„Generosity“ Sharon Booth, dancer _ Give Peace A Chance _ Wien 12.7.2023

GIVE PEACE A CHANCE


G enerosity

I nclusion

V ulnerability

E mpathy


P ositivity

E quality

A wareness

C uriosity

E nergy


A wakening


C hoice

H ealth

A ction

N eighbour

C ulture

E ssential

Sharon Booth, 2.7.2023

Sharon Booth, dancer, teacher, director  

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Sharon Booth, dancer, teacher, director  

Zur Person: Sharon Booth, die in Montreal, Kanada, geborene Sharon Booth begann schon in sehr jungem Alter zu tanzen. Nach dem Besuch der Schule des National Ballet of Canada’s und des Banff Centre schloss Sharon Booth 1999 die Juilliard School mit einem Bachelor of Fine Arts ab. Sie trat mit dem Smuin Ballet und Les Ballets Jazz de Montreal auf, bevor sie sich eine Verletzung zuzog, die ihre Karriere auf der Bühne effektiv beendete.

Nach ihrem Umzug nach Europa wurde Sharon eine zertifizierte Pilates-Trainerin, nachdem sie über 1800 Stunden praktisches Training absolviert hatte. Sie trat der Fakultät der Ballettakademie der Wiener Staatsoper bei und gastierte an der Musik und Kunst Privat Universität Wien.

Seit 2010 unterrichtet sie Workshops für zeitgenössischen und modernen Tanz bei Tanz Bozen und hat ihre Zertifizierung in ganzheitlicher Tanztherapie abgeschlossen. Ab 2017 begann Sharon für Produktionen in Quebec zu choreografieren und aufzutreten und genießt ihre Rückkehr auf die Bühne sehr!

Seit 2016 ist Sharon künstlerische Leiterin des Kursprogramms von Tanz Bozen-Bolzano Danza.

Im Jahr 2020 wagte Sharon den Sprung ins nächste Kapitel ihres Lebens – sie gründete InDancity, einen Tanz- und Körperarbeitsraum in Wien, um all ihre Leidenschaft und Erfahrung unter einem Dach zu teilen.

Homepage

Fotos_privat

Walter Pobaschnig _ 30.6.2023

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„Gustav“ Janina Sollmann, Theatermacherin _Give Peace A Chance _ Wien 11.7.2023

GIVE PEACE A CHANCE



Gustav

Ida

Valentina

Eymen


Piotr

Emilia

Adelina

Chris

Esmanur


Akos


Cristina

Hassan

Adam

Nils

Cristiano

Eine Schulklasse in Wien

Janina Sollmann, 4.7.2023

Janina Sollmann, Performerin, Theatermacherin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Janina Sollmann, Performerin, Theatermacherin
und Workshopleiterin

Zur Person_Janina Sollmann ist Performerin, Theatermacherin und Workshopleiterin im Bereich Theater für junges Publikum. Sie wurde in Linz geboren, ist dort aufgewachsen, war dann länger in Barcelona, Mexiko City und im Stuwerviertel zu Hause und lebt heute mit ihrem Mann Christian und ihrem Sohn Sebastian in Wien Meidling. Sie studierte Pädagogik für Modernen Tanz am Konservatorium der Stadt Wien (heute MUK) sowie deutsche und hispanische Philologie an der Universität Wien, an der Universitat Autònoma in Barcelona und an der UNAM in Mexiko City. Sie gründete 2003 gemeinsam mit Gabriele Wappel die schallundrauch agency und arbeitet dort in den Bereichen Künstlerische Leitung, Konzept, Inszenierung, Choreografie und Performance. Zurzeit arbeitet sie an „Platz da!“, einem Stück für alle ab 7 Jahren, das im November im Dschungel Wien uraufgeführt wird.

Website: http://www.schallundrauchagency.at

Instagram: @schallundrauchagency

Facebook: @schallundrauchagency

DEMNÄCHST: Gott und die Welt 29. und 30.07. Kultursommer Wien I Platz da! 7+ PREMIERE ab 03.11. im Dschungel Wien I 20 Jahre schallundrauch agency Fest für alle am 03.11. im Dschungel Wien 

Foto_Walter Pobaschnig; Theresa Pewal

Walter Pobaschnig _ 4.7.2023

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„At the end of the day, your feet should be dirty, your hair messy and your eyes sparkling“ Christiane Burghofer, Schauspielerin _ Wien 11.7.2023

Liebe Christiane Burghofer, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Jeder Tag ist ein bisschen anders. Derzeit probe ich fürs Sommertheater und bereite mich auf einen Filmdreh vor. Da ist eine gute Terminkoordination erforderlich.

Immer gleich ist der morgendliche Kaffee, um in die Gänge zu kommen. Dann kurz zum Computer zum Mails checken. Bei schönem Wetter radle ich dann z.B. zur Probe und danach muss ich sicher erst mal was kochen und essen.

Im Sommer bin ich abends dann gern noch draußen unterwegs, egal ob im Park oder im Schanigarten und natürlich nur wenn es mein Kalender erlaubt.

Christiane Burghofer, Schauspielerin, Tänzerin, Sängerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Gegenseitiger Respekt. Immer und überall.

Besonders bei künstlerischer Arbeit ist das natürlich ein großer Faktor, weil man da auf einer sehr persönlichen Ebene miteinander arbeitet und besonders aufeinander und sich selbst schauen sollte. 

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Die Kunst bringt dich einerseits für kurze Zeit raus aus dem Alltag, andererseits öffnen sich durch die Auseinandersetzung mit Kunst vielleicht neue Perspektiven für das Leben. Das ist zumindest meine Idealvorstellung. Dass man durch erzählte/gezeigte Geschichten lernt – über sich selbst und die eigenen Emotionen oder gleich über die ganze Welt.

Was liest Du derzeit?

„Die Ermordung des Commendatore“ von Haruki Murakami. Ich liebe seine absurd fantastischen Geschichten.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Kitschig aber ein schönes Bild und Ziel für jeden Tag:

“At the end of the day, your feet should be dirty, your hair messy and your eyes sparkling.” – Shanti

Vielen Dank für das Interview liebe Christiane, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspiel-, Tanz-, Musik-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

Christiane Burghofer, Schauspielerin, Tänzerin, Sängerin

5 Fragen an Künstler*innen:

Christiane Burghofer, Schauspielerin, Tänzerin, Sängerin

Zur Person_Christiane Burghofer, Schauspielerin, Tänzerin, Sängerin,

geboren und aufgewachsen in Oberösterreich, lebt in Wien. Auf die Musiktheater-Ausbildung folgte die staatliche Schauspielprüfung. Seit 2016 ist sie als freischaffende Schauspielerin für Theater und Film tätig. Derzeit probt sie für das Stück „Diener zweier Herren“ im Theater im Hof Enns und bereitet sich auf einen Filmdreh vor.

http://www.christianeburghofer.com/

Fotos_Teresa Marenzi

Walter Pobaschnig _ 5.7.2023

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Josephine Baker, Weltstar, Freiheitskämpferin, Ikone _ Mona Horncastle. Molden Verlag Wien.

Ihre Fotos als Revue Star der 1920/30er Jahre sind bis heute gleichsam Ikonen der Kunstgeschichte. Die Tänzerin mit der ganz außergewöhnlichen Ausstrahlung und Bühnen- wie Bildpräsenz – legendär im Bananenröckchen – prägt die Musik- und Varietekunst von Paris bis Berlin und begeistert auf weltweiten Tourneen. Sie ist einer der ganz großen Revuestars der Zeit. Ein Star, der auch ganz klar Position und Stellung im Zweiten Weltkrieg bezieht und sich dem französischen Widerstand anschließt.

Ein weltweit strahlendes wie vielfältiges Künstlerinleben in den Stürmen der Zeit, das zu Beginn des 20.Jahrhunderts in Missouri/USA unter schwierigsten privaten Verhältnissen seinen Anfang nimmt. Davon geprägt, setzt sich die Künstlerin auch zeitlebens selbstbewusst für eine Stärkung der Frau in der Gesellschaft wie gegen Rassismus und weitere Herausforderungen des modernen Menschen ein. Auch da ist sie eine Ikone, die nichts an Strahlkraft eingebüßt hat.

Die renommierte Autorin Mona Horncastle zeichnet Lebensstationen, künstlerische Entwicklungslinien in großer Fachkenntnis von Biographie wie Gesellschaft und Kunst der Zeit informativ wie lebendig nach und so entsteht gleichsam eine abwechslungsreiche „Revue“ eines Lebens, die immer wieder zu überraschen und begeistern weiß.

Hervorzuhebend sind die vielen Lebenszeugnisse (Fotos, Briefe, Begegnungen, Stationen, Erinnerungen), die in dieser kompakt komponierten Erzählform großen Applaus und Anerkennung verdienen.

„Eine Biographie einer der faszinierendsten Frauen der modernen Kunstgeschichte als mitreißende Lebensrevue!“

Mona Horncastle,
Autorin, Philosophin, Kunsthistorikerin
@Dominik Gigler

Josephine Baker, Weltstar, Freiheitskämpferin, Ikone _ Mona Horncastle. Molden Verlag Wien

Hardcover, mit zahlr. Abbildungen

15,5 x 22,5 cm; ca. 304 Seiten

ISBN 978-3-222-15046-3

Molden Verlag Wien

€ 28,00

ET: 1. Oktober 2020

Walter Pobaschnig 6/23

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„Wir atmen ein, wir atmen aus / Und genießen den Sommertag“ Karin Bottländer, Schriftstellerin _ Castrop-Rauxel /D 10.7.2023

Liebe Karin Bottländer, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich stehe sehr früh auf, sobald das Tageslicht mich morgens begrüßt. Da ich eine sehr naturverbundene Person bin, laufe ich als erstes auf den Naturpfad hinter unserem Haus meine fünf Kilometer. Hier schöpfe ich meine Kraft für den Tagesablauf.

Danach wird das Frühstück auf unserer überdachten Terrasse vorbereitet. Ich wecke meinen Mann und unterstütze ihn beim Anziehen und Duschen. Dann genießen wir beide das gemeinsame Frühstück, schmieden Urlaubspläne, reden über das tägliche neue Geschehen in der aktuellen Politik und über unsere Gedichte und Prosatexte.

Dann geht es on Tour mit meinem Mann, zur Physiotherapie und Sprachtherapie. Hausarbeiten und Gartenarbeiten erledige ich zwischendurch.

Dann fangen die normalen Hausarbeiten und Gartenarbeiten an. Bei der Gartenarbeit kann ich sehr entspannen und dort habe ich die besten Gedanken zu meinen Gedichten.

Karin Bottländer, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Dass die Menschen sich mehr für den Frieden einsetzen, der Frieden fängt bei mir schon innerhalb der Familie an. Keine Gewalt gegen andere Personen. Dass wir unseren Kindern eine gute Welt hinterlassen. Dass wir Liebe weitergeben und keinen Hass säen. Die Natur wie auch unsere Tierwelt mit Respekt behandeln. Man sollte nie die Hoffnung und den Glauben verlieren, dass sich Frieden und Liebe durchsetzen. Ich glaube fest daran.

Karin und Reinhard Bottländer
am Jakobsweg (Spanien)

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

In meiner Lyrik und Prosatexten kann ich mein Gefühlsleben in allen Bereichen ausdrücken. Klimawandel, Krieg, Frieden, Liebes- und auch Naturlyrik spiegeln sich in meinen Texten wider. Ich möchte Menschen zum Nachdenken anregen, Freude und auch Hoffnung mit meinen Texten geben.

In der Literatur kann ich mein Gefühlsleben in allen Bereichen ausdrücken. Klimawandel, Krieg und Frieden spiegeln sich auch in meinen Gedichten wider.

Was liest Du derzeit?

Hört nicht auf, mit mir zu lachen (Geschichte einer Palliativschwester), Autor Karl Heinz Kristel

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Am Meer

Leise hören wir das Meeresrauschen

Die sanften Wellen gleiten im Takt

Sie springen auf und ab

Das Wasser ist blau und klar

Die salzige Luft liebkost unsere Lippen

Zart streichelt der Wind unsere Gesichter

Die Sonne lacht am Firmament

Wir atmen ein, wir atmen aus

Und genießen den Sommertag

Karin und Reinhard Bottländer, Lesung

Es gibt keinen Weg zum Frieden, denn Frieden ist der Weg.

(Mahatma Gandhi)

Eines Tages wird alles gut sein, das ist unsere Hoffnung.

Heute ist alles in Ordnung, das ist unsere Illusion.

(Voltaire)

Liebe das Leben

Freue dich über jeden Sonnenstrahl

Such auch das Gute im Regen

Merke, selbst in der schlimmsten Qual

Liegt manchmal auch ein Segen

Nimm dein Schicksal so wie es ist

Dir ist nur dies eine gegeben

Sei zufrieden, sei wie du bist

Freu dich und liebe das Leben

(Reinhard Bottländer 1978

Vielen Dank für das Interview liebe Karin, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

Karin Bottländer, Schriftstellerin

5 Fragen an Künstler*innen:

Karin Bottländer, Schriftstellerin

Zur Person_Karin Bottländer, 1950 geboren in Castrop-Rauxel (NRW), lebt immer noch in Castrop-Rauxel in einem kleinen Bauerndorf in Merklinde. Sie besuchte die Wirtschaftsschule mit Abschluss und erlernte den Beruf als Industriekauffrau. Einige Jahre später wechselte sie beruflich ins Bankwesen. Nebenbei und ehrenamtlich war sie auch 20 Jahre im Vorstand eines großen Reitvereins. Hier setzte sie sich für die Geschäfte des Vereins und besonders auch für die Jugend (pädagogisches Reiten) ein. 20 Jahre pendelt sie zwischen der Ferienwohnung in Kärnten (Österreich) und ihrem Wohnsitz in Castrop-Rauxel. Nach schwerer Krankheit ihres Mannes (2020) gab sie ihre Tätigkeit im Verein auf und übernahm die Pflege ihres Ehemannes Reinhard.

Für Zeitungen war sie als freiberufliche Journalistin tätig. Schriftsteller Porträts „Sie schreiben im Pott“ und Rezensionen für das „Jugendbuch Magazin“ wurden von Ihr veröffentlicht.

2019 erschienen 2 Pferderomane „Massimo „Eine Pferdegeschichte“ und Turbulente Zeiten“ (Mitautor ihr Ehemann)

2023 wurden die Pferdebücher als Sammelband (Tierbuchverlag Irene Hohe) neu veröffentlicht.

2021 wurden einige Gedichte in mehreren Anthologien veröffentlicht.

In der Anthologie „Die Zeche zahlen“ ist Karin Bottländer (Mitautor ihr Ehemann) mit einer Kurzgeschichte „Grubenpferd oder Spalier für Oskar“ vertreten.

Sie ist Mitglied im „Verband deutscher Schriftsteller NRW“(VS)

Momentan in Arbeit ein Lyrikband und ein Kurzgeschichtenbuch mit Reinhard Bottländer.

Fotos_privat

Walter Pobaschnig _ 11.6.2023

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„Kunst ist Widerstand!“ Katja Richter, Schriftstellerin, Künstlerin und Aktivistin _ Saarland/D 9.7.2023

Liebe Katja Richter, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Wer mit Kindern unter einem Dach lebt, weiß: Planmäßig läuft oft nichts! Meine Kreativzeit kann ich mir aber vormittags, wenn alle ausgeflogen sind nehmen und nochmal am späten Abend. Da ich ohnehin eine Nachteule bin, -also gewissermaßen nachtaktiv-, findet man mich in der Regel nach Einbruch der Dunkelheit noch am Schreibtisch beim Arbeiten. So entstand übrigens auch der Hashtag #nachtsamschreibtisch, den ich oft für meine social media Beiträge benutze. Ansonsten hängt der Tagesablauf von allem möglichen ab.

Katja Richter
Schriftstellerin, Künstlerin und Aktivistin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Dass wir uns mit den herrschenden Verhältnissen und Missständen nicht abfinden dürfen. Ich bin davon überzeugt, dass nichts so bleiben muss, wie es ist, nur weil es ja immer schon so war und „man“ nichts machen könne. Dort wo Unrecht geschieht kann jede und jeder Einzelne seine Stimme erheben, sich einmischen und das Schweigen durchbrechen. Wir müssen uns als Gesellschaft fragen, wie wir uns eine gemeinsame Zukunft vorstellen, was wir uns für unsere Kinder und künftige Generationen wünschen. Wenn nur wenige Menschen mehr besitzen, als der ganze Rest der Menschheit zusammen und nach wie vor Menschen auf diesem Planeten verhungern müssen, während wir Tonnen von Essen für den Müll produzieren und wertvolle Ressourcen zerstören, dann müssen wir uns doch fragen, ob wir uns in dieses vermeintliche „Schicksal“ weiter fügen wollen? Wenn Menschen unter widrigsten Bedingungen arbeiten müssen und trotzdem ihr Leben nicht in Würde bestreiten können, ihren Lebensabend in Armut verbringen, dann wirft das Fragen auf, denen wir uns stellen müssen. Wir werden auf diesem Planeten als Menschheit keine lebenswerte Zukunft haben, wenn wir nicht endlich begreifen, dass wir so nicht weitermachen können. Wir brauchen Utopien und jede/r von uns, ist ein Werkzeug, um diese mit Leben zu füllen. Eine pluralistische Gesellschaft ist nichts Selbstverständliches, sondern etwas, das wir uns täglich neu erarbeiten müssen und das gerade in diesen Zeiten. Zivilcourage darf uns nicht abhandenkommen, Hass und Hetze müssen wir etwas entgegensetzen können.

Besonders wichtig für uns alle, ist, sich nicht mundtot machen zu lassen. Aus dem Blick verlieren dürfen wir besonders eins nicht: Zementierte Meinungskorridore, die leider auch durch die monotone Kakofonie in der Medienlandschaft gefestigt werden, machen eine fruchtbare Diskussions -und Streitkultur unmöglich. Diese brauchen wir aber dringend, denn wir müssen als gesamte Gesellschaft miteinander im Gespräch bleiben und uns nicht in einer Spirale des Schwarzweißdenkens selbst beschneiden. Das ist, zugegebenermaßen, nicht immer einfach in diesen Tagen. Doch wenn wir uns trotz der Unbequemlichkeiten und Anstrengungen diesen Herausforderungen nicht zu stellen bereit sind, werden wir nicht nur den Kampf um eine offene Gesellschaft verlieren.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?

Essentiell bleibt, inwieweit jede/r Einzelne von uns bereit ist, sich in aktuelle Debatten einzumischen, auch mal Gegenwind in Kauf zu nehmen und einen Beitrag hin zu einer gerechteren, solidarischeren Gesellschaft zu leisten. Wesentlich für mich ist aktuell besonders, dass wir die Lehren aus zwei barbarischen Weltkriegen mit all den zig Millionen Toten, nicht in Vergessenheit geraten lassen. Für den Frieden einzutreten in Zeiten des Friedens ist eine Sache, in Zeiten(wenden) wie diesen Zweifel laut zu äußern und die Stimme gegen eine Militarisierung zu erheben, eine andere. Während in einem reichen Land wie Deutschland noch immer nahezu jedes fünfte Kind in Armut leben muss, werden jetzt Milliarden über Milliarden in Aufrüstung investiert. Geld, das dringend an anderer Stelle gebraucht wird. Z.B. auch im Kampf gegen Klimawandel oder den weltweiten Hunger, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Nicht zum ersten Mal in der Geschichte, werden Pazifisten verunglimpft, gedemütigt und öffentlich an den Pranger gestellt. Ein Umstand, den ich nicht hinnehmen kann und will! Diesem Thema widmen sich meine Texte und Bilder daher immer wieder.

Die Rolle der Kunst ist da für mich eine ganz Klare: Kunst kann und darf nicht zur Dekoration verkommen oder zum hippen Lifestyleaccessoire. Kunst muss in meinen Augen immer auch der Stachel im Fleisch einer Gesellschaft und ihrer Mächtigen und Reichen sein. Die Kunst ist den Herrschenden oftmals ein Dorn im Auge und an zu vielen Orten auf der Welt, werden unbequeme Schriftsteller und Schriftstellerinnen oder Kunstschaffende und ihre Werke als Erstes aus dem Weg geräumt, wenn man die Massen und ihr Denken lenken will. Sie werden eingeschüchtert, diskriminiert, eingekerkert oder gar ermordet. Wer den Mächtigen den Spiegel vorhält, Finger in Wunden legt oder sie demaskiert, der ist schnell erledigt. Künstler und Künstlerinnen sollen keinen Einfluss auf die Menschen haben, sie nicht weiter ins Grübeln oder gar in Aufruhr bringen. Was wäre mehr Beweis für die starke Strahlkraft von Kunst und Literatur auf die Menschen? Auch Kultur ist der Kitt der eine Gesellschaft zusammenhält. Etwas, das wir aus den Lockdowns gelernt haben sollten!

Besonders hervorheben möchte ich an dieser Stelle, dass Kunst allen gesellschaftlichen Schichten zugänglich gemacht werden muss. Kunst und Kultur sind nach wie vor auch etwas, das man sich schlicht leisten können muss. Ob Theater -oder Museumsbesuche oder die Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen verschiedenster Art: Die Kunst -und Kulturlandschaft muss so gefördert werden, dass es auch umfassende Angebote für Menschen mit kleinem Geldbeutel geben kann. Kunst findet zu oft -nach wie vor-, in einem elitären Dunstkreis statt. Die Kunst hat unglaubliche Möglichkeiten Menschen auf verschiedenste Art und Weise zu erreichen, zum Nachdenken anzuregen und zu aktivieren. Ihre Sprache ist universell! Dabei überwindet sie Grenzen und Schranken und kann wie kaum ein anderes Element Menschen und ihre Kulturen miteinander verbinden. Doch Kunst schafft nicht nur Räume, sie braucht auch Räume jenseits von elitären Blasen, die lediglich einem kleinen Kreis vorbehalten sind. Ich bin mir sicher, da wo Menschen im Kollektiv Kunst zelebrieren oder sogar schaffen, entsteht fruchtbarer Boden für Vielfalt und Toleranz. Darum ist die Kunst an sich ein nicht zu unterschätzendes, essentielles Werkzeug im Kampf für eine offene und freie Gesellschaft.

Ich war in letzten Jahren auch als politische Aktivistin immer wieder auf Kundgebungen, Demos oder Mahnwachen unterwegs, sprach zu den Menschen auf der Straße und spürte hautnah, wie die Verunsicherung der Menschen wuchs. Inzwischen glaube ich vor allem an die positive Kraft von Kunst und Sprache. Und ja, auch persönlich stehe ich vor einem Aufbruch. Ich habe mich konsequent, bedingungs- und ausnahmslos meiner kreativen Arbeit verschrieben und werde dies auch weiterhin tun, solange es mir möglich ist.

Was liest Du derzeit?

Zur Zeit setze ich mich kritisch mit dem viel diskutierten Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Max Frisch auseinander. Parallel lese ich gerade eine Biographie über George Grosz.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Kunst ist Widerstand!

Katja Richter
Schriftstellerin, Künstlerin und Aktivistin

Vielen Dank für das Interview liebe Katja Richter, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literatur-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Katja Richter, Schriftstellerin, Künstlerin und Aktivistin

Zur Person_Katja Richter, Schriftstellerin, Künstlerin und Aktivistin, geboren 1979 im saarländischen Merzig.

Sie schreibt seit ihrer Jugend gesellschaftskritische Texte und setzt sich immer wieder künstlerisch mit den Themen ihrer Zeit auseinander. Ihr Augenmerk richtet sich dabei besonders darauf, der Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten und mit ihren Bildern und Gedichten ein Stachel im Fleisch der Mächtigen zu sein.

Insbesondere Themen wie Krieg, Armut und Flucht, aber auch der Umgang mit den Menschen am Rande der Gesellschaft, sind immer wieder Triebfeder für ihre kreativen Arbeiten und liegen ihr besonders am Herzen. Stets wirft sie Fragen auf nach der Zukunft eines gesellschaftlichen Miteinanders. Dabei stellt sie die herrschenden Zustände und Machtverhältnisse ins Schlaglicht, um Diskussionen und Denkanstöße zu forcieren, hin zu einem Nach -und Umdenken. So auch in der „eXperimenta“, dem Magazin für Literatur, Kunst und Gesellschaft, das seiner Leserschaft in diesem Jahr monatlich ein Bild der Künstlerin präsentiert.

Sie lebt mit ihrer Familie im Saarland, wo man sie auch wandernd auf einer der zahlreichen Traumschleifen, bei ihrer kreativen Arbeit oder immer mal wieder auf einer Kundgebung, Demo oder Mahnwache antreffen kann. Nach verschiedenen ehrenamtlichen Engagements in den letzten Jahren, konzentriert sie sich derzeit vor allem auf ihre kreative Arbeit an ihren Bildern und Texten. Aktuell arbeitet sie an ihrem ersten Gedichtband.

Website: WWW.katja-richter.net

Fotos_Katja Richter

13.6.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„nicht die Menschlichkeit aus dem Blick verlieren.“ Reinhard Bottländer, Schriftsteller_ Castrop-Rauxel /D 8.7.2023

Lieber Reinhard Bottländer, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich bin tagsüber in Therapie. Danach ruhe ich mich aus oder/ und übernehme Aufgaben, die ich bewältigen kann.

Reinhard Bottländer, Schriftsteller

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Es gibt drei große Ziele:

Der Frieden in Europa muss wieder hergestellt werden.

Das Klimaproblem muss gelöst werden.

Die Immigration muss human geregelt werden.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Alle Probleme sollten mit Ruhe und Entschlossenheit angegangen werden. Dabei sollte man nicht die Menschlichkeit aus dem Blick verlieren. Immer wieder darauf hinzuweisen, ist zurzeit die vornehmste Aufgabe von Kunst und Literatur.

Was liest Du derzeit?

Das Geheimnis (The secret) von Rhonda Byrne

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Die andere Welt

Hörst Du die vielen Raben?

Menschen

Auf berstendem Feld

Hörst du den Schrei der Armut?

Jammern

Rund um die Welt

Knebel

Entsetzen

Bombengedröhn

Klagen

Es nimmt kein Ende

Dürre

Kadaver

Elend zu seh`n

Haut und Knochen

Hände!

Überall

Siechtum und Tod!

Überall

Hunger und Leid!

Endet niemals der Ärmsten Not?

Heut` nicht?

Und nicht mit der Zeit?

Karin und Reinhard Bottländer, Lesung

Vielen Dank für das Interview lieber Reinhard, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Reinhard Bottländer, Schriftsteller

Zur Person_Reinhard Bottländer wurde 1948 in Bochum geboren. Im Alter von 17 Jahren nahm er seinen Dienst bei der Polizei des Landes Nordrhein-Westfalen auf. Von der Schutzpolizei wechselte er im Jahr 1972 in den Kriminaldienst. Während dieser Zeit arbeitete er auch immer wieder in verschiedenen Mordkommissionen mit. Im Rahmen der Neuorganisation der Polizei im Jahr 1994 wechselte er in die Führungsstelle der Polizeiinspektion Bochum-Mitte, bis er Ende des Jahres 1999 wegen einer schweren Krankheit vorzeitig aus dem Dienst ausschied. Eine zweite schwere Krankheit im Jahr 2020 hinterließ erhebliche motorische Defizite und beeinträchtigt seine schriftstellerische Arbeit seitdem erheblich.

Von 1978 bis 1988 wurden mehrere Kinder-und Jugendbücher von ihm in verschiedenen Buchverlagen veröffentlicht. Es gab Anthologiebeiträge und Rundfunksendungen. Kurzgeschichten wurden in Schulbüchern und Zeitungen abgedruckt.

Er ist Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller NRW (VS) , Friedrich-Bödecker-Kreis NRW und im Verein zur Förderung der deutschsprachigen Kriminalliteratur „Das Syndikat e.V“.

Reinhard Bottländer lebt mit seiner Frau Karin in Castrop-Rauxel.

Da Kärnten für lange Zeit sein zweites Zuhause war, ist die Handlung seines 3. Kriminalromans (Balkan Connection – Die Spur führt nach Feldkirchen) auch dort angesiedelt. Näheres dazu erfährt man über Google und Wikipedia

Foto_privat

Walter Pobaschnig _ 11.6.2023

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„Wir müssen uns auf Veränderungen einstellen“ Cathrin Block, Schriftstellerin _ Hannover 7.7..2023

Liebe Cathrin Block, wie sieht Dein Tagesablauf aus?

Ich lebe allein, meine Kinder haben längst eigene Familien. Ich lasse den Tag langsam angehen. Irgendwann setze ich mich dann an meinen PC und schreibe weiter an meinem zweiten Roman „Der Fühlweber – Öl der Hüterin“. Im Moment allerdings kümmere ich mich auch um den ersten Roman „Der Fühlweber – Asche des Feindes“, der 2022 erschien. Ich schreibe Buchblogger an, poste in den Social Media und blogge selbst (www.startnext.com/fuehlweber), alles mit dem Ziel, das Buch bekannt zu machen.

Des Weiteren treffen sich bei mir einmal im Monat RomanschriftstellerInnen und tauschen sich bei Kaffee und Kuchen über ihre Projekte aus. Und ich layoute regelmäßig den Lokaleinleger einer Straßenzeitschrift.

Cathrin Block, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Vor allem Ruhe bewahren.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaft[1]lich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Ja, wir müssen uns auf Veränderungen einstellen. Aber ich glaube, es war Descartes, der einmal gesagt hat: „Nicht alles, was anders wird, wird gut, aber damit es besser wird, muss sich vieles ändern.“ In diesem Sinne kann auch die Literatur ihren Beitrag leisten, indem sie nur nicht düstere Dystopien liefert, sondern auch aufzeigt, wie wir solche Veränderungen nutzen können.

Was liest Du derzeit?

„Feeleo“, den Roman meiner besten Freundin (noch nicht veröffentlicht). Bei einem Feeleo wird eine Handlung so produziert, dass der Konsument das Abenteuer nicht nur am Bildschirm oder mit einer Videobrille verfolgt, sondern sein Gehirn mithilfe einer bestimmte Technik in das des Protagonisten einklinkt und so das Abenteuer selbst erlebt…

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Das Zitat, welches ich oben schon genannt hab:

„Nicht alles, was anders wird, wird gut, aber damit es besser wird, muss sich vieles ändern.“

Vielen Dank für das Interview liebe Cathrin, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Cathrin Block, Schriftstellerin

https://www.cathrinblock.de/

Foto_privat

6.10.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Kunst löst keine Widersprüche, sondern macht sie erst sichtbar“ Rudi de Mello, Regisseur, Autor _ Berlin 6.7.2023

Lieber Rudi de Mello, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Als freischaffender Künstler arbeite ich parallel an mehreren Projekten, bei denen ich mehrmals täglich unterschiedliche Positionen einnehmen und flexibel die „Seiten wechseln“ können muss: vom Regisseur zum Schauspieler, vom Produktionsleiter zum Autor und Dramaturgen.

Bei all den professionellen Verpflichtungen, den gewissensbissigen Deadlines, der nie zu Bett gehenden Kommunikation und der Koordination des Chaos, versuche ich dem verlockend klingenden, aber dann letztendlich doch eher trockenen, steuerrechtlichen Begriff des „freischaffenden Künstlers“ Fleisch und Sinnlichkeit zu verleihen: jeden Tag suche ich in allen Tätigkeiten Frei-Räume, um schöpferisch sein zu können. Das macht für mich die Attraktivität eines solchen Tagesablaufs aus.

Rudi de Mello, Schauspieler, Regisseur, Autor und Dramaturg

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Wir sollten jetzt nicht vergessen, dass wir bei all der Unterschiedlichkeit, auf die wir uns bezüglich unserer Meinung, unserer Herkunft, unserer Religion, unseres Geschlechts und unserer Sexualität berufen, letztendlich alle „nur“ Menschen sind. Positiv ausgedrückt: Für sehr wichtig halte ich das Besinnen darauf, dass wir im Denken, Fühlen, Wollen und Hoffen mehr Gemeinsamkeiten haben als Unterschiede oder dass uns zumindest als Spezies eine Dramaturgie der Koordinaten „Denken“ – „Fühlen“ – „Wollen“ – „Hoffen“ definiert. Diese Art von Verbundenheit ist eine wunderschöne und aufregende Sache, wie ich finde.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Ich beobachte zurzeit im Weltgeschehen einen salonfähig gewordenen aufklärerischen Impetus, die Aufklärung austreiben zu wollen. Und ich hoffe, dass uns das eines Tages nicht um die Ohren fliegen wird. Und das vielleicht sogar früher noch als all die prognostizierten, den Menschen in seiner Existenz bedrohenden Katastrophen. Der gerade sehr präsente Widerspruch, dass sich die Aufklärung selbst aushebelt, reiht sich ein in die Liste der vielen Widersprüche im menschlichen Dasein. Und Kunst war seit jeher sehr gut darin, latente Widersprüche im menschlichen Dasein sinnlich erlebbar zu machen.

Bedenklich finde ich daher die derzeitige, selbstverständlich gewordene Instrumentalisierung der Kunst durch das Politische, bei der die Kunst beginnt, eine politische Rolle zu spielen. Kunst sollte in diesem Sinne keine Rolle spielen, sondern sollte, nicht nur im Theater, Rollen spielen und unterschiedliche Perspektiven als ästhetisches Erlebnis aufeinanderprallen lassen. Kunst ist weder ein psychologisches noch ein soziales noch ein politisches Heilmittel. Kunst löst keine Widersprüche, sondern macht sie erst sichtbar.

Was liest Du derzeit?

Derzeit lese ich C. G. Jungs Texte über die Archetypen, Texte über die Genese der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm und Texte zur Mythen-Theorie, da ich mitten in einem künstlerischen Rechercheprojekt stecke, das vom Fonds Darstellende Künste gefördert wird: In „MetaMythos“ gehe ich im urbanen Raum Berlins auf die Jagd nach „neuen“ und noch verborgenen Archetypen, die ich in den Träumen der Großstadtbewohner:innen, in sogenannten „urban legends“ und in mündlich überlieferten Gutenacht- und Lagerfeuergeschichten suche. Daher lese ich gerade auch sehr viele interessante Träume und noch nie gehörte, märchenhafte Geschichten und hoffe, in den kommenden Monaten noch sehr viel mehr davon lesen zu können.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Wer hohe Türme bauen will, muss lange beim Fundament verweilen.“ – Aristoteles

Vielen Dank für das Interview lieber Rudi, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Theater-, Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Rudi de Mello, Schauspieler, Regisseur, Autor und Dramaturg

Zur Person_Rudi de Mello, 1981 in Havanna (Kuba) geboren, lebt in Berlin. Er absolvierte ein Studium der Philosophie, Kunstgeschichte und Vergleichenden Literaturwissenschaft an der TU Berlin. Seit über 20 Jahren ist er international als Schauspieler, Regisseur, Autor und Dramaturg an verschiedenen Theatern und Kulturinstitutionen tätig. Er ist leidenschaftlicher Lyriker, erdenkt und organisiert Lesungen (u.a. ÜBERGÄNGE, UNTERFÜLLE) und liest selbst auf Lesungen (u.a. bei Textur 4: UNTERWEGS).

Schauspiel: u.a. AMERIKA! (PARKAUE – Junges Staatstheater Berlin, 2009), EinzigArtig (Museum für Naturkunde Berlin, 2017) / Dramaturgie: u.a. Thinking Out Of The Shadow – Das Platon-Projekt (HAU, 2014), Rom*nja City Reloaded (Volksbühne Berlin, 2022) / Regie: u.a. Dead. End. Paradise. – Dantes Göttliche Komödie (jtw spandau, 2019), POPOL VUH (jtw spandau, 2020).

Foto_privat.

6.6.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Wir können uns zusammentun als Hoffende“ Esther Ben Mohamed, Musikerin und Autorin _ Lothringen 5.7.2023

Liebe Esther Ben Mohamed, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Seit zwei Monaten bin ich wieder eine Hundefreundschaft eingegangen, so dass der Morgen zumindest strukturiert ist. Vor dem Frühstück machen wir den ersten gemeinsamen Spaziergang, hinterher habe ich viel Zeit, am Frühstückstisch zu sitzen und den Tag langsam angehen zu lassen. Oft kommen dann auch die besten Ideen zum Schreiben.

An den Nachmittagen unterrichte ich, teilweise fahre ich zu den Schülern, nehme den Hund mit und mache mit ihm hinterher kleine „Entdeckungstouren“.

Es bleibt immer noch genügend Zeit für Gartenarbeit, Pflege unseres alten Bauernhauses in Lothringen, zum Cello oder Flöte üben, je nachdem, was ich gerade vorbereite.

Esther Ben Mohamed, Musikerin und Autorin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich träume davon, dass es sowas wie einen Weltfrieden geben kann, dass alle Menschen sich achten, füreinander da sind, miteinander kommunizieren, alten Streit schlichten, sich vergeben, und dass  Politiker alte Machtstrukturen aufheben und eine Gerechtigkeit in der Welt schaffen – einen Ausgleich zwischen arm und reich, dass alle Menschen leben können ohne hungern und leiden zu müssen.

Mir kam dieses Bild des Weltfriedens bei einem Besuch in Metz in der Vorweihnachtszeit. Die bunt geschmückten Fenster wirkten auf mich wie kleine Friedensbotschaften.

Auch könnten wir uns dann in Ruhe um unsere Mutter Erde kümmern und Großkonzerne, die Menschen nur für ihre Interessen ausnutzen, hätten gar keine Chance mehr zu existieren.

Erschütternd, was unserer Erde zugemutet wird, dass der Mensch seinen eigenen Planeten vernichtet. Ob es schon zu spät ist oder haben wir noch eine Chance, unseren Planeten zu retten?

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

In der Kunst haben wir die Möglichkeit, auf Missstände und Ungerechtigkeiten hinzuweisen, zu benennen, vor welcher Aufgabe wir stehen, um eine lebenswerte Welt zu erschaffen.

Wir können uns zusammentun als Hoffende, die mit guten Gedanken Impulse in die Welt setzen, die etwas Positives bewirken. Je mehr Hoffende es gibt, desto größer ist die Chance, unseren Planeten zu erhalten.

Vor Kurzem habe ich bei einer Sammlung von Texten mitgemacht zum Thema: …und trotzdem Hoffnung…

Die Auseinandersetzung mit den Kriegen, die immer irgendwo auf der Welt wüten, mit der Missachtung von Menschenrechten, mit Fremdenhass und der Gewalt – all das hat uns Schreibende verbunden und uns gegenseitig Kraft gegeben, die wir auf diese Weise in die Welt hinausschicken konnten.

Wenn wir bereit sind, uns zu verschenken mit dem, um was wir uns bemühen, kann Liebe entstehen. So können wir die Welt gemeinsam künstlerisch gestalten mit Worten, Bildern oder Melodien, die zu Herzen gehen.

Was liest Du derzeit?

Von John O’Donohue „Echo der Seele“.

Ich freue mich immer, wenn ich in einem Buch Antworten auf meine eigenen Lebensfragen bekomme.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Aus „Echo der Seele“:

„Jeder Tag, der uns geschenkt wird, ist angefüllt mit einer scheuen Anmut göttlicher Zärtlichkeit…

Jeder Tag ist eine geheime Geschichte, gewoben um das strahlende Herz des Wunders.“

Vielen Dank für das Interview liebe Esther, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Musik-, Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

Esther Ben Mohamed, Musikerin und Autorin

5 Fragen an Künstler*innen:

Esther Ben Mohamed, Musikerin und Autorin

Zur Person_Esther Ben Mohamed, Musikerin und Autorin, geboren in Hamburg, studierte Musikpädagogik in Saarbrücken und lebt mit ihrem Sohn und ihrem Hund in Lothringen. Sie unterrichtet Querflöte und Klavier, mit 50 Jahren hat sie noch angefangen, Cello zu lernen.
Als Autorin veröffentlichte sie ihre Biografie „Das Leben ist ein reines Ausprobieren“ sowie den Gedichtband „Ich habe Liebe gefunden.“
Sie nahm an mehreren Anthologien teil und schreibt fast täglich Lyrik und Gedichte.

Foto_privat.

5.6.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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