Katzen und Literatur. Literatur und Katzen. Eine wunderbare Kombination von Ruhe, Stille, Freude.
Der legendäre literarische Katzenkalender führt Woche für Woche mit großartigen Katzenfotos und darauf bezogenen literarischen Zitat durch das Jahr und wird so zu einem inspirierenden Wegbegleiter.
„Ein Jahr mit Buch&Miau als wöchentliches Kalenderblatt – ein Genuss!“
Der literarische Katzenkalender 2026. Julia Bachstein. Schöffling Verlag.
Liebe Mizgîn, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Wenn ich ehrlich bin – mein Tagesablauf hat sich nicht verändert. Warum auch? Es hat sich ja für uns, hier im warmen Zentrum Europas – für uns, die noch verdienen, die noch arbeiten, die noch Geld bekommen am Ende des Monats – hat sich nichts verändert. Wir gehören immer noch zu denen, die funktionieren dürfen. Verdienstfähig, wie man so schön sagt. Aber für all jene, die vom Jobcenter leben – unterschiedlichste Menschengruppen – müssen nun jeden Monat bangen, ob sie die Miete noch schaffen, ob die Wohnung bleibt. Für diese Menschen hat und kann sich sehr schnell viel, ja alles verändern.
Ich stehe also auf, ´trinke meinen Kaffee, lese Nachrichten über Krisen, die immer woanders stattfinden – und manchmal, wenn ich ehrlich bin, auch hier, direkt nebenan, aber unsichtbar.
Dann gehe ich wieder ans Arbeiten, als wäre das alles nur Material und nicht real. Das ist ja das eigentlich Erschreckende: Dass man weitermacht, obwohl alles brennt. Die Katastrophe ist ja längst da, nur die Normalität hat sich besser organisiert.
Jetzt gerade schreie ich laut aus: WACH DOCH ENDLICH AUF! DAS IST DOCH KEIN TAGESABLAUF, DAS IST BETÄUBUNG!
Und ja – vielleicht ist das mein Tagesablauf: ein gutgeöltes System der Betäubung.
Mizgîn Bîlmen, Regisseurin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Was jetzt wichtig ist, ist das, was uns noch weh tut. Alles andere ist schon verkauft.
Was jetzt wichtig ist?
Dass wir uns erinnern, wer wir waren, bevor man uns erklärte, wer wir zu sein haben.
Wichtig ist, dass Sprache nicht verstummt, auch wenn sie keine Nation hat. Dass Frauen, die Grenzen tragen, sie nicht mehr stillschweigend auf dem Rücken tragen.
Wichtig ist, nicht mehr nur zu überleben, sondern die Form des Überlebens verändern.
Wichtig ist, die Lüge des Friedens zu erkennen, der auf der Angst der Anderen gebaut ist.
Wichtig ist, die Zukunft nicht den Algorithmen zu überlassen, die Krieg neutralisieren, bis keiner mehr merkt, dass er stattfindet.
Wichtig ist, Widerspruch.
Wichtig ist, dass wir einander nicht vergessen, auch wenn die Welt schneller spricht, als wir denken können.
Und dass wir, wenn das Wort „Mensch“ wieder hohl klingt, neu anfangen zu sprechen – auf gebrochenem Atem.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/ Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Ich stehe vor einem Aufbruch.
Aber das Gelände ist vermint mit Erinnerung.
Jede Generation glaubt, sie sei die erste, die aufbricht. Dabei tritt sie nur in die Fußspuren derer, die verschwunden sind, ohne angekommen zu sein.
Ich trage die Geschichten meiner Mütter in der Stimme, und die Nachrichten der Welt in den Augen.
Die Welt ändert die Kostüme, nicht die Gewalt.
Wer neu anfängt, muss zuerst wissen, woher das Vergessen kommt.
Ich spreche langsam, damit der Schmerz denken kann.
Ich spreche jetzt, bevor sie mir das Mikrofon nehmen!
Ich spreche.
Ich stolpere.
Ich lebe zwischen Zitat und Schrei.
Der Neubeginn wird kein Fest sein.
Er wird ein Riss sin, durch den wir endlich atmen.
Das Theater – nicht mehr Bühne, sondern OP-Saal der Gegenwart
Die Kunst – nicht mehr Schmuck, sondern Sauerstoff, wenn der Rest der Welt die Luft an sich reißt.
Kunst wird die Muttersprache des Zweifels sein.
Ohne sie – kein Aufbruch, nur ein Umzug ins nächste Schweigen.
Vielleicht beginnt alles erst, wenn die, die keine Heimat haben, anfangen, die Bühne als Territorium zu besetzen.
Was liest Du derzeit?
Ich lese im Moment… hm, ich bewege mich lesend, eher taumelnd, zwischen Wagner und Novalis – also irgendwo zwischen Romantik und Faschismus. Das ist Teil meiner Recherchearbeit für das Theater in Zwickau. Ich versuche zu verstehen, wie diese deutsche Romantik, dieses große, sehnsüchtige, schöne Gift, sich so einfach in den nationalen Wahn eingeschrieben hat.
Wie aus der blauen Blume irgendwann der braune Sumpf wurde.
Die Figur Schuhmann wird dabei der rote Faden meines ganzen Unterfangens sein: seine künstlerische Schaffensperiode, sein musikalisches Denken, seine Beziehung zu Clara und seine Krankheit.
Er ist der Fixpunkt, an dem sich Sehnsucht, Genie, Wahnsinn und gesellschaftliche Strukturen treffen. Ich lese also nicht nur Texte, ich lese Abgründe. Ich lese, was passiert, wenn Sehnsucht und Macht sich verbünden und Verantwortung mit Macht verwechselt wird.
Ich lese Wagner und plötzlich merke ich: der Satz atmet noch in uns. Ich lese Novalis und zwischen Zeilen beginnt etwas zu marschieren.
Ich blicke also auf die unerlöste Vergangenheit Deutschlands und schreie dabei immer wieder lauthals auf, lache und blute dabei. Ich erkenne diese unerlöste Sehnsucht im Heute und versuche dabei einfach nicht wegzusehen.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Vielleicht ist das alles,
was jetzt wesentlich ist:
Nicht aufzuhören, zu fühlen,
während man denkt.
Und nicht aufzuhören, zu denken,
während man brennt
Vielen Dank für das Interview, liebe Mizgîn, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theaterprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Mizgîn Bîlmen, Regisseurin
Zur Person/über mich:Mizgîn Bîlmen wurde 1983 in Duisburg geboren und wuchs dort auf. Nach einem einjährigen Aufenthalt am Berliner Maxim Gorki Theater und einem weiteren Jahr am Schauspiel Frankfurt, wo sie drei Inszenierungen realisierte, kehrte sie in ihre Heimatstadt zurück und lebt bis heute dort.
2016 realisierte sie ihre erste Oper, eine deutsche Erstaufführung mit dem Titel Charlotte Salomon, die sich intensiv mit dem Werk und der gleichnamigen jüdischen Künstlerin auseinandersetzte. In der Sprechrolle wurde die fabelhafte Jana Schulz besetzt. Die Inszenierung war ein voller Erfolg und war regelmäßig ausverkauft, was ihr den renommierten Götz-Friedrich-Preis einbrachte. Seitdem arbeitet sie als Regisseurin landauf landab im deutschsprachigem Raum, immer auf der Suche nach den verborgenen Verbindungen zwischen Musik, Literatur, Bewegung und gesellschaftlicher Realität. Ihre Arbeit erforscht die Spannungen zwischen ästhetischem Genie und menschlicher Zerbrechlichkeit. Zwischen Macht und Verantwortung. Inspiriert von Figuren, die emotional, intellektuell und politisch zugleich sind – kraftvoll manchmal verstörend, immer nachdrücklich.
Die kommende Inszenierung wird in Zwickau realisiert.
I – Ich will keine Friedensengel, ich will Unfälle auf der Bühne.
V – Vergib mir, Publikum, ich hab die Wahrheit vergessen.
E – Endlich sagt jemand: „Ich weiß nicht mehr, was richtig ist!“
P – PACE – der Frieden als Logo, das keiner mehr trägt.
E – Erschreckt euch! Frieden ist keine Wellnessbehandlung.
A – Alle wollen Ruhe, aber keiner will die Stille nach dem Schuss.
C – Christus würde heute gecancelt werden – wegen Überdramatisierung.
E – Ende
A – Alles, was ich will, ist eine ehrliche Katastrophe.
C – Chaos ist mein Gebet.
H – Heilig ist nur das, was stört.
A – Atme, bevor du urteilst.
N – Nichts bleibt, wenn wir nichts riskieren.
C – Clowns sind die letzten Propheten.
E – Ende offen. Bitte weiterleben.
Mizgîn Bîlmen, 21.10.2025
Mizgîn Bîlmen, Regisseurin
GIVE PEACE A CHANCE
Mizgîn Bîlmen, Regisseurin
Zur Person/über mich:Mizgîn Bîlmen wurde 1983 in Duisburg geboren und wuchs dort auf. Nach einem einjährigen Aufenthalt am Berliner Maxim Gorki Theater und einem weiteren Jahr am Schauspiel Frankfurt, wo sie drei Inszenierungen realisierte, kehrte sie in ihre Heimatstadt zurück und lebt bis heute dort.
2016 realisierte sie ihre erste Oper, eine deutsche Erstaufführung mit dem Titel Charlotte Salomon, die sich intensiv mit dem Werk und der gleichnamigen jüdischen Künstlerin auseinandersetzte. In der Sprechrolle wurde die fabelhafte Jana Schulz besetzt. Die Inszenierung war ein voller Erfolg und war regelmäßig ausverkauft, was ihr den renommierten Götz-Friedrich-Preis einbrachte. Seitdem arbeitet sie als Regisseurin landauf landab im deutschsprachigem Raum, immer auf der Suche nach den verborgenen Verbindungen zwischen Musik, Literatur, Bewegung und gesellschaftlicher Realität. Ihre Arbeit erforscht die Spannungen zwischen ästhetischem Genie und menschlicher Zerbrechlichkeit. Zwischen Macht und Verantwortung. Inspiriert von Figuren, die emotional, intellektuell und politisch zugleich sind – kraftvoll manchmal verstörend, immer nachdrücklich.
Die kommende Inszenierung wird in Zwickau realisiert.
Fotos: Portrait_Charlie Casanova; Motiv „Undine geht/Jennifer Pöll“ _ Walter Pobaschnig.
Ein Nachmittag der Generation – Oma, Mama, Enkel. Es geht im Gespräch um die Führerscheinprüfung. Nicht des Enkels, sondern der Oma. Für alle ein spannender Moment. Und die Oma bleibt dran. In Theorie und Praxis. Denn da braucht es in der Probefahrt „Geleitschutz“. Zwei Autos für drei. Und dann beginnt die Challenge zwischen Straße und Graben…
Und die Fahrt des Lebens geht auch abseits der Fahrprüfung weiter. Ebenen, Kurven, Steigungen – das Alter nimmt seinen Lauf und jetzt sitzen alle drin, alle Generationen, im Geleitschutz für die Oma, die immer mehr die Kontrolle am Lenkrad der Sinne in der Gegenwart verliert und sich an Stationen, Prüfungen des Lebens erinnert…
Jetzt machen alle den „Oma-Begleitschein“, in Theorie und Praxis des Lebens, eine Fahrt für alle in die Herausforderungen des Alters in der Familie…
Eva Holzmair, eine der spannendsten literarischen Stimmen der Gegenwart, legt mit „Wolkenschwer“ einen Generationenroman vor, der sich beeindruckend in sprachlicher Raffinesse zwischen Herkunft(Dialekt)sprache und Hochsprache dem Thema Alter und den Herausforderungen der Generationenfamilie in Alltagssituationen, Gesprächen, Begegnungen, Erfahrungen in Witz und Empathie stellt. Hervorzuheben ist die außergewöhnliche Erzählqualität, in der die so versierte Autorin wunderbar von Situation zu Situation zu überraschen weiß und so Leserin und Leser in Neugierde, Aufmerksamkeit und Humor bis zur letzten Seite perfekt mitgehen lässt.
„Ein mitreißend humorvoller Generationenroman über die herausfordernde Zeitreise in das Alter!“
Wolkenschwer, Eva Holzmair. Roman. Literaturedition Niederösterreich.
RomanSeeliger, Pianist, Jurist, Kabarettist und Komponist
GIVE PEACE A CHANCE
RomanSeeliger, Pianist, Jurist, Kabarettist und Komponist
Zur Person/über mich:RomanSeeliger, Pianist, Jurist, Kabarettist und Komponist, schreibt seit über 10 Jahren Komödien, in denen er alle Figuren spielt und auch am Klavier ohne Double auskommt. Er tritt mit Programmen wie „Seeliger Beethoven“ oder „Veto gegen Keto“ regelmäßig auf österreichischen Bühnen auf. Musikalisch verbindet er dabei Stücke, die ursprünglich nichts mit einander zu tun haben. Hits der Gegenwart und Werke beispielsweise von Bach oder Beethoven verschränkt er zu einem neuen Ganzen. So entstand für das Straussjahr etwa sein Radetzky-Walzer. Näheres auf: www.klavierkabarett.com
Lieber Roman Seeliger, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Ein Teil meiner Zeit ist einem juristischen Job gewidmet, den ich gewählt habe, weil mir das Talent zur Armut fehlt, die mit dem künstlerischen Risiko eines klassischen Pianisten und Kabarettisten mit leicht intellektuellem Touch verbunden sein kann. Da meine besondere Liebe der Musik, dem Theater und der Unterhaltung gilt, bin ich aber auch kreativer Pianist und Klavierkabarettist geworden. Ich schreibe und lerne praktisch täglich neue Programme meiner Klavier-Komödien.
RomanSeeliger, Pianist, Jurist, Kabarettist und Komponist
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Die Lage der Welt ist alles andere als beruhigend, kriegerische Auseinandersetzungen und gesellschaftliche Polarisierungen auf allen Ebenen machen mir Sorgen. Um den Optimismus nicht zu verlieren, ist für mich der Humor der Schalter, an dem wir drehen können. Ich meine damit nicht irgendwelche derben Witze, sondern Pointen, die uns – auch – über eigene Unzulänglichkeiten schmunzeln lassen.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?
Die COVID-Pandemie hat uns gezeigt, wie sehr die einzelnen Bereiche unseres Lebens verzahnt sind. Die Kunst ist auch ein wirtschaftlicher Faktor, was schon wieder vergessen zu sein scheint. Denn: Die Wirtschaft leidet unter dem Wegfall von kulturellen Veranstaltungen, weil dann Umsätze und mit ihnen Abgaben für den Staat verloren gehen. Damit wird wieder das Geld in den Fördertöpfen für Kunst und Kultur knapp.
Die Kunst kann – mehr denn je – den Finger in die Wunde von Missständen legen und somit Impulse zur Verbesserung liefern. Dabei ist nach meiner persönlichen Einschätzung nicht mit der Brechstange vorzugehen, weil solche radikalen Aktionen in der Regel mehr zu einer Verkrustung bestehender Standpunkte beitragen als zu einer Entspannung. Wir müssen Äste biegen und nicht brechen. Ich bin daher nicht so sehr dafür, allgemein gültige Konzepte zu präsentieren, die es wahrscheinlich gar nicht geben kann, sondern zum Nachdenken anzuregen, damit zumindest Teile des Publikums beginnen, durch einen Perspektivenwechsel Dinge neu zu bewerten. Im Idealfall gelingt es, Menschen mit unterschiedlichen Grundpositionen zusammenzuführen.
Damit diese Chance auch in Zukunft genützt werden kann, muss die Freiheit der Kunst unbedingt verteidigt werden. Sie ist und bleibt neben anderen Grundrechten ein Gradmesser für das Funktionieren demokratischer Systeme.
Was liest Du derzeit?
Wieder einmal das Werk „Die offene Gesellschaft und ihre Feinde“ von Karl Popper und Gogols Theaterstück „Der Revisor“, da ich in einer Produktion dieses Klassikers, in dem das Thema der Korruption komödiantisch verarbeitet wird, die Rolle des Stadthauptmanns spiele.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„Im Scherz darf man sogar die Wahrheit sagen.“ (Wird Sigmund Freud zugeschrieben)
Vielen Dank für das Interview, lieber Roman, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musik_Kabarettprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:RomanSeeliger, Pianist, Jurist, Kabarettist und Komponist
Zur Person/über mich:RomanSeeliger, Pianist, Jurist, Kabarettist und Komponist, schreibt seit über 10 Jahren Komödien, in denen er alle Figuren spielt und auch am Klavier ohne Double auskommt. Er tritt mit Programmen wie „Seeliger Beethoven“ oder „Veto gegen Keto“ regelmäßig auf österreichischen Bühnen auf. Musikalisch verbindet er dabei Stücke, die ursprünglich nichts mit einander zu tun haben. Hits der Gegenwart und Werke beispielsweise von Bach oder Beethoven verschränkt er zu einem neuen Ganzen. So entstand für das Straussjahr etwa sein Radetzky-Walzer. Näheres auf: www.klavierkabarett.com
Februar 1917. Russische Revolution. Der Sturz des Zarenreiches. Einer der größten Umbrüche der modernen Gesellschaftsgeschichte.
Wie genau gestalteten sich nun die entscheidenden Tage vor dem Ausbruch der Revolution? Wie waren die Lebensumstände der Zeit vor Ort und wer waren die wesentlichen Akteure im Prozess der Revolution?
Das Buch lässt Situationen, Stationen und Entwicklungen gleichsam in Echtzeit miterleben und das dramatische Panorama der Zeit unmittelbar kennenzulernen.
„Ein Buch als beeindruckende Zeitreise in den Sturz des Zarenreiches in den dramatischen Tagen des Februar 1917“
Die letzte Fahrt des Zaren. Als das alte Russland unterging. Baberowski, Jörg. Beck Verlag.
Hardcover, 380 S., mit 37 Abbildungen und 2 Karten
Zur Person/über mich:Kerstin Hau, geboren 1974, studierte Media-System-Design und Fachjournalismus und schreibt seit 2015 für kleine und große Leute. Sie ist Alumna der Akademie für Kindermedien. Ihre Werke werden in viele Sprachen übersetzt. Persönliche Erfahrungen, wie der Verlust ihres Sohnes, prägen ihre Werke und verleihen ihren Geschichten Authentizität. Berufsbegleitend hat sie eine Ausbildung zur Trauerbegleiterin für Kinder und Jugendliche absolviert.
„Jeder Mensch hat schon einmal geliebt, ist schon einmal geliebt worden und hat Höhenflüge und Tiefpunkte einer Liebesbeziehung durchlebt. In ihrem neuen Buch „Geliebt“ führt uns Kerstin Hau vor Augen, wie vielfältig Liebe im Leben der Menschen ist, welche Tiefe und welche Weite sie haben kann und wie überlebenswichtig es ist, geliebt zu werden und zu lieben.
Angefangen von der ersten Liebe zum noch ungeborenen Kind im Mutterleib, über die Liebe zwischen Kindern und Eltern, bis hin zur Liebe zu Freundinnen und Partnerinnen bleibt keine Facette der Liebe ungenannt.
Ein wunderschön-poetisches Geschenkbuch für jede*n – eine Einladung, das Fest der Liebe immer wieder im Jetzt und Hier zu feiern!“ (Pressetext _ Verlag)
Kerstin Hau, Geliebt. Gütersloher Verlagshaus 36 Seiten. Pappband € 16,00 [D] / € 16,50 [A] / CHF 22,90 ISBN 978-3-579-06290-7 Erscheinungstermin: 01. Oktober 2025
Liebe Kerstin Hau, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Unterschiedlich. Meist: Aufwachen, recken, strecken, Freude finden und ihr folgen, Kaffee kochen, 30 min. Sport, duschen, kreativ schreiben oder E-Mails beantworten oder was sonst muss/darf/will – die Freude führt, zwischendurch Speis und Trank, ein Spaziergang fürs Gemüt und fürs bewegte Denken, danach Offenes beenden, Feierabend. Der Rest bleibt privat.
Kerstin Hau, Schriftstellerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Geduldig sein, freundlich sein, auch sich selbst gegenüber, gütig sein. Der kleinen Freude folgen. Akzeptieren, dass es nicht auf alles eine Antwort gibt.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?
Stehen wir tatsächlich alle vor einem Aufbruch und Neubeginn? Oder war es nicht schon immer so, dass nichts im Leben bleibt wie es ist? Aus meiner Sicht: Zu leben bedeutet Bewegung, Veränderung, Verluste, Abschiede, Krisen, Aufbrüche, Anfänge, Dazwischenzeiten, Ruhezeiten, Wendepunkte, Metamorphosen. Immer und immer wieder. Wesentlich für mich: beweglich bleiben, genau hinschauen, Haltung wahren, überprüfen, neujustieren, Gegensätze, Leerstellen und unbeantwortete Fragen aushalten. Beständigkeit finden wir nur in der Veränderung.
Kunst macht Unsichtbares sichtbar. Sie lädt zum Diskurs ein, stellt Fragen, regt an oder scheucht auf. Gerade in Zwischenzeiten kann Kunst ein Anker sein, Halt geben, wo (vermeintliche) Gewissheiten wegbrechen. Kunst öffnet Räume, kann spiegeln, Begegnung sein, hilft Brücken bauen, kann unsere Wahrnehmung verändern, dabei unterstützen, eine (neue) Haltung zu finden. Sie gibt Unaussprechlichem eine Gestalt und befriedigt das Bedürfnis nach Ausdruck.
Was liest Du derzeit?
„Wie lange ist nie mehr – Leben im Angesicht der Endlichkeit. Memoir.“
von Doris Büchel, erschienen im Wörterseh-Verlag, Lachen/Schweiz.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Die Verletzlichkeit ist es, die es uns ermöglicht, miteinander in Kontakt zu treten und im anderen das gleiche Unbehagen zu erkennen, das er mit sich selbst und seinem Platz in der Welt hat. Verletzlichkeit ist der Motor des Mitgefühls und kann eine Superkraft sein, eine besondere Vision, die es uns ermöglicht, die zitternde und verletzte innere Welt zu sehen, welche die meisten von uns besitzen. — NICK CAVE
Aus Doris Büchel, Wie lange ist nie mehr
Vielen Dank für das Interview, liebe Kerstin, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Buchprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Kerstin Hau, Schriftstellerin
Zur Person/über mich:Kerstin Hau, geboren 1974, studierte Media-System-Design und Fachjournalismus und schreibt seit 2015 für kleine und große Leute. Sie ist Alumna der Akademie für Kindermedien. Ihre Werke werden in viele Sprachen übersetzt. Persönliche Erfahrungen, wie der Verlust ihres Sohnes, prägen ihre Werke und verleihen ihren Geschichten Authentizität. Berufsbegleitend hat sie eine Ausbildung zur Trauerbegleiterin für Kinder und Jugendliche absolviert.
„Jeder Mensch hat schon einmal geliebt, ist schon einmal geliebt worden und hat Höhenflüge und Tiefpunkte einer Liebesbeziehung durchlebt. In ihrem neuen Buch „Geliebt“ führt uns Kerstin Hau vor Augen, wie vielfältig Liebe im Leben der Menschen ist, welche Tiefe und welche Weite sie haben kann und wie überlebenswichtig es ist, geliebt zu werden und zu lieben.
Angefangen von der ersten Liebe zum noch ungeborenen Kind im Mutterleib, über die Liebe zwischen Kindern und Eltern, bis hin zur Liebe zu Freundinnen und Partnerinnen bleibt keine Facette der Liebe ungenannt.
Ein wunderschön-poetisches Geschenkbuch für jede*n – eine Einladung, das Fest der Liebe immer wieder im Jetzt und Hier zu feiern!“ (Pressetext _ Verlag)
Kerstin Hau, Geliebt. Gütersloher Verlagshaus 36 Seiten. Pappband € 16,00 [D] / € 16,50 [A] / CHF 22,90 ISBN 978-3-579-06290-7 Erscheinungstermin: 01. Oktober 2025
Versuche nicht in all der Dunkelheit und dem Hass zu
Ertrinken, der versucht, uns zu verschlucken.
Plötzlich nehme ich all die Lichter wahr
Erinnere mich, dass wir viele sind, nicht
Allein stehen da draußen
Courage ist das, was wir brauchen,
Empathie füreinander.
Auf die Lichter blickend, erkenne ich die
Chance, die sich bietet, wenn wir gemeinsam dem
Hass die Stirn bieten, zusammen stehen gegen die
Angst die sich unsrer Herzen zu bemächtigen sucht
Nie wieder ist jetzt, ist jetzt
Courage zeigen indem wir
Empathisch bleiben und nicht verlernen den Menschen im anderen zu sehen.
Ivy Lißack, 15.10.2025
Ivy Lißack, Schauspielerin und Filmemacherin
GIVE PEACE A CHANCE
Ivy Lißack, Schauspielerin und Filmemacherin
Zur Person/über mich:Ivy Lißack wurde 1994 in Bayern geboren. Nach dem Abitur studierte sie zunächst Theaterwis- senschaft und Kunstgeschichte an der LMU Mün- chen. Es folgte ein Schauspielstudium welches sie im Sommer 2020 abschloss. Bisherige Stationen ih- res künstlerischen Schaffens waren unter anderem die Salzburger Festspielen, die Münchner Kammer- spiele und das Renaissancetheater Berlin. 2020 fei- erte sie Weltpremiere des Kinofilms „Und Morgen Die Ganze Welt“ Regie: Julia von Heinz. Für diesen Film wurde ndas Ensemble mit dem Silver Hugo als bestes Schauspielensemble, beim internationalen Filmfestival Chicago ausgezeichnet. 2021 gewann sie den Kurt-Müller-Graf Preis bei den Schlossfestspielen Ettlingen für ihre Darstellung der Inès Serrano in „Geschlossene Gesellschaft“ Regie: Solvejg Bauer.
Derzeit arbeitet sie an ihrem Debütfilm „Rain Check (AT)“ der im Frühjahr 2026 in Landshut und Umgebung entstehen wird.