„Musik eint“ Valerie Sajdik, Sängerin_ Südfrankreich und Wien 7.5.2022

Liebe Valerie, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Jeder Tag ist ein bisschen anders.

Aber meistens: zwischen 7 und 8 aufstehen. Fenster aufreissen. Heisses Zitronenwasser. Kaffee. Kinder wecken. Strecken. Wenn ich zuhause bin in Frankreich, viel Natur um mich, ich versuche, einmal am Tag eine Runde spazieren zu gehen. Wenn die Kinder mittags zuhause sind, kochen. Vormittags Emails beantworten und ein bisschen singen am Klavier. Im Moment erarbeite ich wieder ein paar neue Lieder für meinen Auftritt in NYC. Ich blättere in meinen Notenbüchern  und klimpere ein paar Melodien und das was hängen bleibt, schau ich mir genauer an. zB „How much I love you“ neulich von Kurt Weill und Ogden Nash. Ich schreibe auch fast täglich ein paar Zeilen in mein Tagebuch. Wenn ich in Wien bin, treffe ich mich zum Songs schreiben, aufnehmen..Da ist dann ein anderes Tempo.

Valerie Sajdik _ Sängerin, Liedermacherin, Unterhaltungskünstlerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Poesie. Die Poesie des Augenblicks. Die Poesie der Worte.

Und: Ein Support System, auf das man sich verlassen kann. Wissen, wen man anrufen kann, wenns einem grad mies geht. Ich denke auch es ist wichtig, für sich ein Werkzeug zu finden, mit seinen Ängsten umzugehen. Ruhepausen sind wichtig. Und liebevoller Umgang miteinander.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, dem Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Musik und Kunst richten nicht. Sie sind ein Spiegel der Zeit und dennoch zeitlos.

Musik eint. Und Musik begleitet einen auch in der Einsamkeit. Musik spricht aus dem Herzen in die Herzen der Menschen.

Funambule sans filet_Valerie Sajdik,

Funambule sans filet

N’aie pas peur de tomber

Tu fais deux pas en avant

Un pas en arrière

Les yeux tous droits

Tiens l’équilibre

Vole dans l’air du temps

Et ne perds jamais confiance

Funambule, danse

Somnambule sans regrets

N’aie pas peur du réveil

Car tu vis auprès d’un rêve

Que pour le présent

Les yeux figés

Sans rien voir

Noyés dans l’air du temps

Et tes rêves te balancent

Somnambule, danse

Seiltänzerin ohne Netz

Hab keine Angst vorm Fallen

Du machst zwei Schritte vorwärts

Einen Schritt zurück

Die Augen gerade nach vorne gerichtet,

Halte das Gleichgewicht

Flieg durch die Luft

Und verliere nie dein Vertrauen

Seiltänzerin, tanz

Schlafwandler, der nichts bereut

Hab keine Angst vor dem Aufwachen

Denn du lebst nach einem Traum

Nur für die Gegenwart

Die Augen erstarrt

Ohne etwas zu sehen

Ertrunken in der Melodie der Zeit

Und deine Träume schaukeln Dich

Schlafwandler, tanz

Was liest Du derzeit?

Grad gestern „Hilde Knef und das Lied des Lebens“ fertiggelesen, von Maxine Wildner. Davor habe ich Joseph Roths Aufzeichnungen aus seinen Reisen nach Russland und in die Ukraine gelesen. Kann ich jedem empfehlen. Beide Bücher.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Gedicht von Mascha Kaleko, das mich zu meinem Lied „Funambule“ inspiriert hat:

Seiltänzerin ohne Netz

Mein Leben war ein Auf-dem-Seile-Schweben.

Doch war es um zwei Pfähle fest gespannt.

Nun aber ist das starke Seil gerissen:

Und meine Brücke ragt ins Niemandsland.

Und dennoch tanz ich und will gar nichts wissen,

Teils aus Gewohnheit, teils aus stolzem Zorn.

Die Menge starrt gebannt und hingerissen.

Doch gnade Gott mir, blicke ich nach vorn.

Vielen Dank für das Interview liebe Valerie, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musikprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Valerie Sajdik _ Sängerin, Liedermacherin, Unterhaltungskünstlerin

http://valeriesajdik.com/

Foto: Marko Zlousic

28.4.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Coucou, you can kill me, but I will live“ Magdalena Jagelke, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Niedersachsen/D 7.5.2022

GIVE PEACE A CHANCE

Gesichter Flugbegleiterinnen

Intrigen Gerüchte Bomben

Vorhang, eisern

Ein nie endender Krieg, Schnee von gestern, ein alter Hut



Probleme mit der Verbindung

Elektronisch, der Krieg live im Internet

Aldi, Avocados teurer

Charmante Verkäuferin, sagt ein Kunde

Er wirft ihr einen Luftkuss zu, sie fängt ihn nicht auf



Avocados, Kochlöffel, Stricknadeln, stricken gegen Strukturen



Coucou, you can kill me, but I will live

Herzen Liebe  

Anfänge als Enden und umgekehrt, Transformation

Nervöse Generäle im Smartphone einfach stummgeschaltet

Clicks Chiffren      

Endiviensalat statt Krieg


Magdalena Jagelke, 4.5.2022

Magdalena Jagelke, Schriftstellerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Magdalena Jagelke, Schriftstellerin

Foto_privat

Walter Pobaschnig _ 4.5.2022.

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„Aufschrei!“ Isabel Folie, Schriftstellerin _Give Peace A Chance _ Wien 7.5.2022

GIVE PEACE A CHANCE

G eigenwimmern in meinem Bauch

I ch sehne mich nach Mousse au Chocolat

V ermouth  und

E einem von … unterzeichneten Bogen Papier



P arasiten stolzieren rechts / links meiner Lebensjahre

E s kracht in den Köpfen verlorener Hunde

A ausfallschritt –

C amouflage schmilzt süß über Zungen und

E essig tränkt versalzene Erde



A ufschrei!



C rescendo doch – kein Ton, mein

H als lässt mich nackt zurück, alles zurück auf

A nfang

N ichtgeburt

C hance

E erhalten?

Isabel Folie, 5.5.2022

Isabel Folie, Schriftstellerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Isabel Folie, Schriftstellerin

www.grauergreif.at

Foto_privat

Walter Pobaschnig _ 5.5.2022.

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„Waisen“ Umjubelte Premiere_Theaterkollektiv „taschenspielerinnen“ _ Wien 6.5.2022

Lara Bumbacher, Christopher Korkisch und Clemens Fröschl

Es ist Abend.

Für Danny und Helen im Wohnzimmer. Hier steht das Abendessen bereit. Das Lachen, die Worte und Ausblicke auf ein gemeinsames Leben, werdendes Leben…

Eine Familie…

Draußen ist es auch Abend. In Dunkelheit. Schmerz. Blut. Liam, Helens Bruder ist am Weg zum Haus der Schwester.

Zur Familie…

Und dann das Blut. An Liam. Und was jetzt? Was tun?

In der Familie…

Und es wird Nacht. Eine Nacht der Worte, der Fragen, der Handlungen, der Dunkelheiten, der Wahrheiten, der Schuld…

Der Familie?

Die Premiere von „Waisen“ (Dennis Kelly) des Wiener Theaterkollektivs  „taschenspielerinnen“ begeistert mit einem Theaterabend, der in hervorragender Inszenierung wie mitreißender schauspielerischer Präsenz und Dynamik eine fesselnde Dramatik, auch in wunderbar gesetzter Tragikkomik, zu erzeugen imstande ist, die zum Besten gehört was Theater in einer Texterarbeitung leisten kann.

Das reduzierte Bühnenbild gibt dem experimentierfreudigen Regisseur Peter Pausz und dem  intensiven dialogischen Spiel von Lara Bumbacher, Christopher Korkisch und Clemens Fröschl besten dramatischen Raum, der zum abgründigen wie mitreißenden Seelenschauplatz in Konflikt und Emotion wird.

Beeindruckend ist auch wie in Inszenierung und Darstellung ein grundsätzlicher Dialog von Beziehungsrealitäten sehr fein und hintergründig in die Textdramatik eingewoben wird und so auch diese weiterentwickelt. Es geht dabei immer um den Menschen als Ganzes in aller Brüchigkeit scheinbarer tragender Lebenssäulen.

„Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar“, sagte und forderte Ingeborg Bachmann 1959. Das „taschenspielerinnen“ Kollektiv stellt mit ihrer selbstbewussten, sehr gelungenen Inszenierung und Darstellung von „Waisen“ die Aussage Ingeborg Bachmanns 2022 neu – mutig zeitkritisch, erschütternd hintergründig, mitreißend spielfreudig und vielseitig impulsgebend – herzlichen Dank!

„Waisen“ (Dennis Kelly)

Theaterproduktion_taschenspielerinnen

https://www.taschenspielerinnen.com/produktionen/waisen

Carla am Mittersteig,
Mittersteig 10, 1050 Wien

Premiere 06.05.2022 – 19:30 Uhr, weitere Spieltermine _Wien 11.5; 12.5.; 13.5;

Alle Fotos_Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig _ 6.5.2022

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„Endet nicht mit den gebrochenen Flügeln weißer Tauben.“ Daniela Dangl, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance_Waldviertel/AT 6.5.2022

GIVE PEACE A CHANCE

Gelbstichige Erinnerungen zwischen Schwarz und Seidenpapier,

Ineinandergeflossene Welten, das Heute auf Gras gebaut.

Väterväter für ein Vaterland

Eingelöst.



Pepitarockschöße verzweifelter Mütter,

Eisern verteidigte Geborgenheit,

Alles gegeben aus dem, was nicht mehr war.

Cherubim, helft!

Einmal noch das Drohende abwenden!



Auslöschung.



Camouflagegefärbte Stahlplatten über tausend Liter Diesel,

Höllenhunde von der Leine gelassen.

All das im Gestern geglaubt,

Nachlässigkeiten genährt und alles vergessen:

Chauvinismus

Endet nicht mit den gebrochenen Flügeln weißer Tauben.

Daniela Dangl, 1.5.2022

Daniela Dangl, Schreibende/Lernende/Lehrende

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Daniela Dangl, Schreibende/Lernende/Lehrende

Foto_Lisa Neudert.

Walter Pobaschnig _ 1.5.2022.

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„Theater bietet Bildung“ Sven Sorring, Schauspieler_Gramatstetten/OÖ 6.5.2022

Lieber Sven, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Um 7 Uhr aufstehen, Text lernen und Kaffee trinken bis um 9 Uhr. Von 10-15 Uhr Probe… dann nach Hause, was essen, Text lernen, im Garten arbeiten… um 18 Uhr am Theater sein, um 19:30 die Vorstellung spielen. Spätestens um 12 Uhr nachts ins Bett gehen.

Sven Sorring_Schauspieler, Komponist, Schriftsteller

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Bildung, Empathie Weitermachen

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Geduld, Durchhaltevermögen! Theater: Theater kann ablenken, zum Denken anregen, spiegeln und reflektieren. Theater bietet Bildung.

Was liest Du derzeit?

Die Textbücher zu den Theaterstücken, die ich spiele (Thomas Bernhard)

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Wenn du am Boden liegst, steh auf, und mach einfach weiter. Sei emphatisch, mitfühlend, und helfe anderen.

Vielen Dank für das Interview lieber Sven, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Sven Sorring_Schauspieler, Komponist, Schriftsteller

http://www.sorring.de/

Foto_privat.

19.10.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Die Versöhnung gesellschaftlicher Gegensätze“ David Eisermann, Schriftsteller _ Bonn 5.5.2022

Lieber David, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

In der Frühe schreibe (und lese) ich. Später am Tag fahre ich gelegentlich noch zu Büchergesprächen ins WDR Funkhaus Köln. Sonst erledige ich Büroarbeit, bin verabredet (oder bei meiner bettlägerigen Mutter), mache Ausflüge (den Rhein stromabwärts genau wie stromaufwärts) und treffe mich abends mit Freunden zum Gespräch. Alle haben Examen in Philosophie – nur ich nicht J

David Eisermann, Schriftsteller

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

In Verbindung bleiben – gerade wegen der Einschränkungen, die uns durch die Corona-Krise auferlegt worden sind. Ansteckung vermeiden (schon aus Verantwortung gegenüber meinen Angehörigen).

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

 „Vor einem Aufbruch“ haben die Menschen noch stets gestanden – so lange ich mich erinnern kann (und das ist lang). Wesentlich erscheinen mir heute die Versöhnung gesellschaftlicher Gegensätze (die bisweilen unvereinbar erscheinen) und die Umweltpolitik, die uns als Klimapolitik nicht nur vor technisch-wissenschafliche, sondern gerade auch vor gesellschaftliche Herausforderungen stellt. Literatur und Kunst allerdings lassen sich hier nicht in die Pflicht nehmen und sind frei.

Was liest Du derzeit?

Colm Tóibín, Der Zauberer [Originaltitel The Magician, 2021], übersetzt von Giovanni Bandini, München: Carl Hanser Verlag, 2021; 556 S.; 28 Euro; ISBN 978-3-446-27089-3.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Textimpuls“ Was Schreiben für uns bedeutet. Aus: Colm Tóibín, Der Zauberer [Originaltitel The Magician, 2021], übersetzt von Giovanni Bandini, München: Carl Hanser Verlag, 2021

[S. 39ff] Thomas war bewußt, daß Armin häufig von ihren Klassenkameraden wegen ihrer Freundschaft verspottet wurde. Er, Thomas, galt als jemand, dem die edleren männlichen Tugenden ermangelten, der zu sehr von sich eingenommen und zu sehr an Poesie interessiert war, sich zuviel auf die einstige Bedeutung seiner Familie in Lübeck zugutehielt. Er wußte, daß Armin das mit einem Lachen abtat und nicht einsah, warum er Thomas nicht als Freund behalten sollte. Es war offensichtlich, daß Armin ihn aufrichtig mochte. Dann würde es ihn doch wohl auch nicht überraschen, sollte Thomas ihm die Gedichte zeigen oder ihm auf andere Weise seine Gefühle offenbaren? […] Armin gab Thomas die Gedichte zurück und boxte ihm sanft und leicht spöttisch in die Brust. „Sieh zu, daß niemand diese Gedichte findet. Was dich angeht, haben sich meine Freunde schon eine Meinung gebildet, aber mein Ruf wäre ruiniert.“ „Meine Gedichte bedeuten dir nichts?“ „Mir sind Schiffe lieber als Gedichte, und Mädchen lieber als Schiffe, und so solltest du es auch halten. Armin ging voraus. Als er zurückblickte und sah, daß Thomas noch immer die beschriebenen Blätter in der Hand hielt, lachte er. „Steck das Zeug weg, sonst sieht es noch jemand und schmeißt uns ins Wasser!“

Vielen Dank für das Interview lieber David, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

David Eisermann, Schriftsteller

Über mich:

Mein Buch „Crèvecoeur oder Die Erfindung Amerikas: ein literarischer Gründervater der Vereinigten Staaten“ (CMZ-Verlag, Rheinbach-Merzbach 1985 ISBN 3-922584-35-7) war die erste Studie über einen franko-amerikanischen Schriftsteller, der im amerikanischen Revolutionskrieg (1775-83) zwischen die Fronten geriet. Aus meiner Zusammenarbeit mit Florian Steinbiß resultierten zahlreiche Arbeiten für den literarischen Almanach „Der Rabe“ im Haffmans Verlag sowie der Dokumentarfilm „Propaganda Swing: Dr. Goebbels’ Jazz-Orchester“ für das Südwestfunk-Fernsehen. Bevor ich zwanzig Jahre als Moderator und Autor für das Kulturradio WDR3 gearbeitet habe, war ich Übersetzer aus dem Französischen und dem Englischen (u. a. „White Jazz“ von James Ellroy). Bis 2018 Vorsitzender des Vereins Literaturhaus Bonn. Seit 2020 erscheinen meine Texte in dem Literaturmagazin WORTSCHAU, herausgegeben von Johanna Hansen und Wolfgang Allinger. Ich bin Lehrbeauftragter an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität.

Mein neuer Text im Heft 38 der Zeitschrift WORTSCHAU ist angelegt als autofiktionaler Tagebucheintrag, in dem sich unvermutet die Geschichte eines Wiedersehens entwickelt. Eine breite, baumbestandene Straße steht gleichzeitig für Fernweh und die Frage, wie Sprache und Gedächtnis uns gegen die Endgültigkeit helfen mögen, die der Tod für uns bereithält. Erschienen im Literaturmagazin WORTSCHAU, Ausgabe 38: „Fernweh“, Oktober 2021, ISBN 978-3-944286-33-4

Vorab hier online auf der Seite faustkultur:

https://faustkultur.de/literatur-zeitgeist/seitenwechsel-aus-bonn/?fbclid=IwAR0PT6WTNJgNx4WCD-8Jau62m1SsSPaKCLNCtQQ_dnKNN5xYp0E89EjtYFU

Foto_privat.

14.11.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Gehst du. wohin gehen“ Anke Glasmacher, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Köln 5.5.2022

G      gehst du. wohin gehen

I        immer weiter, nie wohin

V       verweilst du, nie verweilen

E       ein friede. kein friede



P       perforiert, personalisiert, pervertiert

E       ein friede. kein friede

A       aber, sagst du. aber. mehr nicht

C       chemische waffen. waffen. waffen gegen

E       ein friede. kein friede



A       aber, sagst du. aber. nicht mehr



C       chemie, ist sie das, die uns menschen verbindet? die chemie stimmt? nichts stimmt.

      hunger-grau sind die bilder. und schattig-braun. dabei ist frühling. und es sind nur bilder. die wahrheit ist vielerorts längst rot. rot-braun-krustig. risse wie auf den ölgemälden der alten meister. ein bild, kein abbild.

A       aber

N      nein. es gibt kein niemals. niemals ist nicht das gegenteil von immer

C       c: abc-waffen-alarm. weißt du noch?

E       ein friede. einfriedung. fremd sind wir uns. abc, als wenn man auf der tastatur klavier spielen lernte

Anke Glasmacher, 25.4.2022

Anke Glasmacher, Schriftstellerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Anke Glasmacher, Schriftstellerin

https://www.ankeglasmacher.com/

Foto_privat

Walter Pobaschnig _ 25.4.2022.

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„Gib tränen tau tropfen flüsse gib“ Pega Mund, Schriftstellerin _Give Peace A Chance _München 5.5.2022

GIVE PEACE A CHANCE

herzanker homöostasen

Gib tränen tau tropfen flüsse gib

Inseln im ozean schwimmendes grün gib

Vogelstimmen vor tagesanbruch schwirrende luft gib

Eicheln bucheckern walnüsse birnen gib



Pfirsich apfel und aprikosenbäumchen gib

Ernten reichlich reis weizen mais gib

Alle arten von feldfrucht und kraut gib

Christrosen pfingstrosen taglilien nachtkerzen gib

Elfenspiegel sternmiere engelstrompete gamander gib



Aufhellung wundheilung zahllose auren von blühendem licht gib



Courage gib

Hängebrücken herzanker homöostasen gib

Atemraum andacht gib

Nahbarkeit nacktheit gib zufluchten gib

Camouflage in der notEinen schlupf aus dem bild

Pega Mund, 3.5.2022

Pega Mund, Schriftstellerin

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Pega Mund, Schriftstellerin

https://driftout.wordpress.com

Foto_Dirk Skiba

Walter Pobaschnig _ 3.5.2022.

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„Federn lassen“ Begeisternde Uraufführung, Kosmos Theater Wien, 4.5.2022

Birgit Stöger, Tamara Semzov und Thomas Kolle

Da ist der Wald. Die Dunkelheit. Die Stille. Wie ein Leben.

Und dann das Licht. Da und dort. Wenige Worte und dieselben.

Dann unter die Oberfläche gehen. Unter das Zugedeckte. Was war da? Was ist da? Wo war ich? Und was ist geschehen? Wurde mir angetan?

In meiner Kindheit. Und dann am Weg als Mädchen, Frau.

Und es geht weiter..

Die Uraufführung „Federn lassen“ nach der Novelle von Regina Düring in der Inszenierung von Anna Laner und Blanka Rádóczy, Bühne und Kostüm von Andrea Simeon, Sound&Video von Moritz Wallmüller, Assistenz von Elena Höbarth, gespielt von Birgit Stöger, Tamara Semzov und Thomas Kolle im Kosmos Theater Wien begeistert in einem genialen dramaturgischen Rhythmus von Schilderung, Aktion und Stille, der den literarischen Stoff einer weiblichen Biographie im Ausgeliefertsein an die dominierende patriarchale Welt von Männern, Räumen und Dingen großartig auf die Bühne schmettert und im Publikum in Dramatik und Betroffenheit mitreißend ankommt.

Die Spielpräsenz der hervorragenden Schauspieler*innen Birgit Stöger, Tamara Semzov und Thomas Kolle ist von Präzession in Sprache wie Körperausdruck geprägt und nimmt Bühnenbild und Requisiten in gleichsam unerträglicher Leichtigkeit des Seins mit ins dramatische dialogische Spiel und so wird im Swimming Pool die Ente, der Melonenschwimmreifen und die Seifenblasenmaschine zum Ausdruck der Ohnmacht im stockenden Erinnerungsimpuls. Diese patriarchale Macht der Dinge in das Spiel aufzunehmen und gleichsam in aller Dissonanz eines ohnmächtigen Lebens vielstimmig dramatisch klingen zu lassen, ist höchste Schauspielkunst.

Ebenso ist das Bühnen- und Kostümbild in Setting und Raumausdruck, Farbe und Struktur als Spiegel innerer Ambivalenz wunderbar gesetzt. Der Spielraum wechselt gleichsam immer wieder im Erzählen vom Leben zum (inneren) Tod. Das ist ein ganz besonderer Kunstgriff, der bestens gelingt.

„Ein Theaterabend, der in höchster Inszenierungs-, Spiel-, und Bühnenkunst dramatisch erschüttert wie begeistert“

FEDERN LASSEN _ Uraufführung Kosmos Theater Wien

nach der Novelle von Regina Dürig

In einer Bühnenfassung von Anna Laner & Blanka Rádóczy

Regie & Bühne: Blanka Rádóczy | Bühne & Kostüm: Andrea Simeon | Sound & Video: Moritz Wallmüller | Assistenz: Elena Höbarth | Dramaturgie: Anna Laner

Mit: Thomas Kolle, Tamara Semzov & Birgit Stöger

Premiere: Mi, 04. Mai. 2022 | 20:00

Uraufführung | Eigenproduktion

Dauer: ca. 75min

Weitere Spieltermine: Fr, 06. Mai., Sa, 07. Mai., Mi, 11. Mai., Do, 12.Mai, Fr, 13.Mai, Sa, 14.Mai, Mi 18.Mai, Do 19.Mai, Fr. 20.Mai, Sa. 21.Mai 2022

Kosmos Theater
Siebensterngasse 42
1070 Wien/Vienna
Austria

T +43 (0)1 523 12 26
office@kosmostheater.at

Alle Fotos_Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig _ https://literaturoutdoors.com 4.5.2022