„Give the“ David Stecher, Musiker _ Give Peace A Chance_ Wien 16.2.2023

David Stecher, Musiker/Tontechniker

GIVE PEACE A CHANCE


Give the

Insane power, the literate will be

Vanished.

Embrace opinions, arts and life, the


People will start to talk.

Encourage

All

Children to

Education


Afterall


Chances can be taken.

Hence we share the world

All humans end up to be the same.

Now! We

Can

Enhance!


David Stecher, 18.1.2023

David Stecher, Musiker/Tontechniker

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

David Stecher, Musiker/Tontechniker

Fotos_1 Pascal Hefti; 2 Aria Sadr-Salek; 3 Mia Scarpetta.

Walter Pobaschnig _ 18.1.2023

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„Bedingungen schaffen, die das Schreiben nicht als Weg in die Armut führen lässt“ Steffen Marciniak, Schriftsteller _ Berlin 15.2.2023

Lieber Steffen, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Meinen Tagesablauf kann ich wirklich als konfus, manchmal auch als chaotisch bezeichnen. Das ist überwiegend der empfindlichen Gesundheit geschadet, die mich hier und da am Tage plötzlich ermüden lässt und mir schläfrige Ruhepausen abnötigt. So geraten Tag und Nacht manchmal arg durcheinander, ein Nachtmensch war ich aber immer schon.

Gern ziehe ich die kreativen und freudvollen Arbeiten dem Bürokratischen vor, schiebe es weiter nach hinten, bis es hier und da sich meldet und brenzlig auflodert. Ich versuche, niemals mehr als einen auswärtigen Termin anzusetzen, um Stress aus dem Weg zu gehen.

Unterwegs in der Bahn lese ich und staune, wie wenige das noch tun, aber ich habe es eben geschafft, bis heute ohne Mobiltelefon zu leben, dem Lieblingsgerät der Bahnfahrer. Daheim schaffe ich es momentan nicht, so viel zu lesen, wie früher. Meine Neigung wandte sich mehr der kürzesten literarischen Form zu: der Lyrik und ich bediene mich in meiner im Lauf der Jahre schier unerschöpflichen Lyrikbibliothek.

Gibt es weitere Rituale in dieser Mixtur eines Tagesablaufs? Einmal die Woche muss es sein: da gehe ich in meine Lieblings-Sushi-Bar, eine Erbgewohnheit, ausgelöst während meiner Lebenszeit in Asien.

Neben dem eigenen Schreiben benötige ich natürlich viel Zeit, für die von mir herausgegebene Lyrik-Edition NEUN, samt engem Kontakt mit Autoren und Buchgestaltern. Nach meinem gerade erscheinenden Gedichtband „Prinzenverstecke“ wird bald mein vierter Band der „Ephebischen Novellen“ zum griechischen Mythos um Hyakinthos erscheinen. Außerdem plane ich Lesungen und ein weiteres Literaturfestival im Sommer, diesmal der Lyrik gewidmet.

Steffen Marciniak, Schriftsteller

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ein „uns alle“ ist ein schwieriges Unternehmen, denn Menschen sind Individualisten, die ihre eigens eingeschlagenen Wege beschreiten und solche wählen können, die mit Freude zur Erfüllung der Träume und Vorstellungen ihres Lebens beitragen. Wenn es dabei gelingt, nichts anzurichten, was anderen Schaden oder Leid zufügt, wäre viel erreicht. Und alle, die sich daran orientieren, sollten die Hoffnung nicht verlieren, dass auch der Rest sich davon überzeugen lässt. Ich hatte diese Hoffnung immer, doch mischt sie sich heute mit Zweifel. Wann endlich wird die alles hemmende Armut besiegt, in der Welt, aber auch in westlichen Gesellschaften? Nur das Ende der Armut kann Missgunst und Neid besiegen, die oft Grundlage für Hass und Hetze sind.

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

In erster Linie die Bildung verstärken, Wohlstand schaffen, um der Zerstörungswut den Boden zu entziehen. Nur wer sich bewusst wird, was er ist, weiß und kann und was es zu verlieren gibt, der kann sich gegen den Hass stemmen, der nicht aufzuhören scheint, und er lernt wenigstens, ein Wahlkreuz abzugeben. Kunst und Literatur kann wie es schon oft beschrieben wurde, die Sensibilität des Menschen stärken, nicht nachzulassen, tugendhaftes Handeln aufzuzeigen. In meinem Wesen liegt es eher, den zeitlosen Formen allgemein menschlicher Fragen von Leben, Bewahrung und Tod, Schönem, Gutem und Wahrem zu folgen; und natürlich immer wieder Bildung, die Hass, Hetze, Dummheit und Propaganda lächerlich erscheinen lässt. Ich mag nichts Radikales, weil das Angst, Depressionen und Verzweiflung gerade bei Unvermögenden auslöst. Das Setzen allein auf die Wirtschaft wird den Menschen kein Glück bringen. Kunst und Literatur sollen noch viel stärker ein anstrebbares Gegengewicht zum ständigen Höher, Schneller, Reicher werden, und den dafür Empfänglichen Erfüllung geben. Als Voraussetzung müssen Bedingungen geschaffen werden, die das nicht als Weg in die Armut erscheinen lassen.

Was liest Du derzeit?

Vor allem lese ich Gedichte, Gedichte in Bänden aus meiner Lyrikbibliothek, Klassiker des 20. Jahrhunderts, wie Stefan George und bin seit jeher immer auf der Suche nach wenig bekannten Namen. Aus der Gegenwartslyrik lese ich gerade Şafak Sariçiçek, Klaus Anders, Christian Lehnert oder Ralph Roger Glöckler. Bei Prosa bin ich leselangsamer geworden, las gerade Gabriel Wolkenfelds „Babylonisches Repertoire“. Zum erneuten Lesen habe ich mir jetzt wieder meinen liebsten Autor, den Georg-Büchner-Preisträger von 1932, Henry Benrath (d.i. Albert H. Rausch) mit seinem letzten Roman „Die Geschenke der Liebe“ vorgenommen.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Es muss vom eben erwähnten Albert H. Rausch sein: „Mit Menschen, welche weiße Tulpen lieben, kannst du über Gedichte sprechen“ (aus dem Band „Tempelstufen“)

Vielen Dank für das Interview lieber Steffen, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Steffen Marciniak, Schriftsteller

Zur Person: Steffen Marciniak, geb. in Stralsund, lebt in Berlin, studierte Kulturwissenschaften an der Humboldt-Uni. Schriftsteller, Herausgeber, Lektor, Antiquar. Bisheriges literarisches Hauptwerk sind seine „Ephebische(n) Novellen“ im Aphaia Verlag, „HYLAS oder Der Triumph der Nymphe“, KYPARISSOS oder Die Gabe des Orakels“ und „PHAETHON oder Der Pfad der Sonne“ (2014-2020), sowie drei Gedichtbände, zwei im Anthea Verlag: „ÄolsHarfenKlänge“ (2018) und „ErzEngelGesänge (2019) und einer im erlag der 9 Reiche: „Prinzenverstecke“ (2022). Beiträge in über 30 Anthologien. Herausgeber der Anthologie „Entführung in die Antike“ (2019) im Verlag PalmArtPress und der Lyrik-Edition NEUN beim Verlag der 9 Reiche (seit 2021, bisher 12 Bände bis 2022).

Mitorganisator des „Griechisch-Deutschen Literaturfestivals“, Moderator des „Wilmersdorfer Lesesalons“, Juror beim Hanns-Meinke-Preis für junge Lyrik (seit 2019).

https://de.wikipedia.org/wiki/Steffen_Marciniak

Foto_privat

30.12.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Gimme gimme no more war“ Roland Adelmann, Schriftsteller _ Give Peace A Chance_Ruhrpott/D 15.2.2023

GIVE PEACE A CHANCE


Gimme gimme no more war

Ich hab doch

Verweigert

Ersatzdienst geleistet


Peacezeichen without sense

Erwachen in

Alpträumen geboren aus dem

Chaos der

Egomanen


Angriffsmodus ausgeschaltet


Chancengleichheit nie bestanden

Hoffnung unbezahlbar immer nur in

Abwehrhaltung darf

Nicht die

Charta unseres

Endes sein


Roland Adelmann, 19.1.2023

Roland Adelmann, Schriftsteller

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Roland Adelmann, Schriftsteller

Zur Person_ Roland Adelmann, geb. 1965 in Krefeld, lebt seit über 3 Jahrzehnten im Ruhrpott. Erste Veröffentlichung im letzten „Gasolin 23“ (1986); schlug Ende der 1980er auf Sessions der KünstlerInnengruppe „Flown“ im Rahmen seiner Performance „Wollt ihr den Totalen Müll“ auf Mülltonnen ein und beschmiss das Publikum mit Abfall. Mitherausgeber der richtungsweisenden Underground-Anthologien „Downtown Deutschland“ (1992) und „Asphalt Beat“ (1994); zahlreiche Veröffentlichungen, zuletzt: „Die Zukunft stirbt zuerst“, Roman 2021, Edition Outbird / „Bürger-Arrest“, Cut-Poems, 2022, RUP. Seit 1992 Betreiber des Vertriebs und Verlags „Rodneys-Underground-Press (RUP)“ (www.undergroundpress.de).

Foto_privat

Walter Pobaschnig _ 19.1.2023

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„raise the volume on love and keep our focus on kindness“ Kristin Bjork Kristjansdottir, musician_Stokkseyri, Iceland 14.2.2023

Dear Kristin, what`s your routine at the moment?

When I wake up I think of a few things that I’m grateful for and step into the day with the intention of making it a good one.

Most days I hit a Yoga class at noon and I try and catch the sunset in the afternoon on the black beach behind my house. The skies have been exceptionally beautiful lately and I love taking pictures on my walks. I’m mostly on holiday so the day is mostly spent with loved ones and Christmas acts. I’m also directing an animator who is working on my new film, „Flowers to The Bone.“

Kristin Bjork Kristjansdottir _
composer, musician, regisseurin, visual artist.

What`s now particularly important for all of us?

To take care of ourselves and our loved ones, raise the volume on love and keep our focus on kindness, thereby amplifying its presence in the world. Not to give power to fear.

„A miracle is a shift in perception from fear to love.“ A Course in Miracles

New start, new beginning. What will be essential and which roles will music, film, art play?

I think we could all benefit from softening up and melting into more childlike energies and awe. That’s what music, art and film can do for us.

What are you reading currently?

I am reading texts by an Icelandic mystic called Gretar Fells.

Which quote, text will you propose to us?

Let’s not allow unsaid words have power over us.

Kristin Bjork Kristjansdottir _
composer, musician, regisseurin, visual artist.

Vielen Dank für das Interview liebe Kristin, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musik-, Filmprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

Thank you!

5 Fragen an Künstler*innen:

Kristin Bjork Kristjansdottir _composer, musician, regisseurin, visual artist

https://www.kirakira.is/home

Fotos_Kristin Bjork Kristjansdottir 

13.12.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Ganz“ Jörg Zemmler, Schriftsteller & Musiker _ Give Peace A Chance _ Wien 14.2.2023

GIVE PEACE A CHANCE


Ganz

Insichgekehrt

Verweilt

Erwin

Paula

Erlebt

Andersrum

Catharsis

Erneut

Aufgepasst

Christian

Hat

Andrea

Neulich

Charmant

Entspannt


Jörg Zemmler, 12.11.2022

Jörg Zemmler,Schriftsteller & Musiker

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Jörg Zemmler, Schriftsteller & Musiker

https://www.joergzemmler.net/

Foto_privat


Walter Pobaschnig _ 12.11.2022.

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„Gedanken, friedlich“ Birgit Schweiger, Künstlerin _ Give Peace A Chance _ Linz 13.2.2023

GIVE PEACE A CHANCE

Gedanken, friedlich.

Im Außen die Freiheit der Anderen sehen,

Vorurteilen Kraft entziehen,

Ein Quentchen Liebe.


Praktisch heisst leben auch leben lassen,

Einlassen auf Fremdes,

Annehmen von und Lernen aus Unterschieden.

Chemische Formel nicht verfügbar,

Ein einfaches Rezept und doch so komplex.


Anfangen, immer wieder, immer wieder neu.

Charakter, Du starker,

Hebe Dich aus der Hybris,

Akzeptiere die Verbindung,

Negiere die Trennung,

Charmante Fremde,

Ende nicht im Streit.


Birgit Schweiger, 17.1.2023

Birgit Schweiger, Künstlerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Birgit Schweiger, Künstlerin

Aktuelles/Vorschau

Foto_Gregor Hartl

Walter Pobaschnig _ 17.1.2023

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„Unterhaltung mit Haltung“ Christian Schleifer, Schriftsteller _ Wien 13.2.2023

Lieber Christian, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Meine (Arbeits-)Zeit teilt sich zwischen der Familie, meinem „normalen“ Job und dem Schreiben auf. Damit sind die Tage eigentlich ziemlich vollgepackt. Zum Glück schreibe ich recht schnell. Aktuell bin ich in den Endzügen einer komplett neuen Trilogie, die ich im April 2021 begonnen habe. Diese wird hoffentlich in den nächsten ein, zwei Jahren auch das Licht der Öffentlichkeit erblicken. Darauf freue ich mich besonders, da es von der Regionalschiene weg geht und mir hoffentlich auch ganz neues (und internationales) Publikum erschließt.

Christian Schleifer, Schriftsteller

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Durch- und Zusammenhalten. Spaltern und Marktschreiern keine Chance geben. Immer daran denken und bewusst sein, wer von (politischen) Situationen wie der aktuellen in der Vergangenheit immer profitiert hat.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Die Gesellschaft, bzw. die Politik und die sog. „oberen Zehntausend“ (so viele sind es ja nicht einmal) müssen sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst werden. Gier und Egoismus zerstört unsere Welt lediglich. Ich bin allerdings auch so realistisch, dass ich nicht glaube, dass die Kunst hier etwas ändern kann. Was aber nicht bedeutet, dass wir nicht trotzdem unseren Senf dazugeben sollen. Ich persönlich halte es bei meinen Krimis auch mit dem Motto „Unterhaltung mit Haltung“. Das sorgt zwar immer wieder für empörte Leser, aber damit kann ich leben.

Was liest Du derzeit?

Die “wichtige” Antwort wäre wohl Handke, Jelinek & Co. Tatsächlich ist es „The Omega Factor“ von Steve Berry, bzw. parallel dazu verschiedenste Marvel-Tradepaperbacks.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Nachdem ich ein totaler Geek bin, halte ich es mit Yoda aus Star Wars: „Do or do not, there is no try.“ Ich finde, auch die Popkultur hat ihre weisen und wahren Sprüche.

Vielen Dank für das Interview lieber Christian, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Christian Schleifer, Schriftsteller

Foto_Sebastian Räuchle

12.9.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Oskar Werner war durch und durch der Kunst verpflichtet“ Linda Pichler, Schauspielerin_Station bei Oskar Werner _ Wien 12.2.2023

Linda Pichler, Schauspielerin_Wien_Station bei Oskar Werner _
100.Geburtstag Oskar Werner, Schauspieler, Regisseur (*13.November 1922 Wien +23.Oktober 1984 Marburg/Lahn).
Oskar Werner in der Wohnung Marchettigasse/Wien, um 1935
Oskar Werner beim Schachspiel mit seiner Großmutter
Oskar Werner mit seinen Eltern, Wachau um 1930
Oskar Werner mit seiner Mutter, um 1941
Oskar Werner, 11 Jahre
Linda Pichler, Schauspielerin_Wien_Station bei Oskar Werner _
100.Geburtstag Oskar Werner, Schauspieler, Regisseur (*13.November 1922 Wien +23.Oktober 1984 Marburg/Lahn).

Herzlichen Willkommen, liebe Linda Pichler, Schauspielerin, hier im Kindheits- Jugendhaus des Wiener Schauspielers, Regisseurs Oskar Werner!

Wir führen das Interview „Station bei Oskar Werner“ im ehemaligen Luftschutzbunker des Hauses, das heute ein Musikstudio ist. Du hast gestern die umfangreiche Ausstellung in Wort und Bild zum 100.Geburtstag Oskar Werners im Filmarchiv Austria besucht.

Welche Eindrücke, Zugänge gibt es von Dir zum Künstler und Mensch Oskar Werner?

Ich habe mir im Vorfeld zu diesem Projekt Filme mit Oskar Werner, auch Ausschnitte aus „Hamlet“, den er ja selbst als seine Lebensrolle bezeichnet hat, angesehen. In Verbindung mit der Jubiläumsausstellung konnte ich mir so ein gutes Bild seiner Arbeit machen.

Oskar Werner sprach ja davon, dass er jede Film- Theaterrolle als einen „Bruder“ aber „Hamlet“ als Zwillingsbruder sieht. Da gab es eine besondere Identifikation und er hat mit dieser Rolle sowohl in Wien als auch in Deutschland große Erfolge gefeiert.

Ich konnte mir auch ein Bild zu seiner Arbeitsweise machen und zu seinem Zugang zu Film und Theater. Es gibt in der Ausstellung ein Heft zu sehen, das die Korrespondenz mit einem Regisseur festhält und Werners Anmerkungen sind darin sehr umfangreich. Dabei äußert er Kritik am Drehbuch und fordert etwa die Streichung einer Szene.

Oskar Werner wollte als Künstler in den Kunstprozess involviert sein, nicht „nur“ spielen. Er war da selbstbewusst und auch schonungslos, auch gegenüber sich selbst und seiner weiteren künstlerischen Perspektive. Er machte da keine Kompromisse.

Oskar Werner, 1965, Das Narrenschiff
Oskar Werner mit Maria Rehm, Gardasee 1959

Er war durch und durch der Kunst verpflichtet und lehnte auch sehr viele Film- Theaterrollen ab, weil er hohe Ansprüche hatte.

Oskar Werner war nicht bestechlich. Er drehte keinen Film, von dem er künstlerisch nicht überzeugt war. Das hat mich auch beeindruckt, denn es waren bestimmt lukrative Angebote, die er da bekommen hat. Und er hat nicht wenige Filme abgelehnt.

In der Ausstellung gibt es auch einen guten Überblick über sein Privatleben. Etwa die Briefe an Freunde, Kollegen*innen wie auch seine Mutter. Es werden auch die engen familiären Verbindungen deutlich, die sein Leben bestimmten. Auch seine Gedichte sind zu sehen, die er schon früh schrieb.

Seine Haltung zum Beruf des Schauspielers hat sich im Laufe seines Werdegangs verändert. Das hängt wohl auch mit persönlichen Lebenserfahrungen, etwa des Krieges, zusammen. Es gab für ihn kein einfaches „jawohl“ mehr auf Bühne und Leben. Er wollte wissen, verstehen und natürlich Spielfreude wie Sinn fordern.

Was ich auch spannend an Oskar Werner finde, ist seine Männlichkeit. Da ist eine Zerbrechlichkeit zu sehen, zu spüren, eine sehr charmante gepaart mit großer Aufmerksamkeit für das Gegenüber und immer einem überraschenden Anflug des Lächelns. Das hat etwas sehr Reizvolles. Dieses gewisse „Etwas“ hat ihn natürlich auch für Hollywood interessant gemacht. Das war eine ganz besondere Form, ein neues Rollenverständnis in der männlichen Darstellung.

Das Tragische bei Oskar Werner ist vielleicht künstlerisch  – Erfolg flutet und ebbt ja in einem Schauspielleben und nur wenige sind dann im Alter am Höhepunkt ihrer Karriere – seinen eigenen Weg, in Situation und Möglichkeit, nicht zu erkennen und nicht zu akzeptieren einen gewissen Zenit überschritten zu haben und damit nicht mehr so viele Anforderungen stellen zu können an Menschen in der künstlerischen Kooperation.

Oskar Werner wusste immer, was er künstlerisch wollte, er hat sich da sehr viel rausgenommen, das ist einerseits eine respektable Haltung anderseits natürlich im künstlerischen Prozess herausfordernd. Das hat ihn auch in Verruf gebracht und es war schwer für ihn dies zu verkraften. Der Alkohol spielte dann ja auch eine Rolle.

Spannend finde ich auch sein großes Bedürfnis nach künstlerischer Freiheit. Er hat sich sehr schnell eingeengt gefühlt und stellte dann auch Eigenes im Theater auf die Beine. Bis zu seinem Lebensende hatte er große Visionen über Möglichkeit, Sinn des Theaters.

Was macht für Dich als Schauspielerin die künstlerische Charakteristik von Oskar Werner im Theater wie Film aus?

Er hat in der künstlerischen Arbeit eine ganz gewisse Feinheit. Sehr natürlich, sehr ehrlich, nicht überzogen.

Sein Sohn sagte ja über ihn „dass er stets als Mensch auf der Suche nach Wahrheit war“ und das sieht man ja auch in seinen Rollen. Da ist diese Wahrhaftigkeit.

In seinen Rollen ist immer etwas Melancholisches, Tiefgründiges und auch Undurchsichtiges. Das macht die Charaktere auch sehr interessant.

Da war etwas Einnehmendes und nicht Vorhersehbares in seinem Spiel. Zum Beispiel ein Lachen in einer Szene, das einem überrascht, weil es nicht erwartet wurde. Dieses scheinbare „aus der Rolle fallen“ in großer Natürlichkeit, Menschlichkeit, das machte Oskar Werner auch aus. Und dieses Überraschtwerden wünscht man sich ja auch im Kino, Theater.

Als ich den ersten Film mit Oskar Werner sah, wusste ich sofort, warum so viele Menschen von ihm begeistert, angezogen waren. Ja.

Oskar Werner mit Jeanne Moreau in „Jules und Jim“ (1962, R: Francois Truffault)

Es gab auch künstlerische Enttäuschungen, etwa als das von ihm initiierte Schauspielfestival in Innsbruck nicht so erfolgreich war oder die „Faust“ Verfilmung in Kooperation mit dem ORF nicht realisiert werden konnte. Oskar Werner war künstlerisch sehr kompromisslos und konsequent. Dies betraf eigene Regieprojekte wie jene mit Regisseuren wie Truffaut oder Kubrick, die dann scheiterten bzw. nicht zustande kamen. Es gab da eine Verschlossenheit gegenüber anderen künstlerischen Ideen, Ansätzen. In jedem Fall war er dezidiert, in dem was er künstlerisch wollte.

Was ist für Dich das Wienerische an Oskar Werner auf der Bühne, im Film?

Oskar Werner hat sich kein Blatt vor den Mund genommen. Das ist etwas sehr Wienerisches. Eine gewisse Direktheit. Und natürlich auch der Humor. Sein wienerischer Spitzname „Teixl“ drückt dies aus (lacht). Er sagte ja von sich selbst immer wieder, dass er Wiener ist und bleibt, dass er hier seine Wurzeln sind, auch wenn er später in Liechtenstein wohnte.

Ist auch seine Liebe zur Hamletrolle, die Nähe zum Tod, etwas Wienerisches an ihm?

Ja, bestimmt. Er hat ja den Tod immer wieder persönlich thematisiert, auch in Suizidgedanken. Etwa in einem Brief während des Krieges an seine Mutter, in dem er schrieb, dass die Gedanken an sie ihn ermutigen am Leben zu bleiben und in diesem Schrecken durchzuhalten.

Wir sind hier im ehemaligen Keller, Luftschutzbunker und waren auch im Hof, Siegenhaus dieses klassischen Wiener Zinshauses. Wie sehr hat Oskar Werner diese Kindheit hier geprägt?

Das Aufwachsen hier im Haus, den Hinterhöfen, den Parks, dem nahen Wienfluss, das war wohl eine wilde, abenteuerliche Kindheit, wenngleich die unmittelbaren Wohnverhältnisse sehr beengt waren, aber es war auch eine Kindheit/Jugend in der Zeit des Nationalsozialismus, die ihn sehr geprägt, erschüttert hat.

Seine Haltung zum Nationalsozialismus war ganz eindeutig, wenngleich er den gefeierten wie verehrten Schauspieler seiner Zeit Werner Krauss, der eine große Nähe und auch Funktion in der Zeit des Nationalsozialismus innehatte, verehrte und seinen Künstlernamen danach wählte. Er suchte auch nach 1945 die Zusammenarbeit am Burgtheater mit ihm.

Er hat aber bewusst immer wieder Rollen in antifaschistischen Filmen gespielt und auch das Shoa Gedenken war ihm persönlich ein großes Anliegen, dass er auch in der Initiative zu Gedenkfeiern im KZ Mauthausen und Wien Anfang der 1980er Jahre mit großem persönlichen, auch finanziellen, Engagement umsetzte. Die politische Erinnerungskultur war ihm hier sehr wichtig.

Oskar Werner bei der von ihm organisierten Gedenkveranstaltung im ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen, 1983
Oskar Werner in Israel beim Pflanzen eines Baumes, 1972

Oskar Werner selbst desertierte ja vor Kriegsende und flüchtete mit Frau und Tochter aus Wien. Dieses Grauen der Kriegsjahre blieb ihm zeitlebens und war auch künstlerischer wie persönlicher Auftrag.

Oskar Werner mit Elisabeth Kalina und ihrer Tochter Eleonore in ihrer Wohnung _ Wien/Herrengasse 1946

Hier im Haus begann ein Leben, das künstlerisch facettenreich schillernd, tragisch und beeindruckend wie nachwirkend war und ist.

Oskar in „Heroische Leidenschaften“ Burgtheater Wien, 1941
Oskar Werner (Mitte) mit Faye Dunaway und Regisseur Stuart Rosenberg;
Dreharbeiten zu Reise der Verdammten, Barcelona, 1976.
Oskar Werner und Charlie Chaplin; London 1966
Oskar Werner in seiner Wohnung, Wien 1984

Vielen Dank für das Gespräch, liebe Linda!

Walter Pobaschnig

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Linda Pichler, Schauspielerin_Wien_Station bei Oskar Werner _
100.Geburtstag Oskar Werner, Schauspieler, Regisseur (*13.November 1922 Wien +23.Oktober 1984 Marburg/Lahn).

Station bei Oskar Werner_Wien

100.Geburtstag_Oskar Werner, Schauspieler _
(*13.November 1922 + 23.Okober 1984 Marburg an der Lahn)

Linda Pichler, Schauspielerin _ Wien

Interview und alle Fotos_Walter Pobaschnig _Wien_1_2023

Fotos Oskar Werner_privat.

Aktuelle Ausstellung „Oskar Werner“ Filmarchiv Wien _ https://www.filmarchiv.at/program/exhibition/100-jahre-oskar-werner/

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Walter Pobaschnig 1_23

„Ich habe keine Angst vor einem Aufbruch“ Marilies Jagsch, Musikerin _ Wien 12.2.2023

Liebe Marilies, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Bis jetzt waren meine Tage klar definiert und strukturiert, vor allem durch meinen Job in einem Verlag, aber da ich mich entschieden habe zu kündigen, um wieder mehr Zeit für Musik und andere Projekte zu haben, die schon lange auf Eis liegen, wird sich das nun ändern. Ich muss erst neue tägliche Routinen finden oder alte wiederfinden und lasse mich überraschen, was die Umbruchphase so mit sich bringen wird. Keine vorgegebene Struktur zu haben fühlt sich im Moment für mich wie ein großer Luxus an, den ich hoffentlich eine Zeit lang aufrechterhalten kann.

Marilies JagschMusikerin, Lektorin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich denke nicht, dass ich diese Frage universell beantworten kann, für mich persönlich habe ich aber festgestellt, dass ich mich wegbewegen möchte von einem Gefühl der Resignation und Passivität hin zu mehr aktiver Mitgestaltung. Ja, vieles kann ich als Einzelperson nicht ändern, aber in den letzten Jahren hat uns die Isolation ein wenig vergessen lassen, wie groß die Kraft einer Gruppe von Menschen sein kann, die sich zusammenschließt.

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?

Ein Aufbruch wäre angesichts der Klimakrise dringend nötig, Wissenschaft und Kunst beschäftigen sich ja schon seit vielen Jahren mit den Problemen des Anthropozäns, die jetzt erst langsam im öffentlichen Diskurs ankommen. Wenn die Entscheidungsträger sich davon inspirieren ließen, würde die Welt ganz anders aussehen. Ich habe keine Angst vor einem Aufbruch, ich befürchte, dass ein Aufbruch ausbleibt, weil die nötigen Entscheidungen nicht getroffen werden. Dennoch glaube ich daran, dass Kunst die Menschen auf eine Weise zu berühren vermag, die viel bewegen kann. Und zwar nachhaltiger als eine Schreckensmeldung in den Medien, die uns verstummen lässt und uns Angst macht.

Was liest Du derzeit?

Confronting Capitalism von Vivek Chibber. Und zwischendurch immer wieder einzelne Geschichten von Alexander Kluge.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

In the impasse induced by crisis, being treads water; mainly, it doesn’t drown.

(aus Cruel Optimism von Lauren Berlant)

Vielen Dank für das Interview liebe Marilies, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musikprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Marilies JagschMusikerin, Lektorin

Zur Person_Marilies Jagsch lebt und arbeitet als Musikerin und Lektorin in Wien. 2023 erscheint das Debütalbum ihres neuen Projekts MAIIJA.

Foto_Michael Vienne

4.2.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Geben“ Daniela Flickentanz, Liedermacherin, Künstlerin _ Give Peace A Chance _ Künstlerin _ Weppersdorf/Burgenland  12.2.2023

GIVE PEACE A CHANCE

Daniela Flickentanz, Liedermacherin, Künstlerin


G eben

I nitiativ sein

V ertrauen

E ndlich


P ersönliches ist Allgemein

E ntwicklung

A llgemeines ist persönlich

C reativity

E ase


A ufmerksamkeit



C hronische

H eilungsarbeit

A ls

N eue

C hance

E tablieren


Daniela Flickentanz, 10.2.23


Daniela Flickentanz, Liedermacherin, Künstlerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Daniela Flickentanz, Liedermacherin, Künstlerin

Zur Person _ Daniela Flickentanz

Von goldenen Löffeln und der Kebapschule 

Ich bin mit sehr viel Liebe, selbstgeschriebenen Gedichten meiner Mutter zum Einschlafen und ohne Klavier und Hausbibliothek aufgewachsen. Wir sind oft umgezogen.

Die längste Zeit haben wir im Gemeindebau im 5. Bezirk verbracht, zur Schule gegangen bin ich in ein Gymnasium, das unter Junglehrer*innen liebevoll „die Kebapschule“ genannt wird, weil rund um die Schule außer Beton viele Kebapbuden sind. Was es außer Kebap dort noch gab, war ein toller Chor, eine Schulband und eine Musikwoche im Sommer, in denen ich alles rund um mich aufsaugen konnte und extrem viel durch abschauen lernen durfte.

„Du wurdest bestimmt schon früh gefördert.“  Höre ich manchma Leute sagen. Oder „Naja, Du hast ja bestimmt schon sehr früh das richtige Umfeld gehabt.“ Ja. Wenn Yamaha Früherziehung Gruppenunterricht als Beiwerk der kleinen Schwester, die ich war,  schon als Förderung zählt, dann wurde ich gefördert. Meine erste Klavierstunde hatte ich mit 17, bezahlt von meinem gesparten Taschengeld, meine erste Gesangsstunde hatte ich mit 23 Jahren. Gitarre habe ich jeweils eine Woche im Sommer am Gössenberg gelernt und den Rest des Jahres alleine weiter gemacht. Die erste Stunde hatte ich mit 32. 

Den Rest habe ich „on the fly“ in Freifächern gelernt. Ich habe mich an jedem Strohhalm, den ich finden konnte, weitergehangelt.

Mein erstes Lied habe ich für meine Mama zum Muttertag geschrieben. Zu meinem ersten großen Liebeskummer mit 18 sollte es richtig losgehen und von dort an hat es begonnen, dass die Lieder auf mich heruntergehagelt sind.

Und zuhause? Nein, da war kein Klavier, kein Bücherschrank. Da war Chaos, Emotion und ich als Wildwuchs mitten drin. Nicht wissend, was dieser laute Ruf in mir ist und dieses „heiß werden“ war, wenn ich Leute mit glitzernden Augen auf einer Bühne sah. 

Aber weißt Du, was? Es ist egal, woher man kommt. Das Dranbleiben, das Commited-sein zum eigenen Traum trennt die Spreu vom Weizen und nicht das Umfeld, in das man hineingeboren wird.

Ich habe viel in mich investiert und auf viel verzichtet, um diese Investitionen zu tätigen. Vielleicht hätte ich auf weniger verzichten müssen, wenn ich mehr, den anderen, doch endlich den „richtigen“ Background gehabt hätte. Aber Blut, Schweiss und Tränen, das haben alle gleich, die  es bis auf die Bühne geschafft haben, mehr als einmal auftreten und die wirklich ihr spüren könnt. Vielleicht hatte ich einen Vorteil dadurch, dass ich mit meiner künstlerischen Entwicklung weitgehend „in Ruhe gelassen“ wurde. Vielleicht war ich manchmal alleine damit. Aber wann sind die Umstände schon perfekt?

Nein, da war kein goldener Löffel in meinem Mund und auch keine Eislaufeltern. Abgeraten haben sie mir, weil sie wussten, dass ich als Künstlerin mit einem Bein im Prekariat stehen werde und dass sie mir nur sehr begrenzt helfen können, wenn ich nicht mehr kann.

Nein, ich hatte lange nicht den „richtigen Background“. Aber welcher Background ist schon der „richtige“?

Der einzige Grund, warum ich heute da bin, wo ich bin, ist, dass ich einmal mehr aufgestanden bin, als ich hingefallen bin. 

Daniela Flickentanz

https://www.flickentanz.at/

Fotos_Carina Antl

Walter Pobaschnig _ 10.2.2023

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