„Ich wünsche mir mehr Mittel, vor allem für kleinere Studios und Projekte“ Adam Lukas, Filmkomponist _ Los Angeles/USA 23.4.2022

Lieber Adam, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Lieber Walter, danke für das Interesse.

Ich versuche stets, obwohl das eigentlich gegen die Natur des Jobs spricht, einen normalen “9 to 5” Tag zu haben. Psychohygiene ist mir sehr wichtig, und ich möchte gegen Ende des Tages das Gefühl haben, die Arbeit ist getan und ich nehm nichts mit nach Hause.

Es ist für mich ein großes Privileg, in einem Studioraum zu arbeiten, der 10 Minuten von meiner Wohnung entfernt liegt. Dort komme ich gegen 8.30 an und erledige, während der Kaffee kocht, einige kleinere Dinge – ich antworte auf E-Mails, starte Downloads, plane den Tag, etc. Gegen 9 setze ich mich hin und fange wirklich an zu komponieren. Am Morgen bin am kreativsten, deshalb komponiere ich meistens den ganzen Cue in dieser Zeit. Am Nachmittag produziere und arrangiere ich dann, was ich morgens komponiert habe. Gegen 5/6 evaluiere ich den Fortschritt und meistens um diese Zeit, kommt auch mein Assistent ins Studio und ich gehe mit ihm ein paar Sachen durch, die er dann für den Rest des Abends erledigt, oder für mich vorbereitet für den nächsten Tag.

Zuhause angekommen, habe ich kein einziges musikalisches Instrument – das hilft mir ebenfalls mit der Trennung von Berufs- und Privatleben. Dann gehe ich meinen Hobbies nach, oder treffe mich mit Freunden, bis ich gegen 11/12 dann schlafen geh.

Adam Lukas, Filmkomponist

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Emotionen so gut wie möglich aus den Debatten rauszuhalten. Es braucht eine “Kühlung”, um eine Überhitzung zu vermeiden. Familien, die sich beispielsweise wegen politischen Ungereimtheiten nicht mehr sehen wollen – das stimmt mich richtig traurig. Wir müssen einander zuhören, sowohl dem Onkel, der nicht geimpft ist, als auch der Sophie, die sich während ihres Studiums auch in der Klimabewegung bewegt. Wir haben immer noch mehr gemeinsam, als was uns unterscheidet. Social Media macht das viel schlimmer und beschleunigt diesen Trend, weil man nicht mehr Face-to-Face diskutiert, sondern “pseudo”-anonymisiert mit Fremden auf Facebook streitet, mit Maus und Tastatur.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?  

Eine große Herausforderung wird die neue Form von Arbeit werden, und wie wir damit umgehen. Menschen brauchen einen Sinn, sie wollen sich gebraucht fühlen. Mit mehr und mehr Berufen, die durch Automatisierung obsolet werden, wird da ein großes Vakuum entstehen, und wir müssen zusehen, dass diese Entwicklung langsam und überschaubar vor sich geht. Als jemand, der Musik macht, befinde ich mich hier auf einem relativ sicheren Boot, obwohl es schon Artificial Intelligence gibt, die Musik wie die Beatles ausspucken kann.

Besonders während der Pandemie haben sich die Menschen in die Künste geflüchtet, und haben sich mit Musik und Filmen bei Laune gehalten. Doch gerade die Kunst- und Kulturbranche wurde von der Politik im Stich gelassen. Auf einmal war man “non-essential”. Ich wünsche mir mehr Mittel, vor allem für kleinere Studios und Projekte – ob Marvel jetzt 200, oder 250 Millionen für einen Film übrig hat, macht keinen Unterschied- Für einen Indie Film können 5000€ beispielsweise aber einen großen Impact haben.

Was liest Du derzeit?  

Ich lese kaum. Zeit meines Lebens habe ich bestimmt nicht mehr als 20 Bücher gelesen. Die einzige Ausnahme sind Haruki Murakami’s Bücher, die ich alle liebe und sehr gut kenne. “Killing Commendatore” hat mich zuletzt richtig in den Bann gezogen. Ich bin mehr ein audiovisueller Typ und schaue gerne, oder höre Podcast. “Lanz & Precht” höre ich zB jede Woche. Auf diversen Streaming Portalen sehen meine Freundin und ich abends gerne Dokumentationen. Letztens sind wir auf den Geschmack von Lauren Greenfield’s Dokumentation gestoßen. “Thin” und “Generation Wealth” haben uns beide weinend zu den Credit Rolls hinterlassen.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

“Comparison is the thief of Joy” – T. Roosevelt.

Hier dazu ein Musikvideo: h\ps://www.youtube.com/watch?v=JRUjtalz_1k

Vielen Dank für das Interview lieber Adam, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musikprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Adam Lukas, Filmkomponist

https://www.adam-lukas.com/

Foto_privat.

18.4.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Ohne das Publikum ist man als Künstlerin*er nichts“ Corina Kuhs, Musikerin _ Frauenstein/Kärnten 22.4.2022

Liebe Corina, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

1.) Träume sondieren

2.) Strecken und dehnen

3.) Zähneputzen … hehe Spaßßßß 😉

Also die Arbeit nimmt generell einen sehr großen Platz in meinem Leben ein, da ich selbstständig bin und mein Beruf auch irgendwie meine Berufung ist. Daher ist die Musik maßgeblich bestimmend in meinem Leben. Täglich…

Derzeit arbeite ich neben meinem Soloprojekt auch an verschiedenen Projekten mit verschiedenen Musikern und  weiteres stehen Studioprojekte mit verschiedensten Leuten an. Also viel Probearbeit und nebenbei gebe ich viel Unterricht (Gitarre, Harfe, Flöte usw.).

Aber einen fixen Ablauf hab ich nie…. meinen Leben ist ziemlich unregelmäßig…..

Corina Kuhs, Musikerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Durchatmen, durchhalten, ruhig bleiben, Toleranz auf allen Ebenen, lernen, Weiterentwicklung, Altes loslassen, nochmal durchatmen, den Blick nach Innen richten…..nur da kann man wirklich etwas lernen…..

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?

Ich lerne erst jetzt immer mehr zu verstehen, was Kunst eigentlich wirklich ist…. erst durch die Abstinenz der Kunst im öffentlichen Raum in der letzten Zeit ist mir bewusst geworden, welche Lebensqualitiät dabei verloren geht….

Musik und Kunst ist so viel mehr als nur ein Lied, schönes Bild oder guter Text…..da offenbart jemand sein Innerstes und berührt dadurch andere Menschen und gibt Ihnen die Möglichkeit sich darin wieder zu finden….Man findet in der Kunst seine eigene Gefühle so ausgedrückt, wie man es selber nie hätte tun können….und es kann uns bis ins Mark treffen….wenn man seine Gefühle ein einem Lied, einem Bild oder einem Text wieder findet, nur so fantastisch schön oder beeindruckend, oder ästhetisch ausgedrückt, dass eine Flut von verschiedensten Gefühlen einem erfasst…..das ist wunderschön…..oft auch heilsam, weil man spürt, dass andere Menschen genauso fühlen….

Kunst ist aber auch gesellschaftliches Zusammentreffen und genussvoller Austausch….

Und ohne das Publikum ist man als Künstler nichts…..nichts….nichts…… denn ohne Resonanz….ist es spirituelle Musik und für das Universum oder meinetwegen für die Götter…..auch Kunstvoll…..aber ich finde es spannend, wenn Kunst emotional greifbar wird….persönlich ….ein Austausch…ich lasse mich gerne von ihr bewegen, erfassen, ergreifen…

Kunst muss ALLES sein dürfen: heilsam, ästhetisch, aber auch abscheckend, brutal, verwirrend, kritisch, provokant, lustig, hässlich, schmerzhaft, emotional, konzeptuell, impulsiv, still, laut, schrill, traurig, geordnet, chaotisch…..

Was liest Du derzeit?

„Omama“ von Lisa Eckhard 😉

und eine Biographie von Hans Holbein.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Ein Mensch kann niemals Tier werden, er stürzt am Tier vorbei in den Abgrund“

Marlen Haushofer

Corina Kuhs, Musikerin

Vielen Dank für das Interview liebe Corina, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Musikprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Corina Kuhs, Musikerin

https://www.corinakuhs.at/

Fotos_1 Mario Kuhs; 2-5 Eva Asaad.

14.11.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Govorim / rede zeit“ Dragica Rajcic Holzner, Schriftstellerin _Give Peace A Chance _ Zürich 22.4.2022

GIVE PEACE A CHANCE

Govorim

Ima

Vremena

Evo

A

Papier

Erodira

 Alfabet

Crni

Egzil

Amenuje

Crvenu

Hostiju

A,

Naći

Crveno znači

Ekzodus neće biti zadnja riječ

Dragica Rajčić Holzner, 31.3.2022 _Kroatisch

 rede

 zeit

gibt es

Papier

erodiert

 Alphabet

Schwarz

Exil

kreuzigt

rote

Hostie

rot

finden

bedeutet

Exodus wird nicht das letzte Wort sein

Dragica Rajčić Holzner, 31.3.2022 Deutsch

Dragica Rajčić Holzner _ Schriftstellerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Dragica Rajčić Holzner _ Schriftstellerin

HOME | dragica-rajcic (dragicarajcic.ch)

Foto_Florian Bachmann.

Walter Pobaschnig _ 31.3.2022.

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„Geben“ Tanja Paar, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Wien 22.4.2022

GIVE PEACE A CHANCE

Geben

Im

Vertrauen auf

Einen



Pakt, der länger hält als

Einen Tag, der sich neigt.

Aber wer wagte es zu widersprechen, sähen wir nicht

Chancen auf ein Einlenken,

Einen anderen Plan



Anderen Abschluss am Verhandlungstisch, an dem


Chimären hocken.

Hätten

Alle

Nicht die

Chuzpe

Ein Ende abzusehen.


Tanja Paar, 19.4.2022

Tanja Paar, Schriftstellerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Tanja Paar, Schriftstellerin

www.tanjapaar.at

Foto_Pamela Rußmann

Walter Pobaschnig _ 19.4.2022.

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„Theater als Gesamtkunstwerk, das Maßstäbe setzt!“ Umjubelte Uraufführung _ „NIX“ E3 Ensemble Wien_Off Theater Wien 21.4.2022

„NIX“ E3 Ensemble_Wien

Da ist das Weiß und da ist das Dunkel. Die Bewegung, der Schritt, das Wort, der Ton im leeren Raum. Ein Suchen nach dem Beginn und ein Anhalten.

Und dann die Fragen im Sehen, Hören, Fühlen. Innen und Außen. Jetzt. Gemeinsam fragen, gemeinsam sagen. In allen Zwischentönen. Hell und Dunkel.

Was sehe, denke, sage ich? Und was Du? Im Anfang. Im leeren Raum. Und am Ende, wenn es dunkel wird…

Das Wiener E3 Ensemble beeindruckt wie begeistert in der Eigenproduktion und Uraufführung „Nix“ als ringende Engel in einer Welt, in der alles ins Schwanken gerät und „nix“ mehr feststeht. Die Frage des Sinns wird zur gnadenlosen Anatomie eines „Double Bind“ der Kommunikation im zwischenmenschlichen Seziermesser von Aufmerksamkeit und Abgründigkeit.

Antworten auf Fragen von Sinn und Universum werden dabei nicht geliefert, vielmehr wird der leere weiße Bühnenraum zur unberechenbaren dynamischen Ebene eines einzigartigen Ensembles, das in Sprach- und Körpervirtuosität alles zerlegt was nicht und doch im Raum ist – also Mensch und Zeit im Denken, Fühlen, Erleben, Verstummen.

Das Einsseins von Bühnenaktion und Bühnen-Kostümbild im leeren Raum ist ein spieldynamischer wie dramaturgischer Kunstgriff, der inhaltlich eine Ausdifferenzierung des leeren Raumes als Realitäts- und Sinnkonzept bietet und dies mit der Bühnenexplosivität und -virtuosität des Ensembles ideal verbindet und vielstimmig in Komik wie Tragik klingen lässt.

Beeindruckend ist auch die Spielpräsenz und Koordination des Ensembles – da wird jede Bewegung, jedes Wort in unglaublicher Präzession und Ausdruckskraft des Gruppenspiels gesetzt und dies in rasendem Bühnentempo. Die langjährige Zusammenarbeit zeigt sich auch hier beeindruckend. Hervorragend fügt sich auch die musikalische Darstellung in dieses einmalige Gesamtkunstwerk modernen Theaters ein.

Bleiben Antworten nach Sinn und Welt auch bewusst offen so ist doch das gemeinsame Fragen, das alles fragen und sagen dürfen, wesentlicher Parameter und damit wohl Grundaussage über Mensch, Welt und Sinn. Dieses Zulassen von schonungsloser Aufmerksamkeit füreinander ist dann vielleicht doch nicht „nix“ und so „nix“ alles? Oder doch anders herum?

Ein wunderbarer Theaterabend als Gesamtkunstwerk, der lange staunen und nachdenken lässt.

NIX

Uraufführung E3 Ensemble_Wien _21.4.2022

mit MAY GARZON, ISABELLA JESCHKE, RINA JUNIKU, GERALD WALSBERGER Musik ANTONIA DERING, ANNA TSOMBANIS, DramaturgieTHOMAS BISCHOF, Kostüm/Ausstattung PIA STROSS, Künstlerische Beratung SUSANNE BRANDT, Presse/Grafik SEBASTIAN SPIELVOGEL Technik JULIAN VOGEL.

Koproduktion E3 Ensemble/ DAS OFF THEATER WIEN.

Weitere Spieltermine:
22., 23., 28., 29. und 30. April 2022 um 20 Uhr
OPEN.BOX im DAS OFF THEATER
Kirchengasse 41, 1070 Wien
https://e3ensemble.at/

Walter Pobaschnig 22.4.2022

Alle Fotos_Walter Pobaschnig

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„Musik kann uns sehr viel psychischen Druck abnehmen“ Katja Cruz, Singersongwriterin _ Graz 21.4.2022

Liebe Katja, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Die beste Version meiner Tagesabläufe sieht so aus, dass ich morgens mit einer Tasse Kaffee im Bett sitze und schreibe. Das Schreiben ist nicht immer effektiv in dem Sinn, dass es zu konkreten Songs als Resultat führt, aber es klärt meine Gedanken, meine Ausrichtung und auch die Organisation meiner Tages- und Wochenplanung. Ein wesentlicher Teil meiner Kreativität liegt in diesen Morgenstunden, manchmal ist es ein Zustand fast wie im Halbschlaf.

Meine Tage sind gefüllt mit der konkreten Ausarbeitung von Songs, Büroarbeit und Organisation; über die Woche verteilt unterrichte ich viele Stunden Gesang (privat und bei mir zu Hause); viele Stunden gehören meinen Töchtern, unseren gemeinsamen Mahlzeiten und ausführlichen Gesprächen. Der andere Teil meiner kreativen Tätigkeit liegt dann in den Nachtstunden, wo es wieder ruhig und still ist und ich meinen Gedanken freien Lauf lassen kann oder den Kopfhörer aufsetze und am Klavier sitze.

Katja Cruz, Singersongwriterin, Pianistin, Gesangslehrerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Mit uns selbst gut in Kontakt zu sein und den Mut nicht zu verlieren. Das, was uns wichtig ist und was möglich ist, zu tun und nicht im Gefühl der Sinnlosigkeit unterzugehen.

Es ist unglaublich schwierig vorwärtszugehen, wenn die konkreten Möglichkeiten für Konzerte beispielsweise nicht gegeben sind, wenn man nicht planen kann bzw. nicht weiß, ob sich das, was man geplant hat, überhaupt umsetzen lässt. Wir erleben das rundum, dass dies schon in privaten Belangen unglaublich ermüdend und zermürbend ist. Für alle Kunstschaffenden betrifft das aber nicht nur unser Privat- und Gesellschaftsleben, sondern auch unsere Existenz.

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?

Für mich bieten Kunst und Musik die großartige Möglichkeit uns einerseits zu entspannen und gleichzeitig so angeregt zu werden, dass wir in größeren Räumen denken können. Das werden wir in Zukunft brauchen, da viele gewohnte Systeme nicht mehr funktionieren und neue Wege nur über erweitertes Denken zu finden sind. Kunst kann diese Räume öffnen.

In der Musik liegt zudem eine emotionale Stimulanz, die alle Gefühlebenen erreicht. Sie hilft uns dabei, Gefühle auszuleben und zu kanalisieren. Wir können Musik dafür bewusst einsetzen oder auch einfach davon überrascht werden. Ich denke, dass dies für unsere physische und psychische Gesundheit sehr wichtig ist. Musik kann uns sehr viel psychischen Druck abnehmen. Sie kann uns entspannen, Mut machen, uns Sorgen abnehmen, sie kann uns schlicht in gute Stimmung versetzen, und davon brauchen wir gerade jetzt sehr viel.

Katja Cruz, Singersongwriterin, Pianistin, Gesangslehrerin

Was liest Du derzeit?

Bernardine Evaristo, „Mädchen, Frau etc.“; Seyda Kurt, „Radikale Zärtlichkeit – warum Liebe politisch ist“; Florence Given, „Women don’t Owe You Pretty“, Alicia Keys, „More Myself“

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Florence Give: „Protect your energy. If protecting your energy and refusing to entertain things that don’t nourish your soul makes you a “bitch” – then go ahead, be a bitch.”

Vielen Dank für das Interview liebe Katja, viel Freude weiterhin für Deine großartigen Musikprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Katja Cruz, Singersongwriterin, Pianistin, Gesangslehrerin

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Fotos_ 1 Katharina Schiffl; 2 Alba Maria Cruz.

7.1.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Geh dunkel und gehe ohne sicht“ Hartwig Mauritz, Schriftsteller _ Give Peace A Chance _ Vaals/NL 21.4.2022

GIVE PEACE A CHANCE

Geh dunkel und gehe ohne sicht, nimm die bilder in deinen schädel mit

In der ferne ziehen pferde

Vor den kutschbock gespannt

Eingefroren in der leica ihr anblick.




Peitschenschlag wie ein pistolenschuss

Erscheinungen des feldes, wo luft auf stacheldraht trifft

Aus der erde streckt das kreuz sich

Cantos: das echo der eltern, stimmen aus dem wind sammeln sich vor dem fenster.

Es ist nicht das ihre, das sonnenlicht tritt




Aus dem rahmen die tage vor deiner kindheit




Chor: gestrandet auf neuem grund

Horizonte taumeln, haben dich verbannt

Auf der grasnarbe liegt der klappspaten, der mutterboden verletzt. keine fliege stört die stille

Noch ahnst du nichts. die nächsten bilder nähen dir schon die augen zu,

Corpus: erde ruft dich, erde wuchert über dein gesicht. erde liegt gebrochen hinter deinen schritten

wittern stoppeln stickstoff aus

Explosion von nebeln



Hartwig Mauritz, 10.4.2022

Hartwig Mauritz, Schriftsteller

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Hartwig Mauritz, Schriftsteller

https://de.wikipedia.org/wiki/Hartwig_Mauritz

Foto_privat.

Walter Pobaschnig _ 10.4.2022.

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„Geben wir dem Frieden eine Chance“ Andreas Pavlic, Schriftsteller _ Give Peace A Chance – Wien 21.4.2022

GIVE PEACE A CHANCE

Geben wir dem Frieden eine Chance

Ich mochte John Lennon, als ich jung war

Vor allem mochte ich die Lieder imagine und working class hero

Es war die Vorstellung davon, was möglich war in imagine, die mich ziehen ließ, und die Illusion jener gesellschaftlichen Gewalt, die working class hero beschreibt, die mich band




Politikwissenschaft studierte ich, um zu begreifen was warum wie ist. Die gesellschaftlichen Verhältnisse

Eben hatte ich den x-ten Artikel zum und über den Krieg in der Ukraine gelesen. Um zu verstehen

Auslöser für den Krieg ist die geplante Nato Osterweiterung, Putins Wahn, der imperiale Stellungskrieg, die russische Großmachtsphantasie, die Ukrainische Abwendung von Russland, der Überlebenskampf einer Großmacht

Clausewitz sagt: „Der Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln.“ Foucault sagt: „Politik ist die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln.“

Es scheint als würde eins ins andere übergehen




Andere Mittel. Andere Lieder. Ganz andere Mittel



Chronisch bleibt  die Frage nach dem guten Leben unbeantwortet

Hinter all diesen Melodien bleibt es ruhig und ungesungen

Anfangs dachte ich, es würde reichen zu verstehen, um die Dinge zu verändern und

Nachher würden wir all diese und ganz neue Lieder singen

Chöre, Trompeten, Posaunen, Trommeln und lauter, freier Sing-Sang – doch –

Erst muss allen Dirigenten der Stab genommen werden


Andreas Pavlic, 16.4.2022

Andreas Pavlic, Schriftsteller

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Andreas Pavlic, Schriftsteller _ Wien

Foto_privat.

Walter Pobaschnig _ 16.4.2022.

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„Gewalt“ Andreas Gruber, Schriftsteller – Give Peace A Chance _ Grillenberg/NÖ 20.4.2022

GIVE PEACE A CHANCE

Gewalt

Invasion

Vergewaltigung

Enthauptung




Panzer

Explosionen

Atomreaktorüberhitzung

Chemiebomben

Exekution




Agent Orange




Computergesteuerte Drohnen

H-Bomben

Artilleriebeschuss

Neutronenbomben

Container voller Leichen

Ende mit Schrecken – oder Schrecken ohne Ende?


Andreas Gruber, 15.4.2022

Andreas Gruber, Schriftsteller

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Andreas Gruber, Schriftsteller

www.agruber.com

(15) Andreas Gruber | Facebook

Foto_Lukas Beck.

Walter Pobaschnig _ 14.42022.

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„Valeska Gert“ Von Berlin bis Kampen auf Sylt. Biographie. Siegfried Müller. Hentrich&Hentrich Verlag.

Es beginnt in Berlin. Ende des 19.Hahrhundert wird Valeska Gert als älteste Tochter einer wohlhabenden Kauifmannsfamilie geboren. Die Schule wird für das  vielseitig interessierte Mädchen zur Herausforderung. Die Einschränkung von Kreativität und Individualität reibt sich mit ihrem Freiheits- und Ausdrucksdrang. Das Lesen wird zur Möglichkeit der Flucht. Und schließlich wird die Bewegung, der Tanz, die Bühne zum Angelpunkt von Geist und Körper – „ich drehte mich und verlor jedes Bewusstsein von mir“. Und jetzt öffnet sich die Welt der Kunst, des Expressionismus, des Dadaismus und Valeska Gert wird zur virtuosen Zelebrantin, Impulsgeberin und schließlich Gastgeberin über gute und schlimmste Zeiten hinweg…Ein Lebensbild zwischen unbändiger Lebenslust und künstlerischer Selbstsuche als Frau formt sich in einmaliger Weise…

Der Historiker und internationale Ausstellungskurator, Siegfried Müller, geht in dieser vielseitig eindrucksvollen Biographie den Lebensstationen einer der außergewöhnlichsten kreativisten wie exzentrischten Künstler*innenpersönlichkeiten der Moderne nach, deren umfangreiches ästhisches Spektrum bisher nur bruchstückhaft ans Licht kam.

Der Autor stellt biographische und künstlerische Lebensstationen im Kontext wie Dialog mit Entwicklungen der Zeit dar und formt so eine anschauliche wie spannende Zeitreise in die Kunstszene der 1920er Jahre und der folgenden Jahrzehnte.

Hervorzuheben ist der reiche Kommentarschatz unterschiedlicher Persönlichkeiten wie auch die Bilddokumente, die der Autor gesammelt hat und in sehr plastischer narrativer Weise darstellt.

„Eine beeindrucklende biographische Zeitreise zu einer der außergewöhnlichsten selbstbewusstesten Persönlichkeiten moderner Kunst“

Walter Pobaschnig 4_22

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