„Viel Nachrichten schauen und zwischendurch die Lesungen für 2022 planen“ Jörn Birkholz, Schriftsteller _ Bremen 15.3.2022

Lieber Jörn, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Derzeit tatsächlich viel Nachrichten schauen und zwischendurch mühevoll (dank Corona) die Lesungen für 2022 planen. Passt klasse zusammen.

Jörn Birkholz, Schriftsteller, Historiker, Musiker

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Das was vorher auch schon wichtig war; den Blödsinn um uns herum versuchen zu erkennen und zu benennen. Und nach Möglichkeit dabei nicht zu zynisch zu werden.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Ich kann da nur für die Literatur sprechen und viele werden jetzt sofort entrüstet aufschreien, aber wie man es ja bereits während der Pandemie erleben musste; keine besonders große Rolle (von politischer Seite gar als Freizeitaktivität eingestuft).

Und so wichtig und unentbehrlich die Freiheit des Wortes ist; da, wo man (fast) alles sagen kann, interessiert sich kaum einer dafür, oder es entfaltet kaum Wirkung, und wo man es nicht darf, wird man eh mundtot (oder schlimmeres) gemacht.

Was liest Du derzeit?

„Crossroads“ von Franzen

„Vernichten“ von Houllebecq

Danach „Die Dämonen“ von Dostojewski (die Neuübersetzung von Swetlana Geier)

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Ich erhoffe nichts. Ich fürchte nichts. Ich bin frei.“ Nikos Kazantzakis

Jörn Birkholz, Schriftsteller, Historiker, Musiker

Vielen Dank für das Interview lieber Jörn, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Jörn Birkholz, Schriftsteller, Historiker, Musiker

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2.3.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Cäsaren-Clownerie / Ende nie?“ Harald Darer_Schriftsteller _Give Peace A Chance_ Wien 15.3.2022

GIVE PEACE A CHANCE

Generation

Innerlich

Vernichtet:

Eskalation

Propaganda

Euphorie

Aggression

Chaos

Empathie

Annexion:

Charmante

Humanitäre Intervention

Angriffsfrieden

Neutralisation

Cäsaren-Clownerie

Ende nie?

Harald Darer, 14.3.2022

Harald Darer_Schriftsteller

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Harald Darer_Schriftsteller _ Wien

https://der-darer.net/

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Walter Pobaschnig _ 14.3.2022.

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„Augen Creme Erinnerung Augen“ Clemens Schittko, Schriftsteller _ Give Peace A Chance _ Berlin 15.3.2022

GIVE PEACE A CHANCE

Gras

Inseln

Vögel

Erinnerung

Pflanzen

Erinnerung

Augen

Creme

Erinnerung

Augen

Creme

Hände

Augen

Nacht

Creme

Erinnerung

Clemens Schittko, 13.3.2022

Clemens Schittko_Schriftsteller

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Clemens Schittko_Schriftsteller _ Berlin

Foto_Juliane Wünsche.

Walter Pobaschnig _ 13.3.2022.

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„auch chancenlose engel atmen chancen“ Petrus Akkordeon_Schriftsteller_Give Peace A Chance _ Berlin 15.3.2022

GIVE PEACE A CHANCE

geht

im

vielleicht

ein

paradies

ein

auch

chancenlose

engel

atmen

chancen

hoffen

apfelbäume

noch

chancenlos

einander

p.akkordeon

13032022

Petrus Akkordeon_Schriftsteller, Künstler

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Petrus Akkordeon_Schriftsteller, Künstler _ Berlin

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Walter Pobaschnig _ 13.3.2022.

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„Geschoss – Gewissen“ Michael Hedwig_ Künstler_Give Peace A Chance _Wien 14.3.2022

GIVE PEACE A CHANCE

Geschoss

Inspektorenmarke

Vorderlader

Expansivgeschoss

Pistole

Elektrozündung

Anschlag

Colt

Einheitspatrone

Abzug

Cook off

Handfeuerwaffe

Ausreißer

Nitroglyzerin

Center fire

Entladehammer

GIVE PEACE A CHANCE

Gewissen

Individuelle Freiheit

Verantwortung

Ethik

Prinzip der Freiheit

Entwicklung

Anspruch

Charakter

Empathie

Anderssein

Charakterbildung

Hilfsbereitschaft

Allgemeine Wertvorstellung

Norm

Charakterstärke

Eigenverantwortung

Michael Hedwig_ 13.3.2022

Michael Hedwig_ Künstler

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Michael Hedwig_ Künstler_Wien

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Foto_Simina Badea.

Walter Pobaschnig _ 13.3.2022.

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„Aufruhr der Meerestiere“ Marie Gamillscheg. Roman. Luchterhand Verlag

Da ist das Leben. Das Jetzt. Der Beruf als Meeresbiologin. Der Hörsaal. Fern der Herkunft. Hier im Institut ist es eine „Insel“ – „Luise wollte jemand sein, an dem man sich erinnerte. Luise war eine Insel…“.

Mensch und Tier steht im Mittelpunkt ihres Forscherlebens. Die Metamorphosen, die Angst. Lebensräume, die sich teilen, verteidigen, bekämpfen…alltäglich und über Zeitepochen…

Und wo ist Luise darin? Fragen. Wo komme ich hier? Bin ich geworden? Was sind meine Verwandlungen…Noch verborgen.

„Man wächst auf. Eine Mutter, ein Vater, zwei Kinder. Ein Bub, ein Mädchen.“

Eine Reise beginnt…an den Meeresboden der eigenen Herkunft…ein Aufruhr in Erinnerung und Gegenwart…

Wo wird es hinführen? Wo wird es enden?…Was bleibt von der Insel?

Marie Gamillscheg, in Berlin lebende österreichische Schriftstellerin, 2018 mit dem österreichischen Buchpreis Debüt ausgezeichnet, legt mit „Aufruhr der Meerestiere“ einen beeindruckenden Entwicklungs-Roman vor, der in der spannenden wie poetischen Verschlungenheit metaphorisch-assoziativen Erzählens begeistert und gängige Literatur Genres sprengt.

Es ist ein einzigartiger Stil, der Möglichkeiten modernen Schreibens auslotet und gleichsam ein neues Genre kreiert. Gamillscheg setzt hier im einzigartigen Kunstgriff das Stilmittel Sprache, um Fragen von Identität und Lebenswegen zu thematisieren. Das gekonnte wie überraschende Spiel literarischer Möglichkeiten erzeugt ein vielseitiges, ganz besonders Lese- und Literaturerlebnis.

„Marie Gamillscheg erschafft die Welt der Sprache neu. Ein Ereignis.“

Walter Pobaschnig 3_22

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„Es gibt kein Licht in Tschornjanka“ Günter Vallaster_Give Peace A Chance_Schriftsteller_Wien 14.3.2022

GIVE PEACE A CHANCE

Grodek / Horodok

Ist wieder

Voller „düstrer Sonne“

Ein letzter Vers von Georg Trakl

Panzerspuren im Schlamm der RasputiNza

Eine Marschrutka

Aus Tschornjanka zwischen

Cherson und Melitopol wartet mit zerbrochnen Scheiben

Es gibt kein Licht in Tschornjanka

An der Wiege der Moderne

Chor „dyr bul shchyl“ auf der Flucht nach

Hyläa, dem Biosphären- und Kunstblätterwald

Alexej Krutschonych, David und Wladimir Burliuk, Wladimir Majakowskij

Nicht zu vergessenBenedikt Liwschiz, Wassilij Kamenskij, Velimir Chlebnikov

Chor der Kunst, verfolgt, vertrieben, vereinnahmt vom völkischen Wahn, auch

Elena Guro, die in Piter nur „zwei Wörter“ in die Kamera hielt

Günter Vallaster  _ 13.3.2022

Günter Vallaster  _Schriftsteller

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Günter Vallaster  _Schriftsteller_Wien

https://guenter-vallaster.net/

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Walter Pobaschnig _ 13.3.2022.

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„bei Ebbe der Hoffnung zu lauschen“ Jacqueline Forster-Zigerli, Autorin_Give Peace A Chance _Lausanne/Schweiz 14.3.2022

Give peace a chance

Geh und sprich ein Gebet für den Frieden.

Immer ist Blumenzeit die Einladung zur

Vergebung.

Erinnern wir, wie

Persönlich in uns Friede geschieht, wie die

Erde leuchtet, wenn wir einen

Apfelbaum pflanzen oder eine

Christrose, die das Versprechen

Einlösen vom

Anfang, der immer möglich ist in

Cadiz oder China. Mitten in Dir ist es

Himmel und Zeit die

Ahnen zu ehren, bei

Null anzufangen in jedem Moment, beim Hören der Klänge von

Chopin, bei

Ebbe der Hoffnung zu lauschen.

Jacqueline Forster-Zigerli, 13.3.2022

Jacqueline Forster-Zigerli, Autorin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Jacqueline Forster-Zigerli, Autorin_Lausanne/Schweiz

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Walter Pobaschnig _ 12.3.2022.

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„Chöre, preist das Leben, nicht den Tod“ Eva Filip _Schriftstellerin_Give Peace A Chance_Göppingen/D 14.3.2022

GIVE PEACE A CHANCE

G rauenhaft

I st

V ölkermord,

E in Krieg kennt nur Verlierer.

P otentaten dieser Welt

E s ist Zeit!

A uf einer Erde leben wir alle,

C höre, preist das Leben, nicht den Tod.

E s ist Zeit, den Wahnsinn zu stoppen,

A uf Gewalt zu verzichten.

C aritas und Liebe

H alten die Welt zusammen,

A chtung und Respekt,

N iemals Hass und Gewalt.

C hronos, stopp die Uhr des Krieges, gib

E ine Chance dem Frieden!

Eva Filip, 12.3.2022

Eva Filip _Schriftstellerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Eva Filip _Schriftstellerin_Göppingen/D

Eva Filip. Autorin | KLAK VerlagKLAK Verlag

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Walter Pobaschnig _ 13.3.2022.

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„Literatur soll darüber erzählen, was geschieht, was den Menschen zustößt“ Wilhelm Kuehs, Schriftsteller _ Völkermarkt 14.3.2022

Lieber Wilhelm, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich mache mir einen Kaffee und sehe mir die Nachrichten an. Dann recherchiere ich für ein neues Projekt, und am Abend kehre ich zu den Nachrichten zurück.

Der Krieg in der Ukraine überschattet das tägliche Tun auf eine andere Weise, als etwa die Corona Epidemie. Es ist eine unmittelbar von Menschen gemachte Katastrophe. Das nährt die Hoffnung, dass der von Putin begonnene Krieg auch  durch menschliche Anstrengung bald beendet werden könnte. Doch das ist ein bisschen naiv. Es gibt so etwas wie eine Dynamik des Krieges, und uns wird dieser Konflikt noch lange begleiten.

Wilhelm Kuehs, Schriftsteller

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Sich nicht von den Bildern des Krieges überwältigen lassen, und sich gleichzeitig bewusst bleiben, welcher Schrecken sich gerade abspielt. Das scheint mir jetzt entscheidend

Der Krieg in der Ukraine, die anhaltende Epidemie, die Klimakrise und die zahlreichen Konflikte auf der Welt, über die nicht oder nicht sehr prominent berichtet wird, könnten einen in die Verzweiflung treiben. Doch sie können auch Anlass sein, sich damit auseinanderzusetzen und sich dort einzubringen, wo es möglich ist.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Die Literatur hat den großen Vorzug gleichermaßen für Klarheit und Differenzierung sorgen zu können. Das ist ihre eigentliche Aufgabe in Zeiten des Kriegsgeschreis und der Vereinfachung. Sie soll darüber erzählen, was geschieht, was den Menschen zustößt. Denn mit der Erzählung ist es möglich, in andere Welten und Leben eintauchen. Das fördert den Perspektivenwechsel und die Empathie. Für die LeserInnen und für die AutorInnen kann das ein Weg der Hoffnung sein. Allerdings birgt Literatur auch immer die Gefahr, selbst Teil und Werkzeug der Propaganda zu werden.

Was liest Du derzeit?

Umberto Eco, Auf den Schultern von Riesen – Das Schöne, die Lüge und das Geheimnis.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Weil wir schon bei Umberto Eco sind, möchte ich auf seine 14 Thesen zum Ur-Faschismus hinweisen. Die Lektüre ist gerade jetzt erhellend und zeigt, wie die Denkbewegungen mancher Entscheidungsträger funktionieren und vor welchen ideologischen Herausforderungen wir stehen.

„Für den Ur-Faschismus gibt es keinen Kampf ums Überleben, sondern eher ein ‚Leben für den Kampf‘. Daher ist Pazifismus Kollaboration mit dem Feind. Pazifismus ist schlecht, weil das Leben ein permanenter Krieg ist. Das erzeugt jedoch einen Armageddon-Komplex. Da die Feinde besiegt werden müssen und können, muss es einen Endkampf geben, nach dem die Bewegung die Weltherrschaft antreten wird. Eine solche ‚Endlösung‘ impliziert jedoch eine anschließende Zeit des Friedens, ein Goldenes Zeitalter, das im Widerspruch zum Prinzip des permanenten Krieges steht. Keinem faschistischen Führer ist es jemals gelungen, diesen Widerspruch aufzulösen.“

 Umberto Eco. „Der immerwährende Faschismus“, in „Vier moralische Schriften“

Vielen Dank für das Interview lieber Wilhelm, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Wilhelm Kuehs, Schriftsteller

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12.3.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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