Michael Behrendt, sehr versierterMusikjournalist und Sachbuchautor, lädt zu einer Charts- und Musikreise der ganz besonderen Art ein. Nämlich bei Ohrwurmklassikern der Superstars der 1960er bis 2000er genau auf Text und Kontext hinzuhören und dabei so manch spannende Hintergründe neu zu entdecken.
Beeindruckend ist dabei nicht nur das umfassende Detailwissen über Rock-, Popsongs sondern auch die kulturelle Bandbreite, die von Leben, Liebe, Leiden bis Politik, Religion reicht und in gut strukturierten Schwerpunktkapitel Text und Sinn vorstellt.
„Eine wunderbare Achterbahnfahrt am hintergründigen Plattenspieler moderner Rock- und Popmusik.“
„Verhört, verkannt, vereinnahmt. 99 ½ missverstandene Songs.“ Michael Behrendt. Reclam Verlag.
Liebe Margit, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Als selbstständige Musikerin sieht es bei mir jeden Tag anders aus, da es stark davon abhängt, ob ich ein Konzert am Abend spiele, Mails beantworte und Meetings abhalte oder einen Tag im Studio verbringe. Eine Routine morgens ist mir deswegen am Wichtigsten, da es mir in meinem abwechslungsreichen und spannenden Leben Halt gibt.
Margit Gruber _ Künstlerinname: „Margit Gruba“ _ freischaffende Geigerin und Komponistin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Ich würde mir niemals anmaßen, für alle zu sprechen. Doch für mich kann ich sagen, was wesentlich ist: Ruhe, als Gegenpol zur ständigen Bewegung; Ausgewogenheit, als Zustand zwischen Tun und Lassen; und Ablenkung, als Einladung, das Unerwartete zuzulassen.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?
Aufbruch, Umbruch, Neubeginn – wie auch immer man es nennt – ist für mich der Moment, in dem Mut entstehen kann: die Bereitschaft, Chancen zu ergreifen und sich über das Vertraute hinauszuwagen.
Für mich als Musikerin und Künstlerin bedeutet es, unbewanderte Lösungen zu suchen und die Neugier immer wieder neu zu entdecken.
In diesem Prozess wird Kunst zum Spiegel des Lebens – ein Raum, in dem Wachstum möglich ist. So werden Musik und Kunst für mich zu Werkzeugen des Menschseins – die uns erinnern, wer wir sind und wer wir werden können.
Was liest du derzeit?
Von Annie Ernaux “Die leeren Schränke”.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest du uns mitgeben?
Eine Redewendung aus dem österreichischen Sprachraum, die mich schon mein ganzes Leben begleitet: “Schaun ma moi, dann seng mas scho”.
Vielen Dank für das Interview, liebe Margit, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musikprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Margit Gruber _ Künstlerinname: „Margit Gruba“ _ freischaffende Geigerin und Komponistin
Zur Person/über mich:Margit Gruber, 1995 in Steyr (Oberösterreich) geboren, fand früh zur Musik und Lehrerinnen, die ihr technisches Können ebenso förderten wie ihr musikalisches Gespür. Mit 14 Jahren wurde sie an der Anton Bruckner Privatuniversität Linz aufgenommen, später setzte sie ihre Ausbildung am Mozarteum Salzburg fort. Auf der Suche nach größerer klanglicher Freiheit entdeckte sie den Jazz für sich und studierte parallel Jazz und Improvisierte Musik an der Anton Bruckner Privatuniversität, wo sie 2021 mit Auszeichnung abschloss.
Heute ist sie als freischaffende Geigerin und Komponistin Margit Gruba tätig – u. a. am Burgtheater Wien und bei folkshilfe unplugged. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen Klassik, Jazz und Improvisation. Veröffentlichungen wie 12 verrückte Träume (AureaVox) zeigen ihre Handschrift geprägt von musikalischer Freiheit, die Vielschichtigkeit hervorbringt, dem Menschsein Ausdruck verleiht und die Extreme der Emotionalität in all ihren Facetten auslotet.
2025. Der 150.Geburtstag eines der bedeutendsten deutschsprachigen Dichter – Rainer Maria Rilke. In Lyrik, Prosatexten und Briefwechsel prägte Rilke die Moderne wesentlich mit und inspirierte und inspiriert Generation um Generation Leserinnen und Leser wie Schriftstellerinnen und Schriftsteller.
Ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk bereitet nun der renommierte Reclam Verlag und lässt den Büchnerpreisträger und genialen österreichischen Schriftsteller Clemens J. Setz in der mittlerweile schon legendären kompakten 100 Seiten Reihe Leben und Werk wie Wirkung Rainer Maria Rilkes zu beschreiben und Ausblicke zu geben.
Und der vielfach ausgezeichnete Grazer Autor tut dies in gewohnt fulminanter Sprachvirtuosität in Präzession, Hintergründigkeit und vielseitiger Reflexion.
„Ein Geburtstags-Dichtertreffen auf 100 Seiten der ganz besonderen Art, ein außergewöhnlicher Lesegenuss!“
Rainer Maria Rilke. 100 Seiten. Clemens J. Setz. Reclam Verlag.
Carl Mørck ist raus. Jetzt aus dem Gefängnis, nach einem Jahr. Aber auch aus dem Kriminal-Sonderdezernat Q in Kopenhagen. Für ihn beginnt ein neues Leben. Doch ist es so?
Die Welt bleibt wie sie ist und das Dezernat mit der neuen Ermittlerin muss sich erst neu zusammenfinden. Doch bleibt dafür die Zeit?…
Carl Mørck setzt sich mit dem Dezernat bezüglich eines Mordfalles an einem Ehepaar in Verbindung. Die Ermittlungen starten. Und alle sind jetzt gefragt und gefordert…
Bestsellerautor Jussi Adler-Olsen legt einen neuen Mørck-Fall vor und weiß wie immer von der ersten Seite an mit Spannung, Hintergründigkeit und Überraschung zu begeistern. Hervorzuheben ist die außergewöhnliche psychologische Figurenzeichnung der unterschiedlichen Charaktere und die ganz besondere Konstellation in den dazugehörenden Handlungssträngen, die Aufmerksamkeit wie Neugierde bis zum Finale großartig festschreiben.
„Ein Thriller der Sonderklasse, der in Spannung, Psychologie und Überraschung begeistert!“
„Tote Seelen singen nicht“ Jussi Adler-Olsen. Thriller. Penguin Verlag.
Hardcover, mit Schutzumschlag, 560 Seiten, 13,5×21,5cm
Erschienen am: 01.10.2025
Originaltitel: Døde sjæle synger ikke
Übersetzung: Aus dem Dänischen von Friederike Buchinger
Miez Marple ist im Hotel. Nicht in irgendeinem Hotel sondern dem komfortabelsten der Stadt – „Tierhotel Bellagio“. Das klingt zunächst nach wunderbaren schnurrenden Urlaubstagen und -nächten. Ist es aber nicht, denn schon bald zieht auch der Katzentod ein.
Und jetzt ist Miez Marple gefordert und muss mit ihrem außergewöhnlichen Spürsinn Katzenwege analysieren und dann ihre Schlüsse ziehen, die alle wieder beruhigen im „Bellagio“ …wird es ihr auch diesmal gelingen?
Die Ermittlungen beginnen und es wartet so manche Überraschung in der scheinbar beschaulichen Katzenwelt…
Fabian Navarro, Autor, vielfach ausgezeichneter Slam Poet und Kulturveranstalter legt einen neuen Miez Marple Katzenkrimi vor und dieser versteht es wie die beiden Vorgängerkrimis mit Witz und Charme zu begeistern. Es ist Krimispannung und Sprachvirtuosität auf höchstem Niveau und lässt Leserin und Leser vergnügt schnurren.
„Ein Katzenkrimi der Sonderklasse!“
„Miez Marple und die Tatze der Verdammnis“ Ein flauschiger Kriminalroman. Fabian Navarro. Haymon Verlag.
Lionel Richie, * 20. Juni 1949 Tuskegee, Alabama/USA,ist einer der ganz großen Superstars der 1970/80er Jahre und erreichte mit der Band The Commodores wie in seiner Solokarriere als Sänger wie Songschreiber alle Höhepunkte weltweiter Charts. Er wurde zum weltweit gefeierten sehr vielseitigen Musiker, der bis zur Gegenwart mit Innovationen zu begeistern weiß.
In der vorliegenden Autobiographie gibt Richie, der in seinen erfolgreichen Musikstationen über Jahrzehnte über 100 Millionen Alben verkaufte, einen ganz persönlichen Einblick und Leserin und Leser sind gleichsam nach seinem 80er Hit „Hello _Is it me you′re looking for?“ ganz nahan Leben und künstlerischen Etappen in einzigartigen wie überraschenden Einblicken dran.
Hervorzuheben ist der sehr persönliche Stil des Erzählens und die Schilderungen der Wegstationen von den künstlerischen Anfängen bis zu den ganz großen Erfolgen und den Jahren danach im Umgang und Rückblick zu Leben, Liebe, Werk. Viele beeindruckende Fotos illustrieren diese sehr besondere Autobiographie.
„Die mitreißende Biografie des Superstars der 80thies – heiß, schonungslos, einzigartig!“
Truly. Lionel Richie. Die Autobiografie. Reclam Verlag.
Entscheidungen treffen, fällt nicht immer leicht, doch sie ermöglichen zu
Pendeln zwischen verschiedenen Gedanken und Welten bis wir
Entschlossen unseren Weg gehen und erschaffen eine sichere Oase zur
schwierigen Zeit.
Ah und, da sind auch die
Chancen, die uns
Erinnern, dass wir nicht alleine sind in Augenblicken der
Angst
Chemische Prozesse, die wir nicht verstehen – Liebe. Unvergessliche Momente.
Hoffnung und Herzschlag in der Stille
An das Leben und die Liebe erinnernd, dass
Nähe dort wächst, wo wir die Angst vor dem Fremden ablegen
Chaos und Ordnung, beides wichtig! Und wenn wir denken, es geht zu
Ende, gibt es wieder den Anfang und die Ewigkeit.
Anela Luzi, 21.10.2025
Anela Luzi, Schauspielerin, Tänzerin
GIVE PEACE A CHANCE
Anela Luzi, Schauspielerin, Tänzerin
Zur Person/über mich:Anela Luzi wurde 1996 in Kaiserslautern geboren, wuchs in Karlsruhe auf und lebt heute in Berlin, pendelnd zwischen Karlsruhe, Berlin und der Schweiz. Ihre Eltern arbeiteten nach dem Ende des albanischen Kommunismus hinter den Kulissen am Badischen Staatstheater Karlsruhe, wo Anela früh mit der Welt hinter der Bühne in Berührung kam.
Nach dem Abitur begann sie ein Studium der Kultur- und Literaturwissenschaften in Dresden, brach es jedoch ab und kehrte ins Theater zurück, zunächst als Requisiteurin und nebenbei als Staplerfahrerin bei Daimler. Auf Empfehlung eines Familienfreundes begann sie ihre Schauspielausbildung an der Athanor Akademie in Passau, wo sie auch ihre Leidenschaft für Tanz entdeckte und u. a. Beim Sibiu International Theatre Festival in Rumänien performte.
Es folgten Engagements am Staatstheater Karlsruhe (u. a. Operette als Tänzerin) und bei den Händelfestspielen als Kostümassistentin, erste Filmrollen, Bandprojekte und eine Mitwirkung im Bewegungschor des Stücks Exil inszeniert von Luk Perceval am Berliner Ensemble. In der freien Szene arbeitete sie experimentell und poetisch, u. a. in Projekten wie „To Tell a Story is an Act of Love“ und „Der Verhinderung der Distanz“ von Paula Lynn Breuer, wo sie erstmals gemeinsam mit ihrer Mutter in Zürich auf der Bühne stand .
Im vergangenen Jahr arbeitete sie zunehmend international – erstmals in einer uruguayischen Filmproduktion und im Projekt „Venn Bodies“ von One Tschoe an der UdK/HZT (Berlin), das den Körper im Kontext kultureller Erinnerung und kollektiver Archive untersuchte. In den Kurzfilmen „Gaze“ von Arina Popa und„In Venus“ von Edith Buttingsrud Pedersen, die international auf Festivals gezeigt wurden, beschäftigte sie sich künstlerisch mit dem weiblich gelesenen Körper im Prozess des Erwachsenwerdens und den damit verbundenen Gefühlen von Verletzlichkeit und Scham.
Momentan absolviert sie eine Weiterbildung in Theaterpädagogik, um Räume für angstfreien Austausch und Entschleunigung- auch in Schulkontexten zu schaffen. Sie plant einen Übergangsaufenthalt in Paris, um freiberuflich weiterzuarbeiten und in Zusammenarbeit mit anderen Künstler*innen Räume zu eröffnen, in denen sie ihre Forschung zu Körper, Bewegung in Form von Workshops weiterführt.
Aktueller Film mit Anela Luzi: „Die Taufe“ R: Jan Oke Jens _ Der Spielfilm wird im November im ZDF und auf 3Sat gezeigt.
Prag. Eine Stadt voller Geschichten und Geheimnissen. Im Glanz und Schatten der Burg und der Karlsbrücke zwischen Fluss und Stadt, Kaiser und Königen lassen sich die uralten Fragen nach Leben und Tod, heute und morgen ganz neu stellen und in die Tiefe der Welt und deren Macht und Ohnmacht blicken…
Dr. Katherine Solomon ist auf den Spuren des menschlichen Geistes und dessen letzten Geheimnissen. In den Gassen, Plätzen Prags findet sie Fragen und Antworten. Alles scheint jetzt möglich. Welt und Geheimnis liegen offen wie nie…
Doch mitten im Schlüssel des Geheimnisses aller Geheimnisse liegt auch Gefahr, die sich immer mehr zuspitzt und schließlich alles umringt…
Das ist ein Fal für den Harvard Professor Robert Langdon, der religiöse Ikonologie und Symbolologie unterrichtet und jetzt alle Anstrengungen benötigt um Leben, Geheimnisse und nicht zuletzt die Welt zu retten…
„Ein Thriller, der Leben und Geheimnis in eine unvergleichliche Rätselrallye zu verpacken und zu packen weiß.“
„The Secret of Secrets“ Dan Brown. Thriller. Bastei-Lübbe Verlag.
Übersetzt von _ Dietmar Schmidt und Rainer Schumacher
Liebe Anela, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Jeder Tag sieht anders aus, dennoch liebe ich kleine Rituale, die sich nie ändern: Kaffee trinken, das Gesicht mit kaltem Wasser waschen, das Bett machen, im Zimmer zur Musik tanzen, einmal am Tag. Abends schreibe ich Tagebuch. Momentan mache ich eine Weiterbildung in Theaterpädagogik als zweites Standbein und arbeite gleichzeitig an meiner Facharbeit. Diese beschäftigt sich mit unsicheren und sicheren Orten/Räumen sowie der Frage nach „Freiheit“ und Ritualen in der heutigen Zeit. Ich lese viel zu diesen Themen oder schaue Filme, die dazu passen. Zwischendurch lenke ich mich gerne ab, zum Beispiel indem ich in alten Fotoalben blättere oder ab und zu in der Online-Welt stöbere. Außerdem lerne ich Französisch-Vokabeln und suche den alltäglichen Kontakt zu meiner Familie, um zu erfahren, wie es ihnen geht, sowohl in Albanien als auch in Deutschland.
Anela Luzi, Schauspielerin, Tänzerin
Immer wieder halte ich inne, schaue aus dem Fenster und lasse meine Gedanken schweifen. Das entspannt mich, weil ich das Gefühl habe, sie nicht zensieren zu müssen. Dabei schreibe ich Ideen für die Zukunft auf und verfolge kleine Gedankenpfeile, die mich inspirieren. –
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Sich gegenseitig Mut machen. Zuhören und manchmal auch feste Überzeugungen beiseitelegen oder auflösen, um Neues Denken zuzulassen. Flexibilität. Ich glaube, es verändert sich ständig etwas, sowohl persönlich als auch im Außen. Es ist wichtig, uns daran zu erinnern, dass wir Potenzial und Leidenschaft in uns tragen. Ich glaube fest daran, dass die Kraft und das Potenzial eines Einzelnen in seinem oder ihrem Umfeld unglaublich viel bewirken kann. Angstfreie Räume zu schaffen für unkonventionelle Gedanken und Gefühle, die nach Ausdruck schreien. Und daran zu glauben. Mir wurde einmal gesagt: „Wenn du nicht weißt, an was du glauben sollst, dann versuche, an dich selbst zu glauben.“ So können wir uns trotz der Veränderungen im Außen sicher fühlen.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Ich denke, es könnte wesentlich sein, keine Angst vor einem immer wiederkehrenden Neubeginn zu haben, sowohl gesellschaftlich als auch persönlich. Ich habe oft Träume in der Nacht, in denen mir alles entrissen wird, was mir vertraut ist, familiär ist und mir eigentlich Schutz bietet. Ich wache morgens auf, suche sofort Halt und will nichts loslassen, mir sicher sein, dass noch alles da ist. Ich glaube, diese Angst, alles zu verlieren, was wir schon einmal hatten oder gerade haben, ist vielen vertraut. Wichtig ist jedoch, diesen Unsicherheiten Raum zu geben, sie da sein zu lassen, und vielleicht auch Neugier zu entwickeln.
Mir gefällt der Gedanke der Prozessteilnahme im Theater oder in der Kunst, der Mit-Autorenschaft: Zuschauer:innen und Schauspieler:innen oder Performer:innen existieren nicht getrennt voneinander, sondern interagieren, nehmen teil. Gleichzeitig mag ich es, dass es Orte sind, an denen wir einfach nur betrachten. Ich kann mir vorstellen, dass diese Orte zunehmender partizipativ gestaltet werden, performativ und offen in den Räumen, damit Begegnung entsteht. Gerade in Zeiten der Entwicklung künstlicher Intelligenz werden wir wahrscheinlich besonders hungrig danach sein, menschlich aktiv zu werden. Wenn nicht, sollten Kunst und Theater weiterhin Orte sein, die uns dazu pushen, unsere eigenen Stimmen zu erheben, Meinungen zu äußern und mutig zu sein.
Was liest Du derzeit?
„Frei- Erwachsenwerden am Ende der Geschichte“ von einer albanischen Politikwissenschaftlerin und Philosophin – Lea Ypi
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„Die Dinge waren so, wie sie waren, und dann waren sie anders. Ich war die Person, die ich war, und dann wurde ich eine andere. Die Freiheit wird nicht nur dann geopfert, wenn andere uns vorschreiben, was wir sagen, wohin wir gehen und wie wir uns verhalten sollen. Eine Gesellschaft, die von sich behauptet, jedes ihrer Mitglieder:innen könne sein/ihr Potenzial entfalten, die es aber nicht schafft, jene Struktur zu ändern, die einen Teil dieser Mitglieder:innen vom Erfolg fern halten, ist ebenfalls repressiv. Und doch verlieren wir trotz aller Zwänge, nie unsere : innere Freiheit.“ – Lea Ypi
Vielen Dank für das Interview, liebe Anela, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Tanz-, Kunstprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Anela Luzi, Schauspielerin, Tänzerin
Zur Person/über mich:Anela Luzi wurde 1996 in Kaiserslautern geboren, wuchs in Karlsruhe auf und lebt heute in Berlin, pendelnd zwischen Karlsruhe, Berlin und der Schweiz. Ihre Eltern arbeiteten nach dem Ende des albanischen Kommunismus hinter den Kulissen am Badischen Staatstheater Karlsruhe, wo Anela früh mit der Welt hinter der Bühne in Berührung kam.
Nach dem Abitur begann sie ein Studium der Kultur- und Literaturwissenschaften in Dresden, brach es jedoch ab und kehrte ins Theater zurück, zunächst als Requisiteurin und nebenbei als Staplerfahrerin bei Daimler. Auf Empfehlung eines Familienfreundes begann sie ihre Schauspielausbildung an der Athanor Akademie in Passau, wo sie auch ihre Leidenschaft für Tanz entdeckte und u. a. Beim Sibiu International Theatre Festival in Rumänien performte.
Es folgten Engagements am Staatstheater Karlsruhe (u. a. Operette als Tänzerin) und bei den Händelfestspielen als Kostümassistentin, erste Filmrollen, Bandprojekte und eine Mitwirkung im Bewegungschor des Stücks Exil inszeniert von Luk Perceval am Berliner Ensemble. In der freien Szene arbeitete sie experimentell und poetisch, u. a. in Projekten wie „To Tell a Story is an Act of Love“ und „Der Verhinderung der Distanz“ von Paula Lynn Breuer, wo sie erstmals gemeinsam mit ihrer Mutter in Zürich auf der Bühne stand .
Im vergangenen Jahr arbeitete sie zunehmend international – erstmals in einer uruguayischen Filmproduktion und im Projekt „Venn Bodies“ von One Tschoe an der UdK/HZT (Berlin), das den Körper im Kontext kultureller Erinnerung und kollektiver Archive untersuchte. In den Kurzfilmen „Gaze“ von Arina Popa und„In Venus“ von Edith Buttingsrud Pedersen, die international auf Festivals gezeigt wurden, beschäftigte sie sich künstlerisch mit dem weiblich gelesenen Körper im Prozess des Erwachsenwerdens und den damit verbundenen Gefühlen von Verletzlichkeit und Scham.
Momentan absolviert sie eine Weiterbildung in Theaterpädagogik, um Räume für angstfreien Austausch und Entschleunigung- auch in Schulkontexten zu schaffen. Sie plant einen Übergangsaufenthalt in Paris, um freiberuflich weiterzuarbeiten und in Zusammenarbeit mit anderen Künstler*innen Räume zu eröffnen, in denen sie ihre Forschung zu Körper, Bewegung in Form von Workshops weiterführt.
Aktueller Film mit Anela Luzi: „Die Taufe“ R: Jan Oke Jens _ Der Spielfilm wird im November im ZDF und auf 3Sat gezeigt.