„Geschichten bauen Brücken“ _ Give Peace A Chance _ Eva Winter, Autorin _ GB 7.8.2026

GIVE PEACE A CHANCE

Geschichten bauen Brücken.

In ihnen begegnen wir Menschen, die wir sonst nie kennengelernt hätten.

Vielleicht beginnt Frieden genau dort.

Erst wenn wir verstehen, hören wir auf zu urteilen.


Perspektiven sind kostbar.

Ein Roman schenkt sie uns.

Auf seinen Seiten wächst Empathie.

Charaktere werden zu Begleitern.

Erinnerungen bleiben.


Alles Lesen ist eine Reise.


Chancen entstehen durch Begegnungen.

Hoffnung braucht Phantasie.

Auch die Welt von morgen beginnt mit Geschichten.

Neugier hält sie lebendig.

Courage lässt sie Wirklichkeit werden.

Erzählen verbindet.

Eva Winter, 29.7.2026

Eva Winter, Autorin

Zur Person: Eva Winter schreibt als Autorin in unterschiedlichen Genres mit
besonderer Vorliebe für internationale Settings. Sie lebte und
arbeitete in England und Italien und reist viel- Erfahrungen, die ihr
Geschichten authentisch prägen. Ihr Hintergrund verbindet
analytisches Denken mit erzählerischer Sensibilität. In ihren Texten
stehen Emotionen, Entwicklung und zwischenmenschliche
Dynamiken im Fokus.

Aktueller Roman: „Rowing Hearts“, Eva Winter _ Atlantik Verlag

Ein Unfall. Ein zerstörter Traum. Eine zweite Chance, die alles verändert: „Rowing Hearts“
von Eva Winter ist ein mitreißender Roman über Liebe und Hoffnung.
Bella ist eine leidenschaftliche Ruderin und trainiert für Olympia. Sie lebt in Henley-on-Thames, wo sich alles um den Fluss und die Regatta dreht. Doch nach einem lebensbedrohlichen Unfall landet sie auf der Intensivstation. Olympia und ihr frisch unterzeichneter Sponsoringvertrag: zerplatzte Träume. Der Royal Regatta schaut Bella in diesem Jahr nur vom Ufer aus zu. Dabei lernt sie allerdings den wohlhabenden Milo kennen, der sich entschlossen für den Schutz der Gewässer einsetzt. Durch ihn lernt Bella eine neue Welt kennen und erkämpft sich eine zweite Chance. Doch findet sie auch die Kraft, um diese zu ergreifen?

Mit „Rowing Hearts“ legt Eva Winter eine New-Adult-Sports-Romance voller Herzklopfen und Glamour vor, bei der große Gefühle auf sportliche Leidenschaft treffen.

(Pressetext/Murielle Rousseau I buchcontact, 7/26)

Foto/Portrait: Irina Gavrich

Foto: Cover _ Verlag

Foto: Motiv _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 29.7. 2026

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 „Grundsätzlich“ _ Give Peace A Chance _ Günter Neuwirth, Schriftsteller _ 6.8.2026

GIVE PEACE A CHANCE


G
rundsätzlich

Ist

Verschmutzung

Eine


Prügelblöde

Eigenart

Affenartiger

Clowns

Entlang


Absurd


Comichafter

Hoffart

Aller

Niedrigtalentiert

Chaotischen

Entscheidungsträger

Günter Neuwirth, 5.8.26

Günter Neuwirth, Schriftsteller

Zur Person: Günter Neuwirth, geboren 1966, wuchs in Wien auf. Nach einer Ausbildung zum Ingenieur und dem Studium der Philosophie und Germanistik zog es ihn für mehrere Jahre nach Graz und später in die Weststeiermark. Heute wohnt der Autor in Wien und ist in einem Entwicklungsteam an der TU Graz berufstätig. Günter Neuwirth veröffentlicht in steter Folge Bücher in verschiedenen Genres. Bekanntheit erhielt vor allem eine Serie historischer Romane, die im vormals k.u.k. Triest angesiedelt sind. Mehrmals trat Neuwirth als Organisator des internationalen Festivals CRIMINALE in Erscheinung. (Presseinfo Verlag Kremayr&Scheriau 5.8.26)

Aktueller Roman von Günter Neuwirth:

Carl Schreiner ist das mediale Aushängeschild seiner Zunft. Der Salzburger Philosoph reüssiert sowohl im akademischen Bereich, auf den Bestsellerlisten als auch auf TV-Bühnen. Bis er während einer Live-Übertragung von der Leipziger Buchmesse einen Herzinfarkt erleidet. 

Nach den Wochen in der Intensivstation zeigt sich sein Denken völlig verändert. Nichtig sind ihm Ruhm, Anerkennung und Auflagenzahlen. Carl sieht immer klarer, auf welch brüchigem Eis die menschliche Gesellschaft steht. Und er wird zusehends unnahbarer. Seine Frau Ashton, eine renommierte britische Übersetzerin, sorgt sich zusehends und rät Carl, auf dem Bergbauernhof seiner Großeltern im Lungau ein paar Tage Urlaub zu verbringen. 

Dort angekommen verfolgt Carl ehrgeizige Pläne. 

Dann erhält er unerwarteten Besuch. (Presseinfo Verlag)

Günter Neuwirth, Des Winters helle Tage, Roman

Hardcover mit Lesebändchen, gebunden, 312 Seiten, Format 12,0 x 20,0

1.Auflage, Kremayr & Scheriau 2026

26,00 € inkl. MwSt.

ISBN: 978-3-218-01516-5

Foto/Portrait: Nora Ehrenhuber

Foto/Cover: Verlag

Walter Pobaschnig, 5.8. 2026

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 „Wenn die globale landwirtschaftliche Produktion und die Verteilung der Wasserreserven durch Klimawandel, Misswirtschaft und strohdumme Kriege ins Stocken gerät, wird es finster“ _ 5 Fragen an Künstler*innen _ Günter Neuwirth, Schriftsteller _ Wien 6.8.2026

5 Fragen an Künstler*innen

Günter Neuwirth, Schriftsteller _ Wien

Lieber Günter, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich wache früh auf und arbeite kreativ vorzugsweise am Vormittag. Das, was ich literarisch bis Mittag nicht schaffe, kriege ich bis Mitternacht auch nicht mehr fertig.

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Im Moment des Schreibens ist die Mittagszeit des 5. August 2026. Gestern erreichte die Temperatur in Wien Stammersdorf 41 Grad, somit den höchsten jemals in Österreich gemessenen Wert, also ist besonders wichtig, kühlen Kopf zu bewahren.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Die Möglichkeiten der Kunst, die Welt oder die Menschen zu verändern, sind sehr beschränkt, da mache ich mir als Autor keine Illusionen. Und ich sehe auch keinen gesellschaftlichen Aufbruch, sondern das immer schneller heranziehende Ende der menschlichen Hochpopulation. Ich bin kein Endzeitspinner, sondern natur- und geisteswissenschaftlich geschulter Realist, der Mathematik anzuwenden in der Lage ist. Wenn die globale landwirtschaftliche Produktion und die Verteilung der Wasserreserven durch Klimawandel, Misswirtschaft und strohdumme Kriege ins Stocken gerät, wird es finster.

Was liest Du derzeit?

Den sprachlich ausgezeichneten historischen Kriminalroman meiner Grazer Kollegin Gudrun Wieser: Geheimnisse in der Grünen Mark. Exzellente Stilistin!

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Ich zitiere hier gern den unvergesslichen Musiker und Gelegenheitspoeten Joe Zawinul (Erdäpfee Blues)

I schau aus wira Erdäpfee
Von Kopf zu Fuaß
Des is o.k.
Solang I ma need de Erdäpfeen
Von unt anschaun muaß

Hier eine hochdeutsche Übersetzung aus dem Wiener Dialekt:

Ich sehe aus wie eine Kartoffel
Von Kopf bis Fuß
Das ist okay
Solange ich mir nicht die Kartoffeln
von unten ansehen muss (Redewendung für begraben sein)

Vielen Dank für das Interview!

Günter Neuwirth, Schriftsteller

Zur Person: Günter Neuwirth, geboren 1966, wuchs in Wien auf. Nach einer Ausbildung zum Ingenieur und dem Studium der Philosophie und Germanistik zog es ihn für mehrere Jahre nach Graz und später in die Weststeiermark. Heute wohnt der Autor in Wien und ist in einem Entwicklungsteam an der TU Graz berufstätig. Günter Neuwirth veröffentlicht in steter Folge Bücher in verschiedenen Genres. Bekanntheit erhielt vor allem eine Serie historischer Romane, die im vormals k.u.k. Triest angesiedelt sind. Mehrmals trat Neuwirth als Organisator des internationalen Festivals CRIMINALE in Erscheinung. (Presseinfo Verlag Kremayr&Scheriau 5.8.26)

Aktueller Roman von Günter Neuwirth:

Carl Schreiner ist das mediale Aushängeschild seiner Zunft. Der Salzburger Philosoph reüssiert sowohl im akademischen Bereich, auf den Bestsellerlisten als auch auf TV-Bühnen. Bis er während einer Live-Übertragung von der Leipziger Buchmesse einen Herzinfarkt erleidet. 

Nach den Wochen in der Intensivstation zeigt sich sein Denken völlig verändert. Nichtig sind ihm Ruhm, Anerkennung und Auflagenzahlen. Carl sieht immer klarer, auf welch brüchigem Eis die menschliche Gesellschaft steht. Und er wird zusehends unnahbarer. Seine Frau Ashton, eine renommierte britische Übersetzerin, sorgt sich zusehends und rät Carl, auf dem Bergbauernhof seiner Großeltern im Lungau ein paar Tage Urlaub zu verbringen. 

Dort angekommen verfolgt Carl ehrgeizige Pläne. 

Dann erhält er unerwarteten Besuch. (Presseinfo Verlag)

Günter Neuwirth, Des Winters helle Tage, Roman

Hardcover mit Lesebändchen, gebunden, 312 Seiten, Format 12,0 x 20,0

1.Auflage, Kremayr & Scheriau 2026

26,00 € inkl. MwSt.

ISBN: 978-3-218-01516-5

Foto/Portrait: Nora Ehrenhuber

Foto/Cover: Verlag

Walter Pobaschnig, 5.8. 2026

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„Ist kriegen eine tüchtige beschäftigung“ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Wort&Bild _ Monika Vasik, Schriftstellerin _ Wien 5.8.2026

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Wort & Bild

INGEBORG _ Akrostichon

Text _   Monika Vasik, Schriftstellerin

Fotos _ Hermann Vasik

Idee/Regie _ Walter Pobaschnig

INGEBORG

I   st kriegen eine tüchtige beschäftigung

ützen blut und boden der wahrheitsliebe

eht es ums biegen ums brechen oder weiter

E  rgänzt es funktionelle marktsüchtigkeit wird

arbarei bald eine biedere gesinnung und eine

O rchidee so obsolet wie der menschen recht

ast einer gern die welt aus der bahn sag wer

G ehobelt wird beginnt wann zu schweigen?

Monika Vasik, 18.1.2026

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann Rom 1962

Ingeborg Bachmann ist 1946 in Wien angekommen und lebte hier bis 1953. In dieser Lebensphase kommt es unmittelbar nach Ende des II.Weltkrieges zu literarischen Reflexionen und Prozessen der Auseinandersetzung und Thematisierung von Geschichte, Gesellschaft und der Ursachen von Krieg, Gewalt. Viele Gedichte wie der große Roman Malina nehmen darauf unmittelbar Bezug.

Alle Tage

Der Krieg wird nicht mehr erklärt,
sondern fortgesetzt. Das Unerhörte
ist alltäglich geworden. Der Held
bleibt den Kämpfen fern. Der Schwache
ist in die Feuerzonen gerückt.
Die Uniform des Tages ist die Geduld,
die Auszeichnung der armselige Stern
der Hoffnung über dem Herzen…

aus „Die gestundete Zeit“, Ingeborg Bachmann, Piper 1953.

Monika Vasik, Schriftstellerin _ Wien

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann.

Fotos: Monika Vasik – Hermann Vasik

Walter Pobaschnig   18.1.2026

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„Wenn sie unsere Buchhandlung betrat, veränderte sich die Atmosphäre: Es war, als würde der Raum heller werden“ _ Erinnerung an +Monika Helfer, Schriftstellerin _ Rotraut Schöberl, Schriftstellerin _ Wien 5.8.2026

Monika Helfer _ Rotraut Schöberl
Monika Helfer, Schriftstellerin (*18.10.1947 Vorarlberg +2.8.2026)

Zu Monika Helfer/Monika Helfer-Köhlmeier:

Monika Helfer, Schriftstellerin (*18.10.1947 Vorarlberg +2.8.2026)

Monika Helfer, Schriftstellerin _ hat zahlreiche Romane, Erzählungen und Kinderbücher veröffentlicht. Für ihre Arbeiten wurde sie unter anderem mit dem Österreichischen Würdigungspreis für Literatur, dem Solothurner Literaturpreis und dem Johann-Peter-Hebel-Preis ausgezeichnet. Zuletzt erschienen bei Hanser ihre Romane »Vati« (2021), mit dem sie für den Deutschen Buchpreis nominiert war, »Löwenherz« (2022) und »Die Jungfrau« (2023), »Wie die Welt weiterging« (2024) sowie »Der Bücherfreund« (2025). Monika Helfer-Köhlmeier | Hanser 3.8.2026

Monika Helfer (ganz links) als Nominierte
bei der Verleihung des österreichischen Buchpreises 2025 in den Wiener Praterateliers
Monika Helfer und Michael Köhlmeier _ Österreichischer Buchpreis 2025

Im Interview: Rotraut Schöberl, Schriftstellerin _ Wien

Liebe Rotraut, welche Erinnerungen gibt es für Dich an Monika Helfer? 

Sehr viele. Zunächst als Autorin ihres Romans Die wilden Kinder – ein Buch, das mich nachhaltig beeindruckt hat. Von da an habe ich ihr Schreiben aufmerksam verfolgt und kaum eine Neuerscheinung von ihr aus den Augen verloren.

Als Partnerin von Michael Köhlmeier nahm ich sie erst etwas später bewusst wahr. Im Laufe der Jahre hat mich die Verbindung dieser beiden zutiefst literarischen Menschen fasziniert: zweier Persönlichkeiten, denen Literatur wie selbstverständlich im Blut liegt.

Besonders schön waren ihre Besuche in unserer Buchhandlung. Wenn Monika Helfer und Michael Köhlmeier kamen, entstand fast jedes Mal ein Gespräch, das klug, überraschend, anregend oder einfach wunderbar war.

Was macht für Dich das Besondere ihres Schreibens aus? 

Mich beeindruckt ihre außergewöhnliche Einfühlsamkeit, verbunden mit einer fast asketischen sprachlichen Präzision. Sie vertraut der Kraft weniger Worte und erreicht gerade dadurch eine große emotionale Tiefe.

Möchtest Du bestimmte Bücher hervorheben und warum?

Die Bagage“ hat mich mitten ins Herz getroffen. Dieses schmale Buch entfaltet eine Wucht, die lange nachhallt und beschäftigt.

Ebenso möchte ich „Der Bücherfreund“ und „Der Stoff“ hervorheben. Diese beiden gegensätzlichen Bändchen zeigen die ganze Bandbreite ihres Schreibens: die leisen Töne ebenso wie die existenzielle Tiefe, die Erinnerung ebenso wie die genaue Beobachtung.

Wie hast Du Monika Helfer als Lesende bzw. als Kollegin erlebt? 

Monika Helfer war in ihrer Persönlichkeit ganz eins mit ihrem Werk. Die Einfühlsamkeit, die genaue Beobachtungsgabe, ihr feiner Humor und ihre selbstverständliche Hilfsbereitschaft prägten nicht nur ihre Bücher, sondern auch jede persönliche Begegnung.

Wenn sie unsere Buchhandlung betrat, veränderte sich die Atmosphäre: Es war, als würde der Raum heller werden; erfüllt von ihrer stillen Präsenz und ihrer aufrichtigen Aufmerksamkeit für die Menschen.

Darf ich abschließend um ein Zitat/eine Textstelle aus Monika Helfers Werk bitten? 

“Eine Ordnung in die Erinnerung zu bringen – wäre das nicht eine Lüge? Eine Lüge insofern, weil ich vorspielen würde, so eine Ordnung existiere.” 

aus ‚Die Bagage‘

Herzlichen Dank für das Interview!

Rotraut Schöberl, Schriftstellerin

Zur Person/über mich: Rotraut Schöberl …

… ist in Reichenau/Rax geboren, hat im Höllental schwimmen und in Wien schreiben & lesen gelernt. Zu der Liebe zur Literatur kam die Liebe zum Theater hinzu.

Im Jahre 1994 erfüllten sich Rotraut Schöberl und Erwin Riedesser ihren lange gehegten Traum von der eigenen Buchhandlung: Das Leporello öffnete seine Tore für alle diejenigen, die wie Schöberl und das Team Leporello ohne gute Literatur nicht leben wollen – und wurde rasch zur ‚Kultbuchhandlung‘

​Die nächsten Jahre waren geprägt von der Mitarbeit in diversen Gremien sowie Jurytätigkeiten im Dienste des Buches. Rotraut Schöberl erfreut sich laufender Präsenz in den österreichischen Medien wie z.B. jeden Dienstagmorgen im Cafe-Puls, dem österreichischen Frühstückfernsehen, mit Büchertipps.

​Anfang 2021 beendeten Rotraut Schöberl & Erwin Riedesser nach fast 30 Jahren ihr Projekt ‚Leporello‘ –  um sich dem Schreiben zu widmen.

​Zur Zeit arbeiten beide unter ihren Künstlernamen Flores & Santana an der KanarenKrimiReihe mit Naira Calderón & Ben Rodriguez. 

Band 1 (La Palma) und Band 2 (Teneriffa) erscheinen 2024 im Ullstein Verlag. 

Über mich | Frau Schöberl 5.8.2026

Website/Blog der Autorin: Frau Schöberl | Autorin

Foto: Monika Helfer _  Salvatore Vinci/Hanser Verlag

Foto: Monika Helfer/Michael Köhlmeier _ Verleihung des österreichischen Buchpreis 2025 _ Walter Pobaschnig

Foto: Rotraut Schöberl _ Stefan Knittel

Walter Pobaschnig, 5.8.26

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„Ihr Mut, die eigene Familie zum Gegenstand ihrer Literatur zu machen“ _ Erinnerung an +Monika Helfer, Schriftstellerin _ Eva Reichl, Schriftstellerin _ Mühlviertel/OÖ 5.8.2026

Monika Helfer _ Eva Reichl
Monika Helfer, Schriftstellerin (*18.10.1947 Vorarlberg +2.8.2026)

Zu Monika Helfer/Monika Helfer-Köhlmeier:

Monika Helfer, Schriftstellerin (*18.10.1947 Vorarlberg +2.8.2026)

Monika Helfer, Schriftstellerin _ hat zahlreiche Romane, Erzählungen und Kinderbücher veröffentlicht. Für ihre Arbeiten wurde sie unter anderem mit dem Österreichischen Würdigungspreis für Literatur, dem Solothurner Literaturpreis und dem Johann-Peter-Hebel-Preis ausgezeichnet. Zuletzt erschienen bei Hanser ihre Romane »Vati« (2021), mit dem sie für den Deutschen Buchpreis nominiert war, »Löwenherz« (2022) und »Die Jungfrau« (2023), »Wie die Welt weiterging« (2024) sowie »Der Bücherfreund« (2025). Monika Helfer-Köhlmeier | Hanser 3.8.2026

Monika Helfer und Michael Köhlmeier _
bei der Verleihung des österreichischen Buchpreises 2025 in den Wiener Praterateliers _ Monika Helfer war Nominierte

Erinnerung an Monika Helfer, Schriftstellerin (*18.10.1947 Vorarlberg +2.8.2026)

Im Interview: Eva Reichl, Schriftstellerin _ Mühlviertel/OÖ

Liebe Eva, welche Erinnerungen gibt es für Dich an Monika Helfer?

Ihr großer literarischer Durchbruch gelang ihr mit „Die Bagage“ im Jahr 2020. Damals war sie 72 Jahre alt. Das ist bemerkenswert, weil sie bereits seit den 1970er-Jahren schrieb und zahlreiche Romane veröffentlicht hatte. Über viele Jahrzehnte war sie in der Literaturszene geschätzt, doch erst „Die Bagage“ machte sie einem breiten deutschsprachigen und später internationalen Publikum bekannt. Ihr Erfolg zeigt, dass ein literarischer Durchbruch auch nach einer langen schriftstellerischen Laufbahn möglich ist. Ich hab mich damals sehr mit ihr gefreut, gleichzeitig hat es mir Hoffnung für mein eigenes Schreiben geschenkt.

Was macht für Dich das Besondere ihres Schreibens aus?

Was mich an Monika Helfers Schreiben besonders beeindruckt, ist ihr Mut, die eigene Familie zum Gegenstand ihrer Literatur zu machen. In ihren Büchern erzählt sie von Eltern, Geschwistern und Vorfahren, ohne sie zu idealisieren oder zu verurteilen. Gerade diese Offenheit empfinde ich als bemerkenswert. Ich selbst würde davor zurückschrecken, so nah an das eigene Leben und das der Familie heranzugehen, weil damit immer auch Verletzlichkeit verbunden ist. Umso mehr bewundere ich Monika Helfer dafür, dass sie diesen Weg gewählt hat und daraus Literatur geschaffen hat, die viele Leserinnen und Leser berührt.

Möchtest Du bestimmte Bücher hervorheben und warum?

Die Bagage (2020): Ihr internationaler Durchbruch.

Vati (2021): Eine sehr persönliche Annäherung an ihren Vater, einen Kriegsversehrten, dessen Leben und Charakter sie literarisch erkundet.

Löwenherz (2022): Ein bewegendes Porträt ihres Bruders Richard, der früh starb und in der Familie stets eine besondere Rolle spielte.

Warum? Weil sie eben den Mut hatte, über ihre Familie zu schreiben.

Wie hast Du Monika Helfer als Lesende bzw. als Kollegin erlebt?

Leider habe ich sie nicht persönlich gekannt.

Ihre Texte sind sprachlich gewaltig und inspirierend. Manche Sätze sind gemalte Bilder in Worten.

Darf ich abschließend um ein Zitat/eine Textstelle aus Monika Helfers Werk bitten?

„Gefühle verduften, nur in Romanen halten sie angeblich länger, in manchen Romanen angeblich ein ganzes Leben lang.“

Monika Helfer, Die Bagage

Herzlichen Dank für das Interview!

Eva Reichl, Schriftstellerin _

Zu Person und Werk: Eva Reichl wurde in Oberösterreich geboren und lebt mit ihrer Familie im unteren Mühlviertel. Mit ihren Krimis und Thrillern verwandelt sie ihre Heimat Oberösterreich in einen Tatort getreu dem Motto: Warum in die Ferne schweifen, wenn das Böse liegt so nah? Mit ihrer Mühlviertler Krimiserie mit Chefinspektor Oskar Stern und den Thrillern rund um Diana Heller verwandelt sie ihre Heimat in einen Tatort. Der erste Band ihrer seit 2018 bestehenden Mühlviertel-Krimireihe rund um Inspektor Oskar Stern befindet sich mittlerweile in der 9. Auflage.

2025 startete Reichl eine neue Krimiserie mit Chefinspektorin Lotta Meinich und ihrem Vater Gustav, einem Chefinspektor im Ruhestand, und weitete damit ihr mörderisches Schaffen auf ganz Oberösterreich aus.  (Pressetext Gmeiner Verlag)

Website der Autorin: Eva Reichl

Aktueller Krimi: Mühlviertler Todesstoß. Eva Reichl. Kriminalroman. Gmeiner Verlag. Mühlviertler Todesstoß. Eva Reichl. Kriminalroman. Gmeiner Verlag. | Literatur outdoors – Worte sind Wege

Foto: Monika Helfer _  Salvatore Vinci/Hanser Verlag

Foto: Monika Helfer/Michael Köhlmeier _ Verleihung des österreichischen Buchpreis 2025 _ Walter Pobaschnig

Foto: Eva Reichl _  Franz Bodingbauer.

Walter Pobaschnig, 5.8.26

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„Bachmann lehrt uns weiterhin, die Verhältnisse zu benennen“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Doron Rabinovici, Schriftsteller _ Wien 5.8.2026

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann auf ihrer Terrasse in Rom, Bocca de Leone, um 1970

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

im Interview _ Doron Rabinovici, Schriftsteller _ Wien

Lieber Doron, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Ich weiß keinen besseren Zugang zu ihr, als sie zu lesen. Sie ist es, die uns Zugänge weist. Sie horcht die Sprache ab und fühlt ihren Gebrechen nach. Sie weckt sie zu neuem Bewusstsein. Mit Bachmann können wir die Wirklichkeit und uns anders sehen. Sie erzählt von Gewalt, von Macht, von Verlogenheit. Früh schrieb sie über jene Vergangenheit, die hierzulande ausgeblendet und verleugnet war.

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

Sie ist buchstäblich unbestechlich und bleibt uns im Wort. Es wäre aber unredlich, das Besondere an Bachmanns Schreiben in wenigen Sätzen abhandeln zu wollen, zumal ihr Werk auch einer eigenen Entwicklung unterworfen war.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

Ihren Roman „Malina“ und ihre Gedichte – etwa „Alle Tage“.

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Sie hat nichts von ihrer Gültigkeit und Kraft verloren. Die Unterdrückung der Frauen wird nicht mehr durch Gesetze festgelegt. Neue Freiräume konnten erkämpft werden. Die Vormacht der Männer tritt nicht mehr so offen zutage, aber sie ist noch lange nicht überwunden. Allein die große Zahl der Gewaltverbrechen an Frauen genügt, um das zu verdeutlichen. Bachmann lehrt uns weiterhin, die Verhältnisse zu benennen.

Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?

Ich weiß nicht, ob Bachmann das je so aufgeschrieben hätte. Es ist kein literarisches Zitat. Solche Sätze werden in unserer Zeit schnell zu schrillen Parolen. Aber ist es falsch, zu bemerken, wie beherrscht und getrieben wir sind von dem, was uns täglich gefühlloser macht? Ist Coolness nicht die Tugend unserer Zeit? Sind es nicht wir Männer, die immer noch mehr Vorteile erzielen von dieser Empfindungskälte?

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Das Schreiben ist asozial und einsam. Insbesondere in einer Welt, in der es vielen vor allem um Profit und Gier geht. Keine Marktanalyse belegt den Bedarf nach neuen Texten. Aber das Schreiben ist ein Fortschreiben, ein Verlangen und eine innere Notwendigkeit.

Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?

Ihre Liebesgedichte und ihre Reden über das Schreiben.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Ich hätte hoffentlich einfach zugehört.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Ich sitze an einem Roman zu meiner Familiengeschichte.

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

„Mit einer neuen Sprache wird der Wirklichkeit immer dort begegnet, wo ein moralischer, erkenntnishafter Ruck geschieht, und nicht, wo man versucht, die Sprache an sich neu zu machen, als könnte die Sprache selber die Erkenntnis eintreiben und die Erfahrung kundtun, die man nie gehabt hat.“

Herzlichen Dank für das Interview!

Doron Rabinovici, Schriftsteller

Zur Person: Biografie | Doron Rabinovici 20.6.26

Website des Autors: Doron Rabinovici

Foto: Doron Rabinovici _ Lukas Beck

Foto: Ingeborg Bachmann _ Garibaldi Schwarze

Walter Pobaschnig, 20.6.2026

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„eine kluge, liebevolle Beobachterin, die schon früh spürte, dass das Schreiben ihr Lebenselixier werden würde“ _ Erinnerung an +Monika Helfer, Schriftstellerin _  Reinhold Bilgeri, Singer/Songwriter _ Vorarlberg 4.8.2026

Monika Helfer _ Reinhold Bilgeri
Monika Helfer, Schriftstellerin (*18.10.1947 Vorarlberg +2.8.2026)

Zu Monika Helfer/Monika Helfer-Köhlmeier:

Monika Helfer, Schriftstellerin (*18.10.1947 Vorarlberg +2.8.2026)

Monika Helfer, Schriftstellerin _ hat zahlreiche Romane, Erzählungen und Kinderbücher veröffentlicht. Für ihre Arbeiten wurde sie unter anderem mit dem Österreichischen Würdigungspreis für Literatur, dem Solothurner Literaturpreis und dem Johann-Peter-Hebel-Preis ausgezeichnet. Zuletzt erschienen bei Hanser ihre Romane »Vati« (2021), mit dem sie für den Deutschen Buchpreis nominiert war, »Löwenherz« (2022) und »Die Jungfrau« (2023), »Wie die Welt weiterging« (2024) sowie »Der Bücherfreund« (2025). Monika Helfer-Köhlmeier | Hanser 3.8.2026

Monika Helfer (rechts) _
bei der Verleihung des österreichischen Buchpreises 2025 in den Wiener Praterateliers _ Monika Helfer war Nominierte

Erinnerung an Monika Helfer, Schriftstellerin (*18.10.1947 Vorarlberg +2.8.2026)

Im Interview _ Reinhold Bilgeri _ Singer-Songwriter, Drehbuchautor, Filmemacher und Schriftsteller _ Vorarlberg

Lieber Reinhold Bilgeri, welche Erinnerungen gibt es für Dich an Monika Helfer?

Monika kenne ich seit den frühen Siebzigern, als ihre Liebe und ihr Leben mit Micki  (Köhlmeier) begann, ich hatte also ein halbes Jahrhundert lang die Ehre und das Vergnügen in ihr Universum hineinzuschauen. Sie war eigentlich schüchtern aber wenn sie mal richtig loslegte, traf sie mit ihren Ansagen immer ins Schwarze, eine kluge, liebevolle Beobachterin, die schon früh spürte, dass das Schreiben ihr Lebenselixier werden würde.

Was macht für Dich das Besondere ihres Schreibens aus?

Monika war als Autorin eine Aufdeckerin, die die vermeintlich unscheinbaren Menschen aus einem kleinen Leben ans Licht rücken konnte, um ihnen angemessene Würde zu verleihen und das mit einer präzisen, klaren Sprache, deren Poesie ohne Überschwang auskam.

Möchtest Du bestimmte Bücher hervorheben und warum?

Hervorzuheben ist natürlich die großartige autofiktionale Roman Trilogie über Ihr Leben  – „ Die Bagage“ ,“Vati“ und „ Löwenherz“ . Allerdings hätte auch ihr Frühwerk, wie etwa „Oskar und Lilli“ schon größte Beachtung verdient. Ihr später Ruhm, nach all den Schicksalsschlägen (ihre Tochter Paula kam bei einem Unfall ums Leben), hat endlich ihr Lebenswerk gekrönt.

Welchen Bezug hatte Monika Helfer zur Musik?

Sie liebte, so wie ihr Mann Michael, neben den Blue-s und Rockgiganten natürlich auch Bob Dylan, dessen lyrische Kunst zurecht den Nobelpreis für Literatur einheimste aber genauso gut konnte sie in klassischer Musik versinken.

Darf ich abschließend um ein Zitat/eine Textstelle aus Monika Helfers Werk bitten?  Aus „Die Bagage“ :

„Das Mädchen, drei Jahre alt, steht vor dem Bett, mitten in der Nacht, es ist Margarete, die Grete, sie zittert. Mama, flüstert sie. Die Mama flüstert. Komm. Die Kleine kriecht zu ihr unter die Decke. Der Vater soll es nicht wissen. Das Mädchen legt sich nicht zwischen die Eltern. Es legt sich an den Rand des Bettes. Es muss festgehalten werden, damit es nicht herausfällt.“

Herzlichen Dank für das Interview!

Liebe Grüße, Reinhold Bilgeri

Reinhold Bilgeri _
Singer-Songwriter, Drehbuchautor, Filmemacher und Schriftsteller

Zur Person: Reinhold Bilgeri, Mag., geboren in Hohenems/Vorarlberg, ist Singer-Songwriter, Drehbuchautor, Filmemacher und Schriftsteller. Als Pop-/Rocksänger verkaufte er international über 3 Millionen Tonträger und veröffentlichte 2005 mit »Der Atem des Himmels« seinen ersten Roman, der zum Bestseller avancierte. Amalthea – Reinhold Bilgeri (4.8.26)

Aktueller Roman/Lesungstermine: „Das Gewissen der Tauben“, Amalthea Verlag Amalthea – Das Gewissen der Tauben

Website/Termine: Reinhold Bilgeri | Musiker

Foto: Monika Helfer _  Salvatore Vinci/Hanser Verlag

Foto: Monika Helfer _ Verleihung des österreichischen Buchpreis 2025 _ Walter Pobaschnig

Foto: Reinhold Bilgeri _ Jens Ellensohn

Walter Pobaschnig, 4.8.2026

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„Ist kriegen eine tüchtige beschäftigung“ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Wort&Bild _ Monika Vasik, Schriftstellerin _ Wien 4.8.2026

Monika Vasik, Schriftstellerin _ Wien

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Wort & Bild

INGEBORG _ Akrostichon

Text _   Monika Vasik, Schriftstellerin

Fotos _ Hermann Vasik

Idee/Regie _ Walter Pobaschnig

INGEBORG

I   st kriegen eine tüchtige beschäftigung

N ützen blut und boden der wahrheitsliebe

G eht es ums biegen ums brechen oder weiter

E  rgänzt es funktionelle marktsüchtigkeit wird

B arbarei bald eine biedere gesinnung und eine

O rchidee so obsolet wie der menschen recht

R ast einer gern die welt aus der bahn sag wer

G ehobelt wird beginnt wann zu schweigen?

Monika Vasik, 18.1.2026

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann Rom 1962

Ingeborg Bachmann ist 1946 in Wien angekommen und lebte hier bis 1953. In dieser Lebensphase kommt es unmittelbar nach Ende des II.Weltkrieges zu literarischen Reflexionen und Prozessen der Auseinandersetzung und Thematisierung von Geschichte, Gesellschaft und der Ursachen von Krieg, Gewalt. Viele Gedichte wie der große Roman Malina nehmen darauf unmittelbar Bezug.

Alle Tage

Der Krieg wird nicht mehr erklärt,
sondern fortgesetzt. Das Unerhörte
ist alltäglich geworden. Der Held
bleibt den Kämpfen fern. Der Schwache
ist in die Feuerzonen gerückt.
Die Uniform des Tages ist die Geduld,
die Auszeichnung der armselige Stern
der Hoffnung über dem Herzen…

aus „Die gestundete Zeit“, Ingeborg Bachmann, Piper 1953.

Monika Vasik, Schriftstellerin _ Wien

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann.

Fotos: Monika Vasik – Hermann Vasik

Walter Pobaschnig   18.1.2026

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„Literatur ist nicht nur das Buch“ _ Thorsten Becker, Schriftsteller _ Hannover 4.8.2026

Thorsten Becker, Schriftsteller _ Hannover

Lieber Thorsten, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Recherchieren. Etliche Stunden am Tag. Ich bin immer viel am Recherchieren.

Derzeit finde ich wieder stärker zurück ins Schreiben und ins Geschichtenerzählen. Die vergangenen Jahre mit ihren Unsicherheiten und Einschränkungen haben Spuren hinterlassen, aber auch meinen Blick geschärft: auf das Wesentliche, auf Wertschätzung und auf die Bedeutung von Geschichten.

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Wertschätzung. Für all das, was wir haben. Das, was wir vielleicht unachtsamerweise verloren haben. Für das, was wir wieder (zurück)gewinnen können. Müssen.

Und vor allem Wertschätzung derer, die uns umgeben. Denen, die uns nahestehen, von denen wir kommen, zu denen wir gehen. Unseren Nachbarn, unseren Nächsten gegenüber. Wertschätzung besonders auch für unsere Unterschiede, denn diese ergänzen uns.

Allein sind wir kein Ganzes. Wir sind immer Teil von etwas. Wir sollten doch diese anderen Teile schätzen. Wertschätzen. Sie sind wertvoll.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Zusammenzukommen. Zueinander zu finden. Einander wiederzufinden. Dass wir uns nicht immer weiter und weiter in kleine Fragmente teilen lassen. Das macht uns verletzlich. Angreifbar. Verwirrbar.

Kunst kann uns auf vielen Ebenen zusammenführen. Aber nicht eine einzige Kunst. Nicht die „wahre“ Kunst wie oftmals angepriesen. Nicht Kunst als Besitz einiger weniger Wissenden, Auserwählten; sich so Selbstdarstellenden. Kunst in ihrer Vielfalt. Mannigfaltigkeit. Offenheit.

Und Literatur ist nicht nur das Buch. Ich persönlich zähle dazu auch, ja, Videospiele. Klingt ungewöhnlich? Kindisch? Nicht im Kontext von „The Well-Read Game: On Playing Thoughtfully “, MIT Press, Tracy Fullerton und Matthew Farber. Viel könnte ich zu dem Thema sagen, aber ich belasse es bei diesem einen.

Was liest Du derzeit?

Ich lese derzeit weniger ein einzelnes Buch von Anfang bis Ende, sondern bewege mich zwischen mehreren Themenfeldern. Vieles davon findet online statt: Recherche, Essays, Fachtexte, Spuren, Querverbindungen.

Ein Schwerpunkt ist im Moment die Phänomenologie. Ich habe begonnen, Heidegger zu lesen, beschäftige mich aber auch allgemeiner mit Fragen der Wahrnehmung, des Da-Seins und des In-der-Welt-Seins. Parallel dazu lese ich wieder klassische Detektivliteratur: „The Adventures of Sherlock Holmes“ und zunehmend auch klassische Kriminal- und Hardboiled-Literatur, als Recherche und Inspiration für meine eigene erzählerische Arbeit.

Und seit einigen Tagen habe ich den starken Impuls, „Die unendliche Geschichte“ noch einmal zu lesen. Manchmal meldet sich ein Buch wieder, bevor man genau weiß, warum.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet. Denn wie ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welchem Maß ihr messt, wird euch zugemessen werden.“, Bergpredigt Jesu, Matthäus 7,1.

Ein Grundsatz, nach dem ich nach bestem Wissen und Gewissen täglich zu leben versuche. Es gelingt mir nicht immer.

Vielen Dank für das Interview, lieber Thorsten, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

Thorsten Becker, Schriftsteller

5 Fragen an Künstler*innen: Thorsten Becker, Schriftsteller _ Hannover

Zur Person/über mich:  Thorsten Becker, geboren 1972 in Hannover, ist Journalist, Essayist und Analyst. Er schrieb Ende der 90er bis in die frühen 2000er Jahre über Videospiele, Multimedia und Technologie für deutsche Magazine, Zeitungen, Teletext und eigene Online-Formate. Viele Jahre lang arbeitete er außerdem im Bereich Systeme, Daten und Business Intelligence, wo er Komplexität in Struktur übersetzte und informationsreiche Zusammenhänge verständlich machte.

Heute bringt er journalistische Recherche, analytisches Denken, Fotografie, Poesie und erzählerische Formen zusammen. Sein Interesse gilt Dingen, Orten und Umgebungen, die wie Hinweise, Relikte, Zeugen oder Fragmente wirken – und allem, was Geschichten in sich trägt. 

Unter dem Leitgedanken „Dinge erzählen Geschichten“ („Things Tell Tales“) entstehen Essays, poetische Miniaturen, fotografische Beobachtungen und erzählerische Spurensuchen. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf interaktiven und nicht-linearen Formen des Erzählens.
(18.6.26)

Website des Autors: Thorsten Becker – Deutsch

Foto: privat

Walter Pobaschnig, 18.6.2026

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