„dass wir alle schon bald wieder „supersuper“ sagen können“ Thomas Hofer, Schriftsteller _ Mattersburg/A 9.3.2023

Lieber Thomas, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich halte es da mit dem Black Rebel Motorcycle Club: „Open up your eyelids and let your demons run.“

Thomas Hofer, Schriftsteller

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich würde sagen das Herdfeuer und alle, die sich darum scharen. Nicht, dass einem alle anderen egal sein könnten, aber fürs eigene Seelenwohl braucht es das Herdfeuer und bekannte Gesichter. Und hie und da vielleicht einen herzhaften Schluck Schnaps…

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Jedem Aufbruch wie auch jeder Veränderung wohnt etwas Labiles inne, eine latente Unsicherheit. Wie man es sich auch in solchen Zuständen „bequem“ machen kann, dafür gibt es zahlreiche literarische Vorbilder. Besonders eindrucksvoll etwa die Hauptfigur in Victor Hugos „Arbeiter des Meeres“, Gilliatt, der auf einem Felsen den heranstürmenden Elementen trotzt, weil er von etwas beseelt ist. Ich glaube, das Ziel wird sein, beseelt zu bleiben, und zwar in jeder denkbaren Hinsicht.

Was liest Du derzeit?

Xaver Bayer, „Geheimnisvolles Knistern aus dem Zauberreich“

Bernhard Strobel, „Nach den Gespenstern“

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Ich meiner Gastro-Zeit hat es einen Stammgast gegeben, den Luis, der immer „supersuper“ gesagt hat, wenn alles gepasst hat. Ich wünsche mir, dass wir alle schon bald wieder „supersuper“ sagen können, wenn wir über unser Leben nachdenken.

Thomas Hofer, Schriftsteller

Vielen Dank für das Interview lieber Thomas, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Thomas Hofer, Schriftsteller

Zur Person_Thomas Hofer, 1978 in Eisenstadt geboren, aufgewachsen in Mattersburg und Walbersdorf. Studium Germanistik, Geschichte und Keltologie in Wien, zahlreiche Studienaufenthalte in der irischen Gaeltacht. Im Frühjahr 2023 erscheint der Kurzgeschichtenband „Shit, Oida! Erlebtes und Erlittenes aus den 80ern“ bei edition lex listz 12.

Fotos_Monika Löff


18.1.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Gemeinsamkeit“ Michelle Haydn, Schauspielerin _ Give Peace A Chance _ Göttweig 9.3.2023

GIVE PEACE A CHANCE



G emeinsamkeit

I ndividualität

V ertrauen

E mpathie


P ositivität

E hrlichkeit

A usgewogenheit

C hance

E ngagement


A kzeptanz


C harisma

H offnung

A uthentizität

N ähe

C ourage

E inigkeit


Michelle Haydn, 22.2.2023

Michelle Haydn, Schauspielerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Michelle Haydn, Schauspielerin

Zur Person_Michelle Haydn:

• geboren 1992 in St. Pölten
• BAFEP St. Pölten (Matura 2011)
• Schauspielakademie Elfriede Ott (Diplom 2019)

Zuletzt zu sehen als:
• Louka in ,,Helden Reloaded“ im Theater Forum Schwechat
• Leocadia in ,,Nur Ruhe“ bei den Nestroyspielen in Schwechat
• Toni Gilz in ,,Hochzeit“ im Stadttheater Mödling und in der SCALA in Wien
• Kathi in ,,Charivari“ bei den Nestroyspielen in Schwechat
• Birgit in ,,Magic Afternoon“ im Theater Experiment
• weibl. Hauptrolle in ,,Der reizende Reigen“ im Theater Spielraum
• Victoria Reynolds in ,,Keine Leiche ohne Lily“ im Theater Center Forum
• Joyce/die tolle Grete in ,,Top Girls“ im Theater Spielraum
uvm.

Foto_privat

Walter Pobaschnig _ 22.2.2023

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„Venus im Pelz“ Umjubelte Premiere _ Atelier Theater Wien 8.3.2023

Valerie Anna Gruber und Stefan Ofner – Schauspiel, Produktionsleitung


Da ist der Schriftsteller. Und da sein erstes Bühnenstück „Venus im Pelz“. Doch die Bühne bleibt leer, das Vorsprechen erfolglos…


Dann betritt Wanda die Bühne und nimmt es in die Hand. Das nackte Wort. Die nackte Seele. Die nackte Haut. Die nackte Angst…


Und es beginnt ein Spiel, in dem der Text zum Leben, zur verstecktem Lust, Angst wird und die Bühne zur Arena, in der es um alles geht…

Bis der Vorhang fällt…

„Venus im Pelz“, ein Theaterstück von David Ives (2010), ausgehend von der gleichnamigen Novelle (1870) von Leopold Sacher-Masoch (Schriftsteller *1836 Lemberg +Lindheim 1895), in der sich Severin als „Sklave“ der „Herrin“ Wanda unterwirft und dabei an seine persönlichen Grenzen kommt, feiert im Atelier Theater Wien eine mit langanhaltendem Applaus umjubelte Premiere!

Valerie Anna Gruber und Stefan Ofner, beide Schauspiel und Produktionsleitung, begeistern in einem wunderbar gesetzten Wechselspiel von Komödie und Tragödie, in der jede Szene, Pointe treffsicher zum Publikum überspringt. Es entfaltet sich ein abgründiger Psychothriller von Lust, Angst, Identität, Moral und Abgrund, in dem ebenso in einmaliger Inszenierung auch das Theaterleben immer wieder köstlich dazu in Beziehung gesetzt wird. Dies erfordert Rafffinesse, Mut und großes Können und dies stellen Valerie Anna Gruber und Stefan Ofner im mitreißenden Spiel in der hervorragenden Regie von Daniel Pascal eindrucksvoll unter Beweis.

Ein begeisternder Theaterabend, der Lust und Leben, Körper und Geist, Bühne und Leidenschaft mit gekonnten Peitschenhieben auf die Bühne knallt!

Venus im Pelz, Theater Artis 

von David Ives, Deutsch von Michael Raab

Atelier Theater Wien _ weitere Spieltermine 10.,12.März 2023, jeweils 19.30h

https://www.ateliertheater.wien/events/venus-im-pelz/

Von und mit:

Valerie Anna Gruber und Stefan Ofner – Schauspiel, Produktionsleitung

Valerie Anna Gruber – Schauspiel, Produktionsleitung
Geboren in Wien, aufgewachsen in Niederösterreich; professionelle Theaterengagements bereits seit ihrem 15. Lebensjahr, u.a. bei: Sommerspiele Melk, fungke*kunstkollektiv, Theater Rakete, Theater Arche, Theatersommer Schloss Wolfpassing, Waldviertler Kammerbühne;
Schauspielausbildung am Stella Adler Studio of Acting in New York City, Bühnenreifeprüfung 2018 in Wien.

Stefan Ofner – Schauspiel, Produktionsleitung
Geboren und aufgewachsen in Kärnten; Schauspielausbildung am KONSE Klagenfurt, Bühnenreifeprüfung 2019 in Wien. Engagements u.a. am Stadttheater Klagenfurt, bei Theater Rakete, theater a.c.m.e Villach, Theaterleben St. Andrä, Sommerspiele Eberndorf.
Ist zudem als Kabarettist, Autor, Regisseur und Sprecher tätig und gründete 2012 den Verein Theater Artis.

Valerie Anna Gruber und Stefan Ofner – Schauspiel, Produktionsleitung

Daniel Pascal – Regie
Geboren in Genf, aufgewachsen im Aargau / Schweiz. Studium der Theaterwissenschaft und Schauspielausbildung in Wien. Engagements u.a. am Stadttheater Baden, Alten Schauspielhaus Stuttgart, Theater Phönix, Wald4tler Hoftheater. Langjähriges Ensemblemitglied am Landestheater Linz. Regiearbeiten u.a. am Stadttheater Baden, Landestheater NÖ, beim Theatersommer Schloss Wolfpassing und in der Waldviertler Kammerbühne. Ca. 30 eigene Theaterproduktionen seit 2003 mit dem Theater im Schloss Traun. Ist außerdem als Autor und Chansonnier tätig.

https://www.ateliertheater.wien/events/venus-im-pelz/

Walter Pobaschnig 8.3.2023

Alle Fotos_Walter Pobaschnig

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„gratitude“ Katja Cruz, Singersongwriterin _ Give Peace A Chance _ Graz 8.3.2023

Katja Cruz, Singersongwriterin, Pianistin, Gesangslehrerin

GIVE PEACE A CHANCE


gratitude

integrity

variety

eligibility



peace

essential

appreciation

communication

enhanced



alive


come

hold

a

natural

commitment

embraced


Katja Cruz  _ 7.3.23

Katja Cruz, Singersongwriterin, Pianistin, Gesangslehrerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Katja Cruz, Singersongwriterin, Pianistin, Gesangslehrerin

Aktuelles Projekt _ „Liberty_C. ist das aktuelle Soul-Projekt der österreichischen Sängerin und Songwriterin Katja Cruz. Ihre Songs bewegen sich zwischen sanfter Sinnlichkeit und wilder Kraft. Sie spricht von der Freiheit und Lust zu sein wer man ist, von innerem Reichtum, starkem Willen und weiblicher Würde.“

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Walter Pobaschnig _ 7.3.2023

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„Weniger „ich“, mehr „wir“, im Sinne von Rücksicht nehmen“ Mina Albich, Schriftstellerin und Malerin _ Wien 8.3.2023

Liebe Mina, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Die einzige Konstante meines Tages ist, mir einen lockeren Plan für den Tag aufzustellen. Den ich nicht erst einmal kreativ über den Haufen geworfen habe! – Auch an meine Kriminalromane und meine Bilder gehe in dieser Form heran. Das Leben als Spiegel der Kunst – die Kunst als Spiegel des Lebens?

 Mina Albich, Schriftstellerin und Malerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Weniger „ich“, mehr „wir“, im Sinne von Rücksicht nehmen. Zusammen zu halten. Die Umwelt zu schützen. Also, nicht falsch verstehen: Selbstverwirklichung, die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und danach zu handeln, sich nicht zu verbiegen etc., all das ist essentiell. Aber die Freiheit des einen hört dort auf, wo die des anderen anfängt. Für mich ist der Konflikt der diversen Verkehrsteilnehmer:innen symptomatisch, wie wir miteinander umgehen.

Und zum Thema Umwelt: Wir zerstören aller Wahrscheinlichkeit nicht den Planeten an sich. Nein, viel fataler (für uns): wir vernichten unseren Lebensraum (und leider den der anderen Lebewesen). Das heißt, wir vernichten UNS. (Der Planet wird sich ziemlich sicher erholen, wenn’s uns nicht mehr gibt …)

Bild _ Mina Albich

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Weg von der Wegwerf- und Konsumgesellschaft – nicht alles, was bloß einen Kratzer hat, muss erneuert oder ersetzt werden. Sich mehr Zeit nehmen (damit meine ich nicht für soziale Medien etc …). Nicht alles als selbstverständlich nehmen. Nicht alles sofort haben müssen. Ich will nicht die „gute alte Zeit“ verherrlichen. Aber gerade, was Musik betrifft, denke ich wehmütig zurück, wie ich z.B. der Veröffentlichung einer CD entgegengefiebert habe. (Für die die Künstler:innen wenigstens ein paar Prozente Beteiligung erhalten haben …) Heute? Überlässt ein erstaunlich großer Anteil in der Bevölkerung den diversen Streaming-Diensten die Entscheidung, was gehört oder gesehen wird.

Vielleicht gelingt es der Literatur, der Kunst, die Aufmerksamkeitsspanne der Menschen wieder zu erhöhen. Ein ganzes Buch zu lesen, ein komplettes Konzert zu genießen (ohne dazwischen fünfmal Handymessages zu checken), ein Bild in real (also in einem Museum) länger als zwei Sekunden zu betrachten. Vielleicht gelingt es der Kunst dadurch, die Menschen zum Nach- oder gar Umdenken zu bringen?

Bild _ Mina Albich

Was liest Du derzeit?

Thomas Bugnyar: Raben – Das Geheimnis ihrer erstaunlichen Intelligenz und sozialen Fähigkeiten

(Raben und Eulen sind für mich ganz besonders faszinierende Kreaturen)

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Wenn wir nicht neidig sind, haben wir alle genug.“ (Lebensweisheit einer meiner ehemaligen Chefinnen)

„Meditiere täglich zwanzig Minuten. Es sei denn, du hast keine Zeit. Dann meditiere eine Stunde.“ (Alte Zen-Weisheit)

Mina Albich, Schriftstellerin und Malerin

Vielen Dank für das Interview liebe Mina, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literatur-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Mina Albich, Schriftstellerin und Malerin

www.cre-art-rix.com

Alle Fotos_ Michael Publig


7.1.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Allein gegen Hitler“ Leben und Tat des Johann Georg Elser. Wolfgang Benz. C.H.Beck Verlag

„Allein gegen Hitler“ Leben und Tat des Johann Georg Elser. Wolfgang Benz. C.H.Beck Verlag

8.November 1938. Die Sprengladung, die in genauen aufwendigen Planungen im Münchner Bürgerbräukeller vorbereitet und programmiert worden war, und dem Führer der NSDAP Adolf Hitler galt, explodierte zu jenem Zeitpunkt, der aufgrund der Redeabfolge und Abwesenheit kalkuliert wurde – 21:20h. Doch schon um 21:07h verlässt Hitler den Saal. Das Attentat scheitert, doch der Attentäter wird auf der Flucht gefasst, verhört, gefoltert, inhaftiert und am 5.April im KZ Dachau ermordet. Sein Name:  Johann Georg Elser (* 4. Januar 1903 in Hermaringen, Württemberg † ermordet am 9. April 1945 im KZ Dachau/D).

Johann Georg Elser ist einer der mutigsten Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, der seinen Weg in allem Mut, Entschlossenheit und Konsequenz ging. Sein Beispiel an Freiheits- und Widerstandshandeln ist bis heute beindruckendes wie wesentliches Zeugnis und Fundament von Gesellschaft und Demokratie.

Wolfgang Benz, bis 2011 Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung an der Technischen Universität Berlin, ist einer der renommiertesten Zeithistoriker wie Autoren zur Geschichte des Nationalsozialismus, der Shoa wie des Widerstandes.

In der vorliegenden beeindruckenden Biographie Johann Georg Elsers, die in 16.Kapitel gegliedert ist, werden das Attentat vom November 1938, das Heranwachsen wie die Prägungen von Leben, Familie, Religion, die Vorbereitung des Attentats und dessen persönliche wie familiäre Folgen wie die wechselvolle Wirkungsgeschichte fundiert analysiert und dargelegt. Viele besondere Fotos ergänzen den Text und runden so das Gesamtbild sehr gelungen ab. Ein umfangreicher Anhang mit Quellenangaben und Personenregister schließt diese hervorragende Biographie informativ vertiefend bzw. weiterführend ab.

„Eine hervorragende Biographie über eine beeindruckende Persönlichkeit in Widerstandskraft, Mut und Konsequenz.“

„Allein gegen Hitler“ Leben und Tat des Johann Georg Elser. Wolfgang Benz. C.H.Beck Verlag

Walter Pobaschnig 2_23

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„Gegenüber“ Rebekka Damjani, Sängerin _ Give Peace A Chance _ Wien 7.3.2023

GIVE PEACE A CHANCE


GEGENÜBER

INVOLVIERT WERDEN

VERSTÄNDNIS

EINIGKEIT


PRAXIS

EMPATHIE

AUFZEIGEN

CHANCEN GEBEN

ELEND SEHEN


AUFHÖREN


CHARAKTER

HINSCHAUEN

AUGEN ÖFFNEN

NACHSEHEN

COURAGE

EBENBÜRTIG


Rebekka Damjani, 8.2.2023

Rebekka Damjani, Sängerin, Schauspielerin, Sprecherin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Rebekka Damjani, Sängerin, Schauspielerin, Sprecherin

Zur Person_ Die gebürtige Mödlingerin ist momentan als Sängerin in verschiedenen Jazz und Popformationen im östlichen Österreich tätig. Auf der Bühne hatte sie 2022 die Rolle der „Vera“ in Agatha Christie’s Stück „und dann gab’s Keines mehr“ inne. Ebenso hört man sie seit einigen Jahren in diversen Radio-, TV- und Onlinewerbungen sowie in vielen anderen Formaten. Bekannt ist sie wohl den Meisten als „Stimme der österreichischen Post“.

https://www.rebekkadamjani.com/

Foto_privat


Walter Pobaschnig _ 8.2.2023

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„Nutzen wir die Chance, an den Krisen unserer Zeit zu wachsen!“ Ria Karlotti, Schriftstellerin _ Graz 7.3.2023

Liebe Ria, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich würde dich gern mit einem schillernden Künstlerleben beeindrucken, allerdings wäre das eine glatte Lüge, denn die Wahrheit ist wenig spektakulär: Ich habe einen anspruchsvollen Job, der mich erfüllt, daneben wollen auch meine Kinder zu ihrem Recht kommen. Die verbleibende Zeit widme ich in erster Linie leidenschaftlichen Stunden mit meinem Partner ;-). Zum Schreiben komme ich neben all diesen Beschäftigungen verhältnismäßig wenig.

Ria Karlotti, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Manchmal macht es mir Angst, dass die Welt, die mein ganzes bisheriges Leben hindurch so heil und sicher schien, von einer Krise in die nächste zu taumeln scheint: Klimaerwärmung, Waldbrände, Krieg, Energienotstand, Pandemie und Rezession – ein Unglück jagt das nächste. In meinen Augen ist es wichtig, auch im Angesicht beunruhigender Entwicklungen die Hoffnung und den Glauben an die Kraft des Guten nicht aufzugeben.

Gerade in Krisen wachsen Menschen oft über sich hinaus, erhöht sich der Zusammenhalt in der Gesellschaft und die Tatkraft, die es braucht, um Änderungen zu bewirken. Nutzen wir die Chance, an den Krisen unserer Zeit zu wachsen!

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Kunst erfüllt seit jeher eine wesentliche Funktion für die Menschen: Der Künstler, die Künstlerin kann in Worten, Bildern oder anderen Ausdrucksformen inneren Druck loswerden, Gefühle und Gedanken im Mit-teilen teilen und sich aus dem eigenen engen Rahmen befreien. Den Rezipienten ermöglicht die Kunst, sich mitreißen und verzaubern zu lassen, im vorgehaltenen Spiegel sich selbst zu erkennen und besser zu verstehen. Auf diese Art verbindet Kunst die Menschen mit sich selbst und miteinander. Sie hilft, schmerzhafte Erfahrungen zu verarbeiten und Traumata zu bewältigen. Gerade in Zeiten wie diesen spielt ihre heilende Kraft eine bedeutsame Rolle.

Was liest Du derzeit?

Eine Freundin hat mir „Violeta“ von Isabel Allende geschenkt, das steht als nächstes auf meiner Leseliste.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ Dieses Zitat aus „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry begleitet mich mein ganzes Leben hindurch.

Ria Karlotti, Schriftstellerin

Vielen Dank für das Interview liebe Ria viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Ria Karlotti, Schriftstellerin

Fotos_privat

20.9.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Wovon wir leben“ Birgit Birnbacher. Roman. Zsolnay Verlag.

Es ist kalt. Eiskalt. Winter. Doch Julia spürt nicht nur diese Kälte der Jahreszeit. Es geht eine berufliche Zeit zu Ende und ein Lebensabschnitt…

„Unter meinen Schuhen knirscht der Kies. Einen Moment noch so tun, als wäre nichts…“

Gedanken an den beruflichen Anfang, den Weg aus dem Dorf, Erinnerungen an die Familie, Gespräche kommen jetzt in den Kopf. Und das Fortgehen in die Stadt. Damals…

„Ich liebte die kleine Stadt…Ich verliebte mich, ich knutschte, ich ging in Kneipen, ich lernte Menschen kennen, die ganz anders waren als alle, die ich kannte…“

Und jetzt nimmt Julia Abschied von diesem Leben und kehrt zurück. In das Vertraute Unbekannte. Und Leben und Beruf versuchen sich wieder zu finden…bei ihr und überall….

Birgit Birnbacher, Ingeborg Bachmannpreisträgerin 2019, legt mit „Wovon wir leben“ einen Roman vor, der von Beginn an in Rasanz, Spannung packt und bis zur letzten Seite nicht loslässt.

Sprachlich direkt. Schnelle Szenenschnitte. Leserin und Leser werden gleichsam in die Situationen, Stationen von Julias Leben, das sich aufgrund des Arbeitsplatzverlustes radikal ändert, hineinkatapultiert und sitzen dann wie im Autodrom neben ihr und bekommen alle Erschütterungen, Zusammenstöße mit Gesellschaft, Welt, Herkunft und Neubeginn mit.

Hier wird ein Leben in allen Facetten von Beruf, Familie, Liebe, Herkunft ganz unmittelbar ausgepackt in allen persönlichen Tragödien wie gesellschaftlichen Voraussetzungen und starren Bedingtheiten.

Ein Roman wie ein Sturm, eine Biografie- und Gesellschaftsanalyse, welche die Geschwindigkeit der Zeit im Geworfensein, Weitermüssen und Ausweglosigkeit eindringlich und mitreißend darstellt.

Was ist der Mensch wert? Wieviel Spielräume gibt es eigentlich in Beruf und Leben (noch)?

Das Buch zu Mensch und Zeit. Ein einzigartiges Sprachkunstwerk, dass den modernen Menschen in Gesellschaft und Leben brilliant wie erschütternd thematisiert!

„Ein Lesegenuss in Spannung, Erschütterung und Sinn! Ein literarisches wie gesellschaftskritisches Ereignis!“

„Wovon wir leben“ Birgit Birnbacher. Roman. Zsolnay Verlag. 2023

Walter Pobaschnig   3_22

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„Kunst braucht Freiräume, in denen Widerspruch möglich ist“ Jutta Weber-Bock, Schriftstellerin _ Stuttgart 6.3.2023

Liebe Jutta, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Immer beginnt der Tag bei mir mit dem Schreiben der Morgenseiten. Er  setzt sich fort mit Recherchieren, Plotten und Schreiben am aktuellen Romanprojekt. Nachmittags lege ich stets eine längere Pause ein und „lüfte“. Ich jogge im Wald, atme leichter mit den Jahrenszeit und jauchze im Frühling beim ersten Grün und streichele die Buchenblätter. Ich genieße es, wenn der Herbst seine Farben verschwendet oder der Schnee unter den Sohlen knirscht. Danach kann ich mich ganz dem Alltag und seinen Anforderungen stellen. Ich beschließe den Tag mit Lesen auf dem blauen Sofa. Immer. Aber welch Lust liegt doch im Brechen der Regeln! Wie das knackt im alltäglichen Chaos zwischen Telefon und Mittagessen, Mails und Lesungsvorbereitung versteckt sich eine neue Idee für ein Gedicht, das nächste Romankapitel … und ein Lachen.

Jutta Weber-Bock, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Austausch mit anderen, mit Kolleginnen und Kollegen. Aber auch das Reden mit Nachbarn, Bekannten, Freunden. Gespräche und Diskussionen. Zuhören. Toleranz gegenüber anderen Meinungen. Wieder zu reisen, neue Perspektiven gewinnen und neuen Menschen und Situationen begegnen. Hinausgehen.

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei, der Literatur, der Kunst an sich zu?

Die Kunst an sich, mit all ihren Möglichkeiten und in all ihren Ausprägungen, aber besonders die Literatur, sollte keine Rollen übernehmen und sich nicht einspannen lassen von Politik und Gesellschaft. Kunst braucht Freiräume, in denen Widerspruch möglich ist. Mehr denn je kommt es darauf an, wieder etwas zu wagen, was andere nicht denken.

Was liest Du derzeit?

José Saramago, Die Stadt der Blinden. Vor 25 Jahren auf Deutsch erschienen. Das Szenario, beängstigend nah.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Dass die Welt weit ist, sagt man so; die Welt ist nicht geräumiger als die Köpfe, die sie in sich fassen, und die Köpfe sind zumeist enge Nester für selbstbehagliche schmorende Gedanken.“ (Ernst Barlach, aus: Wider den Ungeist, 1929)

Vielen Dank für das Interview liebe Jutta, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Jutta Weber-Bock, Schriftstellerin

Zur Person_Jutta Weber-Bock wurde 1957 in Melle geboren und ist dort aufgewachsen. Schon als Kind liebte sie alte Mühlen und Fachwerkhäuser. Darauf gründet sich ihre Liebe zur Geschichte. Sie studierte Germanistik und Philosophie an der Universität Osnabrück und ist ausgebildete Gymnasiallehrerin. Im Jahr 1983 ist Jutta Weber-Bock mit einer Liebe nach Stuttgart gekommen und aus Liebe zur Stadt geblieben. Heute lebt sie im Heusteigviertel und joggt bei jedem Wetter zum Fernsehturm oder wandert in Istrien, auf der Suche nach Riesen und alten Bahnstrecken. Sie ist freie Schriftstellerin sowie Dozentin und in verschiedenen Autor:innenvereinigungen aktiv.

Homepage: https://weber-bock.de

2020 erschien mit dem historischen Roman „Das Mündel des Hofmedicus“ der erste Band zum Leben der Giftmörderin Christiane Ruthardt, 2022 ist die Fortsetzung „Das Vermächtnis der Kurfürstin“ herausgekommen.

https://www.gmeiner-verlag.de/autoren/autor/1276-jutta-weber-bock.html

Foto_Wolfgang Haenle


17.1.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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