„Just open the door and go out!“ Dalma Sarnyai, Musikerin _ Wien 5.8.2025

Liebe Dalma Sarnyai, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Heute (So 3.8.25, Anm.) ist der zweiwöchige Meisterkurs (isa – Internationale Sommerakademie der mdw) zu Ende gegangen, an dem ich teilgenommen habe. Ich war rund um die Uhr mit meinem Instrument beschäftigt, habe viele neue Impulse bekommen und neue Musikerfreundschaften geschlossen. Ich denke, in den nächsten Tagen wird mich diese Erfahrung innerlich noch weiter beschäftigen – das alles arbeitet ja nach.

Dalma Sarnyai, Musikerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Filtern und reflektieren lernen. In einer Zeit, in der uns eigentlich alles sofort zur Verfügung steht – vor allem Information – ist es wichtig, die eigenen Grenzen zu kennen: Was tut mir gut, und wo beginnt die unnötige Überforderung? Ich glaube, wir sollten lernen, nicht alles aufnehmen zu müssen, nur weil es da ist.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?

Musik ist ein essenzieller Bestandteil meines Lebens – es gibt kaum Momente, in denen ich nicht zumindest innerlich Musik höre. Für mich ist sie die bedeutendste aller Kunstdisziplinen, und das nicht nur, weil ich selbst in diesem Bereich tätig bin. Musik – und Kunst im Allgemeinen – bedeuten für mich, dass meine innere Welt durch etwas Abstraktes angesprochen wird: Gefühle werden erweckt, wiedererlebt oder ganz neu definiert. Wie ein Spiegel – für das, was wir erleben, denken oder auch verdrängen.

Ich finde, Kunst hat die Kraft, dem Alltag neue Farbnuancen zu schenken und dabei zu helfen, sich selbst besser kennenzulernen.

Außerdem hat Kunst für mich nicht nur eine persönliche, sondern auch eine gesellschaftliche Relevanz. Sie kann zum Mittel werden, auf aktuelle Situationen zu reagieren und Themen sichtbar zu machen.

Was liest Du derzeit?

Gerade ist es eine Phase, in der ich parallel verschiedene Bücher lese – je nach Tagesverfassung. Darunter sind auch Werke, die ich schon einmal gelesen habe, sodass ich keinen Stress habe, falls ich zwischendurch den Faden verliere. Es ist auch eine spannende Erfahrung, wie Geschichten in unterschiedlichen Lebensphasen auf mich wirken.

Zurzeit lese ich auch gerne Märchen – japanische oder ungarische – die kurz, fantasievoll und unterhaltsam sind. Sie helfen mir, den Kopf freizubekommen.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Aus aktuellem Anlass des Meisterkurses möchte ich ein Zitat der Flötistin und Professorin Wally Hase teilen:

„Just open the door and go out!“

Dieser Satz erinnert mich immer daran, dem Leben mit Neugier zu begegnen – und sich in vielen Situationen auszuprobieren und zu zeigen.

Besonders im künstlerischen Prozess finde ich es wichtig, nicht zu lange zu zögern, sondern den Mut zu haben, Ideen auszuprobieren – auch wenn sie noch nicht fertig sind.

Denn wann ist ein Werk „fertig“ überhaupt?

Vielen Dank für das Interview, liebe Dalma, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musikprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen: Dalma Sarnyai, Flötistin

Zur Person/über mich: Dalma Sarnyai (1995, Sopron, Ungarn) ist eine vielseitige Flötistin mit Wohnsitz in Wien. Nach ihrem mit Auszeichnung abgeschlossenen Konzertfachstudium an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (2023) ist sie aktiv in der klassischen und zeitgenössischen Musikszene.

Dalma verbindet in ihren Projekten traditionelles Repertoire mit innovativen, körperbezogenen Ansätzen – etwa in der Zusammenarbeit mit Tänzer:innen und Schlagwerker:innen. 2023 wurde sie durch ein Stipendium bei Claire Chases visionärem Projekt Density 2036 gefördert, das weltweit innovative Flötist:innen unterstützt.

Konzerttourneen führten sie zu Festivals und renommierten Kulturinstitutionen quer durch Europa. Neben ihrer musikalischen Tätigkeit arbeitet sie auch als Regie- und Produktionsassistentin. Ab Herbst 2025 beginnt sie ein Masterstudium in Neuer Musik und übernimmt eine Lehrverpflichtung am Burgenländischen Musikschulwerk.

Foto: Stephan Polzer

Walter Pobaschnig 3/8/25

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„Ein gutes Leben, auf einem gesunden Planeten.“ Alena Polzer, Schauspielerin _ Passau/D 4.8.2025

Liebe Alena Polzer, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich stehe um 6 Uhr auf, wecke meine Tochter, richte sie für den Kindergarten und mache ihr Vesper. Sobald die Familie aus dem Haus ist, starte ich mit meinen alltäglichen Routinen, wie Mediation, positive Affirmationen, Morgenseiten, Yoga und einiges mehr.

Danach fahre ich an manchen Tagen mit dem Fahrrad in die Stadt, um dort in einem Café als Kellnerin zu arbeiten, oder ich arbeite zu Hause an meinen verschiedenen Projekten. Momentan erarbeite ich die Pressemappe für die verschiedenen Radiosender für mein Debüt Album, das ich gemeinsam mit dem wundervollen Künstler Zoltan Zoboky erarbeitet habe. Das Album heißt „ReMember“ und ist auf allen gängigen Plattformen, wie Spotify, Apple Music, YouTube Music etc. zu finden. Außerdem arbeite ich an meinem ersten Buch das „Innenwelten – Der ewige Kampf um mein Sein“ heißen wird. Dann lerne ich Text und mache Rollenarbeit für einen bevorstehenden Dreh für einen Westernfilm Namens „Männer des Zorns“. Bei dem ich eine kleine aber ganz großartige Rolle spielen darf, die mir sehr viel Spaß macht, und emotional sehr anspruchsvoll ist. Ansonsten arbeite ich an verschiedenen Kunstprojekten. Ich habe viele Ideen, die auf ihre Umsetzung warten.

An manchen Tagen stehen natürlich auch Aufnahmen für E-Castings auf dem Plan. Nach der Arbeit im Café oder zu Hause am Schreibtisch bzw. im Atelier hole ich meine Tochter vom Kindergarten ab. Dann geht es los mit vorlesen, spielen, Haushalt und kochen.

Abends versuche ich meistens nochmal etwas zu arbeiten und versuche dann möglichst früh im Bett zu sein. Denn ich weiß, um 6 Uhr klingelt wieder der Wecker… Ich versuche auch so oft es geht kleine Spaziergänge oder Läufe in den Tag zu integrieren. Denn Zeit in der Natur tut unglaublich gut.

Alena Polzer, Schauspielerin-Künstlerin,
Singer/Songwriterin, Autorin und Malerin.

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Mein Ziel ist es, mehr im Hier und Jetzt zu leben. Achtsam mit sich und seinem Umfeld zu sein und dankbar sein für die kleinen Dinge im Leben. Menschlicher mit sich selbst und seinen Mitmenschen umzugehen und auch wieder mehr Kontakt mit unserer Erde aufzubauen und unsere Umwelt zu schützen. Ich denke, das würde uns allen sehr guttun und wäre jetzt sehr wichtig.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Kunst, Theater, Schauspiel haben immer die Aufgabe Verschiedenes aufzuzeigen, darauf aufmerksam zu machen, wachzurütteln und zu bewegen.

Mein Wunsch ist es jedenfalls die Menschen mit meiner Arbeit zu begleiten, zu berühren und voranzubringen.

Sowieso sollten wir allgemein mehr füreinander da sein und nicht so viel gegeneinander arbeiten. Letztendlich wollen wir doch alle dasselbe: Ein gutes Leben, auf einem gesunden Planeten.

Was liest Du derzeit?

„Kreativ. Die Kunst zu sein“ von Rick Rubin

„Der Weg des Künstlers“ von Julia Cameron

„Make your art no matter what“ von Beth Pickens

„Maktub“ von Paulo Coelho

Und: „Das Leben so: Nein! Ich so: Doch!“ von René Träder

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Das Leben ist so schön, auch wenn wir manchmal denken, es ist nicht so. Lebe dein Leben, sei dankbar, stell dich vor, zeig dich. Du bist unglaublich schön. Hab keine Angs anderen zu zeigen, wie schön du bist: von innen und von außen.“ Von Lars Amend

Vielen Dank für das Interview, liebe Alena, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspiel-, Kunstprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen: Alena Polzer, Schauspielerin-Künstlerin,
Singer/Songwriterin, Autorin und Malerin.

Zur Person/über mich: Alena Polzer ist ausgebildete Schauspielerin und lebt heute als vielseitige Künstlerin in Passau. Ihre Ausbildung absolvierte sie an der Internationalen Schauspielakademie CreArte in Stuttgart. Nach ersten Erfahrungen auf Theaterbühnen und Stationen in Stuttgart, Tübingen und Münster zog es sie zum Film, wo sie in mehreren kleineren Produktionen mitwirkte – zuletzt in einer emotionalen Rolle in dem Westernfilm: „Männer des Zorns“

Als Singer-Songwriterin fand sie einen weiteren Ausdruckskanal für ihre künstlerische Stimme. 2025 veröffentlichte sie gemeinsam mit dem ungarischen Komponisten Zoltan Zoboky ihr Debütalbum ReMember, das tief persönliche Themen auf atmosphärische Weise verarbeitet. Neben ihrer Arbeit auf der Bühne und vor der Kamera widmet sich Alena dem Schreiben ihres ersten Buchs sowie dem Zeichnen und Malen.

Die letzten beiden Sommer stand sie auf der Bühne der Karl-May-Spiele in Pullman City Bayern – und auch als Mutter lebt sie weiterhin mit voller Hingabe ihre Leidenschaft für Kunst, Geschichten und Ausdruck.

https://www.alena-polzer.de/

Foto: Yilmaz Photography

Walter Pobaschnig 2/8/25

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„Geh voran!“ Alena Polzer, Schauspielerin _ Give Peace A Chance _ Passau/D 4.8.2025

GIVE PEACE A CHANCE

Geh voran!

Irrwege in dir

Verschlungene Umwege

Einbahnstraßen


Persönliche Bestleistungen

Erniedrigende Niederlagen

Aber immer voran

Cineastische Bilder

Ernüchternde Einöden


Alles wird dabei sein!


Clean und straight geradeaus

Hadernd und zögernd mit vielen Ecken und Kanten

Alleine

Nie aber wirklich alleine

Come in – ins Boot des Lebens

Einmal einsteigen bitte…

Alena Polzer, 31.07.25

Alena Polzer, Schauspielerin-Künstlerin,
Singer/Songwriterin, Autorin und Malerin.

GIVE PEACE A CHANCE

Alena Polzer, Schauspielerin-Künstlerin, Singer/Songwriterin, Autorin und Malerin.

Zur Person/über mich: Alena Polzer ist ausgebildete Schauspielerin und lebt heute als vielseitige Künstlerin in Passau. Ihre Ausbildung absolvierte sie an der Internationalen Schauspielakademie CreArte in Stuttgart. Nach ersten Erfahrungen auf Theaterbühnen und Stationen in Stuttgart, Tübingen und Münster zog es sie zum Film, wo sie in mehreren kleineren Produktionen mitwirkte – zuletzt in einer emotionalen Rolle in dem Westernfilm: „Männer des Zorns“

Als Singer-Songwriterin fand sie einen weiteren Ausdruckskanal für ihre künstlerische Stimme. 2025 veröffentlichte sie gemeinsam mit dem ungarischen Komponisten Zoltan Zoboky ihr Debütalbum ReMember, das tief persönliche Themen auf atmosphärische Weise verarbeitet. Neben ihrer Arbeit auf der Bühne und vor der Kamera widmet sich Alena dem Schreiben ihres ersten Buchs sowie dem Zeichnen und Malen.

Die letzten beiden Sommer stand sie auf der Bühne der Karl-May-Spiele in Pullman City Bayern – und auch als Mutter lebt sie weiterhin mit voller Hingabe ihre Leidenschaft für Kunst, Geschichten und Ausdruck.

https://www.alena-polzer.de/

Foto: Portrait _ Yilmaz Photography; Motiv _ Walter Pobaschnig.

Walter Pobaschnig 2/8/25

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Dummer Tod_Der Fall Marc Aurel, Rosemarie Schmitt. Krimi.

Alles geht hier in Grevenmacher seinen Gang. Morgens zum Bäcker und dann beginnt der Tag da und dort, wie immer…

Doch als Jean-Marie jetzt den Anruf seiner Mutter erhält, zieht sich ein Riss durch die Welt…Eine tote junge Frau auf einer Parkbank und dazu ein Zettel mit Worten „Es ist keine Schande nichts zu wissen, wohl aber, nichts zu lernen.“ Der ehemalige Philosophiestudent ordnet das Zitat schnell Platon zu, doch in der offenen dunklen Höhle der Fragen zum Tod vor der Statue des Blannen Theis gilt es nun Antworten zu finden und dabei gibt es Entdeckungen, Überraschungen zwischen Geheimnissen und Abgründen, die niemand für möglich gehalten hätte…

Die vielseitige in Trier geborene Autorin Rosemarie Schmitt legt mit „Dummer Tod“ einen Krimi vor, der von der ersten Seite an Neugierde und Spannung sehr gekonnt aufbaut, indem Lebensfäden in Vergangenheit und Gegenwart in vielen kulturphilosophischen („Philo-Crime“) wie lokalen Bedeutungsebenen verwoben und verstrickt werden und Leserin und Leser abwechslungsreich wie intensiv mit auf der Spur sind…

„Eine ganz besondere Krimispannung in Leben und Kulturgeschichte.“

Dummer Tod_Der Fall Marc Aurel, Rosemarie Schmitt. Krimi.

142 Seiten, broschürt

Verlag Crime.Lu.

EAN 978-2-919836-14-7

EUR 14,50 (Luxemburg)

Walter Pobaschnig

Literatur outdoors 8/25

„graben wir“ Jutta v. Ochsenstein, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Schwäbisch Gmünd 3.8.2025

GIVE PEACE A CHANCE

graben wir

in unserer Geschichte

verflochten mit diesem

einzigartigen


Planeten

Erde

anders sind wir und verwandt

chemische Geheimnisse verbinden uns

erinnern uns:


am Rand des Abgrunds gibt es


Chancen für empfindende

Hände die

antworten

Naheliegendes erkennen

Courage zeigen vor der

Erdgeschichte: das Überleben ernst nehmen



Jutta v. Ochsenstein, 30.7.2025

Jutta v. Ochsenstein, Schriftstellerin

GIVE PEACE A CHANCE

Jutta v. Ochsenstein, Schriftstellerin

Zur Person/über mich: Jutta v. Ochsenstein, geboren 1960 in Nordhessen, studierte Germanistik und Romanistik und arbeitete mehrere Jahre in friedenspolitischen Organisationen. Heute lebt sie nahe Stuttgart als Pädagogin und Autorin. Neben Fachliteratur veröffentlicht sie Lyrik und Kurzprosa in Anthologien und Zeitschriften. 2018 erschien ihre französische Übersetzung von Werken Georg Trakls (zusammen mit E. Hupel), 2022 der Gedicht- und Fotoband „Von der Unschärfe der Wälder“, zusammen mit W. Haenle.  

Jutta von Ochsenstein

Aktueller Gedichtband von Jutta v.Ochsenstein:

Im Mittelpunkt der Gedichte Jutta v. Ochsensteins steht das Erinnern, Erfahren, Erleben, indem sie die verschiedenen Eindrücke ganz nah heranrücken, sie unters Mikroskop der Tiefenschärfe legen. Alle Sinne sind geöffnet und empfangsbereit für die subjektiven Ansprachen insbesondere aus den Naturgefilden, doch auch aus der Kunst und Literatur, aus dem Weltgeschehen und den gesellschaftlichen Verwerfungen. Mit leiser Melancholie ziehen all diese Momente vorüber, nicht ohne ihre flüchtige Gegenwart in ebenso einfachen wie eindrücklichen Worten zu hinterlassen.

Jutta von Ochsenstein

Foto: Portrait: privat; Motiv _ Walter Pobaschnig.

Walter Pobaschnig 30/7/25

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„Herz öffnen und unser Denken weiten!“ Jutta v. Ochsenstein, Schriftstellerin _ Schwäbisch Gmünd 3.8.2025

Liebe Jutta v. Ochsenstein, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Da ich freiberuflich als Pädagogin tätig bin, sehen die Tage sehr unterschiedlich aus, je nachdem, wann ich wo Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte gebe, Wald-Spielgruppen begleite, Elterngespräche führe oder am Schreibtisch zuhause arbeite. Außerdem bin ich aktive Großmutter. Dabei finde ich sehr unterschiedlich Ruhe und Zeit zum literarischen Schreiben. Oft auf Reisen, in Cafés, manchmal zuhause auf der Couch …

Jutta v. Ochsenstein, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Das ist eine sehr schwierige Frage! Ich kann sagen, was ich mir wünsche, dass es uns allen besonders wichtig wäre: Am ehesten denke ich da an ein Einüben von Herzensqualitäten, wie Mitgefühl und einen achtsamen Umgang mit uns selbst. Zudem Flexibilität im Denken, neue Perspektiven kennenlernen, die über unsere Denkgewohnheiten, wie z.B. über ein Schwarz-Weiß-Denken, hinausgehen, sich auf andere Sichtweisen einlassen, auch auch und  gerade wenn es anfangs unangenehm ist.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Wie oben schon angedeutet: Herz öffnen und unser Denken weiten! Das sind beides Fähigkeiten, die wir immer wieder neu lernen können, gerade mit Hilfe von Kunst. Für mich ist eine Aufgabe von Literatur, zu verunsichern, neu wahrnehmen zu üben, mit Gewohntem zu spielen und dabei Freiheit zu erleben. Das darf auch mal anstrengend sein! Und Freude machen! Sich auf Kunst einzulassen heißt auch, aus dem hektischen Hamsterrad des Alltags herauszutreten, zu entschleunigen, zur Ruhe zu kommen. Das wäre, glaube ich, ganz hilfreich.

Was liest Du derzeit?

Ich lese regelmäßig Rilke, vor allem die späteren Gedichte. Dazu kommen Gedichtbände von Bekannten, aktuell von Miriam Brümmer, Jane Wels und von  Philipp Létranger. Als letzten Roman habe ich „Sing, wilder Vogel, sing“ von Jacqueline O’Mahony gelesen und bin begeistert.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Das Gedicht als Augenblick von Freiheit!“ (Hilde Domin)

Vielen Dank für das Interview, liebe Jutta, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen: Jutta v. Ochsenstein, Schriftstellerin

Zur Person/über mich: Jutta v. Ochsenstein, geboren 1960 in Nordhessen, studierte Germanistik und Romanistik und arbeitete mehrere Jahre in friedenspolitischen Organisationen. Heute lebt sie nahe Stuttgart als Pädagogin und Autorin. Neben Fachliteratur veröffentlicht sie Lyrik und Kurzprosa in Anthologien und Zeitschriften. 2018 erschien ihre französische Übersetzung von Werken Georg Trakls (zusammen mit E. Hupel), 2022 der Gedicht- und Fotoband „Von der Unschärfe der Wälder“, zusammen mit W. Haenle.  

Jutta von Ochsenstein

Aktueller Gedichtband von Jutta v.Ochsenstein:

Im Mittelpunkt der Gedichte Jutta v. Ochsensteins steht das Erinnern, Erfahren, Erleben, indem sie die verschiedenen Eindrücke ganz nah heranrücken, sie unters Mikroskop der Tiefenschärfe legen. Alle Sinne sind geöffnet und empfangsbereit für die subjektiven Ansprachen insbesondere aus den Naturgefilden, doch auch aus der Kunst und Literatur, aus dem Weltgeschehen und den gesellschaftlichen Verwerfungen. Mit leiser Melancholie ziehen all diese Momente vorüber, nicht ohne ihre flüchtige Gegenwart in ebenso einfachen wie eindrücklichen Worten zu hinterlassen.

Jutta von Ochsenstein

Foto: privat

Walter Pobaschnig 30/7/25

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„Güte“ Ariana Tuma, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Wien 2.8.2025

GIVE PEACE A CHANCE

Güte

Individualität

Vertrauen

Empathie


Perspektive

Einheit

Achtsamkeit

Courage

Ehrlichkeit


Akzeptanz


Charisma

Hoffnung

Aufrichtigkeit

Nachsicht

Community

Engagement



Ariana Tuma, 30.7.2025

GIVE PEACE A CHANCE
Ariana Tuma, Schriftstellerin

Zur Person/über mich: Ariana Tuma, Schriftstellerin

Ariana Tuma wurde 2001 geboren und lebt in Wien. Ihre ersten Geschichten verfasste sie bereits im Kleinkindalter. Zusätzlich zu der Liebe des Erfindens und Kreierens fremder Planeten und Menschen, zeichnet und musiziert sie leidenschaftlich gerne und verschlingt alle Blockbuster-Filme.

https://arianatuma.at/ariana-tuma-autorin-kuenstlerin-ueber-mich/

Aktuelle fortlaufende Buchreihe von Ariana Tuma: Kreislauf der Unendlichkeit – OPEN

„Auf noch fremden Planeten, in ferner Zukunft…wird Nic Lenista aus seinem glamourösen Leben gerissen und muss vor der Regierung fliehen. Dabei trifft er auf Mirija, eine rebellische Draufgängerin, die zu ihren Gunsten einen Deal mit ihm eingeht. Dieser führt sie zu Silias Castillen, dem abenteuerlustigen Sohn eines von der Regierung verfolgten Todeskandidaten. Als der oberste Befehlshaber des Systems, Arijc Callos, erfährt, dass die drei zusammenarbeiten, schmiedet er finstere Pläne. Doch das Aufeinandertreffen von Nic, Mirija und Silias könnte den Lauf ganzer Galaxien für immer verändern …“

https://arianatuma.at/meine-buecher-kreislauf-der-unendlichkeit-ariana-tuma/

Fotos _ Portrait: Anna-Maria Reim; Motiv_Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig 30/7/25

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„Einfühlsamkeit“ Ariana Tuma, Schriftstellerin _ Wien 2.8.2025

Liebe Ariana Tuma, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Sehr kreativ! Ich kann mir meinen Tag fast völlig selbst einteilen. Meist stehe ich um acht Uhr auf, habe meine Morgenroutine, in welcher ich zuerst mit einem Tee oder Kaffee meine Gedanken niederschreibe, meditiere und Sport mache, wie Yoga oder Pilates. Dann geht es auch schon mit dem Schreiben los. Manchmal kümmere ich mich stattdessen auch um Marketing, Website etc. An Büchern arbeite ich meist bis 14 Uhr, und dann habe ich Freizeit, bis ich am Abend in meinen Teilzeitjob gehe. Ich arbeite nebenbei im Ronacher, wofür ich sehr dankbar bin, da ich nur von kreativen Menschen umgeben bin, die meine Arbeit wertschätzen.

Ariana Tuma, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Einfühlsamkeit. Das ist etwas, das ich durch das Schreiben gelernt habe. Ich erfinde so viele Charaktere und Leben und muss mich in sie hineinversetzen – ihre Charakterzüge, die ich ihnen gegeben habe, verstehen und nachvollziehen. Und dies sollte man nicht nur mit fiktiven Menschen tun, sondern auch in der Welt da draußen. Verurteile niemanden, denn man kennt niemals die ganze Geschichte hinter den Augen einer Person. Nie den Schmerz, welcher vielleicht hinter einem Lächeln steckt, das echt und natürlich wirkt. Wir Menschen sind solch komplexe Lebewesen, jeder mit eigenen Gedanken, die sich ein anderer gar nicht vorstellen kann. Und das, finde ich, ist für uns alle besonders wichtig: zumindest versuchen, sich ein wenig in eine andere Person hineinzufühlen, empathisch zu handeln und nicht gleich zu urteilen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein, und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Ich denke, dass es ein Aufbruch der Kreativität ist. Die Menschen kehren zu sich und ihrem inneren Kind zurück. Sie erkennen, dass es mehr gibt, als nur erfolgreich in einem Job zu sein, der ihnen gar keinen Spaß macht. Und so kehrt eben die Kunst, die Literatur, die Musik – alles – in uns zurück, und somit eröffnet sich eine ganz neue Sichtweise auf Freiheit. Und das ist die neue Rolle, die sie bekommt. Früher, vielleicht auch noch vor einigen Jahren, war Kunst, Literatur etc. ein Genuss, den man sich gönnte, wenn man mal einen Abend frei hatte. Jetzt wird es langsam wieder zu einer Lebensweise, worüber ich sehr froh bin.

Was liest Du derzeit?

Lustigerweise etwas sehr Trockenes, da ich Sachbücher liebe: „Das einzige Buch, das du über Finanzen lesen solltest“. Neben den kreativen Geschichten, die ich selber schreibe und welche sich 24/7 in meinem Kopf abspielen, tut es mir unfassbar gut, meistens einfach Fakten zu lesen XD

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„The most important thing is to enjoy your life – to be happy – it’s all that matters.“ – Audrey Hepburn
Eine Frau, die ich für alles, was sie verkörpert, bewundere: für ihre Menschlichkeit, ihre Empathie, Eleganz, ihren Intellekt und ihre Echtheit.

Ariana Tuma, Schriftstellerin

Vielen Dank für das Interview, liebe Ariana, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen: Ariana Tuma, Schriftstellerin

Zur Person/über mich: Ariana Tuma, Schriftstellerin

Ariana Tuma wurde 2001 geboren und lebt in Wien. Ihre ersten Geschichten verfasste sie bereits im Kleinkindalter. Zusätzlich zu der Liebe des Erfindens und Kreierens fremder Planeten und Menschen, zeichnet und musiziert sie leidenschaftlich gerne und verschlingt alle Blockbuster-Filme.

https://arianatuma.at/ariana-tuma-autorin-kuenstlerin-ueber-mich/

Aktuelle fortlaufende Buchreihe von Ariana Tuma: Kreislauf der Unendlichkeit – OPEN

„Auf noch fremden Planeten, in ferner Zukunft…wird Nic Lenista aus seinem glamourösen Leben gerissen und muss vor der Regierung fliehen. Dabei trifft er auf Mirija, eine rebellische Draufgängerin, die zu ihren Gunsten einen Deal mit ihm eingeht. Dieser führt sie zu Silias Castillen, dem abenteuerlustigen Sohn eines von der Regierung verfolgten Todeskandidaten. Als der oberste Befehlshaber des Systems, Arijc Callos, erfährt, dass die drei zusammenarbeiten, schmiedet er finstere Pläne. Doch das Aufeinandertreffen von Nic, Mirija und Silias könnte den Lauf ganzer Galaxien für immer verändern …“

https://arianatuma.at/meine-buecher-kreislauf-der-unendlichkeit-ariana-tuma/

Fotos: Anna-Maria Reim

Walter Pobaschnig 30/7/25

https://literaturoutdoors.com

„Glocke Ginster Glycinie Glocke-nschlag“ Beate Glück, Bildende Künstlerin _ Give Peace A Chance _ Wien 1.8.2025

GIVE PEACE A CHANCE

Glocke Ginster Glycinie Glocke-nschlag

Inner-licht-keit Zauberwald

Verfranst verw-irrt verheddert

Eine Bahnstrecke weg vom Krieg


Palastgarten vom Heiligen Leonhard

Exil auf Zeit

Artist-In-Peace

Cerebrum Denken Sprechen Floaten

Einsinken ins Monumentale, usw.


Atemnot


Clematis Chrysantheme Cosmea

Hungrig nach Sonne Liebe Luft, in den U-Bahn-Schächten Kiews

Ausholen Aufholen Ausrollen der Leinwände

Niederkunft Erdung Drohnenangst

Creativity’s worst enemy is self-doubt

Einholen einsamen ermatten: brüchiger Frieden im Krieg



Beate Glück, 30.7.25

Beate Glück, Bildende Künstlerin

GIVE PEACE A CHANCE

Beate Glück, Bildende Künstlerin

1963 * in Wien

1983 – 1987 Studium in der Meisterklasse für Malerei an der Universität für Angewandte Kunst Wien bei Carl Unger und Adolf Frohner

1982 – 1989 Studium der Rechtswissenschaften an den Universitäten Wien und Innsbruck

2016 (2. Auflage: 2023) Publikation des Buches “Konsolidierung von Rechtsvorschriften – Über den buchstäblichen und den lesbaren Text von Gesetzen”, ÖGB-Verlag (Wien)

Lebt und arbeitet in Wien

Einzelausstellungen

2012 Selected Works, Haus der Kunst, Baden

2011 Games, Galerie Lang Wien

2008 Guys, Galerie Lang Wien

2008 Fight to the finish, Fotoforum, Innsbruck, Tirol

1997 Homo Divinans, Galerie Arcade, Mödling/NÖ

1995 Natura Morta, Fotoforum, Innsbruck, Tirol​

Website

https://www.beateglueck.com/

Aktuelles Projekt von Beate Glück:

MAYRÖCKERS GARTEN ist ein Kunstprojekt, das meine aktuelle Werkserie MONUMENTS mit der Lyrik von Friedrike Mayröcker verbindet.

​(Video: Beate Glück, Lyrik: Friederike Mayröcker, Gelesen: Beate Glück, Musik: @timtownmusic)  – 2025

Das Video ist auf meiner Website zu sehen:

https://www.beateglueck.com/artistinresidence

Foto _ Portrait: privat; Motiv _ Walter Pobaschnig.

Walter Pobaschnig 30/7/25

https://literaturoutdoors.com

„Innehalten“ Beate Glück, Bildende Künstlerin _ Wien 1.8.2025

Liebe Beate Glück, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich bin diese Woche mit meinem Artist in Residence  Projekt „MAYRÖCKERS GARTEN“ beschäftigt. Es geht mir darum zu ertasten, welches Sujet ich für mein nächstes Werk der aktuellen Werkserie „Monuments“ wählen werde, an der Stelle, an der ich meine Leinwände zum Verwittern ausgelegt habe und an anderen Stellen des Garten-, Wald- und Teichgrundstücks, auf dem ich derzeit wohne. Teil der Doku dieses „Nachdenkens“‘sind Videos, mit Texten von Friederike Mayröcker.

MAYRÖCKERS GARTEN ist ein Kunstprojekt, das meine aktuelle Werkserie MONUMENTS mit der Lyrik von Friedrike Mayröcker verbindet.

​(Video: Beate Glück, Lyrik: Friederike Mayröcker, Gelesen: Beate Glück, Musik: @timtownmusic)  – 2025

Das Video ist auf meiner Website zu sehen: https://www.beateglueck.com/artistinresidence

Beate Glück, Bildende Künstlerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Für uns Privilegierte, in einer Demokratie und in Frieden Lebende? INNEHALTEN.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?

Zeigen, dass ein Denken unter der Oberfläche möglich ist.

Was liest Du derzeit?

Friederike Mayröckers Texte und Silo von Hugh Howey.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„des Waldes Blumen! 

ein zerriebenes Nuszblatt wie’s duftet! 

schlief auf dem Küchenstuhl ein, 

fiel mir der Stift aus der Hand…….. 

mit Biene und Brise am Fenster, weh mir! 

ich meine es war SAGENHAFT 

und dasz die Sprache eine verwunschene war,

   wie baumelte Sprache!“

Friederike Mayröcker

Vielen Dank für das Interview, liebe Beate, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen: Beate Glück, Bildende Künstlerin

1963 * in Wien

1983 – 1987 Studium in der Meisterklasse für Malerei an der Universität für Angewandte Kunst Wien bei Carl Unger und Adolf Frohner

1982 – 1989 Studium der Rechtswissenschaften an den Universitäten Wien und Innsbruck

2016 (2. Auflage: 2023) Publikation des Buches “Konsolidierung von Rechtsvorschriften – Über den buchstäblichen und den lesbaren Text von Gesetzen”, ÖGB-Verlag (Wien)

Lebt und arbeitet in Wien

Einzelausstellungen

2012 Selected Works, Haus der Kunst, Baden

2011 Games, Galerie Lang Wien

2008 Guys, Galerie Lang Wien

2008 Fight to the finish, Fotoforum, Innsbruck, Tirol

1997 Homo Divinans, Galerie Arcade, Mödling/NÖ

1995 Natura Morta, Fotoforum, Innsbruck, Tirol​

Website

https://www.beateglueck.com/

Foto _ privat

Walter Pobaschnig 30/7/25

https://literaturoutdoors.com