„Literatur lässt uns die Möglichkeiten der Welt entdecken“ Susanne Ayoub, Schriftstellerin _ Wien 11.2.2022

Liebe Susanne, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich beginne den Tag, jeden Tag des Jahres damit, eine Runde barfuß im Freien zu gehen. Dann mache ich meine Morgengymnastik, trinke Kaffee und setze mich an den Schreibtisch.

Susanne Ayoub, Schriftstellerin, Radio- und Filmemacherin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich stamme aus dem Irak, einem politisch schwer gebeutelten Land, die Bevölkerung hat keine Zukunftsperspektive. Es ist Glück oder Schicksal, wo wir geboren werden. Ob wir rechtlos, arm und verfolgt sind oder ein privilegiertes Leben führen können. Sich darauf zu besinnen, relativiert die Probleme, mit denen wir uns beschäftigen.

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt, heißt ein altes arabisches Sprichwort. Literatur lässt uns die Möglichkeiten der Welt entdecken, die Antworten auf Fragen finden, die wir ohne sie nicht stellen könnten. Ohne Kunst, ohne Literatur würde das Leben armselig sein. Das gilt für alle Zeiten.

Was liest Du derzeit?

Ich lese meist mehrere Bücher parallel: Für meine journalistische Arbeit und meine Recherchen lese ich das gerade erschienene Buch „Sucht“ von Georg Psota; zur Entspannung am Abend und nachts einen Roman, das ist zur Zeit ein Buch meiner Lieblingsautorin Ruth Rendell als Barbara Vine „No Night is Too Long“; dazu oft etwas Philosophisches, das ist in diesem Jahr des Krieges Platons „Politeia“ – und  wird mich lange begleiten. 

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Das Zitat ist von Erich  Kästner. In Zeiten der Krise und Verunsicherung der Gesellschaft schlägt es für mich einen gelassenen, tröstlichen Ton an:

„Es tickt die Zeit. Das Jahr dreht sich im Kreise.
Und werden kann nur, was schon immer war.
Geduld, mein Herz. Im Kreise geht die Reise.
Und dem Dezember folgt der Januar.“

Vielen Dank für das Interview liebe Susanne, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Susanne Ayoub, Schriftstellerin, Radio- und Filmemacherin

Zur Person_

Susanne Ayoub, 1956 in Bagdad geboren, lebt heute in Wien. Sie studierte Theaterwissenschaft, Philosophie und Kunstgeschichte und arbeitet als Autorin und Regisseurin für Radio und Film. Ayoub schreibt Drehbücher, Hörspiele und Theaterstücke, sie veröffentlichte bisher fünf Romane sowie mehrere Gedichtbände. Ihr Kriminalroman „Engelsgift“ wurde ein internationaler Erfolg.

Neben ihrer schriftstellerischen und journalistischen Tätigkeit ist sie Filmemacherin. Für ihr Werk erhielt sie zahlreiche Preise, zuletzt den Münchner Filmpreis Literavision 2022 für ihren Film „Antschel“ über den Dichter Paul Celan.

Im Februar 2023 erscheint ihr neuer Kriminalroman „Rondo Veneziano“ Im Gmeiner-Verlag.

Mehr Informationen zur Autorin unter: www.susanneayoub.at 

Foto_A. Pawloff

23.12.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

„Gleichgewichtsgrenze“ Yvonne Brandstetter, Schauspielerin _ Give Peace A Chance _ Wien 11.2.2023

GIVE PEACE A CHANCE

Yvonne Brandstetter, Schauspielerin, Schriftstellerin _ Wien 



GLEICHGEWICHTSGRENZE


Güte, Gnade mit deiner Gewogenheit all jenen die wurden von Gewalt gefreit.

Inmitten immer wiederkehrender Intoleranz datiert sich wieder und wieder die Ignoranz.

Vergangenheit wirkt dem Vakuum gleich.
Wirkt vage, wie vielleicht.
Verdünnt, verhüllt, vergessen.
Doch so viele waren wie versessen.
Voll validiertem Vandalismus.
Verkannter Extremismus.

Erbittert erschöpft sich Ehrgeiz wie Ehrfurcht.
Ehrlos dem Edel, dem elenden Ekel.




Post mortem

Est

Ante Mortem

Camouflagierte Chauvinisten kollektivieren das Chaos.
Wie chorale Chimären, die krampfhaft wiederkehren.
Chorus um Chorus ein kreisender Morbus.

Ein erdrückendes Erbe der erstickenden Erde.




Aber hab acht!
Hab Achtung.
Achtung – als Aufmerksamkeit.
Achtung – als Anerkennung.
Achtung auch am Abgrund,
dem abwürgenden Schlund



Contenance – eine Chance?
Keep cool, stay calm and chill,
wie ein Clown, der Cello spielen will.
Chancenlos, aber charakterstark
kuriert er doch manchen Clan
mit seinem chemotherapeutischen Charm.
Glanzvolle Courage – ganz ohne Gage.
Checkt jemand das Chiffre?


Heil Heiter! Heil Heiter!
Hochwürden is g’scheiter!
Das Hochstapeln geht weiter!
Hoch hinaus und hoch hinauf!
Holt alle Homosapiens raus!

(Und hunderte Hunde hungern zu Grunde.)


Aber hab acht.
Hab Achtung.
Achtung und aufgepasst:
Das Abfinden wird abgeschafft
und die Analyse herangebracht.
Auf! Auf! – Alle mitangefasst:
Abhilfe statt Ahnenhass!
(Altverfluchter Ahnenpass.)
Aus – der aufgedrängten Agonie.
Auf – für ausgedehnte Harmonie.
Allumfassend und für alle Welt,
ein Akkord, der alles in Einklang hält.
Arm in Arm und auf Augenhöhe eingestellt.
…absurde Utopie – allenfalls akute Therapie…

Ach, aber alles bedarf einen Anfang
und der Auftakt findet Anklang
durch ein allseitiges aneinanderfügen,
angefacht von ausgelassener Kraft:
Einer ausgereiften Akzeptanz
und ausgewogener Toleranz

Nun… natürlich nivelliert ein nahrhaft narrisches Narrativ nachträglich nicht den
nihilistischen Niedergang nuklearer Navigation, noch nützt das nebulose Necken
neurotischen Nationalismus niederzustrecken. Nur der Nonsens neutralisiert die
Nüchternheit. Nonconform und nichtig nascht er vom Nektar nostalgischer Nerven.
Ein niedliches Naturell mit Nachdruckappell. Als ob ein Nierenstein niesendes Nutria
(sowas wie ein Bieber) sich unentwegt über ein nasskaltes Nasslochhorn erregt.

Crash Cutter Corpus – Cor interruptus.
Die Jesus Christus Echse ist der Chef
und das Chamäleon ein Cartoon,
was sie trennt ist der Betreff
von aufgelösten Waffenruhen.
Konsum! Taifun! Die Löffeln glühn!

> L ö f f e l <

Ein lustiges Wort.
„Eines der lustigsten Wörter überhaupt!“,
erzählte mir einst ein enger Bekannter

Eröffnungswiki:

„Löffel“ – Bedeutung: Teil des Bestecks zum Schöpfen, Rühren und/oder Aufnehmen von Flüssigkeiten, insbesondere von Breien, Getränken, Mus, Suppen und Soßen. Kurz für Esslöffel, Kaffeelöffel oder Teelöffel. Redewendungen: Die Weisheit nicht mit dem Löffel gefressen haben. | Mit dem Goldlöffel im Mund geboren. | Jemanden über den Löffel barbieren. | Ein paar hinter die Löffel bekommen. | Den Löffel abgeben – umgangssprachlich für sterben. Wikiausgang – Ende.

Ehmm… Ehm… Eh…

Etwas… ehm… eigensinnig.

Etwas… eh… stumpfsinnig.

Etwas… ehmm… eklatant entbehrliches.

Nicht die Endlichkeit an sich, sondern das eminent erstrittene Eliminieren eigener Erscheinungen. Solch eine Einbildung erstreckt sich über Einzelwesen bis hin zur Erdenmutter. Aber eines Tages erfassen die Erdmännchen, dass ein eingeschweißter Eisenbunker kein Futter ersetzt und dass ein kunterbuntes Blumengesetzt viel mehr wäre als albernes Geschwätz. Also lasst doch endlich den Egoismus ruhen, uns entgegenkommend umeinander bemühen und einmütig einstehen für ein erdkreisliches Erblühen.

#Ententeichwertetreffenaufeichkatzerlernte

Danke

Yvonne Brandstetter, 9.2.2023

Yvonne Brandstetter, Schauspielerin, Schriftstellerin _ Wien 

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Yvonne Brandstetter, Schauspielerin, Schriftstellerin _ Wien 

Fotos_Walter Pobaschnig _ Fotonovel acting Ingeborg Bachmann 1_23


Walter Pobaschnig _ 9.2.2023

https://literaturoutdoors.com

„Theater ermöglicht sich auszutauschen, nachzudenken, abzutauchen, sich wohlzufühlen“ Michelle Haydn, Schauspielerin _ Furth bei Göttweig 10.2.2023

Liebe Michelle, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Gott sei Dank ist jeder Tag unterschiedlich – langweilig wird mir nie!

Momentan probe ich im THEO – TheaterOrt für junges Publikum in Perchtoldsdorf. Zeit für meine Familie, Freunde und mich ist mir sehr wichtig und die nehme ich mir auch, so gut es mir gelingt.

Michelle Haydn, Schauspielerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Dankbarkeit, Lebenslust & Empathie – ,,grantig sei, zoid se ned aus!“

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Zusammenhalt.                                                                                                     

Kunst verbindet! Die unterschiedlichsten Persönlichkeiten treffen aufeinander und das Theater soll den Menschen (vor, auf und hinter der Bühne) weiterhin die Möglichkeit geben, sich auszutauschen, nachzudenken, abzutauchen, wohlzufühlen, sie zu unterhalten, ihre Seelen berühren zu lassen, in Kontakt mit ihren Gefühlen zu treten & ganz wichtig: ihnen Freude zubereiten!

Michelle Hadyn (folgende) als Birgit in ,,Magic Afternoon“ im Theater Experiment,
mit Florian Raphael Schwarz
Kathi in ,,Charivari“ bei den Nestroyspielen in Schwechat
Victoria Reynolds in ,,Keine Leiche ohne Lily“ im Theater Center Forum
Louka in ,,Helden Reloaded“ im Theater Forum Schwechat
weibl. Hauptrolle in ,,Der reizende Reigen“ im Theater Spielraum

Was liest Du derzeit?

Lorna Byrne – Engel berühren meine Fingerspitzen                                                 Maxim Mankevich – Soul Master                                                                                    Karin Kuschik – 50 Sätze, die das Leben leichter machen

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

,,Everything happens for a reason“                

Michelle Haydn, Schauspielerin

Vielen Dank für das Interview liebe Michelle, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Michelle Haydn, Schauspielerin

Zur Person_Michelle Haydn:

• geboren 1992 in St. Pölten
• BAFEP St. Pölten (Matura 2011)
• Schauspielakademie Elfriede Ott (Diplom 2019)

Zuletzt zu sehen als:
• Louka in ,,Helden Reloaded“ im Theater Forum Schwechat
• Leocadia in ,,Nur Ruhe“ bei den Nestroyspielen in Schwechat
• Toni Gilz in ,,Hochzeit“ im Stadttheater Mödling und in der SCALA in Wien
• Kathi in ,,Charivari“ bei den Nestroyspielen in Schwechat
• Birgit in ,,Magic Afternoon“ im Theater Experiment
• weibl. Hauptrolle in ,,Der reizende Reigen“ im Theater Spielraum
• Victoria Reynolds in ,,Keine Leiche ohne Lily“ im Theater Center Forum
• Joyce/die tolle Grete in ,,Top Girls“ im Theater Spielraum
uvm.

Fotos_Produktion bzw. privat

2.2.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

„Gegenseitigkeit“ Caroline Hecht, Schauspielerin _ Give Peace A Chance _ Wien 10.2.2023

GIVE PEACE A CHANCE


Gegenseitigkeit

Individualität

Verschiedenheit

Einheit


Positivität

Enthusiasmus

Anmut

Courage

Ehre


Anfang


Chaos

Heilung

Aufbau

Neuorientierung

Chance

Ende


Caroline Hecht, 14.1.2023

Caroline Hecht, Schauspielerin und Musicaldarstellerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Caroline Hecht, Schauspielerin und Musicaldarstellerin

Foto_privat

Walter Pobaschnig _ 14.1.2023

https://literaturoutdoors.com

„Einsteins Hirn“ Franzobel. Roman. Paul Zsolnay Verlag. 2023.

Jetzt blickt Sam Shepard, FBI, zurück. Auf einen besonderen Auftrag.

„Thomas Stoltz Harvey hieß mein Mann. Eisgraue Wolfsaugen, dünne Lippen…“

Aber das war nicht der einzige Auftrag. Zunächst war es ein anderer.

„Ich glaube, wir sind ans Ende gekommen, Herr Professor. Ich bekreuzigte mich, zündete mir eine Zigarette an…Der Arzt trat ans Fenster, blickte in die Dunkelheit der Nacht und sah, wie draußen die Glut einer Zigarette aufleuchtete. Professor Einstein ist tot, und wir haben die Bescherung…“

18.April 1955

Der Todestag von Albert Einstein, Nobelpreisträger, genialer Physiker, der mit seiner „Relativitätstheorie“ das Verständnis von Raum und Zeit revolutionierte, fällt mit dem Hochzeitstag des Pathologen Thomas Stoltz Harvey, Princeton-Hospital, New Jersey, zusammen. Der Krankenhausdirektor Blummenfelt gibt Harvey den Auftrag zur Obduktion Einsteins, nicht ohne selbst wie auch andere ein „Souvenir“ zu wollen…

„Unter den Ärzten und Krankenschwestern hatte sich herumgesprochen, wer im Autopsiesaal lag. Immer wieder schlichen welche hin, um einen Blick auf den Genius zu erhaschen. Nicht nur einem fiel dabei ein, dem berühmten Mann eine Locke abzuschneiden. Und wenn so etwas erst einmal losgeht… Als gegen dreizehn Uhr die Mitarbeiter des Krematoriums kamen, hatte Einstein beinahe eine Stoppelglatze. Einem Chirurgen war es in den Sinn gekommen, dem Physiker einen Zahn herauszubrechen… Es ging zu wie zur Hochblüte des Reliquienhandels.“

Doch Harvey entfernt das Gehirn und nimmt es an sich. Und jetzt beginnt eine Reise in das Herz und Hirn eines Landes zu Kunst, Politik, Gesellschaft auf der Suche nach Leben in Raum und Zeit….

Franzobel, gefeierter Schriftsteller und Dramatiker, Ingeborg Bachmann Preisträger 1995, ist eine der originellsten, innovativsten wie überraschendsten literarischen Stimmen der Gegenwart. In Themen-, wie Stilvariation ist Franzobel stets auf der Suche nach inhaltlichen wie formalen Möglichkeiten des Erzählens. Dabei ist immer der Mensch in einer, seiner Welt im Mittelpunkt, die sich dreht, schnell und mitreißend, ein Strudel, in welcher er versucht Fuß zu fassen und seinen Weg zu gehen in allen Lebenslagen.

Franzobel, Schriftsteller,
Ingeborg Bachmann Preisträger 1995

Im aktuellen Roman „Einsteins Hirn“, für den der österreichische Schriftsteller auf den Spuren der literarischen Hauptperson Harvey – jener Pathologe, der Albert Einstein obduzierte und sein Gehirn entnahm – ausgehdehnte Reisen in die USA wie auch Asien unternahm und dies anschaulich wie pointiert in ein mitreißendes roadmovie zwischen Himmel, Universum, und Erde einfließen lässt. Harvey ist zwischen Herkunft und Familie, Beruf und Vision wie Sinn und Einsamkeit in den USA der 1950/60/70er Jahre am Lebensweg und hat dabei „Einstein“ und alle Fragen nach Sinn, Zeit und Wirklichkeit im sprechenden Gepäck. Auf geniale Weise werden nun die Bezugsebenen von Leben und Welt ineinander geführt und mit- wie gegeneinander in sprühenden Dialog gesetzt.

Die literarische Energie, die Franzobel in seinem neuesten Roman im Inhalts- wie Formbogen entfesselt – etwa mit dem sprechenden Einsteinhirn – ist faszinierend. Personen, Begegnungen, Dialoge zwischen Faust und Moby Dick, Beat Generation und Woodstock, Religion und Wirklichkeit, Krieg und Pazifismus lassen vergangene wie gegenwärtige Gesellschaftsuniversen kaleidoskopartig aufblitzen und Mensch und Zeit in aller unerträglichen Leichtigkeit darin verlieren. Ein Lebens- und Zeituniversum, ein Karussell, in dem gleichsam Harvey als faustischer Prototyp oder moderner Major Tom nach Halt, Hirn und Herz im Universum, dem großen wie kleinen, sucht, im wahrsten Sinne des Wortes.

Zu bewundern ist auch, dass Franzobel keine Angst vor dem großen, umfassenden Roman hat und auch mit „Einsteins Hirn“ ein über fünfhundert Seiten fassendes Werk vorlegt, welches das literarische Jahr fulminant eröffnet.

„Franzobel = Sprachvirtuosität x Originalität zum genial literarisch unterhaltenden wie tiefsinnigen Lesequadrat“

„Einsteins Hirn“ Franzobel. Roman. Paul Zsolnay Verlag. 2023.

Walter Pobaschnig 2_23

Foto_Portrait: Wallter Pobaschnig

https://literaturoutdoors.com   2_23

„Das ist ja das Schöne, dass man sich immer auf die Kunst verlassen kann“ Susanne Wiegner, 3D Künstlerin _ München 9.2.2023

Liebe Susanne, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich arbeite gerade an einem neuen Film und da meine Computeranimationen sehr komplex sind, kann ich mir keine langen Pausen leisten, um nicht „den Anschluss zu verlieren“. Das heißt, ich arbeite momentan den ganzen Tag.

Susanne Wiegner, 3D Künstlerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Empathie! Andere Menschen wahrnehmen und zugewandt bleiben. Einfach wieder mehr in und mit der Welt sein, als am Smartphone.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?

Für mich ist der gesellschaftliche Zusammenhalt wesentlich und wohl auch die größte Herausforderung … und nicht zu resignieren. Wir sind alle ein Teil der Probleme und somit auch alle ein Teil der Lösungen.

Die Kunst an sich ist frei und an keine Thematik oder Aufgabe gebunden. Viele Künstler werden auf ihre Weise die momentane Zeit und Herausforderungen aufnehmen, verarbeiten und neue Sichtweisen eröffnen. Das ist ja das Schöne, dass man sich immer auf die Kunst verlassen kann.

Was liest Du derzeit?

„Gegen den Strich“ von Joris-Karl Huysmans

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„…alles ist in einer unsichtbaren, aber niemals ruhenden Wandlung begriffen, im Unfesten liegt mehr von der Zukunft als im Festen, und die Gegenwart ist nichts als eine Hypothese, über die man noch nicht hinausgekommen ist.“

Robert Musil (Der Mann ohne Eigenschaften)

Vielen Dank für das Interview liebe Susanne, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Susanne Wiegner, 3D Künstlerin

Zur Person_ Susanne Wiegner hat an der Akademie der Bildenden Künste in München und
am Pratt Institute in New York City studiert. In 3D Computeranimationen
beschäftigt sie sich mit dem Thema Raum und Literatur. Ihre Arbeiten werden
bei internationalen Ausstellungen und Festivals gezeigt.

http://www.susannewiegner.de

Foto_privat

23.12.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

„Ganz“ Kristina Schippling, Schriftstellerin und Filmregisseurin _ Give Peace A Chance _ Berlin 9.2.2023

GIVE PEACE A CHANCE


G         anz

I           m

         erdunkeln.

E          s

P          ulsiert

E          ine

A         ndere

C          hance.

         s

        hnt …

         himären

H         eben

A         ber

N         eue

C          hiffren

         mpor.


Kristina Schippling, 12.1.2023

Kristina Schippling, Schriftstellerin und Filmregisseurin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Kristina Schippling, Schriftstellerin und Filmregisseurin

Zur Person_Kristina Schippling lebt als Schriftstellerin und Filmregisseurin in Berlin. Nach drei literarischen Büchern und weiteren Kurztexten ist 2021 ihre Dissertation erschienen. Zudem publiziert sie philosophische Texte. Neben Kurzfilmen hatte nun auch ihr erster Dokumentarlangfilm „The Sound of Cologne“ beim Filmfestival Cologne seine Uraufführung.

Foto_Borkh Fotografie

Walter Pobaschnig _ 12.1.2023

https://literaturoutdoors.com

„Granatwerfer“ Michael Augustin _Schriftsteller, Künstler _ Give Peace A Chance _ Bremen 8.2.2023

GIVE PEACE A CHANCE

Granatwerfer

Interkontinentalraketen

V-2

EMP



Panzer

Eurofighter

Artillerie

Chemiewaffen

Erstschlagoption



Atombomben



Cruisemissles

Haubitzen

AK 47

Napalm

Clusterbomben

Endsieg


Michael Augustin, 13.6.2022

Michael Augustin _Schriftsteller, Künstler

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Michael Augustin _Schriftsteller, Künstler

MICHAEL AUGUSTIN – POET & ARTIST – 1543332146s Webseite! (jimdofree.com)

Fotos_privat.

Walter Pobaschnig _ 11.6.2022.

https://literaturoutdoors.com

„Dass die Literatur Freude bringt, zum Denken anregt, Verstehen hilft“ Siegfried Völlger, Lyriker _ Augsburg/D 8.2.2023

Lieber Siegfried, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Früher, als ich noch musste, hab ich den Wecker immer auf drei Minuten nach sechs gestellt. Ich wollte nie um sechs aufstehen, das wusste ich schon ganz jung.
Jetzt wache ich meist vor sechs auf.
Das Morgenritual (ich hoffe ich werde immer am Morgen duschen können), Kaffee, Zeitung. Da kann es dann schon zur kleinen Wanderung die Bücherregale entlang kommen, alte Freunde begrüßen, manche verwundert anschaun – das hab ich gelesen? warum weiß ich nichts mehr davon? Eher missmutige Gedanken von manchen Büchern: warum werde ich nicht beachtet?
Bücher reden, echt.
Dann bald hinaus – gehen. Und Leute betrachten. Das ist das wichtigste: Leute betrachten, und Tiere … und so wies mich dahinträgt, trödle ich durch die Stadt und mach keinen Plan.
An manchen Tagen arbeite ich auch im Brechthaus in Augsburg.

Siegfried Völlger, Lyriker

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Grundgesetz Artikel 1
Die Würde des Menschen ist unantastbar.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Um zu verstehen gibt es nur einen weg: Wissen.
Bildung, lernen, verstehen lernen.
Denken – wird häufig sehr unterschätzt.
Ich glaube nicht, dass das unbedingt bedeutet, dass man ein anständiger Mensch wird, aber die Chance ist größer (in vielen Regierungen, um nur einen Bereich zu nennen, gibt es durchaus gebildete Menschen die von einer grandiosen Dummheit und Boshaftigkeit sind).
Wir sind ganz Einzelne. Kunst und Literatur wirken zuerst an den Einzelnen. Ich glaube nicht an Gruppen, Bewegungen, Epochenthemen.

Zu all dem Wissen kommt natürlich das Erkennen, das einem die Welt gibt. Ich kanns nicht gut anders sagen, vielleicht denken manche Gott, aber da kann ich dann nicht mittun.
Es gibt ein Verstehen und Erkennen, und da besonders in der Kunst, das nicht nur auf Wissen baut, das etwas ganz kreatürliches ist. Darauf kann man immer hoffen.

Hoffen also, dass die Kunst, die Literatur, was sie ja zweifellos bei Einzelnen tut, mehr trifft, mehr bewegt, über den Alltag hinaus Freude bringt, zum Denken anregt, Verstehen hilft.
Also zugänglich ist für viele – wir versinken sonst im Grau, im Grauen.

Was liest Du derzeit?

Ich entdecke grad Bertolt Brecht wieder. Seine Vielfältigkeit. Vor allem in den Prosa Arbeiten, Journalen, und natürlich die Lyrik, die frühe besonders gern, in der er noch ganz ungezähmt ist.

Immer lese ich Lyrik,. Ich mochte schon immer skandinavische Autoren, Lars Gustafsson, Olav H. Hauge und andere. In den letzten Jahren hat es im Elif Verlag eine Reihe von Übersetzungen aus dem Isländischen gegeben, übersetzt von (man muss Übersetzer immer erwähnen, meist loben) Jón Thor Gíslason und Wolfgang Schiffer – sehr lohnenswert!

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann

Francis Picabia

Vielen Dank für das Interview lieber Siegfried, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Siegfried Völlger, Lyriker

Foto_privat

29.9.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

„Gegen alle Regeln menschlichen Verstands“ Franziska Bauer, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Größhöflein/AT 7.2.2023

GIVE PEACE A CHANCE


Gegen alle Regeln menschlichen Verstands

Ist‘s, Kriege führend, Menschen zu verachten;

Völlig sinnlos für Bewohner eines Lands

Ehre als Lohn für Helden zu betrachten.


P
anzer lösen niemals ein Problem,

Erst recht nicht Bomben und Granaten.

Auf „Kam-sah-siegte“ hoffen? Zu bequem!

Cäsar hätt‘ selbst wohl davon abgeraten,

Es für total gesichert anzusehn,  

Als Sieger eines Blitzkriegs dazustehn.


Chaos, Zerstörung, Tod und Leiden

Herrschen dort, wo Frieden fehlt.

Also bemüht euch, Krieg zu meiden.

Nur das ist, was letztendlich zählt.

Conclusio – man sieht es täglich:

Einzig im Frieden wird das Glück uns möglich.


Franziska Bauer, 11.1.2023

Franziska Bauer, Schriftstellerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Franziska Bauer, Schriftstellerin

Zur Person_Franziska Bauer, geb. 1951, Studium der Russistik und Anglistik in Wien, wohnhaft im Burgenland, pensionierte Gymnasiallehrerin, Schulbuchautorin, schreibt Lyrik, Essays und Kurzgeschichten für Zeitschriften und Anthologien, zwei Lyrikbände beim Apollon Tempel Verlag, Gewinnerin des 10. Bad Godesberger Literaturpreises

Publikationen und Lesungen nachzulesen unter:
www.galeriestudio38.at/Franziska-Bauer
youtube-Kanal:
https://www.youtube.com/channel/UC5pC-XIT48NhDDWbeTSSXxA
Facebookseite:
https://www.facebook.com/franziska.bauer.56211
Verlagshomepage:
https://www.apollontempelverlag.com/verlag/autoren/franziska-bauer/

Neuerscheinung:

DONA NOBIS PACEM, mit Originalen und Übersetzungen von Franziska Bauer und Mary Nikolska in drei Sprachen; Druck: Buchschmiede, Großebersdorf © 2022 Franziska Bauer
Vertrieb: E. Weber Verlag, www.eweber.at, ISBN 978-3-85253-780-1

Foto_privat

Walter Pobaschnig _ 11.1.2023

https://literaturoutdoors.com