Liebe Ute Veronika, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Momentan glücklicherweise wieder beinahe wie eh und je. Jeder Tag ist anders und das war schon immer so. Ich stehe zu unterschiedlichen Zeiten auf, da ich zu unterschiedlichen Zeiten nach Hause komme. Routine schleicht sich nur selten ein. Das ist das Anstrengende, aber auch das Spannende an meinem Beruf. Ich plane kaum voraus und versuche jeden Tag zu nehmen wie er kommt und mein Bestes zu geben. Allerdings bin ich vorsichtiger im zwischenmenschlichen Kontakt geworden. Als Künstlerin freut es mich natürlich unendlich, dass die Theater wieder geöffnet sind und möchte nichts riskieren. Andererseits habe ich auch ein paar gute Sachen, die ich mir im Lockdown angewöhnt habe, in meinen Alltag mitgenommen. Zum Beispiel koche ich, wenn irgendwie möglich, jeden Tag – und zwar mit Genuss!
Respekt, Empathie und Freiheit. Es ist klar, dass die Pandemie viele Probleme wie Vereinsamung, seelische Erkrankungen und ähnliches verstärkt hat. Nun kann man aber versuchen hinter die Maske zu blicken, wortwörtlich und im übertragenen Sinne. Viele leiden im Stillen und Empathie hilft den Mitmenschen – immer! Zusätzlich tritt meiner Meinung nach ein Phänomen, das wohl viele als für immer überwunden geglaubt hatten, wieder in Erscheinung und nennt sich Spaltung der Gesellschaft. Das halte ich für eine gefährliche Entwicklung in einer Demokratie. Respekt für Meinungs- und Entscheidungsfreiheit, aber auch für das Wohlergehen anderer sollten immer im Vordergrund stehen. Und mit dem Gedanken an das Mahnmal, das in meiner Heimatstadt steht, bleibt eines der wichtigsten Zitate für mich: Hütet Freiheit und Frieden! Denn das schließt sich nicht gegenseitig aus.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Ich weiß nicht, ob sich die Aufgabe, die Kunst und Kultur im Leben der Menschen einnimmt, wesentlich verändern wird. Kunst kann das Gute in uns wecken, uns zum Nachdenken und zur Selbstreflexion anregen, uns inspirieren, informieren und den Horizont erweitern. Und uns manchmal auch einfach unterhalten, zum Lachen oder Träumen bringen und eine Pause vom Alltag schenken. Allerdings kann vor allem das Theater etwas wieder erwecken, das in dieser Zeit immer mehr verdrängt worden ist. Es kann die Lust am Unmittelbaren, am Moment, an dem Erlebnis in der Gruppe aus dem Winterschlaf holen. Die Dynamik jeder Vorstellung ist anders, jeden Abend ist das Publikum anders, bin ich anders. Man spürt die Aufregung, wenn das Licht im Zuseherraum ausgeht, genießt den Pausensekt und tauscht sich nachher über das Gesehene aus. Grund genug die eigenen vier Wände zu verlassen, sich auf Neues und Unbekanntes einzulassen, andere Menschen zu treffen. All das ist ein Erlebnis, das Inspiration und Mut geben soll. Und das können wir jetzt wohl alle brauchen.
Was liest Du derzeit?
Derzeit lese ich „Die Wand“ von Marlen Haushofer, die ich momentan auch im Theater im Keller Graz verkörpern darf. Der Roman passt ausgezeichnet in diese Zeit und das Gefühl unfreiwillig hinter einer Wand zu sein, abgeschlossen vom Rest der Welt, kommt wohl nicht nur mir bekannt vor.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Vielen Dank für das Interview liebe Ute Veronika, viel Freude weiterhin für Deine großartigen Schauspiel-, Tanz-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
Liebe Gina Christof, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Als freie Schauspielerin habe ich nicht wirklich einen geregelten oder regelmäßigen Tagesablauf. Momentan gehe ich die Tage etwas gemütlicher an, weil ich gerade aus den Proben von zwei sich überschneidenden Produktionen komme und in den letzten Monaten dadurch sehr intensiv eingesetzt war. Neben meiner schauspielerischen Laufbahn arbeite ich zusätzlich noch als Redakteurin. Außerdem habe ich gemeinsam mit meiner Kollegin Paula Kühn in der Pandemie ein eigenes Ensemble gegründet, für das auch immer wieder viele bürokratische Arbeiten anfallen. Kurzum also: ich bin in verschiedenen Bereichen tätig, um finanziell nicht nur vom Schauspiel abhängig zu sein, kann mir dadurch meinen Tag zwar sehr frei einteilen, habe aber auch immer etwas zu tun.
Gina Christof, Schauspielerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Ich denke, gerade in Zeiten wie diesen ist es wichtig, aufeinander zu schauen und achtzugeben. Alle haben viel zu tun, alle sind gestresst, alle wollen Dinge aufholen, die wegen Corona nicht möglich waren. Daneben gibt es aber auch viele gesellschaftspolitische Themen und Problematiken. Corona ist ja nicht die einzige Herausforderung: Die Flüchtlingskrise (noch immer ertrinken Menschen im Mittelmeer und werden in Lager in Libyen zurückgeschickt, wo sie unter menschenunwürdigen Bedingungen bleiben müssen), die Klimakrise, Korruption – die Liste ist lang. Ich denke, jeder und jede von uns hat sich angesichts all dessen, was gerade auf der Welt passiert, schon ohnmächtig und hilflos gefühlt. Deshalb finde ich, dass es ganz besonders wichtig ist, zumindest im eigenen Umfeld und den Menschen gegenüber, denen man im Alltag begegnet, offen und freundlich zu begegnen und niemanden für irgendetwas zu verurteilen. Das ist etwas, das mich persönlich gerade sehr erschreckt: wie schnell wir durch die Coronakrise oft Menschen verurteilen und in Schubladen stecken. Wir sollten einander viel mehr zuhören, viel mehr Verständnis haben. Denn wir wissen nie, was das Gegenüber durchgemacht hat oder wieso er oder sie zu seiner Lebensanschauung und Einstellung gekommen ist.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Das Schauspiel und die Kunst hatten immer schon vielfältige Möglichkeiten. Einerseits kann Theater Menschen immer auch eine Auszeit geben – eine Auszeit von allem was in der Welt passiert, was im eigenen Leben an Problemen und Herausforderungen ansteht. Theater soll in erster Linie für mich immer Geschichten erzählen, die Menschen in andere Welten entführen und sie verzaubern. Idealerweise steckt in dieser Verzauberung aber auch etwas, das sie in ihrem Alltag noch begleitet oder längerfristig zum Nachdenken anregt. Damit hat Theater für mich immer auch den Anspruch, im Kleinen etwas zu verändern oder zu bewegen, quasi über diesen einen Abend hinaus zu wirken. Wenn im Publikum nur ein paar wenige Menschen sitzen, die nachher hinausgehen und sagen, wow, da waren ein paar Gedanken dabei, die muss ich weiterspinnen, die könnten was in meinem eigenen Leben verändern, dann hat Theater schon etwas bewirkt. Kunst kann und soll natürlich auch gerade zu allen gesellschaftspolitischen Dingen und Veränderungen Stellung beziehen und etwaige Missstände/Probleme aufzeigen. Es gibt hier einfach so viele Möglichkeiten, das ist für mich persönlich das Tolle und Faszinierende.
Was ich an dieser Stelle aber auch gerne noch anbringen möchte, ist die prekäre Situation vieler (freier) Künstlerinnen und Künstler, die gerade ja auch jetzt durch die Pandemie noch mehr zum Vorschein gekommen ist. Auch ich arbeite neben dem Beruf als Schauspielerin, in dem ich eigentlich wirklich gut eingesetzt bin, als zweites Standbein noch anderweitig. Und da bin ich nicht die Einzige. Das liegt einerseits daran, dass es oft zu Pausen von Wochen oder Monaten zwischen Engagements kommen kann – und die Miete muss dann aber auch bezahlt sein. Und andererseits daran, dass gerade in der freien Szene die Gagen einfach nicht hoch genug sind. Da arbeitet man dann mit viel Herzblut, aber wirklich gut leben kann man davon nicht. Und unter gut leben verstehe ich jetzt nicht, dass ich in einem Penthouse wohne und jedes Monat in die Karibik auf Urlaub fliege. Sondern, dass ich beispielsweise nicht bei jedem Mal Essen gehen überlegen muss, ob ich mir das wirklich leisten kann. Hier gerade in einem Kulturland wie Österreich für faire Löhne zu sorgen und auch die freie Szene einfach viel besser zu subventionieren – das ist etwas, das längst überfällig ist.
Was liest Du derzeit?
Ich lese derzeit „Miroloi“ von Karen Köhler.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„Was ist denn Mut anderes, als die Dinge trotz Angst zu tun?“
Gina Christof, Schauspielerin
Vielen Dank für das Interview liebe Gina, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
Julia Hagenhofer, Schauspielerin_Wien _ am Lebenensort Ingeborg Bachmanns 1946-53_Wien
Schönen guten Morgen in strahlender Herbstsonne, liebe Julia Hagenhofer, Schauspielerin, hier im Modenapark im III.Bezirk Wiens! Freut mich sehr, dass wir wieder gemeinsam auf den Lebensspuren Ingeborg Bachmanns unterwegs sind!
Wir befinden uns hier auf literarischen wie biographischen Spuren der österreichischen Schriftstellerin. Aber auch Du wohnst hier in unmittelbarer Nähe. Ingeborg Bachmann spricht im Roman „Malina“ vom „Königreich „Ungargassenland“. Wie erlebst Du diesen Lebensraum heute hier?
Guten Morgen, sehr gerne!
Ja, das Wohnen, Leben hier kann ein Königreich sein. (lacht). Ich kenne den III.Bezirk Wiens noch nicht ganz genau aber ich finde gerade der Bereich „Ungargassenland“ hat etwas ganz Besonderes. Es ist so zentral gelegen, über die Straße hier ist man schon im Stadtpark und damit im I.Bezirk. Anderseits ist es auch sehr hell hier, etwa im Park jetzt wo wir gerade sitzen, und es ist auch irrsinnig ruhig. Ich bin Ruhe gewohnt von meinem „alten“ Zuhause und das habe ich hier trotz der zentralen Lage hier auch absolut.
Es sind wahnsinnig schöne Gebäude hier, gerade auch das Wohnhaus von Ingeborg Bachmann gibt Stil und Atmosphäre dieses Bezirkes gut wieder. Das Alt Wiener Flair ist zu spüren und zu sehen, etwa bei den Pflastersteinen, das ist ja auch in Wien selten.
Es ist sehr viel Historisches, etwa auch das Schloss Belvedere, in der Nähe, und das macht es besonders. Es hat schon was (lacht) und ist wirklich schön hier.
Wir sitzen jetzt hier im ruhigen Park des „Ungargassenlandes“. Ist das auch ein Ort, den Du gerne aufsuchst und Dich künstlerisch inspirieren lässt?
Ich muss sagen, ich bin jetzt nicht oft hier in diesem Park, weil der Stadtpark doch auf meinem Weg von der Arbeit liegt und auch wenn ich unterwegs bin, gehe ich in diesen Park im I.Bezirk.
Aber der Park hier ist mein Ort, den ich oft durchquere oder einfach hinsehe. Ich schätze das sehr und insofern ist es wohl auch Inspirationsort.
Wir sind hier an einem strahlenden Herbsttag. Wie erlebst Du diese Jahreszeit?
Ich liebe den Herbst tatsächlich, auch den Frühling. Ich mag diese Übergangsjahreszeiten.
Ich genieße den Herbst sehr und dieser ist ein besonders schöner mit so vielen Sonnentagen, die man etwa in den Parks hier genießen kann. Ich mag auch diesen Rundblick zu den bunten Blättern und es riecht auch ganz eigen, einfach nach Herbst (lacht).
Du bist neu hinzugezogen. Wie lernst Du das „Ungargassenland“ kennen? Hast Du da eine bestimmte Taktik?
Es ist ja auch ein Botschaftsviertel mit sehr schönen Gebäuden und auch Kirchen, etwa die russisch orthodoxe Kirche, die ich mir gleich in der ersten Woche ansah und ganz begeistert war von diesem Gebäude. Gefühlt sind hier verschiedenste Konfessionen und Religionen vertreten, das ist ganz spannend.
Entdecken eines Lebensraumes ist für mich auf alle Fälle ein zu Fuß entdecken, einfach um wahrzunehmen.
Ein Land hat ja immer eine Mitte und auch Grenzen, ist dies auch im literarischen „Ungargassenland“ wahrzunehmen?
Das Herz ist natürlich die Ungargasse. Ich würde aber den Teil der Ungargasse, zwischen der Beatrixgasse und der Neulinggasse, der ja auch im Roman angesprochen wird, als unmittelbare Mitte bezeichnen.
Grenzen des Lebensraumes hier sind für mich die Bereiche Rennweg, Belvedere, Stadtpark, Salesianergasse, Traungasse. Das ist so das „Ungargassenland“ Areal für mich.
Du bist schon sehr vertraut mit dem Wohnviertel hier. Ist es für Dich schon ein Nachhausekommen?
Ja, auf jeden Fall. Ich wohne jetzt knapp ein Jahr hier und es hat schon Wochen, Monate gebraucht bis ich das Gefühl des Zuhauseseins entwickelte, etwa wenn man sich im Heimkommen nach dem Urlaub auf die eigenen vier Wände freut. Ich habe mich hier gleich wohlgefühlt aber das Zuhausesein dauerte. Jetzt ist es wirklich mein Zuhause.
Es ist ja ein besonderer Zeitpunkt, wenn man zu Weihnachten umzieht, da ja die Familie meist eng versammelt ist. Wie war dieser Prozess des Ankommens vom Vertrauten zu Neuem da für Dich?
Es war nicht zu diesem Zeitpunkt geplant, aber aufgrund der Fertigstellung der Wohnung, etwa dem Einbau der Küche und den entsprechenden Lieferzeiten, ergab sich dann als Einzug der Dezember. Der Umzug war nicht von heute auf morgen sondern ein Prozess. Da ich über Weihnachten auch beruflich frei hatte, war es der perfekte Zeitpunkt für mich. Es war eine ideale Zeit des entspannten Umziehens und es blieb auch Zeit für die Familie.
Wir arbeiten gemeinsam an Projekten zu Ingeborg Bachmann. Wie nimmst Du jetzt Deinen unmittelbaren Lebensraum, der ja auch literarischer Raum ist, wahr? Welche Eindrücke, Impulse nimmst Du da mit?
Ich finde es spannend, dass, wie man ja am Roman Malina sieht, für Ingeborg Bachmann dieser Ort hier auch ein wichtiger, einflussreicher Lebensraum war. Jetzt da zu leben, ist schon besonders man denkt natürlich darüber nach, auch weil es ja unmittelbare „Nachbarschaft“ ist. Ich erlebe es zum ersten Mal an einem Romanschauplatz zu leben.
Wir sind jetzt den Straßenabschnitt entlang der Wohnung Ingeborg Bachmanns entlangspaziert und haben szenisch fotografiert. Welche Eindrücke hast Du da aufgenommen?
In der Gasse hier entlang des Parks treffen sich Neubau und Altbau. Da begegnen sich Zeiten, historische und literarische. Der Modenapark ist so eine Mitte, Grenze von altem und neuem Wien auf kurzem Wege. Es würde mich auch interessieren wie es zur Zeit Ingeborg Bachmanns hier ausgesehen hat. Die historischen Häuser im Wohnabschnitt der Schriftstellerin sind besonders schön.
Ingeborg Bachmann war Schriftstellerin, Du bist Schauspielerin, auch der Zeitpunkt des Wohnungseinzuges ist im Lebensalter ähnlich. Ist dies ein besonderer Lebensort als Künstlerin und für eine Künstlerin hier?
Ich bin jetzt überrascht, dass mich mit Ingeborg Bachmann hier nicht nur der Lebensraum sondern auch das Lebensalter des Zuzuges verbindet.
Inspirationen gibt es in jedem Fall hier. Für mich war es aber auch spannend, da ich ja aus einem Haus hierherzog, in dem ich künstlerisch mich ausdrücken konnte, ohne das dies Nachbarn betrifft, und ich war neugierig wie dies hier sein wird. Es war dann eine sehr positive Überraschung zu sehen und zu hören, wie etwa ein Klavier herausgestellt und gespielt oder gesungen wird (lacht).
Es leben viele Menschen hier, die Kunst praktizieren. Musik spielt eine große wie akzeptierte Rolle hier, das ist sehr schön. Ich habe hier noch nie jemanden erlebt, der sich über Musik, Kunst beschwert hätte.
Du übst Gesang, Schauspiel und Tanz in Deiner Wohnung?
Ja, ich übe fast jeden Tag, achte aber darauf zu welchen Zeiten ich übe. Bei Schauspiel und Tanz ist das weniger problematisch, da ich das Gefühl habe, dass meine Nachbarn mich dabei nicht hören. Allerdings bei Gesang achte ich besonders darauf. Da hatte ich schon Sorge wie sich dies mit unmittelbarer Wohnungsnachbarschaft gestalten würde. Aber es ist wie gesagt sehr akzeptiert und das freut mich natürlich.
Schreibst Du selbst auch?
Nein, literarisch nicht. Für einen Roman hätte ich die Geduld und die Ideen nicht. Ich erinnere mich, dass ich mit zwölf Jahren da einen Impuls hatte, aber es endete nach einer halben Seite (lacht). In meinem Studium an der Uni Wien schreibe ich wissenschaftlich.
Du bist als Pädagogin tätig und arbeitest ebenso an Schauspielprojekten. Diese parallele Arbeitswelt war ja auch bei Ingeborg Bachmann in den Lebensjahren hier in Wien so. Wie gelingt diese Verbindung?
Diese Verbindung ist nicht so einfach. Ich liebe meine Arbeit als Pädagogin und meine künstlerische Tätigkeit und Ausbildung. Derzeit muss es parallel laufen, das ist notwendig, auch wenn im Moment sehr wenig Schlaf dabei ist (lacht).
Die Verbindung der Tätigkeiten ist aber auch eine inspirierende Abwechslung und das ist sehr spannend unterschiedliche Dinge zu machen.
Man kann sich als Pädagogin Inspiration von der Kunst und als Künstlerin Inspiration von der Pädagogik holen.
Ich denke aber, dass es auch für Ingeborg Bachmann mitunter schwierig war, Tätigkeiten mit dem künstlerischen Arbeiten zu verbinden.
Wir sind im Fotoshooting auf die Emotionen des Ankommens, Lebens und des Abschiednehmens eingegangen. Wie gelingt es Dir als Schauspielerin sich da anzunähern und einzutauchen?
Die Beschäftigung mit dem Leben, Werk von Ingeborg Bachmann, ich habe den Roman Malina im Vorfeld gelesen, hilft natürlich sich hineinzuversetzen und erzeugt auch eine gewisse Nähe. In jeder Darstellung ist immer sehr viel der eigenen Person.
Wenn man etwa die Situation eines Umzuges gerade selbst erlebt hat, sind die Emotionen natürlich sehr präsent – das Abschiednehmen, das Ankommen.
Du hast Dich auf dieses Projekt heute wieder wunderbar auch in Style, Mode vorbereitet. Wie hast Du das Styling zusammengestellt?
Ich habe mich mit Mode, Stil der Zeit beschäftigt und was da aus meinem privaten Fundus passen könnte. Ich habe da eine Auswahl Zuhause, die ich immer wieder rauskrame (lacht). Meine Mutter war da auch eine große Hilfe, auch grundsätzlich mit Ihrer Empfehlung klassische Modestücke im privaten modischen Repertoire zu haben (lacht) wie einen schwarzen Mantel, ein schwarzes Kleid, schwarze Schuhe. Und deswegen habe ich es auch im Kleiderschrank (lacht). Den Hut habe ich von meiner Mutter gestern noch ausgeborgt (lacht).
Diese Modestücke trage ich aber auch privat, es ist zeitlos. Diese Zeitlosigkeit oder Wiederkehr erkennt man ja auch in den Modestilen heute, etwa der 70er/80er Jahre.
Wie darf man sich bei Dir einen sonnigen Herbstsonntag im Ungargassenland vorstellen? Was gehört da für Dich dazu?
Sonntag ist meist ein Treffpunkttag der Familie. Wenn ich hier bin, ist derzeit die Arbeit für die Uni ein Schwerpunkt. Meistens gehe ich auch am Sonntag spazieren. Das ist so mein besonderer Spaziergangtag, meist für eine Stunde. Der Sonntag ist ein ruhiger Tag für mich.
Ingeborg Bachmann ist nach mehreren Lebensjahren hier in eine andere Stadt aufgebrochen. Was meinst Du geht einer jungen Künstlerin da durch den Kopf?
Einerseits denke ich, ist ein Umzug immer eine Möglichkeit neuer Inspiration, gerade für eine Schriftstellerin, vielleicht Neues zu entdecken, neue Geschichten. Ich denke, da kann so ein Umzug künstlerisch spannend sein. Aber andererseits sind hier an diesem Ort viele Geschichten entstanden und da ist viel Leben, Herz des Ortes drin. Ich denke, da ist es nicht so einfach sich zu verabschieden. In jedem Fall sind da viele Emotionen dabei.
Ich verstehe auch, dass Ingeborg Bachmann die Zeit hier sehr in Erinnerung behalten hat.
Ich kann mir vorstellen, dass Ingeborg Bachmann vielleicht oft in diesem Park war und vielleicht hier geschrieben hat, eben weil es sehr ruhig hier.
Ingeborg Bachmann lebte hier bei einem befreundeten Ehepaar. Wie wichtig sind Freundschaften in einem Künstlerinleben?
Das ist sehr wichtig. Sie ist aber auch von der Beatrixgasse hierher gezogen, da war ja die räumliche Distanz auch vorher nicht so groß und damit wohl auch die Verbindung vorhanden.
Da ich jetzt neu zugezogen bin, gibt es noch nicht unmittelbare Freundschaften in Haus und näherer Umgebung.
Es ist aber sicher auch besonders mit Freunden zu wohnen.
Wie erlebst Du die Kommunikation, Nachbarschaft hier?
Sehr wenig tatsächlich, manchmal ein Gespräch, meine Nachbarn sind aber oft länger abwesend. Es sind auch viele junge Mitbewohner*innen hier, die möglicherweise aufgrund der Universität hierherziehen, auf Zeit, und dann am Wochenende wieder in Ihrem Zuhause woanders sind.
Ich bin auch mitten im Lockdown umgezogen und das einfach zusammensitzen in der Nachbarschaft fehlte natürlich. Mitten im Lockdown klingelt man ja nicht im Ankommen bei allen Nachbarn (lacht). Man trifft sich auf der Stiege, redet am Weg zur Arbeit. Freundschaften sind da aber noch nicht entstanden. Ich habe aber natürlich viele Freundschaften in Wien. Aber so ein Treffpunkt in der Nachbarschaft wäre natürlich sehr nett.
Ist das Wohngebiet hier für Dich ein typisches Stück Wien?
Ja, es ist für mich ein typisches Stück Wien hier („Kannst Du mir a Sackerl bringen, bitte?“ Anm. ruft gerade jemand im Park). In Architektur und Leben (lacht).
Es leben hier auch viele ältere Wiener*innen, da ist auch die klassische Wiener Mentalität zu erleben, spüren. Es ist eine spannende dynamische Mischung von Generationen und Begegnungen.
Möchtest Du uns noch einen Gedanken an Ingeborg Bachmann mitgeben?
Wenn ich ihre Texte lese, fühle ich mich ihr sehr nahe, weil ich auch hier lebe und dies erlebe hier (lacht).
Ingeborg Bachmann ist eine faszinierende Schriftstellerin und Persönlichkeit.
Julia Hagenhofer, Schauspielerin_Wien _ am Lebenensort Ingeborg Bachmanns 1946-53_Wien
Liebe Julia, herzlichen Dank für diese gemeinsame wunderbare Station bei Ingeborg Bachmann! Weiterhin viel Freude bei allen künstlerischen Projekten und einen weiteren so goldenen Herbst im „Ungargassenland“!
Dankeschön!
50 Jahre Malina _Station bei Ingeborg Bachmann _ Wien_
Liebe Magdalena, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Ich darf Gott sei Dank gerade arbeiten und muss mir die Tagesstruktur nicht an den Haaren herbeiziehen 😉 Also: Text vorbereiten, Proben, Sport, Proben, abends Vorstellung spielen und das Ganze wieder von Vorne!
Magdalena Hammer, Schauspielerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Ich glaube, dass es in jeder Situation wichtig ist, einen Nutzen aus derselben zu ziehen, sei er auch noch so klein! Empathisch versuchen, sein Gegenüber zu verstehen oder zumindest nachvollziehen zu können und somit eine Situation zu schaffen, in der man es schafft, als ein großes Ganzes zu agieren.
Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater, Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Wir können zumindest versuchen, Menschen zu beruhigen! Alles was neu ist, und, wie jetzt gerade, wie eine scheinbare Lawine auf uns kommt, macht grundsätzlich Angst und Angst macht starr! Wir als Kulturmenschen können, glaube ich, angstlösend sein und ein bisschen Bewegung in die Starre bringen.
Was liest Du derzeit?
Momentan sehr gerne alle möglichen italienischen Zeitschriften! Und „Die Hochzeit“ von Elias Canetti.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Ich war mir immer so sicher. Zu sicher. Doch jetzt bin ich wie ein kleines Kind und sage voller Demut: Ich weiß es nicht!“
Hercule Poirot in Agatha Christies „Mord im Orient Express“
Vielen Dank für das Interview liebe Magdalena, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
Phoebe Violet_Künstlerin _ am Romanschauplatz Malina _ Wien
Herzlich willkommen liebe Phoebe Violet, Künstlerin, hier im „Ungargassenland“ des Romans „Malina“ von Ingeborg Bachmann! Schön, dass Du gekommen bist und am Jubiläumsprojekt „50 Jahre Malina“ in Wort und szenischem Porträt teilnimmst!
Was bedeuten Dir Orte?
Orte haben immer mit einer gewissen eigenen Realität zu tun, mit Erinnerungen, Geschehen.
Ich habe Architektur studiert und bin sehr begeistert wie vielfältig Menschen mit einem Ort, Platz umgehen.
Die Wand ist die Grenze eines Platzes, auf den man sich begibt und so entsteht die Erinnerung in Freude, Trauer, eine Emotion.
Ein Ort hat eine bestimmte Energie, um eine Situation in eine Richtung zu lenken.
Ein Ort kann auch dieses „Höhlenkonzept“ des Menschlichen, sich einen Schutz zu suchen, ausdrücken oder eben Schutzlosigkeit.
Je nachdem wo sich die Wände befinden, kann man eine Realität weiterentwickeln. Die Entfernung, Nähe von Wänden ist für einen Raum bedeutsam.
Ein Ort ist in jedem Fall eine emotionale Wahrnehmung. Es ist eine unbewusste Internalisierung, die etwas macht und Haltung und Handlung beeinflusst.
Jeder Mensch braucht eine Umgebung, um zu wohnen, um zu überleben. Man kann da von drei Nischen sprechen, die sich auf kochen, waschen und schlafen beziehen. Je besser es Dir geht, umso mehr kannst Du Dich ausbreiten. In den heutigen Wohnbaukonzepten findet man immer weniger das Konzept von Freiheit darin aus angeblich ökonomischen Gründen; Gründe, die eine Politik zuteilt, weil sie Werte woanders festlegt als an Menschlichkeit. Ich finde das Wichtigste was ein Ort anbieten kann, ist Freiheit, Freiheit zu denken.
Ein Ort ist ein Platz, um eine Realität für sich selbst festzuhalten.
Ein Ort spiegelt das Zwischenspiel von Menschen und Umgebung. Ich spüre das auch im Unterschied von Costa Rica und Österreich. Eine andere Umgebung verändert auch das Menschsein.
Die Ungargasse und auch die Umgebung hier, die ja unmittelbarer Lebensraum der Romanverfasserin waren, wurden zum Mittelpunkt eines Kunstwerkes. Wie siehst Du als Künstlerin diesen Prozess, diesen Bogen, die Verbindung von Lebensort, Realität und Kunst zu schlagen? Wie siehst Du diese Wechselbeziehung, diesen Transfer?
Wieso trennst Du diese zwei? Grundsätzlich wenn ich etwas tue, spielt ein Ort eine Rolle, dies passiert bewusst und/oder unbewusst. Auch Kleidung ist etwa eine Kunst, um sich selbst zu erklären, zu identifizieren. Die Umgebung prägt das auf jeden Fall wie man das macht. Ich sehe keine Trennung von Ort und Kunst. Das Eine fließt in das Andere.
Welchen künstlerischen Impuls, wie ja auch etwa hier in der Ungargasse, kann ein Ort für ein Kunstwerk geben? Wie wird dieser gleichsam zur literarischen Bühne?
Ich weiß es nicht. Den Impuls gibt die Existenz von Menschen bzw. die Abwesenheit von Menschen. Und diese Art von Nähe und Einsamkeit in Verbindung einer bestimmten Ästhetik, Umgebung oder auch Wetter führt zu Gedanken, Gefühlen, die etwas ganz Wunderschönes oder Dunkles erschaffen können.
Ich habe meine Kindheit in Costa Rica verbracht. In Costa Rica gibt es keinen Winter. Man lebt sehr linear was Tag und Wetter betrifft. Hier in Österreich gibt es den Rhythmus der Jahreszeiten, das bringt auch eine gewisse Unruhe und man arbeitet dann anders. Die künstlerische Arbeit an einem wunderschönen Ort wie diesen hier ist auch anders. Wenn man hier steht und etwa den Brunnen sieht, das gibt bestimmt Impulse, Gedanken. Es ist dann die individuelle Umsetzung dieser Wirkung in Verbindung zur Persönlichkeit.
Wir sind jetzt im Herbst hier. Was bedeuten Dir Jahreszeiten als Lebens- und Kunstimpuls?
Nostalgie. Dieser Reichtum an Farben, diese Farbpalette, das ist Poesie pur. Ich liebe die Langsamkeit, mit der sich Wärme verabschiedet.
Die Blätter fallen langsam runter und der Wind bewegt alles, damit es einschläft. Ich liebe diesen Prozess, es ist wie ein langsamer Tod. Und ich finde das extrem schön, dieses langsame Einschlafen. Ich liebe es.
Auch die Geräusche werden leiser und leiser bis es ganz still ist. Wie in der Musik ein langsames Decresendo, das finde ich fantastisch.
Welche Bezüge gibt es von Dir zu Ingeborg Bachmann?
Ich bin auf dem Weg ihr Werk zu entdecken. Es ist düster und spannend und ich bin neugierig.
Was sind jetzt erste Eindrücke des Romanschauplatzes für Dich?
Ich verstehe, wie man ein düsteres Buch an diesem Ort schreiben kann (lacht). Der Ort hat eine klare Geometrie und gibt das Gefühl jetzt hier im Hof aufgrund der großen Fenster auch drinnen zu sein. Diese Ästhetik gefällt mir sehr gut.
Es ist auch etwas von Klaustrophobie, Gefangenschaft, die in der Architektur hier zu spüren sind, aber auf eine sehr edle Weise. Wie etwas sehr Mächtiges, das auf einen zukommt. Ich fühle mich klein, wenn ich hier stehe, sehr klein.
Auch eine gewisse Art von Benommenheit wird erzeugt, weil man nicht auf die andere Seite hinter den umgebenden Fenstern, Wänden sieht.
Man sieht nur den viereckigen Himmel und der Brunnen bei der Öffnung zum Garten fühlt sich etwas wie ein Friedhof an. Die zwei Tore zum Garten und die mythologische Brunnenskulptur sind sehr zentral. Es ist etwas wie ein Altar und ein Grab.
Erst im Garten gibt es einen Baum, Grün. Die „Befreiung“ passiert gleichsam dort, hinter den Mauern.
Auch der Eingang zum Hof ist düster, auf eine sehr elegante und minimalistische Weise. Die Architektur und die Wahrnehmung sind sehr spannend hier.
Wir haben jetzt weitere Schritte am Romanschauplatz in Haus, Garten gemacht. Was sind jetzt weitere Eindrücke von Dir?
Es hat das bestätigt, was ich schon vorhin sagte. Es ist sehr düster hier, es fließt nicht, es stagniert und hat auch viel Schwere und man hat nicht das Gefühl, dass da etwas Frisches hereinkommen kann.
Ein sehr reifer Platz, an dem viel passiert ist und man spürt diese Erinnerung.
In Wien passiert dies erstaunlicherweise öfters, dass man sich gleichsam gefangen fühlt in dieser Ästhetik der Vergangenheit, der Erinnerung. Das spürt man sehr stark an vielen Plätzen hier.
In Bukarest etwa ist auch viel Vergangenheit aber auch viel Frische zu spüren. In Wien ist eine Stagnation der Vergangenheit da. Es ist noch immer 1971 hier im Hof zu spüren.
Mich hat die Stimmung an einem Ort immer interessiert und die Gründe dafür. Ich bin da sehr rational und finde die Variabilität in Europa, welches ja insgesamt im Weltmaßstab ein kleinerer Lebensraum ist, sehr interessant.
Es bleibt ein Rätsel warum Menschen in Wien anders sind als in München und wie sich da Ästhetik aufbaut.
Kann diese Architektur hier mit ihrer Stimmungskraft auch ein Bild einer unerfüllten Liebe, an der man hängt und die gefangen hält, wie es im Roman dargestellt ist, sein?
Sehr plausibel. Ich finde ja Wien sehr romantisch.
In Wien, da ist es wie im Roman „Hotel Savoy“ von Joseph Roth, aus viel Düsternis entsteht eine wunderschöne Blume aber vielleicht kann man sie nicht berühren.
Dieser Ort hier ist vielleicht der perfekte Platz für eine total frustrierende Liebesgeschichte, aus der man nicht entfliehen kann.
Hier fließt es nicht. Man kann nicht zu einem glücklichen Ende kommen an diesem Ort.
Ist Kunst in Österreich auch immer mit Geschichte, Vergangenheit verbunden, der schönen wie schweren umgebenden wie hier?
Ja und Nein. Meine Künstler*innen Generation kämpft damit und ist geprägt von Migration, Ausländerinnen*en und da kommt unfassbar viel Einfluss von außen auf konservative Denkweisen.
Die Leute lieben in Wien was sie kennen und was sie nicht kennen, ist nicht ok. Bis die ganze Welt es annimmt, dann ist es ok und dann wird gesagt – das gehört uns – das war immer etwas mein Krampf hier.
Anderseits wenn man die Menschen überzeugt, dass das Neue gut ist, dann umarmen sie es vollkommen. Aber man muss sie lange überreden (lacht). Menschen hängen sehr stark an ihrer Kultur und ihren Werten hier.
Architektonisch ist Linz etwa viel freier als Wien. Hier wird noch sehr stark an Tradition festgehalten. Neue Gebäude zu bauen ist eine Katastrophe (lacht).
Wien kennt keine Definition des Neuen. Nur das Alte, die Tradition. Und das wird umarmt und an Touristen verkauft. Das ist schwierig, weil andere Städte diese Schritte machen, etwa Berlin.
In der Kunst passiert schon einiges Neues hier aber nach wie vor underground. Die Themen sind vielfältig. Es bewegt sich viel.
Wie war Dein Weg zur Musik, Kunst?
Das war in meinem Leben immer dabei. Ich habe mit drei Jahren begonnen Geige zu spielen wie auch meine Schwester. Ich definiere mich durch das was ich künstlerisch tue, sei es Musik, Malerei. Ich sehe es als Reichtum an Kommunikation.
Kunst ist alles für mich.
Es war immer schon teil von mir, ich habe aber sehr lange gesucht, auch bis ich verstanden habe, dass der akademische Weg nicht mein Weg ist. Das war auch für meine Familie nicht leicht.
Ich habe Architektur, Soziologie studiert und das geliebt. Ich wollte aber nicht Musik studieren, weil ich da meine Freiheit bewahren wollte und Musik so interpretieren wollte wie ich sie fühle. Natürlich war ich da mit achtzehn Jahren viel radikaler als jetzt (lacht).
Ich wollte in der Kunst immer eine eigene Welt erschaffen und das ist nach wie vor meine Suche.
Ich will in der Kunst eine komplett authentische, ehrliche Art und Weise erzeugen, um etwas zu kommunizieren was ich für wichtig halte und auf der Bühne zu stehen und mit Leuten meine Meinung zu teilen, die inspiriert oder Widerspruch hervorruft.
Kunst ist ein wunderschönes Medium, um einen Dialog zu führen.
Am 10.November erscheint mein neues Album. Es war eine wunderschöne Arbeit. Ich arbeite sehr gerne mit einem Gesamtkonzept. Das Konzept heißt „Zwischen Himmel und Erde“ und jedes Lied wurde dafür gemacht. Es geht um die Vereinbarung von Träumen und Realität. Es ist auch sehr gesellschaftskritisch und hinterfragt Konzepte der Liebe, Identität, Zielstrebigkeit. Das ist natürlich auch autobiographisch, weil ich sehr lange nach der Balance gesucht habe. Es ist ein sehr einsamer Weg, wenn man sagt, dass was die Gesellschaft, die Familie anbieten will, ist nicht das, was zu mir passt, aber es ist ein ehrlicher Weg, sehr langwierig und anstrengend und ich stecke nach wie vor drin (lacht). Aber jetzt langsam merke ich, dass es eine gewisse Reife bekommen hat und ich auch andere Leute ansprechen kann und das ist ein wunderschönes Gefühl.
Auch mein Weg der Komposition bekommt eine neue Wende. Ich habe ein Musical komponiert, das in Costa Rica uraufgeführt wird. Das ist sehr spannend mit einem großen Orchester zu arbeiten. Auch ein weiteres Musicalprojekt über „Eurydicke“ ist in Realisierung. Und dazu auch meine Gemäldeprojekte. Langweilig wird es nicht (lacht).
„Himmel und Erde“ ist der Titel Deines neuerscheinenden Musikalbums. Himmel und Erde der Liebe ist ja auch Thema des Romans „Malina“. Was hat sich in der Liebe, die ja zu Erscheinen des Romans 1971 sehr patriarchal dominiert wird, in den letzten 50 Jahren verändert?
Es ist ein schwieriges Thema. Es gibt einen offeneren Diskurs darüber aber es passiert gleich. Es ist so wie wenn ein Hungerbild auf fb gezeigt wird und alle geben wütende Finger drauf aber es passiert trotzdem. Das ist nur trendy.
Es ist eine Verantwortung sich selbst zu definieren als Frau und was man will in der Liebe. Das sollte nicht von der Gesellschaft repräsentiert sein. Ich sehe es in den Filmen, in denen immer ein gewisser Status verkauft wird, wie man sich verhalten soll als Frau, Mann in einer Beziehung. Das ist eine unnatürliche Art und Weise mit sich selbst umzugehen.
In der Liebe ist alles erlaubt. Es hat nur mit Deiner eigenen Meinung zu tun und diese geht niemanden etwas an.
In der Liebe gibt es gesellschaftlich aufgebaute Ideologien. Aber die Definition muss von mir selbst als Frau gemacht werden.
Wir haben heute extrem viele Worte, Definitionen für Liebe – offen, polygam, monogam… – wozu? Wozu wollen wir uns einsperren in unseren Möglichkeiten?
Ich finde das Wichtigste in der Liebe ist ein Gespräch und eine Ehrlichkeit zu sich selbst aufzubauen.
Es ist unfassbar respektlos von einer Gesellschaft eine Definition in der Liebe zu verlangen.
Wir sind Menschen, das ist das was wir sind.
Phoebe Violet_Künstlerin _ am Romanschauplatz Malina _ Wien
Herzlichen Dank, liebe Phoebe, für Deine Zeit in Wort und Bild hier am Romanschauplatz „Malina“! Viel Freude und Erfolg für alle musikalischen, künstlerischen Projekte!
50 Jahre Malina _ Roman _ Ingeborg Bachmann _ im Gespräch und szenischem Fotoporträt:
Lieber Rafael, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Derzeit probe ich gerade das Stück „Crash“ von Rupert Henning im kleinen Theater Experiment in Wien. Es ist ein fein geschriebenes Stück, welches sich nicht allzu leicht in ein Genre einordnen lässt. Ich spiele Artie Rizzo, einen jungen Start Up Unternehmer, der mit einer Instant Messaging App reich geworden ist und mit seiner Frau Trish einen Neustart am Land wagt. Alles läuft super, bis jemand an der Türe läutet.
Die Zeit zwischen den Proben verbringe ich mit Kaffee trinken, meiner Freundin und Freunden, Müsli essen, Text lernen, Sport, Vorsprechen, Job Zusagen sowie Absagen bekommen, Theater, Kino und schlafen…
Rafael Wieser, Schauspieler
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Das ist keine leichte Frage, welche sich auch vermutlich nicht pauschal beantworten lässt. Ich werde es versuchen. Heute am 27.10.21 brennt noch immer der Wald in NÖ an der Rax und die Wetterprognose für die kommenden Tage ist keine gute. Feuerwehrkommandanten sind der Meinung diese Dimension eines Brandes hat es in Österreich so noch nicht gegeben (https://noe.orf.at/stories/3127447/). Ich will darauf hinaus, dass wir alle handeln und uns den Klimawandel als Tatsache vor Augen führen müssen. Wenn ich das mache, dann passiert mir meistens ein gewisses Ohnmachtsgefühl. Weil ich oft mit der Dimension dieser Krise nicht klarkomme. Dennoch versuche ich zu handeln, auch um mich selbst zu beruhigen. Ich esse seit ein paar Jahren kein Fleisch mehr, vermeide es zu fliegen, habe kein Auto und nütze stattdessen Carsharing bei Bedarf. Ich fahre mit der Bahn, dem Bus oder mit dem Fahrrad. Ein ausgebautes öffentliches Verkehrsnetz wie in Wien erleichtert einen solchen Lebensstil natürlich. Ich habe mir gestern erst das Klimaticket gekauft, welches die Nützung der Öffis innerhalb Österreichs für alle um einiges erleichtert. Mülltrennung ist natürlich auch etwas, um das Gefühl zu haben als Einzelperson handlungsfähig zu bleiben. Es gibt so viele Themen, welche für uns alle im kollektiven Sinne wichtig sind. Das brennendste (entschuldigung für diese Wortwahl in diesem Zusammenhang) ist aber vermutlich der Klimawandel. Eines noch: Als Individuum kann man viel wollen und tun, aber letztendlich sind es Entscheidungen, welche die Politik treffen muss. Daher sollten wir alle für eine bessere Zukunft wählen gehen.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Als freiberuflicher Schauspieler gehört es quasi zum Alltag keinen zu haben. Jedes Projekt ist ein Neubeginn. Jede gespielte Premiere ist auch ein Aufbruch. Wahrscheinlich habe ich dadurch das Privileg bei Veränderungen einen etwas geübteren Zugang zu haben als mach andere. Natürlich hat die Freiberuflichkeit auch ihr Schattensdasein. Grundsätzlich glaube ich an das Gute sowie Schöne im Leben und, dass es sich besser ohne Angst leben lässt. Wenn ich nicht weiter weiß, scheue ich mich auch nicht davor Hilfe anzunehmen. Es lässt sich immer eine Lösung finden.
Rupert Henning, der Autor des Stückes an dem ich gerade probe, hat auf die Frage: “Was nimmt das Publikum aus einem Theaterabend mit in sein privates Leben, das dieses besser machen könnte?“ geantwortet: „Wir bieten am Theater keine bessere Welt. Aber wir können uns gemeinsam mit dem Publikum einen Abend lang, vielleicht nur für ein paar Augenblicke nach einer solchen sehnen.“
Was liest Du derzeit?
Ich habe gerade „Dicht“ von Stefanie Sargnagel fertig gelesen und beginne gerade mit Elias Hirschls „Salonfähig“. Beide sehr unterhaltsam und lustigerweise beide ÖsterreicherInnen, aber das ist eher Zufall. Elias habe ich über Ecken kennen gelernt, er ist ein überaus produktiver und vielschichtiger Mensch. Ich glaube es ist sein drittes Buch. Aber ich muss gestehen, es ist das erste Buch, das ich von ihm lese. Aber er wird es mir bestimmt nachsehen.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„Now I wanna dance, I wanna win, I want that trophy — so dance good.“
Rafael Wieser, Schauspieler
Vielen Dank für das Interview lieber Rafael, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
Liebe Deborah, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Up around 7, 7:30….coffee and exercise. I do a combination of my life saving back exercises and a wide repertoire of dance, yoga, Feldenkrais and miscellaneous movement techniques which I have incorporated over the last five decades. Since my kids are grown, I can take the time for myself until I have to be at a rehearsal or performance. I spend the days I’m not working, swimming, walking, cooking, gardening and once in awhile babysitting…a lot of family, real retiree stuff. I try to avoid cleaning the house but am not always successful. Free evenings are spent with friends, partner, eating, drinking, going to films, theater, performances, when not in lockdown mode. In lockdown, the circle shrinks… maybe a film (rarely theater) online. Not too exciting, is it? But I prefer my drama onstage. Real life drama comes of its own accord.
We must remain positive and not become mired in cynicism and intolerance. Social media has made it so easy for every crackpot and fanatic to spew their nonsense and hate.
Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, dem Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Music, theater, art can be powerful influences if people and especially young people are exposed to it….especially live performance for which there is no substitute! I’m afraid however,that the mainstream is generally lazy and except for small pockets of rebellious youth and old hippies, most folks will end up resorting to digital enter- and infotainment. The outlook for live performance is bleak….but stay positive! (I think that’s perhaps too cynical…I know. No one said it was easy.)
Deborah J.Gzesh _ Odeon Theater Wien
Was liest Du derzeit?
Just finished „Goya“ by Lion Feuchtwanger….Now I’m trying to read „Sophies Welt“ again….but I’m very impatient.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
I don’t like quotes, however….Rabbi Hillel got it when he said, „If I am not for myself, who will be for me? If I am only for myself, what am I? And if not now, when?“ The basic precept of individual and communal responsibility.
Deborah J.Gzesh _ Odeon Theater Wien
Vielen Dank für das Interview liebe Deborah, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspiel-, Musikprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
Liebe Lisa-Marie, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Momentan habe ich jeden Abend Vorstellung, das heißt ich brauche den Schlaf am nächsten Morgen. Gern auch mal ein wenig länger. Nach dem Aufstehen mache ich Yoga und lese ein wenig. Mir ist es sehr wichtig, nicht als Erstes aufs Handy zu schauen, sondern den Tag mit realen Dingen zu beginnen. Unter Tags versuche ich sehr auf meinen Körper zu hören. Braucht er noch etwas Ruhe bevor es abends wieder in Theater geht? Oder ist eine Einheit im Fitnessstudio genau das Richtige? Der Körper zeigt Einem eigentlich immer sehr deutlich was er möchte und braucht – man muss nur hinhören. Gegen 17 Uhr gehe ich ins Deutsche Theater und bereite mich auf die Vorstellung vor.
Ich finde es schwierig eine generell geltende Aussage über „Alle“ zu treffen. Ich bin der Meinung, dass die Achtsamkeit im eigenen Leben das Wichtigste ist und auch das Einzige was man wirklich verändern kann. Deshalb würde ich die Frage gerne in „Was ist für mich besonders wichtig?“ ändern. Mir ist besonders wichtig, dass ich mit Umsicht und Achtsamkeit durchs Leben gehe und auch so meinen Mitmenschen begegne. In Zeiten der Spaltung und Hetzte möchte ich lieber nach verbindenden Dingen suchen, als weiter eine Polarität zu schaffen.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Auch hier gilt meiner Meinung nach, dass nur im Persönlichen ein Neubeginn entstehen kann. Hat man den für sich definiert und beginnt den Weg reflektiert zu gehen, dann beeinflusst das unausweichlich die Gesellschaft. Wesentlich dabei finde ich, dass man an den Ursprung zurückdenkt. Was verbindet uns? Was ist Menschlichkeit? Für was möchte ich im Leben stehen („Ich“ nicht im Sinne des Ego-Gedankens). Theater war jeher ein Spiegel der nicht unbedingt zeigt, was ein Jeder sehen will. Kunst darf und muss frei von vorgefertigten Meinungen sein. Deshalb würde ich es begrüßen, wenn Theater das auch weiterhin tun darf.
Was liest Du derzeit?
„Die Katze des Dalai Lama“ von David Michie
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Energie folgt immer der Aufmerksamkeit
Vielen Dank für das Interview liebe Lisa-Marie, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
Lieber Alex, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Ganz normal – als alleinerziehender Vater war es auch schon vor Corona nicht weit her mit Sex, Drugs & Rock n‘ Roll. Der Wecker läutet wie immer.
Alex Yoshii, Musiker
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Die Perspektive nicht zu verlieren. Die Pandemie wird irgendwann zur Endemie werden und das Leben geht weiter. Wir müssen uns allmählich auch wieder um andere Themen kümmern. Es gibt da so ein paar unwesentliche Kleinigkeiten wie z.B. die Klimakatastrophe…
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?
Was in den letzten zwei Jahren überdeutlich klar wurde, ist der tatsächliche Stellenwert von Kunst und Kultur in der selbsternannten Kulturnation Österreich. Auf den Punkt gebracht: Kulturschaffende können sterben gehen, ausgenommen die großen/hochsubventionierten Häuser am Ring. Das ist ein sehr wichtiges Learning für uns alle.
Was liest Du derzeit?
Chrissie Hyndes Autobiographie „Reckless“ und „Elasphera“ von Jannis Raptis.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„Thought is the enemy of flow“ (Vinnie Colaiuta)
Vielen Dank für das Interview lieber Alex, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Musikprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
Eva Maria Neubauer_Schauspielerin, Sängerin_Wien_ am Lebensort Ilse Aichingers (1921 – 2016), Schriftstellerin_in Wien
Schönen guten Morgen im strahlenden Sonnenschein, liebe Eva Maria Neubauer, Schauspielerin, Sängerin, hier am Lebensort der Schriftstellerin Ilse Aichinger (*1.11.1921 +16.11.2016) in Wien in den so dramatischen Lebensjahren 1930-45.
Wir stehen jetzt hier in Sonne und Wind am Balkon des Wohnhauses von Ilse Aichinger. Inwieweit bist Du in Deiner künstlerischen Arbeit mit Leben und Werk Ilse Aichingers bisher in Berührung gekommen?
Ein wenig, würde ich sagen. Ihre Biografie und ihr Werk sind mir skizzenhaft vertraut und es berührt mich auch sehr. Ihr Leben als Überleben in den 1930/1940 Jahren ist auch mir in meiner Familie vertraut.
Du wohnst hier in unmittelbarer Nähe. Welche Bezüge gibt es zum Lebensbereich unserer Stadt hier?
Ich wohne hier im angrenzenden V.Bezirk. Es ist einfach sehr bunt hier, viel buntes Leben. Der Naschmarkt ist da so eine Lebensmitte von Vielfalt und Begegnung. Es sind so viele Sprachen, Kulturen zu hören, zu sehen; es ist unkonventionell, pures Leben, ich bin wahnsinnig gerne da.
Für das Stadtareal am Naschmarkt gibt es ja derzeit Veränderungspläne. Ich kann dem viel abgewinnen, aber es sollte sinnvoll und im Dialog mit den Menschen hier passieren. Begegnung sollte im Vordergrund stehen, nicht solche designten Konsumstätten wie eine überdachte Markthalle. Auch der Flohmarkt darf da nicht verbannt werden, gerade in einer Zeit, in der wir wieder lernen müssen, einander zu begegnen und auch sozial zu interagieren, etwa zu tauschen. Und da ist es wertvoll solche Möglichkeiten in einer Stadt zu haben.
Und dass es echte Begegnungsmöglichkeiten von allen Altersgruppen gibt. Ungeregeltes Leben ohne Konsumzwang eben.
Ilse Aichinger sagte, dass Sie über das Aufschreiben des Erlebten – besonders auch in der Zeit hier im Haus, wo sie gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrer Schwester bei der Großmutter lebte – zum Schreiben, der Literatur gekommen ist.
Wie wichtig ist auch für dich der Zugang zur Kunst als gleichsam kritischer Zeitzeugenbericht? Ist das ein wesentliches Momentum?
In der Erarbeitung einer Rolle, wenn man sich so hineinfallen lässt in eine persona, eine Stimmung, in Emotionen, Gedanken, die ja nicht unbedingt die eigenen sind, da hilft es zunächst mal, das „sacken“ zu lassen. Es hilft, wenn man offen ist und auch Räume wirken lässt, für das was gerade ist. Da kann etwas von Geist, Leben einer Person überspringen. Da ist man dann nicht mehr der Kreator sondern der Überbringer, ein Instrument. Dieser Zugang zu einer Rolle gefällt mir sehr.
Wie darf man sich dieses Aufnehmen, Verarbeiten von Atmosphäre, Stimmung und Darstellen im künstlerischen Prozess vorstellen?
Natürlich gibt es einen Text, an den ist man ja mehr oder weniger gebunden. Wenn der Text jetzt autobiografisch ist, dann spürt man ja die Person stark durch. Wenn der Text von jemand anders geschrieben ist, versuche ich an die beschriebene Figur im Fühlen der Stimmung heranzukommen. Natürlich lese ich auch Biografisches und schreibe mir etwas auf, um mehr zu erfahren, das hilft. Das ist aber eher skizzenhaft, farbenhaft, bruchstückhaft. Manchmal gehe ich auch durch die Stadt. Ich flaniere da gerne und schaue was kommt oder hereinfällt (lacht).
Was ist der künstlerische Impuls im Über- und Weiterleben in so dramatischen Biografien?
Dieser Sendungsdrang – ich will, dass Leute wissen was ist, was war – das spüre ich auch sehr stark in mir. Diesen Auftrag, dass, wenn man schon Zeuge ist oder war, dann hat man auch eine Verantwortung das weiter zu tragen, und in diesem Fall, dass es sich nicht wiederholt.
Hier in diesem Haus wurde die Großmutter von Ilse Aichinger vor ihren Augen 1938 deportiert und schließlich ermordet. Wie ist es möglich dies persönlich und künstlerisch zu verarbeiten?
Das frage ich mich immer wieder, etwa auch bei Viktor E.Frankl, wie dieser Weg durch die Hölle, durch den Tod, durch das gebrochene Herz, wieder zu einem lebensbejahenden wird.
Das ist ein Prozess, den man sich nicht aussuchen kann. Ich denke der Lebenswille ist sehr stark im Menschen, im Tier, das ist ein unbändiger Drang.
Den Auftrag zu erzählen was geschah und doch das Leben genießen zu können, das ist ein Kunststück, ein Lebenskunststück für sich.
Ist das autobiographische Berichten, Erzählen immer notwendiger Teil eines österreichischen Künstler*in Lebens?
Das könnte ich so nicht sagen. Aber Kunst ist für mich persönlich, immer ein Umgang auch mit den Traumata der eigenen Biografie; mit der Lebensgeschichte zurecht- und wieder in den Fluss zu kommen. Es ist ein Weg, aber ich weiß nicht, ob es für alle so ist.
Ilse Aichinger hat zeitlebens ein offenes Wort gewählt. Wie wichtig ist diese Authentizität im künstlerischen Dasein?
Das ,,sich selbst treu sein’’, treu und ehrlich bleiben, ist ganz ganz wichtig. Was ja in einer freien Gesellschaft möglich ist ohne die Existenz zu verlieren oder ausgegrenzt zu werden. Aber mitzuspielen wenn es keine freie Meinungsäußerung mehr gibt oder von Medien und Politik ein Klima der Zensur und Bestrafung geschaffen wird, ist zwar verständlich, aber eigentlich eines Künstlers nicht würdig. Dann ist das anbiedernde, gekaufte Systemkunst, Künstler an der Leine. Wir haben das in der DDR gesehen, kennen das aus dem Faschismus. Heute haben wir ähnliche Tendenzen: Es gibt eine von Medien und Politik statuierte Erzählung, der zwar widersprochen werden kann, aber dann gibt’s halt keinen Folgeauftrag mehr. Die Arbeits- und Lebensbedingungen innerhalb so einer Gesellschaft, die sich auf eine einzige Erzählung einigt, werden so stark verengt, dass es sich nicht mehr ausgeht anders zu denken oder zu handeln. Das ist keine freie Gesellschaft auf die wir Jahrzehnte lang stolz waren.
Das offene Wort kann sich nur der leisten der in einem toleranten , offenen und echt empathischen Umfeld lebt.
Wir sind hier unmittelbar im Lebensraum Ilse Aichingers, der ja auch literarischer Werkraum ist. Welche Impulse gibt es hier für Dich zu künstlerischen Zugängen zu ihr?
Ihr Leben, ihr Wesen spricht mich sehr an. Auch ihre Zartheit und Dezenz, mit der sie das rüberbringt wie es wirklich war, ohne den Faustschlag auf den Tisch.
Ich habe „Anna und Anna“ von Hilde Spiel gemeinsam mit meiner Schwester gespielt. Ich war diejenige, die nach England ging, und meine Schwester diejenige, die in Wien blieb. Ilse Aichinger hatte ja eine Zwillingsschwester, Helga, die nach England ging und sie blieb zurück. Da ist dieses „Ein-Teil-Von-Mir“ geht weg, ein Teil der mir sehr lieb ist… und vielleicht auf nimmer Wiedersehen. Es war ja in dieser Zeit immer sehr knapp und ungewiss, ob es ein Wiedersehen geben wird oder nicht.
Wie war der künstlerische Prozess im Thema für Dich persönlich im Spiel mit Deiner Schwester?
Für mich war es sehr interessant. Auch weil meine Schwester vor mir Schauspielerin war und dann war es in meiner künstlerischen Biografie für mich auch ein Prozess des Abnabelns von dem Bild was Schauspielerei für mich war. Und das konnte ich nur ganz in mir finden, weil ich meine Schwester sehr bewundert habe. Aber meine Herangehensweise ist eine ganz andere. Nicht weniger erfüllt und ganz, nur anders. Das war ein Prozess, der nicht leicht war, aber es ist geglückt. Und es war eine wirklich schöne Erfahrung.
Wie darf man sich den künstlerischen Austausch als Geschwister, auch die Schwester von Ilse Aichinger war ja Schriftstellerin, vorstellen?
Ich bin immer von der Verve, der Wucht, mit der meine Schwester an Rollen herangeht, fasziniert gewesen. Wie ich begonnen habe, habe ich gemerkt, ich mache das ganz anders. Aufgrund dessen, dass meine Schwester dann nicht mehr in Wien war, war der künstlerische Austausch nicht da und ich habe mich sehr selbständig, eigenständig entwickelt. Heute haben wir großen Respekt voreinander.
Wir sind hier im Haus einer Kindheit. Was nimmt man aus diesem Haus in einem künstlerischen Beruf generell mit?
Bei uns war die Musik ein häuslicher Schwerpunkt. Mein Vater hat Klavier und Geige gespielt, meine Schwester Klavier, ich Geige, meine kleine Schwester Flöte, meine Mutter hat gesungen, meine Eltern wollten beide Sänger werden, konnten es aber nicht.
Da mein Vater sehr viel älter als meine Mutter war und ich ihn mit neunzehn Jahren verloren habe, war es ein ständiges Auseinandersetzen mit dem Tod seit ich „bewusstes Kind“ war. Das hat mich schon geprägt in meiner Art wie ich Dinge anschaue und erfühle, und welche Mechanismen da hochkommen, wie ich versucht habe zu verhindern, dass mein Vater stirbt, was aufgrund seines hohen Alters jederzeit passieren konnte. Das hat mich schon geprägt, auch bei Rollen.
Es passiert ganz unbewusst, dass man besetzt wird, für etwas, das man in sich trägt. Wo man den Hang oder auch die Erfahrung dazu hat. Das habe ich ganz oft erlebt. Das ist nicht so ein „out of the blue“.
Oft wenn ich besetzt oder für eine Rolle gefragt wurde, dann hatte das sehr stark mit mir selbst zu tun. Besonders bei Regisseuren, Produzenten, die ein starkes Bauchgefühl hatten und gespürt haben, ohne viel von meiner Biografie zu wissen.
Ein Haus der Kindheit wie dieses hier hat einen spezifischen Grundriss von Lebensräumen, Wänden, Licht, Schatten. Ist die künstlerische Arbeit auch eine Arbeit an diesen frühen Erfahrungen?
Ich bin in Wien geboren, dann waren wir die ersten Jahre in Triest und als wir wieder zurückkamen, zogen wir in ein modernes Haus mit Garten in Pötzleinsdorf, da war viel Natur und Freiheit.
Aber aufgrund meiner Zeit in Triest haben sich diese historischen Häuser wie dieses hier, diese Patina, bei mir eingebrannt. Ich wohne auch jetzt in einem Biedermeier Haus und merke, ich brauche diese Mischung. Diese Schönheit alter Bauwerke, in denen all die Energie und Zeit zu spüren ist und gleichzeitig dieses Gefühl von Vergänglichkeit. Das hat etwas Melancholisches und das kenne ich aus meiner Kindheit. Es ist ein Stück Heimat für mich.
Wie geht man dann in Lebensphasen mit diesen Räumen, auch Gedankenräumen, um und macht diese bewohnbar?
Bewusst lässt man es hinter sich und merkt gar nicht, wie sich das Unbewusste dann aufdrängt. Durch Gerüche – etwa Feigenduft, da bin ich selig (lacht). Ich habe einfach eine größere Affinität zu alten Gemäuern. Da ist schon etwas gewesen, das vergangen ist. Es kommt nicht mehr aber es bereichert das Jetzt.
Wie geht man wie Ilse Aichinger hier vom Haus der Kindheit in das Haus des Lebens hinein mit all den Erfahrungen?
Schwer zu sagen. Zuerst mit vollem Schwung und wehenden Fahnen und dann merkt man vielleicht, dass die Vergangenheit, das was man erlebt hat, als Rucksack da ist. Und spürt das Gewicht und fängt an sich damit zu beschäftigen. Auch Beziehungen anzuschauen, wie man mit Menschen ist, wie mit sich selbst. Und vielleicht heraus zu dividieren, was ist jetzt wirklich mein Seelenauftrag und was ist das, was ich noch lösen muss, damit ich meinen Seelenauftrag erfüllen kann.
Welche Bedeutung hat die Literatur für das Theater?
Die Literatur ist da einer der wichtigsten Bausteine. Die Worte, wie sie gewählt sind, was sie ausdrücken, was für ein Geist dahintersteht… in allen Belangen ist das bedeutsam.
Ich will von Literatur berührt werden und dass Räume, Welten aufgehen, die ich so in meinem Alltagsleben gar nicht schaffe zu öffnen.
Welche Eindrücke hast Du jetzt vom Haus hier gewonnen?
Es verbindet Altes und Neues und dieser Wandel ist spürbar, im Haus und auch in der Umgebung hier (Anm: Ausbau der Technischen Universität Wien). Es ist auch sehr funktional und es wird viel daran gebaut. Auch ein Bild der Zeit (lacht).
Welche persönliche Bedeutung hat die Kenntnis des Fundamentes österreichischer Geschichte und Gegenwart?
Es ist wichtig darüber zu erfahren, zu lesen. Das ist ein Instrument, um zu einer ganzheitlichen Wahrnehmung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu kommen.
Man kann Erfahrungen, die man selber oder die Ahnen früher hatten, vergleichen mit dem Heute. Ohne sie gleichzusetzen.
Diesen Vergleich, das ,, In Relation Setzen’’ finde ich aber wichtig, um auch Gegenwart bewerten zu können. Gerade in dieser Krise halte ich das für sehr wichtig. Sonst fehlen uns die Parameter zum Verstehen und uns dazu zu Verhalten.
Wir stehen hier im Spiel von Licht und Schatten der Herbstsonne. Wie kann der Mensch einen guten Zu- und Umgang mit Licht/Schatten eines Lebens, einer Zeit finden?
Mir geht es so, dass ich in den letzten eineinhalb Jahren sehr verzweifelt war, was da passiert mit den Menschen. Wie gespalten, blind und oft nicht mehr zugänglich. Und dann steige ich wieder auf mein Rad, spüre die Sonne und den Wind – es kann nichts Schöneres geben (lacht). Das brauche ich auch, sonst würde ich das, was ich mir bewusst anschaue und wo ich mich jetzt engagiere, gar nicht schaffen – wenn ich es nicht balancieren könnte mit etwas Gutem, Leichtem…
Das kann ich zum Glück- sehen was gut ist und was vielleicht nach diesem Umbruch Neues, Lebenswertes kommt.
Was ich an Schönem, auch sinnlich spüre, macht es mir möglich mich in die Schatten zu wagen. In die kollektiven und die eigenen.
Du hast die bunte pulsierende Welt hier in diesem Lebensraum Wiens hervorgehoben. Wie wichtig ist dies auch in dieser Zeit und Deinem Beruf?
Ganz wichtig, essentiell würde ich sagen. Weil nur ein freier, belebter Geist, eine freie, durchdrungene Seele kann im besten Sinn Künstler*in sein und das ausdrücken, was ein Kollektiv bereichern kann.
Über den eigenen Schatten zu wachsen, ist entscheidend, um nicht im eigenen Ego, dem Narzissmus zu verharren als Künstler*in. Aber auch über die Schatten des Kollektiven Bescheid zu wissen – was ist jetzt dran, welches Stück will ich jetzt spielen, was ausdrücken? Auch gerade gesellschaftlich – wonach ruft es momentan?
Ein Theaterstück zeigt ja immer eine Entwicklung und kann ein Wegweiser sein, wo es hingeht für uns alle.
Wie ist für dich als Schauspielerin der Zugang zu einem Lebensstoff wie jenem hier im Haus?
Das Leid und die Enge, die Not, vielleicht sogar die Lebensbedrohung darzustellen, das ist eigentlich etwas, was ich innerlich ganz stark spüren kann. Weil ich schon oft durch eigene Täler gegangen bin, spüre ich auch die wahnsinnige Erleichterung, wenn es vorbei ist. Die Befreiung, wenn es vielleicht doch nur ein Traum war und eine Besinnung stattfindet.
Wie siehst Du die Bedeutung des Werkes Ilse Aichingers für Österreich und Wien?
Sehr wichtig als künstlerisches Zeitzeugenwerk- und zu sehen, was es heute bedeutet.
Es geht wieder um das Menschsein. Deswegen ist es hilfreich von dieser Erfahrung der Geschichte auszugehen.
Schriftstellerinnen wie Ilse Aichinger haben heute viel zu sagen.
Es sind große Kräfte zu spüren in unserer Zeit. Sich nicht mitziehen zu lassen, ist oft schwer. Ich bin sehr empathisch. Und mich berührt und bedrückt, wenn Zartes nicht wahrgenommen oder wenn da einfach drübergefahren wird.
Aber wenn der Sturm vorbei ist, liegt alles neu da. Daran glaube ich ganz fest.
Was schätzt Du an Wien?
Wien ist meine Stadt. Ich sage oft, es ist meine Stadt, daher muss ich mich auch kümmern, um meine Stadt (lacht).
Für mich ist Wien diese gute Mischung von Bewegung und Vergangenheit.
Manchmal ist Wien etwas zu träge, zu ambivalent – „ja, wird schon m… jein… kannst eh nix machen“. Wenn das Ausdruck von Verschieben oder Wegschauen ist, und nicht von wienerischer Gelassenheit, dann ist das schwierig für mich.
Wien, Österreich hat schon ganz tolle Qualitäten, die wir jetzt hochleben lassen sollten – das Füreinander-Da-Sein.
Das Ausgrenzen Andersdenkender, das sogenannte als ,,Asozial’’ Erklären oder das heute oft salopp gelabelte ,,Unsolidarisch’’, wurde auch in der damaligen Zeit verwendet und missbraucht. Da müssen wir in der Gegenwart aufpassen.
Wie gehst Du auf die Jahreszeiten in einer Stadt zu und lebst diese?
Also wenn es so ein schöner Tag wie heute ist, das ist im Hochsommer anders, aber im Herbst und Winter hat das eine andere Dringlichkeit – da muss man raus (lacht).
Ich kann mittlerweile aber auch gut an einem sonnigen Tag zu Hause sein und genießen. Die Sonne färbt den Raum, das macht Stimmung.
Was möchtest Du Ilse Aichinger sagen?
Das was Du – wenn ich per Du wäre- durchlebt hast und wovon Du berichtest hast, das ist auch nach wie vor ein Auftrag für uns, es ins Heute zu übersetzen.
Ilse Aichinger war mit Ingeborg Bachmann befreundet und es gab viele gemeinsame Stationen, Etappen. Wie wichtig sind Freundschaften im Kunstbereich?
Freundschaften sind im Allgemeinen unentbehrlich. Im Kunstbereich ist es Nahrung und Inspiration zum Kreieren. Ich arbeite derzeit mit wunderbaren Musikern und Künstlern zusammen.
Die Auseinandersetzung, der Austausch mit anderen ist das tägliche Brot. Wenn das jetzt nicht oder nur unter bestimmten Bedingungen möglich ist, ist es für eine Kulturlandschaft ein riesiger Schaden.
Ich glaube, die Kunst ist frei – Muss frei sein von political correctness oder einer äusseren Moral. Und Künstler*innen müssen frei bleiben…müssen sagen können und sein können was sie sind, wozu sie stehen. Selbst wenn das von Politik und Medien nicht gern gesehen ist.
Ilse Aichinger und Ingeborg Bachmann haben sich auch ermutigt in herausfordernden Zeiten. Wie ist das heute im Kunstbereich?
Es ist wichtig Gleichgesinnte zu treffen und mit Ihnen ohne Tabus oder Verurteilungen zu arbeiten. Wo ein freier, fördernder Geist wohnt, da gibt es spontane Einfälle, neuen Ausdruck und das bereichert und erweitert- ändert auch eine Kunstlandschaft.
Ich liebe es von Menschen zu lernen. Von wahrer Autorität etwas abzuschauen, sie zu befragen. Wer das ist, das muss aber ich selbst für mich bestimmen.
Schreibst Du auch?
Ich schreibe Songtexte, an eigenen Liedern.
Was sind Inhalte Deiner Lieder?
Es geht meist um den individuellen Weg, den man beschreiten soll, will, kann, darf. Es geht dabei um die Individuation des Menschseins aber auch um den spirituellen Aspekt – wir sind mehr als nur der Körper.
Und natürlich – Freude!
Was sind Deine derzeitigen Projektpläne in der Musik?
Momentan mache ich im Team mit Musikern ein Projekt mit französischen und italienischen Liedern – „Canzoni und chansons“ – und auch einige meiner Lieder wollen wir neu arrangieren. Wenn es gut läuft, wollen wir es ausbauen. Wollen sehen wie es sich anfühlt und ob es auch gemocht wird.
Gibt es schon Auftrittspläne?
Wir haben jetzt für 17.November einen Auftritt im Kulturverein „Frau Maier“ in Wien geplant. Das wird unsere Premiere (lacht). Alles Weitere ist noch nicht fix.
Viel Freude und Erfolg, liebe Eva Maria, für dieses wunderbare, auch kulturverbindende, Wiener Musikprojekt! Herzlichen Dank für das Gespräch und Deine Zeit hier bei Ilse Aichinger!
Eva Maria Neubauer_Schauspielerin, Sängerin_Wien_ am Lebensort Ilse Aichingers (1921 – 2016), Schriftstellerin_in Wien
100.Geburtstag von Ilse Aichinger (1921 – 2016), Schriftstellerin, Wien.