Zur Person_ Dr. Patricia Falkenburg wurde 1961 in Mannheim geboren und wohnt mit ihrer Familie in Pulheim bei Köln. Sie ist promovierte Naturwissenschaftlerin, Lyrikerin und Fotokünstlerin und veröffentlicht seit 2015 Gedichte in deutscher und englischer Sprache, Fotovisualisationen und Lyrik-Videos. Texte in zahlreichen Anthologien, Zeitschriften und online-blogs, disziplinen-übergreifende Zusammenarbeit mit Kolleg:innen in unterschiedlichen Kunstprojekten. Falkenburg ist als Literaturfachbeirätin Mitglied des Bundesvorstands der GEDOK, sowie Mitglied der gzl, des Künstlervereins 68elf, der Literaturszene Köln, der Kölner Autorengruppe FAUST und des ARE, und im PEN Freundes- und Förderverein. Einzelveröffentlichungen: „in unsern Mündern lodern Zungen“, Kulturmaschinen-Verlag, Freiburg 2023; LyrikHeft Nr 24 „Portugiesische Notizen“, Sonnenberg-Presse Chemnitz, 2019.
Liebe Sabina Naber, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Derzeit atypisch, da ich gerade eine Schreibpause einlege, um meinen Kopf wieder einmal frei zu bekommen. Stattdessen beschäftige ich mich stark mit meinem zweiten künstlerischen Standbein, der Fotografie – Aufarbeiten der Frühjahrsausstellung, Vorbereiten eines größeren Auftrags und Planen einer Herbstausstellung. Dazwischen gehe ich bzw. fahre ich Fotografieren, weil ich gerade an einem Projekt über Österreichs Landeshauptstädte arbeite. Und Ausgleich finde ich in meinem jüngst gepachteten Garten, den ich zu gestalten beginne.
Sabina Naber, Schriftstellerin und Fotokünstlerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Derzeit fände ich es wichtig, dass die Menschen diese Hysterie in Bezug auf alles und jeden, die um sich gegriffen hat, etwas ablegen, sowie dass sie ihre Ohren entstöpseln, um einander wieder zuhören und jenseits der virtuellen auch die reale Welt mitbekommen zu können. Das bereitet nicht immer Spaß, was mir klar ist, aber die unzähligen kleinen Blasen, die sich gebildet haben, sind weder für den einzelnen noch für die Gesellschaft auf Dauer von Vorteil. Denn wir brauchen einander. Und ich fände es substanziell notwendig, was mit dem Beenden der Hysterie Hand in Hand geht, dass die Menschen wieder den (schwarzen) Humor und die Selbstironie entdecken. Entspannung täte uns gut, im Stress löst man selten Probleme, weil man durch den Tunnelblick nur beschränkt denkfähig ist.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Ich bin mir nicht sicher, welche Rolle die Kunst mittelfristig einnehmen kann, da ihr im Moment gerade zunehmend Maulkörbe verpasst werden. Sittenwächter und -wächterinnen aus den unterschiedlichsten Lagern versuchen gerade zu bestimmen, was gesagt/getan/gezeigt/dergleichen werden darf oder nicht (siehe Hysterie oben). Glattgebügeltes verbreitet sich. Doch ich denke, Kunst lässt sich nicht auf Dauer den Mund verbieten. Ich hoffe es zumindest.
Was liest Du derzeit?
„Eine Geschichte aus zwei Städten“ von Charles Dickens.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Etwas Wienerisches: Das letzte Hemd hat keine Taschen.
Vielen Dank für das Interview liebe Sabine, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literatur-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Sabina Naber, Schriftstellerin und Fotokünstlerin
Zur Person_Sabina Naber arbeitete nach ihrem Studium in Wien u.a. als Regisseurin, Journalistin und Drehbuchautorin. 2002 startete sie ihre schriftstellerische Laufbahn, mittlerweile sind etliche Romane und unzählige Kurzgeschichten erschienen (Friedrich-Glauser-Preis 2007 und Nominierung für den Leo-Perutz-Preis 2013 und 2021). Seit Kurzem ist sie auch als Fotokünstlerin tätig.
Wien 1966: Ein ehemaliger Besatzungssoldat wird ermordet aufgefunden. Die US-Botschaft will ihn nicht kennen. Wurde er wegen seiner Hautfarbe umgebracht? Oder haben die geheimnisvollen Treffen in einem Hotel etwas mit seinem Tod zu tun? Auf der Suche nach Hinweisen begegnet Chefinspektor Wilhelm Fodor ehemaligen Kämpfern im Spanischen Bürgerkrieg, deutschen Nazis, Südtirol-Aktivisten und liebenden Frauen. Die entscheidende Frage aber ist: Verfolgt ihn der schwarze Mercedes tatsächlich, oder leidet er unter Paranoia?
Sabina Naber, Leopoldstadt. Kriminalroman. Emons Verlag. Broschiert 13.5 x 20.5 cm 320 Seiten ISBN 978-3-7408-1136-5 13,00 € [DE] 13,40 € [AT] Erscheinungsdatum: 22. April 2021
Menschliches Leben ist immer Bewegung und Ausdruck. Sucht nach Weg und Sinn. Kunst ist dabei ein wesentliches Momentum in Wahrnehmung, Erfahrung, Reflexion und existentiellem wie gesellschaftlichem Impuls.
Ist Kunst wesentlicher Teil der Menschheitsgeschichte, so ist dies ebenso die Reflexion des Kunstprozesses. Wie und wo beginnt nun erste theoretische Reflexion und Konzeption? Wie gestaltete sich dies in der Antike und den folgenden Jahrhunderten und welche Debatten gab und gibt es da?
Hubert Locher, Professor für Geschichte und Theorie der Bildmedien und Direktor des Deutschen Dokumentationszentrums für Kunstgeschichte/Bildarchiv Foto Marburg an der Philipps-Universität Marburg, legt ein Überblickswerk zur Kunsttheorie vor, das in 14.Kapitel – von Definitionszugängen zu Kunst/Begriff, Theoriebildung in der Geschichte, Formen der Proklamation/Akklamation, Kunst und Politik, Kunstkritik der Gegenwart – wesentliche Theorietopoi öffnet, erläutert und auch zahlreiche Impulse zu Reflexion und Gespräch gibt.
Ein umfangreicher Anhang zu Literatur und Persönlichkeiten/Werk bietet die Möglichkeit weiterer Vertiefung.
„Ein informatives wie spannendes und impulsgebendes Grundlagenwerk zur Kunsttheorie!“
„Kunsttheorie“ Locher, Hubert. Von der Antike bis zur Gegenwart. Beck Verlag.
_ Miriam Fontaine, Schauspielerin, Sängerin _ Wien _ acting Maria Callas, Sängerin (* 2.12.1923 New York ´16.9.1977 Paris) _ 100. Geburtstag Maria CallasMiriam Fontaine, Schauspielerin, Sängerin _ Wien _ acting Maria Callas, Sängerin (* 2.12.1923 New York ´16.9.1977 Paris) _ 100. Geburtstag Maria Callas
Liebe Miriam Fontaine, welche Bezüge gibt es von Dir zu Maria Callas?
Ich erinnere mich, dass meine Großmutter früher Maria Callas gehört und immer sehr ehrfürchtig von dieser großen Sängerin gesprochen hat. Wahrscheinlich verbinde ich deshalb alte Fotografien und Aufnahmen von Callas mit meiner Großmutter, so wie sie in meiner Kinderheitserinnerung ist.
Wenn man im künstlerischen Bereich tätig ist kommt einem dieser Name natürlich auch immer wieder unter. Eine meiner ersten Gesangslehrerinnen hat sie im Unterricht immer wieder herangezogen und Beispiele für ihre Technik genannt.
Du bist Schauspielerin, Sängerin. Wie siehst Du die Bühnendarstellung von Maria Callas?
Da kommen mir Opulenz und toupiertes Haar im Stil der 1960er in den Sinn. Maria Callas hat die Bühne beherrscht.Sie war eine Erscheinung. Sie wurde ja „Tigerin“ genannt,. ich finde das sehr passend. Ihre Energie erinnert an die einer Raubkatze.
Was macht für Dich die Aura der „Callas“ aus?
Nun-es umgibt sie etwas Majestätisches. Sie erinnert mich an eine griechische Göttin. Eine Diva, im wahrsten Sinn des Wortes. Anmutig, stolz, schön aber nie glatt. Der komplexe Charakter und die seelischen Abgründe sind spürbar. Unglaublich interessant, man kann den Blick kaum von ihr wenden.
Gibt es ein bestimmtes Musikstück, das Du hervorheben möchtest und warum?
Es gibt eine Aufnahme von 1962 in Hamburg-Habanera aus Bizet´s Carmen. Callas ist von Anfang an auf der Bühne während das Orchester bereits minutenlang spielt. Ihre Präsenz, ihre Haltung, wie sie mit dem Publikum kokettiert-sie „performt“ von Anfang an. Dann irgendwann beginnt sie (endlich) zu singen mit dieser unglaublichen Leichtigkeit und Unaufgeregtheit. Stolz, cool, singt mal eben eine Arie im Vorbeigehen, so wirkt das ein bisschen. Das finde ich schon sehr beeindruckend und amüsiert mich auch weil sie so glamourös-lässig wirkt.
Wie siehst Du Maria Callas in ihrem künstlerischen Weg, ihrer Entwicklung?
Soweit ich weiß hat sie bereits sehr früh gesungen und ist öffentlich aufgetreten. Ihr Talent wurde erkannt, es gab Förderer und es begann diese unfassbare Karriere , die wohl sehr intensiv, und stürmisch war.
Maria Callas und die Liebe. Kunst und Leben. Wie sieht da die Wechselwirkung aus?
Wie die Wechselwirkung zwischen Kunst und Leben in Maria Callas Fall ausgesehen hat vermag ich nicht zu sagen. Ich würde meinen generell kann das Eine das Andere beflügeln, erweitern, inspirieren, bereichern aber bestimmt auch negativ beeinflussen. Je nachdem.
Was lässt Liebe gelingen?
Gute Frage, lieber Walter.
Das kann man natürlich nicht pauschal beantworten aber ich glaube jedenfalls, dass es wichtig ist, offen und neugierig zu bleiben. Immer wieder aufeinander zuzugehen, bewusst in Kontakt zu bleiben, sich überraschen zu lassen. Dass man sich mit Respekt begegnet und einander zuhört. Der Wille langfristig und immer wieder an sich zu arbeiten-individuell und als Paar. Der Wille zu wachsen und sich weiterzuentwickeln. Verbindlichkeit ist sicher genauso wichtig wie Freiraum. Ich persönlich halte wenig von symbiotischen Beziehungen-man muss auch für sich bleiben (können).
Wie war Dein Weg zum Schauspiel?
Es war für mich immer schon klar, dass ich einen künstlerischen Beruf ausüben werde. Tanz war eine große Leidenschaft, Musik ebenfalls, eine Zeit lang hab ich viel gezeichnet und gemalt. Nach und nach hat sich herauskristallisiert, dass es Schauspiel ist, wo ich mich am meisten hingezogen fühle. Auf der Bühne und vor der Kamera.zu stehen-beides erfüllt mich gleichermaßen.
Wie siehst Du Möglichkeiten für das Schauspiel derzeit in Wien, Österreich?
Es herrscht jedenfalls wieder „Normalbetrieb“, die pandemischen Zustände sind glücklicherweise passé. Auch in der Filmbranche gibt es einen regelrechten Aufschwung. Es liegt etwas von Neustart und „Volle Kraft voraus“-Haltung in der Luft.
Was möchtest Du kommenden Schauspieler:innen mit auf Ihrem Weg mitgeben?
Wenn man sich für diesen Beruf entscheidet, weil es einfach keine Alternative für einen gibt, ist Beständigkeit sehr sehr wichtig. Neben der Leidenschaft für den Job sind Selbstdisziplin und ein dickes Fell von Vorteil. Dass man den Weg mit einer ruhigen Kraft geht.
Was kannst Du von Maria Callas auf Deinen künstlerischen Weg mitnehmen?
Ich finde Künstler*innen, die es schaffen einen zu berühren, immer sehr inspirierend. Also wenn jemand sein Handwerk beherrscht und eine Geschichte erzählt, einen Menschen darstellt, der sein Inneres preisgibt – durch welche Art der Darstellung auch immer, dann kann man etwas für sich mitnehmen. Bei Maria Callas war das definitiv der Fall.
Was sind Deine kommenden Projektpläne?
Worüber ich im Moment etwas sagen kann ist, dass ein Musikprojekt mit einem Singer/Songwriter in den Startlöchern steht. Da sind wir gerade dabei ein Konzept, ein Repertoire zu erarbeiten.
Darf ich Dich abschließend zu einem Akrostichon bitten?
Meisterhaft
Apart
Royal
Inspirierend
Atemberaubend
Charakterstark
Atypisch
Leibhaftig
Leidenschaftlich
Ausdrucksstark
Superb
Miriam Fontaine, Schauspielerin, Sängerin _ Wien _ acting Maria Callas, Sängerin (* 2.12.1923 New York ´16.9.1977 Paris) _ 100. Geburtstag Maria Callas
Vielen Dank, liebe Miriam Fontaine, für das wunderbare Fotoshooting& Interview und viel Freude und Erfolg für alle Projekte!
100. Geburtstag Maria Callas _ 2023
Miriam Fontaine, Schauspielerin, Sängerin _ Wien __acting Maria Callas, Sängerin (* 2.12.1923 New York ´16.9.1977 Paris)
Liebe Miriam Mercedes Vargas Iribar, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Ich halte jeden Tag eine spartanische Disziplin ein. Neben meiner Arbeit als Tänzerin und Schauspielerin im Odeon Theater trainiere ich Kungfu (Taiji), lese, bete und studiere unentwegt.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich undpersönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommtdabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Zu allen Zeiten war die Kunst ein einzigartiger Zufluchtsort für die Seele. Ich glaube, dass sie auch in Zukunft ein sehr starkes Ausdrucksmittel sein wird, das den Geist revolutioniert.
Was liest Du derzeit?
– „Der Beweis“ (Agota Kristof)
– „Nicholas Nickleby“ (Charles Dickens)
– „Die Kunst der Erdung“ (Tony Rey García)
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„Wenn du eine edle Gesellschaft erlangen willst, musst du in dich selbst eintauchen“.
Epikur
Vielen Dank für das Interview liebe Miriam Mercedes Vargas Iribar, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine/Eure großartigen Tanz-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
Zur Person/Personen_Mercedes Miriam Vargas Iribar und Miriam Mercedes Vargas Iribar, (Balletttänzerinnen, Künstlerinnen)
geb. 1971 in Guantánamo/ Kuba. 1984 besuchten sie die Kunstakademie (ENA) in Havanna. Ausbildung als Tänzerinnen und Tanzpädagoginnen. Schwerpunkte: Moderner Tanz, afrokubanische Folklore und Klassisches Ballett. Seit 1996 und 1999 sind sie ständige Mitglieder des Serapions Ensembles im Odeon Theater Wien.
Miriam Mercedes ist zusätzlich Meisterin der chinesischen Kampfkunst Tai Ji Quan und hat in China den 7. Grad des Kung Fu verliehen bekommen.
Mercedes Miriam hat parallel zum Theater, an der Universität Wien studiert. 2012 hat sie das Diplomstudiums in Romanistik/ Literaturwissenschaft und 2017 das Doktoratsstudiums in Romanistik/ Sprachwissenschaft, erfolgreich angeschlossen. Seit 2019 ist sie als Dozentin für Bewegungslehre an der Filmacademy Wien tätig. Des Weiteren arbeitet sie im Bereich Transkription und Übersetzungen für Kinofilme.
Beide wurden 2023 von der Regisseurin Jacqueline Kornmüller und dem Schauspielern und Produzenten Peter Wolf für das Ganymed-Bridge Stationstheater eingeladen mit dem Stück „Wie die Welt schmeckt“.
Fotos_Alexandra Stanic
21.5.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.
Zur Person_Timna Brauer, geboren in Wien, Tochter von Neomi, einer jemenitischen Israelin und dem österreichischen Maler Prof.Arik Brauer verbringt Timna Brauer ihre ersten Lebensjahre in Paris.
Matura am Wiener Lycée Francais, Gitarre, Klavier und Gesangssausbildung (Wiener Konservatorium). Anschließend Studium der Musikwissenschaften an der Pariser Sorbonne und Meisterkurse in Klassik: Elisabeth Grümmer, Simon Baddi, Jazz: Christiane Legrand- CIM Paris, Indischer Gesang: Prof. Javheri,München.
Gemeinsam mit dem israelischen Jazz-Pianisten Elias Meiri gründet Timna Brauer 1985 ein Ensemble. Schwerpunkte: Cross Over, Chansons Kinderprogramme und vor allem Jüdische Musik in all ihren Facetten. Ihr aktuelles CD-Projekt – Chant for Peace -wurde im Frühjahr 2015 von der Deutschen Grammophon veröffentlicht. Gemeinsam mit den Zisterziensermönchen von Heiligenkreuz singt Timna Brauer jüdische Sakralmusik und gregorianische Choräle.
Mitte der 1990-er Jahre leitete sie an der Wiener Musikuniversität die Abteilung für Jazzgesang. Mit dem Ensemble Modern Frankfurt war die Künstlerin als Jenny in Kurt Weills Dreigroschenoper u.a. beim Schleswig Holstein-Musikfestival sowie beider MusikTriennale Köln erfolgreich, weiters als Evita im gleichnamigen Musical auf der Sommerseebühne Klagenfurt. Ebenso interpretierte sie die Golde im Musical Anatevka im Schloss Kittsee sowie im Jahr 2015 im Stadttheater Bozen.
Zur Person_Frau Tistichatte gerade erst Geburtstag, im Sinne des Wortes, sie kam gerade erst auf die Welt. Sie ist Künstlerin und neurodivers, neurotisch, exotisch, Aspergerin, Ängstlerin, Angeberin, obsessiv, naiv, aktiv, dativ, manchmal vielleicht fantastisch, aber sicher immer autistisch. Frau Tistic schreibt über das Frausein. Mit Autismus. Ohne Autismus. Das Frausein als Mutter. Als Künstlerin. Als Alternde. Als Alberne. Frau Tistic zieht jede Woche Themen, Interviews, Artikel, Studien, Menschen aus ihrem Koffer und fasst das jeden Freitag zusammen, zu einer Art Wochenschau, vielleicht auch Nabelschau, wir werden sehen. Frau Tistic selbst sieht nicht mehr so gut, sie lebt und liebt irgendwo in den Vierzigern, hat Kinder und ein Leben vollgestopft bis oben hin, wie der Koffer, den sie mitschleppt. Und bis oben hin hat sie manches auch satt, auch darüber will sie schreiben, manches reicht ihr dermaßen. Manches nicht. https://www.facebook.com/FrauTistic/
Franziska Serokina Lindenthaler, Schauspielerin, Sängerin, Model, Moderatorin _ acting Janis Joplin _ 2023 _ 80.Geburtstag Janis Joplin (* 19. Januar 1943 Port Arthur, Texas † 4. Oktober 1970 in Los Angeles, Kalifornien)
Liebe Franziska Serokina Lindenthaler, welche Bezüge gibt es von Dir zu Janis Joplin und der Zeit der 1960er Jahre?
Meine Mutter ist ein großer Fan von Janis Joplin, daher kenne ich, einige Ihrer Songs, seit meiner Kindheit. Außerdem, ist „Me and Bobby Mc Gee“, immer die „Mitternachtstanzeinlage“ auf unseren Familienfeiern J Musikalisch gesehen, waren die 60er also schon immer mit mir. Worüber ich sehr dankbar bin.
Was macht für Dich die Faszination Janis Joplin aus?
Diese unverkennbare Stimme und ihr ganz spezieller Vibe wirkt auf mich sehr stark.
Gibt es einen Lieblingssong von Janis Joplin?
Das variiert meistens- aktuell „A Woman left lonely“
Wie siehst Du als Schauspielerin die Bühnenperformance von Janis Joplin?
Phänomenal. Was soll ich da sagen; sie ist einfach ein Rockstar. Durch und durch. Mit ihrer starken Präsenz und Ausstrahlung, hat sie wohl das ganze Publikum in Rockstars verwandelt. Zumindest sieht das so aus, wenn man sich Aufnahmen von Liveshows von ihr ansieht. Ich wäre so gerne mal dabei gewesen.
Das Leben von Janis Joplin ist von großartigen Erfolgen wie persönlicher Tragik geprägt. Wie siehst Du die Umstände von Leben, Musik, Erfolg und ihres frühen Todes?
Ich glaube viele Dinge liegen da sehr nahe beieinander. Wo es Dunkel gibt, gibt es auch Licht. Ein tiefer Schmerz- und Unsicherheiten, aus denen wunderbare Kunst entsteht aber auch der Hang zu Drogenmissbrauch. Furchtbar tragisch, dass sie so früh gegangen ist. Ihre Musik und Energie wird jedoch immer bei uns sein.
Wie siehst Du die Epoche der 1960er/70er Jahre hinsichtlich Kunstverständnis, Menschbild und gesellschaftlichen Aufbruch?
Die sexuelle Revolution, die Infragestellung des wirtschaftlichen Systems; die Friedensbewegung…
Das war damals eine so wichtige Zeit! Schade dass so viele Ansichten danach wieder halb „verloren“ gegangen sind.
Wie frei die Kunst damals war, beeindruckt mich immer wieder. Die haben sich quasi „gar nix gschissn“ 😉
Aktuell spürt man ja ein Aufleben der 70er- das lieb ich.
Janis Joplin ist auch in Woodstock aufgetreten. Welche Bedeutung haben und welche Erfahrung, Erlebnis vermitteln Musikfestivals heute?
Ich glaube da geht es sehr viel um Freiheit und Loslassen. Nicht an Termine oder To-Do-Listen denken zu müssen. Einfach mal die Verantwortung abzugeben, zu genießen und im Moment zu sein, tut sehr gut.
Viele seiner persönlichen LieblingskünstlerInnen auf einen „Haufen“ sehen zu können, ist natürlich auch genial und eine tolle Erfahrung.
Was bedeutet Freiheit für Dich?
Ich sein zu dürfen, ohne daran zu denken, was andere über mich denken. Oder einfach nicht zu denken. Denk ich 😉
Das funktioniert bei mir hauptsächlich mit Kunst oder Sport.
Singst Du selbst auch?
Ich singe sehr viel Zuhause und traue mich, so wie Janis, hoffentlich bald mehr vor Leuten zu singen.
Was können wir von Janis Joplin in unsere so herausfordernden Zeiten mitnehmen?
Ihre Coolness und die Art, wie sie ihren Schmerz, in Kunst verwandelt.
Darf ich Dich abschließend um eine Songzeile von Janis Joplin bitten?
„It’s gonna come home baby, it’s gonna come right back home to you.“
Franziska Serokina Lindenthaler, Schauspielerin, Sängerin, Model, Moderatorin _ Wien_ acting Janis Joplin _ 2023 _ 80.Geburtstag Janis Joplin (* 19. Januar 1943 Port Arthur, Texas † 4. Oktober 1970 in Los Angeles, Kalifornien)
Liebe Franziska Serokina Lindenthaler, herzlichen Dank für das wunderbare Fotoshooting&Interview, viel Freude, Glück und Erfolg für alle Projekte!
80.Geburtstag _Janis Lyn Joplin, Sängerin(*19.1.1943 Port Arthur/Texas +4.10.1970 Los Angeles, Kalifornien) _
Liebe Mercedes Miriam Vargas Iribar, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Ich stehe auf, trainiere. Ich treffe mich mit meiner Zwillingsschwester und wir gehen zusammen zu den Theaterproben. In der Pause essen wir etwas Warmes und wenn Zeit übrigbleibt: lesen wir eine Seite eines Buches.
Am Abend haben wir Aufführung. Ich bin sehr glücklich während der Aufführung. Ich bin auch sehr dankbar für die Ovationen des Publikums, die uns zeigen, dass die Menschen vielleicht einen Teil unserer Freuden mit nach Hause nehmen können. Verbeugung. Noch einmal Verbeugung. Garderobe. Abschminken.
Ich fahre zurück nach Hause. Auf dem Weg dorthin rufe ich meine Zwillingsschwester an, obwohl ich sie vor zehn Minuten im Theater gesehen habe. Es macht nichts! Wir können es nicht anders. Wir reden über unsere Theateraufführung. Wir tauschen Meinungen aus. Wir lachen. Wir beenden das Gespräch und verabschieden uns.
Ich komme zu Hause an. Ich esse etwas. Dusche. Schreibe an meine Zwillingschwester mit dem Handy eine Gute-Nacht Nachricht. Vor dem Einschlafen lese ich im Bett und wenn die Müdigkeit mich besiegt: schalte ich das Licht aus.
Der Frieden. Es wäre wichtig zu verstehen, dass wir uns von jeglichem Egoismus trennen sollten, müssen. Egoismus trennt und verdirbt die Freude.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich undpersönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommtdabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Kunst war immer und wird immer – so glaube ich – die Stütze einer Gesellschaft sein. Aber sie kann nur funktionieren, wenn wir als Künstler ehrlich bleiben. Wofür zahlt das Publikum? Sicherlich dafür, die Möglichkeit zu haben, eine neue Realität zu erhalten. Vielleicht zahlt das Publikum auch, um das Angebot zu haben, über etwas nachdenken zu können, zu reflektieren, oder vielleicht, um die Gefühle zu restaurieren. Alles ist möglich!
Als KünstlerInnen fühlen wir uns also dafür verantwortlich, diese möglichen Erwartungen in gewisser Weise zu füllen.
Was liest Du derzeit?
Ich lese immer zwei Bücher gleichzeitig. Tagsüber auf Deutsch und abends in meiner Muttersprache: Spanisch.
Zurzeit lese ich tagsüber:
„Regen: Eine Liebeserklärung an das Wetter wie es ist“, von Christian Sauer.
Am Abend:
„La Ciudad y los Perros“ (Die Stadt und die Hunde“) von Mario Vargas Llosa.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„Die Philosophie ist ein Kampf gegen die Verhexung unseres Verstandes durch die Mittel unserer Sprache“ (Ludwig Wittgenstein)
Vielen Dank für das Interview liebe Mercedes Miriam Vargas Iribar, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine/Eure großartigen Tanz-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
Zur Person/Personen_Mercedes Miriam Vargas Iribar und Miriam Mercedes Vargas Iribar, (Balletttänzerinnen, Künstlerinnen)
geb. 1971 in Guantánamo/ Kuba. 1984 besuchten sie die Kunstakademie (ENA) in Havanna. Ausbildung als Tänzerinnen und Tanzpädagoginnen. Schwerpunkte: Moderner Tanz, afrokubanische Folklore und Klassisches Ballett. Seit 1996 und 1999 sind sie ständige Mitglieder des Serapions Ensembles im Odeon Theater Wien.
Miriam Mercedes ist zusätzlich Meisterin der chinesischen Kampfkunst Tai Ji Quan und hat in China den 7. Grad des Kung Fu verliehen bekommen.
Mercedes Miriam hat parallel zum Theater, an der Universität Wien studiert. 2012 hat sie das Diplomstudiums in Romanistik/ Literaturwissenschaft und 2017 das Doktoratsstudiums in Romanistik/ Sprachwissenschaft, erfolgreich angeschlossen. Seit 2019 ist sie als Dozentin für Bewegungslehre an der Filmacademy Wien tätig. Des Weiteren arbeitet sie im Bereich Transkription und Übersetzungen für Kinofilme.
Beide wurden 2023 von der Regisseurin Jacqueline Kornmüller und dem Schauspielern und Produzenten Peter Wolf für das Ganymed-Bridge Stationstheater eingeladen mit dem Stück „Wie die Welt schmeckt“.
Fotos_Alexandra Stanic
21.5.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.
Es ist dieser Song des kanadischen singer-songwriters, der über Generationen begeistert und der einem sofort präsent ist, wenn Titel und Name im Kopf klingen und klingeln. Ein Song über Liebe, Leben in aller Faszination und Zerbrechlichkeit. Ein Song, der zum vielfarbigen Spiegel werden lässt und auch nach seinen Ursprüngen fragen lässt…
Und genau dies tut der vorliegende Roman des genialen Autoren:innen Duos in großartiger Weise. Schon mit den ersten Sätzen werden Leserin und Leser nach Griechenland und damit mitten hinein zu Sänger und Muse genommen und können Höhen und Tiefen einer stürmischen Liebe miterleben…
Mit Kenntnis, Phantasie und großer Aufmerksamkeit und Interesse am Klang des Lebens und der Liebe bereiten die Autoren:innen ein Fest der Musik, der Liebe, zu dem Seite um Seite geladen wird…
So long, Marianne…
„Ein Roman als faszinierende Hommage an Leben, Liebe, Kunst desunvergesslichen Leonard Cohen und seiner Muse „Marianne““
Sylvia Frank ist das Pseudonym eines erfolgreichen deutschen Schriftstellerehepaares, das auf der Insel Rügen lebt.
Sylvia Vandermeer, geboren 1968, ist habilitierte Betriebswirtschaftlerin. Sie studierte darüber hinaus Biologie, Psychologie und Bildende Kunst. Heute ist sie freiberuflich als Schriftstellerin und Malerin tätig.
Frank Meierewert, geboren 1967, ist promovierter Ethnologe und seit 2016 als freier Autor tätig.
Bei Rütten & Loening ist ihr Roman »Das Haus der Winde« über die große Schauspielerin Asta Nielsen erschienen, im Aufbau Taschenbuch liegen ihre Romane »Gala und Dalí – Die Unzertrennlichen« und »So long, Marianne –Leonard Cohen und seine große Liebe« vor.