2017. 500 Jahre Reformation. Viele Feierlichkeiten begleiten weltweit dieses besondere religions- wie welthistorische Ereignis.
Lyndal Roper, an der Universität Oxford lehrende Historikerin, die mit ihrer 2016 erschienen Biographie über die zentrale Gestalt dieser weltverändernden Epoche – Martin Luther – ein viel Aufmerksamkeit erregendes Buch verfasste „Der Mensch Martin Luther, steht nun auf der Kanzel der Wittenberger Stadtkirche. Die Tochter eines australischen Pfarrers in Melbourne denkt am Weg die Kanzelstufen hinauf nun an ihren kürzlich verstorbenen Vater und seinen Weg zur sonntäglichen Predigt und die Herausforderung des Wortes zwischen Himmel und Erde als Botschaft von Mensch zu Mensch. So war es bei Martin Luther, ihrem Vater. Und wie wird es jetzt sein? Für sie selbst?
Lyndal Roper beginnt ihre Ansprache unter dem Eindruck des antisemtischen Reliefs auf der Außenseite der Kirche und dies ist auch Thema im anschließenden Gespräch im Pfarrhaus. In diesem und danach reift der Gedanke ein weiteres Buch über den Menschen, Mann, Gelehrten seiner Zeit Martin Luther wie seine Darstellung und Rezeption in der Zeit wie der Jahrhunderte danach zu schreiben.
Das beeindruckende Ergebnis ist nun diese vorliegende Ausgabe, in welcher in sieben Kapitel umfangreiches historisches wie zeitgeschichtliches Material die Fragestellungen zur Person Luthers und seiner Lebens- und Geisteswelt wie der Nachgeschichte, behandelt werden. Dabei gibt es neben bester historischer Forschung auch viele kritische aktuelle Bezugspunkte.
„Ein wichtiges wie spannendes religionshistorisches Buch, das viele Aspekte zu Leben, Werk und Wirkung Martin Luthers öffnet und Impulse zu kritischer Reflexion bietet.“
Buch:„Im Leben war ich Eure Plage“ Luthers Welt und sein Vermächtnis. Lyndal Roper. Klett-Cotta Verlag
Liebe Brigitte, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Eigentlich nicht anders als an den vergangenen letzten Tagen, Monaten, 2 Jahren. Nach dem Aufstehen, ziemlich früh, muss ich zuerst einmal meinen Geist und Körper mit kleinen Dehnungs- und Turnübungen auf den Tag vorbereiten. Dann Badezimmer, Kaffee, Kaffee, Kaffee und steht nichts Besonderes im Terminkalender, verbringe ich den Tag im Atelier.
Die erste Zeit im Lockdown habe ich genossen. So viel Zeit, die ich mit skizzieren, malen, neue Ideen umsetzen, ausfüllen konnte, war schon lange nicht vorhanden. Auch trudelten Auftragsarbeiten herein, also ich hatte genug zu tun. Mit Freunden, der Familie wurde telefoniert, geschrieben – ich verspürte keinen sozialen Entzug. Ich bewegte mich viel im Freien, in der Natur, da ich einen Hund zu betreuen hatte, mir ging nichts ab! Glaubte ich! Den Entzug der Umarmung, eines Lächelns, der Mimik des gegenüber Sitzenden bekam ich nach dem 2.Lockdown zu spüren.
Da zeigte sich wieder, wie sehr man auf sich und die anderen achten muss, um nicht in ein tiefes Loch zu fallen.
Aber nun, wo fast wieder alles möglich ist, die Kunst-Angebote stehen im Überfluss bereit, habe ich das Gefühl, die Besucher, Konsumenten halten sich etwas zurück. Es ist nicht mehr so wie früher, in den letzten Jahren ist etwas mit uns geschehen.
Brigitte Lichtenhofer-Wagner, Künstlerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Was zählt? Was ist wichtig? Was kann ich beitragen? Das sind gute Fragen, die ich gar nicht so einfach beantworten kann! Es ist sehr komplex, dazu gehört ebenso die Frage wie wir mit dem Klimawandel umgehen, der Nachhaltigkeit und worauf wir achten sollen.
Aber ganz wichtig ist meiner Meinung nach, dass wir uns respektvoll begegnen. Achtung voreinander haben, den Menschen, die es nötig haben, helfen, ihnen zuhören, ihre Sorgen teilen und aufzeigen, auch wenn es unangenehm ist.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?
Die Empathie, das Mitgefühl bzw. Einfühlungsvermögen sind Grundfähigkeiten, die wir brauchen, um als Gemeinschaft existieren zu können.
Das gilt ebenso für die Kunst. Sie hat die Möglichkeit, in subtilster Weise sowohl die Schwächen als auch die Stärken des gesellschaftlichen Zusammenlebens aufzuzeigen. Die Kunst kann inspirierend wirken und so auf manche Sicht- und Denkweisen positiv Einfluss nehmen.
Was liest Du derzeit?
„Wilderer“ von Reinhard Kaiser-Mühlecker
„Bild und Zeit“ eine Theorie der Bildbetrachtung von Johannes Grave
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„Immer, wenn wir lachen, stirbt irgendwo ein Problem“ (Da ich ein positiv denkender Mensch bin und gerne lache, war dieses Zitat mein erster Impuls)
„jedes Ende ist ein neuer Anfang“
Brigitte Lichtenhofer-Wagner, Bildende Künstlerin
Vielen Dank für das Interview liebe Brigitte, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
„Vergessene Wahrheiten“ Die NS- Kriegszeit in Kärnten/Die Vertreibung der Kärntner Slowenen/Die Saualm-Partisanen (Historische Augenblicke: Zeitzeugen berichten), Valentin Hauser. Hermagoras Verlag.
Der renommierte Kärntner Sachbuchautor, Valentin Hauser, legt mit „Vergessene Wahrheiten“ einen ganz besonderen historischen Beitrag zur Zeitgeschichte Kärntens im Schwerpunkt von 1938-45 vor. Der Lebensraum des Autors, das Gebiet der Marktgemeinde Griffen bzw. der Bezirk Völkermarkt im südöstlichen Teil Kärntens, bildete in den bisherigen sehr beachtenswerten Büchern zu Geschichte, Kultur, Natur dieser Region den Mittelpunkt und „Vergessene Wahrheiten“ ist ein weiterer beindruckender Baustein dazu. Hervorzuheben ist auch die wiederum sehr ansprechende grafische Gestaltung der Edition.
Es ist eine enorme Leistung der Mikrogeschichte, „oral history“, die der Autor in „Vergessene Wahrheiten“ in einer Fülle von Zeitzeugen Interviews in Wort wie Bild vorlegt. Die Vertrautheit und Kenntnis des Lebensraumes in Topographie wie dem Generationenleben ist Voraussetzung für ein so umfassendes Projekt und wohl nur unter diesen Prämissen und unter größtem persönlichen Einsatz vorstellbar. Die investierte Zeit ist dabei wohl nicht zu quantifizieren, sondern nur bewundernd anzuerkennen.
Der Buchschwerpunkt der Aussiedlung Kärntner Familien wie des Partisanenkampfes in den 1940er Jahren öffnet eine Fülle von bisher nicht veröffentlichten Zeitzeugenschilderungen, die nun in Verbindung zu bisherigen bzw. weiteren Forschungsprojekten treten können. In diesem weiteren sehr interessanten historisch-regionalen Baustein, den Valentin Hauser auch mit „Vergessene Wahrheiten“ setzt, verbindet sich die große Liebe zum Lebensraum mit dem Bewusstsein und dem Willen sich ebenso dunkelsten historischen Etappen zu stellen und damit Zukunft in Menschenrecht und Demokratie zu ermöglichen.
„Eine äußerst beachtliche und bemerkenswerte historische Leistung“
Lieber Jakob, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Am Vor- und Nachmittag bin ich hauptsächlich Assistenzarzt. In der Mittagspause fällt meine Wahl meist auf Käselaugenstange. Wenn ich es wieder nicht lassen kann, schreibe ich gegen Abend noch 1-2 Stunden oder komme ins Schwitzen oder spiele Klavier. Freitag bis Sonntag bleibt dann mehr Zeit für schriftstellerische Selbstverwirklichung.
Jakob Leiner, Schriftsteller
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Für uns alle möchte ich eigentlich nur ungern sprechen, aber ich sage jetzt einfach mal eine gute Grundkondition.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Definitiv wird es in Zukunft anders sein. Für manche Menschen bedeutet das dann vielleicht Aufbruch und Neubeginn, für andere aber nicht so sehr. Wesentlich ist also wahrscheinlich die Perspektive. Ich finde, Kunst und Perspektive sind in vielerlei Hinsicht miteinander verknüpft.
Was liest Du derzeit?
Chronisch verschleppt sind das die Gedichte von Allen Ginsberg, die Essays von Camus, ein französisches Bilderbuch über Pilze. Ganz akut: „Schreckliche Gewalten“ von Jakob Nolte, „Die Unruhe der Welt“ von Ralf Konersmann und „Was für ein kleines Moped mit verchromter Lenkstange steht dort unten im Hof?“ von Georges Perec.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Eine Gedichtstrophe aus Paul Éluards Gedicht „Liberté“:
Auf die zurückgekehrte Gesundheit Auf die entschwundene Gefahr Auf die Hoffnung ohne Erinnerung Schreib ich deinen Namen
Vielen Dank für das Interview lieber Jakob, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
Liebe Mayjia, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Tägliche Etuden (Übungen) (Gesang, Instrument, Schreiben, Malen) damit ich jederzeit meine Kunst ausüben kann. Das Ganze dann auch mit meinem Kollegen teilen, ausüben und neue Projekte kreieren. Deshalb gibt es täglich auch Waldläufe, Dance Stunden, Gymnastik, auch Waldspaziergänge oder manchmal ist eine Tages Wanderung dran. Ansonsten fliege ich täglich in den Weltraum, um zu sehen, wie weit es noch ist… und natürlich Sex, Kaffee ( wie die Finnen nun mal so sind) Rock`n`Roll – stimmt und doch nicht: Tagesabläufe sind für mich hoch privat. Aber zum Trost: man muss schon fit bleiben, in seinem Kunst-stoff reinfallen und ausufern. Freunde und Familie. Anträge, Rechnungen, Planungen. Alles strohtrocken. Rest ist auch mal Schweigen (das ist viel und fängt sechs Uhr morgens an), alles weitere bleibt privat..( was bleibt?? Eine Menge)
Ein-und Ausatmen. Beten während Liegestützen und Waldspaziergängen.
Sich von allen möglichen Strömungen nicht mitreißen lassen, kein Arschkriecher werden, nur um krampfhaft der gültigen Meinungsmacher zu gefallen. Sich nicht in politische Meinungsmache verwickeln oder in Schubladen drücken lassen. Dazu ist es gut, mit Bedacht von Mensch zu Mensch zu sprechen und sich klar zu erklären, falls man gefragt wird. Gut, wenn man nichts nachquatscht, sondern sich selbst was ausdenkt, wie man die Welt wahrnimmt. Sich nicht abbringen lassen vom eigenen intrinsisch motivierten Schaffen und Beobachten. Sich selbst und andere nicht ablehnen, nicht hinreißen lassen zur Bitterkeit- und gechillt bleiben, wenn es um scheinbare „Wichtigkeiten oder Berühmtheiten“ geht…
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Musik, dem Theater, der Kunst an sich zu?
Wesentlich wird sein: Alle Anfeindungen der Kunst gegenüber, die aus politischen, aktivistischen oder propagandistischen Richtungen kommen, erstmal wach zu prüfen. Weiterhin und daraufhin gilt es: Die Kunst zu verteidigen vor Beschädigung und sie wach zu vermitteln. Freiheit in der Kunst. Freiheit auch von „modernen“ Wünschen, dass sie künstlerisch was „mitzudrehen“ hat, weil sich jetzt alle drehen wollen. Die Kunstobjekte selbst, die Werke, sollten geschützt werden, vor politischem Übereifer, der letztlich nur vernichtend wirkt und zu früh verurteilen könnte. Kunst braucht viel Zeit und Sich- Befassen, um zu wirken, Talent UND Arbeit, um überhaupt von außen ein wenig eingeschätzt werden zu können. Die Kunst an sich oder Künstler müssen für mich persönlich gar keine „Rolle“ annehmen. Höchstens Rolle Vorwärts. Rückwärts Seitwärts. Salto. Die haben schon genug zu tun. Sie sollen ihre Fähigkeiten gut ausüben und trainieren können, nicht zum Instrument für schnell wechselnde gesellschaftliche, politische oder kulturelle Bedürfnisse werden. Aber das ist eine rein persönliche und „berufsethische“ Haltung. Ich hoffe, man stößt sich daran.
Was liest Du derzeit?
Ich lese mehrere Bücher zur Zeit über den August / September hinweg. Vor allem mit Notizen aus privaten und beruflichen Gründen diese:
„Links“ von Artur Becker / zum xten mal Watzlawick: „Anleitung zum Unglücklichsein“ / Christoph Heins kleine Novelle „der fremde Freund / Drachenblut“
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Aus Drachenblut / Der fremde Freund ( Christoph Hein):
„Meine Träume können nicht mehr beschädigt werden, meine Ängste nicht mehr gelöscht“
Vielen Dank für das Interview liebe Mayjia viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literatur-, Musik-, Theater-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
Jetzt ist es Winter und die Wollhandschuhe sind so klein. Doch das tut dem Angebot die Zukunft aus der Hand zu lesen keinen Abbruch. Aber Dirk lehnt ab und setzt sich erfolgreich durch – „Na ja, vielleicht im Sommer mal.“
Dann der Morgen mit Nina. Die Pizza von gestern und ein schleppendes Gespräch. Schließlich fliegt die Tasse – „Ich klebte die „Carpe That Fucking Diem“ Tasse, legte mich ins Bett, das noch nach ihr roch, und nutzte den Tag…“. Ninas Weg führt nach New York…
Jetzt ist er mit Hermann, dem Sohn, im Zimmer allein und guter Rat teuer. Ein Babysitter muss her, denn er ist als Künstler viel unterwegs. Schließlich findet er einen ukrainischen Babysitter Maksym.
Jetzt beginnt eine neue Lebensreise für Dirk. Erfahrungen, Begegnungen, nach Innen und Außen, verändern sein Leben und das Wiener Karussell dreht sich…
Dirk Stermann, in Wien lebender erfolgreicher Schriftsteller, Kabarettist, Schauspieler, Moderator legt mit „Maksym“ einen mitreißend unterhaltsamen Roman vor, der in Witz, Abgründigkeit und Charme begeistert. Stermann versteht es glänzend Pointen wie Erzählfluss im Schwung zu halten und dabei so viel über die „unerträgliche Leichtigkeit“ des Lebensgefühls in biographischen Etappen im Kontext eines Künstlerlebens zwischen Bühne und Wohnzimmertisch wie des Stadtlebens zu öffnen, dass es einem vor Lachen und auch Wiedererkennen schüttelt.
„Ein Buch, das unterhaltsamst die Welt auf den Kopf oder den Kopf auf die Welt stellt oder…genial!“
Liebe Andrea, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Da ich gerade Sommerpause habe und viel Zeit im Waldviertel verbringe, beginnen meine Tage meistens mit Gartenarbeit, anstatt zum Unterrichten ins Tanzstudio zu radeln. Fast jeden Tag nehme ich an einer online Klasse aus NY teil – ein Geschenk der Pandemie Zeit. Dazwischen schreibe ich Konzepte, arbeite an der Dokumentation von Projekten oder probe.
Andrea Nagl, Tänzerin/Choreographin und Tanzpädagogin
So viel Zeit in und mit der Natur zu verbringen ist für mich von immenser Bedeutung. Ich liebe Gestein, Boden, Pflanzen, Tiere, die Weite der Landschaft ohne Beton. Auch unter dem Jahr machen wir jeden Sonntag eine Wanderung, das ist mir heilig.
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Kontakt zu uns selbst, Kontakt zur Natur, Kontakt zu Menschen, mit denen wir im Einklang sind.
Kommunizieren – es gibt keine einfachen Lösungen, die Antworten liegen im Dazwischen. Wertschätzung und Respekt allen/m Lebendigen gegenüber, uns wieder als Teil des Ganzen begreifen. Miteinander, anstatt gegeneinander arbeiten, die Idee von Konkurrenz und Wettbewerb verbannen. „Being“ statt „doing being“. Sich auf das Wesentliche besinnen, bewusst und im Moment sein – für mich stellt sich dieser klar fokussierte Zustand beispielsweise beim performen, aber auch beim Wandern im Gebirge oder der Beschäftigung mit jeder einzelnen Pflanze in unserem Garten ein.
Zu bedenken ist, dass unsere Fragen und Antworten aus einer durchaus privilegierten Position heraus formuliert sind, für die ich sehr dankbar bin.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Tanz/Theater, der Kunst an sich zu?
Wir leben momentan in einer andauernden Krisensituation, die nach permanenten Neubeginnen verlangt. Gesellschaftlich wichtig wäre ein Zurückdrängen bloßer wirtschaftlicher, gewinnorientierter Interessen zugunsten sozialer Gerechtigkeit und Schutz unseres Planetens.
Kunst ist eine Art, die Welt wahrzunehmen und zu versuchen, sie zu verstehen. Kunst darf Träume, Ideale, Phantasie als Lebensentwurf verwirklichen und so neue Wege aufzeigen. Kunst konfrontiert uns mit uns selbst und den Gedankenräumen anderer, sie konfrontiert uns mit Meinungen, Ausdrucksweisen und Ästhetiken, die wir möglicherweise schätzen, aber auch solchen, die wir kritisch oder negativ sehen. So fordert sie uns zur Auseinandersetzung damit auf.
Andrea Nagl, Tänzerin/Choreographin und Tanzpädagogin
Tanz ist mein Kommunikationsmittel, das aufgrund seiner Abstraktheit dem Gegenüber Raum lässt, intuitiv und mit dem Herzen und der Seele zu verstehen. Wer sich auf die Schwingungsebene einlässt, wird unmittelbar berührt, weil die Rezeption nicht primär über den Intellekt funktioniert.
Tanz bringt uns in Beziehung mit uns selbst, unserem Körper. Wir können mit mehr Bewusstsein durchs Leben gehen. Tanzen entspringt einem Urinstinkt des Menschen. Was bleibt über, wenn alles auseinanderbricht? Der eigene Körper, die bloße Physis unserer Identität und ein gewisses Bewusstsein darüber…
Was liest Du derzeit?
In Hinsicht auf unsere aktuellen Projekte, in denen es um Natur und Erdgeschichte geht – in einem „vertanze“ ich die geologischen Einheiten Niederösterreichs, lese ich gerade naturwissenschaftliche Literatur:
Geologie der österreichischen Bundesländer – Niederösterreich (Gottfried Wessely / Geologische Bundesanstalt); Eine (sehr) kurze Geschichte des Lebens (Henry Gee); Verwobenes Leben (Merlin Sheldrake).
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners (Heinz von Foerster)
Vielen Dank für das Interview liebe Andrea, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Tanz-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Andrea Nagl, Tänzerin/Choreographin und Tanzpädagogin