„Der Kärntner Reindling“ Natascha Partl. Hermagoras Verlag.

„Bereits als kleines Mädchen hat mich die Küche und die Zubereitung von Speisen fasziniert“, schreibt die an der zweisprachigen Höheren Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe des Konvents der Schulschwestern/Višja šola za gospodarske poklice zavoda šolskih sester in St. Peter bei St. Jakob im Rosental/Kärnten/AT tätige Pädagogin und Psychologin, Natascha Partl, und weist damit auf die Vielfalt und Kreativität der Kärntner Küche im Schnittpunkt von Kultur und Kulinarik hin.

Die regionale Küche selbst ist dabei von einem Dialog der Tradition und Innovation bestimmt, der individueller Kreativität breiten Raum gibt und auch die Geschichte der Essenszubereitung des Landes kennzeichnet.

Ein besonders kulinarisches Highlight ist dabei der weit über die Grenzen Kärntens hinaus beliebte „Kärntner Reindling“. Eine ganz besondere Süßspeise, von der die Autorin sagt, „ein Originalrezept gibt es nicht, denn jeder Reindling an sich ist ein Original“.

Natascha Partl gibt nun in dem vorliegenden Buch einen wunderbaren kulinarischen Einblick in die Rezept- und Gestaltungsvielfalt und damit in die Kulturgeschichte einer Kärntner „Süßspeiseninstitution“, die bei keinem Fest und besonders zu Ostern nicht fehlen darf.

Hervorzuheben sind die großartigen Rezeptanleitungen der Autorin, die Ihr großes Wissen und Ihre pädagogische Erfahrung widerspiegeln und es leicht machen, an der gewünschten Reindling-Kreation zu zaubern. Ebenso ist die graphische Gestaltung in Bild- und Textsatz einmal mehr zu loben – einmalig was hier in bewährter Verlagstradition geleistet wird!

Essen verbindet, schafft Gemeinschaft und fördert den Frieden. Möge dieses Buch auch ein Impuls dazu sein.

Gesegnete Ostern!

Walter Pobaschnig 4_22

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„Wir müssen uns umschauen und fragen, wo wir helfen können“ Nikoletta Kiss, Schriftstellerin _ Wien 4.4.2022

Liebe Nikoletta, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Normalerweise gebe ich morgens die Kinder in der Schule ab und setzte mich mit einem Kaffee vor den Bildschirm, hoffe, dass die Gedanken fließen. Dieser Tage aber fließen in unserer heimischen Krankenstation nur die Stunden. In der vergangenen Woche lag ich mit einer banalen Grippe flach, nicht einmal Corona war’s, das ganze Leiden wie für die Katz. Nun ist mein Mann an der Reihe, heldenhaft und positiv getestet, fristet er im Bett. Die Kinder springen putzmunter herum, zum Glück, wir homeschoolen, backen, kochen, was mich seit Tagen daran hindert, deinen Fragebogen zu beantworten, lieber Walter. Vielen Dank für die Fragen!

Nikoletta Kiss, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Immer sind die Menschen, die wir lieben, am wichtigsten. Aber in diesen schwierigen Zeiten müssen wir uns umschauen und fragen, wo wir helfen können.

Und besonders wichtig finde ich, miteinander im Gespräch zu bleiben. Es existieren kaum noch leichte Unterhaltungen, Gräben tun sich auf in Freundeskreisen und Familien, wie schnell eskaliert ein Familienessen an politischen Themen. Im Small Talk mit Fremden wird gegenseitig die Gesinnung abgesteckt, gibt es die Übereinstimmung nicht, bricht die Kommunikation zusammen. Das alles führt zur Verstummung, Entfremdung und Radikalisierung.  Wir müssen uns weiterhin um einander bemühen, miteinander reden, auch wenn es manchmal weh tut.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Ich weiß gar nicht, ob wir schon bei Aufbruch und Neubeginn sind oder noch in Schockstarre verharren. Wir werden uns unsere Welt neudenken müssen. Die alte, in der wir uns in Sicherheit wiegten, in der, zumindest in meiner Generation, Krieg etwas war, was für uns direkt keine Bedrohung darstellte, gibt es nicht mehr. Wir haben uns in den letzten Jahren in einer Folge immer krasser werdender Ereignisse vor Augen führen lassen, dass Beständigkeit trügen kann, dass gesellschaftliche Normen nichts Festgeschriebenes sind und sich schneller verschieben können, als man es für möglich hält.

Eine der großartigen Eigenschaften des Menschen ist seine Fähigkeit, sich anzupassen, im Extremen über sich hinauszuwachsen, auch das haben wir erlebt, und dies gibt mir Vertrauen in die Zukunft. Externe Schocks wie die Pandemie, ja sogar dieser schreckliche Krieg sind Katalysatoren für Entwicklung. Wir haben gesehen wie schnell ein Impfstoff gegen eine lebensbedrohliche Krankheit entwickelt werden kann, wenn die Welt zusammenarbeitet. Vielleicht führt die Aggression Putins, weil wir nun alternativlos geworden sind, die so notwendige Klimawende schneller herbei – Gedanken, die zynischen klingen in Anbetracht eines so grausamen Krieges.

Die Aufgabe der Kunst ist es, gesellschaftliche Verhältnisse kritisch zu beleuchten, auf Missstände aufmerksam zu machen. Unter allen Umständen müssen wir Kunstschaffenden uns der um sich greifenden Lähmung entgegensetzen und weitermachen. Das ist leichter gesagt als getan.

Was liest Du derzeit?

Ich lese immer dann, wenn ich nicht schreibe, und das Schreiben fällt auch mir dieser Tage schwer, so flüchte ich mich viel in die Literatur.

“Kreisläufe” von Andrea Scrima (Droschl 2021) habe ich letzte Nacht beendet, einen sprachlich dichten, poetischen Roman, der mich tief beeindruckt und mit schwerem Herzen zurückgelassen hat. Es geht um die Frage, wie wir zu dem werden, wer wir sind. Ist es möglich, unserer stofflichen Beschaffenheit zum Trotz, mit der wir in die Welt gesetzt wurden, der eigenen Herkunft zu entkommen?

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

“Ich musste wehrloser, machtloser Zeuge sein des unvorstellbaren Rückfalls der Menschheit in längst vergessen gemeinte Barbarei mit ihrem bewußten und programmatischen Dogma der Antihumanität. (…)

Aber paradoxerweise habe ich auch in eben derselben Zeit, da unsere Welt im Moralischen zurückstürzte um ein Jahrtausend, dieselbe Menschheit im Technologischen und Geistigen sich zu ungeahnten Taten erheben sehen, mit einem Flügelschlag alles in Millionen Jahren Geleistete überholend (…)

Alles stand in diesem weiten Reichen fest und unverrückbar an seiner Stelle und an der höchsten der greise Kaiser; aber sollte er sterben, so wusste man (oder meinte man), würde ein anderer kommen und nichts ändern in der wohlberechneten Ordnung. Niemand glaubte an Kriege, an Revolution und Umstürze. Alles Radikale, alles Gewaltsame schien bereits unmöglich in einem Zeitalter der Vernunft.”

aus “Die Welt von Gestern. Erinnerungen eines Europäers” (1944)

Stefan Zweig schrieb diese erschreckend aktuellen Zeilen kurz vor seinem Tod 1939 bis 1941 im Exil.

Es ist alles schon einmal dagewesen, wir dürften gewarnt sein.

Vielen Dank für das Interview liebe Nikoletta, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Nikoletta Kiss, Schriftstellerin

Foto_privat.

1.4.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Grenzüberschreitung“ Gabriele Kögl, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Wien 4.4.2022

GIVE PEACE A CHANCE

Grenzüberschreitung

In der

Verzweiflung

Ein Satz

Pax nicht nur

Ein Wort

Auf den

Cäsarenwahn

Ein Wunder

Apfelbäumchen pflanzen

Carpe pacem

Hoffen

Auf mehr als einen

Nicht- Krieg 

Cäsarenwahn stoppen

Ein Wunder

Gabriele Kögl, 29.3.2022

Bild1
Gabriele Kögl, Schriftstellerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Gabriele Kögl, Schriftstellerin _ Wien

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Foto_privat.

Walter Pobaschnig _ 29.3.2022.

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„Zartheit, Differenziertheit im Ausdruck, Schönheit als Wert an sich“ Elke Bludau _Lyrikerin _ Neuss/D 3.4.2022

Liebe Elke, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Beim Aufwachen bin ich tatsächlich erleichtert und dankbar, wenn alles am Platz ist – ich halte nichts mehr für selbstverständlich. Der Morgenkaffee mit meinem Lebenspartner ist seit 38 Jahren inspirierend. Wir reden viel über Politik, immer schon. Über alles, was uns umtreibt. Derzeit lachen wir allerdings nicht so viel wie sonst.

Tage ohne Termine sind wertvoll. Dann schreibe ich Lyrik, finde Impulse und schätze mich glücklich in meinem Sprachkokon. Ich arbeite gerne alleine – immer schon, die meisten meiner verschiedenen Berufe brachten das mit sich.

Wenn ich zwischendurch spazierengehe, dann ist es eher ein stop and go oder eine Flanerie, denn ich fotografiere ständig und schaue gern. Fotografie und Lyrik, das ist wie Yin und Yang für mich. Wenn Bilder im Außen – im Momentum der Aufnahme – dem Innen entsprechen, das ist schön. Eine flirtende Anbindung an Welt, das Licht, seine Vergänglichkeit. Ein Tanz. Und eine wunderbare Ergänzung zur sprachlichen Rezeption, dem Warten, Jagen, Ringen und Feilen, was den größten Teil meiner Kraft fordert. Und weil ich tagsüber viel lese und denke, muss ich abends etwas turnen und schaue später gerne Fernsehen. Am liebsten mochte ich Shtisel, aber noch eine Staffel drehen sie nicht.

Elke Bludau _Lyrikerin _ Neuss/D

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Als ich etwa fünf Jahre alt war, erklärte mir mein Vater besorgt, wie viele Milliarden Menschen im Jahr 2000 auf der Welt leben würden. In meiner Familie waren Optimisten rar. Ich weiß gerade auch nicht, wie wir als Weltgemeinschaft, zu der wir ja erst noch werden müssen, die immensen anstehenden Herausforderungen bestehen können.

Ich bin sechzehn Jahre nach dem zweiten Weltkrieg geboren und dachte, wir lassen Jahr für Jahr die Sprachlosigkeit, das Dunkle und Unfassbare hinter uns. Aber so ist es halt nicht.
Viele Menschen schaffen sich eigene Wirklichkeiten, die von Bitterkeit und persönlichem Frust genährt sind. Diese Befindlichkeiten sollten eine Relation finden können, die der Realität entspricht und sie nicht kippt. Eine Relation, die solidarisch ist. Die ein „Wir“ ermöglicht und schafft. Damit Bitterkeiten nicht erst entstehen, wäre unter anderem die Wertschätzung von Arbeitskraft – jeder Arbeitskraft – wesentlich.

Es gibt viele beiläufige Begebenheiten, die ich als schräg empfinde. Wenn Worte unachtsam und dadurch verfälschend gewählt werden, oder wenn schlichtweg Benehmen und Instinkt fehlen. Eine Haltung der Liebe zum Detail, das finde ich wohltuend und wichtig.
Ich bin u.a. gelernte Kunsttherapeutin. Tatsächlich würde sehr vielen Menschen eine therapeutische Begleitung guttun, als Reflexion. Es wäre eine Art Früherkennung. Was läuft schief, wie kann man sich mal wieder selbst überraschen. Was schleppt man transgenerativ mit, wie vereist ist das Herz, wie steht man in der Welt, und wie kam es dazu. Ich finde wichtig, dass jede/r bei sich beginnt, nicht nach dem Mund anderer redet, sondern Verantwortung für sein Tun übernimmt. Und einander Wohlwollen schenken – das ist wichtig.

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt der Literatur, der Kunst an sich zu?

Meine Kunstlehrerin sagte damals, man kann sich nicht belügen, wenn man Kunst und Literatur schafft. Jedenfalls letztendlich nicht, denn es ist ein Feilen hin zum Wesentlichen, zum eigenen Wahrhaftigsein. Diese Kostbarkeit des Wahrhaftigen ist auf seine Art wie die Radikalität des Guten, von der Hannah Arendt spricht.

Zartheit, Differenziertheit im Ausdruck, Schönheit als Wert an sich – Literatur und Kunst sensibilisieren, setzen Energie frei, wandeln Energie, heilen, halten, kommunizieren.
Auch kann die therapeutische Kraft von Literatur und Kunst geflüchteten Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten eine Unterstützung sein. Meine persönliche Aufgabe suche ich gerade neu.

Was liest Du derzeit?

Zurzeit flattere ich wie eine Motte im Licht verschiedener Lampen, denn ich lese auch viele politischen Analysen oder Beiträge. Und ich besuche Texte gerne noch einmal, alles ist derzeit anders in Farbigkeit und Gewicht.
– Ich fühle mich wohl mit Ulrike Bails „statt einer ankunft“ und Erec Schumachers „chapbooks“.
– Zu Cees Notebooms „Abschied“ suche ich Zugang.
– Amos Oz „Sehnsucht“ berührt mich tief.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

SCHMILZT
DER SCHNEE
WO BLEIBT
DAS WEISS

(Rémy Zaugg)

Vielen Dank für das Interview liebe Elke, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Elke Bludau _Lyrikerin _ Neuss/D

Fotos_privat.

24.3.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Noch ein Mariupol?“ Katharina Sigrid Eismann, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance_Offenbach/Main 3.4.2022

GIVE PEACE A CHANCE

Giftzar gaunert von der langen Reichstafel. Im Osten. Im Osten. Verpuffen, aushungern, aussetzen, notfalls zum Applaus foltern. Ukrainer, Russen, Dissidenten, Artisten, das Europäische Haus. Edition Hoffnung, keine Frühlingspause, Vesna. Propaganda & Gas in der Leitung.  Ununterbrochen. Und Schuttasche. Terror, ein Podcast aus der Hölle. In Kiew Ruß. Noch ein Himmel? Noch ein Mariupol? Vielleicht ist der Hafen wenn Sie das hier lesen, schon gefallen. Oder hat sich verteidigt.

Chaotische Verhandlungstische. Hungern. Abknallen. Nachschub leisten. Soldatenleichen nicht in die Heimat karren. Choreographiedes letzten Jahrhunderts, zwei Worte, dva slova: Eiserner Vorhang. Glasnost sitzt hinter Gittern. Oligarchen chillen am seidenen Faden der Riviera.

Wir sind aus allen Wolken gefallen.

Katharina Sigrid Eismann, Schriftstellerin, Performerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Katharina Sigrid Eismann, Schriftstellerin, Performerin_Offenbach/Main

Sigrid Katharina Eismann – Lyrik.Prosa.Performance

Katharina Sigrid Eismanns Lyrikband „Dschangakinder“ erscheint im Sommer im Danube Books Verlag.

Foto_privat.

Walter Pobaschnig _ 24.3.2022.

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„Nimm den schweren Schlüssel“ Birgit Schleich_Bildende Künstlerin _ Give Peace A Chance _ Graz 3.4.2022

GIVE PEACE A CHANCE

„Zartfest“

G ottvergessener Ort

I n dieser Zeit,

V er-rückt,

E nt-rückt.

P olternd holt er das verlassene Land,

E rdrückte Seele.

A uf das sie mit nackten Füssen entrinnt, dem

C haos, dem schwarzen Trümmerberg.

E mpfängst sie mit offenen Armen!

A ch, mit dem Feuer können wir nicht spielen.

IC h spüre die Schwere der erdrückten Seele,

H ol sie ab, bevor der Himmel schwerer wird, die

A ngst in ihren geschwollenen Augen,

N imm den schweren Schlüssel.

iC h spüre die Schwere der

E rdrückten Seele,

            sei umarmt – ZARTFEST!

Birgit Schleich, 2.4.2022

Birgit Schleich_Bildende Künstlerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Birgit Schleich_Bildende Künstlerin

Foto_Volker Moneke, Hamburg.

Walter Pobaschnig _ 2.4.2022.

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„Romy Schneider hat für den Schauspielberuf gelebt“ Dagmar Strobl, Model_40.Todesjahr Romy Schneider_Wien 3.4.2022

Dagmar Strobl_Model_Performerin_Make Up Artist _
reenacting Romy Schneider

Liebe Dagmar, welche Bezüge, Zugänge gibt es von Dir zu Romy Schneider?

Der erste Zugang ist für mich, wie hier in Österreich wohl üblich, über die „Sissi“ Filme. Das würde Romy Schneider wohl nicht gern hören wollen (lacht).

Als Romy Schneider starb, war ich sehr jung, aber mir sind die Berichte, Spekulationen von damals bei Gesprächen der Eltern in Erinnerung. Mich hat das Thema damals angezogen. Die Fragen und auch das Geheimnisvolle, Mystische um ihren Tod haben mich fasziniert. Ich verlor das dann später auch wieder aus den Augen, aber die Erinnerung blieb.

Wie siehst Du Werk und Leben von Romy Schneider?

Ihr Werk, ihre schauspielerische Leistung ist in Österreich/Deutschland viel zu wenig anerkannt. Es gibt viele großartige Filme mit ihr. Teilweise auch nicht so gelungene Filme, aber sie als Schauspielerin agiert toll.

Sie ist auch hier ein Star, aber ich denke wenige haben wirklich die guten Filme von ihr gesehen und damit diese hervorragende Schauspielerin.

Im Leben ist wohl von Anfang an viel an purer Katastrophe.

Gibt es einen Film von Romy Schneider, den Du hervorheben möchtest und warum?

Ja, ihren letzten Film „Die Spaziergängerin von Sans-Souci“ (1982).

Einerseits spricht mich die Thematik sehr an, andererseits weil es unheimlich faszinierend ist wie Romy Schneider, nachdem was ihr alles widerfahren ist, im Film agiert und es überhaupt geschafft hat, dies zu spielen mit einem Jungen, der im Alter ihres verstorbenen Sohnes war. Das fasziniert, berührt mich total.

Gab es Berührungspunkte zu Werk und Leben Romy Schneiders in Deinen bisherigen Kunstprojekten?

Nein.

Wie siehst Du das Spannungsverhältnis von Leben und Schauspielberuf bei Romy Schneider wie an sich?

Ich finde es bewundernswert und auch faszinierend wie es möglich ist, trotz größter Herausforderungen und auch dem Scheitern im privaten Leben im Beruf so erfolgreich zu sein. So auf dem Punkt seine Leistung abrufen zu können, ich weiß nicht, ob das viele können.

Vielleicht nimmt eine Schauspielerin/ein Schauspieler viel von einer Rolle in das private Leben mit, unbewusst und vielleicht auch bewusst. Vielleicht schützt ein Rollenverständnis auch im Privatem. Oder man hofft es. Ich traue mich das nicht zu sagen, da ich keine Schauspielerin bin. Vorstellen kann ich es mir.

Ich glaube, dass es sehr schwierig ist, aus verschiedenen Rollen wieder rauszukommen, einen cut zu machen und zu sagen, jetzt beginnt wieder mein normales Leben. Ich stelle mir das gerade bei manchen sehr fordernden Rollen, in denen es eine hohe fordernde Identifikation gibt, extrem schwierig vor.

Romy Schneider wechselte nach großen Schauspielerfolgen in den 1950er Jahren das Filmgenre wie das Land. Wie siehst Du die Möglichkeiten persönlichen Entwicklungsweges in einem künstlerischen Beruf?

Es gibt sehr viele künstlerische Bereiche, die ganz verschiedene Möglichkeiten bieten, das hängt dann auch von den persönlichen Zielen ab. Und es hängt auch vom Glück ab, auch von der Bekanntschaft mit den „richtigen“ Leuten, das Ganze ist sehr komplex.

Möglichkeiten gibt es im künstlerischen Bereich genug. Man muss diese suchen und finden. Unermüdlich. Das ist nicht einfach. Für Romy Schneider bedeutete es, das Land zu wechseln. Sie musste das tun. Es hätte auch ein anderes Land als Frankreich sein können. Aber Österreich, Deutschland konnte es nicht mehr sein, zu diesem Zeitpunkt.

Jeder Mensch muss seine Möglichkeiten selbst suchen, sehen, entscheiden und diesen Weg gehen. Das macht das Leben aus. Das künstlerische wie das private.

Gibt es etwas typisch Wienerisches bei Romy Schneider?

Sehe ich nicht. Ich sehe Romy Schneider auch nicht als Wienerin. Sie ist ja nicht in Wien aufgewachsen und auch zur Familie ihres Vaters gab es ja relativ wenig Bezug.

Was bedeutet Dir Wien und welche Erfahrungen hast Du hier im Kunstbereich gemacht?

Wien ist meine Heimatstadt und ich mag es hier zu leben. Ich mag die Stadt, mag die Leute, die Natur und Kultur, die einem in dieser Stadt umgibt. Ich mag auch andere Städte, aber ich will immer wieder nach Wien zurückkommen und nicht woanders leben.

Vor der Pandemie dachte man, dass Wien Kunst und Kultur schlechthin ist. Aber dann zeigte sich, dass häufig darauf vergessen wird. Ich habe das Gefühl, dass da oft andere Bereiche vorgezogen werden und Kunst dann zurückgestellt wird.

Wie siehst Du die Möglichkeiten als Künstlerin in Wien/Österreich?

Es ist nicht leicht und es gilt Möglichkeiten zu finden. Und wenn es klappt, steht man gut da. Das ist hart, aber die Realität.

Generell glaube ich, dass die Möglichkeiten in Österreich gut sind.

Was wünscht Du Dir für den Kunstberuf?

Dass wieder mehr Augenmerk auf den Kunstberuf gelegt wird.

Die Aufmerksamkeit darf dabei nicht nur den „großen“ Kunsthäusern gelten, sondern auch den „kleinen“, die ja immer kämpfen und sich um alles selbst kümmern müssen.

Viele Künstler*innen sind jetzt aufgrund der Pandemie an Ihre Grenzen des Möglichen gestoßen. Da ist jetzt eine Wand zwischen ihnen und der Bühne. Sie wollen dabei nicht reich werden, nur spielen. Machen, was ihre Freude, Sinn ist. Auf diese Künstler*innen sollte mehr politisch Acht in Unterstützung und Ermöglichung gegeben werden, denn sie halten den Beruf der Künstlerin/des Künstlers in Ehren. Es sind für mich die wahren Künstler*innen.

Was sind Deine kommenden künstlerischen Projektpläne?

Ich möchte mich jetzt auch mehr neben Model- und Performanceprojekten auf die Maskenbildung konzentrieren. Ich habe da einige Ideen und gehe jetzt in die Planungsphase, freue mich darauf.

Was würdest Du Romy Schneider sagen, fragen wollen?

Wie sie es geschafft hat trotz aller persönlichen Belastungen und den langen Nächten der Gedanken, Fragen, auch des versuchten Vergessens, Verdrängens, wieder am Morgen am Set am Punkt abrufbar zu sein. Es ist faszinierend, wie sie das schaffte. Nicht jeder steht da wohl wieder auf. Romy Schneider war aber immer da und sie war bis zum Schluss immer da für ihren Beruf. Ich würde ihr das sagen und sie danach fragen wollen, wie sie das geschafft hat.

Was kann eine Künstlerin von Romy Schneiders Werk und Leben mitnehmen?

Eben diese vorhin erwähnte Disziplin, dieses Da-Zu-Sein trotz allem. Und natürlich diese absolute Leidenschaft für den Beruf. Im Enddefekt hat Romy Schneider für den Schauspielberuf gelebt.

Leidenschaft und Disziplin, dies wäre es für mich.

Darf ich Dich abschließend zu einem Romy Schneider Achrostikon bitten?

R ealität

O ptimismus

M ama

Y oga

Dagmar Strobl_Model_Performerin_Make Up Artist _
reenacting Romy Schneider

40.Todesjahr _ Romy Schneider, Schauspielerin (*1938 Wien +1982 Paris) _ im Gespräch und szenischem Fotoporträt:

Dagmar Strobl_Model_Performerin_Make Up Artist

Interview und alle Fotos_Walter Pobaschnig _Wien 18.2.2022

Hotel König von Ungarn_Wien

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Walter Pobaschnig 4_22

„And now, here we are“ Ellen Dunne, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Dublin 3.4.2022

GIVE PEACE A CHANCE

Galya, my lovely colleague from Donetsk

In 2014, her family got hit by all that

Violence in the

East

Peace was out of the question, war a way of life

Even if the world hardly took any notice

All these other things to take care of

Critical, we thought, and the Ukraine

Ever so far away

And now, here we are

Coming to terms with Europe being at war again

Hospitals, theatres, schools burning

Atomic bomb threats

Nuclear plants in the cross-fire

Constant doom to scroll through

Experiencing history, repeating itself

Ellen Dunne, 29.3.2022

Ellen Dunne, Schriftstellerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Ellen Dunne, Schriftstellerin _ Dublin

Homepage

Foto_privat.

Walter Pobaschnig _ 29.3.2022.

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„Vater, Mutter, Tochter und Sohn sitzen auf dem Boden in ihrem Keller“ Lou A. Probsthayn_Schriftsteller _ Give Peace A Chance _ Hamburg 2.4.2022

GIVE PEACE A CHANCE

Ich packe in unseren Keller …

Vater, Mutter, Tochter und Sohn sitzen auf dem Boden in ihrem Keller und spielen an diesem dritten UntertaGe ‚Ich packe in unseren Keller …‘ Über dem Unten richtet sich Ruhe in Ruinen ein. Manchmal verbringt sie dort Stunden, die Ruhe, einzig nachts schimpfen Sirenen.

Vater, Mutter, Tochter und Sohn sprechen kleinlaute Sätze miteinander. Heute am dritten Tag darf Vater einmal mit dem Packen anfangen.

„Ich packe In unseren Keller drei Plasteo fünfundzwanzig Liter Getränke- Wasserkanister mit einem Hahn und drei Schraubdeckeln.“ Erwartet einfach und erleichtert sucht sein Rücken die Wand auf.

Danach flüstert Sohn das nächste Packen auf: „Ich packe in unseren Keller drei Plasteo fünfundzwanzig Liter Getränke- Wasserkanister mit einem Hahn und drei Schraubdeckeln und eine Powkey tragbare Powerstation Vierhundertsieben Wh Solar Generatoren Akku mit zweihundertdreißig Volt.“

Im Danach ein Wändewanken.

„Es ist nichts.“ Es ist immer nichts, befriedet Mutter die Kauerrunde, die in die nächste Runde geht.

Mutter packt nichts.

Denn jetzt ist Tochter mit dem Packen dran: „Ich packe in unseren Keller drei Plasteo fünfundzwanzig Liter Getränke- Wasserkanister mit einem Hahn und drei Schraubdeckeln und eine Powkey tragbare Powerstation vierhundertsieben Wh Solar Generatoren Akku mit zweihundertdreißig Volt und eine CONVAR – Seven – High Energy Bar Multi Vitamin, benutzbar als Notvorrat, Notverpflegung, Notration, für Outdoor Aktivitäten, Krisenvorsorge.“

Tochter ist schon immer gut im Koffer packen gewesen, unter anderem auch in „Memory.“ In vielen Merk- und Gedankenspielen.

„Stellt doch mal diesen verdammten Krieg ab“, kehlt die Angst Vaters mit geringer Stimme über seine Lippen

Mutter schaltet gleich den Krieg aus und wechselt auf einen Sender, der sedierende Klassik spielen kann.

Und der Vater sagt: „Ich packe in unseren Keller drei Plasteo fünfundzwanzig Liter Getränke- Wasserkanister mit einem Hahn und drei Schraubdeckeln und eine Powkey tragbare Powerstation vierhundertsieben Wh Solar Generatoren Akku mit zweihundertdreißig Volt und eine CONVAR – Seven – High Energy Bar Multi Vitamin, benutzbar als Notvorrat, Notverpflegung, Notration, für Outdoor Aktivitäten, Krisenvorsorge und zwölf Mal fünfhundert Gramm Sonnenblumendosenbrot und Vollkornbrot von Mestemacher.“

Bodenbeben.

„Die Situation wird immer schwieriger und wir müssen noch so viele Sachen packen“, reicht Vater einen Nachsatz in die Kauerrunde ein.

„Wir packen das schon, Vater“, antwortet Sohn und auch, “Ich packe in unseren Keller drei Plasteo fünfundzwanzig Liter Getränke– Wasserkanister mit einem Hahn und drei Schraubdeckeln und eine Powkey tragbare Powerstation vierhundertsieben Wh Solar Generatoren Akku mit zweihundertdreißig Volt und eine CONVAR – Seven – High Energy Bar Multi Vitamin, benutzbar als Notvorrat, Notverpflegung, Notration, für Outdoor Aktivitäten, Krisenvorsorge und zwölf Mal fünfhundert Gramm Sonnenblumendosenbrot und Vollkornbrot von Mestemacher und einen B-Camping Germany Gaskocher mit acht Gaskartuschen Campingkocher einflammig maximale Leistung zweikommaeins KW.“

Dann Deckendröhnen.

„Es ist nichts.“ Es ist immer nichts, befriedet Mutter erneut ihre Kauerrunde, die das Dröhnen der Decke aber längst in ihrem Innern integriert hat und sofort weiterspielt.

Mutter spielt noch immer nicht mit. Sie hat alle Sachen längst gepackt, die eine Mutter packen muss, in Unsicherzeiten wie diesen.

Indessen denkt Tochter: ‚Ein YEVHEV Survival Kit: 60 in 1 mit Klappmesser, Taktikstift, Erste-Hilfe-Set, Drahtsäge, Feuerstarter, Rettungsdecken, Pfeife, Angelgerät, Klemme, Feuerstein, Wundschnellverband können wir auch in unseren Keller packen.‘ “ Wie gerne würde sie jetzt backpacken weit und weg. Und auf  Laut sagt sie: „Ich packe in unseren Keller drei Plasteo fünfundzwanzig Liter Getränke- Wasserkanister mit einem Hahn und drei Schraubdeckeln und eine Powkey tragbare Powerstation vierhundertsieben Wh Solar Generatoren Akku mit zweihundertdreißig Volt und eine CONVAR – Seven – High Energy Bar Multi Vitamin, benutzbar als Notvorrat, Notverpflegung, Notration, für Outdoor Aktivitäten, Krisenvorsorge und zwölf Mal fünfhundert Gramm Sonnenblumendosenbrot und Vollkornbrot von Mestemacher und  … „ Und dann denkt sie an das backpacken weit und weg, vergisst einen B-Camping Germany Gaskocher mit acht Gaskartuschen Campingkocher ein flammig maximale Leistung zweikommaeins KW zu Packen.

Vater schweigt.

Mutter schweigt

„Mach weiter“, sagt Sohn.

Mutter weint.

Vater schreit: „Sie hat ihn wirklich vergessen, mein Gott, wie kann sie nur den B-Camping Germany Gaskocher vergessen.  Ich habe das tausend Mal gesagt, wenn wir den vergessen, werden wir nicht überleben, dann sind wir alle so richtig tot“, und Vater weint: „ Wir haben verloren.“

Lou A. Probsthayn, 6.4.2022

Lou A. Probsthayn_Schriftsteller, Verleger, Veranstalter, Buchautor

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Lou A. Probsthayn_Schriftsteller, Verleger, Veranstalter, Buchautor

Kurzgeschichten Verlag Hamburg Literatur Quickie Lesemittelhandel – Literatur-Quickie

Foto_Heike Blenk.

Walter Pobaschnig _ 2.4.2022.

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