Tanzstück: „Georgette & René“ _ Monika Schabus, Tänzerin, Choreografin _ Graz und Bruno Genty, Tänzer, Choreograf _ Paris. Uraufführung am Do 22.5. 19.30h Pygmalion Theater Wien, weitere Spieltermine 23.5., 24.5., jeweils 19.30h.
Tanzstück: „Georgette & René“ _ Monika Schabus, Tänzerin, Choreografin _ Graz und Bruno Genty, Tänzer, Choreograf _ Paris.
Uraufführung am Do 22.5. 19.30h Pygmalion Theater Wien, weitere Spieltermine 23.5., 24.5., jeweils 19.30h.
„Eine wunderbare Bühnenreise zu Kunst&Leben&Liebe von René Magritte & Georgette Berger in mitreißend poetischer wie expressiver Tanzkunst. Ein sensationelles Theatererlebnis!“ Literatur outdoors
René Magritte, Künstler 21 11.1898 Lessines/Belgien +15.8.1967 Schaerbeck/Belgien.
Tanzstück: „Georgette & René“ _ Monika Schabus, Tänzerin, Choreografin _ Graz und Bruno Genty, Tänzer, Choreograf _ Paris.
Uraufführung am Do 22.5. 19.30h Pygmalion Theater Wien, weitere Spieltermine 23.5., 24.5., jeweils 19.30h.
„Eine wunderbare Bühnenreise zu Kunst&Leben&Liebe von René Magritte & Georgette Berger in mitreißend poetischer wie expressiver Tanzkunst. Ein sensationelles Theatererlebnis!“ Literatur outdoors
René Magritte, Künstler 21 11.1898 Lessines/Belgien +15.8.1967 Schaerbeck/Belgien.
Almut Tina Schmidt, Schriftstellerin _Wien _ Bachmannpreis Nominierung2025
Almut Tina Schmidt, Schriftstellerin _ Bachmannpreis Nominierung2025
Liebe Almut Tina Schmidt, herzliche Gratulation zur Bachmannpreisnominierung! Wie und wann hast Du von Deiner Nominierung erfahren? Was war Deine erste Reaktion und wie sieht jetzt die Vorbereitung aus?
Zuerst ist ein Mail gekommen mit positiver Rückmeldung auf meinen Text. Als ein paar Wochen später per Telefonanruf die definitive Einladung folgte, war ich also nicht ganz unvorbereitet. Und habe mich dennoch sehr gefreut.
Und muss jetzt noch vorlesen üben.
Wie war Dein Weg zum Schreiben?
Übers Lesen und schließlich selbst Probieren. Und Weiterlesen. Und Weiterprobieren.
Wie sieht der Schreibprozess bei Dir aus, gibt es etwa bestimmte Routinen, was inspiriert Dich und was ist Dir in Deinem Schreiben wichtig?
Ich trinke viel Tee beim Arbeiten.
Mein Ideal wäre ein überraschungsreicher, emotional packender wie intellektuell herausfordernder, absolut zwingender und zugleich offener vielschichtiger Text mit faszinierendem Sprachrhythmus, thematischer Relevanz und mehreren Verweisebenen und Deutungsmöglichkeiten, der sich dennoch beim ersten Lesen intuitiv erschließt. Aber so viel Tee, wie dafür nötig wär, kann ich nicht trinken.
Was hast Du mit Ingeborg Bachmann gemeinsam?
Hörspiele! Wir haben beide viel fürs Radio geschrieben.
Bitte assoziiere zu den Stichworten:
Gegenwart Und schon ist sie vorbei!
Literatur Aber irgendwie müsste die Zeit doch wiederzufinden sein…
Leben Auch wenn das Leben viel zu schnell vergeht.
KlagenfurtBisher war ich erst einmal in Klagenfurt. Die paar Tage dort sind besonders schnell vergangen, ich kann also wenig über die Stadt sagen.
Preis Aber dass alles seinen Preis hat, das weiß ich.
Vielen Dank für das Interview! Viel Freude und Erfolg in Klagenfurt!
Zur Person:Almut Tina SchmidtD/A
geboren 1971 in Göttingen, Studium Literaturgeschichte, Philosophie, Politik in Freiburg, Promotion. Lebt als freie Schriftstellerin in Wien.
Auszeichnungen (Auswahl):
1999 Open Mike-Preis
2003 Literaturpreis Das neue Buch (Niedersachsen/Bremen)
2012 Walter-Serner-Preis
2013/14 Österreichisches Staatsstipendium des BMUKK
2017 rotahorn-Förderpreis
2022 Wiener Literatur Stipendium
2023/24 Projektstipendium Literatur des BMKOES
Veröffentlichungen (Auswahl):
Meinen Namen weiß Oma schon lange nicht mehr, Jugendbuch,
ElefantenPress 1999
Als ich ein Kaninchen war, Kinderbuch, ElefantenPress 2001
Auswachsen, Erzählung, Droschl 2002
In Wirklichkeit, Roman, Droschl, 2008
Das Ding der Unmöglichkeit, Roman für Kinder, Gerstenberg 2010
Zeitverschiebung, Roman, Droschl 2016
Ein Karton, Kurzgeschichte, Literatur-Quickie 2024
„ein Fest der Literatur, ein Fest der Weltoffenheit und ein Fest der Menschlichkeit.“ TddL (Tage der deutschsprachigen Literatur) Organisator Horst L. Ebner, ORF Kärnten.
Die Tage der deutschsprachigen Literatur 2025 finden vom 25. bis 29. Juni im ORF-Theater des Landesstudios Kärnten statt.
Pressekonferenz Bachmannpreis 2025 _ 19.5.2025 Musilhaus Klagenfurt _ Veranstalter und Sponsoren (v. l. n. r.): Reinhard Draxler (KELAG-Vorstand), Brigitte Winkler-Komar (Land Kärnten, Leiterin Kunst und Kultur), Nadja Kayali (Intendantin Carinthischer Sommer), Horst L. Ebner (Koordinator Tage der deutschsprachigen Literatur), Christian Scheider (Bürgermeister von Klagenfurt), Karin Bernhard (ORF-Landesdirektorin), Franz Petritz (Stadtrat von Klagenfurt/Kulturreferent), Ursula Schirlbauer (ORF/3sat), Julian Geyer (Gemeinderat der Landeshauptstadt Klagenfurt am Wörthersee), Michaela Werblitsch (BKS Bank, Leiterin Communication & ESG) und Klaus Wachschütz (Technischer Leiter ORF Kärnten & Regisseur Ingeborg-Bachmann-Preis)
Autorinnen und Autoren 2025
14 Autorinnen und Autoren aus Deutschland, der Schweiz und Österreich lesen um den mit 25.000 Euro dotierten Ingeborg-Bachmann-Preis.
Thomas Bissinger, D
Natascha Gangl, A
Max Höfler, A
Nefeli Kavouras, D
Fatima Khan, D
Laura Laabs, D
Kay Matter, CH
Tara Meister, A
Nora Osagiobare, CH
Josefine Rieks, D/A
Almut Tina Schmidt, D/A
Boris Schumatsky, D
Verena Stauffer, A
Sophie Sumburane, D
Die Jury
Vorsitzender Klaus Kastberger, Graz (A)
Mara Delius, Berlin (D)
Laura de Weck
Mithu Sanyal (D)
Brigitte Schwens-Harrant, Wien (A)
Thomas Strässle (CH)
Philipp Tingler, Zürich (CH)
Jury 2023 _ Insa Wilke, Vorsitzende
Am 29. Juni wird in Klagenfurt am Wörthersee der 49. Ingeborg-Bachmann-Preis vergeben. Die Tage der deutschsprachigen Literatur 2025 finden vom 25. bis 29. Juni im ORF-Theater des Landesstudios Kärnten statt.
Station bei Malina _ Sophia Lunra Schnack, Schriftstellerin_ Wien _
Bei Ivan _ das Tor mit den Löwen _ „Es heißt Ivan. Und immer wieder Ivan. Gegen die Verderbnis und das Reguläre, gegen das Leben und gegen den Tod, gegen den zufälligen Verlauf…“ Malina, Ingeborg Bachmann.
Sophia Lunra Schnack, Schriftstellerin_ Wien _ am Romanschauplatz „Malina“ Wien_
Station bei Malina _ Sophia Lunra Schnack, Schriftstellerin_ Wien _
Liebe Sophia, wir sind hier an literarischen Bezugsorten des Romans „Malina“ (1971) von Ingeborg Bachmann in Wien. Du lebst in Wien, ist Dir das „Ungargassenland“ Bachmanns vertraut?
Ich war in der Nähe des Ungargassenlandes in der Schule, habe es aber zuerst in der Imagination, über den Roman betreten. Fiktion, die zu Realität leitet, die dann wieder auf Fiktion trifft, dieser Zwischenzustand, wunderbar.
in der Ungargasse „Mein Königreich, mein Ungargassenland, das ich gehalten habe, mit meinen sterblichen Händen“Malina, Gedenktafel _ Ungargasse 6
Ist Wien auch in Deinem Schreiben zentral?
Thematisch nicht unbedingt. Aber ich brauche für den Schreibzustand ein Verschmelzen mit einem Ort. Das stellt sich erst nach einiger Zeit ein, wenn Zeit sanft zu rieseln beginnt, gerade ist es zufällig Wien. Aber ich kann diese Verbindung mit sehr vielen Orten herstellen, vielleicht sogar leichter als hier, wo das Freimachen von Zeit auch zum Kampf werden kann.
Welche Zugänge gibt es von Dir zu Ingeborg Bachmann und dem Roman Malina?
Das Schreiben ist so fragil, es kann von ganz subtil wirkenden Machtverhältnissen unterdrückt werden. „Es war Mord“, am Schreiben, an einer schreibenden Frau, die in ihrer Liebe unsichtbar ihre Flügel gestützt bekommt.
Welche Eindrücke hast Du von den Schauplätzen in der Ungargasse, die wir besucht haben?
Wandelnde Säulenhalle, beschützt von der Göttin der Jugend, die schräg gegenüber auf die Hahnmarionette schaut: der wunderschöne Eingangsbereich scheint Zeit im Vorübergehen abzustellen, und der Holzhahn aus dem Teppichgeschäft wirkt mit seinen Fäden schon in mein schreibendes Unterbewusstsein ein.
Wie siehst Du das literarische Konzept des dreistufigen Aufbaus des Romans?
Passt gut zu seiner Theatralik, wobei beim Begriff „Konzept“ ehrlich gesagt mein Kopf immer den Pausenknopf drückt. Mir persönlich macht dieser Begriff auf das Schreiben bezogen Angst, ich weiß nicht, wie Bachmann antworten würden. Ich würde lieber von Organik sprechen, einem Aufbau von innen, aus dem Schreibfluss hinaus, also keiner Jacke, in die sich der Text kleidet. Und dann hat die Fallhöhe in Malina über die drei Teile freien Lauf.
Welches Frauen-, Männer-, Gesellschafts-, Geschichtsbild spricht Ingeborg Bachmann in Malina an und wie aktuell ist dies heute?
Ich denke, das, was ich oben gesagt habe, diese subtilen Machtverhältnisse, die ein innerliches Absterben einleiten, die Frau in ihren intellektuellen Fähigkeiten hemmen. Wie untergründig das abläuft, wie nicht greifbar. Und trotzdem ist es Mord, erst recht.
Welchen Einfluss hatte und hat der Roman auf Literatur und Gesellschaft?
Welchen Einfluss er auf die Gesellschaft hatte, das traue ich mich nicht zu beurteilen. Aber bestimmt hat er Schreib-, Sprachrichtungen umgedreht, verdreht, nicht vorgegeben, linear denken und arbeiten zu können, auch wenn der Roman scheinbar nach geordnetem Struktur, Aufbau, äußerlich, sucht, darin gedeiht emotionales Chaos. Das Flammen, Wiederaufflammen von Vergangenheit unterbindet das beispielsweise.
Hättest Du mit Ingeborg Bachmann gerne einen Tag in Wien verbracht und wenn ja, wie würde dieser aussehen?
Ich wäre schon sehr nervös, ob wir einen Zugang zueinander finden. Aber ich schlage ein Treffen im Stadtpark vor, einen Besuch in der Sternwarte oder im Burgkino, in dessen Haus sie auch einmal gewohnt hat.
Du bist wie Ingeborg Bachmann als Schriftstellerin nach Wien gezogen. Was bedeutet Dir Wien und welche Erfahrungen hast Du hier als Künstlerin gemacht?
Ich bin in Wien aufgewachsen und nach Studienjahren in Frankreich und Italien wieder hergezogen. Wien ist meine Sprachheimat, über die Stadt habe ich Zweige zu Vergangenheit aufgegriffen, die mich letztlich zur Gegend meines ersten Roman geleitet haben. Wäre ich nicht retour nach Wien gekommen, hätte es wohl ein ganz anderes Debüt gegeben. Und manche literarischen Ideen sind natürlich ganz eng an Personen hier geknüpft.
Was sind Deine derzeitigen Projektpläne?
Es schwebt und flottiert, die Farben arbeiten, der Ton wird gesucht, der Eingang wartet schon, teils drängend. Es wird ein Roman, der voraussichtlich im Frühjahr 2027 bei Otto Müller geboren wird. Und gerade setze ich mich an ein Projekt zwischen Sprachen, in Zusammenarbeit mit der französischen Literaturzeitschrift L’Intranquille. Der Titel meines Beitrags soll „Trouer une langue“, also „Eine Sprache durchlöchern“ lauten. Freue mich sehr auf diese Arbeit.
Darf ich Dich abschließend zu einem Malina Akrostichon bitten?
Macht
Apokalypse
Liegt
Innerlich
Na dann
A T M E
Station bei Malina _ Sophia Lunra Schnack, Schriftstellerin_ Wien _
Station bei Malina_Wien
im Interview und Fotoportrait am Romanschauplatz_
Sophia Lunra Schnack, Schriftstellerin_Wien
in der Ungargasse
„Malina“ _ Roman, Ingeborg Bachmanns, 1971
Ingeborg Bachmann_Schriftstellerin *25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom
Sophia Lunra Schnackund Walter Pobaschnig _ Romanschauplatz „Malina“ Wien 5/25
Zur Person_Sophia Lunra Schnack, geboren 1990, lebt und schreibt überwiegend in Wien. Veröffentlichte bislang Lyrik und (lyrische) Prosa u. a. in den „Manuskripten“, in der „Poesiegalerie“, in „Das Gedicht“ oder in den „Signaturen“. Die Autorin schreibt auf Deutsch und Französisch. Immer wieder sucht sie eine klanglichatmosphärische Annäherung zwischen den beiden Sprachen.
2022 erhielt sie den rotahorn-Literaturförderpreis. Seit 2023 leitet sie einen Lyrikblog für „Das Gedicht“ (Hg. Anton Leitner)
Sophia Lunra Schnack, Wiener Schriftstellerin, legt mit „feuchtes holz“ ein fulminantes Romandebüt vor, das im vielschichtigen Themenbogen und der virtuosen literarischen Form begeistert.
In mitreißender Erzählkraft werden Leserin und Leser auf eine Reise zu Orten der Kindheit mitgenommen, in denen sich ein poetischer wie kritischer Dialog zu Ort und Existenz, Familie und Geheimnis, Geschichte und Verdrängung zwischen Vergangenheit und Gegenwart öffnet. Dabei gelingt gleichsam ein Gespräch zwischen Schriftstellerin und Leserin/Leser, das Impulse, Inspiration, persönliche Erfahrung aufnimmt und reflektiert wie viel Raum gibt, der Wort, Herz und Sinn still ruhen lässt am persönlichen Weg durch Raum und Zeit.
Ein mutiges wie gelungenes Romanexperiment als dialogischer „Leseweg“, der sich im und je nach persönlichem Tempo als rundum großer Gewinn erweist – in Freude an der einmaligen Sprachvirtuosität wie den so tiefsinnigen, leichten wie schweren, Gedankenwegen, die einladen mitzugehen zum Spannungsbogen von Erinnerung, Weg und Sinn – auf der „long and winding road“ zu sich selbst.
„Ein Romandebüt, das in einmaliger literarischer Virtuosität und unendlicher Zärtlichkeit Herz und Sinn verbindet!“Literatur outdoors
„feuchtes holz“ Sophia Lunra Schnack. Roman. Otto Müller Verlag
Nach dem sensationellen Debütroman „feuchtes holz“(2023, Otto Müller Verlag) legt die Wiener Schriftstellerin Sophia Lunra Schnack einen Erzählband vor, der schon in den ersten Zeilen in der einzigartigen sprachlichen Oszillation zwischen Raum, Sinn und Wort begeistert und Leserin und Leser gleichsam zu einem Spaziergang in Aufmerksamkeit, Erfahrung und der Notwendigkeit des Ausdrucks mitnimmt und von Station zu Station in Herzgänsehaut überrascht und bis zur letzten Seite nicht loslässt.
„Vielleicht nicht überall Sprache haben
aber ins Schiff steigen können
zu ihr fahren…“
(„Worte wie Mandelblüte“, f.)
Die Sprache wird in den elf Erzählungen mit einer Leichtigkeit zu einem fliegenden Teppich, von dem auf Erinnerung, Ereignisse und Ausblicke auf Familie, Geschichte und den persönlichen Lebens- und Schreibprozess geblickt wird. Bei Sonne, Sturm und Regen in allen Jahreszeiten von Welt und Zeit. Dabei wird das Wort zum Durchdringenden im Dickicht der Vergangenheit wie des persönlichen Tages in allen Glücksmomenten, Eindrücken, Gedanken wie Herausforderungen, welche Sprache benennt, beschreibt und damit zu fassen sucht.
„Jede Person eine Sprachperson
heißt, die Worte nimmt
Worte bringt…“
Der Band öffnet ebenso grundlegende Paradigma des Schreibens von Sophia Lunra Schnack und lässt an der Intensität und des Geheimnisses von Wahrnehmung im Leben einer Schriftstellerin teilhaben und gleichsam mit ihr und vom Schreibtisch in den Worthimmel zu Begegnung, Erfahrung, Schmerz, Abschied und Aufbruch blicken.
Es ist ein Erzählband, der einmal mehr das Ausnahmetalent der Schriftstellerin im selbstbewussten Weg Sprache an-, und auszupacken und dabei immer neue Wege zu suchen, über gängige Zuordnungen von Prosa, Lyrik, Tagebuch hinweg, hervorstreicht. Jeder Satz berührt tief und trifft mitten in den Horizont des Jetzt unseres Lebens zwischen Woher und Wohin.
„Irgendwann zu viel an Vergangenheit buchstabieren, dagegen wieder Klavierspielen als eine Art, weich zu bleiben
Sprache mitnehmen
ablegen“
Sophia Lunra Schnack zeigt, welch große Kraft im Schreiben liegt, um die Fähigkeit und Möglichkeit des Menscheins in Zärtlichkeit wie Schwere von Erinnerung und Zukunft zu entfalten und zu leben. Von Wort zu Wort. Tag für Tag.
„Spiel, spiele weiter
bilde deine Tage
Diese reinen Atemklänge
als Wege…“
„feuchtes holz“, Sophia Lunra Schnack. Roman. Otto Müller Verlag.
Zur Person:Elias Hafner ist ein österreichischer Komponist, der in Kärnten geboren wurde und heute in Wien lebt und komponiert. Seit 2020 ist er als Medienkomponist und Live-Musiker tätig. In der Zeit zwischen 2021 – 2023 setzte er verschiedenste Projekte in die Tat um, sowie seine ersten beiden EP’s, die das Fundament für seinen Sound begründeten. Sein Debüt-Album „Monument“ erschien im September 2023 zusammen mit Grammy-Preisträger Georg Luksch und dem Musiklabel „Preiser Records. Es landete auf Platz 34 der Apple-Albumcharts.
Hafner studierte an Universitäten, wie der Gustav Mahler Privat Universität Klagenfurt und der Kunst Universität Graz. Er besuchte Meisterkurse am Klavier bei Pianisten wie, Paul Gulda und Filipo Gamba. 2024 schloss er sein Studium der Medienmusik am Jam Music Lab in Wien mit Auszeichnung ab und arbeitet seit Juli 2024 hauptberuflich als Künstler und kreiert neue Projekte!
Eines dieser neuen Projekte ist sein zweites Studioalbum, das wieder gemeinsam mit Grammy-Gewinner Georg Luksch und Preiser Records entstanden ist. Es ist ein Konzeptwerk, das die Zusammenarbeit mit Musikern der „Wiener Philharmoniker“, des „Vienna Synchron Stage Orchestra“ und des „Volksopernorchesters“ beinhaltet. Das Album „A Rainy Day In Vienna“ erscheint am 20. Juni.
Lieber Elias Hafner, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Morgens stehe ich auf und mache mir in Ruhe einen Kaffee. Meist checke ich meine Mails und organisiere alles um meine anstehenden Projekte herum. Derzeit ist es der bevorstehende Release meines neuen Albums „A Rainy Day In Vienna“, das am 20. Juni gemeinsam mit Preiser Records erscheint. Dazu gehört alles, was sich so um ein Album dreht. Organisation der Konzerte, Video-Drehs und Promotion-Kampagnen…
Elias Hafner, Komponist und Musiker
Hinzu kommen natürlich die Proben für meine Konzerte, für die ich anschließend am Klavier, aber auch auf der Gitarre übe. Vor dem Essen wird ein Krafttraining gemacht und nach dem Essen geht es weiter mit dem Komponieren und Ausarbeiten neuer Musik. Das ist wohl das Schönste an meinem Alltag.
Neu hinzugekommen ist, dass ich ab August dieses Jahres nach Spanien auswandern werde, um an dem Berklee Collage of Music mein Masterstudium in Filmkomposition anzugehen. Hierzu braucht es natürlich auch seine Zeit, um alles vorzubereiten.
Für einen perfekten Tag darf aber ein ausführlicher Spaziergang nicht fehlen und abends schaue ich mir dann gerne einen Film an oder lese ein gutes Buch.
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Die Wahrnehmung. Durch verschiedenste Lebenssituationen habe ich gelernt, wie wichtig es ist die eigene Umwelt und seine Mitmenschen wahrzunehmen.
Hier spreche ich davon die Welt, um sich selbst herum mehr wahrzunehmen. Bei einem Spaziergang kann es glasklar werden, wie schön eigentlich die Kleinigkeiten sind. Da höre ich beispielsweise besonders gerne auf die Blätter der Trauerweiden, die so schön im Wind rascheln. Oder ich sehe zu, wie die Sonnenstrahlen zwischen den Blättern durchstoßen und sich somit ein Lichtspiel sondergleichen ergibt.
Eine Wahrnehmung dieser Dinge kann mich an einem stressigen Alltag retten. Bei besonders situationsreichen Tagen denke ich dann an diese Kleinigkeiten und muss mir oft sogar das Schmunzeln zurückhalten.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?
In diesem Fall werde ich von der Musik sprechen, da ich mich dieser sehr verbunden fühle.
Der Umbruch ist Teil unseres Lebens, doch es ist wichtig bei einem Umbruch einen inneren Anker zu haben, der kann bei jedem ein anderer sein, doch bei mir ist es die Musik.
Ich komponiere Neo-Klassik und so wie dieses ein Genre des Umbruchs ist, eine Weiterentwicklung der Klassik ist, heißt es nicht, dass es sich von der Klassik abwendet. Es bildet mit Hilfe der Klassik etwas Neues, aber mit der Bedachtheit auf neue Dinge wie Ruhe und Melancholie.
Ein Aufbruch braucht Erneuerung, aber auch einen Ort der Stille und dieser ist für mich die Musik, die Literatur und die Kunst. Daraus schöpfe ich meine Kraft.
Was liest Du derzeit?
Derzeit lese ich Alfred Hitchcock‘s „Nachts, wenn das Licht ausgeht“. Es ist eine Sammlung von Kurzgeschichten, die der Großmeister der Horrorfilme und Thriller selbst zusammenstellte.
Als großer Liebhaber des Kinos und vor allem des Kinos der 50er Jahre bin ich ein regelrechter Fan von Hitchcocks Art und Weise der Geschichtenselektierung. Kurz gesagt, ich liebe seine Filme und glücklicherweise habe ich dieses Buch in einem Antiquariat in Wien gefunden. Was für ein glücklicher Zufall.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„Auch die Pause gehört zur Musik.“
-Stefan Zweig
Vielen Dank für das Interview, lieber Elias, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musikprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Elias Hafner, Komponist und Musiker
Zur Person:Elias Hafner ist ein österreichischer Komponist, der in Kärnten geboren wurde und heute in Wien lebt und komponiert. Seit 2020 ist er als Medienkomponist und Live-Musiker tätig. In der Zeit zwischen 2021 – 2023 setzte er verschiedenste Projekte in die Tat um, sowie seine ersten beiden EP’s, die das Fundament für seinen Sound begründeten. Sein Debüt-Album „Monument“ erschien im September 2023 zusammen mit Grammy-Preisträger Georg Luksch und dem Musiklabel „Preiser Records. Es landete auf Platz 34 der Apple-Albumcharts.
Hafner studierte an Universitäten, wie der Gustav Mahler Privat Universität Klagenfurt und der Kunst Universität Graz. Er besuchte Meisterkurse am Klavier bei Pianisten wie, Paul Gulda und Filipo Gamba. 2024 schloss er sein Studium der Medienmusik am Jam Music Lab in Wien mit Auszeichnung ab und arbeitet seit Juli 2024 hauptberuflich als Künstler und kreiert neue Projekte!
Eines dieser neuen Projekte ist sein zweites Studioalbum, das wieder gemeinsam mit Grammy-Gewinner Georg Luksch und Preiser Records entstanden ist. Es ist ein Konzeptwerk, das die Zusammenarbeit mit Musikern der „Wiener Philharmoniker“, des „Vienna Synchron Stage Orchestra“ und des „Volksopernorchesters“ beinhaltet. Das Album „A Rainy Day In Vienna“ erscheint am 20. Juni.
Liebe Heike Meckelmann, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Ich lebe zwischen Deich und Meer, zwischen Alltag und Abgrund … zumindest auf dem Papier. Mein Tag beginnt früh, oft mit einem Spaziergang am Meer. Danach schreibe ich mehrere Stunden, meist an einem meiner Küstenkrimis. Der Rhythmus der Ostsee prägt auch mein Schreiben: mal ruhig wie Ententeich, mal ungestüm wie Sturmflut. Am Nachmittag kommen Struktur, Recherche und manchmal der ganz reale Wahnsinn eines Krimiplots … Mord, Lektorat, Möwengeschrei inklusive.
Heike Meckelmann, Schriftstellerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Echtheit. In einer Welt, die lauter, schneller und polierter wird, sehnen wir uns nach dem Unverstellten … nach dem ehrlichen Wort, der unverfälschten Geschichte. Ob im Dorfkrug oder in digitalen Räumen: Wir brauchen wieder mehr Zuhören, weniger Rechthaben. Und vielleicht öfter mal eine frische Brise um die Nase, die uns daran erinnert, dass wir alle Teil eines großen Ganzen sind.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Literatur ist Wind … manchmal Rücken-, manchmal Gegenwind. Sie begleitet den Aufbruch nicht nur, sie provoziert ihn. Kunst zeigt, was fehlt, noch bevor wir es selbst spüren. Sie schafft Räume für Zwischentöne, die zwischen Schlagzeilen verloren gehen. Und sie hält fest, was sonst verweht: Identität, Erinnerung, Gewissen. Der Neuanfang braucht genau das … keine glatten Antworten, sondern wache Fragen.
Was liest Du derzeit?
Ich lese gerade „Der Salzpfad“ von Raynor Winn … eine Geschichte, die mich tief berührt. Die Verbindung zur Natur, das Gehen am Rand, buchstäblich wie metaphorisch … das ist für mich ein Buch wie ein Spaziergang am Ostseestrand bei aufziehendem Nebel: melancholisch, klar und überraschend tröstlich.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„Manchmal braucht es den Sturm, um das Ufer zu erkennen.“ Diesen Satz habe ich keinem großen Philosophen zu verdanken – er stammt aus einem meiner eigenen Krimis. Aber ich glaube, er beschreibt sehr gut, was Literatur kann: Uns schütteln, uns aufwühlen – und uns zeigen, wo wir stehen.
Literatur ist für mich ein Kompass: Sie zeigt nicht immer den kürzesten Weg … aber oft den ehrlichsten.
Neben meinen Küstenkrimis erscheint im nächsten Jahr mein erstes Sinn Buch, das genau diese Gefühle beschreibt … ein ganz neuer Ton, ganz neue Wege. Und ein Roman ist gerade auf dem Weg, der alles verändern könnte. Vielleicht, weil er tiefer geht. Vielleicht, weil er genau zur richtigen Zeit kommt. Ich bin gespannt, wohin der Wind mich trägt … und wer mitliest.
Heike Meckelmann, Schriftstellerin
Vielen Dank für das Interview, liebe Heike, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Heike Meckelmann, Schriftstellerin
Zur Person:Heike Meckelmann wurde in der Nähe von Elmshorn geboren und zog vor 35 Jahren auf die Insel Fehmarn. Sie ist Master und Bachelor im Handwerk und betrieb nach dem Studium der Betriebswirtschaft auf der Insel lange Zeit einen Handwerksbetrieb und eine Hochzeitsagentur. Lange Jahre arbeitete sie als Fotografin und nahm als Sängerin ein eigenes maritimes Album auf, bevor sie mit ihrer Familie eine Pension auf der Insel kaufte, die sie jetzt aufgab, damit sie sich nur noch dem Schreiben widmen kann. Seit 2016 arbeitet sie als freie Autorin auf Fehmarn und schreibt Kriminalromane, die überwiegend auf der Insel spielen und Reiseliteratur. Über 20 Jahre mit einem Fehmaraner verheiratet, bezeichnet sie sich durch und durch als Insulanerin, die ihre Insel genauso liebt, wie die Geschichten, die sie auf der Sonneninsel schreibt.
Als das Ehepaar Lore und Tim Ahlers von der Insel Fehmarn spurlos verschwindet, setzt ihre besorgte Nichte Nadja alles daran, sie zu finden. Verzweifelt bittet sie die Polizei um Hilfe, doch die Recherchen gestalten sich schwierig. Die einzige Spur führt Hauptkommissar Dirk Westermann und seinen Kollegen Thomas Hartwig zur Luxusjacht der Ahlers, die diese erst kürzlich verkauft haben. Aber stürmische Gewässer erschweren die Ermittlungen und ein Mord im Hafenbecken von Burgstaaken wirft weitere Fragen auf. Liegt die Wahrheit am Ende viel näher als gedacht? (Pressetext)
Gischt trägt die Sehnsucht in die Stille der Dünentäler
In jedem Menschen liegt der Anfang von Versöhnung.
Viele reden vom Frieden … wenige hören zu.
Ein Windhauch genügt, um Wunden wieder zu öffnen.
Plötzlich wird Schweigen laut … und braucht eine Stimme.
Erwarten wir Frieden von anderen, müssen wir ihn selbst leben.
Aufbrechen heißt auch: alte Feindbilder über Bord zu werfen.
Chancen beginnen nicht in der Politik … sondern am Küchentisch.
Erinnerung ist der erste Schritt zur Umkehr.
An den Küsten lernt man: Rückzug ist kein Aufgeben.
Chaos kommt in Böen … Frieden nur in Wellen.
Hoffnung ist kein Wort, sondern ein täglicher Entschluss.
Auch zwischen Stacheldraht und Stolz wächst manchmal etwas Weiches.
Nicht jeder Neuanfang ist sichtbar … aber spürbar.
Change beginnt, wenn wir uns selbst in Frage stellen.
Ein friedlicher Gedanke kann lauter sein als jeder Schuss.
Heike Meckelmann, 20.5.2025
Vielen Dank! Schön, dass ich dabei sein durfte. Liebe Grüße von der Insel
Heike Meckelmann
Heike Meckelmann, Schriftstellerin
GIVE PEACE A CHANCE
Heike Meckelmann, Schriftstellerin
Zur Person:Heike Meckelmann wurde in der Nähe von Elmshorn geboren und zog vor 35 Jahren auf die Insel Fehmarn. Sie ist Master und Bachelor im Handwerk und betrieb nach dem Studium der Betriebswirtschaft auf der Insel lange Zeit einen Handwerksbetrieb und eine Hochzeitsagentur. Lange Jahre arbeitete sie als Fotografin und nahm als Sängerin ein eigenes maritimes Album auf, bevor sie mit ihrer Familie eine Pension auf der Insel kaufte, die sie jetzt aufgab, damit sie sich nur noch dem Schreiben widmen kann. Seit 2016 arbeitet sie als freie Autorin auf Fehmarn und schreibt Kriminalromane, die überwiegend auf der Insel spielen und Reiseliteratur. Über 20 Jahre mit einem Fehmaraner verheiratet, bezeichnet sie sich durch und durch als Insulanerin, die ihre Insel genauso liebt, wie die Geschichten, die sie auf der Sonneninsel schreibt.
Als das Ehepaar Lore und Tim Ahlers von der Insel Fehmarn spurlos verschwindet, setzt ihre besorgte Nichte Nadja alles daran, sie zu finden. Verzweifelt bittet sie die Polizei um Hilfe, doch die Recherchen gestalten sich schwierig. Die einzige Spur führt Hauptkommissar Dirk Westermann und seinen Kollegen Thomas Hartwig zur Luxusjacht der Ahlers, die diese erst kürzlich verkauft haben. Aber stürmische Gewässer erschweren die Ermittlungen und ein Mord im Hafenbecken von Burgstaaken wirft weitere Fragen auf. Liegt die Wahrheit am Ende viel näher als gedacht? (Pressetext)
Max Höfler, Schriftsteller _ Bachmannpreis Nominierung2025
Max Höfler, Schriftsteller _ Bachmannpreis Nominierung2025
Lieber Max Höfler, herzliche Gratulation zur Bachmannpreisnominierung! Wie und wann hast Du von Deiner Nominierung erfahren? Was war Deine erste Reaktion und wie sieht jetzt die Vorbereitung aus?
es hat mich jemand mit einer unbekannten nummer angerufen. ich habe trotzdem abgehoben und dann danke gesagt.
jetzt ziehe ich um.
Wie war Dein Weg zum Schreiben?
so etwas passiert einfach. da wird man reingezogen und dann hat man den scherben auf.
Wie sieht der Schreibprozess bei Dir aus, gibt es etwa bestimmte Routinen, was inspiriert Dich und was ist Dir in Deinem Schreiben wichtig?
einfach hinsetzen und schreiben. ich verstehe das konzept inspiration nicht. wahrscheinlich existiert sie auch nicht. man muss sich diese schreibgeilheit im schreiben selbst herstellen. das ist nichts äußeres, sondern selbst gebaut. wichtig ist lediglich zeit und eine deadline.
Was hast Du mit Ingeborg Bachmann gemeinsam?
vollräusche in rom
Bitte assoziiere zu den Stichworten:
Gegenwart
ziemlich scheiße
Literatur
oft scheiße
Leben
ziemlich geil
Klagenfurt
vielleicht ok
Preis
miete
Vielen Dank für das Interview! Viel Freude und Erfolg in Klagenfurt!
danke!
Zur Person:Max Höfler, A
Geboren 1978 in Vorau, lebt in Graz als freier Autor. Liest auf Einladung von Klaus Kastberger.
Germanistik-, Philosophie- und Kunstgeschichtestudium, promovierte mit einer Arbeit über Wittgenstein. Literaturreferent des Forum Stadtparks (2009-2017). Herausgeber des Leinwandliteraturmagazins Glory Hole – Nachrichten von drüben.
Veröffentlichungen (Auswahl):
ALLES ÜBER ALLES, Ritter, 2024
Alternative Title: BOOK. Sampson Low, London, 2020
„ein Fest der Literatur, ein Fest der Weltoffenheit und ein Fest der Menschlichkeit.“ TddL (Tage der deutschsprachigen Literatur) Organisator Horst L. Ebner, ORF Kärnten.
Die Tage der deutschsprachigen Literatur 2025 finden vom 25. bis 29. Juni im ORF-Theater des Landesstudios Kärnten statt.
Pressekonferenz Bachmannpreis 2025 _ 19.5.2025 Musilhaus Klagenfurt _ Veranstalter und Sponsoren (v. l. n. r.): Reinhard Draxler (KELAG-Vorstand), Brigitte Winkler-Komar (Land Kärnten, Leiterin Kunst und Kultur), Nadja Kayali (Intendantin Carinthischer Sommer), Horst L. Ebner (Koordinator Tage der deutschsprachigen Literatur), Christian Scheider (Bürgermeister von Klagenfurt), Karin Bernhard (ORF-Landesdirektorin), Franz Petritz (Stadtrat von Klagenfurt/Kulturreferent), Ursula Schirlbauer (ORF/3sat), Julian Geyer (Gemeinderat der Landeshauptstadt Klagenfurt am Wörthersee), Michaela Werblitsch (BKS Bank, Leiterin Communication & ESG) und Klaus Wachschütz (Technischer Leiter ORF Kärnten & Regisseur Ingeborg-Bachmann-Preis)
Autorinnen und Autoren 2025
14 Autorinnen und Autoren aus Deutschland, der Schweiz und Österreich lesen um den mit 25.000 Euro dotierten Ingeborg-Bachmann-Preis.
Thomas Bissinger, D
Natascha Gangl, A
Max Höfler, A
Nefeli Kavouras, D
Fatima Khan, D
Laura Laabs, D
Kay Matter, CH
Tara Meister, A
Nora Osagiobare, CH
Josefine Rieks, D/A
Almut Tina Schmidt, D/A
Boris Schumatsky, D
Verena Stauffer, A
Sophie Sumburane, D
Die Jury
Vorsitzender Klaus Kastberger, Graz (A)
Mara Delius, Berlin (D)
Laura de Weck
Mithu Sanyal (D)
Brigitte Schwens-Harrant, Wien (A)
Thomas Strässle (CH)
Philipp Tingler, Zürich (CH)
Am 29. Juni wird in Klagenfurt am Wörthersee der 49. Ingeborg-Bachmann-Preis vergeben. Die Tage der deutschsprachigen Literatur 2025 finden vom 25. bis 29. Juni im ORF-Theater des Landesstudios Kärnten statt.
Liebe Annabel Herkströter, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Dreimal am Tag bin ich mit meinem Hund Senta unterwegs. Wir machen lange Spaziergänge in der Natur oder gehen joggen. Den Vormittag widme ich meistens dem Schreiben oder Zeichnen. Am Nachmittag folgt eine weitere Zeit des Schreibens bzw. Zeichnens. Komme ich einmal nicht weiter, was natürlich auch immer wieder vorkommt, verfolge ich meine anderen Interessen, wie zum Beispiel das Musizieren, Lesen oder Handarbeiten. So gewinne ich wieder etwas Abstand.
Ein guter Tagesabschluss ist für mich ein Abend auf dem Sofa mit einem mitreißenden Film oder einem interessanten Buch.
Annabel Herkströter, Schriftstellerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Meiner Meinung nach, brauchen wir momentan mehr denn je etwas, das uns im Leben Halt gibt. Die heutige Zeit ist von schneller Veränderung in jeder Hinsicht geprägt, aber vielleicht besonders in der Arbeitswelt. Wenn wir angesichts dessen etwas haben, was beständig ist und worin wir aufgehen, dann besitzen wir schon sehr viel. Es kann sich dabei um Zeit mit Familie und Freunden handeln, oder auch um kreative Tätigkeiten, denen wir uns regelmäßig widmen.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Ich finde, dass Kunst und Literatur immer und in jeder Situation sehr wichtig für eine Gesellschaft sind. Natürlich kommt der Kreativbranche in herausfordernden und von Veränderung geprägten Zeiten eine besondere Bedeutung zu, da ihr Bestehen dann möglicherweise weniger selbstverständlich ist. Leider sind politische Entscheidungsträger schnell darin, Gelder für die Kreativbranche zu kürzen, da Kunst ja scheinbar nicht lebensnotwendig ist. Ich glaube, dass da ein großer Irrtum vorliegt. Eine erstickte Kunst bzw. stark eingeschränkte Ausdrucksmöglichkeiten für Kunst machen eine Gesellschaft ärmer, als materielle Armut es jemals imstande wäre, da Kunst auch sehr viel mit freier Meinungsäußerung zu tun hat. Daher besteht meine Hoffnung darin, dass Kunst und Literatur gerade in der gegenwärtigen, unruhigen Zeit wieder „lauter“ werden.
Sicherlich werden wir in den nächsten Jahren einige Berufe an die KI verlieren. Auch hier sehe ich eine große Chance für menschliche Kreativität. Die KI ist – manchmal bestimmt auf subtile Weise – geprägt von den Ansichten der Mutterkonzerne und letztlich politischen Interessen. Wollen wir den Lauf der Dinge ein paar wenigen Mächtigen überlassen, die dann freie Bahn hätten, „eine Welt, wie sie mir gefällt“ zu schaffen und dementsprechende Kunst? Dürfte sich so etwas überhaupt Kunst nennen? Ich glaube nicht, dass die KI jemals auf eine Weise kreativ und auch kritisch sein kann, wie ein Mensch es ist. Und außerdem: Wer zieht ernsthaft einen von einem Chatbot geschriebenen Text einem Werk von einem Autor mit Bewusstsein, einem Menschen, vor?
Was liest Du derzeit?
Zurzeit lese ich „The Call of the Wild“ von Jack London.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Ich habe gleich zwei Zitate, die mir für die gegenwärtige Zeit bedeutsam erscheinen. Das erste ist ein Aphorismus von Martin Seel: „Die messbare Seite der Welt ist nicht die Welt; sie ist die messbare Seite der Welt.“ Das zweite Zitat ist Virginia Woolfs Essay „A Room of One’s Own“ entnommen: „So long as you write what you wish to write, that is all that matters; and whether it matters for ages or only for hours, nobody can say.“
Annabel Herkströter, Schriftstellerin
Vielen Dank für das Interview, liebe Annabel, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literatur-, Kunstprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Annabel Herkströter, Schriftstellerin
Zur Person:Annabel Herkströter wurde 1995 in Südtirol geboren. Nach der Matura studierte sie Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Innsbruck. Sie war u.a. in Bibliotheken sowie in einem Bergführerbüro tätig. Seit ihrer Kindheit widmet sie sich mit großer Hingabe dem Schreiben von Geschichten. Beiträge von ihr erschienen im „Komplex Kulturmagazin“ (Innsbruck), in der St. Pöltener Literaturzeitschrift „etcetera“ sowie in der Schweizer Online-Zeitung „DMZ“.
Im Herbst 2024 erschien ihr Kurzgeschichtenband Tragisch bis heiter bei BoD.
Aktuelles Buch von Annabel Herkströter:
„Tragisch bis heiter “ Erzählungen, Annabel Herkströter
„Eine junge Frau, die per Knopfdruck die Wahrheit zu sehen bekommt. Ein Hund, der sein Herrchen einfach nicht aufgeben will. Ein Selfie als Damoklesschwert über dem Familienglück. Davon und von vielem mehr erzählen die in diesem Band versammelten Kurzgeschichten. Mal sind sie tragisch, mal heiter, manchmal beides und oft etwas dazwischen.“ (Pressetext Verlag)
Zur Person:Annabel Herkströter wurde 1995 in Südtirol geboren. Nach der Matura studierte sie Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Innsbruck. Sie war u.a. in Bibliotheken sowie in einem Bergführerbüro tätig. Seit ihrer Kindheit widmet sie sich mit großer Hingabe dem Schreiben von Geschichten. Beiträge von ihr erschienen im „Komplex Kulturmagazin“ (Innsbruck), in der St. Pöltener Literaturzeitschrift „etcetera“ sowie in der Schweizer Online-Zeitung „DMZ“.
Im Herbst 2024 erschien ihr Kurzgeschichtenband Tragisch bis heiter bei BoD.
Aktuelles Buch von Annabel Herkströter:
„Tragisch bis heiter “ Erzählungen, Annabel Herkströter
„Eine junge Frau, die per Knopfdruck die Wahrheit zu sehen bekommt. Ein Hund, der sein Herrchen einfach nicht aufgeben will. Ein Selfie als Damoklesschwert über dem Familienglück. Davon und von vielem mehr erzählen die in diesem Band versammelten Kurzgeschichten. Mal sind sie tragisch, mal heiter, manchmal beides und oft etwas dazwischen.“ (Pressetext Verlag)