„Led Zeppelin“ Musik und Mythos. Martin Popoff. Neuerscheinung hannibal Verlag

 

„Led Zeppelin“ Musik und Mythos. Martin Popoff. Neuerscheinung hannibal Verlag

Der Titel bringt es auf den Punkt. Da ist ein neuer Stil,  der die Musikwelt revolutioniert und bis heute fasziniert. Und da ist eine Aura, welche die Band umgeben hat, der bis heute wirkt und gleichsam magnetisch in den Bann zieht….Led Zeppelin.

Doch wie jetzt über Led Zeppelin schreiben, wenn in all den Jahrzehnten seit ihrer Gründung 1968 schon so vieles über die Bandgeschichte und ihre eindrücklichen Persönlichkeiten berichtet wurde? Wie Musik&Mythos zu entschlüsseln versuchen? Kann das gelingen?

Der Autor des vorliegenden Buches, der renommierte Musikkritiker und Buchautor Martin Popoff, geht einen ganz anderen Weg. Er lässt Led Zeppelin selbst in ihren Stationen musikalischer Entwicklung zu Ton und Wort kommen und schafft es so, den Mythos zum Sprechen zu bringen. Song um Song, Seite um Seite werden wir in Wort und Bild mit beeindruckendem Fachwissen um Band- und Musikgeschichte der Zeit in spannendem Erzählstil bereichert und beschenkt. Es ist gleichsam die Aura des Schallplattengeschäftes des Vertrauens der 1970er Jahre zu spüren, wenn der Autor uns seine Musikschätze mit Leidenschaft und Verve vorstellt. Wie damals legt er die Schallplatte gleichsam auf den Teller und wir lauschen gebannt der Musik und seinen Worten, die zu Idee und Hintergrund der Songs und der LP´s verzaubert reisen lassen…

Das sprachlos machende Fachwissen des Autors verbindet sich mit der gewohnt beeindruckendem Bild- Layout Qualität des hannibal Verlages. Das Buch wird so zu einem umfassenden auch visuellen Erlebnis und Ereignis, das sehr, sehr viel vom Mythos Led Zeppelin spüren lässt…

„Ein Buch, das Musik und Mythos einer der erfolgreichsten Bands der Rockgeschichte beeindruckend authentisch gleichsam in die Gegenwart katapultiert“

„Led Zeppelin“ Musik und Mythos. Martin Popoff. hannibal Verlag

 

Walter Pobaschnig, Wien 9_2018

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„Hysteria“ Eckhart Nickel. Roman. Neuerscheinung Piper Verlag.

 

„Hysteria“ Eckhart Nickel. Roman. Neuerscheinung Piper Verlag.

Bergheim ist auf dem Markt. Sein Blick fällt auf die Himbeeren. Eine schnelle Veränderung der Perspektive in geübter Handbewegung lässt die Frische in Farbstufen zuordnen. Normalerweise. Doch heute ist alles anders. Da passt nichts zusammen – „Mit dem Himbeeren stimmt etwas nicht“. Das Gesehene arbeitet im Kopf. Uhrwerk, Bergwerk, Vulkan. Es springt und sprengt in ihm. Der Marktplatz wird jetzt zur Geisterbahn. Hier stimmt gar nichts mehr. Nichts wie weg hier. Den aufgedruckten Namen auf der Holzschale hat sich Bergheim gemerkt, „Sommerfrische“. Dorthin macht sich Bergheim auf den Weg. Der Besuch klärt nichts. Die Wege zur Baumschule und zum Kulinarischen Institut verwirren das zu Fragende nur weiter. Und dann sind da noch diese Gesetze des „Spurenlosen Lebens“ der „Rousseau-Husaren“. Der Mensch ist darin nur ein Platzhalter der Natur, die endlich um sich greifen darf und soll. Und mitten in diesen Geboten und Verboten steht Charlotte. Keine Unbekannte für Bergheim. Doch Bergheim bleibt hartnäckig und den mysteriösen Begebenheiten und Begegnungen auf der Spur. Und das alles ist erst der Anfang von vielen Geheimnissen hier….

Eckhart Nickel, Kelag Preisträger der 41.Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt 2017 legt mit „Hysteria“ ein begeisterndes Literaturexperiment vor, das klassische Erzählgenres in fulminanter satirischer Gesellschaftsreflexion gleichsam zerfetzt. Da ist eine neue innovative Schreibgewalt, die in Hintergründigkeit, Phantasie und Spannung an ganz große Namen wie Huxley und Greene erinnert. Dazu kommen eine Erzählfreude und ein Augenzwinkern, die Seite um Seite einfach genießen lassen. Hier kommt anspruchsvolle moderne Literatur im mutigen Wagnis von genreübergreifenden Stil- und Spannungselementen beeindruckend zu sich selbst. Ein Roman als Ereignis. Mehr ist darüber nicht zu sagen. Es ist nur zu lesen.

 

Walter Pobaschnig, Wien 9_2018

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„Der Prager Frühling“ Aufbruch in eine neue Welt, Martin Schulze Wessel. „1968“ Wolfgang Kraushaar. Neuerscheinungen Reclam Verlag.

„Wessel gelingt es sehr gut, komplexe politische Zusammenhänge verständlich  und unmittelbar darzustellen wie zu erklären.“

„1968 – Pointiert erläutert“

Gesamte Rezensionen – bitte hier klicken:

Der Prager Frühling_1968 Reclam Verlag _ Besprechung Walter Pobaschnig 5_18

„Mein Selbstversorgergarten“ und „Wildkräuter finden“. Neuerscheinungen Ulmer Verlag.

„Ein äußerst gelungenes ansprechendes Buch mit vielen Informationen, Anleitungen und Tipps für alle Garten-Begeisterten und sehr einladenden Bildern für jene, die es noch werden wollen.“

„Wildkräuterfinden – Der Blitzkurs für Einsteiger“ eine informative Ein- und Anleitung, die sich als Spazierbegleiter wunderbar eignet“

Gesamte Besprechung der Bücher – bitte hier klicken:

Mein Selbstversorgergarten_Wildkräuter finden _ Ulmer Verlag _ Besprechung Walter Pobaschnig 5_18

Fotos: Cover_Ulmer Verlag; Waldmotiv _ Walter Pobaschnig.

„Die Geschichte von Adam und Eva“ Der mächtigste Mythos der Menschheit. Stephen Greenblatt. Neuerscheinung Siedler Verlag.

„Ein sehr gelungenes Buch über ein großes Thema der Menschheitsgeschichte, das informiert, erzählt wie zum Nachdenken anregt.“

Gesamte Besprechung – bitte hier klicken:

Die vergessene Bildersprache christlicher Kunst_H_M Schmidt _ Beck Verlag _ Besprechung Walter Pobaschnig 6_18

 

 

„Hier ist noch alles möglich“ Gianna Molinari. Roman. Neuerscheinung Aufbau Verlag.

 

„Hier ist noch alles möglich“ Gianna Molinari. Roman. Neuerscheinung Aufbau Verlag.

Sie ist auf der Suche. Nicht nach diesem Job, den sie jetzt als Nachtwächterin auf diesem Fabrikgelände annimmt, das längst nur mehr seinem Ende entgegensieht. Sondern nach ihrer Geschichte oder Geschichten. In jedem Fall nach einem Beginn des Verstehens von Ich und Welt inmitten von tagtäglichen Bildern, die im Nebel irren lassen.

Hier soll es einen Wolf geben. Das interessiert sie sehr. Sie ist aufmerksam in allem. Der Chef, Lose, der Koch, Clemens. Sie führt Gespräche und erkundet das „Umland“. Das Zeichnen hilft ihr, Gedanken einen Raum zu geben und diese spielen und wachsen zu lassen. Die Einsamkeit des Ortes und seiner Geschichten fordert das Denken und den Versuch zusammenzufassen heraus. Aber das gelingt jetzt nicht. Die Fallgrube, gut getarnt, ist noch offen. Der Wolf ist noch unterwegs, oder? Der Tote vom Himmel ist begraben. Ohne Geburtsdatum. Und wie viel Leben gibt es hier eigentlich noch? Was sehe ich? Wie sehe ich? Sie blickt auf den Monitor. Dunkelheit. Doch der Wolf lässt nicht los – Ist er schon da? Hier ist noch alles möglich…

Die Schweizer Autorin und Literaturwissenschaftlerin Gianna Molinari, die 2017 bei den 41.Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt mit dem 3sat Preis ausgezeichnet wurde, legt mit „Hier ist noch alles möglich“ einen fulminanten Roman vor, der im großartigen Sprachspiel Sinn und Existenz als postmoderne Fabel hintergründig reflektiert. Der Autorin gelingt es meisterlich Deutung und Bedeutung modernen Weltverständnisses, Moral und Selbstbild reduziert wie pointiert erzählend zu öffnen. Der Mensch ist und bleibt in großer Aufmerksamkeit und Orientierung auf der Suche. Hintergründigkeit und Assoziation begegnet dabei in feiner ironischer Dystopie auf jeder Seite des Romans und lädt zum weiteren Nachdenken ein. Ein Roman, der sehr viel zu sagen und zu fragen hat.

„Molinari schreibt eine Fabel moderner Gesellschaft und Existenz – und sie tut dies fulminant“

 

Walter Pobaschnig, Wien 9_2018

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