„Den Glauben an die Menschheit nicht ganz zu verlieren“ Martina Sens, Schriftstellerin_Pramet/OÖ 27.12.2021

Liebe Martina, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich gehe morgens zuerst mit meinem Hund spazieren. Dann kochen und die üblichen Hausarbeiten. Meistens beginne ich am Nachmittag mit der Arbeit in meiner Praxis und mache am Abend noch eine Stunde Sport. Dazwischen Spaziergänge.

Martina Sens_Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Respekt, Toleranz und Liebe dort zu verteilen, wo sie noch zugelassen wird.

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Wesentlich wird wohl sein, den Glauben an die Menschheit nicht ganz zu verlieren und zu erkennen, dass alles irgendwie verbunden ist. Wir müssen wieder Eigenverantwortung übernehmen und unser Gewissen walten lassen. Meines Erachtens sollte Kunst aufrütteln, wachrütteln und zum eigenständigen Denken und Urteilen anregen.

Was liest Du derzeit?

Das ist fast peinlich, aber seit dem Tod meiner Mutter 2018 bin ich irgendwie melancholisch…ich lese gerade meine alten Tagebücher.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

entmündigt

doch nicht entmutigt

trotz der hürden

den hürden trotzen

auch dieser geistlose

zeit-geist

hat ein ablaufdatum

Vielen Dank für das Interview liebe Martina, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Martina Sens, Schriftstellerin

Foto_privat.

24.8.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Antworten in der Stille, in uns finden. Mal Klarheit bei sich schaffen“ Alev Irmak, Schauspielerin _ Berlin 26.12.2021

Liebe  Alev, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Vor zwei Tagen bin ich innerhalb von Berlin umgezogen. Also stehe ich sehr früh auf und dann gibt es ein Mini-Programm meiner Morgenrituale (Dusche, Matcha Tee, Morgenseiten, Yoga, Meditation) und dann geht es ran an die Umzugskartons. Es wird ausgepackt, geputzt, umgestellt, fehlendes besorgt, Drehbücher gelesen und Coachings vorbereitet. Ja, auch an solchen Tagen sind Coaching-Termine eingeteilt. Das Gröbste ist getan und ab morgen ist alles entspannter! Eine Balance zwischen körperlicher Arbeit und Kreativität, das mag ich, aber gerade fühle ich mich eher so, als wäre der Umzugs-LKW über mich gefahren 🙂

Alev Irmak_Schauspielerin, Schauspielcoach

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich denke, es ist wichtig, dass uns bewusst ist, dass in so einer besonderen Zeit jede/r Einzelne/r etwas Unterschiedliches braucht. Zuerst einmal braucht es gerade viel Empathie für sich, ein genaueres „hinhören“,  „hinsehen“ und „reflektieren“. Sich auch die Frage zu stellen, was brauche ich gerade. Antworten in der Stille, in uns finden. Mal Klarheit bei sich schaffen. Und mit diesem Bewusstsein und dieser Klarheit auch in den Kontakt mit dem Außen treten und zu akzeptieren, dass die/der Andere vielleicht was anderes braucht als ich.

Die Stimmung ist zum Teil sehr geladen. Das verlangt eine sehr sensible Kommunikation. Manchmal ist es auch gesund zu wissen, wann wir uns zurücknehmen sollten. Zu oft werden falsche Schlachten geführt und es rollen Köpfe. Luft raus nehmen, atmen, atmen und nochmal atmen. Wichtig ist es sich mit gesellschaftlichen und den eigenen Ängsten auseinanderzusetzen. Was treibt uns gerade an? Warum entscheiden wir uns gerade für diesen Weg? Verständnis.

Abgesehen davon genau beobachten was sich gesellschaftspolitisch durch die Krise verändert und wie sich das auf uns und unser Leben auswirkt. Mitgestalten.

Was mir hilft ist, mich mit inspirierenden und interessanten Menschen zu umgeben und auszutauschen. Ich suche gerade bewusst Kontakte, die mich menschlich und künstlerisch in meinem Dasein bereichern. Kommunikativ berühren!

Getestet/ Geimpft /Genesen umarmen! Umarmung, Zärtlichkeit, Liebe!

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater, der Kunst an sich zu?

Dem Theater und der Kunst wird die gleiche Rolle zukommen, wie es das immer schon getan hat. Es wird künstlerisch behandelt. Auf diese Frage und auf vieles Politische wurde schon so oft eingegangen, dass ich hier gerne auf was anderes hinweisen würde. Wir sollten uns mal anschauen wie wir überhaupt mit dem Umstand umgehen, wenn wir keine Kunst machen können bzw. nach außen tragen können, was momentan sehr oft passiert. 

Was mich seit geraumer Zeit beschäftigt, ist die Frage was mit den Künstler*innen passiert, die sich auf Projekte (wie zum Beispiel auf ein Theaterstück) vorbereiten, die kurz oder am Tag der Premiere abgesagt bzw. verschoben werden. Wir sind es gewohnt das wochenlang Erarbeitete aus dem Körper frei zu spielen. Was passiert jetzt mit all dieser Energie, die sich im Körper und Geist aufgestaut hat und keinen Ausweg findet?  Was macht das mit unserem Körper und Geist? Wie wird damit umgegangen? Das ist auch ein riesen Thema von Schauspielschüler*innen, die in der Krise ihren Abschluss gemacht haben. Was kommt jetzt bzw. kommt was? Es geht um eine Auflösung, ohne sich aufzulösen. Damit befasse ich mich gerade intensiv als Schauspielcoachin.

Das betrifft natürlich mehrere Bereiche und Berufsgruppen, nicht nur die Schauspieler*innen/Künstler*innen. Ich arbeite mit Jugendlichen und Kindern und bekomme mit, wie Depressionen und Angstzustände bei den erwähnten zunehmen. Das ist ein sehr heikles Thema, welches mich sehr berührt. Das sind so wichtige Entwicklungsjahre, die nicht gelebt werden können. Viele Kinder und Jugendliche fühlen sich allein gelassen. Da müssen wir genauer hinschauen.

!Die Krise wirft die Frauenbewegung um etliche Jahre zurück. Das war schon in den meisten Krisen so! Dadurch merken wir, dass das Thema Gleichbehandlung in unserem System zu langsam voranschreitet und noch nicht richtig verankert ist. Die Erwerbsarbeitszeit von Frauen ist der Corona-Krise ist wegen betreuungsbedürftigen Kindern und pflegebedürftigen nahen Verwandten stark gesunken.

Was passiert mit Leuten die immer schon unter psychischen Krankheiten gelitten haben? Was wenn man sich keine Therapie leisten kann?

Einsamkeit.

Alles nur angerissene Themen. Und es sind noch so viele andere Themen. Sehr oft kommt auch die Frage auf, was wirklich relevant (ja, fast schon existenziell) ist um gerade thematisiert bzw. besprochen zu werden. Bitte reden wir über alles und relativieren nicht die gegenseitigen Themen, die einen gerade beschäftigen.

Was liest Du derzeit?

„Vincent“ von Joey Goebel.

Und über die Weihnachtszeit darf ich eine Menge Drehbücher für meine Coachingtätigkeit lesen.

Welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Unsere tiefste Angst ist nicht, dass wir unzulänglich sind. Unsere tiefste Angst ist, dass wir unermesslich kraftvoll sind. Es ist unser Licht, das wir fürchten, nicht unsere Dunkelheit. Wir fragen uns: Wer bin ich eigentlich, dass ich leuchtend, hinreißend, talentiert und fantastisch sein darf? Wer bist du denn, es nicht zu sein?“ Marianne Williamson

Vielen Dank für das Interview liebe Alev, viel Freude weiterhin für Deine großartigen Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Alev Irmak_Schauspielerin, Schauspielcoach

Foto_Mirjam Knickriem.

21.12.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Die Seele unserer Gesellschaft benötigt vielseitige Nahrung“ Marcela Selinger, Sängerin_ Vienna Calling Interview _Hotel Imperial Wien _ 26.12.2021

Herzlich willkommen, liebe Marcela Selinger, Sängerin, hier im Hotel Imperial an der Wiener Ringstraße. Das Hotel Imperial zeichnet eine reiche glanzvolle Wiener Tradition über die Zeiten hinweg aus. Welche Bezüge gibt es von Dir zum Imperial?

Marcela Selinger, Sängerin, Musikerin

Als ich beim Film arbeitete, hatten wir 2004 einen Dreh für den Film „Bestseller – Wiener Blut“ mit Gudrun Landgrebe und Ottfried Fischer hier im Imperial.

Ich kannte Wien zu dem Zeitpunkt nicht sehr gut, da ich erst frisch ankam- ich fand das Hotel außergewöhnlich, mit dem Stuck, den Teppichböden, den schweren Vorhängen und Ölgemälden der Monarchiegeschichte an den Wänden.

Das Hotel Imperial ist ein Kunstwerk in sich, die Menschen hier arbeiten sind überaus freundlich und die Stimmung ist ehrwürdig, friedlich und gelassen.

An diesem Ort habe ich den Eindruck, dass es nicht wichtig ist, ob man berühmt ist oder nicht.

Ich finde man fühlt sich einfach willkommen und jeder ist sehr entgegenkommend.

Obschon der Ort natürlich etwas „Konstantes“ Traditionsgeladenes hat, ist hier viel Bewegung durch verschiedene „Schichten“, was dafür sorgt, dass sich hier jeder wohl fühlen darf.

Der beständige, traditionelle Stil bildet für mich so eine Art „wohligen Teppich“, auf dem sich jeder*e wohl fühlen darf- egal welcher Herkunft.

Die Gästeliste des Imperial reicht von höchsten Staatsgästen bis zu Größen der Kunst- und Kulturgeschichte. Beim Eingang des Hotels befindet sich eine Gedenktafel für Richard Wagner. Inwieweit hatte/hat klassische Musik Einfluss auf Deine musikalischen Wege?

Klassische Musik hatte an sich gar keinen Einfluss auf meinem musikalischen Weg.

In der Tat konnte ich lange Zeit gar nichts mit klassischer Musik anfangen. Erst seit einigen Jahren entdecke ich die Klassik etwas mehr und lerne Musik generell von unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten und wahrzunehmen.

Die Schauspielerin Eleonora Duse war auch Hotelgast. Sie prägte das moderne Theater wesentlich mit. Wie siehst Du Sie als Künstlerin und moderne Frau?

Eleonora Duse war in meinem Augen sozusagen eine  „Moderne in der Prämoderne“. Eingebettet im Typus der traditionellen Gesellschaft schaffte sie es, das Starre durch ihr authentisches und damals neuartiges Schauspiel aufzubrechen und die Zuschauer an einem Ort in ihnen selbst zu berühren, der ihnen bis dahin möglicherweise verborgen war.

Das Konzept – die Idee von Kunst wurde von ihr neu gestaltet, ganz einfach indem sie den bisher bestehenden Rahmen dieser sprengte („Wer vorgibt, Kunst zu lehren, versteht rein gar nichts von ihr“).

Es ist als fühlte sie im Schauspiel ihre Mission, ihr Wesen, das sie zum Ausdruck brachte und hiermit das moderne Schauspiel wesentlich prägte und verhalf, eine neue Perspektive auf Kunst ins Leben zu rufen.

Ich denke, sie hatte einen starken Willen und eine klare Vision, der nichts im Wege stehen konnte – nicht einmal ihre Mutterschaft.

Für ihre Zeit war sie wohl extrem progressiv und die damaligen Vorgaben des „Frau-seins“ waren peripher – möglicherweise war es auch weniger verwerflich, weil sie den Deckmantel als Künstlerin hatte. Oder eben schon so verwerflich, dass es keine Rolle mehr spielte.

Die Diskrepanz, somit in einer sehr traditionellen Gesellschaft zu bestehen, hatte meiner Meinung nach einen nachhaltigen Einfluss auf das moderne Schauspiel – denn nichts ist so kraftvoll wie die Spannung in einem Balanceakt.

Unangepasst durch eine solche indiverse Zeit zu wandeln kann nur erweiternd wirken. Für das moderne Schauspiel ein Meilenstein, würde ich sagen, denn sie hat im Inneren für Verwirrung gesorgt mit einer gleichzeitigen Anziehungskraft, der sich keiner entziehen konnte.

Wir befinden uns derzeit in einer besonders herausfordernden Gesellschaftssituation. Wie beeinflusst, prägt, verändert dies auch die Musik, das Schauspiel, die Kunst?

Ich erlebe die momentane Gesellschaftssituation als sehr herausfordernd, denn man ist permanent mit existenziellen Fragen beschäftigt. An Zukunft ist momentan nicht zu denken, denn alles scheint  in Veränderung, nichts scheint mehr „sicher“. Und vielleicht war es immer so- möglicherweise bröckelt einfach die Fassade, die sich nun einige Jahrzehnte erhalten konnte und nun zusammenfällt.

In jedem Fall sehe ich, dass eine Art Starre eintritt, bei vielen Künstlern. Wenn schon Krisensituationen in früheren Zeiten oftmals besonders kritische Denker, Musiker und Künstler gebären lies, so empfinde ich es nun ganz im Gegenteil- Die Musik, die Kunst ist verstummt. Es ist, als hätte sich die Gesellschaft gegen sich selbst gestellt.

Die Uneinigkeit in der Gesellschaft verhindert gemeinsames Wachstum und sorgt für Entfremdung untereinander, Zynismus, Lieblosigkeit und Erschöpfung.

Mir scheint, als bräuchte auch die Kunst, so wie ich sie verstehe, einen gemeinsamen Geist, der sich verbindet und erschafft- möglicherweise ist dieser gerade gebrochen, denn Kontroversität  scheint nicht mehr erwünscht zu sein.

Ist der Mensch noch in der Lage zu koexistieren? Die Kontroverse empfinde ich als wesentliches Standbein für Wachstum  und diese bietet oftmals die Kunst, in jeglicher Ausprägung.

Ich weiß nicht was es benötigt, um das Feuer in der Kunst wieder zu entfachen – möglicherweise ist es gerade noch nicht an der Zeit.

Natürlich sehe ich weiterhin Musiker*innen, Künstler*innen, die spielen, schreiben und denken – zumeist allerdings in der Komfortzone.

Du hast Dir verschiedene Mode-, Epochenstile für das heutige Fotoshooting überlegt – herzlichen Dank dafür! – was hat Dich da in der Inspiration angeleitet?

Nun, ich fand es spannender verschiedene Stile zu paaren, eingebettet in dem traditionellen, konstanten Puls des Hotels.

Es soll die Tradition in der Moderne repräsentieren.

Was bedeutet Dir Mode?

Mode bedeutet mir eigentlich gar nichts – es sei denn, sie wird eingesetzt, um etwas zum Ausdruck zu bringen, das die Sinne anregt, vielleicht sogar zum Nachdenken bringt.

In erster Linie will ich mich wohl fühlen mit dem was ich trage.

Wie siehst Du das Verhältnis von Tradition und Moderne?

Wenngleich Tradition damals den Hauptpuls angab, so ist es mittlerweile der Progress nach dem gestrebt wird.

Die Rolle des Traditionellen hat sich verändert und darf nun eine Art Ruheplatz in dem stetigen Wandel bieten.

Es ist die Kehrseite der Starre, die Tradition ebenso verkörpern kann und auch lange getan hat.

Heutzutage empfinde ich Tradition allerdings oftmals als Ort zum Ausatmen und Rasten.

Welche Inspiration nimmst Du aus dem Imperial mit?

Die Inspiration, die ich aus dem Imperial mitnehme, ist zu spielen – zu begreifen, dass man Konzepte brechen kann, ändern, und dies nicht heißen muss, dass irgendetwas schlecht ist, richtig oder falsch.

Man kann Verschiedenes vereinen, sich inspirieren lassen anstatt zu versuchen die Idee der Separation zu schärfen.

Geborgenheit finden – in der Kontroverse, in der Andersartigkeit, im Zusammenspiel, die Tradition im Progress kann, darf und sollte bestehen – denn die Seele der Gesellschaft benötigt vielseitige Nahrung um nicht zu verkümmern.

Marcela Selinger, Sängerin, Musikerin

„Vienna Calling“ _ Porträt in Wort und Bild_

im Gespräch und Fotoporträt_

Marcela Selinger, Sängerin, Musikerin

http://www.marcy.at/

Interview und alle Fotos_Walter Pobaschnig _

Hotel Imperial_Wien

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Walter Pobaschnig 11_21

„to be grateful as much as we can and to face new things with an open heart“ Nurie Emrullai, poet _ Kichevo/North Macedonia 25.12.2021

Dear Nurie, what`s your routine at the moment?

Most people try to escape from the routine of everyday life. But, you can’t. Suddenly you find yourself in a routine of living, work, even in the basic conversations. At first, I was scared and trying to get out of that, because I thought life would be boring and I would get used to everything and become a boring person too. But as years go by and I still listen to same music for years, talking about different subjects with the same people, and I see that this helps me for my writing process, because at these moments I discover the things that we are used with them, because they happen everyday- but the essence of the movements is there.- My routine at the moment is- waking up, drinking a big cup of coffee (like Bob Dylan’s song), teaching language and literature to the children, listening to music, walking in nature, reading and writing mostly all my time…

Nurie Emrullai, poet,

What`s now particularly important for all of us?

The important thing for all of us is to be awake and conscience for gifts that are given to us. By being awake we choose what is important for us, we reflect and we start to not be selfish. By not being selfish, we start to love everything that we are surrounded by. By loving everything we love ourselves. By all this we can scream out loud our name with no fear and we are at peace with ourselves. 

New start, new beginning. What will be essential and which roles will literature and art play?

Everyday for us the life we live and the days that pass are all new beginnings and new opportunities. The essential of life is to be with time when things happen, to be grateful as much as we can and to face new things with an open heart. I think literature is playing a big role in everyone’s life, why so? Because it gives us new layers of life, new experiences and thoughts from the other perspective. Most of the time literature, and art in general, saves us from the monotony, from the world where sometimes we are afraid that we are strange and the thoughts we think are strange to, but with literature we start to understand not only ourselves but also the people around us and the life became more liveable.

What are you reading?

Recently I have been reading a lot of books at the same time, and this is not a habit that I recommend. For the moment I am reading the Island by Aldoux Huxley, the biography of Marina Cvetaeva and A room of one’s own by Virginia Woolf

Which quote, text will you propose to us?

I always think of some lines from Leonard Cohen’s song: „It is in love we are made, in love we disappear.A  book that  I will recommend is The Education of the Stoic by Fernando Pessoa.

Thank you very much for the interview, dear Nurie, joy and success for your great literature projects – all the best for you!

5 questions on artist:

Nurie Emrullai, poet

Foto_privat.

28.11.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Fürsorglichkeit. Kümmern wir uns umeinander.“ Sebastian Hocke, Autor und Hörspielmacher_Brandenburg an der Havel 24.12.2021

Lieber Sebastian, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?   

Wenn ich meinen Sohn mit dem Rad zur KITA gefahren habe, war ich dann schon das erste Mal draußen. Unangenehm fänd ich es den ganzen Tag in Innenräumen zu verbringen. So gegen 9 beginne ich mit der künstlerischen Arbeit oder mache mich auf den Weg zum Unterrichten.

Das Wunderbare an meiner Arbeit ist ja, dass die Arbeitstage als Hörspielautor zwischen Ritual und Entdeckungsreise wild pendelnd vergehen. Viel spielt sich in Phasen ab. Denn für mich ist alles schreiben. Am Schreibtisch, bei der Aufnahme im Studio, draußen im Freien mit dem Mikrofon und am Schnittplatz. Ein Hörspiel entsteht für mich dreimal. Dreimal darf ich Autor sein. Einer der schreibt, einer der inszeniert und aufnimmt und dann bei der Montage. Deshalb fühle ich mich am wohlsten mit der Bezeichnung des Hörspielmachers.

Die härtesten sind für mich die Tage an den Manuskripten nach ihrer ersten Fassung. Wenn der erste verspielte Ideenrausch vorbei ist und der innere Dramaturg analysiert und bearbeitet. Da wird das Schreiben manchmal zum Boxkampf und man verlässt den Arbeitsplatz mit der einen oder anderen Blessur. Ich bin auch schon mal zu Boden gegangen und aus dem Ring gekrochen. Lädiert mit der sicheren Gewissheit den Kampf gegen den Text verloren zu haben. Die ganz großen Niederlagen werden seltener. Liegt vielleicht daran, dass man nicht mehr jeden Kampf führt. Manchmal ist ein schlechter Text, einfach nur ein schlechter Text und er will auch nicht besser werden, egal wie sehr man auf ihn einschlägt. Vielleicht liegts auch daran, dass ich immer später anfange mit dem Schreiben. Erst dann wenn ich schon glaube viel zu wissen über das was ich da tue. Bis dahin mache ich oft… keine Ahnung was ich in der Zeit mache. Es sieht von außen wohl kaum nach Arbeit aus.

Immer häufiger tausche ich die Tatstatur gegen das Mikrofon ein. Dann entstehen Stücke, die durch ihre Klänge geschrieben werden und ihre Struktur in der Montage finden. Das sind mir die liebsten Tage. Während ich den Schreibtisch eigentlich immer nach Möglichkeit vor 14Uhr verlasse, hält mich der Schnittplatz auch mal bis in die Nacht fest.

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Fürsorglichkeit. Kümmern wir uns umeinander. Ich meine das im ganz nahen Umfeld. Nicht nur bestärken, auch kritisieren im Privaten wo es wehtut. Anschließend die Scherben zusammenkleben. Auch wenn ich mir gerade noch nicht vorstellen kann mit Corona-Leugnern in einigen Jahren friedlich beim Bier zu sitzen. Das werden wir wohl müssen. Aussöhnung muss möglich bleiben. Hier will ich mich aber nicht gemeinmachen mit denjenigen, die vermehrt die Spaltung der Gesellschaft kritisieren. Das ist das Schlagwort derer, die uns vor einem Jahr erzählt haben, dass man doch bitte zu Hause bleiben möchte, wenn man Angst vor dem Virus hat. Noch habe ich ehrlich gesagt aber auch keine Vorstellung davon, wie ich jemandem versöhnlich auf die Schulter klopfen soll, der sich als Impfgegner mit Holocaustopfern vergleicht.

Meine Hoffnung ist, vielleicht haben wir jetzt eine große Chance nachhaltig festzustellen, dass Marktgläubigkeit nicht alle Bereiche des Lebens durchdringen darf und der Wettbewerb uns nicht zwangsläufig besser macht. Das sehen wir aktuell in allen Bereichen der Daseinsfürsorge. Krankenhäuser die als Wirtschaftsunternehmen agieren und Ärzte, die Patienten wie Kunden behandeln müssen. Das Paradigma der Rentabilität das in den letzten Jahrzehnten alle Bereiche durchdrungen hat. Auch die Kultur und die Kunst. Selbstverständlich einhergehend mit mangelnder Wertschätzung gegenüber mangelnder Rentabilität. Überspitzt: Was keine Gewinne abwirft ist uns gegenwärtig nichts wert. Wenn viele Menschen fragen, warum haben wir denn überhaupt noch die Theater, wenn die sich finanziell nicht selber tragen können oder Rundfunkanstalten, deren gesellschaftliche Finanzierung man als ungerechte Alimentierung erachtet, dann haben wir als Gesellschaft auch etwas falsch gemacht. Dann haben wir die Skeptiker vom Wert dieser Instanzen nicht überzeugt.

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater, der Kunst an sich zu?

Ich glaube nicht, dass es die Aufgabe der Kunst ist den gesellschaftlichen Aufbruch zu gestalten. Sie kann ihn begleiten, transparent machen, reflektieren. Kann vielleicht gelegentlich sogar initiieren, versöhnen und trösten. Ich würde das auf zwei Ebenen sehen wollen. Erreichen kann ich ohnehin nur die Einzelne, den Einzelnen, der oder dem meine Arbeit am Ende des Tages etwas bedeutet. Die Bedeutung einer künstlerischen Arbeit lässt sich selten gegenwärtig feststellen, sondern oft nur im Nachgang. Deshalb hat sie´s ja so schwer in der Gesellschaft. Das „Wofür ist das gut?“ ist auf eine schnelle, direkt sichtbare Konsequenz aus. So funktioniert Kunst aber nicht. Paradoxerweise ist das künstlerische Werk dann im Nachgang unersetzlich in Bezug auf unser kollektives Gedächtnis. Wie wir heute Dinge sehen, hängt vielfach davon ab, wie sie in Kunst und Kultur gespiegelt wurden und werden. Ich vermute das Differenzierte liegt uns Menschen nicht in der Gegenwart. Im Wettbewerb der Narrative setzt sich schnell eines durch, dem erst mit Abstand Nuancierungen abzugewinnen sind.

Was liest Du derzeit?

Raymond Carver. Mal wieder. Kaum einem Autor fühl ich mich so nah wie Carver. Den kann ich auch immer wieder lesen, was ich eigentlich sonst nie mache.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Das was wir nicht sagen ist genauso wichtig wie das was wir sagen.“ Den Zitatgeber erinnere ich nicht mehr. Zitieren ist keine Paradedisziplin von mir.

Vielen Dank für das Interview lieber Sebastian, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Sebastian Hocke, Autor und Hörspielmacher

https://www.sebastian-hocke.de/

Foto_Julia Herzog.

2.12.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Dass wir Sprachen finden, die dem Nichteindeutigen das Wort reden und den vereinfachenden Antworten ins Wort fallen“ Ulrike Bail, Schriftstellerin _Luxemburg 23.12.2021

Liebe Ulrike, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Frühmorgens gehe ich mit meinem Hund lange und langsam im Wald spazieren. In dieser gemeinsamen Zeit öffne ich mich dem Tag.

Den Tag über vermischen sich Schreiben, Lesen und die alltäglichen Dinge und Bewegungen ineinander. Ideen und Texte entstehen. Gespräche mit Freund*innen und Kolleg*innen, mit Literatur und Kunst gehören dazu.

Ulrike Bail, Lyrikerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich zögere immer, wenn ich für ‚uns‘ oder für ‚alle‘ sprechen soll. Wo fängt ein ‚uns‘ an? Wo hört ein ‚alle‘ auf? Wer bin ich und wer die andere(n)? Einander mit Respekt begegnen und aufeinander achten  – und da beziehe ich die Tiere und die Pflanzen mit ein – ist für mich besonders wichtig.

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Anja Utler sprach einmal von der „befreienden Unsicherheit“, die Gedichte ermöglichen können. Das wünsche ich mir von Literatur und Kunst. Dass wir Sprachen finden, die dem Nichteindeutigen das Wort reden und den vereinfachenden Antworten ins Wort fallen.

Ich bin fasziniert von Kunstwerken, die etwas Unübersetzbares ausstrahlen, etwas Vibrierendes, das Grenzen durchlässig werden lässt. Sie nachdenklich von allen Seiten betrachten, ihren Schwingungen lauschen, sich verunsichern lassen und aufrütteln, empathisch, verletzbar und offen werden.

Was liest Du derzeit?

Robert Macfarlane, Jackie Morris, Die verlorenen Zaubersprüche. Aus dem Englischen von Daniela Seel, Naturkunden Nr. 77, Matthes & Seitz Berlin 2021.

Uljana Wolf, Etymologischer Gossip. Essays und Reden, kookbooks Berlin 2021.

Ocean Vuong, Auf Erden sind wir kurz grandios. Roman. Aus dem Englischen von Anne-Kristin Mittag, Karl Hanser Verlag München 2019.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Da stand der mohn dort / eine schar disteln / und nesseln / mit geschürzten lippen blau / wie die herzkranken früher / neben den veilchen/ wir waren nicht gefaßt auf die rosen

(Esther Kinsky, kö növény kökény. Gedichte, Edition Thannhäuser 2019)

Vielen Dank für das Interview liebe Ulrike, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Ulrike Bail, Lyrikerin

https://www.ulrike-bail.de/

Foto_privat.

14.11.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Egal wie trübe der Alltag ist, die Musik und der Groove richten dich auf “ Raphael Wressnig, Musiker_Graz 22.12.2021

Lieber Raphael, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Zuallerst ist ein guter Espresso wichtig. Dabei nütze ich oft die ersten Momente des Tages um die Arbeit an Produktionen vom letzten Abend mit etwas Abstand zu hören. Gerade während der Arbeit an meinem aktuellen Album “Groove & Good Times” war das hilfreich. Aufgrund der Zeitverschiebung passierte viel an Austausch und Arbeit an der Produktion, an Mixes und am Master mit Igor Prado in São Paulo während der Abend- und Nachtstunden. Irgendwann ist man aber erschöpft und braucht eine Pause. Bei einem gemütlichen Kaffee wird einem dann klar, ob die Arbeit fruchtbar war.

Raphael Wressnig, Musiker, Produzent

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig? 

Ich finde Empathie und Authentizität enorm wichtig. Nach der Krise und während einer schwierigen Zeit für Musiker, Künstler und vor allem für den Kulturbetrieb als Ganzes, fällt mir auf, dass viele Leute eine Abkürzung suchen. Ich habe das Gefühl, dass besonders Musiker eher schauen was “gut geht” und auf einen Zug “aufspringen wollen”, anstatt in sich hineinzuhören, um eigene Geschichten zu erzählen, oder seinen eigenen Sound zu entwickeln. Ich kann natürlich verstehen, dass nach der langen Durststrecke jeder hinaus und auf die Bühne will. Wenn es um handgemachte Musik geht, gibt es leider keinen Shortcut, oder ein Shortcut funktioniert vielleicht ansatzweise, nur klingt die Musik flach und leer.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu? 

Musik kann viele Rollen erfüllen. Ich finde sogar, dass in Europa die Musik “zu sehr” eine Rolle erfüllen muss. Im Gegensatz dazu finde ich, dass Roots Musik (egal ob jetzt Afrobeat, Jazz, Soul, Blues, Funk, Samba, Salsa oder Reggae) in erster Line da ist, gespielt wird, sie entsteht, um eine gute Zeit zu haben. Sie hebt die Stimmung und spendet Trost. Trotzdem sind diese Musikrichtungen nie flach oder leer. “It’s about having a good time”, das finde ich klasse. Das setzt vielleicht sogar noch tiefer an. Egal wie trübe der Alltag ist, die Musik und der Groove richten dich auf und fahren in jeden Teil des Körpers und sind gut für die Seele. 

Was liest Du derzeit?

„The F*ck-it List” von John Niven. Bei einem kleinen Festival mit Workshops das ich im Sommer in meiner Heimatstadt Bad Radkersburg veranstalte hat mir ein Teilnehmer die Autobiographie vom Sänger und Pianisten Dr. John geschenkt: “Under a Hoodoo Moon”. Die hat mich begeistert und die habe ich davor gelesen. Die meisten Musiker sind finden die Autobiographie von Keith Richards gut und wundern sich über dessen Ehrlichkeit und raue Vergangenheit. Im Vergleich zu Dr. John, wirken die Rolling Stones wie eine “gekampelte und geschnäuzte” Boygroup. 

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

“The Groove never Stops”. Die Musik wird immer weitergehen, pulsieren, sich weiterentwickeln, Inspiration und Motivation sein und vor allem viel Freude bringen!

Vielen Dank für das Interview lieber Raphael, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musikprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Raphael Wressnig, Musiker, Produzent

www.facebook.com/raphaelwressnigmusic

https://www.raphaelwressnig.com/

Foto_Andre Dieterman

19.10.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Ich mag es, wenn das scheinbar Unwichtige im Alltag beschrieben wird“ Ulrike Haidacher_Kabarettistin, Schriftstellerin_Vienna Calling Interview _ Wien 22.12.2021

Herzlichen Willkommen, liebe Ulrike Haidacher, Kabarettistin, Schriftstellerin, hier im Cafè Prückel in Wien!

Ulrike Haidacher_Kabarettistin, Schriftstellerin

Das Kaffeehaus wie das Kabarett und die Literatur haben eine große Tradition wie Verbindung in Wien. Wie lebst Du diese Verbindungen heute? Schreibst Du auch im Café?

Gastronomie und Kabarett hängen eng zusammen. Es gibt ja das Gesetz einer Pause im Kabarett nach 45min, damit es auch für die Gastro ein Geschäft wird (lacht). Kabarett und Gastronomie sind sehr oft verbunden, ich bin damit quasi künstlerisch aufgewachsen.

Die Zusammenhänge von Kaffeehaus und Literatur sind mir vor allem von meinem Germanistik Studium her vertraut.

Ich selbst setze mich sehr selten zum Schreiben ins Café. Wenn ich mich konzentrieren will, ist mir da zu viel los. Zuhause habe ich mir zum Schreiben alles eingerichtet, die Raumtemperatur, wann ich etwas essen, trinken kann. Außer ich habe einen Lagerkoller, dann gehe ich ins Café (lacht).

Was sind für Dich Gründe, ins Café zu gehen?

Das Café ist für mich etwas Gesellschaftliches. Ich setze mich selten allein ins Café, etwa um nachzudenken.

Das Café ist für mich ein Treffpunkt, Begegnung.

Wenn ich arbeite oder für mich bin, dann bin ich eher Zuhause oder gehe spazieren.

Was gehört für Dich zu einem Cafébesuch dazu – welcher Kaffee, welche Mehlspeise?

(lacht). Ich trinke gar keinen Kaffee. Ich trinke Tee, meist einen Schwarztee. Oder sehr profan ein Cola oder einen Saft.

Dass ich sage, ich habe jetzt so große Lust auf einen Kuchen, ich muss da in eine Konditorei stürmen, das ist mir – noch – nie passiert (lacht).

Es strengt mich eher an, wenn mich jemand fragt, ob ich einen Kuchen teilen will. Da sage ich eher aus Höflichkeit zu. Bestimmte Rituale beim Kaffeehausbesuch habe ich keine.

Wie hältst Du es jetzt in der Vorweihnachtszeit mit Kuchen und Keksen?

Ja, da esse ich Süßes schon gerne. Aber das findet eher Zuhause statt.

Wie ist das Setting des Schreibens Zuhause für Dich?

Ich bin da sehr konventionell und brauche einen Schreibtisch, Schreibtischlampe, Schreibtischsessel und Laptop (lacht).

Du bist sehr vielseitig in Deiner Kabarettkunst und hast heuer auch Deinen ersten Roman veröffentlicht. Wie kam es dazu?

Ich bin seit zwölf Jahren ein Teil des Kabarettduos „Flüsterzweieck“, das ich mit Antonia Stabinger2009 gegründet habe. Wir arbeiten sehr szenisch, absurd, theatral, auch literarisch. Wir haben es auch von Anfang an Theaterkabarett genannt.

Vor ein paar Jahren spürte ich das Bedürfnis mich selbständig künstlerisch auszudrücken. Ich wusste auch, dass ich eher den Hang zu längeren Texten habe. Ich schweife auch gerne ab. Für mich entsteht so auch oft Humor – aus dem Raum der Sprache. Nicht, dass ein Inhalt konstant zur Pointe führt, sondern über die Art, wie Sprache verwendet wird.

Ich hatte dann die Idee für ein Soloprogramm und im Schreiben dachte ich, das ist eigentlich ein Roman. Ich habe dann mit meinem Regisseur die Texte für die Kabarettbühne adaptiert und es hat auch gut funktioniert. Es waren 40 Seiten des Textes, das waren dann 90 Minuten auf der Bühne, mehr Zeit gibt es ja nicht.

Danach habe ich die ursprüngliche Version der Texte, die literarische, als Grundlage für den Roman herangezogen,  wofür ich dann auch das Startstipendium für Literatur erhalten habe. Der Roman ist diesen Herbst erschienen.

Dein Roman heißt „Die Party“ und es steht darin gesellschaftliches Leben im Mittelpunkt. Wie kam es zu diesem Thema?

Es sind Einfälle, Ideen, die mich zu einem Thema führen. Für mich ist da kein „das möchte ich unbedingt ansprechen“.

Was mich bei meinem Debütroman interessiert hat war, wie spricht man über Themen an sich. Das ist das Thema des Buches (lacht). Oder wie spricht die Öffentlichkeit über Themen.

Das Thema Feminismus, das Sprechen darüber, ist zentral im Roman. Wie wird dieser Begriff etwa kommerzialisiert. Das hat mich schon länger interessiert.

Im Roman geht es auch um das Bröckeln einer Fassade, was feministisches Selbstverständnis betrifft. Das habe ich auch in den Jahren beobachtet.

Mich hat der Begriff der „starken Frau“ interessiert, der oft herablassend und unter einem feministischen Deckmantel verwendet wird. Man sagt „das is a storke Frau“, wenn sich eine Frau für andere aufgeopfert hat. Wenn eine Frau aber in der Öffentlichkeit zu ihren Entscheidungen steht, das macht, was sie will, sich nicht um die Erwartungen der Öffentlichkeit schert,  wird sie oft fertiggemacht. Das hat mich interessiert, diese Bewertung. Wie Frauen für ihre Entscheidungen bewertet und abgewertet werden können.

Die Öffentlichkeit hat immer ganz bestimmte Vorstellungen, wie eine Frau zu sein hat. Wer stark ist, wer schwach ist. Und es gibt so furchtbare Ausdrücke wie „die Powerfrau“. Das waren Themen, die mich emotionalisiert haben und die habe ich dann in Figuren gepackt.

Ich  sehe die Figuren im Roman als Stellvertreter der Gesellschaft, als überzeichnete Figuren. Es ist ein satirisches Buch.

Wie kommt es Deiner Meinung nach zu diesen Sprach-, Machtmechanismen einer Gesellschaft?

Was mir auffällt ist, dass im Zuge der „#Me too“-Debatte der Begriff des Feminismus sehr in den Mainstream gerückt ist. Was gut ist, da es kein Schimpfwort mehr ist und viel mehr Bewusstsein da ist. Gleichzeitig wird der Begriff aber dadurch vermarktet und dadurch wiederum hohl. Der Sexismus geht aber trotzdem nicht einfach weg, der findet andere Wege.

2021 jährt sich das Erscheinen des Romans „Malina“ von Ingeborg Bachmann zum 50jährigen Jubiläum. Siehst Du Ingeborg Bachmann als Vorreiterin des Feminismus?

Ja, sicher, sie ist da eine Vorreiterin unter vielen.

Satire ist ein wesentliches Stilmittel in Deinen Kabarettprogrammen wie auch jetzt in Deinem neuen Roman. Gibt es weitere literarische Stilmittel, welche Du im Roman in den Vordergrund stellst?

Als ich literarisch zu schreiben begonnen habe, hat es zunächst eine Zeit gebraucht, um meinen literarischen Stil zu finden. Es ist wichtig herauszufinden, wie man eigentlich schreibt, schreiben will.

Ich mag es im Schreiben gern, wenn die Sprache im Vordergrund steht, wenn sie greift.

Mir wurde gesagt, ich schreibe lange Sätze und arbeite mit Wiederholungen.  Das war keine bewusste Entscheidung, das ist mir beim Schreiben so passiert. Aber das macht wahrscheinlich auch einen wesentlichen Teil des Witzes meiner Texte aus.

Ist die Wiederholung als sprachliches Mittel auch wesentliches Kommunikationsmittel zum Publikum von der Bühne und in den Buchseiten?

Ich glaube, dass ich generell so bin, dass ich immer alles ganz genau erklären will (lacht). Vielleicht kommt es daher.

Theoretisch beleuchten kann und will ich aber meine Art zu schreiben gar nicht,  ich bin ja diejenige, die es macht (lacht).

Hat dies auch mit dem bewussten Ansprechen bzw. Anstoßen von Themen zu tun, die Du vermitteln willst?

Ja, es ist beides. Einerseits erzähle ich einfach gerne Geschichten und der Humor entsteht für mich da oft im Detail.

Ich mag es, wenn das scheinbar Unwichtige im Alltag beschrieben wird.

Anderseits gibt es Themen, die ich wichtig finde und die ich thematisieren möchte. Wenn Leute sagen, es hat sie zum Nachdenken angeregt, finde ich es schön, manchmal überrascht es mich aber auch (lacht).

Es ist aber nicht mein Ziel, dass die Leute im Kabarett, im Lesen etwas lernen müssen. Das maße ich mir nicht an, dass jemand durch mich erleuchtet wird (lacht). Wenn aber jemand zum Nachdenken anfängt, ist das schön.

Gibt es wiederkehrende Themen und wie kommen die Themen zu Dir?

Das passiert einfach Tag für Tag. Ich bin ja Teil der Gesellschaft und bekomme mit, was so passiert (lacht).

Manche Themen regen mich auf oder ich stelle fest, dass in der Öffentlichkeit auf eine bestimmte Art über ein Thema gesprochen wird. Dann möchte ich einen anderen Blickwinkel beschreiben. Meistens ist es, dass mich irgendetwas aufregt und dann schreibe ich darüber (lacht).

Ist das Schreiben, im Kabarett oder im Roman, auch ein persönlicher psychologischer Verarbeitungsprozess?

Wenn, dann nicht bewusst (lacht).

Ich setze mich nie hin und schreibe jetzt ein paar Zeilen, etwas zu verarbeiten. Da rede ich lieber mit Leuten (lacht).

Gesellschaftliche Themen sind Teil meines Berufes. Ich merke schon, dass ich im Schreiben von Kabarettprogrammen oder Büchern, danach nicht mehr so das Bedürfnis habe, so viel darüber zu reden. Es regt mich auch nicht mehr so auf. Demnach ist es schon ein Verarbeitungsprozess, aber ich nehme es nicht so bewusst wahr.

Bist Du eine sehr aufmerksame Beobachterin des Tages und des Lebens in der Gesellschaft?

Das glaube ich schon, so bin ich einfach. Ich gehe aber nicht mit dem Notizbuch durch die Stadt,  beobachte und schreibe dann auf, was ich gesehen habe. Ich beobachte eher nebenbei und was ich mir merke, verwende ich manchmal für meine Texte.

Mir ist oft gesagt worden, dass ich mir extrem viel merke. Ich habe zum Beispiel Jahre später einer Freundin sagen können, welche Schuhe sie am Wandertag getragen hat oder wer mit wem was geredet hat. Einfach unnütze Beobachtungen, weil ich mich für Details interessiere (lacht).

„Alles Wesentliche im Leben einer Schriftstellerin passiert in ihrer Kindheit“, sagte Ingeborg Bachmann und meinte damit die Erinnerung wie den Themenstoff daraus. Ist es bei Dir auch so, dass Erinnerungen künstlerisch ganz wesentlich sind und bleiben?

Im Gedankenprozess jetzt für mein zweites Buch habe ich gemerkt, dass ich auf Erinnerungen, Stimmungen von früher zurückgreife.

Eindrücke von damals inspirieren mich auch heute. Vielleicht müssen Dinge einfach weiter weg sein, dass diese wieder interessant sind, werden.

Du bist in der Stadt Leoben, Steiermark, aufgewachsen, einer Stadt mit starkem gesellschaftlichen Wandel in den letzten Jahrzehnten. Wie hast Du Deine Kindheit da erlebt? Ist das Interesse für das Kabarett, die Literatur da mitgewachsen?

Meine Eltern zogen, als ich eineinhalb Jahre alt war, von Graz nach Leoben. Mit vierzehn Jahren besuchte ich wieder die Schule in Graz. Ich war also relativ jung damals.

Das Leben in Leoben war einerseits gekennzeichnet durch diese Montan-, Industriestadt und andererseits war auch Kultur, Theater sehr präsent. Wir gingen regelmäßig ins Kindertheater. Es war auch eine Musikschule vor Ort. Meine kulturellen Ursprünge kommen natürlich aus dieser Zeit.

Mit zehn Jahren wollte ich bei einem Geschichtenwettbewerb teilnehmen. Da ich regelmäßig im Sommer in Osttirol war, bin ich zu dieser Zeit gerade auf den Gipfel des Großglockners gewandert. Für dieses Bergerlebnis war ich ja relativ jung und in meinem Aufsatz sollte es darum gehen. Ich schrieb aber nur darüber,  was und wie die Leute geredet haben, etwa in welchem Dialekt sie sprachen. Ich war auf den Text recht stolz und zeigte ihn meiner Mutter. Meine Mutter sagte dann, das könne sie nicht einreichen, weil er die Leute vielleicht treffen würde und sie fragte, warum ich nicht über das Erlebnis selbst geschrieben habe (lacht). Für mich war es aber ein super Aufsatz, den ich sehr amüsant fand (lacht). Mein künstlerischer Weg dürfte also damals schon entstanden sein.

Gibt es diesen Text Deiner Kindheit noch bzw. verwendest Du ihn künstlerisch?

Ich habe mich auch gefragt, ob es den Text noch gibt. Er war nur ca. eine halbe Seite lang, ich habe ihn dann nicht fertig geschrieben.

Ich weiß nicht, wo der Text gelandet ist. Ich denke manchmal dran und würde ihn gern nochmal lesen, aber ich habe ihn nie wiedergefunden.

„Vienna Calling“ ist der Titel dieser Interviewreihe mit Künstler*innen. Telefonierst Du gerne? Wie gingst, gehst Du mit Kommunikation grundsätzlich und auch in Lockdowns um?

Ich telefoniere hauptsächlich mit Leuten, die ich nicht so oft sehe. Wenn ich organisiere, schreibe ich eher.

Was ich so gut wie gar nicht mache, ist Videotelefonie, Zoomen oder Skype- Bier-Trinken. Das habe ich nur im ersten Lockdown gemacht und das war da aufregend.

Das direkte Gespräch ist mir am liebsten. Telefonieren ist meist etwas anstrengend, weil man jemand nicht sieht.

Um Freundschaften zu pflegen, ist mir ein direktes Treffen am liebsten.

Welche Bedeutung hat Wien als Inspirationsort in Deiner Kunst?

Ja, Wien ist natürlich eine tägliche Inspiration in kultureller Vielfalt und Begegnung. Das war auch der Grund für meinen Umzug hierher. Es bieten sich hier einfach sehr viele künstlerische Möglichkeiten.

Ich bin jetzt seit dreizehn Jahren hier, es wird also schon gepasst haben (lacht).

Gibt es einen Austausch, Kooperationen mit Schriftsteller*innen, Künstler*innen?

Es gibt immer wieder Begegnungen, Gespräche bei Lesungen etwa. Aber ein gemeinsames Projekt gibt es im Kabarett mit dem Duo „Flüsterzweieck“ mit meiner Kollegin Antonia Stabinger. Ansonsten arbeite ich künstlerisch alleine.

Bei einem künstlerischen Gemeinschaftsprojekt muss es schon sehr gut passen. So etwas will ich nicht erzwingen.

Was sind Deine derzeitigen Projekte und Planungen?

Wir hatten im Juni 2021 mit „Flüsterzweieck“ Premiere. Aktuell schauen wir, dass wir unser Stück auch wieder spielen können.

Ich hatte künstlerisch also immer etwas zu tun und dann erschien mein Buch und ich fragte mich, was mache ich jetzt? (lacht). Das Erste was mir dann einfiel war, noch ein Buch zu schreiben (lacht). Und da bin ich jetzt gerade dabei, ein Exposé zu schreiben.

Worum wird es im neuen Roman thematisch gehen?

Ich kann noch nicht viel dazu sagen. Aber vielleicht spielt diesmal auch die Obersteiermark eine Rolle (lacht).

„Vienna Calling“ nimmt natürlich auch auf Musik Bezug. Wie wichtig ist Musik für Dich? Spielst Du ein Instrument?

Ich habe als Kind mehrere Musikinstrumente gelernt (lacht). Aber leider keines lang genug, dass ich es auch heute noch gut spielen kann.

Ich wurde in der Kindheit auch sehr oft von meinen Eltern zu klassischen Konzerten oder in die Oper mitgenommen, dadurch habe ich viel kennengelernt

Ich höre natürlich Musik. Was ich nicht kann, ist, Musik hören und zugleich arbeiten. Das trenne ich strikt (lacht).

Wann hörst Du gerne Musik?

Gerne beim Autofahren. In der Freizeit, auch etwa beim Putzen und einfach bei Tätigkeiten, in denen ich mich nicht konzentrieren muss (lacht).

Gibt es eine bestimmte Musikepoche, welche Du bevorzugst?

Einen Bezug gibt es zu verschiedenen Musikjahrzehnten. Irgendwie habe ich einen emotionalen Bezug zu den 80er Jahren, obwohl ich zu jung bin, die 80er Jahre bewusst mitgekriegt zu haben, trotzdem fühle ich mich da beheimatet.

Gibt es da bestimmte 80er Songs und Bezüge von Dir?

Die 80er Jahre sind bei mir eher eine ferne Romantik. Peripher könnte ich da etwas verbinden, aber es ist eine romantische Phantasie (lacht).

Musikalisch bin ich ja mit den 90er aufgewachsen. Wenn mich jemand fragt, wann ich gerne leben würde, dann denke ich aber an die 80er Jahre (lacht). Weil ich irgendwie das Gefühl habe, ich kenne diese Zeit, aber natürlich nicht wirklich (lacht).

Was würde Dich bei einer Zeitreise in die 80er Jahre besonders interessieren?

Nix. Ich möchte da einfach hingehen und hören wie die Leute reden, sehen wie es da ausschaut, was die Leute anhaben und was sie für Einstellungen haben. Eher etwas spüren, wie das so war (lacht).

Gibt es bestimmte Persönlichkeiten dieser Zeit, die Du gerne treffen würdest, im Cafè etwa?

Es fällt mir da jetzt keine bestimmte Person ein. Eher geht es dabei darum, generell Menschen zu treffen, die müssen jetzt nicht bekannt sein.

Mich interessieren Menschen und ihre Einstellungen über die Zeiten hinweg und ich frage mich, was sich inwiefern geändert hat und was unerarwarteterweise gleich geblieben ist.

Welche Musikinstrumente hast Du gespielt?

Ich habe da so typisch mit Blockflöte angefangen. Dann war es in der Schule Gitarre, da habe ich mir anfangs die Akkorde selbst beigebracht. Ich habe sieben Jahre Cello gespielt. Auch Klavier spielte ich. Cello war die längste Zeit. Alles kurz genug, um es nicht mehr g`scheit zu können. Ich würde da niemand eine Freude machen (lacht).

Hast Du Musikinstrumente Zuhause?

Nein, diese waren damals ausgeborgt. Ich habe da mit vierzehn Jahren mit dem Spielen völlig aufgehört.

Ich bin aber sehr froh über meine musikalische Vorbildung, weil ich auf eine gewisse Art musikalisch bin, und dies braucht man auch für die Sprache.

Das selbst Musizieren geht mir nicht ab, leider (lacht).

Darf ich Dich abschließend zu einem „Vienna Calling“ Achrostikon, einer Wortassoziation zur Buchstabenreihe, einladen?

V iolett

I gel

E ngel

N uss

N achdenken

A msel

C aroline

A gnes

L ampenschirm

L adenschluss

I nsel

N acht

G rundlsee

Ulrike Haidacher_Kabarettistin, Schriftstellerin

„Vienna Calling“ _ Porträt in Wort und Bild_

im Gespräch und Fotoporträt_

Ulrike Haidacher_Kabarettistin, Schriftstellerin

https://www.ulrikehaidacher.at/

Interview und alle Fotos_Walter Pobaschnig _

Cafè Prückel_Wien

https://literaturoutdoors.com

Walter Pobaschnig 12_21

„Der Versuch mich und die anderen da abzuholen, wo sie gerade stehen“ Simon Hatzl, Schauspieler_ Wien 21.12.2021

Lieber Simon, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich halte die Unregelmäßigkeit meiner Tagesstruktur aufrecht. Das gibt mir ein Gefühl der Eigenbestimmtheit und Freiheit.

Simon Hatzl, Schauspieler

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich horche sehr viel mehr in mich und die Menschen hinein. Das ist der Versuch mich und die anderen da abzuholen, wo sie gerade stehen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Wesentlich sind der aktive Wunsch und die Liebe zur Veränderung in uns allen. Diesen ihnen ja auch selbst innewohnenden Drang zur Veränderung werden Kunst und Kultur als Kommunikationsfelder und Katalysatoren begleiten.

Was liest Du derzeit?

Ich höre meinen Gedanken zu.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Liebe!

Vielen Dank für das Interview lieber Simon, viel Freude weiterhin für Deine großartigen Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Simon Hatzl, Schauspieler

Foto_Götz Schrage.

7.12.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

„Dass uns der gegenseitige Respekt nicht verloren geht“ Raphael Steiner, Schauspieler _ Salzburg 20.12.2021

Lieber Raphael, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Aufstehen. Existenz begreifen. Kaffee. Kleines Frühstück. Eventuell Kaffee Nr. 2… Körper, Geist und Stimme aufwärmen. Pläne für die Zukunft in Gang setzen. Auf ins Theater zum Proben/Spielen (sofern möglich). Nach Hause. Viel zu viele Nachrichten beantworten. Essen. Umfallen. Repeat.

Raphael Steiner_Schauspieler

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Wichtig ist, dass uns der gegenseitige Respekt nicht verloren geht und dass der Spaltung (auch schon fast Unwort des Jahres..) nicht noch mehr unnötiger Raum gegeben wird. Ich denke für jeden sind jetzt verschiedene Dinge wichtig – aber auf eines sollten wir gemeinsam achten: Die Empathie.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Ich denke, in der Kunst sollte nach wie vor Raum für alles sein. Die kritische Betrachtung der Politik, des eigenen Lebens, der Gesellschaft und Dinge die auch einfach nur schön oder interessant sind. Sehr wichtig finde ich dabei, dass man nicht vergisst, Geschichten zu erzählen.

Was liest Du derzeit?

„Roberto Zucco“ von Bernard-Marie Koltès, ein Buch über Harmonielehre und „Acting for the Camera“ von Dorothea Neukirchen.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Your’e only given a little spark of madness. You mustn’t loose it.“

Vielen Dank für das Interview lieber Raphael, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Raphael Steiner_Schauspieler

https://www.raphsteiner.com/

Foto_Manfred Hesch.

14.11.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com