„Kunst ist ganz wichtige Präsenz des Augenblicks“ Yvonne Schneider, Tanzpädagogin, Model _ Station bei Bachmann _ Romanschauplatz „Malina“ _ Wien_18.2.20

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„Malina“ – dieser Roman ist ein Spiegel von Mensch und Welt, in dem ich mich auch selbst gut erkennen kann. Diese Klarheit der Worte, der Sprache hat bis heute nichts an Bedeutung verloren.

 

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Ich habe Ingeborg Bachmann in diesem szenischen Fotoprojekt auf den Spuren des Romans „Malina“ jetzt neu entdeckt. Sie ist eine Autorin, die mitreißend wie mitfühlend schreibt.

 

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Ingeborg Bachmann beschreibt im Roman „Malina“ das Verliebtsein in allem Enthusiasmus der „rosaroten Brille“ aber auch den Realismus darin. Da ist sehr viel Menschen- und Gesellschaftsbild wie auch Psychologie.

 

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Ich sehe mich selbst zwischen diesen Polen von Träumerin und Realistin. Diese Spannung trägt ja auch den Roman. Da ist wohl der Grund warum dieses Kunstprojekt in Verbindung von Fotografie und Text so bewegt.

 

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Der Roman lädt ein, den eigenen Gefühlen nachzugehen, dem Glück wie dem Unglück, den Prozessen von Liebe und Freundschaft. Unseren Ansprüchen daran und auch unserem Scheitern. Das ist eine spannende künstlerische Herausforderung und Aufgabe.

 

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Es ist für mich eine ganz besondere Erfahrung in diese Romanrolle einzutauchen. Dieses Haus erzählt gleichsam selbst eine/seine Geschichte. Es hat Ansprache, die stark wirkt.

 

 

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Es ist an diesem Romanschauplatz in der Ungargasse das literarische Vermächtnis zu spüren, dieser Ort hat eine sehr starke Präsenz.

 

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Kunst kann eine besondere Präsenz des Augenblicks ausdrücken. Dieser Moment umfängt wie befreit Mensch, Leben, Welt in starker Kraft. Das fasziniert mich.

 

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Ein Kunstprojekt wie dieses lässt nach dem Innersten fragen und dieses reflektieren. Die eigene Empfindung ist ja in der Szene zunächst in Distanz. Das Posieren, setzen der Texte, bewegt dann ganz. Daraus bildet sich ein persönlicher Dialog, der sich fortsetzt – ins Leben hinein. Ich denke dies ist auch ganz die Intention Bachmanns.

 

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Diese Rolle hier ist für mich nicht so sehr ein Spiel. Es ist eher eine Begegnung. Gerade auch mit mir selbst. Der Roman lässt ja viele Zugänge zu.

 

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Bachmann trifft im Roman diesen Zwiespalt des Lebens, der Liebe punktgenau. Dem nachzugehen – im Lesen oder Spielen – ist immer auch ein Schritt zu sich selbst.

 

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Wenn ich vor der Kamera stehe dann mit ganzer Persönlichkeit. „Malina“ fordert das ja auch und lässt es nicht anders zu. Wie das Schreiben Bachmanns an sich.

 

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Leidenschaft ist das Feuer, das bewegt. In der Liebe, der Kunst, dem Leben. Es ist eine Richtung, die nach Vorne weist. Unmittelbar, direkt. So entsteht Begeisterung. Bewegung für sich und andere.

 

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Ich habe keinen Ort, von dem ich sagen würde, ich würde alles dafür geben diesen niemals zu verlieren. Jeder Ort hat Schönheit, auch in aller Unscheinbarkeit.

 Es kommt darauf an im Leben die Augen zu öffnen. Für Orte. Für die Geschichten, die sie zu erzählen haben.

 

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Persönlich liebe ich Italien. Kultur, Sprache, diese Lebendigkeit. Eine große Inspiration. Das verbindet mich wohl auch stark mit Bachmann.

An Wien liebe ich Kunst und Kultur. Auch die Überraschungen und die Geheimnisse dieser Stadt im Entdecken von Tradition und Moderne.

 

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Ich lese viel und gerne. Schätze Rilke und Dichtung an sich. Auch Philosophie und die psychologische Thematisierung, Analyse des Menschen im Verhalten und Erleben interessiert mich.

Musik und Tanz sind mir auch sehr wichtig. Es gibt keinen Tag ohne Musik.

 

 

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Liebe und Leidenschaft lassen oft im Moment ja nur einen Weg zu. Eine Art dies zu leben. Damit gilt es dann im Ende Frieden zu schließen. Irgendwann. Und mit der Schönheit dieser Erinnerung zu leben.

 

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Die Löwen an den Haustoren hier erinnern auch an das existentielle Kämpfen im Leben, wenn es um viel oder alles geht. Dem Herz zu folgen. Mit ganzem Herzen oder gar nicht. So ist es in Liebe und Leben. Sollte es sein.

 

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 Im Leben braucht es wohl beides – Stärke und Sanftheit. Den Löwen und die Behutsamkeit der Tür und der Schritte. In jedem Fall Mut und Begeisterung. 

 

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Vielen Dank liebe Yvonne für Dein großartiges Bemühen in der Vorbereitung in Kostüm, Requisite wie Textzugängen und das wunderbare gemeinsame Umsetzen der Romanszenerie und das interessante Gespräch!

 

Station bei Bachmann _ Roman Malina _ Yvonne Schneider, Tanzpädagogin, Model _ Wien_Romanschauplatz 18.2.2020

 

Idee, Regie, Interview und alle Fotos _ Walter Pobaschnig 2_20

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„Mein Fall“ Josef Haslinger. Neuerscheinung Fischer Verlag-

 

„Mein Fall“ Josef Haslinger. Neuerscheinung Fischer Verlag-

Der sexuelle Missbrauch in der Internatszeit. Dann die Versuche damit zu leben. Irgendwie. Jetzt Jahrzehnte später scheint das Grauen erfolgreich verdrängt zu sein. Irgendwie da aber nicht mehr unbedingt hier. Fern. Vermeintlich distanziert – „Ich gab, wenn ich von Freunden darauf angesprochen wurde…zynische Antworten: Ach, das ist ewig her. Irgendwer muss einem ja in die Sexualität einführen“

Doch dann die Begegnung am Flughafen. Zwei Männer in Ordenskleidung. Im zufälligen Gespräch werden die Erinnerungen an die Internatszeit wieder gegenwärtig – „Diese Begegnung löste einen dieser Schübe in mir aus, bei denen ich, wie aus dem Nichts heraus, damit beginne, mich auch öffentlich, mit meiner Missbrauchsgeschichte zu befassen…“

Jetzt ist die Zeit gekommen, es zu erzählen. Festzuhalten. Vom Weg zur Opferschutzkommission und dann dem Schreiben. Dem genauen Erinnern. Das Geschehene, Erlittene und die Gedanken im Kopf dazu. Die verkehrte Welt ohne Wahrheit. Und sie drehte sich weiter und weiter. Da und dort. Und niemand hält, kann sie für stellvertretend anhalten. Doch jetzt ist es so weit. Der Weg zurück, dem Grauen nach, beginnt…

„Ich war zehn Jahre alt als Pater…sich für meinen Penis zu interessieren begann…“

 

Der österreichische Schriftsteller und Professor für literarische Ästhetik am Deutschen Literaturinstitut Leipzig, Josef Haslinger, legt mit „Mein Fall“ einen sehr persönlichen, erschütternden Bericht über sexuellen Missbrauch in der Kindheit vor. Die Schilderung des unmittelbaren Geschehens wird im sozialen wie psychologischen Kontext zur Reflexion von Sexualität und Gewalt und deren Mechanismen an sich. Der Autor stellt damit wesentliche Fragen zu Gesellschaft und Verantwortung jeder Generation.

„Ein Buch, das erschüttert und Mahnmal wie kritischer Auftrag jeder Gesellschaft und Generation ist“

 

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„Reigen“ _TAG Theater Wien_mitreißende Uraufführung_11.2.2020

 

 

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Da sind die Muskeln am Podest. Der Körper als bloße Fassade von Stärke und Größe. So steht er jetzt da und erwartet die käufliche Liebe. Doch hinter der Fassade die blanke Angst. Die Kamera wird zum Auge, zur Linse der Sehnsucht. Zum Autofocus der leeren Seele. Die ganz ohne Training, ohne Offenheit und Klarheit bleibt, bleiben muss…

 

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Ob die Krawatte wohl sitzt im Büro? Und dann Platz genommen zum Gespräch mit der Kollegin. Die berufliche Welt ist dieselbe und die private doch verschieden im Generationenalter, oder? Dann plötzlich springen die Seelentüren des Gegenübers sperrangelweit auf. Der fehlende Sex mit der eigenen Frau und die Suche jetzt noch neuen Ufern wird zum Thema. Ob die junge Kollegin da Rat weiß und Tipps hätte für einen eleganten Seitensprung?

 

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Und dort das Gespräch an der Bettkante über die Nachtruhe unter der Decke. Schon so lange. Und die Sehnsucht nach dem jungen Liebhaber. Doch was erwartet dieser sich? Zuerst mal Küsse, kann das sein? Woanders das engagiert arrangierte Liebensnest in Pelz und auf dem Berg? Und dort wieder…

 

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Ein Reigen überall…blind, sehnsuchtsvoll, seelenleer…liebe mich! Jetzt! Wo, was, wie jetzt??…

 

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In der Uraufführung von „Reigen“ im TAG Theater Wien konzipieren Thomas Richter (Text) und Dora Schneider (Regie) den dialogischen Schnitzler Klassiker als grandioses Bühnenkatapult zu Seele, Sehnsucht, Sex der Zeit.

Der tragische Reigen der Liebe als Spiegel einer narzisstisch untergehenden Gesellschaft, den der österreichische Dramatiker Arthur Schnitzler (1862 – 1931) vor gut hundert Jahren in die zerbrechende Monarchie genial setzte, findet in dieser Neuinszenierung eine mitreißende dramatische Mitte. Text, Inszenierung und dem hervorragenden Ensemble gelingt es punktgenau in einem Brennpunkt der modernen Gesellschaft zu landen und die Spielarten von Sexsuche als ein Aufbrechen von Einsamkeit und Angst in Witz, Ironie und Tragik in Szene zu setzen. Der moderne Mensch bleibt nach dem Zerbrechen überkommener Sinnmodelle in seiner Nacktheit über. Ganz unmittelbar und direkt. Nichts als Leistung als Selbstanforderung bleibt. Bis zum Zerbrechen. An Schreibtisch und Bett. Der Körper soll jetzt liefern was Sinn und Seele fordern. Schnell und nachhaltig. Bilder gibt es ja genug dazu. Draußen und drinnen. An Bildschirm und Desktop. Im Kopf. Tagtäglich. Doch die kreisen nur und zerschmettern den Rest dieser Welt…

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Es ist ganz feine Seelenarbeit in höchstem szenischen Anspruch von Rollenwechsel/Dialog und Ausdruck/Ansprache, die hier großartig von Theater geleistet wird.

Schnitzlers „Reigen“ als beeindruckende Neuinszenierung, die variantenreich und mitreißend über die austauschbaren Abziehbilder unserer modernen Seele zu erzählen weiß. Witzig, traurig, nachdenklich.

Gratulation!

 

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REIGEN _ Uraufführung

von Thomas Richter/Regie Dora Schneider

Frei nach „Reigen“ von Arthur Schnitzler

Es spielen Jens Claßen, Michaela Kaspar, Raphael Nicholas, Lisa Schrammel, Petra Strasser, Georg Schubert

 

Regie Dora Schneider

Text Thomas Richter

Ausstattung Ilona Glöckel

Musik und Video Thomas Richter

Dramaturgie Tina Clausen

Regieassistenz Renate Vavera

Ausstattungsassistenz Sandra Moser

Kostümbetreuung Daniela Zivic

Regiehospitanz Stefanie Elias

Maske Beate Lentsch-Bayerl

Licht Hans Egger, Katja Thürriegl

Ton und Videotechnik Peter Hirsch

Bühnentechnik Andreas Nehr

 

PREMIERE_DI 11. FEBRUAR 2020, 20.00

Weitere Vorstellungen:

Do 13., Fr 21., Sa 22., Di 25.* und Mi 26. Februar 2020, 20.00

Mi 4., Sa 7., Mo 9. und Di 10. März 2020, 20.00

Fr 3. und Sa 4. April 2020, 20.00

 

TAG, Theater an der Gumpendorfer Straße

Gumpendorfer Straße 67

1060 Wien

 

 

Besprechung und alle Fotos_Walter Pobaschnig

6.2.2020

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„Das Loch“ Simone Hirth. Briefroman. Neuerscheinung Kremayr&Scheriau Verlag.

 

„Das Loch“ Simone Hirth. Briefroman. Neuerscheinung Kremayr&Scheriau Verlag.

„Das Schreiben des Briefes nimmt mir das Gefühl von Einsamkeit…“ Alles ist jetzt anders geworden. Erst das werdende Leben in mir und jetzt unser Leben. Frau, Mann, Kind. Ganz neue Horizonte und Herausforderungen. Tag und Nacht verändern ihren Rhythmus. Und dieser neue Rhythmus fordert heraus. Darum der Brief an einen Felsbrocken jetzt. Und an das Murmeltier. Und an das Loch. Und an den Frosch. Schreiben und erzählen…

„Liebster Sohn, ich kann dir nicht viel mit auf den Weg geben…“ Aber Wörter sollen es sein. Weil sie mir helfen und auch dir einmal, vielleicht. Wörter sind ein Weg. Jetzt, zu mir. Dann, zu mir – für dich, vielleicht…. „ich küsse dich, Deine Mama“…

Und die Politik? Liebe Frauenministerin. Das Leben hier und dort. Das Alltägliche hier und das alltägliche dort. Fragen und Antworten. Es geht weiter…

Lieber Zweifel, Liebe Revolution, Lieber Werther… es gibt viel zu schreiben, also hört mal zu…

 

Die vielfach ausgezeichnete deutsche Autorin Simone Hirth legt mit „Das Loch“ eine mitreißende Reise in die Gedankenwelt einer Frau und jungen Mutter vor. Fragen, Anklagen, Freuden und Hoffnungen werden in Briefform von der brennenden Seele geschrieben.

Die Autorin wählt eine Textstruktur, die an das große Vorbild Goethes und dessen „Werther“ erinnert. Auch hier ist es ein Mensch an der Grenze, der sich seiner Gefühle und Möglichkeiten besinnt und schonungslos in „das Loch“ einer Leere blickt. Die persönliche Perspektive weitet sich dabei zu umfassender Kritik an Mütter_Klischees wie Zeit- und Gesellschaftskritik an sich.

Ein Roman, der in Form und Inhalt mutige wie spannende Wege zu gehen und zu begeistern weiß.

 

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„Begeisterung für die Sprache(n), dies war schon beim Schüler Peter Handke ein Charakteristikum“ HR Dir.Mag.Gerhard Hopfgartner_ Station bei Handke_Europagymnasium, Klagenfurt 4.2.2020

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HR Dir.Mag.Gerhard Hopfgartner, Schulleiter des Europagymnasiums Klagenfurt seit 2008. Studium der Germanistik und kath:Theologie in Innsbruck. Pädagoge, Pressearbeit, Herausgeber von zwei Büchern in Kooperation.

Zum Schüler/Maturanten Peter Handke:

Peter Handke ist mit 17 Jahren hier an unsere Schule, das Europagymnasium Klagefurt 9020, gekommen und hat zwei Jahre später im Schuljahr 1960/61 hier maturiert. Er war ein ausgezeichneter Schüler (8B Klasse) und maturierte auch mit Auszeichnung.

Unsere Schule wurde bereits 1552 als humanistisches Gymnasium gegründet, damals am Standort Domplatz der Stadt.

 

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Die Begeisterung für Sprache macht ja auch wesentlich das Schreiben Peter Handkes aus.

Sein Interesse für Sprache zeigte sich schon in unserer Schule in seiner Wahl der Freifächer – Slowenisch, Italienisch, Englisch. Dazu kam natürlich das humanistische Pflichtprofil mit Griechisch und Latein, Deutsch.

Es gab auch ein zweistündiges Freifach „Literaturpflege“ zu der Zeit an unserer Schule.

 

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Peter Handke maturierte mündlich in Philosophie/Psychologie, Griechisch und Mathematik. Die Noten waren jeweils ein „Sehr gut“.

In seiner philosophischen Maturaprüfung waren die Diskussion der Geschichtsauffassungen im „idealistischen oder ökonomischen“ Ansatz das Thema wie die psychologische Reflexion von Aufmerksamkeit, Assoziation und Gedächtnis.

 

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Ein Textauszug von „Iphigenie auf Tauris“ von Euripides stellte den Schwerpunkt im Fach Griechisch dar.

 

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Kreis, Kegelschnitte waren Aufgabenstellungen in der Maturaprüfung Mathematik.

 

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Peter Handke, Gert Jonke, Egyd Gstättner (BG 2), alle drei Schriftsteller sind Absolventen unserer Schule, und sie verbindet das Eintreten für das Miteinander, das Mitmenschliche, auch der Blick auf das „Menschln“. Sie tragen sicherlich dazu bei, das Europa als Projekt des Miteinander, als Friedensprojekt wesentliche Impulse bekommt.

Das ist auch unser Ziel als erfolgsorientierte Europaschule. Der Begriff Erfolg ist dabei sehr vielschichtig zu sehen. Es geht um Schritte ins Leben. Selbstbewusst, engagiert und frei. Die Literatur ist ein sehr gutes Beispiel, Vorbild dafür. 

 

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Ich bin ja selbst Germanist und Theologe. Es ist immer wichtig darauf zu sehen wie Literatur Wurzeln fassen kann. Dies ist eine ständige pädagogische wie humanistische Aufgabe. Schule und Gesellschaft, Leben an sich, verbinden sich hier wesentlich.

Wie geben wir Literatur Raum, wie wirkt Literatur – das sind ganz wichtige Fragen und Transfer-  wie  Reflexionsaufgaben. 

 

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Die Frage nach den Ursprüngen ist natürlich eine, die Literatur immer begleitet. Forschung und Lehre trifft und bewährt sich ja in der Schule unmittelbar.

 

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Europa zeichnet sich in seiner Sprachenvielfalt aus. Dies zeigt sich unmittelbar in unserer Namensgebung als Europagymnasium und dem vielfältigen Sprachenangebot, derzeit von Griechisch (auslaufend), Latein bis Italienisch, Russisch, Französisch, Spanisch, Deutsch, Englisch – seit Gründung der Schule 1552,  der Schulzeit Peter Handkes bis zum heutigen Tage. Sprachen sind eine wesentliche Mitte unserer Schule. 

Den Sprachenbegriff selbst sehe ich sehr umfassend. Die Sprache der Musik, der Kunst, der Naturwissenschaft etwa. Sprache bedeutet die Welt. Auch der Musiker und Komponist Thomas Koschat ist Absolvent unserer Schule.

Wir können die Welt nur kennenlernen, erfassen mit der Sprache, mit Sprachen.

 

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Literatur ist wichtig, um seine eigene Position klären zu können, um wertschätzend diskutieren zu können. Um Sichtweisen von anderen verstehen zu können. Wenn es diesen Austausch nicht mehr gibt, geben kann, ist es sehr bedenklich.

 

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Wenn Sprachlosigkeit um sich greift, wird es gefährlich.

 

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Ich selbst schreibe Fachliteratur. Ich habe zwei Bücher in Kooperation herausgegeben. Und Gedichte schreibe ich für mich bzw. sehr vertraute Menschen.

 

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Schule im Lehr- und Lernprozess ist immer über den unmittelbaren Ort hinaus orientiert. Analog oder digital. Sicherlich auch eine Parallele zur Literatur.

 

Türen zu öffnen, Grenzen zu erweitern, dabei in Erfahrung zu begleiten. Das ist eine wesentliche Aufgabe von Schule. Einen Impuls zu geben, um selbst dann Türen öffnen und Grenzen erweitern zu können.

 

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Literatur bewegt. In verschiedenster Form. Von Roman, Erzählung, Poesie, Journal bis zu Kochbüchern.

Wenn wir uns auf Literatur einlassen, geben wir selbstverständlich neuen Raum. Das ist ganz wichtig.

 

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Unsere Aufgabe in der Schule ist es, Pädagogik wie Literatur hochzuhalten. Raum zu geben – geistig aber auch ganz praktisch als Lern- und Lebensraum, gerade auch in Schularchitektur als Voraussetzung, um Prozesse des Lernens, des Wachsens zu öffnen. Respektvolles Begegnen und Dialog sind dabei der Weg.

 

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Ich habe keinen Lieblingstext von Peter Handke. Aber sein Schreiben und das Lesen bedeutet, sich immer wieder auf Neues einzulassen und Gegenwärtiges im unterschiedlichen Licht wahrnehmen zu wollen. Damit ist auch die Pädagogik treffend beschrieben. 

 

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Das Wandern, das Gehen bei Handke. Der bestimmte Ort, das Radln zum See, bei Egyd Gstättner. Die Musik bei Gert Jonke. Die Vielschichtigkeit des Lebens und die Literatur. Die Erfahrung und der Weg. Schule ist einer der wichtigsten, sensibelsten und  besten Orte dafür. 

 

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Herzlichen Dank Herr HR Dir.Mag.Gerhard Hopfgartner für das Gespräch zum Schulabsolventen und Nobelpreisträger Peter Handke und den beeindruckenden Rundgang durch Ihre traditionsbewusste wie innovative Schule!

http://www.europagymnasium.at/

Alle Fotos_am Standort des Europagymnasiums Klagenfurt.

Interview und alle Fotos_Walter Pobaschnig 4.2.2020_

 

 

 

 

„Orte haben einen unverwechselbaren Charakter, der prägt und zu (er)spüren ist“ Alina Nedwed, Anthropologin, outdoor Trainerin_Station bei Bachmann_Klagenfurt _1_2020

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„Orte sind Manifestationen von Geschehnissen, Menschen, Gedanken, Stimmungen, die dort im Laufe der Zeit stattgefunden haben“

 

 

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„Und Orte sind unmittelbar daran beteiligt Geschehnisse zu bestimmen und zu prägen mit/durch ihren Charakter“

 

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„Über die Orte haben ich wesentlich neue Zugänge zu Ingeborg Bachmann gefunden. Das Verständnis von Literatur ist unmittelbarer, menschlicher und damit näher, direkter geworden“

 

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„Im Gehen, dem Folgen von Gedanken- und Lebensspuren öffnen sich auch Worte ganz neu. Es ist dann ein Unterwegssein in Ansprache. Vom Text her, der Biographie und meinem Jetzt.“

 

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„Die Rückbindung der Literatur an Lebensorte ist nicht nur eine Erfahrung sondern wesentlich eine Bewegung. Ein Impuls und ein Transfer für den Lebensweg an sich.“

 

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„Es braucht Orte zur Bewegung und Begegnung – und natürlich Neugierde“

 

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„Orte sind ganz still. Aber gerade darin erzählen sie sehr viel und öffnen eigene Gedanken. Da braucht es viel Respekt und Aufmerksamkeit. Im Hinsehen, Zuhören. Es geht um das einfache Da-Sein. Im Außen wie Innen.“

 

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„Einen Ort im Wandel zu erleben ist ganz besonders. Dem Vertrauten wieder begegnen.  Und mitgehen.

Unser Drei-Wege-See Projekt baut für uns als Veranstalter darauf auf. Orte und Wege öffnen sich neu und damit auch die Ansprache und Präsentation für die Gruppe mit uns am Weg.

 

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„Ein Ort, Ein Weg, eine Türe, das bedeutet immer eine Vielfalt an Ein- und Ausdrücken. Genauso wie in der Literatur an sich.“

 

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„Meine Arbeit hat thematisch viele Schwerpunkte. Ich bin systemische Erlebnispädagogin, Bergwanderführerin, Kanuguide und outdoor Trainerin.  Es geht um Bewusstseinsbildung, um die Vielfalt der Welt. Um Erfahrung, Anerkennung und Respekt für Kulturen und Natur. Die Wertschätzung ist dabei ganz wesentlich. Und auch die Freude am Entdecken. Lebensschätze, die ganz einfach zu heben sind. „

 

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„Ingeborg Bachmann in Klagenfurt  – das ist immer wieder ein besonderer Schwellenschritt, wenn sich dieser Raum öffnet. Im Begegnen und wieder neu den eigenen Bezug zu finden, das Jetzt zu erkennen.“

 

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„Freiheit, Offenheit und Wahrheit, Selbst zu denken, eigene Wege zu gehen. Ja, das ist Wort und Leben von Ingeborg Bachmann.“

Vielen Dank, liebe Alina! Viel Freude auf allen Wegen.

 

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Interview und alle Fotos_Walter Pobaschnig

 

Terminankündung: Drei Wege zum See_Ingeborg Bachmann outdoors_Samstag 20.6.2020

Anmeldung: Walter Pobaschnig _ Alina Nedwed

 

 

 

 

 

 

 

„Heile mich“ Martin Gruber und aktionstheater ensemble, Uraufführung, 29.1.2020, Werk X,Wien.

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Die Bühne. Der leere Raum. Da ist das Starre und das Dunkle. Keine Bewegung. Keine Dinge. Wenn ich jetzt da hinkomme. Rauskomme. Zu Dir. Zu Ihnen. Lass` mich reden, weil ich wissen will, dass ich noch da bin. Weil ich wissen will, dass Du mich siehst. Hörst. Ich will ja da sein. Ich will sehen. Ich will verstehen. Aber…heile mich! Wer?

 

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Ich bin aufmerksam. Auf das Umgebende. Das Alltägliche. Weil etwas anderes gibt es ja nicht. Darf es ja nicht. Da sind andere da. Das Große geschieht irgendwo. Aber hier geschieht auch was, hörst Du? Ich habe mich verliebt. Und ich will Dir zuhören. Und habe alle Glückskekse mit. Ich will Dir erzählen vom Urlaub. Vom Eichhörnchen. Vom Warten beim Bäcker. Von den Farben und dem Schutz um Dich. Von mir! Aber hörst Du mich…heile mich! Wer?

 

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Jetzt ist Ferdi tot. Der Kater. An die Wand geworfen und verhungert. Die Glückskekse zerbröseln jetzt. Ich bin nackt. Du und Du und Du. Ich nehme die kleine Gitarre. Und singe. Ich will singen, wenn alles…heile mich! Wer?….

 

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Das Aktionstheater Ensemble fragt in seiner neuesten Produktion „Heile mich“ nach dem Menschen hinter den Masken der Rede, der großen und der kleinen. Es fragt nach Bedürfnis und Heilsversprechen.

Das Regiekonzept von Modell und Situation, welches die Einsamkeit und Sehnsucht des modernen Menschen in einem furiosen Spiel- und Wortstakkato setzt, ist ein genialer Kunstgriff, der vom Ensemble in atemberaubender direkter Ansprache und Variation szenisch gesetzt wird. Wie das Ensemble innerste Seelenräume zu öffnen weiß und diese radikal leerräumt und auf die Bühne knallt, das ist Gänsehaut. Das ist Zauber. Das ist Verwandlung und Dialog. Das ist mitdenkendes wie mitreißendes Theater vom Besten. Mitreißend auch die Musik, welche szenisch und atmosphärisch trägt wie selbstbewusst akzentuiert.

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Im Theater so auf den Punkt zu bringen was den modernen Menschen bewegt, und das Publikum lachen und ganz still werden zu lassen, ist eine ganz außergewöhnliche Inszenierungs- und Spielleistung. – „Denn hinter den Masken ist kein Mensch lächerlich“ (Ingeborg Bachmann). Und dieser Funke von Inszenierung und Spiel springt über. Von Beginn an. Das Menschliche ist immer das Erste. Und das Ernste. Nichts weiter.

 

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Das Aktionstheater Ensemble, das sind die Rockstars des modernen Theaters. Diese Präsenz und Spielkraft ist einzigartiges Bühnendynamit, das in Witz, Ironie und Tragik die Widersprüchlichkeiten und Identitätsfallen unserer alltäglichen Lebenslügen mitreißend zündet und lichterloh brennen lässt.

 

 

 

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 Regie, Skript: Martin Gruber | Text: Martin Gruber und aktionstheater ensemble | Dramaturgie: Martin Ojster | Musik: Dun Field Three | Regieassistenz: Laura Loacker | Medienkontakt: Gerhard Breitwieser | Mit: Susanne Brandt, Isabella Jeschke, Kirstin Schwab sowie Andreas Dauböck, Klaus Hämmerle, Michael Lind, Ernst Tiefenthaler, Emanuel Preuschl

 

Weitere Spieltermine: Fr 31. Januar 2020, 19.30 Uhr

Ausverkauft

Sa 01. Februar 2020, 19.30 Uhr

Ausverkauft

So 02. Februar 2020, 19.30 Uhr

 

Theater: WERK X

Oswaldgasse 35A, 1120 Wien

 

Walter Pobaschnig_Besprechung und alle Fotos

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„…das Übrige müssen die Götter schicken…“ _ „Die unsterbliche Geliebte“ _Szenische Fotografie/Text_mit Daniela Schimpl_Teil I_Station bei Beethoven_ Museum_Wien 26.1.2020.

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Lu, mein Lieber, ich bin da. Ich habe Deinen Brief gelesen. Es war ein weiter Weg zu Dir. Ich bin gestern in Wien angekommen und heute schon am Weg zu Dir – Lu?

 

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Wir werden uns wohl bald sehen, schriebst Du, ja – ich bin da, endlich!

 

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Und nun „vom Äußeren zum Innern“, ich mag Deine Poesie im Schreiben. Deinen Takt. Deinen Rhythmus und Deine Melodie in der Sprache. Ich sagte es Dir ja am ersten Tag. Heimlich. 

Ach, ich habe Dir so viel zu erzählen _ Lu, mein Lieber, wo bist Du?

 

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Lu – bist Du da? Ich weiß, dass Du auch viel spazierst. Bist Du im Garten? Oder am Weg in die Weinberge. Der süße Wein – Lu?

 

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Wie schön hast Du über die Natur geschrieben. Wie wir wandeln dürfen in ihr und wie sie uns verwandelt. Ich höre Dir so gerne zu, mein lieber Lu. 

Bist Du im Garten?

 

 

Wie schön ist es hier bei Dir! Ja, ich weiß wie sehr Du das Blühen der Bäume liebst, den Weg der Jahreszeiten. 

 

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Die Natur lehrt uns das Leben, hast Du gesagt, und das Spiel. Das Leichte. Wie recht Du hast, mein lieber Lu. 

 

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Lu? 

Lu, ja, endlich bist Du da! Jetzt ist es gar nicht mehr so kalt. „Mein Engel, mein alles, mein Ich…“ schriebst Du so wunderbar – komm` lass Dich umarmen! 

 

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Lach` mit mir Lu – „Erheitere mein Gemüt“ hast Du geschrieben. Ja, wie wichtig ist es in dieser Zeit und für uns beide. Das Ernste und das Leichte. Die Zeit und ich, meine Musik, braucht beides, hast Du gesagt. Und dazwischen den Klang der Liebe. Ihn spüren, wenn sonst nichts mehr gehört werden kann. Lu – ich bin da!

Gefällt Dir mein Kleid? Es ist ganz leicht, wie der Wind, der mich zu Dir bringt. Mein lieber Dichter, das waren Deine Worte und sie haben mich hierher getragen. 

 

 

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„Das Übrige müssen die Götter schicken“, hast Du geschrieben. Die Götter haben mich geschickt Lu. Jetzt hierher zu Dir. Wie sie Dich zu mir geschickt haben. Die Götter sind mit uns Lu, mein lieber Lu, auch wenn es sonst niemand ist. 

 

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Ende Teil I _ „Die unsterbliche Geliebte“

 

Fotoinszenierung nach _„Brief an die unsterbliche Geliebte“_Ludwig van Beethoven, Komponist und Pianist (1770 – 1827).

In der Rolle der unsterblichen Geliebten Daniel Schimpl, Sportwissenschaftlerin, Yogalehrerin und Delphintherapeutin_Model für Beethoven. 

Fotoinszenierung am Wohnort Beethovens in Wien_Probusgasse 6, 1190. Das letzte Wohnhaus Beethovens ist heute ein Museum. Herzlichen Dank an die Stadt Wien für die freundliche Kooperation!

Kostüm und Acessoires von Kostümverleih Lambert Hofer, costumes for film, theatre, TV, evening wear _Wien –  herzlichen Dank für das Kostümsponsoring und die so freundliche Kooperation und Unterstützung!

Idee, Text und alle Fotos_Walter Pobaschnig 1_20.

 

 

 

 

 

 

 

 

„Wien ist eine große Inspiration“ Julia Santini, Sängerin, Station bei Falco, 17.1.2020

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Ich komme aus einer Familie in der Kunst über Generationen sehr wichtig war und ist. Dies wurde auch bei mir stets gefördert. In meiner Kindheit gab es einen Auftritt mit einem Gesangsprojekt (Wiener Kinder Chor) im Wiener Konzerthaus, von da an wusste ich, ich will singen. Später hatte ich etwa Musical- und Jazzunterricht.

 

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Ich habe meine erste Gitarre mit sechzehn Jahren gekauft. Es folgten Jahre unterschiedlicher künstlerischer Schwerpunkte und Ausbildungswege. Etwa sieben Jahre Gesangsunterricht. Ich habe dann Theater- Film- und Medienwissenschaft studiert. Seit 2016 komponiere und singe ich wieder intensiv. Mit der Gitarre und auch dem Klavier. Ich schreibe alle Lieder selbst.

 

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In meinen Texten geht es um Erfahrungen und Erlebnisse mit Personen, die mir nahestehen bzw.- standen. Privat oder beruflich. Oder es geht einfach um Hormone (lacht).

 

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Beim Songschreiben ist zuerst ein Gefühl da, ein Gedanke, eine Geschichte. Die schreibe ich auf, dann folgen die Akkorde. Es ist ein wechselseitiger Prozess, welcher Musik gleichsam aus dem Leben nimmt und diesem zurückgibt.

 Der erste Gedanke ist meist der Impuls für das Hauptthema, ich setze das dann auch im Refrain.

 

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Texte und Melodien begegnen ständig am Weg durch das Leben und die Stadt. Es fällt mir immer etwas auf und ein. Ich warte nie auf die Muse.

Früher habe ich in mein Tagebuch geschrieben und jetzt schreibe ich Songs.

 

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Die Stadt ist eine große Inspiration. Ich schreibe nur deutsche Texte. Die liegen quasi auf der Straße, wenn wir aufmerksam sind. Ich bin Wienerin und ich liebe Wien. Auch wenn die WienerInnen manchmal nerven aber so bin ich ja auch manchmal.

 

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Ich arbeite gerne selbständig. Meine Kompositionen, meine Texte. Dadurch kann ich auch frei meine musikalischen Wege gehen und bestimmen.

 

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Es gibt natürlich viele Inspirationen, vom Blues bis zu Ludwig Hirsch und eben Falco hier – aber mir ist wichtig meine eigene Persönlichkeit auszudrücken. Vorbilder habe ich daher nicht. Ich denke, das Authentische ist sehr wichtig. In der Musik wie überall im Leben.

 

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Falco, Austro Pop war bei mir Zuhause gern gehört, neben Jazz und Klassik. Ich war elf Jahre alt als ich den ersten Falco Song hörte. Seine Songs rannten auch auf den Partys- Jeanny, Vienna Calling.

 

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Was ich an Falco bewundere ist, dass er die deutsche Sprache, die ja sehr eckig und kantig ist, in den Rhythmus bringt. Das konnte er ausgezeichnet. Das ist auch mein musikalischer Weg.

 

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Ja, Musik kann viel bewirken, wenn sie wirklich berührt. Dann kann es auch ein Nachdenken,Veränderung  geben. Die Welt in Anspruch und Möglichkeit ist ein wichtiges Thema meiner Songs. Eine Reflexion des Lebens und der Zeit. Darin liegt viel Kraft, und auch Hoffnung.

Musik soll zum Nachdenken anregen. Wie wir miteinander umgehen.

 

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Der Gedanke ist ja das Erste was passiert bevor etwas passiert. Zuerst müssen wir nachdenken. Musik ist dafür eine wichtige Brücke, ein Weg zum und am Weg durch das Leben. In meinen Songs „Geradeaus“ und „Ausbruch“ geht es auch wesentlich darum.

Du kannst einen Song über alles schreiben. Es muss ja nicht immer ernst sein.

 

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Meine nächsten Pläne sind eine Band aufzubauen. Im Frühling soll meine erste Single – „Ausbruch“ – herauskommen. Es wird spannend, ich freue mich auf alles Kommende, wir hören uns (lacht).

 

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Bestimmt, liebe Julia Santini, vielen Dank für das Interview und die beeindruckende Performance in Falcos Stammlokal – weiterhin viel Freude und Erfolg!

Herzlichen Dank an die Inhabung und die MitarbeiterInnen des Gasthauses „Zum alten Fassl“   für Ihre freundliche Unterstützung!

Station bei Falco_Julia Santini, Sängerin _ Wien 17.1.2020.

Alle Fotos_Walter Pobaschnig.

 

 

„Es muss beim Schreiben um alles gehen“ Birgit Birnbacher, Bachmannpreisträgerin 2019 im Gespräch mit Katja Gasser, ORF, Konzerthaus Wien, 15.1.2020.

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Es geht in meinem Text „Der Schrank“ auch um elementare Arbeitsprozesse. Die Nähe zu den Dingen im Prozess der Herstellung, im Tun der Arbeit, was heute ja größtenteils nicht mehr so ist.

Ich denke, es wird später über uns gesagt werden, dass wir die Digitalisierung nicht verstanden haben. Im Sinne, dass Maschinen für uns arbeiten.

Wir praktizieren im Umgang mit der Digitalisierung ein großes Missverständnis, wir wollen besser sein als die Maschinen – anstatt, dass wir uns helfen lassen von ihnen. Das ist ein ganz großes Paradoxon unserer Arbeitswelt.

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 Unsere Aufgabe liegt darin zu begreifen, dass, wenn wir wirklich wollen, dass wir an unserer Arbeitswelt, unserer Lebenswelt nicht zugrunde gehen, müssen wir Maschinen nützen lernen, um uns Zeit zu verschaffen. Doch dies ist in unserer Gesellschaft nicht zu sehen.

Es ist ein immer mehr an Leistung. Ich wundere mich darüber. Gerade auch, warum es nicht umgekehrt ist.

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Erfolg und Anerkennung, ja, das ist ein altes Spiel. Zuerst ist da die Suche nach Anerkennung. Wenn diese da ist, kann man sie nicht glauben, dann ist man sofort misstrauisch, denkt, irgendwann kommen sie drauf, dass es ja ganz anders ist.

Bei negativer Kritik ist es ein gleichsam automatischer Reflex sich innerlich aufzurichten, um stehenzubleiben.

Es kommt im Prozess der Kritik und Diskussion darauf an, sich zu konzentrieren auf das, was wirklich wichtig ist im Prozess des Schreibens. 

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Es ist wichtig als Schriftstellerin sich nicht vom persönlichen Weg abbringen zu lassen.

 

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Was ist ein Thema, was will erzählt werden – dass sind die Fragen einer Schriftstellerin, meine Fragen im Prozess des Schreibens.

Wo bist Du wirklich? Wo schreibst Du echt?

 

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Es muss beim Schreiben um alles gehen.

 

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Ich glaube Leserin und Leser spüren immer genau wie echt ein Text gemacht ist.

„Schreib` einmal einen Satz Landschaftsbeschreibung“, sagte mein Lektor „nur einen“. Naturbeschreibungen, so etwas mache ich nicht, spüre ich nicht.

Je echter ein Text gemacht ist, desto spürbarer ist es.

 

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„Braucht es die Katastrophe, um über das Schöne schreiben zu können?“

 

Ich denke schon. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es SchriftstellerInnen gibt, die aus dem reinen klaren schönen Wohlbefinden Literatur machen können. Ich kann mir das nicht vorstellen – für mich. Ich weiß es nicht ob es das gibt. Gibt es das?

 

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Birgit Birnbacher; Bachmannpreisträgerin 2019 im Gespräch mit Katja Gasser, Staatspreisträgerin Literaturkritik 2019, Konzerthaus Wien, 15.1.2020.

Herzlichen Dank an Charlotte Hartwig, Pressebüro Konzerthaus Wien,  für die freundliche Pressebetreuung!

 

Alle Fotos_Walter Pobaschnig _ 15.1.2020 _ Konzerthaus Wien_BRG19 Vienna, Krottenbachstr.