„Dass wir unsere Welt deutlich mehr im Sinne des Verbindenden denken“ Michael Georg Bregel, Schriftsteller _ Berlin 25.8.2023

Lieber Michael Georg Bregel, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Bedingt durch meine seelische Bauart bin ich nach dem Aufstehen zunächst mal auf das Funktionieren einer Reihe von Routinen angewiesen, damit es überhaupt ein Tag für mich wird. Wenn das geklappt hat, übersetze ich nach und mit reichlich Kaffee üblicherweise erst mal ein paar Stunden, das ist meine hauptsächliche Einkommensquelle.

Im weiteren Tagesverlauf lasse ich mich dann davon leiten, was mir meine kreative Ader zu bestimmten Ideen, Themenstellungen und Anfragen in die Arbeitsgehirnzellen pumpt. Daraus kann dann Literatur, Fotografie, Grafik oder auch mal ein experimenteller Kurzfilm werden. Wenn mir aber zum Beispiel zum Thema eines Kunst-Calls eher eine Kurzgeschichte einfällt, schreibe ich lieber die und freue mich über den Quer-Impuls.

Am Abend lese ich dann ein paar Zeitungen und schaue die eine oder andere Nachrichtensendung – Newsjunkie, bleibender Schaden meines einstigen Journalisten-Berufs.

Die Nacht ist dann meist der literarischen Lektüre gewidmet.

Michael Georg Bregel,
Autor, Übersetzer, Redakteur und bildender Künstler

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Das Bemühen um Akzeptanz. Gegenseitiges Verstehen-Wollen. Darüber Nachdenken, wie wir miteinander reden. Und auf welche Weisen wir Ansprüche geltend machen wollen. Und zwar auf allen Ebenen. Zwischen Einzelpersonen genauso wie zwischen Nationen und Weltanschauungen, gesellschaftlichen Gruppen, Communities und Generationen.

Ich denke, dass die aktuell politisch, gesellschaftlich und emotional so wirren Zeiten eigentlich nichts genuin Neues sind, sondern wohl von fast jeder der letzten Generationen in der einen oder anderen Form ähnlich und potenziell genauso apokalyptisch erlebt wurden. Könnten wir das akzeptieren, wäre das gegenseitige Verstehen der jeweiligen Gefühlslagen vielleicht etwas einfacher. Gefühlt häufen sich die Krisen in diesen Tagen nur mehr als „früher“ – und sie werden subjektiv seltsamer, unerwarteter (wie die gleichzeitig hyperreale wie surreale Corona-Zeit), universaler (wie die Klimawandel-Katastrophe) und oft auch unverständlicher (wie der unfassbar unsinnige Ukraine-Krieg).

Aus meiner Sicht wäre besonders wichtig, dass wir alle unser Leben und unsere Welt deutlich mehr im Sinne von Integration, also im Sinne dessen denken, was wir gemeinsam haben, was uns verbindet. Leider funktionieren Gemeinschaften, Gesellschaften und wohl auch Menschen individuell aber eher über Ab- und Ausgrenzung. Über Ausgrenzung derer, die angeblich nicht dazugehören, und über grundsätzliche Ablehnung dessen, was angeblich nicht „unserer“ Philosophie und Lebensart entspricht. Dass der Mensch dahingehend noch in eine Lernkurve einbiegen wird oder von seinem Wesen her überhaupt dazu in der Lage wäre, glaube ich aber leider immer weniger.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Was ich dabei für wesentlich hielte, habe ich ja gerade schon kurz angerissen.

Die Literatur und andere Kunstformen können direkt zwar sicher wenig bewirken. Sie können aber dafür sorgen, dass – wenn auch stilisiert – immer das breitestmögliche Spektrum von Ansichten, Interpretationen und Deutungen für alle verfügbar bleibt, die dafür offen sind. Wobei die Hoffnung bleibt, dass durch die „Verkunstung“ von wichtigen Themen so auch vielleicht nicht mehr von der politischen Meinungsbildung her, aber zumindest noch für kulturelle Experimente offenen Leuten verschiedene Aspekte zentraler Debatten zumindest indirekt zugänglich gemacht werden können, auf die sie sich in ihrem bereits festgefügten Weltbild sonst nicht eingelassen hätten.

Für alle, die künstlerisches Erleben grundsätzlich bereitwillig in und für sich aufnehmen, kann Kunst einfach alles sein: Hammer und Hirnschmeichler, Kran und Krücke, Leuchtturm, Leberfleck und Lebensmittel …

Was liest Du derzeit?

Ich lese immer einiges parallel. Aktuell hole ich zum einen ein paar ältere Jahrgangsbände der US-amerikanischen Dada-Literatur-und Kunstzeitschrift „Maintenant“ nach, die ich erst kürzlich antiquarisch bekommen konnte. In der aktuellen Ausgabe des Anthologie-Journals aus New York bin ich übrigens auch selbst mit einer Arbeit vertreten. Zudem lese ich gerade die sehr gelungenen Gedichtbände „Nebelatlas“ von Gabriel Wolkenfeld und „Prinzenverstecke“ von Steffen Marciniak. Und auch immer irgendwas von Stephen King. Als Nächstes freue ich mich auf die neuen Bücher von zwei Autoren-Kolleginnen aus Berlin, die ich auch persönlich sehr schätze: „Marie – Wenn ich schlafe darfst du träumen“ von Regine Wendt und den Erzählband „Alle Eine“ von Carla Bessa, die deutsche Übersetzung ihres jüngsten brasilianischen Erfolgs „Todas uma“ erscheint im Herbst bei Transit.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Passend zum Akrostichon-Impuls einen Text von Yoko Ono, geschrieben im Herbst 1963, aus ihrem herausragenden, 1964 erschienenen Buch „Grapefruit“:

LIGHT PIECE

Carry an empty bag.

Go to the top of the hill.

Pour all the light you can in it.

Go home when it is dark.

Hang the bag in the middle of your

room in place of a light bulb.

Ich habe das übrigens neulich einfach mal gemacht. Das Licht reicht jetzt noch, um diese Zeilen dabei zu schreiben.

Vielen Dank für das Interview lieber Michael Georg, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literatur-, Kunst-, Journalismusprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Michael Georg Bregel, Autor, Übersetzer, Redakteur und bildender Künstler

Zur Person _ Michael Georg Bregel (*1971 in München, lebt in Berlin) ist gelernter Rundfunkjournalist, war Tageszeitungsredakteur, ist Diplom-Politologe und freiberuflich als Autor, Übersetzer, Redakteur und bildender Künstler tätig. Diverse Ausstellungen, Preise für Lyrik und Journalismus. Neben Herausgaben und zahlreichen Beiträgen in Anthologien und Zeitschriften erschienen von ihm als Einzelveröffentlichungen bislang eine Erzählung, eine Graphic Novel und drei Lyrikbände, zuletzt 2021 „Diesseits“ (edition ..,- Berlin).

Foto_privat

Walter Pobaschnig _ 6.8.2023

https://literaturoutdoors.com

„Gegenwart“ Tanja Maria Troll, Schauspielerin _ Give Peace A Chance _ Graz 25.8.2023

GIVE PEACE A CHANCE

Gegenwart

Ist

Viel

Erkenntnis


Perfekt gibt es nicht.

Einsam ist man nicht automatisch wenn man

Allein ist.

Chaos ist individuell.

Eckig ist nur ein anderes Rund.


Ausatmen.


Clowns können auch weinen.

Habe Mut.

Antrieb, was treibt Dich an?

Nicht in einem Raum sein, obwohl man da ist.

Chancen bei Null zu beginnen.

Ein Troll bleibe ich immer.


Tanja Maria Troll, 18.8.2023

Tanja Maria Troll, Schauspielerin,
Produzentin und Projektmanagerin.

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Tanja Maria Troll, Schauspielerin, Produzentin und Projektmanagerin

Zur Person_

Tanja Maria Troll wurde 1991 in Graz geboren, seit ihrem abgeschlossenen Schauspielstudium 2021 in Wien wirkt sie bei verschiedensten Produktion nicht nur auf, sondern auch hinter und vor der Bühne mit.

In kulturschaffenden Vereinen vereint sie nun die Arbeiten als Schauspielerin, Produzentin und Projektmanagerin.

https://tanjamariatroll.com/

Foto_privat

18.8.2023_Interview_Walter Pobaschnig.

https://literaturoutdoors.com

„Der Fund“ Bernhard Aichner. Thriller. btb Taschenbuch.

Es beginnt in einem Supermarkt. Wie jeder Tag für Rita. Die Lieferung der Bananen ist angekommen. Jetzt gilt es die Kartons zu öffnen. Die Plastikfolie zurückzuschlagen und dann die Bananen auszupacken und in das Regal zu sortieren. Für Rita die tägliche Arbeit. Alles wie automatisiert.

Doch während sie die Fracht aus Südamerika für den Verkauf bereit macht, träumt sie. Vom Meer, vom Strand und dem Himmel darüber und einem anderen Leben voller Überraschungen und Phantasie. Sie schließt die Augen…

Und dann passiert das gänzlich Unerwartete. Im Karton erscheint nicht das vertraute Gelb der Bananen sondern ein Weiß blitzt auf, in Plastik verpackt. Kokain. Rita reagiert schnell. Das könnte ein Weg zum Himmel sein. Jetzt, mit 53 Jahren. Neu beginnen, ein neues Leben, irgendwo…

Und Rita folgt dieser Versuchung und jetzt wird sich alles verändern. Wie sie es nie erträumt hätte…

Bestsellerautor Bernhard Aichner ist mit „Der Fund“ ein Ausnahme-Thriller gelungen, der in Spannung wie dramaturgischer Konzeption zu überraschen wie begeistern weiß. Es ist eine wunderbare Erzählregie, die in Rückblenden, Interviews, Gesprächen Leben, Liebe und Verhängnis einer Person nachzeichnet und Leser und Leser so auf eine Thrillerreise mitnimmt, die alles zu bieten hat, was dieses Genre auszeichnet.

„Ein Thriller, der in Erzählspannung wie dramaturgischem Konzept begeistert!“

„Der Fund“ Bernhard Aichner. Thriller. btb Taschenbuch. 2023

Walter Pobaschnig  8_23

https://literaturoutdoors.com

„Theater regt zum selbständigen Denken, zur kritischen Auseinandersetzung, zur Selbstreflexion an“ Johannes Sautner, Schauspieler _ Wien 24.8.2023

Lieber Johannes Sautner, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Zurzeit spiele ich gerade in 3 Stücken bei den Komödienspielen Porcia in Spittal an der Drau. Das ist nicht wenig Arbeit, bereitet mir aber viel Freude! Ich stehe für gewöhnlich auf, trinke zu viel Kaffee und versuche, 1-2 To-Do‘s als Vorbereitung für meine nächsten Projekte weiterzubringen. Wenn das Wetter mitspielt mache ich dann einen Drauspaziergang oder fahre mit dem Motorrad an den Millstätter See. Dann geht‘s ab ins Schloss Porcia zur (Doppel-)Vorstellung. Ich spiele in „Der Weltuntergang“, „Ziemlich beste Freunde“ und „Schneewittchen“. Abschließend folgt noch das wohlverdiente Feierabendbier mit den liebgewonnenen Kolleg:innen im Stammlokal.

Johannes Sautner, Schauspieler

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Dass wir lernen, zuzuhören. Sich selbst, dem eigenen Körper, Expertinnen und Experten; vor allem einander. Dass wir anfangen, Verbindendes vor Trennendes zu stellen und uns die Chance geben, zueinander zu finden.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Das kommt für mich darauf an, worauf man diese großen Begriffe bezieht. In vielen Dingen wie beispielsweise der Klimakrise habe ich leider nicht das Gefühl, dass wir unmittelbar vor einem Aufbruch stehen. Andererseits sorge ich mich anhand mancher (geo-)politischen Entwicklungen und Strömungen vor einer Art „Alt“beginn bei dem wir als Gesellschaft wieder in Muster und Denkweisen zurückfallen, die wir eigentlich seit Jahrzehnten überwunden geglaubt haben. Hier spielt das Theater meiner Meinung nach eine entscheidende, vorbeugende Rolle, denn es regt den/die Zuseher:in in einer Zeit, in der Menschen laufend via Social-Media-Algorithmen ect. in Ihren Ansichten bestärkt werden zu selbständigem Denken, zur kritischen Auseinandersetzung, zur Selbstreflexion und -entwicklung an.

Was liest Du derzeit?

„Med ana schwoazzn Dintn“ – Gedichte von H.C. Artmann

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Soll der Mensch in uns sich einst befreien,

Gibt‘s dafür ein Mittel nur allein:

Stündlich fragen, ob wir Menschen seien,

Stündlich uns die Antwort geben: Nein!

– Jura Soyfer, Lied des einfachen Menschen

Johannes Sautner, Schauspieler

Vielen Dank für das Interview lieber Johannes, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

Johannes Sautner, Schauspieler

5 Fragen an Künstler*innen:

Zur Person_Johannes Sautner ist in Wien geboren und aufgewachsen und hat seine Schauspielausbildung in New York und an der Schauspielschule Krauss in Wien absolviert. Seit 2017 ist er in Österreich und Deutschland als Schauspieler, Sänger und Sprecher tätig und konnte bereits in über 30 Produktionen in der Theaterlandschaft Fuß fassen, die von Engagements an Sprechbühnen über diverse Lesungen bis hin zum Musiktheater reichen.

Bisherige Wegstationen waren unter anderem das Theater Nestroyhof Hamakom, Scala Wien, Werk X, Wiener Stadthalle, Off-Theater, Comödie Dresden, Stadttheater Mödling,
Komödie Graz und die Festspiele Schloss Tillysburg.

Seit 2022 ist Johannes Sautner Ensemblemitglied bei den allsommerlichen Komödienspielen Porcia in Kärnten in Spittal an der Drau, wo am 05. Oktober 2023 auch sein erstes eigenes Programm „Es geht um nix“, ein bunter Abend gemeinsam mit Claudia Waldherr und Severin Salvenmoser Premiere feiern wird.

Links:
Website: https://www.johannesarthursautner.com
Instagram: https://instagram.com/johannes.sautner?
igshid=OGQ5ZDc2ODk2ZA==
„Es geht um nix“ – Infos und Tickets: https://
http://www.millstaettersee.com/de/spittal-an-der-drau/events/in-szenees-geht-um-nix.htm

Fots_privat

Walter Pobaschnig _ 22.8.2023

https://literaturoutdoors.com

„Every step along the way“Sarah Dvorak, Schauspielerin _ Give Peace A Chance _Wien 24.8.2023

GIVE PEACE A CHANCE

Give peace a chance…

It requires our action.

Very much it is up to us to take chances.

Every step along the way.


Peace presents itself to us.

Every day again.

All we can do is to dedicate ourselves.

Courage and perseverance included.

Every moment…


A new decision.


Choosing something we don’t fully know.

Having to take the first step.

Alas we have to sustain.

Not only for the present, but as a present for people we don’t know yet.

Calling peace our chance.

Every day anew.

Sarah Dvorak, 13.8.23

Sarah Dvorak, Schauspielerin und Sprecherin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Sarah Dvorak, Schauspielerin und Sprecherin

Zur Person _Sarah Dvorak, ich bin gebürtige Wienerin, in Niederösterreich aufgewachsen und mit einer Liebe zur hochdeutschen Sprache erzogen. 2018 habe ich meine Schauspielausbildung erfolgreich abgeschlossen und arbeite seitdem im Theater in der freien Szene, hinter dem Mikrofon und als Leiterin von eigenen kleinen Projekten. Nebenbei schreibe ich Kurzgeschichten und Gedichte.

http://sarahdvorak.at/Startseite.aspx

Foto_privat

13.8.2023_Interview_Walter Pobaschnig.

https://literaturoutdoors.com

„Das Denken benützen – fürs Umdenken“ Anna-Elisabeth Mayer, Schriftstellerin _ Wien 23.8.2023

Liebe Anna-Elisabeth Mayer, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Nachdem mein Kind in die Schule gebracht und das Hündlein ausgeführt wurde, setze ich mich an meinem Schreibtisch (zuhause) und komme von dort wieder am Nachmittag zurück. Manches Mal verbringe ich auch die Nacht dort – während alle anderen schlafen.

Anna-Elisabeth Mayer, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Das Denken benützen – fürs Umdenken.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Wesentlich werden dabei sein Armutsbekämpfung, Klimaschutz/Umweltachtung, Stopfung von Steuerschlupflöchern bzw. eine generelle Umverteilung (Nord-Süd/Reich-Arm).

Literatur & Kunst kommen dabei die Rolle des Sichtbarmachens zu, der Differenzierung und des Aufzeigens von alternativen Räumen des Seins bzw. der Möglichkeit einer Sphäre, welche nicht der eines Bankomaten gleicht.

Was liest Du derzeit?

Oktoberkind – Linda Boström Knausgard

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Es beginnt der Tag.

Tasse geht zu Boden und

der Tee. Auch ich bin

abwaschbar; von innen nicht.“

(aus: Anja Utler, Es beginnt – Trauerrefrain)

Vielen Dank für das Interview liebe Anna-Elisabeth Mayer, Schriftstellerin, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Anna-Elisabeth Mayer, Schriftstellerin

Zur Person _ Anna-Elisabeth Mayer, geboren 1977 in Salzburg, lebt als Schriftstellerin in Wien. Studium der Philosophie und Kunstgeschichte. Für ihr Debüt Fliegengewicht wurde sie mit dem Literaturpreis Alpha 2011 ausgezeichnet. 2014 folgte der Roman Die Hunde von Montpellier über einen französischen Anatomen des 16. Jahrhunderts. 2015 erhielt sie den Reinhard-Priessnitz-Preis. 2017 erschien ihr Roman Am Himmel, in dem anhand eines Wiener Kriminalfalles des 19. Jahrhunderts, das bis ins Heute reichende Gefälle zwischen Arm und Reich aufgezeigt wird. Im Frühjahr 2023 veröffentlichte Schöffling & Co ihren Roman Kreidezeit, der das Verhältnis von Digitalisierung, Bildung und Geld auslotet.

Aktueller Roman _ „Kreidezeit“ Anna-Elisabeth Mayer, Roman. Schöffling Verlag 2023


256 Seiten. Gebunden
€ 24,00   €[A] 24,70   
ISBN: 978-3-89561-138-4

Als Martha Kopetzky die E-Mail vom Bildungsministerium bekommt, ist sie sofort alarmiert. Ihre Schüler:innen sollen fortan durch die digitale Lernplattform KREIDE – Kreative Intelligenz durch E-Learning – beim Lernen überwacht werden. Aus einer Beschwerdemail wird ein ausgewachsenes politisches Engagement: Martha versucht den Einsatz der KREIDE mit einer Petition zu verhindern und wirbelt damit viel Staub auf. Schließlich hat sie nicht vor, die Kinder kampflos den Tech-Giganten zu überlassen. Aber auch ihrem Gegenspieler Anatol Penzel aus dem Bildungsministerium kommen immer mehr Zweifel an dem Vorhaben. Mit der Zeit werden die beiden immer weiter miteinander verstrickt, getrieben vom gemeinsamen Aufbegehren gegen eine zutiefst digitalisierte Welt.

Mit bissiger Ironie und überaus unterhaltsam erzählt Anna-Elisabeth Mayer vom Zusammenleben zwischen Mensch und Maschine in unserer schönen neuen Welt.

https://www.schoeffling.de/buecher/anna-elisabeth-mayer/kreidezeit

Foto_privat

Walter Pobaschnig _ 28.7.2023

https://literaturoutdoors.com

„feuchtes holz“ Sophia Lunra Schnack. Roman. Otto Müller Verlag   

Sophia Lunra Schnack, Schriftstellerin _
Volksgarten/Wien 7/23

Eine Reise beginnt:

„Es ist ein Abfahren mit verinnerlichter Strecke, mit vorgezeichneten Freuden. Eine nach der anderen zählen, überprüfen, die vorbeiziehende Landschaft: ob alles noch da, dasselbe Empfinden…“

Eine Reise zu „generationen und gegenwart“, Bilder sind im Kopf – des Lebens der Vorfahren hier an Fluss und Promenade. Schritt für Schritt zurück am Erinnerten und vielleicht Gebliebenem?

„Willkommen am Luftkurort“

Die Rückkehr zum Ort der Kindheit, die Fragen außen und innen am Weg…

„gehst über die brücke der seewiese ihr

  feuchtes holz…“

Bilder, Gerüche kehren zurück und es ist ein Weitergehen im Leben zwischen Erinnerung, Finden, Abschiednehmen und neuen Horizonten…

„…aus dem großen boot steigt niemand ein

  niemand aus

  in dieses endlich greifbare

  anhalten…“

Sophia Lunra Schnack, Wiener Schriftstellerin, legt mit „feuchtes holz“ ein fulminantes Romandebüt vor, das im vielschichtigen Themenbogen und der virtuosen literarischen Form begeistert.

In mitreißender Erzählkraft werden Leserin und Leser auf eine Reise zu Orten der Kindheit mitgenommen, in denen sich ein poetischer wie kritischer Dialog zu Ort und Existenz, Familie und Geheimnis, Geschichte und Verdrängung zwischen Vergangenheit und Gegenwart öffnet. Dabei gelingt gleichsam ein Gespräch zwischen Schriftstellerin und Leserin/Leser, das Impulse, Inspiration, persönliche Erfahrung aufnimmt und reflektiert wie viel Raum gibt, der Wort, Herz und Sinn still ruhen lässt am persönlichen Weg durch Raum und Zeit.

Ein mutiges wie gelungenes Romanexperiment als dialogischer „Leseweg“, der sich im und je nach persönlichem Tempo als rundum großer Gewinn erweist – in Freude an der einmaligen Sprachvirtuosität wie den so tiefsinnigen, leichten wie schweren, Gedankenwegen, die einladen mitzugehen zum Spannungsbogen von Erinnerung, Weg und Sinn – auf der „long and winding road“ zu sich selbst.

„Ein Romandebüt, das in einmaliger literarischer Virtuosität und unendlicher Zärtlichkeit Herz und Sinn verbindet!“

„feuchtes holz“ Sophia Lunra Schnack. Roman. Otto Müller Verlag   

Veröffentlichung: 08/2023

ISBN: 978-3-7013-1308-2

320 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag

Preis: € 26

E-Book: € 21,99

feuchtes holz

Zur Person_ Sophia Lunra Schnack (*1990) lebt und schreibt überwiegend in Wien. Sie verfasst Lyrik und (lyrische) Prosa, die bisher u.a. in den Manuskripten, in der Poesiegalerie, in Das Gedicht oder in den Signaturen publiziert wurden. 

Ihre Texte rücken Materialität, Musikalität und Sensualität von Sprache ins Zentrum. 

Die Autorin schreibt sowohl auf Deutsch als auch auf Französisch. Immer wieder sucht sie eine klanglich-atmosphärische Annäherung zwischen beiden Sprachen.

2022 erhält sie den rotahorn-Förderpreis.

Im August 2023 erscheint im Otto Müller Verlag ihr Debütroman „feuchtes holz“.

https://www.sophialunraschnack.com/

Sophia Lunra Schnack, Schriftstellerin _ Wien

Walter Pobaschnig  8_2023

Alle Fotos _ Walter Pobaschnig

https://literaturoutdoors.com

„Gesetzt den Fall“ Johann Seidl, Schriftsteller _ Give Peace A Chance _ Freising/D 23.8.2023

GIVE PEACE A CHANCE

G esetzt den Fall

I ch und du, wir

V erzeihten

E inander nicht


P flücken Picassos weiße Taube

E he Lennon auch nur den ersten Ton

A nschlägt vom Himmel

C moll statt

E Dur


A ch


C hérie!

H offnung Glaube Liebe diese drei

A m Abgrund am

N ichts

C odes in höchster Not

E v’rybody’s talking about


Johann Seidl, 17.8.2023

Johann Seidl,
Poet und Autor, Lieder- und Bildermacher, Naturgärtner

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Johann Seidl,
Poet und Autor, Lieder- und Bildermacher, Naturgärtner

Zur Person _ Zur Person_ Johann Seidl, geboren 15.12.1960, hat sich schon früh als Liedermacher und Lyriker engagiert. Er malt, fotografiert und schreibt Gedichte und Kurzgeschichten, die in zahlreichen Literaturzeitschriften und Anthologien veröffentlicht wurden. Im November 2022 wurde er in der Sparte Lyrik beim Literaturwettbewerb der Bonner Buchmesse Migration mit dem 2. Preis ausgezeichnet. Er kocht mit Leidenschaft und ist passionierter Naturgärtner mit einem gut besuchten Garten/Food-Blog.
Johann Seidl war einige Jahre Herausgeber des noch heute regelmäßig erscheinenden SF-Magazins “Andromeda- Nachrichten” und arbeitet als Pressesprecher einer Umwelt-Forschungseinrichtung.

Veröffentlichungen

  • Zwei Gedichte erschienen in Literaturzeitschrift Neue Literarische Pfalz (NLP) 49, Juli 2023
  • Zwei Balladen erschienen in Literaturzeitschrift Dichtungsring, Juni 2023
  • Konkrete Poesie, erschienen in experimenta – Magazin für Literatur, Kunst und Gesellschaft, Feb. 2023
  • Drei Gedichte erschienen in Anthologie Ortswechsel: Vom Kommen und Gehen, Dez. 2022
  • Literaturpreis: 2. Platz beim Literaturwettbewerb der Bonner Buchmesse Migration, Nov. 2022
  • Gedicht erschienen in der Anthologie Traumfabrik, Nov. 2022
  • Essay, erschienen in Goethe – eine Streitschrift. Der Dichterfürst in der Kontroverse, August 2022
  • Kurzgeschichte erschienen in Literaturmagazin introspektiv, Ausgabe #3 (Juli 2022)
  • SF-Story erschienen in SF-Magazin Gegen Unendlich (Juni 2022)
  • … mehr unter johann-seidl.de

Foto_privat

17.8.2023_Interview_Walter Pobaschnig.

https://literaturoutdoors.com

„Aufstehen, in der Stadt herumwandern, Notizen machen“ Stefan Schweers, Schriftsteller _ Berlin 22.8.2023

Lieber Stefan Schweers, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Aufstehen, Schreiben, Arbeiten (der lästige Broterwerb), abends ein Bier oder zwei und Gespräche mit der Lebensgefährtin. Oder: Aufstehen, in der Stadt herumwandern, fotografieren, Notizen machen, abends ein Bier oder zwei…

Stefan Schweers, Schriftsteller, Fotograf

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Geduld und guter Wille.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Der Kunst kommt die Aufgabe zu, den Menschen zu befragen und zu verstehen. Nicht, ihn zu formen.

Was liest Du derzeit?

Stefanie vor Schulte, Junge mit schwarzem Hahn.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Jeder Mensch lächelt und schweigt auf seine Weise.

Vielen Dank für das Interview lieber Stefan, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literatur-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

Stefan Schweers, Schriftsteller, Fotograf

5 Fragen an Künstler*innen:

Zur Person_Stefan Schweers lebt und arbeitet in Berlin. Auf seiner Website zweifelkunstundglaube.blog kombiniert er Fotografie mit poetischen Texten, die auch, aber nicht nur den Zweifel und den Glauben behandeln und die Kunst als Mittler zwischen und Darsteller von beiden.

https://zweifelkunstundglaube.blog/

Foto_privat

Walter Pobaschnig _ 11.6.2023

https://literaturoutdoors.com

Das Kind. Das Wechselbälgchen. Aufzeichnungen aus dem Irrenhaus. Drei Erzählungen in einem Band. Christine Lavant, Klaus Amann (Hrsg.). btb Verlag.

Alle guten Dinge sind drei – dies trifft auch auf diese besondere Buchausgabe zu. Die Ausnahmeschriftstellerin Christine Lavant, deren vielfach und höchst ausgezeichnete Lyrik zu den herausragendsten Werken deutschsprachiger Literatur seit Jahrzehnten zählt, ist ebenso eine großartige Erzählerin.

Die vorliegende Taschenbuchausgabe vereint drei herausragende Prosawerke Christine Lavants, die ihre einmalige Sprachvirtuosität, Zeit- und Gesellschaftskritik wie eindringliche Thematisierung unmittelbarer Lebenserfahrung wunderbar vorstellen.

Christine Lavant (geb. 1915 als Christine Thonhauser in einer Großfamilie im Kärntner Lavanttal) in schwierigen sozialen Bedingtheiten wie persönlicher Krankheit aufgewachsen, nimmt in ihrem Schreiben das Leben in allen Facetten in den offenen Blick und begeistert mit zeitkritischer Treffsicherheit, Eindringlichkeit wie Erzählspannung.

„Ein Lesereignis x3 einer der spannendsten Schriftsteller:innen moderner deutschsprachiger Literatur!“

Das Kind. Das Wechselbälgchen. Aufzeichnungen aus dem Irrenhaus. Drei Erzählungen in einem Band. Christine Lavant, Klaus Amann (Hrsg.). btb Verlag.

Taschenbuch, Broschur, 336 Seiten, 11,8 x 18,7 cm

ISBN: 978-3-442-77294-0

Erschienen am  22. März 2023

€ 14,00 [D] inkl. MwSt.

€ 14,40 [A] | CHF 19,90 * (* empf. VK-Preis)

Walter Pobaschnig 8/23

https://literaturoutdoors.com