„Meistens“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Naoko Muneoka, Künstlerin  _ Wien 21.7.2026

Naoko Muneoka, Künstlerin  _ Wien _
performing Nachtblende/Malina am Originalschauplatz _ Wien _
Nachtblinde, Film, Romy Schneider, 1975 _
Malina, Ingeborg Bachmann, Roman 1971 _
Walter Pobaschnig, 5/26, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance Originalschauplatz „Malina“ Wien.

MALINA _ Akrostichon

Text  & Performance _  Naoko Muneoka, Künstlerin  _ Wien 

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

MALINA

M
eistens

Aber

Liege

Ich

Nachts

An dich denkend

Naoko Muneoka, 28.5.26

Naoko Muneoka, Künstlerin  _ Wien _
performing Nachtblende/Malina am Originalschauplatz _ Wien _
Nachtblinde, Film, Romy Schneider, 1975 _
Malina, Ingeborg Bachmann, Roman 1971 _
Walter Pobaschnig, 5/26, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance Originalschauplatz „Malina“ Wien.

MALINA _ Akrostichon

Text  & Performance _  Naoko Muneoka, Künstlerin  _ Wien 

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

Naoko Muneoka, Künstlerin

Zu Person und Werk: Naoko Muneoka/Malerei :

5 Fragen Interview _ Literatur outdoors; „Das eigene Leben leben können“ Naoko Muneoka, Künstlerin _ Wien 10.5.2024 | Literatur outdoors – Worte sind Wege

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Naoko Muneoka, Künstlerin  _ Wien _
performing Nachtblende/Malina am Originalschauplatz _ Wien _
Nachtblinde, Film, Romy Schneider, 1975 _
Malina, Ingeborg Bachmann, Roman 1971 _
Walter Pobaschnig, 5/26,

Walter Pobaschnig, 30.5.26

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„in den Telefonleitungen rauscht noch der Krieg“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Clemens Schittko/Marcela Selinger _ Berlin/Wien 20.7.2026

 Marcela Selinger, Sängerin _ Wien _
 performing Malina _ Originalschauplatz Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann,.1971 _
Walter Pobaschnig 9/21, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz Wien

MALINA _ Akrostichon

Text  _  Clemens Schittko, Schriftsteller _ Berlin

Performance _ Marcela Selinger, Sängerin _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

 Marcela Selinger, Sängerin _ Wien _
 performing Malina _ Originalschauplatz Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann,.1971 _
Walter Pobaschnig 9/21, folgende
 Marcela Selinger, Sängerin _ Wien _
 performing Malina _ Originalschauplatz Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann,.1971 _
Walter Pobaschnig 9/21, folgende

MALINA

morgens brennen die Häuser aus Papier hinter den Lidern

alle Spiegel sprechen mit der Stimme der Verwaltungen

langsam verschwindet eine Frau im Korridor der Wörter

in den Telefonleitungen rauscht noch der Krieg

niemand rettet den Satz vor den Männern und ihren Akten

aber nachts atmet Rom weiter durch die offenen Fenster

Clemens Schittko, 13.5.26

 Marcela Selinger, Sängerin _ Wien _
 performing Malina _ Originalschauplatz Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann,.1971 _
Walter Pobaschnig 9/21, folgende
 Marcela Selinger, Sängerin _ Wien _
 performing Malina _ Originalschauplatz Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann,.1971 _
Walter Pobaschnig 9/21, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz Wien

MALINA _ Akrostichon

Text  _  Clemens Schittko, Schriftsteller _ Berlin

Performance _ Marcela Selinger, Sängerin _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

 Clemens Schittko, Schriftsteller
Marcela Selinger, Sängerin

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Clemens Schittko _ privat

Fotos:  Marcela Selinger, Sängerin _ Wien _
performing Malina _ Originalschauplatz Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann,.1971 _
Walter Pobaschnig 9/21.

Walter Pobaschnig, 13.5.26

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Insel der Ratten, Jo Nesbø. Roman. Ullstein Verlag.

Hier regiert das Chaos, die Gewalt und die Angst. Hier in dieser Stadt, in der sich alle, die es sich leisten können, auf dem Weg hinaus machen, um dem Tod zu entfliehen. Hin zum Schiff, wohin die zahlungskräftigen Bewohner mit dem Militärhubschrauber gebracht werden. Jetzt warten sie am Dach des bewachten Wohnhauses und hoffen, dass es gelingt, bevor Banden in das Wohnhaus eindringen können…

Im Tumult der Stadt werden Familien getrennt und zu Feinden. Die Spirale der Gewalt dreht sich unerbittlich zwischen Tat und Rache…

Doch wie kann es nun weitergehen? Wer kann retten, gerettet werden und kann es einen neuen Morgen und Aufbruch geben?…

Bestsellerautor Jo Nesbø legt seinen neuen Roman vor, der in eine dystopische Welt führt und dieses urbane Untergangsszenario bietet in gewohnter Nesbø Manier beste Thrillerspannung bis zum furiosen Ende.

„Jo Nesbø beweist einmal mehr, dass er ein Meister moderner Thrillerspannung ist!“

Insel der Ratten, Jo Nesbø. Roman. Ullstein Verlag.

Hardcover, 208 Seiten

Originaltitel: Rotteøya og andre fortellinger

Übersetzung/aus dem Norwegischen von Günther Frauenlob

ISBN 9783550201530

Erscheinungstag 25.06.2026

Preise _ DE 19,99 €, AT 20,60 €

Walter Pobaschnig 7/26

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„Eine radikale Offenheit“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Clemens Schittko, Schriftsteller _ Berlin 20.7.2026

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

im Interview _ Clemens Schittko, Schriftsteller _ Berlin

Lieber Clemens, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns?

Ich schreibe Lyrik, seitdem ich 15 oder 16 bin. Da kommt man um Bachmann eigentlich nicht herum. Ihre Gedichte habe ich das erste Mal mit 18 oder 19 gelesen. Und dann immer wieder. Wenn auch in den letzten Jahren seltener. Aber vielleicht ändert sich das mit ihrem 100. Geburtstag.

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

Eine radikale Offenheit. Das Festhalten an der Liebe, obwohl gerade Bachmanns Zeit von so viel emotionaler Kälte geprägt war. Das Existentielle. Die Ernsthaftigkeit – bis hin zur Melancholie. Eine gewisse Zartheit. Die Suche nach (einer) Wahrheit, sofern so etwas überhaupt gibt.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben und warum?

Natürlich Die gestundete Zeit und Anrufung des Großen Bären. Warum? Weil da etwas Dunkles ist, etwas, das nicht aufgeht und von Hölderlin über Trakl bis zu etwas reicht, das noch zu schreiben ist. Außerdem ist da eine Kraft in den Gedichten, in den Bildern, die Individuelles und Politisches auf einzigartige Weise zusammenführen und sie bis heute sowohl für Konservative als auch für Progressive interessant machen.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Ob sie Rolf Dieter Brinkmann gelesen hat und was sie von seiner Lyrik hält. Beide hätten sich 1972/73 in Rom begegnen können. Ein Treffen ist aber nicht belegt.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Ich möchte ein dreiteiliges Langgedicht über den Anfang, die Gegenwart und das Ende des Universums schreiben. Zudem suche ich für zwei bis drei Manuskripte mit Langgedichten einen neuen Verlag.

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

Einen einzigen Satz haltbar zu machen,

auszuhalten in dem Bimbam von Worten.

(zit. aus dem Gedicht Wahrlich)

Herzlichen Dank für das Interview!

Clemens Schittko, Schriftsteller

Zur Person: Clemens Schittko, geboren 1978 in Berlin (Ost). Ausgebildeter Gebäudereiniger und Verlagskaufmann. Arbeitete u. a. als Fensterputzer, Lektor, Kirchwart, Gärtner, Empfangskraft und Lagerarbeiter. Recherchestipendium des Berliner Senats 2021. Zuletzt erschienen: nur Sex(XS-Verlag, Berlin 2024). Lebt in Berlin(-Friedrichshain).

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Clemens Schittko _ privat

Walter Pobaschnig, 13.5.26

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„Wie bauen wir aus Düsternis, Trümmern und Verzweiflung etwas Neues?“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Gunther Neumann, Schriftsteller _ Wien 19.7.2026

Ingeborg Bachmann _ Gunther Neumann

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

im Interview _ Gunther Neumann, Schriftsteller  _ Wien

Lieber Gunther, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

In meiner Schulzeit blieb mir Bachmann verschlossen. Als Erstes hatte ich von ihrem tragischen Tod gehört. Und dann gerade vom Todesarten Zyklus. Wohl nicht zufällig unvollendet.

Meinerseits mehr Fragen als Analysen: Wie bauen wir aus Düsternis, Trümmern und Verzweiflung etwas Neues – nicht nur sprachlich? Wie gehen wir mit Machtansprüchen und den Wunden verheerender Gewalt um. Und wie können wir sie als Einzelne verarbeiten, da sich das Kollektive, Politische nur zögerlich oder in Lippenbekenntnissen damit befassen wollte.

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

Wie jede große Literatur ist sie unter die Oberfläche der Wirklichkeit, in tiefere Schichten der Realität vorgestoßen.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

Ohne Geringerschätzung anderer Werke: Das dreißigste Jahr hat mich schon mit 25 berührt, mit 35 in den Bann gezogen, mit 45. Statt einer Exegese ihrer Werke (das können andere besser) nur eine Ermunterung: Sie lesen.

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Ihre literarische wie gesellschaftliche Fragen erscheinen mir nicht ortlos, aber zeitlos. Nach dem Scheitern diverser -ismen zur Weltenrettung im 20. Jahrhundert bleibt unser Verlangen nach universell anwendbaren Formeln zur Befreiung – die es nicht gibt. Antworten in einer immer wieder neuen Sprache müssen wir, muss jede Generation neu ergründen, und prüfen. Persönlich UND gemeinsam. Auch das Vertrauen will ertastet werden, aufgebaut, gepflegt.

Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?

Frag‘ mich etwas Leichteres … Allzu oft eine Kampfzone, individuell, politisch. Die existentielle Sehnsucht nach Vertrauen bleibt, und auch unsere Verletzlichkeit. Einfache oder gar pauschale Antworten habe ich keine.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Dem Begriff „Martyrium“ haftet etwas Religiöses an. Jede Art von Kreativität und Kunst hat in der nötigen Innenschau etwas Abgründiges und auch Einsames. Wenn es gelingt, das Ergebnis des Ringens zu teilen, dann lohnt es sich. Und wenn es Resonanz bei anderen Menschen findet, dann ist es mehr, als wir hoffen dürfen. Im Schreiben, im Leben.

Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?

Was große Literatur oft ausmacht: Die Verflechtung individueller Schicksale und gesellschaftlicher Geschichte. Und das lyrische Schreiben, das Ertasten des sonst Unsagbaren – mit all ihrer Sprachskepsis.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Ich hätte ihr gerne zugehört, ohne etwas zu fragen. Falls doch: Wie kommen wir – unbeschadet an Körper und Seele – durch diese Zeiten?

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Über ungeborene Dinge möcht‘ ich lieber schweigen. Und außerliterarische Aufgaben überwiegen im Moment.

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

Wo sie in Malina ihrerseits Antonio Gramsci zitiert: „Die Geschichte lehrt, aber sie hat keine Schüler.“

Herzlichen Dank für das Interview!

Ebensolchen Dank meinerseits!

Gunther Neumann, Schriftsteller 

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Gunther Neumann _ privat.

Walter Pobaschnig, 11.5.26 

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„Ach die Worte“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text&Performance _ Gunna Wendt/Natalie Campbell _ München/Wien 19.7.2026

 Natalie Campbell, Schriftstellerin, Tänzerin, Künstlerin _ Wien   _ performing Malina _
 Originalschauplatz Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Walter Pobaschnig 8/23, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

Ach die Worte _

Text _ Gunna Wendt, Schriftstellerin _ München.

Performance _  Natalie Campbell, Schriftstellerin, Tänzerin, Choreographin _ Wien.

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Für I.B.


Ach die Worte

all die vielen Worte

die ich sammle

speichere, äußere, singe, schreie, denke, erfinde

haben nur ein Ziel

das eine Wort vermeiden

verstecken, ersetzen, tarnen, verdrängen

vergessen machen, verschwinden lassen

das mein Denken, Träumen, Schreiben bestimmt


Viel Aufwand treibe ich

bagatellisieren lässt es sich nicht

halte ich es für bezwungen

lacht es mir entgegen

an unerwarteter Stelle

zu unvermuteter Stunde

an unvorstellbarem Ort

Erklär mir, Liebe

Gunna Wendt, 17.5.2026

 Natalie Campbell, Schriftstellerin, Tänzerin, Künstlerin _ Wien   _ performing Malina _
 Originalschauplatz Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Walter Pobaschnig 8/23, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

Ach die Worte _

Text _ Gunna Wendt, Schriftstellerin _ München.

Performance _  Natalie Campbell, Schriftstellerin, Tänzerin, Choreographin _ Wien.

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

Gunna Wendt, Schriftstellerin _ München
  Natalie Campbell, Schriftstellerin, Tänzerin, Choreographin _ Wien.

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Gunna Wendt _ Heike Bogenberger

Fotos:  Natalie Campbell, Schriftstellerin, Tänzerin, Künstlerin _ Wien   _ performing Malina _ Originalschauplatz Wien _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Walter Pobaschnig 8/23.

Walter Pobaschnig, 18.7.26

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„Meist“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Karin Gayer/Carmen Pratzner _ Wien 18.7.2026

Carmen Pratzner_Choreografin, Tänzerin, Tanzpädagogin – performing _
am Romanschauplatz_Malina _ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, Wien 1971 _

Walter Pobaschnig 11/21, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz Wien

MALINA _ Akrostichon

Text  _ Karin Gayer, Schriftstellerin _ Wien

Performance _ Carmen Pratzner _ Choreografin, Tänzerin, Tanzpädagogin _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Carmen Pratzner_Choreografin, Tänzerin, Tanzpädagogin – performing _
am Romanschauplatz_Malina _ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, Wien 1971 _

Walter Pobaschnig 11/21, folgende

MALINA


M
eist

Anwesend

Lebt er bei ihr

In ihren vier Wänden

Nur vielleicht

Abwesend innerlich

Karin Gayer, 7.5.26

Carmen Pratzner_Choreografin, Tänzerin, Tanzpädagogin – performing _
am Romanschauplatz_Malina _ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, Wien 1971 _

Walter Pobaschnig 11/21, folgende
Carmen Pratzner_Choreografin, Tänzerin, Tanzpädagogin – performing _
am Romanschauplatz_Malina _ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, Wien 1971 _

Walter Pobaschnig 11/21, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz Wien

MALINA _ Akrostichon

Text  _ Karin Gayer, Schriftstellerin _ Wien

Performance _ Carmen Pratzner _ Choreografin, Tänzerin, Tanzpädagogin _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

Karin Gayer, Schriftstellerin
Carmen Pratzner_Choreografin, Tänzerin, Tanzpädagogin

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Karin Gayer _ privat.

Fotos: Carmen Pratzner_Choreografin, Tänzerin, Tanzpädagogin – performing _
am Romanschauplatz_Malina _ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, Wien 1971 _

Walter Pobaschnig 11/21

Walter Pobaschnig, 7.5.2026

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„das Bekenntnis zur Tiefe“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Karin Gayer, Schriftstellerin _ Wien 18.7.2026

Ingeborg Bachmann _ Karin Gayer

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview _ Karin Gayer, Schriftstellerin _ Wien.

Liebe Karin, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns?

Seit meiner Studienzeit bin ich ein großer Fan von Bachmanns Prosa, ihre Lyrik hat sich mir erst später erschlossen. Ich entdeckte in ihren Texten damals eine Welt, in der ich mich gleich zu Hause fühlte. Ihre Szenarien und Figuren begleiten mich bis heute, ich tauche immer noch gerne in ihre Bücher ein.

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

Ihr psychologischer Blick, mit dem sie ihre Protagonisten:innen genauso betrachtet wie die gesellschaftlichen Umstände. Ihr Bekenntnis zur Tiefe.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

„Malina“ hat mich gleich gefesselt, weil dieser Roman menschliche Abgründe auslotet und gleichzeitig durch Feinsinnigkeit besticht wie auch durch eine geheime Widerständigkeit der Protagonistin. Diese zeigt sich nicht zuletzt darin, dass sie nie aufhört, die Dinge zu hinterfragen, die von Männern an Frauen ausgeübte Gewalt zu verurteilen. Ähnlich beeindruckt hat mich „Der Fall Franza“, er steht „Malina“ um nichts nach.

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Die Kritik hat nichts an ihrer Aktualität eingebüßt. Denn neben fortschrittlichen Tendenzen hin zur Gleichberechtigung, erleben wir heute wieder eine Erstarkung reaktionärer Haltungen, die sich an Überholtem orientieren, wie der Vormachtstellung der Männer. So werden in einer zunehmend komplexen Welt, die vor allem die Männer zu verunsichern scheint, den Frauen wieder alte Rollenbilder aufgetischt, in die sie sich gefälligst zu fügen haben. Dadurch werden nicht nur echte zwischenmenschliche Begegnungen zwischen den Geschlechtern verunmöglicht, sondern auch der Gewalt gegen Frauen Tür und Tor geöffnet. Solange in unserer Gesellschaft männliche Machtansprüche nicht überwunden sind, läuft grundsätzlich etwas schief.

Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?

Als junge Frau hätte ich dem Zitat „die Männer sind unheilbar krank“ eher zugestimmt als heute. Zwischenzeitlich konnte ich persönlich zahlreiche positive Erfahrungen mit Männern machen, was wahrscheinlich darin liegt, dass mich nur noch empathiefähige Männer interessieren. Sei es in Bekanntschaften oder in meiner Beziehung.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Dem kann ich insofern etwas abgewinnen, indem es auch für mich einer gewissen Einsamkeit bedarf, um Ideen und Projekte reifen zu lassen und um ins Schreiben zu kommen. Der Prozess des Schreibens verbindet mich jedoch andererseits mit mir und dadurch auch wieder mit meiner Umwelt.

Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?

Da denke ich gleich wieder an den psychologischen Blick, den ich bereits weiter oben erwähnt habe.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Durch deine Texte und Figuren habe ich als junge Frau so viel mehr erfahren über die menschliche Psyche und gesellschaftspolitische Zusammenhänge, liebe Ingeborg, als in all den Vorlesungen und Seminaren als Studentin der Psychologie.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Ich habe wieder einen Lyrikband in Arbeit, in der Zwischenzeit sind einige neue Gedichte entstanden, die um Themen wie Entfremdung und Entwurzelung kreisen. Ja, und dann arbeite ich noch an einem neuen Erzählband, die Geschichten handeln von Menschen auf der Suche, von Menschen auf der Reise zu sich selbst. Sie sind nicht länger bereit, die ihnen zugeschriebenen Rollen zu erfüllen und brechen aus Verhältnissen aus, die ihnen die Luft zum Atmen nehmen.

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

Hätten wir das Wort, hätten wir die Sprache, wie bräuchten die Waffen nicht.

Herzlichen Dank für das Interview!

Karin Gayer, Schriftstellerin _ Wien.

Zur Person: Karin Gayer, geb. 1969 in Mödling, schreibt Lyrik und Prosa. Ihre Figuren sind oftmals Außenseiter, die das Herkömmliche infrage stellen. Ihre Themen kreisen um Selbst- und Fremderkenntnis zwischen Melancholie und subtiler Ironie.

Studium der Psychologie. Ausgebildete Verlagsassistentin und freie Lektorin. Sie lebt und arbeitet in Wien.

Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften, in Anthologien und im Rundfunk. Mitglied der IG Autorinnen Autoren, des Österreichischen Schriftsteller/innenverbandes und der Grazer Autorinnen Autorenversammlung (GAV). Finalistin im zeilen.lauf Lyrikbewerb 2016 und 2020. Longlist 29. Deutscher Kurzgeschichten-wettbewerb 2024. Organisation von und Beteiligung an Lesungen, u.a. im StifterHaus in Linz, im Literaturhaus sowie in der Alten Schmiede in Wien.

BUCHPUBLIKATIONEN:

Im Arovell Verlag, Wien/Gosau, Oberösterreich:

  • Lyrik- und Kurzprosaband Flechtwerk, 2002.
  • Anthologie Vorgänge im Labyrinth, als Herausgeberin und Mitautorin, 2004.
  • Erzählung Nachtfieber, 2009.
  • Erzählband Separation, 2019.

In der Edition Art Science, St. Wolfgang, Oberösterreich:

  • Lyrikband Innenaußenwelten, 2013.

In der Edition sonne & mond, Wien:

  • Lyrikband Übergangsland, 2023.

Weblog: Karin Gayer

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Karin Gayer _ privat.

Walter Pobaschnig, 7.5.2026

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„Mitten im Wort beginnt das Schweigen“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Christa Prameshuber/Dagmar Strobl _ Zürich/Wien 17.7.2026

Dagmar Strobl, Model, Performerin, Make Up Artist _ Wien _ performing _ Walter Pobaschnig 4/22, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz Wien

MALINA _ Akrostichon

Text  _  Christa Prameshuber, Schriftstellerin _ Zürich

Performance _ Dagmar Strobl, Model, Performerin, Make Up Artist _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Dagmar Strobl, Model, Performerin, Make Up Artist _ Wien _ performing _ Walter Pobaschnig 4/22, folgende
Dagmar Strobl, Model, Performerin, Make Up Artist _ Wien _ performing _ Walter Pobaschnig 4/22, folgende

MALINA

Mitten im Wort beginnt das Schweigen

Als wüsste die Sprache mehr als wir sagen können

Leise verschiebt sich die Wirklichkeit

In den Zwischenräumen der Sätze

Nichts bleibt unberührt

Auch nicht die Erinnerung

Christa Prameshuber, 3.5.26

Dagmar Strobl, Model, Performerin, Make Up Artist _ Wien _ performing _ Walter Pobaschnig 4/22, folgende
Dagmar Strobl, Model, Performerin, Make Up Artist _ Wien _ performing _ Walter Pobaschnig 4/22, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz Wien

MALINA _ Akrostichon

Text  _  Christa Prameshuber, Schriftstellerin _ Zürich

Performance _ Dagmar Strobl, Model, Performerin, Make Up Artist _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

 Christa Prameshuber, Schriftstellerin 
Dagmar Strobl, Model, Performerin, Make Up Artist _

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Christa Prameshuber _ privat

Fotos: Dagmar Strobl, Model, Performerin, Make Up Artist _ Wien _ performing _ Walter Pobaschnig 4/22.

Walter Pobaschnig, 3.5.2026

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„Diese Bewegung ins Offene, in eine andere Sprache, ein anderes Leben“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Christa Prameshuber, Schriftstellerin _ Zürich 17.7.2026

Ingeborg Bachmann _ Christa Prameshuber

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann auf ihrer Terrasse in Rom, Bocca de Leone, um 1970

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview _ Christa Prameshuber, Schriftstellerin _ Zürich

Liebe Christa, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns?

Ich bewundere Bachmann nicht nur wegen ihrer Texte, sondern wegen der Haltung dahinter bewundert. Sie erschien früh als eine, die sich etwas zu sagen zutraut, und die zugleich ihre Verletzlichkeit nicht verbirgt. Diese Verbindung von Stärke und Offenheit hatte in ihrer Zeit etwas Ungewöhnliches, vielleicht sogar Widerständiges.

Berührt hat mich auch ihr Weg nach Rom. Diese Bewegung ins Offene, in eine andere Sprache, ein anderes Leben. Für mich ist das nicht abstrakt: Meine Schwester lebt dort, und ich bin oft durch die Straßen gegangen, die auch Bachmann kannte. Bachmann sagte 1973 « Es sind nicht die Schönheiten der Architektur, nicht die Orangenbäume und nicht die herrliche Architektur, sondern die Art zu leben. Ich habe hier leben gelernt»

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus? Sie ist

Bei Ingeborg Bachmann ist Sprache nie bloß ein Mittel, sondern ein riskanter Raum. Sie weiß um ihre Gefährdung, um ihre Geschichte, um ihren möglichen Missbrauch. Gerade deshalb arbeitet sie mit einer äußersten Genauigkeit. Ihre Sätze sind verdichtet, klar, rhythmisch, oft von fast musikalischer Strenge. Jedes Wort scheint geprüft, abgewogen, als müsste es sich rechtfertigen.

Gleichzeitig stehen ihre Figuren, ebenso wie das lyrische Ich, unter einem inneren Druck. Sie bewegen sich in Spannungsfeldern zwischen Nähe und Distanz, Anpassung und Widerstand, Liebe und Verletzung. Diese Konflikte sind bei Bachmann nie rein privat. Sie zeigen, wie Macht und Gewalt in Beziehungen hineinwirken, wie sie sich in Sprache, in Gesten, im Unsichtbaren festsetzen. zwischen innerer Zerrissenheit und äußerer Gewalt.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

Ihr Gedicht „eine Art Verlust“ finde ich grossartig. Und natürlich «Malina»

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute? Sie wäre heute moderner denn je und ihr Stimme würde gehört werden

Bachmann kritisiert nicht nur das Patriarchat als Begriff, sondern eine tiefere Struktur: eine Welt, in der Macht sich in Sprache, Beziehungen und scheinbar Privatem festsetzt. In Malina zeigt sie, dass Gewalt nicht nur physisch, sondern auch psychisch und sprachlich wirkt, erschreckend aktuell.

Heute haben wir Begriffe für vieles, was sie freigelegt hat. Diskurse über Machtmissbrauch und strukturelle Gewalt sind sichtbarer, etwa durch #MeToo, das genau jene verborgenen Mechanismen ans Licht bringt, die Bachmann literarisch gestaltet hat.

Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?

Bachmann zeigt Liebe nie als bloßes Glücksversprechen. Sie legt offen, wie sehr sie von Macht, Sprache und Geschichte durchzogen ist. Der oft zitierte, zugespitzte Satz über die „unheilbar kranken“ Männer ist weniger biologische Feststellung als Diagnose eines Systems: einer beschädigten, gewaltförmigen Ordnung von Beziehungen.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Wenn Ingeborg Bachmann das Schreiben als „verdammt“ beschreibt, meint sie eine existentielle Erfahrung: sich der Wahrheit auszusetzen, sich nicht zu schonen und auch das Unsagbare anzurühren. Darin liegt etwas Schmerzhaftes, aber ebenso Widerstand und Selbstbehauptung – ein Zwang zur Wahrhaftigkeit.

Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?

Ihre Texte leben von ihrer Musikalität, von Rhythmus und Klang, von starken Bildern, die zwischen Traum und Realität vermitteln, und von einer radikalen Reduktion: Vieles bleibt offen, Leerstellen werden zum eigentlichen Raum der Bedeutung.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Ich würde ihr sagen, dass viele ihrer Fragen noch immer nicht erledigt sind.

Und ich hätte sie gefragt:
Ob sie je das Gefühl hatte, dass ein Text „genug“ ist.
Und ob sie geglaubt hat, dass Schreiben nicht nur freilegt, sondern auch heilt, zumindest für einen Moment.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Ich habe dieses Jahr bereits eine Anthologie herausgegeben: „Wannst net fort muasst, so bleib?“ mit 32 oberösterreichischen Autorinnen, die über Identität, Heimat sowie das Bleiben oder Gehen nachdenken.

Wannst net fort muaßt, so bleib?: Autorinnen aus Oberösterreich erzählen

Fast zeitgleich ist eine weitere Anthologie erschienen, bei der ich Mitherausgeberin bin: „Ich erröte vom Schaft bis zur Sohle. Schuhgeschichten“. Eine Sammlung von Texten, in denen sehr unterschiedlicher Schuhe die Hauptrolle spielen.

An zwei weiteren Anthologien habe ich ebenfalls mitgewirkt; beide erscheinen im Herbst 2026.

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

„Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar“ (sehr aktuell)

„Ich existiere nur, wenn ich schreibe“

Herzlichen Dank für das Interview!

Christa Prameshuber, Schriftstellerin

Foto: Ingeborg Bachmann _ Garibaldi Schwarze

Foto: Christa Prameshuber _ privat

Walter Pobaschnig, 3.5.2026

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