„Audrey Hepburns einzigartige Eleganz“ Andrea Narten, Tänzerin _ Station bei Audrey Hepburn _ Wien 8.12.2022

Liebe Andrea, vielen Dank für Dein Interesse an dem szenischen Projekt „Station bei“ Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur in Bild&Wort. Vielen Dank auch für die Einladung hier in das Flamencozentrum Peña Flamenca la Granaina in Wien, 1090!

Du hast Dir als Thema die Schauspielerin Audrey Hepburn (* 4. Mai 1929 Ixelles/Elsene, Belgien † 20. Januar 1993 in Tolochenaz, Schweiz), einen der prägenden Filmstars der 1950/60 Jahre, ausgezeichnet mit 4 Oscars und 6 Golden Globes, ausgesucht.

Andrea Narten, Tänzerin, Choreographin, Autorin
Andrea Narten, Tänzerin, Choreographin, Autorin

Was fasziniert Dich persönlich an und welche Zugänge hast Du zu Audrey Hepburn?

Meine erste Begegnung gab es bereits nach meiner Geburt. Meine Mutter hatte sich im Krankhaus den Namen Martina für mich überlegt. Als mein Vater dann zum Rathaus in meiner Heimatstadt Trenčín (Slowakei) ging, um meine Geburt zu melden, hat er sich für den Namen Andrea – inspiriert von Audrey Hepburn -entschieden. Das war mein erster Kontakt zu Audrey Hepburn (lacht).

Ich liebe ihre Filme „Ein Herz und eine Krone“, „Frühstück bei Tiffany“ oder „My Fair Lady“. Ich fand sie als Schauspielerin sehr authentisch, etwa in der Darstellung unterschiedlichster Emotionen. Auch ihre Wandlungsfähigkeit in ihren Filmrollen ist großartig.

Audrey Hepburn war in ihrem sozialen Engagement wie der Tätigkeit als UNICEF Sonderbotschafterin sehr engagiert. Ihre Interviews, Aussagen sind wie Ihre Kunst und Ihr Menschsein für mich bis heute sehr inspirierend.

Dir wurde gleichsam mit der Namensgebung die Kunst in die Wiege gelegt. Liegt die Kunst in Deiner Familie?

Die Liebe zur und die Bewunderung der Kunst – ob Oper, Konzerte, Ausstellungen, weiteres – liegt in meiner Familie, meine Eltern sind da sehr interessiert und wertschätzend.

Aber meine Eltern wollten nicht, dass ihre Töchter Künstlerinnen werden. Meine Schwester ist Architektin geworden und war viele Jahre in internationalen weltberühmten Filmproduktionen bei Kulissenentwurf tätig. Mich wollten meine Eltern eher in einer Bank sehen zu arbeiten. Es war ein jahrelanges Gespräch, Druck und emotionaler Kampf, um ihr Verständnis und Akzeptanz für meinen künstlerischen Weg zu spüren. Entscheidend war mein Auftritt im Theater in meiner Heimatstadt 2019, als mich meine Eltern auf der Bühne tanzend gesehen haben.

Wie hat sich für Dich persönlich der Weg zur Kunst entwickelt?

Ich tanzte seit meiner Kindheit. Entscheidender Schritt für meinen zukünftigen Weg und meine Ausdruckform war die Aufnahme in die Flamencogruppe Andalucia in Bratislava. Anschließend folgten Flamencotanz-Fortbildungen bei renommierten Flamenco-Tänzer*innen in Spanien (Details auf http://www.narten.net) und das Bewegung- und Tanzpädagogische Studium. Bei der Organisation und Präsentation meiner künstlerischen Arbeit unterstützt mich mein abgeschlossenes Marketing Studium und in der Kommunikation mit meinen Kunden mein abgeschlossenes Personal Coach Studium.

Ich liebe am Flamenco den intensiven Ausdruck der tiefsten Emotionen breiter Palette, die unterschiedlichen Rhythmen, die mit melodischen kraftvollen Schrittkombinationen mitgespielt werden, die feinen Armbewegungen, die ganzkörperliche Expression in Symbiose mit Flamenco-Musik in Kommunikation mit den Sänger*innen und Musiker*innen, wie auch mit dem Publikum und mit meinen Flamenco-Schüler*innen. Das alles schätze ich sehr und es passt auch zu meiner Persönlichkeit.

Seit 2011 lebe ich in Wien und neben meinem Flamenco-Tanz-Unterricht kreiere ich in Zusammenarbeit mit ausgezeichneten Künstler*innen eigene Theater[1]Tanz-Produktionen u.a. Flamenco meets Classic „Frauenbilder“ (2014, Ateliertheater Wien), Flamenco meets India „Roots & Wings“ (2015, Ateliertheater Wien), Flamenco meets Orient „Let Me Dance“ (2017, Ateliertheater Wien), Afro meets Flamenco „LAVA“ (2018, ODEON Wien), Flamenco Show „RETORNO” (2019, ODA Trencin Slowakei), Flamenco Fusion Show “SÍ o NO” (2021, OFF Theater Wien), Flamenco Show „CONEXIÓN“ (2022, =ff Theater Wien).

Wurde in Deiner Schule in der Slowakei künstlerisches Interesse gefördert?

Da haben mich meine Eltern sehr unterstützt. Ich habe getanzt, gemalt, Gitarre gespielt und sehr gerne Gedichte geschrieben. In der Schule wurde dies auch gefördert. Die Möglichkeiten des künstlerischen Weges und Entwicklung waren da. Entscheidend war die Persönlichkeit der Lehrerin oder des Lehrers, wie stark sie mich geprägt haben. Ich selbst bin sehr dankbar allen inspirierenden Lehrern, die mich auf meinem künstlerischen Weg und auf meinem Lebensweg begleitet haben.

Wir sind hier in Eurem wunderbaren Flamencozentrum. Welche Projekte gibt es hier?

Wir sind ein Kolleginnenteam und bieten den Flamenco Unterricht (Tanz, Gesang, Rhythmus) für Erwachsene wie auch für Kinder an und organisieren Flamenco-Veranstaltungen.

Was sind Deine aktuellen Projekte?

Ich plane für den Frühling 2023 eine neue Produktion, in der es um Licht und Lebensfreude in unserer so herausfordernden und belastenden Zeit gehen soll. Es sind ja viele Fragen, die aktuell sind – Wie geht es weiter weltweit mit nicht ausreichender Unterstützung der Bildung, der Kunst, des Gesundheitswesens,des Klimaschutzes, mit dem Kampf für Frieden und Menschenrechte, Gleichberechtigung, gegen Armut? Es macht mich sehr traurig, wenn ich über die Grausamkeit und Gier der Menschen weltweit täglich lese. Ich möchte ein Licht in diese herausfordernden Zeiten unserer Welt bringen. Der Name des Projektes wird auch „La Luz“, das Licht, sein.

Welche Bezüge hast Du zum Schauspiel?

Ich liebe das Schauspiel im Theater wie im Film und bin leidenschaftlicher Kinofan. Seit meiner Kindheit bin ich gerne mit Familie, Freunden oder allein ins Kino gegangen. Die Filmpalette war immer sehr breit, bunt und international.

Was kannst Du als Tänzerin von Audrey Hepburn in Deine Kunst mitnehmen?

Ihre Eleganz. „Eleganz ist die einzige Schönheit, die nie vergeht“, sagte Audrey Hepburn. Ihr Ausdruck. Das ist ganz wichtig für die Präsenz und das Charisma auf der Bühne, damit ich dem Publikum ausdruckstark genug mit meinem Körper meine Botschaft mitteilen kann. Für mich ist das ein sehr wichtiger Prozess der Expression, der sich zwischen Probe und Bühne reflektiert, entwickelt und realisiert. Talentierte Schauspieler*innen waren da für mich immer eine große Inspiration.

Was möchtest Du jungen Tänzer*innen, Künstler*innen mitgeben, die am Anfang ihres Weges stehen?

Mit viel Freude, Neugier, Ausdauer diesen Weg zu gehen. Ich wünsche jungen Künstler*innen viel Mut ihre Schritte zu machen, um alle Möglichkeiten für ihren authentischen Ausdruck zu entdecken und umzusetzen.

Kunst kann sehr kraftvoll, energetisierend, inspirierend, motivierend sein. Sie lässt uns fühlen, neu entdecken, neu Prioritäten setzen, das Unsichtbare sichtbar, das Vergessene wieder lebendig machen.

Ich wünsche mir, dass die Kunst die Menschen vereint, dass sie uns in aller Unterschiedlichkeit zueinander bringt. Das wünsche ich mir und uns allen von Herzen.

Gibt es Bezüge Audrey Hepburns zu Wien?

Audrey Hepburn arbeitete mit dem österreichischen Filmregisseur Fred Zinnemann zusammen, der im 3.Bezirk in Wien aufgewachsen ist.

In jedem Fall bringst Du mit diesem Fotoshooting und Interview Audrey Hepburn nach Wien, herzlichen Dank dafür, liebe Andrea, auch für das so freundliche Willkommen hier im Flamencozentrum Peña Flamenca la Granaina in Wien, wo du den Flamenco-Tanz unterrichtest und deine Produktionen kreierst. Details über deine künstlerische Arbeit sind auf http://www.narten.net zu lesen.

Andrea Narten, Tänzerin, Choreographin, Autorin

Station bei Audrey Hepburn _
Audrey Hepburn, Schauspielerin (*4.Mai 1929 + 20.Januar 1993) 

Andrea Narten, Tänzerin, Choreographin, Autorin _acting Audrey Hepburn

https://www.narten.net/

Interview und alle Fotos_Walter Pobaschnig _Wien_11.2022

https://literaturoutdoors.com

Walter Pobaschnig 11_22

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