„nur eine extraparlamentarische Opposition, die nicht faschistisch gesinnt ist, kann etwas ausrichten“ Christian Kühne, Schriftsteller _ Wien 12.5.2023

Lieber Christian Kühne, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Rechnungen zahlen, Strafzettel sammeln, Blumen stehlen, in Kaffeehäusern mit Wildfremden streiten, Schlägereien vermeiden, Schulden begleichen, Hausaufgaben vergessen, die Stromrechnung verdrängen, die Nachbarn um Salz und Milch anschnorren… das übliche halt.

Christian Kühne, Schriftsteller

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Freundschaft. Politik und Wirtschaft nehmen immer menschenverachtendere Positionen ein, da kann nur eine extraparlamentarische Opposition, die nicht faschistisch gesinnt ist, etwas ausrichten. Also solidarisch sein miteinander. Anfangen, sich zu wehren.

Christian Kühne _ Text _ aktuelle Produktion:
„DAIMON. DIE NAMENLOSE“ WERK X-Petersplatz, Wien 1010.
Spieltermine _Premiere: Dienstag, 16.05.2023 & Mittwoch 17.05.2023.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, dem Theater, der Kunst an sich zu?

Ich kann da nur für mich sprechen, wenn ich meinen überdimensionierten und wie ich meine sehr gesunden Hass für das Fachgesimple, die Freunderlwirtschaft, das Bürokratendasein, die Instagrams und Facebooks, die Preise und Auszeichnungen und was es sonst noch alles gibt behaupte. Das Theater war für mich immer ein Ort der Begegnung, in dem sich Menschen begegnen und eine Wirklichkeit verhandeln, die uns alle berührt. Wo man auf die Suche geht, sich gemeinsam auf den Weg macht und drauf pfeift, ob das Endresultat nestroytauglich ist.

„DAIMON. DIE NAMENLOSE“
„DAIMON. DIE NAMENLOSE“ Live-Musik, Komposition: Antonia Dering

Was liest Du derzeit?

Fasching von Gerhard Fritsch, ein großartiges Buch.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

« Ich trinke zu viel

Ich rauche zu viel

Ich sterbe zu langsam. »

Zahnfäule in Paris, Heiner Müller

Christian Kühne, Schriftsteller

Zur Person_Christian Kühne

1992 in Wien geboren, wuchs an der italienischen Adria bei Triest auf. Nach seinem Schulabschluss zog es ihn nach Paris, wo er an der Université Paris 1 La Sorbonne Philosophie studierte und erste literarische Texte zu verfassen begann. 2011 gab er mit dem Roman „Ithaka“ sein Debüt als Autor. Seitdem hat er u. a. den Erzählungsband „Tarantole“ veröffentlicht und einen weiteren Roman „Der Schrei“ geschrieben. Neben seiner literarischen Tätigkeit arbeitet er seit 2015 in engem Kontakt mit mehreren internationalen Künstler*innen, darunter der Pariser Maler Arsène Welkin, der Graphiker Simone Ellero und der italienische Regisseur Giovanni Aloi. 2015 wurde ihr gemeinsamer Kurzfilm „E.T.E.R.N.I.T.“ bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig gezeigt und das Drehbuch zum Film „La Troisième Guerre“ gewann beim internationalen Kurzfilmfestival Festival du Court-Métrage de Clermont-Ferrand.

Als Mitbegründer des theater der sprachfehler zeigt er sich gemeinsam mit Andreas Jähnert seit 2017 für etliche Produktionen im In – und Ausland verantwortlich, im WERK X-Petersplatz ist u. a. in der Spielzeit 2018/19 die Trilogie „Rost“ zu sehen.

Er schreibt auf Italienisch, Deutsch und Französisch.

Aktuelle Produktion _ Text _ Christian Kühne _ „DAIMON. DIE NAMENLOSE“ _

Christian Kühne _ Text _ aktuelle Produktion:
„DAIMON. DIE NAMENLOSE“ WERK X-Petersplatz, Wien 1010.
Spieltermine _Premiere: Dienstag, 16.05.2023 & Mittwoch 17.05.2023.

Isoliert in ihrer Wohnung, begibt sich eine Frau* auf die Suche nach einer neuen Form des Seins, die unabhängig ist von allen Prägungen, Erfahrungen, äußeren Bildern und Einflüssen.
Sie glaubt, diesen Zustand im Wahnsinn zu finden, der ihr schon einmal in einer Klinik genommen wurde. Auf der Suche nach neuen Bildern einer anderen Existenz stellt sie ihre Identität in Frage, ihr Geschlecht und ihre Rolle in der Gesellschaft. Während dieses Prozesses erblindet sie.
Ihr einziges Werkzeug ist eine Kamera, die ihren Blick ersetzt.
Von den Gespenstern ihrer Vergangenheit eingeholt, bemächtigt sie sich dieser. In ihrem radikalen Kampf um Autonomie, nimmt sie auch den Zerfall ihres Selbst in Kauf. Wird die Namenlose am Ende, wenn sie sich von allem gelöst hat, bestehen?

Der im Stück benannte „Bildverlust“ wird als zentrales Thema aufgegriffen.
Als Resultat der Bilder, die uns konstant umgeben und die unser Selbst- und Fremdbild sowie die Idealisierung und Stereotypisierung dieser wesentlich mitbestimmen.
Ist es möglich, aus der Spirale von (Wahn-)Vorstellungen und Projektionen sowie den damit verbundenen seelischen Verletzungen auszubrechen, diesen Mustern eigene Bilder entgegenzusetzen? Oder bleiben diese stets nur Reaktionen auf augenscheinliche Wahrnehmungen und Erinnerungen und somit unweigerlich mit jeder (optischen) Vorgabe verknüpft? Können die Grenzen der Bilder in unseren Köpfen lediglich verschwimmen oder tatsächlich aufgehoben werden? Was passiert, wenn wir nicht mehr dem entsprechen, was von uns erwartet wird?

Um eine neue Perspektive einnehmen zu können, treten die anderen Sinne in den Vordergrund. Musik, Geräusche, die Magie der Sprache, Bewegung sowie das körperliche Erspüren des Raumes als Widerstand führen zum Aufreißen scheinbarer Sicherheiten und Strukturen.

„DAIMON. Die Namenlose“ bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Theater, Literatur und Film. Inspiriert von Sylvia Plath, Ingmar Bergman, Virginia Woolf und Anderen, beschäftigt sich die Inszenierung mit Trauma, psychogener Blindheit, Identität und der Möglichkeit eines freien, selbstbestimmten Lebens im Spannungsbogen von Verzweiflung und Euphorie.

„DAIMON. DIE NAMENLOSE“
Text / Christian Kühne
Ina Jaich | Regie, Schauspiel (rechts) _ Jennifer Mattes | Regie, Bühne, Kostüm, Video


„DAIMON. DIE NAMENLOSE“ _ von Christian Kühne

Uraufführung. Eine Produktion von zij in Kooperation mit WERK X- Petersplatz

Inszenierung: Ina Jaich, Jennifer Mattes

Text: Christian Kühne

Live-Musik, Komposition: Antonia Dering

Bühne, Kostüm, Video: Jennifer Mattes

Mentoring: Luk Perceval

Dramaturgie, Regieassistenz: Laura Brechmann

Recherche: Zeynep Alan

Produktionsleitung: Magdalena Stolhofer

WERK X-Petersplatz, Wien 1010. Spieltermine _Premiere: Dienstag, 16.05.2023 & Mittwoch 17.05.2023.

Beginnzeit: 19.30 Uhr

DAIMON. Die Namenlose

Fotos _Portrait: Federico Epifanio; Produktion: Arthur Summereder;

10.5.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com/

„Ein begeisternder Theaterabend im beeindruckenden Ensemblespiel“ Premiere „Skriker“ _ Theater Arche Wien 11.5.2023

Skriker _ Theater Arche Wien _
Koproduktion mit der Open Acting Academy-Konservatorium für Schauspiel

Da ist das Dunkel. Und da ist das Licht. Und dazwischen Mensch und Geheimnis. Macht und Ohnmacht. Und Ausgeliefertsein…


Josie ist nicht allein. Eine dämonische Fee – Skriker – greift nach hier und lässt nicht los. Josie ringt und kämpft und tötet…

Und da ist Lily. Die schwangere Freundin von Josie. Auch sie trägt werdendes Leben in ihr…und die Geister sind auch um sie…

Gibt es einen Weg ans Licht? Oder wird das Dunkel alles verschlingen? Skriker geht um…

Skriker _ Theater Arche Wien _
Koproduktion mit der Open Acting Academy-Konservatorium für Schauspiel

„Skriker“, ein poetisches Horror-Märchen von Caryl Churchill wird vom Ensemble der Open Acting Academy Wien begeisternd in Szene gesetzt. Das spannende wie herausfordernde Stück der britischen Dramatikerin Caryl Churchills von 1994 wird in dieser Neuinszenierung zu einem expressiven wie hintergründigen Dialog von Welt und Geheimnis, Existenz und Abgrund zwischen Zeit und Dunkelheit. Es gelingt dem Ensemble hervorragend mystische Kosmologie mit existentieller Dichte zu verbinden und Szene um Szene überraschend und ausdrucksstark zu setzen. Bis zum furiosen Finale…

„Ein begeisternder Theaterabend im beeindruckenden Ensemblespiel“

Literatur outdoors 5/23

SKRIKER

ein poetisches Horror-Märchen
von Caryl Churchill

Theater Arche (Münzwardeingasse 2a, 1060 Wien)
Vorstellungen: 11. – 15. Mai 2023
Eine Koproduktion mit der Open Acting Academy-Konservatorium für Schauspiel

Regie: Colleen Rae Holmes
Bühne: Arnold Wilfing
Kostümdesign: Colleen Rae Holmes
Lichtdesign: Ricarda Reithner
Musik: Abraham Goldstein
Choreo: Jennifer Gross

BESETZUNG

Skriker: Nadja Kruselburger, Pia Schiel, Matea Novak
Josie: Jasmina Eder
Lily: Julia Wiehart

Passantin: Jennifer Gross
Hexe: Moni Preyhaupt
Totes Kind / Mädchen mit Teleskop: Agnes Ludwig
Verirrtes Mädchen: Gülnur Demirkoca
Frau: Simone Uebelhart
Mann: Matthias Stangl
Kelpie: Valerian Heiss
Schwarzer Hund: Christian Georgita
Brownie / Spriggan: Daniel Tanzberger
Gute / Böse Fee: Marion Steinbach
Grüne Lady: Janika Maria Lucas
Hase: Eva Hütter
Krähe: Mirko Novakovic  

Produktionsleitung: Marion SteinbachNadja Kruselburger
Regieassistenz: Sigrid Redl
Licht: Blue Piska
Ton: Achim Orischnig

Theater Arche
Münzwardeing. 2a, Wien

Weitere Spieltermine: Fr, 12.5. ; Sa 13.5.; So 14.5.; Mo 15.5.; jeweils 19:30

Alle Fotos_Walter Pobaschnig

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„Auf auf“ Bernhard Georg Rusch, Schauspieler _ Give Peace A Chance _ Klagenfurt 11.5.2023

GIVE PEACE A CHANCE


Großartige Gedanken

Intime Momente

Verpasste Chancen

Ehre und Edelmut


Platz für Liebe

Ein Licht, ein Schimmer voll Hoffnung

Aber es gibt so viel Gegenwehr

Chronisch ist der Weg blockiert

Ein Kraftakt wird nötig sein


Auf auf


Chancen gibt es immer wieder

Holt all euren Mut

Aktiv zu werden

Nicht nur zu träumen

Chaos weg

Endlich


Bernhard Georg Rusch, 7.5.2023

Bernhard Georg Rusch – Schauspieler & freischaffender Künstler

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Bernhard Georg Rusch – Schauspieler & freischaffender Künstler

Zur Person_Bernhard Georg Rusch

geboren 1985 in Klagenfurt am Wörthersee. Studierte Schauspiel am Konservatorium der Stadt Wien (Heute: MUK) von 2008-2012. Seine Arbeiten als Schauspieler brachten ihn u. a. ans E.T.A. Hoffmann Theater in Bamberg (2013-2015), zu den Salzburger Festspielen („Kasimir und Karoline“, 2017), an die Neue Bühne Villach und ans Theater der Jugend. Außerdem ist er auch immer wieder in Filmen und TV-Serien zu sehen, u.a. „Klammer – Chasing the Line“ (2021) und „SOKO-Linz“.

Seit einigen Jahren arbeitet er auch als Performer, Regisseur, Autor und Videokünstler, oftmals interdisziplinär. Hierbei entstanden u.a. Projekte wie „Klausen klingt“, ein Alte Musik Festival in Südtirol, das im August 2023 zum zweiten Mal stattfindet, verschiedene Bühnenshows des internationalen Saxophon Quintetts „FIVE SAX“ und „Josephs Diktat“, eine interaktive Kunstinstallation zum Thema Bücherverbrennung und Manipulation. Er ist Gründungsmitglied des KünstlerInnenkolletivs „KunstMeeting – Verein zur Förderung von interdisziplinären Kunstprojekten“. Seit 2017 Auftritte mit der Lesung „Alles war ganz anders geworden – Aus dem Tagebuch eines Soldaten“, basierend auf dem Kriegstagebuch seines Großvaters.

Unter dem Namen „latenightcreativity“ arbeitet er an eigenen Kunstprojekten.

www.bernhardgeorgrusch.com

Foto _ Theresa Pewal

Walter Pobaschnig _ 7.5.2023

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„Das Theater muss lebendig bleiben“ Ina Jaich, Regisseurin, Schauspielerin _ Wien 11.5.2023

Liebe Ina Jaich, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Vom Bett auf die Yogamatte rollen, meine Glieder auseinanderziehen, Kaffee, schreiben, Musikhören und ab in den vollgestopften 46er ins Theater, Proben, Technikbesprechung, am Petersplatz die Kutschen anschauen, wieder ins Dunkel, weiter. Am Abend nochmal den Text durchgehen und vielleicht noch jemand treffen und eine Runde spazieren. Es ist das erste Mal, dass ich an einem Projekt als Schauspielerin und Regisseurin arbeite. Das ist spannend, aber auch ein ausgefülltes Leben.

Ina Jaich, Regisseurin, Schauspielerin _
aktuelle Produktion „DAIMON. DIE NAMENLOSE“ WERK X-Petersplatz, Wien 1010.
Spieltermine _Premiere: Dienstag, 16.05.2023 & Mittwoch 17.05.2023.

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich glaube, dass wir den Bezug zu uns selbst nicht verlieren. In uns hineinhören und spüren, was wir wirklich brauchen. Unterscheiden zu dem, was uns vielleicht suggeriert wird, was wir brauchen sollen.

Und realisieren, wenn uns die Angst leitet, die ja auch gerade so viele von uns haben.

Zuzuhören, für einander da zu sein und zu spüren, dass man nicht alleine ist. Das ist immer wichtig.

„DAIMON. DIE NAMENLOSE“

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Ich glaube, dass es tatsächlich wichtig ist, sich zu positionieren und Stellung zu beziehen. Auch wenn man denkt, dass man selber nichts ausrichten kann und an vielem zweifelt, so wie ich. Es gibt so viele Brandherde gerade und Menschen, die betroffen sind. Wenn man den Missstand benennt und nicht wegsieht, ist es immerhin ein Anfang. Und darin, dass gerade so Vieles offen liegt, besteht auch eine Chance!

„DAIMON. DIE NAMENLOSE“

Ich glaube, wir brauchen die Kunst, es ist etwas zu tiefst Menschliches. Den Raum für das Irrationale, die Überforderungen, die ungelebten und unterdrückten Gefühle und Gedanken. Und das in etwas Eigenständiges, Lebendiges zu transformieren. Etwas, das nagt, tröstet oder aufweckt, je nachdem oder alles zusammen.

Das Theater muss lebendig bleiben.

„DAIMON. DIE NAMENLOSE“ Live-Musik, Komposition: Antonia Dering

Was liest Du derzeit?

Momentan nur meinen Text, den ich gerade probe. Das ist ein 15 seitiger Monolog, da bleibt nicht viel Zeit für andere literarische Ausflüge.

Die Premiere von „DAIMON. Die Namenlose“ ist am 16.05.2023 im Werk X Petersplatz. 

Danach freue ich mich sehr über Empfehlungen, her damit!

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Gibt Mama Opa Opium, bringt Opium Opa um.

Einer meiner Lieblingssätze aus unserem Stück, in dem es um Trauma, Isolation aber auch um eine große Lebenslust geht. Bringt mich jedes Mal zum Lachen, ist doch gut!

Vielen Dank für das Interview liebe Ina, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Film-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Ina Jaich, Regisseurin, Schauspielerin

Ina Jaich, Regisseurin, Schauspielerin

Zur Person_

Ina Jaich | Regie, Schauspiel

1984 in Stuttgart geboren. Nach ihrem Schauspielstudium an der akademie für darstellende kunst adk-ulm arbeite sie an verschiedenen Theatern im europäischen Raum, wie HAU – Hebbel am Ufer Berlin, Thalia Theater in Hamburg, Stadttheater Gent / NTGent oder dem WERK X-Petersplatz in Wien und mit Filmregisseur*innen wie Christian Klandt, Rainer Kaufmann, Sophie Linnenbaum oder Alexei Popogrebski. 2020 arbeitete sie mit Luk Perceval und Steven Heene in Gent.

Für ihre Rolle im Kinofilm „Viva Forever“ von Sinje Köhler wurde sie für den Förderpreis Neues Deutsches Kino in der Kategorie Schauspiel des Filmfest München nominiert. Sie war Protagonistin des Festivaltrailers der Diagonale’21 – Festival des österreichischen Films unter der Regie von Jennifer Mattes, sowie Dramaturgin 2022 im Rahmen des partizipativen Projektes „Moving the Forum“, das sich kritisch mit der Stiftung Humboldt Forum auseinandersetzte.

Für den rbb – Rundfunk Berlin-Brandenburg konzipierte und spielte sie 2021 die Hörspiel-Performance „Funken der Liebe“ auf Grundlage des Hörspiels „SOS … rao rao … Foyn“ von Friedrich Wolf zum 90-jahrigen Jubiläum des Haus des Rundfunks Berlin.

www.castupload.com/actors/ina-maria-jaich

Aktuelle Produktion „DAIMON. DIE NAMENLOSE“ _ von Christian Kühne

Ina Jaich, Regisseurin, Schauspielerin _
aktuelle Produktion „DAIMON. DIE NAMENLOSE“ WERK X-Petersplatz, Wien 1010.
Spieltermine _Premiere: Dienstag, 16.05.2023 & Mittwoch 17.05.2023.

Isoliert in ihrer Wohnung, begibt sich eine Frau* auf die Suche nach einer neuen Form des Seins, die unabhängig ist von allen Prägungen, Erfahrungen, äußeren Bildern und Einflüssen.
Sie glaubt, diesen Zustand im Wahnsinn zu finden, der ihr schon einmal in einer Klinik genommen wurde. Auf der Suche nach neuen Bildern einer anderen Existenz stellt sie ihre Identität in Frage, ihr Geschlecht und ihre Rolle in der Gesellschaft. Während dieses Prozesses erblindet sie.
Ihr einziges Werkzeug ist eine Kamera, die ihren Blick ersetzt.
Von den Gespenstern ihrer Vergangenheit eingeholt, bemächtigt sie sich dieser. In ihrem radikalen Kampf um Autonomie, nimmt sie auch den Zerfall ihres Selbst in Kauf. Wird die Namenlose am Ende, wenn sie sich von allem gelöst hat, bestehen?

Der im Stück benannte „Bildverlust“ wird als zentrales Thema aufgegriffen.
Als Resultat der Bilder, die uns konstant umgeben und die unser Selbst- und Fremdbild sowie die Idealisierung und Stereotypisierung dieser wesentlich mitbestimmen.
Ist es möglich, aus der Spirale von (Wahn-)Vorstellungen und Projektionen sowie den damit verbundenen seelischen Verletzungen auszubrechen, diesen Mustern eigene Bilder entgegenzusetzen? Oder bleiben diese stets nur Reaktionen auf augenscheinliche Wahrnehmungen und Erinnerungen und somit unweigerlich mit jeder (optischen) Vorgabe verknüpft? Können die Grenzen der Bilder in unseren Köpfen lediglich verschwimmen oder tatsächlich aufgehoben werden? Was passiert, wenn wir nicht mehr dem entsprechen, was von uns erwartet wird?

Um eine neue Perspektive einnehmen zu können, treten die anderen Sinne in den Vordergrund. Musik, Geräusche, die Magie der Sprache, Bewegung sowie das körperliche Erspüren des Raumes als Widerstand führen zum Aufreißen scheinbarer Sicherheiten und Strukturen.

„DAIMON. Die Namenlose“ bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Theater, Literatur und Film. Inspiriert von Sylvia Plath, Ingmar Bergman, Virginia Woolf und Anderen, beschäftigt sich die Inszenierung mit Trauma, psychogener Blindheit, Identität und der Möglichkeit eines freien, selbstbestimmten Lebens im Spannungsbogen von Verzweiflung und Euphorie.

Ina Jaich | Regie, Schauspiel (rechts) _ Jennifer Mattes | Regie, Bühne, Kostüm, Video


„DAIMON. DIE NAMENLOSE“ _ von Christian Kühne

Uraufführung. Eine Produktion von zij in Kooperation mit WERK X- Petersplatz

Inszenierung: Ina Jaich, Jennifer Mattes

Text: Christian Kühne

Live-Musik, Komposition: Antonia Dering

Bühne, Kostüm, Video: Jennifer Mattes

Mentoring: Luk Perceval

Dramaturgie, Regieassistenz: Laura Brechmann

Recherche: Zeynep Alan

Produktionsleitung: Magdalena Stolhofer

WERK X-Petersplatz, Wien 1010. Spieltermine _Premiere: Dienstag, 16.05.2023 & Mittwoch 17.05.2023.

Beginnzeit: 19.30 Uhr

DAIMON. Die Namenlose

Fotos _Produktion: Arthur Summereder; Portrait Ina Jaich:  Urban_Ruths; Portrait Ina Jaich und Jennifer Mattes: Sebastian Grimberg

10.5.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com/

„Ganz“ Daniel Zipfel, Schriftsteller _ Give Peace A Chance _Wien 10.5.2023

GIVE PEACE A CHANCE


Ganz

In

Veilchenblau

Erstarrt


Panzer

Elektroschock

Artillerie

Chlorgas

Eisenstange


Atombombe


Chancen zum Blühen

Haben Veilchen

Ab

Null Grad

Celsius

Etwa ab dem Gefrierpunkt.


Daniel Zipfel, 26.4.2023

Daniel Zipfel, Schriftsteller

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Daniel Zipfel, Schriftsteller

Zur Person_Daniel Zipfel wurde 1983 in Freiburg geboren. Er wuchs in Wien auf, wo er 2007 sein rechtswissenschaftliches Studium abschloss. Im selben Jahr wurde auch seine erste Kurzgeschichte publiziert. Seit 2008 arbeitet er als Jurist im Flüchtlingsbereich und veröffentlicht literarische Texte in Zeitschriften und Anthologien. Sein Romandebüt „Eine Handvoll Rosinen“ erschien im Jahr 2015 und wurde mit der Buchprämie der Stadt Wien und des Bundeskanzleramts Österreich ausgezeichnet. Er ist Absolvent des Instituts für Narrative Kunst und Mitglied der Grazer Autorenversammlung. 

https://www.danielzipfel.at/autor/

Aktuelle Buchneuerscheinung_ Daniel Zipfel, Nichts als Papier. Roman. Leykam Verlag. 2023

Ein historischer Roman über Wien während der Türkenbelagerung im Jahr 1683, jenseits von Einordnungen wie Gut und Böse. Ein hochaktueller Roman angesichts aktueller Kriege, der zeigt, wie viele Interessen im Spiel sind.

Daniel Zipfel, Nichts als Papier. Roman, 240 Seiten. Gebunden.

€ (A,D) 24,50 I Leykam ISBN 978-3-7011-8259-6

Nichts als Papier

Foto _ Manfred Weis

Walter Pobaschnig _ 26.4.2023

https://literaturoutdoors.com

„Zurück zu Verbundenheit, Menschlichkeit, Nächstenliebe und weg von Machtspielen“ Kristina Krenn, Schauspielerin _Wien 10.5.2023

Liebe Kristina Krenn, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

„Den“ Tagesablauf gibt es bei mir nicht. Ich mag es, wenn sich die Tage, bis auf ein paar Fixpunkte, nicht gleichen. Da überrasche ich mich gerne selber. Routine gibt zwar Sicherheit, stört aber enorm meine Kreativität. Ich mag es, wenn ich in der Früh schreiben kann, was mir an Gedanken kommt. Alles sortiert sich……………………..Ich mag es Yoga zu machen, zu proben, zu spielen, zu musizieren, zu spazieren, Freunde zu treffen und zu lernen. Ich lerne so gerne!

Vormittags biete ich in meinen Mitmachtheaterstücken den Kindern eine Plattform sich auszudrücken, Rollen auszuprobieren und sich zu trauen vor anderen zu sprechen und zu agieren.

Nachmittags begleite ich als Potentialentfaltungscoach Menschen, die mehr aus ihrem Leben machen wollen. Die aus dem Hamsterrad der Bedürftigkeit aussteigen und mehr zu sich und ihren Lebensträumen finden möchten.

Kristina Krenn, Schauspielerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Dass wir uns auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben konzentrieren und damit meine ich nicht wer mehr hat, mehr kann,…….sondern, dass wir auf uns selbst, unsere Familie, Freunde und auf unsere Umwelt achten.

Zurück zu Verbundenheit, Menschlichkeit, Nächstenliebe und weg von Profitgier um jeden Preis, Machtspielen und Ende damit die Menschen gegenseitig auszuspielen!

Zurzeit beschäftigt mich auch sehr unser veraltetes Schulsystem. Es gehört dringend überarbeitet! Es geht in der heutigen Zeit um mehr als um bloße Vermittlung alten Wissens. So viele junge Menschen mit enormen Potentialen werden damit frustriert. Sie wollen lernen, das ist in uns veranlagt, aber bitte zeitgemäßer!

Ja, und unsere Umwelt sollte uns allen wichtig sein! Auch wenn es vielleicht an unsere Bequemlichkeit geht, wir nicht jeden Weg mit dem Auto und nicht jede Reise mit dem Flugzeug machen können. Wäre gut, wenn wir endlich vom Reden ins Tun kommen würden!

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Theater, Film und Kunst allgemein zeigen aktuelle Themen auf und konfrontieren das Publikum mit den Eindrücken, Herangehensweisen, Lösungen und Aussagen anderer und regen somit zur Diskussion an. So können sich eventuell neue Sichtweisen und Verbindungen ergeben und dies trägt im besten Fall zu Veränderungen und Verständnis bei.

Was liest Du derzeit?

„Tanz mit dem Schafsmann“ von Haruki Murakami und

„Was wir sind und was wir sein könnten“ (Ein neurobiologischer Mutmacher)

von Gerald Hüther

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Bei Murakami mag ich es, die Lieder, die im Text vorkommen gleichzeitig zum Lesen abzuspielen. Fühlt sich dann so authentisch an

„Jede große Veränderung auf der Welt beginnt immer bei dir selbst!“ (Gerald

Hüther)

Vielen Dank für das Interview liebe Kristina viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspiel-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Kristina Krenn, Schauspielerin

Zur Person_Kristina Krenn _ ich bin als Schauspielerin zur Zeit mit meinen Mitmachtheaterstücken in ganz Wien im Einsatz und habe für das Gloria Theater, Kellergassen Compagnie, Sommerfestspiele Weitra, Stadttheater Berndorf, Stadttheater Wiener Neustadt und für Film und Werbung und in vielen freien Produktionen gespielt und lebe in Wien.

Foto _ Stefan Peters

1.5.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Mitfühlen, Mitdenken und Mithandeln zu ermöglichen“ Anna Zepnick, Autorin _ Dresden 9.5.2023

Liebe Anna, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Immer zuerst grünen Tee. Dann nach Tagesbedarf kuscheln, essen, arbeiten. Meine Tage variieren, ich mäandere zwischen den Künsten, dem Broterwerb, dem Yoga hin und her. Nicht ohne Struktur, das könnte ich nicht. Aber die Freiräume dazwischen lassen mich atmen, denken, schreiben. Das ist Luxus, ich weiß.

Anna Zepnick, Autorin, Musikerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Zu atmen. Durchzuatmen. Zu schnell sind wir erregt über Dinge, die in der Rückschau oft nur halb so wichtig sind. Zuzuhören. Schon dann hat der andere Mensch das Gefühl, geachtet zu werden. Mitzufühlen. Und schließlich zu handeln. Jeder Mensch dort, wo er es für wichtig hält.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Für mich ist jeder Tag ein Aufbruch, ein Neubeginn. Was gestern war, kann heute noch gelten, muss aber nicht. Dafür sensibel zu sein, sporne ich mich immerfort an. Und davon zu berichten, das kann Kunst, das kann Literatur, das kann Musik, darüber schreibe ich, das versuche ich auszudrücken, wenn ich musiziere. Meine persönlichen menschlichen Erfahrungen in ein Nachvollziehbares zu transformieren, Mitfühlen und Mitdenken und Mithandeln zu ermöglichen. Austausch auf allen Ebenen.

Was liest Du derzeit?

Carlos Franz: Das Quartett der Liebenden, ein Roman über Darwin, einen Maler und eine Frau.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„die Schläfer kommen nicht zur Ruh

die Lichter- und Geräuschkulisse schwillt

die Endgeräte senden immerzu

wir müssen niederknien“

aus GLIMM von Kerstin Becker

Vielen Dank für das Interview liebe Anna, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literatur-, Musikprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Anna Zepnick, Autorin, Musikerin

Zur Person_ Anna Zepnick, geboren, aufgewachsen, beschult und studiert in Dresden. Diplom und Konzertexamen als Pianistin. Arbeitet als Musikerin und Yogalehrerin. Liebt Sprache, seit sie sie beherrscht. Initialbegegnung waren die Bibel und die Grimmschen
Märchen.

Schreibt seit 2012 intensiv. 2007 Drehbuch „Mascha, der Kater und der kleine Elefant“, Balancefilm Dresden 2015 Vertonung „so ist das mit dem glück“ / Etta Scollo, Album „tempo al tempo“, Jazzhaus Records, 2016 Gedichte in „Richtungsding X“, Zeitschrift für Gegenwartsliteratur, Herausgeber J. Laarmann, Düsseldorf,
2020 Hörbuch „und singt ewige lieder“ (gefördert durch ein Denkzeit-Stipendium der
Kulturstiftung des Freistaates Sachsen) annazepnick.bandcamp.com
2022 Teilnahme an Lyrikwerkstatt von Andreas Altmann, Poesiefestival Vollradisroda
2022 Bühnenpremiere von „und singt ewige lieder“ am Societaetstheater Dresden
https://www.societaetstheater.de/veranstaltung/und-singt-ewige-lieder/

Foto_privat

4.4.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Gnade“ Anselm Retzlaff, Dichter _ Give Peace A Chance _ Meißen 9.5.2023

GIVE PEACE A CHANCE

Gnade

Ist

Vor allem

Eine

Preisung an unser

Eigenes Ich.

Aber auch, wenn wie ein

Crush mit uns selbst

Eine Liebe zum Selbst entflammt:

Aufbegehrung des Unbekannten!

Crush mit dem Absoluten Licht,

Hauch des Göttlichen,

Anfang und Ende aller Dinge;

Niemals festlegbar.

Crush, Liebe, Erwachen:

Ende gut, Alles …


Anselm Retzlaff, 24.4.2023

Anselm Retzlaff, Dichter; Lyriker und Aphoristiker.

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Anselm Retzlaff, Dichter; Lyriker und Aphoristiker

Zur Person_Anselm Retzlaff wurde 1991 in Radebeul geboren und verbrachte seine Kindheit in Meißen. Er besuchte dortige Schulen und arbeitete danach im Theater Meißen, wo er auch vier Jahre in der Jugendtheatergruppe tätig war. Nach einer Ausbildung zum Ergotherapeuten in Kreischa zog er sich zurück in seine Heimatstadt und arbeitete zwei Jahre für den Hahnemannzentrum Meißen e.V. In dieser Zeit, den Jahren 2020 und 2021 veröffentlichte er seine ersten beiden Gedichtbände: „Chrysalis – bis zur aufgehenden Sonne: Mystische Gedichte und Gedanken“ und „Singsang: Vom Sein des Selbst. Gedichte“ In ihnen, die einen Einblick in sein Schaffen seit seinem zwanzigsten Lebensjahr geben, widmet er sich der Grundfragestellung seines Lebens: „Was ist Liebe, Was ist Erleuchtung, und Wer bin Ich.“

Er ist Sohn des Künstlers Markus Retzlaff und selbst Zeichner und Buchillustrator.

Aktuelle Buchneuerscheinung: Anselm Retzlaff „Elysium“

Anselm Retzlaff „Elysium“ Lyrik, Prosa 2023, Broschur, 12 x 20 cm, 70 Seiten, mit einer Zeichnung von Saskia Metz und einer vom Autor, Notschriften Verlag ISBN  978-3-948935-39-9

In seinem dritten und persönlichsten Band mit Lyrik und Prosa will Anselm Retzlaff nur noch eines: Die eine Wahrheit des absolut göttlichen Selbst vermitteln. Er kommt zu dem Schluss: Wer der Jugend, dem inneren Kind nicht treu bleibt, muss vom Alter Weisheit erlernen. Denn intuitives Ich-Bin ist nicht von Erfahrung abhängig. Er nimmt uns mit auf seine Spur nach dem eigenen Ich – dem Selbst aller Wesen. Ultimativ allein und ungeteilt, Zeuge allen Lebens.

http://www.notschriften.com/epages/61055162.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/61055162/Products/AR

Foto _ privat

Walter Pobaschnig _ 24.4.2023

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„Mensch bleiben“ Ursula Nocchieri, Schauspielerin, Regisseurin _ Wien 8.5.2023

Liebe Ursula Nocchieri, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Es gibt für mich keinen geregelten Tagesablauf, jeder Tag sieht anders aus und das ist schön. Aber normalerweise – wenn in der Früh keine Termine angesetzt sind – stehe ich um etwa 8 Uhr auf, vormittags werden E-Mails beantwortet, Termine vereinbart, meine Social Media Kanäle bedient. Nachmittags habe ich meist Besprechungen oder ich gönne mir einen Plausch mit Freunden. Im Falle eines terminfreien Nachmittags arbeite ich meine administrativen Angelegenheiten ab, bearbeite Regiebücher, erstelle Probenpläne, suche Texte für meine Lesungen, dh ich mache meine „Hausübungen“ für aktuelle Projekte. Abends sind fast täglich Proben angesetzt, oder eigene Auftritte (deren Proben meist vormittags stattfinden). An meinen seltenen freien Abenden gehe ich ins Theater und sehe mir Produktionen von KollegInnen an. Oder ich besuche meine Söhne (24 und 26 Jahre alt), die in einer „Brüder WG“ zusammen ganz in der Nähe meiner Wohnung in Wien wohnen.

Ursula Nocchieri, Schauspielerin, Regisseurin und Trainerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ruhe bewahren, allen Lebewesen mit Respekt und Wohlwollen begegnen, sich mit Freunden austauschen, Zeit mit der Familie verbringen, sich in Dankbarkeit üben und vor allem jeden Tag bewusst erleben und genießen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

In Bezug auf die Frage, was in dieser Zeit des Aufbruchs wesentlich ist, kann ich nur nochmals auf meine vorhergehende Antwort hinweisen. Mensch bleiben, nicht zur Maschine oder zu ferngesteuerten, funktionierenden Mitläufern werden. Sich auf das Wesentliche konzentrieren, einen Filter für belastende und Angst machende Nachrichten und Ereignisse aufbauen, ohne dabei unsensibel dafür zu werden. Sich die Frage stellen, was wirklich wichtig ist.

Theater hatte immer schon die Aufgabe, sich unangenehmen Dingen, Missständen sowie politischen wie gesellschaftlichen Themen zu widmen, die in anderen Bereichen schwer oder gar nicht angesprochen werden können. Und sie den Menschen vor Augen zu führen. Abgesehen davon ist natürlich auch die Unterhaltung und die Ablenkung der Menschen von Sorgen und Ängsten mit erheiterndem und humorvollem Programm nicht zu unterschätzende „Therapie“. Gerade in Zeiten der Unruhe und vor anstehenden Veränderungen brauchen die Menschen auch einen Zufluchtsort, an dem sie für ein paar Stunden Distanz zum Alltag und den damit verbundenen Problemen gewinnen können. Oder damit „von außen“, also als Zuseher und nicht direkt involviert, konfrontiert werden und zum Nachdenken oder auch zur Findung von eigenen Wegen angeregt werden.

Was liest Du derzeit?

Ich mache gerade eine Ausbildung im Bereich Kinder- und Jugendtheater und muss über Fachbücher Rezensionen schreiben. Im Moment ist es das Buch „Der poetische Körper“ von Jacques Lecoq.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Das „Ich“ ist nebensächlich. Man muss herausfinden, wie die Lebewesen und die Dinge sich bewegen und wie sie sich in uns spiegeln. Man muss der Horizontalen und der Vertikalen, all dem was auf unantastbare Weise außerhalb von einem selbst existiert, den Vorzug geben. Im Verhältnis zu diesen Anhaltspunkten in der äußeren Welt wird die Person sich selbst offenbar.“

Vielen Dank für das Interview liebe Ursula, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Theater-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Ursula Nocchieri, Schauspielerin, Regisseurin und Trainerin

Zur Person_ Ursula Nocchieri, geb. 1962 in Wien, Schauspielerin, Regisseurin und Trainerin, Ausbildung in der „International School of Humor“ sowie bei internationalen SchauspiellehrerInnen. Schauspiel, Regie, Kabarett, Moderationen, Vorträge und Lesungen. Clown- und Theaterworkshops für Erwachsene, Kinder und Jugendliche und als Motivationstraining für Manager runden ihr künstlerisches Repertoire ab. Vier Jahre Leitung des Lenautheaters Stockerau (www.lenautheater.at). 2020 Gründung des Theatervereins „Il Salottino“ mit Fokus auf Produktion klassischer Theaterstücke. Schauspieltrainerin beim Kindertheater International (www.kindertheater-international.at) sowie in der Musik- und Kunstschule Waidhofen/Ybbstal. Sprachen: Deutsch, Englisch, Italienisch, Französisch.Info: www.uschi-nocchieri.at

Foto_privat

31.3.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

„Go ahead“ Alexandra Maria Timmel Schauspielerin _ Give Peace A Chance _Wien 8.5.2023

GIVE PEACE A CHANCE

Go ahead

Inhale

Verbalize your fear

Exhale



Pay attention

Embrace life

Act responsibly

Change your attitude

Embrace life

Act respectfully

Clear bad thoughts

Heal your fear

Act carefully

Name injustice

Care for strangers

Embrace life


Alexandra Maria Timmel,
29.4.2023

Alexandra Maria Timmel
Schauspielerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Alexandra Maria Timmel, Schauspielerin

Zur Person_Alexandra Maria Timmel, Schauspielerin

Seit 1986 als freischaffende Schauspielerin tätig (u. a. Burgtheater, Theater in der Josefstadt, Volkstheater, Theater der Jugend , Theater Drachengasse, Theater an der Wien,Sommerspiele Kobersdorf, Sommerspiele Melk , Raimundspiele Gutenstein…) diverse TV Produktionen, Dozentin für Rollengestaltung, Musikalische Auftritte mit Timmel&Steiner

http://alexandramariatimmel.com/

Foto _ Fabian Steppan

Walter Pobaschnig _ 29.4.2023

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