„Ihr Mut, die eigene Familie zum Gegenstand ihrer Literatur zu machen“ _ Erinnerung an +Monika Helfer, Schriftstellerin _ Eva Reichl, Schriftstellerin _ Mühlviertel/OÖ 5.8.2026

Monika Helfer _ Eva Reichl
Monika Helfer, Schriftstellerin (*18.10.1947 Vorarlberg +2.8.2026)

Zu Monika Helfer/Monika Helfer-Köhlmeier:

Monika Helfer, Schriftstellerin (*18.10.1947 Vorarlberg +2.8.2026)

Monika Helfer, Schriftstellerin _ hat zahlreiche Romane, Erzählungen und Kinderbücher veröffentlicht. Für ihre Arbeiten wurde sie unter anderem mit dem Österreichischen Würdigungspreis für Literatur, dem Solothurner Literaturpreis und dem Johann-Peter-Hebel-Preis ausgezeichnet. Zuletzt erschienen bei Hanser ihre Romane »Vati« (2021), mit dem sie für den Deutschen Buchpreis nominiert war, »Löwenherz« (2022) und »Die Jungfrau« (2023), »Wie die Welt weiterging« (2024) sowie »Der Bücherfreund« (2025). Monika Helfer-Köhlmeier | Hanser 3.8.2026

Monika Helfer und Michael Köhlmeier _
bei der Verleihung des österreichischen Buchpreises 2025 in den Wiener Praterateliers _ Monika Helfer war Nominierte

Erinnerung an Monika Helfer, Schriftstellerin (*18.10.1947 Vorarlberg +2.8.2026)

Im Interview: Eva Reichl, Schriftstellerin _ Mühlviertel/OÖ

Liebe Eva, welche Erinnerungen gibt es für Dich an Monika Helfer?

Ihr großer literarischer Durchbruch gelang ihr mit „Die Bagage“ im Jahr 2020. Damals war sie 72 Jahre alt. Das ist bemerkenswert, weil sie bereits seit den 1970er-Jahren schrieb und zahlreiche Romane veröffentlicht hatte. Über viele Jahrzehnte war sie in der Literaturszene geschätzt, doch erst „Die Bagage“ machte sie einem breiten deutschsprachigen und später internationalen Publikum bekannt. Ihr Erfolg zeigt, dass ein literarischer Durchbruch auch nach einer langen schriftstellerischen Laufbahn möglich ist. Ich hab mich damals sehr mit ihr gefreut, gleichzeitig hat es mir Hoffnung für mein eigenes Schreiben geschenkt.

Was macht für Dich das Besondere ihres Schreibens aus?

Was mich an Monika Helfers Schreiben besonders beeindruckt, ist ihr Mut, die eigene Familie zum Gegenstand ihrer Literatur zu machen. In ihren Büchern erzählt sie von Eltern, Geschwistern und Vorfahren, ohne sie zu idealisieren oder zu verurteilen. Gerade diese Offenheit empfinde ich als bemerkenswert. Ich selbst würde davor zurückschrecken, so nah an das eigene Leben und das der Familie heranzugehen, weil damit immer auch Verletzlichkeit verbunden ist. Umso mehr bewundere ich Monika Helfer dafür, dass sie diesen Weg gewählt hat und daraus Literatur geschaffen hat, die viele Leserinnen und Leser berührt.

Möchtest Du bestimmte Bücher hervorheben und warum?

Die Bagage (2020): Ihr internationaler Durchbruch.

Vati (2021): Eine sehr persönliche Annäherung an ihren Vater, einen Kriegsversehrten, dessen Leben und Charakter sie literarisch erkundet.

Löwenherz (2022): Ein bewegendes Porträt ihres Bruders Richard, der früh starb und in der Familie stets eine besondere Rolle spielte.

Warum? Weil sie eben den Mut hatte, über ihre Familie zu schreiben.

Wie hast Du Monika Helfer als Lesende bzw. als Kollegin erlebt?

Leider habe ich sie nicht persönlich gekannt.

Ihre Texte sind sprachlich gewaltig und inspirierend. Manche Sätze sind gemalte Bilder in Worten.

Darf ich abschließend um ein Zitat/eine Textstelle aus Monika Helfers Werk bitten?

„Gefühle verduften, nur in Romanen halten sie angeblich länger, in manchen Romanen angeblich ein ganzes Leben lang.“

Monika Helfer, Die Bagage

Herzlichen Dank für das Interview!

Eva Reichl, Schriftstellerin _

Zu Person und Werk: Eva Reichl wurde in Oberösterreich geboren und lebt mit ihrer Familie im unteren Mühlviertel. Mit ihren Krimis und Thrillern verwandelt sie ihre Heimat Oberösterreich in einen Tatort getreu dem Motto: Warum in die Ferne schweifen, wenn das Böse liegt so nah? Mit ihrer Mühlviertler Krimiserie mit Chefinspektor Oskar Stern und den Thrillern rund um Diana Heller verwandelt sie ihre Heimat in einen Tatort. Der erste Band ihrer seit 2018 bestehenden Mühlviertel-Krimireihe rund um Inspektor Oskar Stern befindet sich mittlerweile in der 9. Auflage.

2025 startete Reichl eine neue Krimiserie mit Chefinspektorin Lotta Meinich und ihrem Vater Gustav, einem Chefinspektor im Ruhestand, und weitete damit ihr mörderisches Schaffen auf ganz Oberösterreich aus.  (Pressetext Gmeiner Verlag)

Website der Autorin: Eva Reichl

Aktueller Krimi: Mühlviertler Todesstoß. Eva Reichl. Kriminalroman. Gmeiner Verlag. Mühlviertler Todesstoß. Eva Reichl. Kriminalroman. Gmeiner Verlag. | Literatur outdoors – Worte sind Wege

Foto: Monika Helfer _  Salvatore Vinci/Hanser Verlag

Foto: Monika Helfer/Michael Köhlmeier _ Verleihung des österreichischen Buchpreis 2025 _ Walter Pobaschnig

Foto: Eva Reichl _  Franz Bodingbauer.

Walter Pobaschnig, 5.8.26

https://literaturoutdoors.com

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