dem Nachlass des damaligen Landeshauptmannes von Kärnten, Hans Sima, und gibt Einblick die Vorgänge in der Landes- wie Bundespolitik.
Das Buch ist ein wichtiger Baustein des Landesgedächtnisses auf dem weiteren Weg zu Miteinander und Zukunft.
„50 Jahre Kärntner Ortstafelsturm“ Dokumente aus dem Nachlass von LH Hans Sima mit Kommentaren von Rudi Vouk
Der Text- und Bildband „Auf der Alm“ist eine wunderbare Zeitreise in beeindruckenden sw Fotografien, Erfahrungsberichten wie Dokumentation des Almlebens in Kärnten und dessen Schönheiten, Herausforderungen und Perspektiven.
Ein Buch, das zu einem ganz besonderen Stück Lebenskultur Kärntens einlädt und Besuchs- Reisepläne zu allen Jahreszeiten inspiriert, um vor Ort Vielfalt und Faszination des „Auf der Alm“ Seins kennenzulernen.
Lieber Alexander, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Ich habe keinen festen Tagesablauf, jeder Tag ist anders. Ich mag es sehr, nicht zu wissen was der Tag so bringt. Beispiel: Vor einer Woche dachte ich mir, ich hab dieser Tage so wenig zu tun. Ich hab deshalb einige Freunde und KollegInnen angeschrieben, ob Sie Zeit hätten. Und plötzlich kommen gleichzeitig zwei große Castings rein und alles ist anders.
Deshalb gibt es keinen festen Tagesablauf, man muss in dieser Branche sehr flexibel sein.
Alexander Diwiak, Schauspieler
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Optimistisch sein. Weil es nichts bringt sich dauernd Sorgen zu machen, das schlägt sich nur auf die Gesundheit nieder. Schlussendlich wird immer alles gut, auch wenn es oft nicht danach aussieht.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Durch Krisen kommt man immer am Besten im Team. Also füreinander da sein, sich gegenseitig unterstützen. Und die Chancen sehen, vieles in Zukunft besser machen zu können.
Die Kunst hat die Macht, uns für einen Moment oder zwei in eine andere Welt zu versetzen und alles andere zu vergessen. Deshalb glaube ich auch fest daran, dass Theater, Film, Musik, Literatur usw. immer ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens sein werden.
Was liest Du derzeit?
Ich lese hauptsächlich Drehbücher und Wissenschaftsmagazine. Und die Bücher meiner Frau.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist. (Johann Strauss Sohn)
Alexander Diwiak, Schauspieler
Vielen Dank für das Interview lieber Alexander, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
Liebe Andrea, vielen Dank für Dein Interesse an dem szenischen Projekt „Station bei“ Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur in Bild&Wort. Vielen Dank auch für die Einladung hier in das Flamencozentrum Peña Flamenca la Granaina in Wien, 1090!
Du hast Dir als Thema die Schauspielerin Audrey Hepburn (* 4. Mai 1929 Ixelles/Elsene, Belgien † 20. Januar 1993 in Tolochenaz, Schweiz), einen der prägenden Filmstars der 1950/60 Jahre, ausgezeichnet mit 4 Oscars und 6 Golden Globes, ausgesucht.
Andrea Narten, Tänzerin, Choreographin, Autorin
Andrea Narten, Tänzerin, Choreographin, Autorin
Was fasziniert Dich persönlich an und welche Zugänge hast Du zu Audrey Hepburn?
Meine erste Begegnung gab es bereits nach meiner Geburt. Meine Mutter hatte sich im Krankhaus den Namen Martina für mich überlegt. Als mein Vater dann zum Rathaus in meiner Heimatstadt Trenčín (Slowakei) ging, um meine Geburt zu melden, hat er sich für den Namen Andrea – inspiriert von Audrey Hepburn -entschieden. Das war mein erster Kontakt zu Audrey Hepburn (lacht).
Ich liebe ihre Filme „Ein Herz und eine Krone“, „Frühstück bei Tiffany“ oder „My Fair Lady“. Ich fand sie als Schauspielerin sehr authentisch, etwa in der Darstellung unterschiedlichster Emotionen. Auch ihre Wandlungsfähigkeit in ihren Filmrollen ist großartig.
Audrey Hepburn war in ihrem sozialen Engagement wie der Tätigkeit als UNICEF Sonderbotschafterin sehr engagiert. Ihre Interviews, Aussagen sind wie Ihre Kunst und Ihr Menschsein für mich bis heute sehr inspirierend.
Dir wurde gleichsam mit der Namensgebung die Kunst in die Wiege gelegt. Liegt die Kunst in Deiner Familie?
Die Liebe zur und die Bewunderung der Kunst – ob Oper, Konzerte, Ausstellungen, weiteres – liegt in meiner Familie, meine Eltern sind da sehr interessiert und wertschätzend.
Aber meine Eltern wollten nicht, dass ihre Töchter Künstlerinnen werden. Meine Schwester ist Architektin geworden und war viele Jahre in internationalen weltberühmten Filmproduktionen bei Kulissenentwurf tätig. Mich wollten meine Eltern eher in einer Bank sehen zu arbeiten. Es war ein jahrelanges Gespräch, Druck und emotionaler Kampf, um ihr Verständnis und Akzeptanz für meinen künstlerischen Weg zu spüren. Entscheidend war mein Auftritt im Theater in meiner Heimatstadt 2019, als mich meine Eltern auf der Bühne tanzend gesehen haben.
Wie hat sich für Dich persönlich der Weg zur Kunst entwickelt?
Ich tanzte seit meiner Kindheit. Entscheidender Schritt für meinen zukünftigen Weg und meine Ausdruckform war die Aufnahme in die Flamencogruppe Andalucia in Bratislava. Anschließend folgten Flamencotanz-Fortbildungen bei renommierten Flamenco-Tänzer*innen in Spanien (Details auf http://www.narten.net) und das Bewegung- und Tanzpädagogische Studium. Bei der Organisation und Präsentation meiner künstlerischen Arbeit unterstützt mich mein abgeschlossenes Marketing Studium und in der Kommunikation mit meinen Kunden mein abgeschlossenes Personal Coach Studium.
Ich liebe am Flamenco den intensiven Ausdruck der tiefsten Emotionen breiter Palette, die unterschiedlichen Rhythmen, die mit melodischen kraftvollen Schrittkombinationen mitgespielt werden, die feinen Armbewegungen, die ganzkörperliche Expression in Symbiose mit Flamenco-Musik in Kommunikation mit den Sänger*innen und Musiker*innen, wie auch mit dem Publikum und mit meinen Flamenco-Schüler*innen. Das alles schätze ich sehr und es passt auch zu meiner Persönlichkeit.
Seit 2011 lebe ich in Wien und neben meinem Flamenco-Tanz-Unterricht kreiere ich in Zusammenarbeit mit ausgezeichneten Künstler*innen eigene Theater[1]Tanz-Produktionen u.a. Flamenco meets Classic „Frauenbilder“ (2014, Ateliertheater Wien), Flamenco meets India „Roots & Wings“ (2015, Ateliertheater Wien), Flamenco meets Orient „Let Me Dance“ (2017, Ateliertheater Wien), Afro meets Flamenco „LAVA“ (2018, ODEON Wien), Flamenco Show „RETORNO” (2019, ODA Trencin Slowakei), Flamenco Fusion Show “SÍ o NO” (2021, OFF Theater Wien), Flamenco Show „CONEXIÓN“ (2022, =ff Theater Wien).
Wurde in Deiner Schule in der Slowakei künstlerisches Interesse gefördert?
Da haben mich meine Eltern sehr unterstützt. Ich habe getanzt, gemalt, Gitarre gespielt und sehr gerne Gedichte geschrieben. In der Schule wurde dies auch gefördert. Die Möglichkeiten des künstlerischen Weges und Entwicklung waren da. Entscheidend war die Persönlichkeit der Lehrerin oder des Lehrers, wie stark sie mich geprägt haben. Ich selbst bin sehr dankbar allen inspirierenden Lehrern, die mich auf meinem künstlerischen Weg und auf meinem Lebensweg begleitet haben.
Wir sind hier in Eurem wunderbaren Flamencozentrum. Welche Projekte gibt es hier?
Wir sind ein Kolleginnenteam und bieten den Flamenco Unterricht (Tanz, Gesang, Rhythmus) für Erwachsene wie auch für Kinder an und organisieren Flamenco-Veranstaltungen.
Was sind Deine aktuellen Projekte?
Ich plane für den Frühling 2023 eine neue Produktion, in der es um Licht und Lebensfreude in unserer so herausfordernden und belastenden Zeit gehen soll. Es sind ja viele Fragen, die aktuell sind – Wie geht es weiter weltweit mit nicht ausreichender Unterstützung der Bildung, der Kunst, des Gesundheitswesens,des Klimaschutzes, mit dem Kampf für Frieden und Menschenrechte, Gleichberechtigung, gegen Armut? Es macht mich sehr traurig, wenn ich über die Grausamkeit und Gier der Menschen weltweit täglich lese. Ich möchte ein Licht in diese herausfordernden Zeiten unserer Welt bringen. Der Name des Projektes wird auch „La Luz“, das Licht, sein.
Welche Bezüge hast Du zum Schauspiel?
Ich liebe das Schauspiel im Theater wie im Film und bin leidenschaftlicher Kinofan. Seit meiner Kindheit bin ich gerne mit Familie, Freunden oder allein ins Kino gegangen. Die Filmpalette war immer sehr breit, bunt und international.
Was kannst Du als Tänzerin von Audrey Hepburn in Deine Kunst mitnehmen?
Ihre Eleganz. „Eleganz ist die einzige Schönheit, die nie vergeht“, sagte Audrey Hepburn. Ihr Ausdruck. Das ist ganz wichtig für die Präsenz und das Charisma auf der Bühne, damit ich dem Publikum ausdruckstark genug mit meinem Körper meine Botschaft mitteilen kann. Für mich ist das ein sehr wichtiger Prozess der Expression, der sich zwischen Probe und Bühne reflektiert, entwickelt und realisiert. Talentierte Schauspieler*innen waren da für mich immer eine große Inspiration.
Was möchtest Du jungen Tänzer*innen, Künstler*innen mitgeben, die am Anfang ihres Weges stehen?
Mit viel Freude, Neugier, Ausdauer diesen Weg zu gehen. Ich wünsche jungen Künstler*innen viel Mut ihre Schritte zu machen, um alle Möglichkeiten für ihren authentischen Ausdruck zu entdecken und umzusetzen.
Kunst kann sehr kraftvoll, energetisierend, inspirierend, motivierend sein. Sie lässt uns fühlen, neu entdecken, neu Prioritäten setzen, das Unsichtbare sichtbar, das Vergessene wieder lebendig machen.
Ich wünsche mir, dass die Kunst die Menschen vereint, dass sie uns in aller Unterschiedlichkeit zueinander bringt. Das wünsche ich mir und uns allen von Herzen.
Gibt es Bezüge Audrey Hepburns zu Wien?
Audrey Hepburn arbeitete mit dem österreichischen Filmregisseur Fred Zinnemann zusammen, der im 3.Bezirk in Wien aufgewachsen ist.
In jedem Fall bringst Du mit diesem Fotoshooting und Interview Audrey Hepburn nach Wien, herzlichen Dank dafür, liebe Andrea, auch für das so freundliche Willkommen hier im Flamencozentrum Peña Flamenca la Granaina in Wien, wo du den Flamenco-Tanz unterrichtest und deine Produktionen kreierst. Details über deine künstlerische Arbeit sind aufhttp://www.narten.net zu lesen.
Andrea Narten, Tänzerin, Choreographin, Autorin
Station bei Audrey Hepburn _ Audrey Hepburn, Schauspielerin (*4.Mai 1929 + 20.Januar 1993)
Andrea Narten, Tänzerin, Choreographin, Autorin_acting Audrey Hepburn