Lieber Klaus Anders, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Morgens früh aufstehen, abends früh zu Bett gehen. Dazwischen nicht viel.
Klaus Anders, Schriftsteller
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Das weiß ich leider nicht.
Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Ich glaube nicht, dass die Kunst bestimmte Aufgaben haben und Rollen spielen muss oder sollte.
In meiner Jugend war ich der Meinung, Kunst müsse die Gesellschaft „voranbringen“, die Menschen dazu bringen, sich zu ändern etc. Jetzt bin ich alt und sehe die Sache anders. Politisch zu lösende Aufgaben können durch die Kunst nicht gelöst werden, sondern nur durch politisches Denken und Handeln.
Was liest Du derzeit?
Natalia Ginzburg, Die Familie Manzoni
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Wer zu gehen versteht, hinterlässt keine Spuren.
Vielen Dank für das Interview lieber Klaus, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Klaus Anders, Schriftsteller
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9.8.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.
„Undine – Das Bachmannprojekt“ Susanne Kubelka und Dirk Schilling
Da sind die großen weißen Segel. Schwer und weit, unendlich scheinend. Und dann der Mensch am Ufer. Klein. Im Sturm am Hafen. Der Mann im peitschenden Regen. Einsam auf Meer, Welle und dunklen Himmel blickend. Segel, Welt im Sturm…
„Es kommen härtere Tage.
Die auf Widerruf gestundete Zeit
wird sichtbar am Horizont.
Bald musst du den Schuh schnüren…“
Dann öffnet sich die Wasser und Undine kommt. Betritt die Welt zu den Klängen im Wind. Nimmt den Raum, die Erinnerung im Wort auf.
Jetzt gilt es zu sagen, offen und schonungslos, über Mann und Frau, den Sturm, die Wellen, das Ende darin…
„Ihr Menschen! Ihr Ungeheuer!“
Undine…
Das Heunburg Theater begeistert auch in diesem Sommer mit einer Ingeborg Bachmann Produktion, die in Innovation, Virtuosität und Kreativität im einmaligen Ambiente des Bühnenraumes der Burg das Premierenpublikum begeistert!
Susanne Kubelka (Schauspiel, Performance, Gesang) und Dirk Schilling (Musik) beschreiten in der Uraufführung „Undine – Das Bachmannprojekt“ mutig neue Wege in Konzeption und Bühnenrezeption des Werkes von Ingeborg Bachmann, deren 50.Todesjahr heuer begannen wird. Der Monolog „Undine geht“ wird im Dialog mit der vertonten Lyrik Bachmanns zu einem facettenreichen Bühnenfeuerwerk der Eindringlichkeit, Ansprache an Mensch und Welt. Es ist ganz große Gesang-, Musik-, Theaterkunst, die ohne Zweifel als einer der innovativsten, spannendsten wie gelungensten Beiträge der Bachmannrezpetion bezeichnet werden darf.
Herzliche Gratulation und danke für diesen Bühnenabend der Sonderklasse!
„Undine – Das Bachmannprojekt“ Susanne Kubelka und Dirk Schilling
Weitere Termine: 12., 15., 17., 18.8. 20.20h Heunburgtheater/Kärnten
Lieber Gerhard Altmann, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Ich bin hauptsächlich mit meinem Brotberuf und unserer siebenköpfigen Familie (5 Menschen, 1 Hund & 1 Kater) beschäftigt. Aber wie beim Sieb von Joachim Ringelnatz sind auch beim Terminkalender die Löcher das Wichtigste. Da ist dann Zeit für Musik und Literatur, im Wald werden Kopf und Herz wieder frei . . . und Unkraut wuchert in den kleinsten Ritzen . . .
Gerhard Altmann, Schriftsteller
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Wie immer, aber jetzt ganz besonders: Zu-Neigung – dadurch entstehen Nähe, Aufmerksamkeit und Wärme . . .
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Der Kapitalismus macht uns zu Konsumenten, . . . erst die Kunst macht uns zu Menschen.
Was liest Du derzeit?
Engelszungen von Dimitri Dinev
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
La vie est libelle
Vielen Dank für das Interview lieber Gerhard, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literatur-, Musikprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Gerhard Altmann, Schriftsteller
Zur Person_Gerhard Altmann, Journalist, Autor und Musiker, lebt in Pöttsching/Burgenland, Mag. phil., Diplomarbeit über die Dichterin Hertha Kräftner
Veröffentlichungen in Anthologien, Zeitschriften, ORF, zahlreiche Einzelpublikationen.
Zuletzt: mit mir umarmt dich das meer. Gedichtfragmente, edition lex liszt 12, 2019
Lieber Hans-Haiko Seifert, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Jetzt? Die Frage interessiert sich doch gewiss für einen Trend und der Trend sieht seit jeher so aus, dass die kreativen Stunden am Abend sind. Und ihnen widme ich das Schreiben.
Davor liegt das Tagwerk, das das Leben sichert für alle, die davon abhängig sind. So habe ich es von Herzen gern.
Hans-Haiko Seifert, Schriftsteller
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Jetzt? Wie seit Jahrtausenden schon und womöglich in Jahrtausenden immer noch. Gerechtigkeit, Solidarität mit Schwachen, Rücksichtnahme und mit Beharrlichkeit nach Aufklärung streben, um Parolen zu widerstehen. Die sind in der Tat die größte Bedrohung unserer Zeit. Daran sollte Literatur gelegentlich erinnern.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Jetzt und nicht nur heute: Dass nichts bleibt wie es war. Das Beständige ist der Wandel. Man kann sich zwar sehnlichst wünschen, dass sich bitte nichts ändern möge, aber die seligen Inseln der Erinnerung sind nur Eisschollen in der Sonne. Ist so. Daran sollte Literatur gelegentlich erinnern.
Was liest Du derzeit?
Meist zu Recherchezwecken. Aber gerade das Kapitel Der Großinquisitor aus Brüder Karamasov. Eigentlich dient es ja auch der Recherche zu meinem neuen Projekt. Der verurteilte Jesus.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Aus meinem (noch unveröffentlichten) Roman Joanna, aus dem Kapitel Johannisnacht, das ich gerade besonders liebe, weil dort auch Sommer ist:
„Die Blume in deinem Haar, Joanna.“
„Ja, eine Kornblume aus Opa Henryks Strauß.“
„Die blaue Blume“, flüsterte ich.
Sie rieb ihren Kopf ganz sanft an meinem Gesicht.
„Wie? Die blaue Blume?“
„Heute ist diese Johannisnacht, Joanna?“
„Ja, die ist heute. Du weißt es doch.“
„Letzten Herbst hab ich bei Novalis gelesen: Wenn du am Johannistag gegen Abendwieder hierher kommst, so achte auf ein blaues Blümchen. Du kannst es hier finden.Ich weiß nicht mehr genau, es sollte das Glück bringen, so etwa.“
„Und du hast es vergessen, das blaue Blümchen, über das Jahr?“
„Nein, ich hab es nie vergessen, aber ich hab nicht gewusst, wann das ist: Am TageJohannis“.
„Das ist also heute, Georg.“
Die Nacht war voller Geräusche. Hundebellen, gereiztes Rufen. Das Schnauben vonPferden. Die russischen Schimmel ganz sicher.In der Ferne stritten zwei betrunkene Männer, bis auch das aufhörte. Vonirgendwoher die Erkennungsmelodie der Spätnachrichten, dann nur noch das Gezirpvon Grillen oder war es das Gesirre der Sterne über den Büschen. Bis in der Ferneder Nachtzug nach Warschau vorbeiratterte, durch die Heide, die blühende Heide.
„Georg?“
„Ja.“
„Morgen geht Jacek nach Düsseldorf?“
„Ja.“
„Morgen ziehe ich zu dir.“
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Vielen Dank für das Interview lieber viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
Hans-Haiko Seifert, Schriftsteller
5 Fragen an Künstler*innen:
Hans-Haiko Seifert, Schriftsteller
Zur Person_Vita _Hans-Haiko Seifert, Schriftsteller
Ich wurde 1960 in Dresden geboren, legte das Abitur zusammen mit einem Berufsabschluss ab und nutzte die nächste sich bietende Möglichkeit, ins Ausland zu gehen – zum Studium der Biomedizintechnik an den entferntesten aller damals erreichbaren Orte die mich interessierten, nach Warschau. Ohne es zu ahnen verbrachte ich bald zwei Jahre im Auge der Weltgeschichts-Wirbelstürme. Dieses Abenteuer mündete nahtlos in den Dienst bei der NVA, gerade rechtzeitig, um an der polnischen Grenze im Dezember 1981 anlässlich des Kriegszustands in Polen in Alarmbereitschaft versetzt zu werden. Ich beendete schließlich mein Studium in Dresden, fand eine Zeit lang Gefallen an wissenschaftlicher Arbeit zu Themen der Künstlichen Intelligenz und begann vor 20 Jahren in der IT-Abteilung eines großen Energieversorgers.
Neben dem Brotberuf: Schreiben für die Schubladen, viele Jahre Theater mit der Theatergruppe Traumtanz, ein paar Jahre Theaterkritiken, etwas Malerei, neuerdings viel Musik und nun endlich wieder Schreiben, seit fünf Jahren ohne Unterlass. Dabei ist das Manuskript mit dem Titel Joanna entstanden, das Episoden aus der Warschauer Zeit zum Thema hat.
Seit einiger Zeit arbeite ich an neuen Projekten. Eines ist schon gut fortgeschritten und erzählt von einem, der eines Tages in einem Gebirgsdorf auftaucht und für den Nachfahren jener zugereisten Walen gehalten wird, die vor 500 Jahren dort unermessliche Schätze ausmachten und diese für spätere Zeiten mit geheimen Zeichen markierten. Daraus ergeben sich überaus tragische Situationen, die aber stets auf komische Weise gelöst werden
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27.7.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.
Lieber Stefan Schmitzer, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
im moment ist mein arbeitszimmer voll mit zeug, das im laufe des sommers auf den sperrmüll oder per willhaben raus muss – überreste einer ansonsten zur zufriedenheit bereinigten baustelle. an meinem ausweich-arbeitsplatz am küchentisch plage ich mich ein wenig mit der konzentration. weshalb mein tagesablauf derzeit mehr spontan sich aufdrängende haushalts-lästigkeiten und weniger arbeit an texten umfasst, als mir lieb ist. meine tochter schimpft schon scherzhaft im gleichen ton mit mir, den ich verwende, wenn sie, vor ihren hausübungen sitzend, in die luft schaut: „papa, musst schon arbeiten!“
Stefan Schmitzer, Schriftsteller
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
die frage ist klugerweise so gestellt, dass in der antwort auch die viel persönlichere information sich offenbart, welchem größtmöglichen „wir alle“ sich der:die befragte zugehörig fühlt bzw. vor welchem „jetzt“ als zeithorizont er:sie sein:ihr dasein fristet. auch, ob eine:r die setzung „besonders wichtig“ als aufforderung zum aufsagen eines möglichst austarierten gesellschaftlichen forderungskatalogs versteht („vergesellschaftlich der produktionsmittel; abschaffung des mototisierten individualverkehrs; lecker bouillabaisse für alle!“) oder als anlaß, die gemeinsamkeit aller menschengeschwister am seelengrunde zu beschwören („besonders wichtig ist, dass wir die kleinen dinge nicht aus den augen verlieren …“), charakterisiert ihn:sie als solche:r oder solche:r autor. will sagen:
ich bin aufgrund des schieren überangebotes an möglichen lesarten und korrspondierenden antworten dieser frage überfordert und weiß gar nicht, was ich sagen soll. außer vielleicht irgendwas mit empathie für den jeweiligen politischen gegner, und dann einem augenzwinkernden verweis auf was popkulturelles (barbenheimer! billie eilish! anson mount als captain pike!!!)
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
es ist eine neuornung der geopolitischen verhältnisse im gange, von der noch nicht klar ist, was rauskommen wird. insbesondere intellektuelle im sogenannten westen scheinen dabei aber den sachverhalt nicht wahrhaben zu wollen, dass sie, dh. wir, nicht gefragt werden: ob zb der koloniale überfall russlands auf ukraine stattfindet – ob und wie sich die ukrainer:innen verteidigen sollen – z. b. auch, wie wir den krisengewinnlern evtl. ihr spiel verderben können – nichts von alledem wurde und wird durch das auftrumpfende „bessere argument“ deutschsprachiger schreibtischtäter:innen entschieden.
ich fürchte, die gesellschaftliche veränderung, der wir grade zusehen, hat etwas mit dem irrelvant-werden (nicht genau dem vergessen-werden, auch nicht dem unrichtig-werden) der großen weltanschaulichen sicherheiten der letzten sieben jahrzehnte zu tun: säkulares, humanistisches, fortschrittliches und universalistisches denken SIND PLÖTZLICH NICHT MEHR SELBSTVERSTÄNDLICH DAS GLEICHE. prinzipieller antiautoritarismus, anti-imperialismus, pazifismus und ein denken, das auf gleichheit hin will, gehen nicht mehr selbstverständlich auseinander hervor. (am anschaulichsten sehen wir das am unschuldsverlust des hippie-milieus, das nach rechts außen übergelaufen ist). wer jetzt gerade ernstlich von „frieden um jeden preis“ spricht, fordert auch, „imperialer raubmord muss mit land belohnt werden“ und macht die welt längerfristig unsicherer; ganz im gegensatz zu dem, was die gleichlautende forderung ca 1980 oder 1990 bedeuten konnte. dass der gehalt der slogans sich ändert, weil sich die wirklichkeit ändert, und der text dabei gleich bleiben kann – diesen konterintuitiven sachverhalt scheint die mehrhheit der bevölkerung noch nicht bemerkt zu haben.
gesellschaftlich entspricht all dem, dass die verbindlichkeiten stifende rolle von theorie, von literatur, überhaupt längerer texte und aller kulturtechniken, die mit ihnen zu tun haben, aus dem zusammenleben schwindet – von den lehrplänen bis zur letzbegründung individueller lebensentwürfe.
die aufgabe von kunst und literatur – gedacht als: meine aufgabe – ist hier, zeug zu produzieren, dass trotzdem noch leuten was gibt (dh. „interessant“, lustig, überrasdchend, unterhaltsam … ist, nach mnaßgabe dessen, worauf leute tatsächlich lust haben) und das dabei aber register präsent hält, auf deren anderweitiges fortdauern sonst kein verlass ist: so schreiben, dass man den texten anmerkt, auf welchen diskursen und wissenssystemen sie fußen.
Was liest Du derzeit?
durcheinander lese ich vor allem. zum einen den langen kolportagetext von david foster wallace über david lynch; dann die „cornelius chronicles“ von michael moorcock (in einem verschmuddelten originalpaperback); zum rezensieren für poesiegalerie.at gedichtbände von katharina ferner und reinhard lechner (längst überfällig, ich weiß eh …); und die beiträge, die wir für‘s nächste perspektive-heft bekommen haben.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
erstens die rede vladimir putins vom 16. 03. 2022, in der folgende stelle vorkommt (übersetzung nach reuters):
„Any people, and especially the Russian people, will always be able to distinguish the true patriots from the scum and the traitors, and just to spit them out like a midge that accidentally flew into their mouths. (…) I am convinced that this natural and necessary self-cleansing of society will only strengthen our country, our solidarity, cohesion and readiness to meet any challenge.“
und zweitens, in der zusammenschau damit, das folgende von maya angelou:
„When people show you who they are, believe them the first time.“
Vielen Dank für das Interview lieber Stefan, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
ich sage auch danke!
5 Fragen an Künstler*innen:
Stefan Schmitzer, Schriftsteller
Zur Person_Stefan Schmitzer, *1979, lebt als Autor in Graz und ist Mitherausgeber und Redakteur von perspektive – hefte für zeitgenösische literatur … Zuletzt erschienen: „boring river notes.“ (Graz: Keiper [Reihe Keiper Lyrik #19]); „Zweitausendachtzehn. Vier Moritaten“ (2019); „okzident express. falsch erinnerte lieder“ (2019); „liste der künstlichen objekte auf dem mond. gedicht“ (2021); „Wild On. Posse“ (2022)
Stefan Schmitzer. Wild on.Posse. fabrik.transitVerlag 2022
Wild On! – Flamingos · Aliens · Feuerwehr“ Der selbe Stoff, zweimal in einem Band, einmal gefasst als „Posse mit Musik“ für Laientheater und einmal als Novelle: Eine absurde Geschichte über Aliens vom Planeten Flamingonia, gestrandet im Dorf Wildon südlich von Graz. Sie allein sind am Weltklimawandel schuld, und am Aufstieg der FPÖ, und überhaupt an allem. Nach inzwischen siebenhundert Jahren sind sie sich uneins: Das Ober-Alien will die Stadt Graz sprengen, damit sein Raumschiff wieder starten und die Erde endlich verlassen kann; seine Unterlinge hingegen hintertreiben diese Bemühungen und wollen statt dessen auf der Erde bleiben, was freilich noch einmal deutlich mehr Klimaerwärmung mit sich brächte. Es ist an einem deutschen Urlauberpaar, das sich ins geheime Hauptquartier der Aliens verirrt hat, das Zünglein an der Waage in diesem Machtkampf zu spielen: Gegen die Polkappen – oder gegen die Rettung der Landeshauptstadt?
12,4 x 18,9 cm, Softcover 108 Seiten, 28 s/w Abbildungen Erschienen im Juni 2022 ISBN 978-3-903267-24-4
I rrationalität und Falschinformationen vernebeln das Denken
V ielleicht ist es Utopie, dass wir aus hunderten von Kriegen jemals lernen
E hrentod ist ein Propagandabegriff aber..
P atriotismus – ist der gut oder schlecht?
E inigkeit und Emphatie
A ufrichtigkeit bei politisch Verantwortlichen
C ourage bei all den „kleinen Ungerechtigkeiten“im Alltag
E ntschiedenheit, diesen entgegenzutreten
A ber…kann ich nicht mehr hören!
C ollateral damage ist ein verharmlosender Begriff
H offnung stirbt zuletzt
A bsolute Feindbilder sind brandgefährlich, absolute „Gewissheiten“auch
N arbarschaft pflegen,
C harakter zeigen
E ngagement! Jetzt!
Edda Petri, 20.7.2023
Edda Petri, Schauspielerin
Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:
Edda Petri, Schauspielerin
Zur Person_ Edda Petri absolvierte ihre Schauspielausbildung in München. Parallel hierzu erhielt sie Gesangs- und Tanzunterricht. Schon während ihrer Ausbildung spielte sie an den Münchner Kammerspielen in Dieter Dorns Faust. Nach einem ersten dreijährigen Festengagement am Pfalztheater Kaiserslautern, spielte sie erneut an den Kammerspielen in München, diesmal in der Uraufführung von Herbert Achternbuschs „Auf verlorenem Posten“ an der Seite von Edgar Selge und Lambert Hamel. Im Anschluss hieran wirkte Edda Petri auch in zwei Kinofilmen von Achternbusch mit. Von 1991-1995 war sie Ensemblemitglied am Saarländischen Staatstheater; bis 1996 spielte sie dort noch als Gast. Seit 1996 arbeitet sie freischaffend. Sie war Mitglied der Geschäftsleitung der Musik & Theater Saar GmbH und Dramaturgin und Programmchefin der „Oper im Zelt“ in Merzig. Edda Petri ist bekannt aus zahlreichen Film- und TV-Produktionen (u. a. Tatort, Ein Fall für 2, RTL Stadtklinik, Balko, Zeit der Monster) und spielte an zahlreichen Theatern wie dem Grand Theâtre Luxemburg, dem Theater Trier, dem Theâtre des capucins, Kaleidoskoptheater und dem Mierscher Kulturhaus in Luxemburg,dem Admiralspalast Berlin, am Theater 11 in Zürich und im Museumsquartier in Wien.
Seit 2013 arbeitet sie auch im Bereich Musiktheater und war Musicaldarstellerin u.a. als Audrey in „Der kleine Horrorladen“, Janet und Magenta in der „Rocky Horror Show“, Jenny in Bertholt Brechts „Dreigroschenoper“, Velma van Tussle in „Hairspray“, Fürstin Anhilte in „Die Csardasfürstin“, sowie Violet in der deutschen Erstaufführung von Dolly Parton’s Musicalkomödie „9 TO 5“. In der Rolle der Morticia ging sie mit der „Addams Family“ mehrere Jahre auf Tour. 2016 sang und spielte sie unter der Regie von Claude Mangen, die Hauptrolle der Sally Adams in Irving Berlins Musical „Call me Madam“ in englischer Sprache.2022 wr sie Mitglied des Korso.Op. Kollektivs und spielte das Stück“Bang,Bang Tender“in Saarbrücken. Aktuell tourt sie mit dem Solostück „Peggy Guggengeim- Woman before a glass“ durch Deutschland.
Darüber hinaus ist Edda Petri auch als Sprecherin für Hörfunk / Hörspiele sowie als Synchronsprecherin für arte tätig.
Liebe Irmgard Gottschlich, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Ein Miteinander von Haushalt, soziale Begegnungen und Arbeit an künstlerischen Konzepten, auch soziokulturell. Aus all dem zusammen schöpft sich mein künstlerisches :Thema.:die Kulturgeschichte der Frau
Irmgard Gottschlich, Künstlerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Wache Selbstaufmerksamkeit auf die Probleme der Erde.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?
Die Selbstaufmerksamkeit in selbstmögliches Handeln umsetzen. Die Kunst muss noch besser vermittelbar sein und somit zum freien Denken anregen, weniger belehrend, mehr kommunizieren. Gut für das wirklich soziale, gut für das finden von Lösungen oder haltbaren Kompromissen.
Was liest Du derzeit?
Die Kunst nach dem Ende ihrer Autonomie/ Wolfgang Ullrich
Die schöne Frau bedarf der Zügel nicht/ Margherita Costa/ Übersetzt und ausgewählt von Christine Wunnicke
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Das Leben mit dem ANDEREN
Vielen Dank für das Interview liebe Irmgard, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Irmgard Gottschlich, Künstlerin
Zur Person_Irmgard Gottschlich, Künstlerin
1939 geboren in Hamburg
1970 –76 Studium der Malerei und Grafik in Hamburg
1993- 2013 Initiierung von Ausstellungs- und Werkstattgesprächen
Juroren- und Kuratorentätigkeit für die Kulturstiftung Stormarn der Sparkasse Holstein
2013 Projektentwicklung „Amelinghausener Kunststücke“ ( Sculpturen im Lopaupark) zusammen mit Harald Finke
wiederkehrend Konzeptentwicklung und Kuratorentätigkeit
ab 2017 Jurymitglied im KV Buchholz
ab 1977 Ausstellungen im In- und Ausland, u.a. Hamburg, Lübeck, Kiel, Berlin, Mannheim, Dortmund, Trier, Norköpping, Erfurt, Magdeburg, Ahrensburg, Soltau, Buchholz, Brunsbüttel, Bonn, Freiburg, Essen, Kirchberg an der Jagst
Lieber Gerd Alois Wildbacher, wie sieht Dein Tagesablauf aus?
Ich habe überwiegend keinen geregelten Tagesablauf. Jedenfalls nicht so, wie viele andere Menschen ihn kennen, die feste Arbeitszeiten haben. Ich orientiere mich also weitgehend an meinen beruflichen Anforderungen. Die können tatsächlich sehr unterschiedlich sein. Wenn ich Theater spiele, dann stehe ich beispielsweise abends auf der Bühne, eben dann, wenn die meisten anderen Freizeit haben. Sehr oft auch am Wochenende. Bei einem Film-Dreh kann es dagegen schon mal vorkommen, dass ich um halb vier Uhr morgens aufstehen muss. Dazwischen gibt es Proben und es sind organisatorische Dinge zu erledigen. Bei mir verschwimmen die Grenzen zwischen Privatleben und Beruf sehr oft. Da hilft es mir, dass ich prinzipiell spontan und flexibel bin. Ich mag das. Von meinem Wesen her bin ich aber grundsätzlich eine Nachteule. Früh aufstehen ist also nicht so mein Ding!
Gerd Alois Wildbacher, Schauspieler, Sprecher und Musiker
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Es fällt mir schwer allgemein gültige Ratschläge zu erteilen. Menschen sind sehr unterschiedlich und haben daher sehr individuelle Bedürfnisse. Ich selbst erinnere ich immer wieder daran, dass es gilt jetzt und im Moment zu leben. Nichts aufzuschieben. Morgen kann ja alles bereits vorbei sein. Wer weiß das schon? Leider gelingt mir das noch immer viel zu selten. Es gibt da ein Sprichwort, das ich sehr gerne mag: „Yesterday is history, tomorrow is a mystery, but today is a gift. That is why it is called the present.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Menschen standen wohl schon seit jeher und immer mal wieder vor einem Aufbruch, vor einem Neubeginn. Vermeintlich. Ich kann daran nichts Neues erkennen. Jedenfalls, weil wohl jede Generation das so empfindet. Vielleicht, weil wir uns selbst zu wichtig nehmen. Was soll denn Neubeginn heißen? Und für wen soll dieser Neubeginn gelten? Für alle? Es ist doch nie etwas allgemeingültig. Die Wahrheit ist eine Tochter der Zeit, hat angeblich Aulus Gellius mal gesagt. Die Schönheit übrigens auch! Es gibt keine Wahrheit für alle. Die Wahrheit hat viele Gesichter, sagt beispielsweise Luigi Pirandello. Und ich gebe ihm recht.
Die Geschichte hat vieles an Neubeginn und Aufbruch gezeigt, das ich heute nicht erleben würde wollen. Radikale Weltverbesserer machen mir Angst. Aber: Ich bin kein Philosoph. Und ich möchte auch nicht die Welt retten. Persönlich versuche ich mich stetig weiterzuentwickeln. Und ich hinterfrage mein Tun.
Die Kunst beispielsweise kann aufmerksam machen. Aufrütteln. Aber sie kann auch einfach bloß unterhalten. Auch hier gibt es alle nur erdenklichen Möglichkeiten. Bis hin zu gehirnwaschender Propaganda. Ich erlebe eine zunehmende Radikalisierung in unserer Gesellschaft. Es scheint vermehrt nur noch „schwarz oder weiß“ zu gelten. Die Welt ist aber bunt. Lassen wir sie doch bitte weiterhin bunt bleiben. Bunt und friedlich!
Was liest Du derzeit?
Ich lese grade erneut „Als ich ein kleiner Junge war“, von Erich Kästner. Daneben lese ich immer wieder Lyrik, da ich Gedichte sehr liebe. Und selbstverständlich auch Theaterstücke. Im Moment „Endspiel“, von Samuel Beckett.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Da gäbe es ganz viele Möglichkeiten. Ich entscheide mich spontan für eines meiner absoluten Lieblingsgedichte.
Wie soll ich meine Seele halten, daßsie nicht an deine rührt? Wie soll ich siehinheben über dich zu andern Dingen?Ach gerne möcht ich sie bei irgendwasVerlorenem im Dunkel unterbringenan einer fremden stillen Stelle, dienicht weiterschwingt, wenn deine Tiefen schwingen.Doch alles, was uns anrührt, dich und mich,nimmt uns zusammen wie ein Bogenstrich,der aus zwei Saiten eine Stimme zieht.Auf welches Instrument sind wir gespannt?Und welcher Geiger hat uns in der Hand?O süßes Lied.
Rainer Maria Rilke
Vielen Dank für das Interview lieber Gerd, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspiel-, Musik-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
Gerd Alois Wildbacher, Schauspieler, Sprecher und Musiker
5 Fragen an Künstler*innen:
Gerd Alois Wildbacher, Schauspieler, Sprecher und Musiker
Zur Person_Gerd Alois Wildbacher wurde in Eibiswald geboren und ist in Bad Schwanberg aufgewachsen. Er studierte an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Graz. Danach folgten unterschiedliche Engagements unter anderem am Schauspielhaus Graz und an diversen Bühnen, vor allem in der freien Theaterszene.
Er lebt als Schauspieler, Sprecher und Musiker derzeit in Graz.
Liebe Sylvia Caba, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Im Alltag beschäftige ich mich mit meiner Malerei und allem was damit zusammenhängt.
Sylvia Caba (folgende) _ Shaking head 20x 30 cm oel auf Papier.Boxing Elena, 20x30cm , oel auf PapierO. T. , 2023, 20x30cm, oel auf Papier
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Ich denke Offenheit als eine unserer wichtigsten Persönlichkeitsdimensionen zu praktizieren, ohne sich selbst und seine Grenzsetzung aufgegeben zu müssen. Offenheit bedeutet auch sich selbst nicht übermäßig ernst zu nehmen. Auf individueller und kollektiver Ebene. Es ist bei allem und für alle wichtig, die Balance zwischen den Gegensätzen zu finden, wenn man annehmen darf, dass Sicherheit eine Illusion ist.
In Bescheidenheit anzunehmen, dass subjektive Gefühlsurteile keine Basis für gesellschaftliche Maßstäbe bilden können, halte ich in der Zeit der Social media für uns alle als besonders wichtig.
Königin der Nacht, 2023, 60x70m, oel auf Papier
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?
…Virtuelle Welten und multiple Kontexte werden jedem Einzelnen immer zugänglicher. Kunst kann helfen, Festgefahrenes aufzubrechen, Rollen zu hinterfragen, und Witz zu haben, was hilfreich sein kann in herausfordernden Zeiten der Ressourcenkappheit.
Deception, 2023 , 20×30 cm, oel auf Papier
Was liest Du derzeit?
“ Fluss ohne Ufer “ (Hans Henry Jahn)
Sylvia Caba _ Madea’s falling, 2023, 60×70 cm, oel auf Papier
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„Though this is madness there is method in it.“ (Hamlet)
Vielen Dank für das Interview liebe Sylvia, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
Sylvia Caba, Künstlerin
5 Fragen an Künstler*innen:
Sylvia Caba, Künstlerin
Zur Person_Sylvia Caba,bis 2017 Studium am Mozarteum Salzburg – Bildnerische Erziehung , Psychologie Philosophie auf Lehramt. Nach Abschluss freie künstlerische Praxis. Wohne und male in Wien.
Alle Fotos _ Sylvia Caba.
24.7.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.