„Karl Barth – Ein Leben in Widerspruch“ Christiane Tietz. Biographie. Neuerscheinung Beck Verlag.

„Karl Barth – Ein Leben in Widerspruch“ Christiane Tietz. Biographie. Neuerscheinung Beck Verlag.

  1. Ein kalter Februartag im noch tief verschneiten Bern. Alle Honorationen der Universität und der Stadt waren gekommen, um dem verstorbenen Theologieprofessor Fritz Barth die letzte Ehre zu erweisen. In den Reden wird auf sein wissenschaftliches Selbstverständnis zurückgeblickt „…Theologie nicht auf Zeitmeinungen zu gründen, welche kommen und gehen, sondern auf den Ewigkeitsgrund der Offenbarung Gottes in Christus…“. Aufmerksam hört sein Sohn Karl, seit wenigen Monaten Pfarrer in Safenwil, einer ländlichen Schweizer Streusiedlung, zu. Karl erinnert sich an die Konsequenz und den Willen, mit dem der Vater seinen Beruf aber auch sein Familienleben gestaltete und formte. Karl nimmt diesen Lebensanspruch in sein berufliches Werden und auch privates Sein mit. Er wird in beiden sehr gefordert sein und immer wieder an die prägende Gestalt des Vaters in allen Widersprüchen zurückdenken…

Der Schweizer Theologe Karl Barth (1886-1968) ist einer der einflussreichsten  theologischen Denker des 20.Jahrhunderts. Geprägt von pietistischen und liberal theologischen Zugängen zu Wissenschaft und Glaube formt sich bei Barth in Auseinandersetzung mit den unmittelbaren Herausforderungen sozialer Lebenswelt und den politisch autoritären wie nationalistischen Gesellschaftsdoktrinen der Zeit eine theologische Haltung, die in den 1930/40 Jahren entschiedene Position gegen Faschismus und Rassismus bezieht. Dieses „dialektische“ Gottesbild Barths, welches keine „Vergöttlichung“ politischer Führer und Institution zulässt, wird zur entscheidenden Grundlage kirchlichen Widerstandes wie aber auch in weiterer zeitlicher Folge zum problematischen starren Gegensatz eines „fernen Gottes“ zur Lebenswelt an sich.

Christiane Tietz, Theologie Professorin an der Universität Zürich und renommierte internationale Fachautorin und Dozentin, legt mit ihrer Karl Barth Biografie facettenreiche Zugänge zu Zeit, Werk und Leben vor, welche die theologische, politische und private Persönlichkeit erstmals in umfassender Form öffnen und darstellen. In 14 Kapiteln fokussiert die Autorin berufliche und familiäre Etappen mit vielen Werk- und persönlichen Quellentexten (Briefe).

„Eine Biographie, die Grundlagen theologischen Denkens und Ringens des 20.Jahrhunderts im gesellschaftlichen wie sehr persönlichen Spannungsfeld beeindruckend erzählt und reflektiert“.

Walter Pobaschnig 9_18

https://literaturoutdoors.com/

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